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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kapital-LV mit BU - lohnt weiterzahlen?



Inaktiver User
13.02.2008, 15:47
Hallo!

Ich habe mal meine am 01.08.1998 abgeschlossene LV mit BU nochmal vorgekramt. Ich frage mich, ob mich da wer übern Tisch gezogen hat. Kommt mir irgendwie so wenig vor, was ich da mal ausgezahlt kriegen soll. Hier die Fakten:

Bei meinem Ausbildungsbeginn am 01.08.1998 begann die Versicherung zu laufen. Bis 31.07.2001 zahlte ich 25,98 € im Monat. Von 01.08.2001 bis 31.07.2007 stieg der Beitrag jährlich um monatlich 3,32 €. Nun sind vom 01.08.2007 bis zum Auslaufen der Versicherung am 31.07.2036 monatlich 49,22 € fällig. Bis zu diesem Datum werde ich 21.082,80 € Beiträge gezahlt haben.

Die Überschussbeteiligung beträgt monatlich 1,95 € und wird mir vom Monatsbeitrag direkt erlassen. Heißt ich zahle eigentlich monatlich 1,95 € weniger. Ich zahle also reell bis zum 31.07.2036 20.194,60 € in die LV ein.

Garantierte Auszahlungssumme bei Tod sowie im Erlebensfall steht im Vertrag: 20.452,00 €. Beitragsbefreiung und Rente bei Berufsunfähigkeit. Die Rente würde ca. 400,00 € betragen. Dies steht aber nur im Antrag und nicht in der Police drin.

Kann mir jemand sagen, ob diese Versicherung in Ordnung ist oder ein Reinfall? Mit den Überschussbeteiligungen, die natürlich nicht garantiert werden können, würde ich laut Aufstellung meiner Versicherung ca. 15.000,00 € mehr bekommen.

Liebe Grüße


Katzenauge333

Inaktiver User
13.02.2008, 17:58
Kombiniere nie Versicherung (hier BU) und Kapitalanlage (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=63817&highlight=versicherungsproblem+kapitalanlageproble m)

Weitere http://www.brigitte.de/foren/search.html?searchid=3671960

Inaktiver User
14.02.2008, 13:39
Vielen Dank für deine Antwort!

Wenn ich nun die Versicherung beitragsfrei stellen würde, bekäme ich dann trotzdem die BU? Und würde mir die LV auch das, was ich eingezahlt habe am Ende der Laufzeit auszahlen? Wenn ja, nehme ich mal an ohne die Überschussbeteiligung, die sowieso fraglich ist...

Worauf bezieht sich eigentlich eine BU? Auf den Job, den man gelernt hat oder den man zuletzt ausgeübt hat? Ich habe einen Bürojob gelernt. Lohnt sich da überhaupt eine BU? Ich meine, wenn ich mal keinen Bürojob mehr machen kann, kann ich sicherlich auch sonst nix mehr arbeiten und bin dann doch eh gleich EU. Oder?

Liebe Grüße


katzenauge333

DerExperte
14.02.2008, 16:46
Vielen Dank für deine Antwort!

Wenn ich nun die Versicherung beitragsfrei stellen würde, bekäme ich dann trotzdem die BU?

nein, eine bu kostet geld, viel geld! ohne beiträge=keine leistung!



Und würde mir die LV auch das, was ich eingezahlt habe am Ende der Laufzeit auszahlen? Wenn ja, nehme ich mal an ohne die Überschussbeteiligung, die sowieso fraglich ist...

die damalige hochrechnung geht i.d.r. nicht auf. wenn du nun nicht weiterbezahlst, dann sind diese hochrechnungen eh nicht hilfreich. eine beitragsfrei gestellte versicherung ist nicht kostenlos!!!!!!! es fallen weiter kosten an, die intern verrechnet werden, solange möglich (mit evtl. anfallenden "zinsen" verrechnet bzw. kapitalverzehr).



Worauf bezieht sich eigentlich eine BU? Auf den Job, den man gelernt hat oder den man zuletzt ausgeübt hat?

kommt auf die bedingungen an. i.d.r. auf die zulezt ausgeübte tätigkeit.



Ich habe einen Bürojob gelernt. Lohnt sich da überhaupt eine BU?

das solltest du dir bereits bei abschluß dieser versicherung überlegt haben, oder???



Ich meine, wenn ich mal keinen Bürojob mehr machen kann, kann ich sicherlich auch sonst nix mehr arbeiten und bin dann doch eh gleich EU. Oder?

das sehe ich anders! eine eu zu bekommen (staatliche leistung) ist sehr schwer, zudem zeitlich immer wieder befristet mit vielen nachuntersuchungen. zudem ist die eu-rente meist extrem niedrig (schau mal in deinem rentenbescheid nach, i.d.r. erhälst du nur die halbe eu-rente).
eine volle eu-rente zu bekommen ist schwierig. da muß man meist bereits den kopf unter dem arm tragen.
zudem ist fraglich, ob das erstrebenswert ist.

ich habe einen freund, der einer einfachen tätigkeit nachgegangen ist, auch noch altersmäßig jung. nun ist er derzeit berufsnfähig. gut, daß er einen sehr guten tarif mit einer ausreichenden bu-rente gewählt hat.

es gibt jedoch alternativen bzw. ergänzungen zur bu. diese werden meist nur von unabhängigen beratern aufgezeigt, da diese das sogar aufzeigen müssen. ein vertreter ist immer der falsche ansprechpartner!

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
14.02.2008, 18:08
Vielen Dank für deine Antwort!

Wenn ich nun die Versicherung beitragsfrei stellen würde, bekäme ich dann trotzdem die BU? Und würde mir die LV auch das, was ich eingezahlt habe am Ende der Laufzeit auszahlen? Wenn ja, nehme ich mal an ohne die Überschussbeteiligung, die sowieso fraglich ist...

.....

In vielen Fällen ist es möglich, die BU von der KLV zu trennen und beide als alleinstehende Verträge weiterzuführen.

Ich würde mir zunächst mal ansehen, was bis jetzt (sind ja immerhin schon fast 10 Jahre Laufzeit) im Vertrag angespart worden ist => Schreiben an die Versicherung mit der Bitte um Mitteilung des aktuellen Rückkaufswertes

Eine hochwertige BU-Versicherung ist nach meinem Dafürhalten für fast alle Berufsbilder sinnvoll, da diese auch das EU-Risiko (und je nach Vertrag) auch das Pflege-Risiko versichert.

Schöne Grüße

justii

Inaktiver User
14.02.2008, 19:09
....

Worauf bezieht sich eigentlich eine BU? Auf den Job, den man gelernt hat oder den man zuletzt ausgeübt hat? Ich habe einen Bürojob gelernt. Lohnt sich da überhaupt eine BU? Ich meine, wenn ich mal keinen Bürojob mehr machen kann, kann ich sicherlich auch sonst nix mehr arbeiten und bin dann doch eh gleich EU. Oder?

....


Bei der gesetzlichen Absicherung gibt es die Unterscheidung zwischen BU und EU schon seit Jahren nicht mehr.
Dort gibt es verschiedene Einstufungen der Erwerbsminderung (Die Rente heißt deshalb auch Erwerbsminderungsrente).

Geleistet wird zunächst nur bei Personen, die mindestens 60 Monate in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben. Berufsanfänger haben deshalb i.d. Regel keinen Anspruch (http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,7007162,00.html) auf Leistung einer Erwerbsminderungsrente (hiervon gibt es nur wenige Ausnahmen).


Wer nun jedoch denkt, gut versorgt zu sein, sieht sich getäuscht, denn:
Wer pro Tag noch mindestens 6 Stunden, egal in welchem Beruf, arbeiten kann, bekommt nix.
Wer pro Tag noch mindestens 3 Stunden, egal in welchem Beruf, arbeiten kann, bekommt nur die halbe Erwerbsminderungsrente.
Nur wer keine 3 Stunden pro Tag mehr arbeiten kann, bekommt die volle Erwerbsminderungsrente.
Natürlich wird mit der Mitwirkungspflicht versucht, eine(n) Betroffene(n) zunächst mit Reha usw. so hin zu bekommen, daß sie/er in irgend einem Beruf noch mindestens 3 Stunden arbeiten kann.

Egal ist dabei,
in welchem Beruf
ob in diesem Beruf überhaupt ein Job zu bekommen ist.
So kann man elegant vielen Antragstellern Leistungen aus dem Staatstopf zu verwehren. Praktisch oder? Die Erwerbsminderungsrente muß jedenfalls hart erkämpft werden (http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/4/0,1872,7006628,00.html).

Nehmen wir aber nun mal an, diese Hürde ist geschafft und man bekommt die volle Erwerbsminderungsrente. Was landet denn nun im Geldbeutel, und kann man davon leben?

Im Jahr 2001 lag die durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente in West-Deutschland bei 745.-Euro im Monat (in Ost-Deutschland deutlich darunter). Heute ist es kaum besser. Das ist wenig genug. Wird man aber so hingetrimmt, daß man mindestens 3 Stunden am Tag irgendetwas tun kann, dann bekommt man ja nur die Hälfte. Zuviel zum Sterben - zu wenig zum Leben... (http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/jobs_und_mehr/job_aktuell/berufsunfaehigkeit/erwerbsminderungsrente.jhtml?rubrikenstyle=jobs_un d_mehr)

Im Einzelfall beträgt die volle Erwerbsminderungsrente ca. 35% des letzten Bruttogehaltes und die halbe Erwerbsminderungsrente demnach etwa 17% des letzten Bruttogehaltes

Und bestimmte Altersgruppen müssen auch noch Abschläge hinnehmen. Da kommt Freude auf. Kommst Du damit aus?

lg. justii

makrudd44
14.02.2008, 21:45
hallo an alle hier,
auch ich hab mich leider mal vor einigen jahren (2003) von einem vertreter zu einer berufsunfähigkeitversicherung mit kapital-lv überreden lassen. klang damals alles vernünftig - zumal ich nicht viel ahnung hatte und gerade das ende meiner ehe nach 15 jahren hinter mir hatte. der hätte mir zu dem zeitpunkt wahrscheinlich noch sonst was aufschwatzen können.

nach einem betrag von 50,- die ersten 3 jahre steugt nun der betrag von jahr zu jahr um 5,50. mittlerweile sind es 65,- pro monat, die ich mir einfach nicht mehr leisten kann. nun wollte ich das ganze eigentlich kündigen, weil, wie ja schon so häufig hier erwähnt, solch eine kombi nie gut ist, und wohl der vertreter und die große deutsche versicherung wohl am meisten davon profitieren.

bei kündigung stehen mir laut rückkaufswerttabelle ca. 470,- zu. ist ja aber ein witz im vergleich zu den knapp bisher eingezahlten 3200,-.

bleibt mir wohl eher nur eine beitragsfreistellung, oder? wie siehts damit hier aus? ist das überhaupt möglich?

lg makru

Inaktiver User
15.02.2008, 18:55
......

bei kündigung stehen mir laut rückkaufswerttabelle ca. 470,- zu. ist ja aber ein witz im vergleich zu den knapp bisher eingezahlten 3200,-.

bleibt mir wohl eher nur eine beitragsfreistellung, oder? wie siehts damit hier aus? ist das überhaupt möglich?

lg makru

Wie DerExperte oben schon erklärt hat, ist dies keine Lösung, da auch in einer beitragsfrei gestellten KLV die Kosten weiterlaufen.
Du würdest in einigen Jahren ein Schreiben von der Versicherung erhalten, daß das Guthaben aufgebraucht und der Vetrag deshalb beendet werden muß. Dann ist Dein ganzes Geld weg!

Auch für einen Verkauf reicht Dein Rückkaufswert/Guthaben leider nicht aus, so daß auch ein solcher nicht in Frage kommt.

lg. justi
PS: Warum denken eigentlich immer alle, daß keine Kosten mehr anfallen, sobald sie keine Beiträge mehr bezahlen? Ist mir ein Rätsel. Die Kosten werden doch dann einfach dem Guthaben entnommen. Wenn Du eine Garage gemietet hast und mit dem drinnen stehenden Auto nicht mehr fährst, deshalb muß Du doch trotzdem die Miete für die Garage weiterbezahlen.... tztztzt

makrudd44
17.02.2008, 20:38
danke für deine antwort justi,

hab mir sowas schon gedacht. also werde ich doch kündigen und wenigstens noch einen bruchteil erhalten - besser als nichts.

lg makru

Inaktiver User
28.02.2008, 16:22
Das ist eine riesiges Geschäft mit den LVs & Co. Der dumme Bürger zahlt sich dumm und dusselig, während oben die Herren sich wieder mal scheckig lachen... Grrmpfff...

Nun, aber was ist denn mit den Unternehmen, die solche LV aufkaufen? Lohnt sich das wenigstens relativ? Ich meine, die Versicherung stößt sich kräftig gesund und man kriegt ja nur einen ganz kleinen Teil wieder zurück. Zahlen die Aufkaufunternehmen mehr? Es wäre doch eine Überlegung wert, damit man vielleicht ein bisschen mehr Geld zurück erhält?!

Liebe Grüße


Katzenauge333

Inaktiver User
03.03.2008, 15:20
Bei einem Verkauf erhält man zumeist eine 10% bis 20% höhere Auszahlung als bei Kündigung. Bei den meisten ist dafür aber ein Mindestrückkaufswert von 5.000.-Euro und weitere festgelegte Rahmenbedingungen erforderlich.

Nur bei wenigen Unternehmen kaufen ab einem Rückkaufswert von 1.000.-Euro - wobei die das Geld dann gleich wieder selbst anlegen wollen (ob das dann besser ist, wird sich wohl erst in Jahren heraus stellen).

Gruß justii