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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist das eine Angstattacke oder bin ich bloß hypersensibel?



Mondschaf
25.01.2008, 18:34
Hallo Mädels :blumengabe:

Ich hab ein Problem... und bin mir nicht sicher, ob es hier gut aufgehoben ist. Vielleicht passt es auch zu "Persönlichkeit", "Tipps für ein glücklicheres Leben" oder "Selbstheilung/alternative Medizin".

Habe ein sehr dünnes Nervenkostüm. Sobald Probleme auftreten, verliere ich den Kopf. Ich bin dann innerlich so aufgewühlt, ich sehe dann keine objektive Lösung, habe Ängste, fange auch oft an, zu weinen. Es hilft mir oft, mal kurz drüber zu reden – manchmal ist kurz darauf auch wieder gut! Ich nehme diese Sachen auch nicht mit nach Hause. Es ist wie eine innere sehr starke Verzweiflung, die mich am ganzen Körper packt. Man sieht mir das auch an. Ich bin sowieso sehr sensibel – emotional wie körperlich. Einerseits freu ich mich über Zuwendung, andererseits will ich dann nicht so dastehen. Komisch das :wie?: Wenn der Flash vorüber ist, dann bin ich auch zu guten Lösungen und Gedanken fähig.

Wie kann ich versuchen, mir ein dickeres Fell zuzulegen? Wenn ich das nicht hinkriege, kann ich meine Arbeit nicht weitermachen, weil ich sonst bald einen Nervenzusammenbruch kriege. Ich war den ganzen Tag total fertig, weil am Montag einigen Mitarbeitern gesagt werden muss, dass sie mangels Aufträgen ihre Arbeit nicht mehr machen dürfen und zwischenzeitlich in andere Bereiche müssen. Hab gezittert und auch geheult.

Auch wenn irgendwas mit meinem Freund ist, dann bin ich sofort von Ängsten durchzogen, male mir die schlimmsten Dinge aus. Dabei ist es manchmal gar nicht schlimm, und auch er kann doch schlechte Laune oder keine Lust auf meine Gesellschaft haben. Generell in etwas ungewöhnlichen Situationen, z.B. meine Mutter ruft mal zu einer ungewohnten Zeit an, bin ich erst mal aufs Schlimmste gefasst :gegen die wand:

Gibt es Mittel (z.B. etwas homöopathisches) oder Techniken, wie ich mich kurzzeitig aus dieser Ohnmachtsphase befreien kann und einen kühleren Kopf behalte? Am Anfang fand ich es ja noch amüsant, diese neue Seite an mir zu entdecken, aber mittlerweile belastet es mich doch...weil es andere auch mitkriegen und mein Freund sich auch Gedanken macht :knatsch: Er nennt mich jetzt immer Chaotin, liebevoll gemeint natürlich.

Kennt das jemand? Bin über kleine Tipps sehr dankbar :peinlich:

Mondschaf

brizi
26.01.2008, 00:23
Hallo liebes Mondschaf,
Frage: War das schon immer so, oder treten deine Schwierigkeiten erst in letzter Zeit auf? Das würde nämlich auf eine (momentane) Überlastung/Überforderung hinweisen, und da gibt es einiges an Hilfe - von homöopathischen Mitteln bis hin zur Therapie...
Wenn du quasi "von Natur aus" so gestrickt bist, musst du dich allerdings fragen, ob dein Leben/Job etc. generell zu dir passt (das ist nicht so hart gemeint, wie es klingt). Also erster Schritt: Analyse :blumengabe: . Viel Glück wünscht dir
brizi

Inaktiver User
26.01.2008, 00:55
Gibt es Mittel (z.B. etwas homöopathisches) oder Techniken, wie ich mich kurzzeitig aus dieser Ohnmachtsphase befreien kann und einen kühleren Kopf behalte? Am Anfang fand ich es ja noch amüsant, diese neue Seite an mir zu entdecken, aber mittlerweile belastet es mich doch...weil es andere auch mitkriegen und mein Freund sich auch Gedanken macht :knatsch: Er nennt mich jetzt immer Chaotin, liebevoll gemeint natürlich.

Kennt das jemand? Bin über kleine Tipps sehr dankbar :peinlich:

Mondschaf


Wenn es Probleme sind, die nicht unerwartet auftreten, dann kann ich Dir Gelsemium empfehlen. Wobei es immer schwierig ist, von sich auf andere zu schließen und ich Dir eigentlich eher raten möchte, neben anderen Wegen, begleitend einen Homöopathen aufzusuchen, der Dir ein Konstitutionsmittel verordnet.

Mondschaf
26.01.2008, 17:09
Danke für eure Antworten :blume:


War das schon immer so, oder treten deine Schwierigkeiten erst in letzter Zeit auf? Das würde nämlich auf eine (momentane) Überlastung/Überforderung hinweisen, und da gibt es einiges an Hilfe - von homöopathischen Mitteln bis hin zur Therapie...

Ich würde sagen, dass es in letzter Zeit gehäuft auftritt. Mein Job (ca. 1 Jahr) ist sehr stressig und nervlich beanspruchend. Ich würde mir gern etwas anderes suchen, habe aber relativ wenig Kraft, weil es "schon wieder" einen Wechsel bedeuten würde. Aber ich bleibe da am Ball. Eigentlich wollte ich nicht wegrennen und kämpfen, aber mein Körper zeigt mir u.a. damit, dass es einfach nicht richtig ist.

Dass ich meine Sensibilität mehr nach außen trage, ist neu, aber sensibel war ich schon immer. Eigentlich freu ich mich, dass ich mehr von meinem Inneren getragen werde, aber es ist eben nicht vorteilhaft wegen meiner Arbeit. Mein Freund ist auch manchmal ob meiner Impulsivität überfordert (was ich ihm nicht übel nehme :wangenkuss:)


Wenn es Probleme sind, die nicht unerwartet auftreten, dann kann ich Dir Gelsemium empfehlen.

Danke für den Tipp! Ich habe in meinem Homöopathie-Wälzer geschaut und fand, dass Pulsatilla pratensis (http://www.homoeopathie-online.com/materia_medica_homoeopathica/Materia-pulsatilla.htm) besser passen würde. Auch bei einigen anderen Beschwerden, die ich so habe, bietet es sich an. Habe von einer Kollegin Pulsatilla in C12 bekommen und werde pro Tag mal 3 Kügelchen gelöst trinken. Vielleicht tut sich ja was.

jada
28.01.2008, 11:20
Ich würde sagen, dass es in letzter Zeit gehäuft auftritt. Mein Job (ca. 1 Jahr) ist sehr stressig und nervlich beanspruchend. Ich würde mir gern etwas anderes suchen, habe aber relativ wenig Kraft, weil es "schon wieder" einen Wechsel bedeuten würde. Aber ich bleibe da am Ball. Eigentlich wollte ich nicht wegrennen und kämpfen, aber mein Körper zeigt mir u.a. damit, dass es einfach nicht richtig ist.



Hi Mondschaf,
ich kann das in etwa nachvollziehen, mein Job löst seit einiger Zeit auch solche Gefühle in mir aus (ist ebenfalls ein stressiger Beruf mit viel Druck). Bei mir war es so, dass diese Angst- und Verzweiflungsgefühle im Job sich nach und nach auf mein "restliches" Leben ausgebreitet haben. Letzten Endes wurde eine Angsterkrankung mit Depression draus. Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, will Dir nur nahelegen, Deine Gefühle ernst zu nehmen und genau hinzuschauen, was mit Dir passiert.

Auch ich arbeite immer noch in dem Beruf und dieser Firma - aber ich komme mehr und mehr zu dem Schluss, dass ich mich nach einem passenderen Arbeitgeber umsehen muss, da mein Körper mir deutlich zeigt, dass die Zeit hier vorbei ist. Auch wenn's einen Wechsel bedeutet, was mir eigentlich nicht so lieb ist.

Hast Du denn diese Angstgefühle bisher nur im Beruf, oder sind die auch mal in dieser attackenartigen Form privat aufgetreten? Du schreibst, dass Du Dir schnell Sorgen um Deinen Freund machst - ist das eher so eine Art Verlustangst (bezgl Trennung) oder sorgst Du Dich, dass ihm etwas passieren könnte? Machst Du Dir ansonsten viele Gedanken, um schlimme Dinge, die passieren könnten und malst Dir die aus?

Ich frage bloß, weil ich finde, dass man sich solche Ängste genau anschauen muss, um gedanklich damit weiterzukommen :blumengabe:

Alles Liebe!

Inaktiver User
28.01.2008, 11:22
Danke für den Tipp! Ich habe in meinem Homöopathie-Wälzer geschaut und fand, dass Pulsatilla pratensis (http://www.homoeopathie-online.com/materia_medica_homoeopathica/Materia-pulsatilla.htm) besser passen würde. Auch bei einigen anderen Beschwerden, die ich so habe, bietet es sich an. Habe von einer Kollegin Pulsatilla in C12 bekommen und werde pro Tag mal 3 Kügelchen gelöst trinken. Vielleicht tut sich ja was.


Gehört zwar nicht ganz hierher, aber Dein "Wälzer" würde mich interessieren.

:blumengabe:

Mondschaf
28.01.2008, 19:57
Gehört zwar nicht ganz hierher, aber Dein "Wälzer" würde mich interessieren.

:blumengabe:

Gerne doch, kuervchen :blumengabe:

Dieses Buch (http://bilder.buecher.de/produkte/22/22487/22487243n.jpg) vom GU-Verlag ist es. Es gibt aber noch eins mit Namen Homöopathie für die Seele (http://bilder.buecher.de/produkte/11/11793/11793454n.jpg). Dort wird sich speziell auf psychische und psychosomatische Beschwerden konzentriert. Das habe ich aber nicht, weil ich das große erstmal verschlingen muss :smirksmile:


Hallo Jada!

Das klingt ja schon sehr beängstigend, wenn Du eine Depression davon getragen hast! Ein Arbeitskollege (der mal Burnout hatte) sprach mich letztens mal an, ob es mir schlecht ginge, wegen Depression oder so. Aber als depressiv würde ich mich nicht bezeichnen, da es mir gut geht, sobald ich Freizeit habe. Einschlafstörungen etc. habe ich auch nicht. Ich schieb es wirklich mal auf den Job. Meine Laune sinkt immer gegen Null, wenn ich früh in die Nähe der Firma komme...


Hast Du denn diese Angstgefühle bisher nur im Beruf, oder sind die auch mal in dieser attackenartigen Form privat aufgetreten? Du schreibst, dass Du Dir schnell Sorgen um Deinen Freund machst - ist das eher so eine Art Verlustangst (bezgl Trennung) oder sorgst Du Dich, dass ihm etwas passieren könnte? Machst Du Dir ansonsten viele Gedanken, um schlimme Dinge, die passieren könnten und malst Dir die aus?

Privat ist das bisher einmal aufgetreten, als ich mir einbildete, mein Freund würde mich verlassen. Richtig mit Heulkrämpfen und so. Aber das waren echt nur Gespenster :ooooh: Ich habe es dann mit einem humorvollen Blick auf meinen Angsthasen, der in mir wohnt, versucht und es hat geklappt. Oder mir bei solchen Gedankenkarusells ein großes Stoppschild vor Augen gedacht.

Auch sorge ich mich, dass ihm oder meinen Eltern etwas passieren könnte - allerdings male ich mir keine Szenarien aus, sondern versuche, Vertrauen zu haben. Er wohnt 500km weit weg und muss immer so weit fahren. Da ist es am besten, wenn er mich zwischendurch mal anruft, dass ich weiß, alles ist in Ordnung. Ich will ja nicht klammernd wirken, deshalb überlass ich das ihm... An meinen Verlustängsten arbeite ich, mit Erfolg. Wurde 2mal unschön verlassen, deshalb würd ich das mal als normal bezeichnen? Allein würd ich auch zurechtkommen, sag ich mir immer :smirksmile:

Wie zeigt sich das denn sonst bei Dir, jada? Du scheinst Dich mit dem Thema schon intensiver beschäftigt zu haben. Danke auch für Deine Anregungen :blume:

Liebe Grüße,
Mondschaf

Inaktiver User
28.01.2008, 23:01
Hallo Mondschaf,

ich möchte dir auch wirklich keine Angst machen, aber ein "zu lange" in einem Job, der dich belastet und evtl. auch überlastet (lese ich da vielleicht heraus) kann nach etlichen Körpersignalen, die du ja schon teilweise hast, schleichend über Jahre/Monate plötzlich in einem Burn-Out und/oder einer Depression enden.

Ich habe Angstattacken und eine Depression/Burn-Out bekommen, nachdem ich nicht aufgepaßt habe und anstatt auf meinen Körper zu hören, immer weiter gemacht habe. Warum? Leistungsdruck, mir und anderen was beweisen zu wollen etc....

Ein Kreis, aus dem man manchmal erst wieder rauskommt, wenn es schon zu spät ist. Deswegen kann ich dir auch dringend raten, auf deinen Körper zu hören. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du das ewig aushälst, jeden Morgen mit einer Laune gen Null zur Arbeit zu kommen, besonders dann, wenn du recht sensibel bist. Ich erinnere mich, dass sich bei mir die Fahrt zur Arbeit irgendwann so angefühlt hatte, als wenn ich zentnerweise Steine mit mir mitschleppen würde und das JEDEN MORGEN über Monate. Und dann kam das NO! Geht nicht mehr. Paß auf dich auf!

Wäre nicht ein Jobwechsel angeraten?! :blumengabe:

jada
29.01.2008, 10:22
Das klingt ja schon sehr beängstigend, wenn Du eine Depression davon getragen hast! Ein Arbeitskollege (der mal Burnout hatte) sprach mich letztens mal an, ob es mir schlecht ginge, wegen Depression oder so. Aber als depressiv würde ich mich nicht bezeichnen, da es mir gut geht, sobald ich Freizeit habe. Einschlafstörungen etc. habe ich auch nicht. Ich schieb es wirklich mal auf den Job. Meine Laune sinkt immer gegen Null, wenn ich früh in die Nähe der Firma komme...

Liebes Mondschaf,
wie gesagt, es muss nicht sein, dass man am Ende eine Depression oder Angstattacken hat. Keine Sorge. Deine schlechten Gefühle beziehen sich im Moment ja hauptsächlich auf den Job, und das kann (!) langsam auch auf Dein restliches Leben übergreifen, wenn Du die Ängste beiseite schiebst/verdrängst. Muss aber nicht, das ist ja sehr individuell. Ich versteh das sehr sehr gut, dass Du nicht "schon wieder" wechseln möchtest und einfach hinschmeißen. Geht mir ähnlich. Aber so Gedankenspiele wären vielleicht nicht schlecht, hm? Einfach mal ganz genau ausmalen, wie ein Jobwechsel wäre und genau drauf achten, welche Gefühle Du hast, wenn Du Dir diese Dinge plastisch vorstellst. Das kann auch schonmal wichtige Hinweise liefern.

Und: warum ausgerechnet im Job? Sind die Angstsituationen objektiv für alle schlimm oder empfindest Du das so? Was steht hinter diesen Ängsten, wenn sie auftreten? Was wäre das schlimmste, was in dem Moment passieren könnte? Was befürchtest Du, wenn Dich so eine Verzweiflung überkommt? (Das sind jetzt so simple Fragen, aber oft stellt man sich die selbst gar nicht)




Privat ist das bisher einmal aufgetreten, als ich mir einbildete, mein Freund würde mich verlassen. Richtig mit Heulkrämpfen und so. Aber das waren echt nur Gespenster :ooooh: Ich habe es dann mit einem humorvollen Blick auf meinen Angsthasen, der in mir wohnt, versucht und es hat geklappt. Oder mir bei solchen Gedankenkarusells ein großes Stoppschild vor Augen gedacht.

...An meinen Verlustängsten arbeite ich, mit Erfolg. Wurde 2mal unschön verlassen, deshalb würd ich das mal als normal bezeichnen? Allein würd ich auch zurechtkommen, sag ich mir immer

Das find ich schonmal sehr gut.




Wie zeigt sich das denn sonst bei Dir, jada? Du scheinst Dich mit dem Thema schon intensiver beschäftigt zu haben.

Hm ja, hab ich tatsächlich. Wie sich das bei mir alles zusammensetzt, entschlüssele ich selbst nur ganz mühsam. Ich hab seit fast 2 Jahren meinen jetzigen Job. Von Anfang an mochte ich meine Chefin nicht. Ich arbeite mit ihr zusammen, sie schätzt meine Arbeit denke ich, aber die Frau macht mir Bauchschmerzen. Ich hab das immer verdrängt, weil ich einen guten Job habe und die Kollegen sehr mochte. Aber in den letzten Monaten wuchs der Druck ins Extrem, meine Achtung vor der Chefin sank täglich und ich wurde immer unglücklicher.

Dann passierten auch noch einige schlimme Dinge im Privatleben, und plötzlich ging es mit mir ganz steil bergab. Innerhalb von einem Monat hatte ich eine fette Depression und ausgewachsene Panikattacken. Ich bekomme mittlerweile Medikamente, es geht ganz langsam bergauf. Aber ich komme zu dem Schluss, dass dieser Job von mir so viel Verstellung, Verdrängung und "gute Miene zum bösen Spiel" fordert, dass ich dauerhaft immer wieder einbrechen werde. Und deshalb überlege ich mir gerade konkret, ob ich einen Wechsel wagen soll.

Beschäftigt mit der Thematik habe ich mich in den letzten Monaten ganz intensiv. Und merke immer mehr, dass ich mir meine Ängste ganz genau anschauen muss, um das Muster dahinter zu erkennen und den eigentlichen Auslöser dafür zu finden. Erstaunlich, was man dabei so alles über sich erfährt :smile:

Wie gehts Dir denn heute, Mondschaf?

Inaktiver User
29.01.2008, 12:17
Danke Mondschaf, das erstere habe ich auch, das zweite kannte ich noch nicht. Liebe Grüße an Dich und ich hoffe, dass es Dir bald wieder gut/besser geht...

Mondschaf
29.01.2008, 19:15
Danke für eure Antworten, die haben mir gute Denkanstöße gegeben!

Oh, liebe Jada, ich hoffe, es geht Dir bald wieder besser :tassenkasper: Ich würde nicht gern Antidepressiva nehmen wollen. Geschweige denn erst eine Depression bekommen! Es muss unwahrscheinlich schwer sein, da wieder raus zu kommen...

Liebe Lili,

ich kenne Dich noch aus dem 3 schöne Dinge-Strang. Ich hoffe, es geht Dir bald wieder gut! Willst Du nicht wieder dort mitschreiben? :blumengabe:

Wenn ich das bei Dir so lese, dann wäre ein Wechsel wirklich ratsam. Wichtig für mich ist, Rückhalt vom Chef zu haben. Das habe ich auch. Aber wenn Dir sogar die Achtung vor ihr verloren gegangen ist, dann ist es ja wenig ermutigend. Hast Du Dich denn schonmal beworben?

Ich hatte mich schon beworben und auch ein Angebot vor 2 Monaten. Angenommen habe ich es aus finanziellen Gründen nicht. Auch, weil ich irgendwie Verantwortlichkeit für meine Arbeit spürte. Ich steck da richtig drin jetzt (hab den Job seit 1 Jahr).

Zugegebenermaßen habe ich von Anfang an gespürt, dass es nicht das richtige ist für mich :heul: Andere Frauen vor mir haben es auch nie lang ausgehalten, die letzte ein halbes Jahr. Ich stehe immer im Spannungsfeld zwischen Produktion und Vertrieb. Stets bin ich zerrissen und hab das Gefühl, es allen recht machen zu müssen, aber es niemals schaffe. In solchen Verzweiflungsmomenten fühle ich mich sowas von hilflos und rückhaltlos, wie eingeschnürt und leer im Universum. Mein Chef, der Werkleiter, hat ja auch nicht immer Zeit, steht generell hinter mir, wenn ich Probleme habe. Kollegen habe ich gar keine. DAS fehlt mir am meisten. Entweder muss ich Kollegen etwas "auferlegen" oder der anderen Seite mit Überzeugungsarbeit "in den Hintern kriechen". Das ist sowas von unbefriedigend. Sorry, dass ich mich jetzt habe hinreißen lassen, viel vom Job zu schreiben...aber vielleicht zeigt das mal meinen Hintergrund.


anstatt auf meinen Körper zu hören, immer weiter gemacht habe. Warum? Leistungsdruck, mir und anderen was beweisen zu wollen etc....


Aber ich komme zu dem Schluss, dass dieser Job von mir so viel Verstellung, Verdrängung und "gute Miene zum bösen Spiel" fordert, dass ich dauerhaft immer wieder einbrechen werde.

Genau diese Dinge sind es, die einen eigentlich alarmieren sollten! Ich surfe ja hin und wieder auf Jobbörsen, aber bin noch nicht so 100%-ig sicher, welche Richtung ich nehmen soll - Angst vor einer neuerlichen Pleite :zahnschmerzen: Aber ich verspreche es, dass ich wieder konsequenter suche. Du auch, Jada? ;-)

Was allerdings positiv ist: ich konzentriere mich seitdem auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben - meine Beziehung und meine Familie sowie Freunde. Auch sorge ich mehr dafür, dass es mir gut geht :entspann: Sport, Bewegung, mehr Weiblichkeit und Hingabe (deshalb vielleicht auch meine stärkere Sensibilität, die ich an sich nicht so schlecht finde), schöne Dinge, neue Hobbies, Natur, Kraft tanken.

Wie hast Du den Effekt für Dein Privatleben gespürt oder "genutzt", Jada?

Liebe Grüße,
Mondschaf

jada
30.01.2008, 09:57
Oh, liebe Jada, ich hoffe, es geht Dir bald wieder besser :tassenkasper: Ich würde nicht gern Antidepressiva nehmen wollen. Geschweige denn erst eine Depression bekommen! Es muss unwahrscheinlich schwer sein, da wieder raus zu kommen...

Ich dachte auch immer: Oh Gott, Psychopharmaka! Aber ich merke, dass mir das Medikament langsam hilft. Ich habe wieder mehr Energie und bin nicht mehr so hoffnungslos. Parallel habe ich ja auch eine Therapie begonnen und hoffe auf gute Erfolge.


Aber ich verspreche es, dass ich wieder konsequenter suche. Du auch, Jada? ;-)

Jepp, ich geb mir Mühe :smile: Bin auch schon dabei und habe eine Bewerbung abgeschickt. Ich denk mir, man kann ja einfach mal in Ruhe gucken, was es so gibt, ich mach mir da jetzt wenig Druck. Habe beschlossen, zu kündigen, sobald ich was Gutes gefunden habe. Und jetzt schau ich mich erst mal in Ruhe um - das Wissen, hier gehen zu können, erleichtert mich schon. Ich steck hier auch total im Job, müßte zwangsläufig große Projekte abgeben bei Kündigung. Aber ist halt so.


Wie hast Du den Effekt für Dein Privatleben gespürt oder "genutzt", Jada?


Puh, gute Frage. Ich glaube, ich habe in den letzten Monaten einfach nur verzweifelt versucht, den Kopf über Wasser zu halten. Ich fang jetzt erst langsam an, Kleinigkeiten wieder genießen zu können. Das war die ganze Zeit überhaupt nicht möglich, deshalb habe ich auch nicht produktives getan, sondern im Gegenteil, alles mögliche vernachlässigt in meiner Hoffnungslosigkeit.

Ich habe mir aber vorgenommen, mich zukünftig auf das zu konzentrieren, was mir gut tut. Und ich merke, ich bin nicht der "Karrieretyp" und will auch in keine Chefetage, ich will einfach nur gut in meinem Job sein und ein zufriedenes Leben führen. Ist doch nicht zu viel verlangt, oder? :freches grinsen:

Inaktiver User
31.01.2008, 10:31
ich kenne Dich noch aus dem 3 schöne Dinge-Strang. Ich hoffe, es geht Dir bald wieder gut! Willst Du nicht wieder dort mitschreiben? :blumengabe:

Das ist lieb von dir gemeint, aber ich war "damals" echt erleichtert, als ich die Entscheidung getroffen hatte, da nicht mehr jeden Tag mitzuschreiben, auch, wenn es ein keines bisschen schwer fiel. Für mich wurde das zum Schluß zu einer Verpflichtung und das soll's echt nicht sein...
Ich schreibe lieber hier und da, wenn mich was interessiert und ich etwas zu einem Therma beitragen kann.

Ich wünsche dir alles Gute und dass du einen Weg für dich findest, wie du die Situation mit dem Job am besten für dich lösen kannst :blumengabe:

Mondschaf
03.02.2008, 21:04
Hallo Lili,

wenn Du es als belastend empfunden hast, ist es ja okay. Ich schreibe auch nicht jeden Tag...obwohl es schon gut ist, für mich ein unterm Strich positives Resumee zu ziehen.

Alles Gute auch für Dich :blumengabe:

Mondschaf
03.02.2008, 21:09
Ich habe mir aber vorgenommen, mich zukünftig auf das zu konzentrieren, was mir gut tut. Und ich merke, ich bin nicht der "Karrieretyp" und will auch in keine Chefetage, ich will einfach nur gut in meinem Job sein und ein zufriedenes Leben führen. Ist doch nicht zu viel verlangt, oder? :freches grinsen:

Es ist gut, wenn man zu der Erkenntnis gekommen ist. Das ist so ähnlich wie nach dem perfekten Schönheitsideal zu streben und zu merken, dass es darauf gar nicht ankommt. Oder sich an Sportempfehlungen (wie 3x pro Woche ist Pflicht!) zu halten und im innersten doch ein anderer Typ zu sein - etwa kreativ, feinsinnig, musikalisch.

Ich weiß, dass die Lebenszeit zu kurz für Dinge ist, die mir nicht gut tun. Manchmal lässt sich das nicht vermeiden, aber die Hauptthemen in meinem Leben sollen von dem gelenkt werden, was ich wirklich will. Dazu gehört nicht, die Chefetage zu erobern, nur weil ich die Fähigkeiten dazu hätte (scheinbar doch nicht *uups*).

Schreibst Du mal, wenn Du etwas gefunden hast oder wenn Du Fortschritte bezüglich Deiner Freizeitgestaltung gemacht hast?

jada
04.02.2008, 11:38
Hi Mondschaf,
na klar, ich werd Dir berichten, wie es so voran geht. Ich habe diese Woche ein Gespräch bei einer anderen Firma. Beim Gedanken daran könnt ich gleich schon wieder eine Panikattacke bekommen, aber ich will es so und werde mein Bestes geben bei diesem Termin.

Freizeitmäßig bin ich immerhin schon mit Freunden ausgegangen am Wochenende, das erste Mal seit ziemlich langer Zeit. Schön war's. Außerdem belebe ich gerade einige kleiner Projekte und Hobbies, die mir immer am Herzen lagen. Ich geb zwar nicht Vollgas, will aber mehr und mehr schöne Dinge in mein Leben lassen, so gut ich es kann.

Ui, ich klinge optimistisch heute. Obwohl Montag ist (mein absoluter Hasstag)

Wie ist denn Deine Selbsteinschätzung? Hast Du schon herausgefunden, was Deine beruflichen "Werte" sind? Lassen die sich mit Deinem Beruf vereinbaren?

Liebe Grüße :blumengabe:

Mondschaf
10.02.2008, 10:59
Hallo Jada,

wie war denn Dein Termin diese Woche? Lief alles gut?

Was Du über Deine Freizeitgestaltung schreibst, klingt gut. Genauso handhabe ich das auch, nämlich das zu tun, wo ich weiß, das tut mir gut. Es gibt z.B. auch ein paar VHS-Kurse, für die ich mich angemeldet habe, auf die ich mich irre freue (neues Hobby von mir)


Wie ist denn Deine Selbsteinschätzung? Hast Du schon herausgefunden, was Deine beruflichen "Werte" sind? Lassen die sich mit Deinem Beruf vereinbaren?

Wie meinst Du das? :peinlich: Ich steh grad auf dem Schlauch... Meinst Du das so, dass ich das, was ich zum Wohlfühlen brauch, in meinen Beruf integrieren kann? Help....

Freue mich, von Dir zu lesen :blumengabe: Wo kommst Du denn eigentlich her, wenn ich fragen darf?

Sonnige Grüße :Sonne:

jada
10.02.2008, 17:21
Hallo Jada,

wie war denn Dein Termin diese Woche? Lief alles gut?


Ja, es lief richtig gut. Weiß noch nicht, wie ich das beruflich alles handhaben will in nächster Zeit, aber es ist schonmal schön, etwas zu tun und genau zu überlegen, was mir wichtig ist im Job.





Wie meinst Du das? :peinlich: Ich steh grad auf dem Schlauch... Meinst Du das so, dass ich das, was ich zum Wohlfühlen brauch, in meinen Beruf integrieren kann? Help....



Genau was meinte ich: ist es in Deinem Job möglich, die "Gut-tun-Dinge" irgendwie zu integrieren, bist Du in Deinem Beruf insoweit flexibel?

Denn es ist ja bei manchen Berufen auch so, dass man sie einfach nicht so gestalten kann, dass es einem gefällt, aus verschiedenen Gründen.

Mondschaf
11.02.2008, 18:47
Hallo Jada :blumengabe:

Ich habe lange nachgedacht über Deine Frage. Was tut mir gut? Versuche es mal, zusammenzufassen:

Ich bin gern mit Leuten zusammen (Großraumbüro hat mir nichts ausgemacht). Wirtschaft und Finanzen interessieren mich nicht, ich suche irgendwie nach einem Sinn meiner Tätigkeit. Ich hantiere gern mit etwas, nicht nur am Rechner und mit Akten. Verantwortung übernehme ich gern. Etwas in die biologische Richtung und im Zusammenhang mit Heilung / Medikamenten fände ich gut. Natürlich muss auch das Geld stimmen, da ich damit familiär keinen Rückhalt habe.

So, jetzt zu mir: ich komme aus dem Labor- und Umweltbereich, habe aber derzeit nur mit Zahlen und der Steuerung eines Betriebes zu tun, damit zum Schluss etwas gefälliges auf dem Papier steht und die Zahlen stimmen. Ich sitze alleine im Büro, gehe nur bei Angelegenheiten in den Betrieb. Einen tieferen Sinn, als die wirtschaftliche Arbeitsweise zu sichern, finde ich nicht bei meiner Tätigkeit. Der Verdienst geht so. Verantwortung habe ich wirklich viel. Aber ich fühl mich leer bei meiner Arbeit, manchmal auch unterfordert (wenn alles glatt läuft).

Was soll ich tun? Die Frage hab ich mir seit Deiner Frage gestellt. Als Labormaus brauch ich nicht mehr zu arbeiten, da verdiene ich vielleicht die Hälfte meines jetzigen Gehaltes. Weiterbildung? Bloß was? Irgendwie versuche ich einen gedanklichen Kompromiss zu finden, weiß aber keinen Ansatz. Naja, und außerdem liegen die Jobs ja nicht auf der Straße. Ehrlich gesagt, möchte ich auch irgendwann eine Familie... Ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht :unterwerf:

Wie bist Du denn an Deine Sinnsuche rangegangen? Ich möchte nicht erst mit Mitte 40 oder so anfangen, das zu tun, was mir am Herzen liegt, sondern jetzt...

Mondschaf :wie?: