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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Glückwünsche oder Beileid



Inaktiver User
31.01.2008, 08:50
bei uns kam letztens die Diskussion auf, ob es korrekt ist, nach einer Testamentseröffnung zu einem erhaltenen Erbe zu gratulieren. (kein konkreter Fall.)

Ich bin der Meinung, das ist unpassend, da man doch davon ausgehen sollte, dass die Trauer des Erben überwiegt.

Wie ist eure Meinung dazu?

Inaktiver User
31.01.2008, 09:14
Völlig unpassend!

SupaWetta
31.01.2008, 09:21
unpassend.

da es einfach den beigeschmack hinterlässt, dass man meint, jemand wäre "froh", dass es einen sterbefall gab und man ja nun "glücklich" ("beGLÜCKwünschen") sei wegen des erbes...

lgS

Inaktiver User
31.01.2008, 09:35
bei uns kam letztens die Diskussion auf, ob es korrekt ist, nach einer Testamentseröffnung zu einem erhaltenen Erbe zu gratulieren. (kein konkreter Fall.)



Hm, - das Beileid sollte aber doch zu diesem Zeitpunkt schon ausgsprochen sein. (Wenn man sich noch nie gesehen hat, dann vielleicht bei der Begrüßung durch den "Testamentseröffner".)

Man könnte ja so etwas wie einen guten Weg bei der weiteren Abwicklung und eventuellen Umständlichkeiten wünschen?
Glückwunsch klingt in meinen Ohren ein bißchen nach Lotterielos.
T.

Inaktiver User
31.01.2008, 09:38
Man könnte ja so etwas wie einen guten Weg bei der weiteren Abwicklung und eventuellen Umständlichkeiten wünschen?
Glückwunsch klingt in meinen Ohren ein bißchen nach Lotterielos.
T.

Das hört sich passend an.
Ja, so in etwa wären "Glückwünsche" wohl auch gemeint. (bzw. sollten so gemeint sein, hätten aber tatsächlich etwas von "endlich komm ich an Omas Häuschen" oder einer Lotterie.)

Chris2008
31.01.2008, 10:14
Hallo,
die Situation kommt mir sehr künstlich vor:
Von der Testamentseröffnung, die ein schriftliches Verfahren des Nachlassgerichts ist, erfahren nur diejenigen, die im Testament genannt sind bzw. diejenigen, die erben würden, wenn es kein Testament gäbe.

Letztere werden kaum den Wunsch haben, zu gratulieren. Und wenn doch, etwa um zu zeigen, dass sie dem Testamentserben den Erbanteil gönnen, um so besser. Den Benimm-Konflikt sehe ich da nicht, da sowohl der Gratulant als auch der Begünstigte gleichzeitig Trauernde sind.

Ein Erbe dem anderen? Da beide ebenso Trauernde sind, warum nicht.

Jemand, der vom Erbe erfahren hat, einem der Erben? Wenn es in der passenden Form geschieht. "Wie schön für Dich, dass Deine Tante in ihrem Testament an Dich gedacht hat".
Aber in Deutschland gilt eher der Grundsatz: Über Geld spricht man nicht. Er dürfte in den meisten Fällen Vorrang haben....

Inaktiver User
31.01.2008, 11:58
Jemand, der vom Erbe erfahren hat, einem der Erben? Wenn es in der passenden Form geschieht. "Wie schön für Dich, dass Deine Tante in ihrem Testament an Dich gedacht hat".


So finde ihc es auch angemessen. Eine Freundin hat mir kürzlich eröffnet, dass sie von ihrer Großmutter ein nettes Sümmchen erben wird. "Ich freue mich für dich, dass du jetzt dein Studium ohne Geldsorgen zuende bringen kannst." hab ich schon für okay (und auch nicht respektlos der Verstorbenen/der Trauernden gegenüber) gehalten.

Grace_Kelly
31.01.2008, 22:12
Ich bin der Meinung, das ist unpassend, da man doch davon ausgehen sollte, dass die Trauer des Erben überwiegt.


Das sehe ich auch so.

Selbst in Anwaltskreisen wird dem Mandanten bei einer Erbangelegenheit zuerst Beileid ausgesprochen.
Auch wenn es bei so manchem mehr als offensichtlich ist, dass die Raffgier und die Neigung zum Streithanseltum die Trauer um einiges überwiegen.
Aber das übersieht man dann höflichst....

Januar2008
05.02.2008, 08:31
Vollkommen abstrus, ueberhaupt auf die IDEE zu kommen, dass man bei so etwas Glueckwuensche aussprechen sollte!

Total geschmacklos.

Gruss von Jan.

Inaktiver User
05.02.2008, 08:42
Fand es auch Geschmacklos -
Ein Erbfall ist beim Anstoss der Grundsatzdiskussion nicht einmal eingetreten gewesen.

Es war nur so, dass eine alte Dame im weiteren bekanntenkreis, von der ich mir gelegentlich Bücher geliehen hatte, nun - völlig überraschend - anderen gegenüber wohl angekündigt hat, dass sie mir ihre Bibliothek (und ihre Sammlung ist schon beachtlich) vermachen wolle.
(ob das wirklich so ist, weiss ich nicht einmal.)
Es stand nur jemand daneben, als ich am Telefon davon erfuhr, und entsprechend überrascht war.

Karla48
05.02.2008, 09:35
Völlig abwegig. Indiskutabel.
LG Karla

Inaktiver User
05.02.2008, 10:10
Die Frage ob man zu dem Erbe gratulieren soll reiht sich ein in:

- Jemand ist gestorben, soll man gratulieren oder sein Mitgefühl aussprechen
- Zwei haben geheiratet, soll man gratulieren oder sein Mitgefühl aussprechen
- Ein Kind wurde geboren, soll man gratulieren oder sein Mitgefühl aussprechen

Genau weis man es doch gar nicht, wie die Leute fühlen, so daß man nur vom Standart ausgehen kann. Tod -> Trauer, Heirat, Kind -> Freude
Da ein Erbe immer im Kontext des Todes steht, würde es mir sehr befremdlich vorkommen, wenn man mir zu meinem Erbe gratulieren würde, vor allem weil es ja schon vorher genau feststeht.
Ich könnte mir nur vorstellen, zu einem Erbe zu gratulieren, wenn der Erblasser z.B. ein ganz entfernter Verwandter ist oder gglfs. überhaupt kein Verwandter ist, so daß das Erbe vollkommen überraschend kommt.

Malina70
05.02.2008, 21:07
Hallo zusammen,

ich sehe es wie Tanguera. Warum soll man jemanden nicht auch zu einem Erbe beglückwünschen können? Natürlich sollte vorher klar sein, dass zu dem Verstorbenen keine allzu enge Bindung bestand. Aber es ist ja auch nicht zwangsläufig so, dass man sich um jeden, der einem etwas vermacht, ewig lang die Augen ausweint.

Ich kann mir für mich persönlich durchaus vorstellen, dass es Fälle gäbe, wo die Freude über das Erbe die Trauer um den Verstorbenen weit überwiegen würde (nur mal rein theoretisch gedacht).

Und ich finde es seltsam, reflexhaft Beileidsbekundungen zu verteilen, weil die Urgroßtante in Kanada, die der Erbe noch nie im Leben gesehen hat, ihn mit ihrem Millionenvermögen bedacht hat (oder bedenken musste, weil kein Testament und keine anderen Erben vorhanden waren).

Also kurz und gut, ich würde da kein Pauschalurteil fällen wollen.

Gruß,

Malina