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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diagnose Krebs



Inaktiver User
14.01.2008, 21:25
Guten Abend,

ich habe gerade erfahren, dass mein Papa an Krebs erkrankt ist. Wie die Behandlung verlaufen wird, steht noch nicht fest. Ich habe schon gegoogelt und nachgelesen, dass bei dieser Krebsart wohl gute Heilungschancen bestehen. Angeblich soll der Krebs noch nicht allzuweit fortgeschritten sein, zumindest soweit man das bis jetzt beurteilen kann. Mein Papa war regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings zog sich die Zeit vom ersten Verdacht bis zur endgültigen Diagnose über ein halbes Jahr hin.

Die vergangenen Wochen des Bangens und Wartens waren schon schlimm. Jetzt frage ich mich, wie macht man in einer solchen Situation weiter? Letzte Woche hat mein Freund eine Reise für uns beide gebucht. Ich habe jetzt keine Lust mehr zu fahren. Muss ich nicht jetzt in der Nähe meiner Eltern sein und ihnen beistehen? Das ist doch wichtiger! Am liebsten würde ich sie täglich besuchen, aber das schaffe ich doch jobmäßig nicht. ...

Jetzt habe ich Angst .... die Angst lähmt mich. Wird das besser? Oder muss ich damit rechnen ein Nervenbündel zu werden? Das kann ich nicht gebrauchen ... ich möchte helfen.

Sorry, wenn ich jetzt durcheinander geschrieben habe, aber in meinem Kopf schwirren die Gedanken einfach nur durcheinander.

Traurige Grüße,
Cinderella

Lara-Marlen
14.01.2008, 23:32
Hallo Cinderella,

mir geht es zur Zeit genau so.
Mein Papa hatte vor zwei Jahren Magenkrebs (leider einen sehr aggressiven und schwer zu heilenden Krebs) und nun hat er gestreut und mein Papa liegt im Sterben.

Ich kann Deine Ohnmacht so gut nachvollziehen und hoffe, dass es bei Deinem Papa besser läuft. Gelernt habe ich aus der Geschichte, dass man sich direkt an Spezialisten wenden sollte, da ein Wald- und Wiesen- Krankenhaus meistens nicht über die neuesten Techniken und Behandlungsmethoden informiert ist.

Der Focus hat letztes Jahr (die Novemberausgabe) eine Liste der besten Krebskliniken heraus gebracht. Im Internet kannst Du die Ausgabe noch bekommen.

Ich drücke Euch die Daumen und verfluche diese Scheiß-Krankheit!

Grüße
Lara

Nocturna
15.01.2008, 08:59
Liebe Cinderella, das mit deinem Vater tut mir sehr leid. Ich kann gut verstehen, dass du völlig durch den Wind bist. Aber Krebs ist nicht gleich Krebs und dann kommt noch der Faktor Mensch dazu. Es ist alles möglich, nur vom Schlimmsten auszugehen ist eine zu einseitige Betrachtungsweise.

Warte doch einmal ab, wie es dein Vater trägt. Meiner würde von zuviel Zuwendung verflixt knurrig werden, Typ einsamer Wolf. Mein Vater hatte vor einigen Jahren die Diagnose schwarzer Hautkrebs bekommen. Er war damals sehr nachdenklich, aber zu ihm vorgedrungen ist kein Mensch, reden wollte er auch nicht. Er hat das mit sich und dem Doc abgemacht.

Das Einzige, was er erzählt ist, wenn der Doc ihm mal wieder ein Stück Haut entfernt hat. Ob der Krebs streut? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich auch nicht mein Vater. Aber er hat diesen Weg gewählt und es steht mir nicht zu, einen alten Menschen davon abzubringen, abgesehen davon scheint es ihm wirklich gut zu gehen. Mittlerweile hat er sich als Ziel gesetzt, seinem Enkel mit 18 ein Auto zu schenken. Zur Info, mein Sohn ist 10 und mein Vater ist 84 Jahre, das Ziel ist also durchaus anspruchsvoll.

Wenn dein Vater Hilfe annehmen möchte, dann kannst du ihm sie natürlich geben. Frag ihn doch einfach danach, ob er öfter Besuch wünscht. Du musst diesen Schock aber erstmal verdauen, lass dir Zeit damit und gib diese Zeit auch deinem Vater. Dass du in diesem Zustand keine Lust hat auf Urlaub ist auch klar. Aber das Leben, bis auf die ganz krassen Fälle, verlischt nicht in solch kurzer Zeit, es gibt keinen Grund in Hektik zu verfallen. Ich habe einen Bekannten mit Leukämie, auch der ist zuversichtlich und wir haben ganz normale Themen, wenn wir uns treffen.

Wenn du dich erstmal gefangen hast, wird dir dieser Urlaub gut tun und ich bin mir fast sicher, dass dein Vater wünscht, dass du für dein Leben Energien tankst.

Alles Gute für euch. :blumengabe:

eli65
15.01.2008, 10:35
Das hast du sehr schön gesagt, liebe Nocturna. Auch ich wünsche von hier aus alles Gute.

Liebe Lara , dir wünsche ich viel Kraft, ich hab im vergangenen Jahr selbst Jemanden im nächsten Umfeld an Krebs verloren, das ist sehr hart und ich kann deine Wut deshalb gut verstehen, Lara. Durchaus. Letztendlich siegte dort auch der Krebs, obwohl der Mensch noch so viel machen wollte. Er war noch weitaus jünger als mein Vater, als er gehen musste und das schockt schon sehr.

Liebe Grüsse und alles Gute,
eli.

Inaktiver User
15.01.2008, 13:48
Hallo,

erst einmal ein Dankeschön für’s Mutmachen und Eure Erfahrungsberichte. Ich hatte eine ziemlich üble Nacht hinter mir, bin immer wieder wach geworden und sah vor meinem geistigen Auge immer das Wort „Krebs“. Aber ich reiße mich zusammen, schließlich brauchen meine Eltern mich jetzt. Am Wochenende werde ich vorbeifahren und hoffe, dass wir bis dahin schon wissen, wie es weitergeht und vor allem, dass die Behandlung jetzt schneller weitergeht als bisher. Inzwischen habe ich auch Gespräche mit Angehörigen von anderen Betroffenen führen können, was mir ein wenig Mut gemacht hat. Ich weiß, dass Krebs heutzutage nicht mehr unbedingt mit dem baldigen Sterben gleichzusetzen ist, aber Angst macht die Diagnose eben doch.

LG, Cinderella

sabinemaria
15.01.2008, 17:13
Liebe Cinderella,

ich möchte Dir ein wenig Mut machen. Meine Mutter bekam vor zwei Jahren die Diagnose Darmkrebs im Frühstadium.

Es war eine harte Zeit mit Bestrahlungen, Chemotherapie, täglichen Fahrten ins Krankenhaus und nicht nur das - meine Mutter ist Witwe (mein Vater starb an Lymphdrüsenkrebs) und hatte niemanden außer meiner Schwester und mir. Wir mussten (und wollten) ihr natürlich beistehen. Aber es war hart. Plötzlich ist man selbst nicht mehr das Kind, das getröstet und aufgebaut werden muss. Sondern man selbst ist derjenige, der Mut zuspricht und Händchen hält und tröstet. ABER: es hat sich gelohnt, meine Mutter gilt als geheilt.

Daher möchte ich Dir hier sagen: Die Diagnose Krebs muss nicht immer ein Todesurteil sein. Und wenn Du sagst, dass die Krankheit noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, stehen ja die Chancen auch noch gut.

Also: Kopf hoch, sei Deinen Eltern - vor allem Deinem Vater - eine Stütze. Du schaffst das. :in den arm nehmen: Du bist jung, Du hast viel Kraft. Ich spreche aus eigener Erfahrung. :smile:

LG Sabine

Paciencia
15.01.2008, 19:36
Liebe Cinderella,

das tut mir sehr leid. Ich kann mich selber noch zu gut daran erinnern, als mein Vater vor 1 1/2 Jahren die Diagnose Magenkrebs bekommen hat. Die ersten Tage war ich total durch den Wind, danach kam bei mir die Informationswut, alles wissen zu wollen, auf. Sehr geholfen hat mir der Krebs Kompass (1. Stelle bei den google Ergebnissen), sowohl fachlich, als auch menschlich.

Die Diagnose Krebs muss wirklich nicht immer ein Todesurteil sein, aber zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass danach nichts mehr so ist wie es war.

Ich kann Dir raten, lass diese Diagnose erst mal sacken, informiere Dich, sei für ihn da und folge Deinem Herzen.

Fühle Dich aber nicht schlecht, wenn Du mal Spass hast (Urlaub). Das würde Dein Vater bestimmt nicht wollen...

Für mich persönlich, wäre es ein Grund gewesen, einen Urlaub abzusagen, wenn die Operation (sie war ziemlich schwierig) in den Urlaubszeitraum gefallen wäre... aber eine solche Entscheidung kannst nur Du ganz alleine treffen.

Viel Glück!!

Paciencia

Inaktiver User
15.01.2008, 19:51
Papi :liebe:

Inaktiver User
15.01.2008, 21:17
Hallo Cinderella,

hier noch ein kleines Mutmacher-Posting. Du schreibst, dass die Heilungschancen bei der Krebserkrankung deines Vaters gut sind, das ist doch schon fast die halbe Miete. Meine Eltern erkrankten beide an Krebs, mein Vater vor ca. 10 Jahren an Prostatakrebs, meine Mutter vor ca. 3 Jahren an Lymphdrüsenkrebs.

Von der Erkrankung meines Vaters erfuhren wir am Tag unserer Rückkehr aus unserem Sommerurlaub. Als wir zuhause anriefen, um uns zurückzumelden, erfuhren wir von meiner Mutter, dass er am Tag vorher eine Prostataentfernung hinter sich gebracht hatte und noch intensiv behandelt wurde. Ich fiel damals wirklich aus allen Wolken, und als ich fragte, warum sie mir dsa denn um Himmels Willen nicht vorher gesagt hatten, sagte sie: Ach du, wir wollten euch den Urlaub nicht mit Sorgen verderben, es ist doch sowieso wie es ist.

Als wir dann im Sommer vor 3 Jahren von der Erkrankung meiner Mutter erfuhren, standen wir auch 2 Wochen vor unserem gebuchten Sommerurlaub, den ich am liebsten abgesagt hätte. Meine Mutter hätte mich geteert und gefedert, wenn wir das getan hätten. Als ich nur erwähnte, dass ich gar keinen Drang mehr nach Urlaub verspürte, versetzte sie mir einen verbalen Tritt in den Hintern, den ich heute noch spüre.

Beide sind übrigens wieder krebsfrei, sie haben es Gott sei Dank geschafft. Meine Mutter muss zwar noch regelmäßig zur Kontrolle, aber bisher waren alle Untersuchungen immer im grünen Bereich. Wir hoffen, dass das auch so bleibt.

Cinderella, sprich mit deinen Eltern und höre darauf, was sie dir sagen. Es kann für sie auch eine zusätzlich Last bedeuten zu wissen, dass ihr wegen dieser Sache auf eure wahrscheinlich verdiente Erholung verzichtet. Und in den Zeiten des Handys und Computers (falls sie einen haben) ist es ja wirklich viel unkomplizierter geworden, auch vom Urlaub aus regelmäßigen Kontakt zu halten und zu fragen, ob alles in Ordnung ist. Zurück nach Hause kommt man zur Not immer.

Alles Gute für deinen Vater. :blumengabe:

LG,
Zuza

Inaktiver User
16.01.2008, 12:56
Ob der Krebs streut? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich auch nicht mein Vater.


Liebe Nocturna,

wie wirst Du auf Dauer mit dieser Ungewissheit fertig? Schafft man es, irgendwann wieder den normalen Alltag zu leben, ohne ständig die Gedanken an die Krankheit im Hinterkopf zu haben?

Für Dich und Deinen Vater auch alles Gute,

LG Cinderella

Nocturna
16.01.2008, 13:33
Liebe Nocturna,
wie wirst Du auf Dauer mit dieser Ungewissheit fertig?
Der Alltag geht weiter und es ist nichts Spektakuläres im Hinblick auf diese Krankheit passiert. Mein Vater geht regelmäßig zum Hautarzt, welcher ihm mit eben solcher Regelmäßigkeit einen Quadratzentimeter Haut an den verschiedensten Stellen herausschneidet. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es innerhalb des Körpers nicht auch zu Wucherungen kommt, aber meinem Vater geht es gut, seit vielen Jahren schon und er ist zufrieden.

Ich werde ihm diese Zufriedenheit nicht nehmen, außerdem hat er jetzt mit 84 auch ein stolzes Alter erreicht, wo man genau unterscheiden muss, was anstrengender ist, die Krankheit oder die Therapie.

Wahrscheinlich ist dein Vater jünger, obwohl meiner auch fast 10 Jahre jünger war, als er seine Diagnose erhalten hat. Bestimmt stehen deinem Vater medizinisch viel mehr Möglichkeiten offen, das ist eine große Chance für ihn.

Mal dir nicht die schrecklichsten Sachen aus. Nicht jede Diagnose hat die schlimmst möglichen Folgen. Meine Mutter hatte vor Jahren einen Schlaganfall und auch bei ihr ist es nicht zum Schlimmsten gekommen, wofür wir sehr dankbar sind. Sie kann heute, mit Einschränkungen, immer noch einkaufen und den Haushalt versorgen. Es wird längst nicht so heiß gegessen wie gekocht wird und ich hoffe sehr, dass das auch bei deinem Vater zutreffen wird. :in den arm nehmen:

Inaktiver User
16.01.2008, 13:41
Liebe Cinderella2007,

auch ich möchte dir ein wenig Mut machen.
Zuerst: ich wünsche natürlich deinem Vater alles, alles Gute und hoffe er ist bald wieder ganz gesund.

Glaub mir: du schaffst es wieder den normalen Alltag zu leben, die Krankheit wird immer da sein, aber es wird Zeiten geben in denen du sie gut verdrängen kannst und auch musst.

Bei mir wars so: 2002 (ich hatte grade ein neue Liebe) wurde bei meiner Mama Krebs festgestellt. Ich war im gleich Dilemma wie du. Sollte ich viel Zeit mir ihr/Familie verbringen oder auch meiner neuen Liebe ein Chance geben???? Ich habe irgendwie versucht beides auf die Reihe zu bekommen. Und das hat mir auch "gut" getan. Ich war immer voller Elan wenn ich bei meiner Mutter war (beseelt von der neuen Liebe) und konnte gut "auftanken" bei meinem neuen Freund (harte Bewährungsprobe für eine junge Beziehung). Wir sind heute noch zusammen und haben ein Kind.
Auch meine neue kleine Familie tut mir sehr gut.
Natürlich "vergesse" ich nie meine Mutter und ihr Krankheit. Aber vieles sieht man in einem anderen Licht. HInzu kommt, daß meine Mutter ja auch noch meinen Papa + Bruder hat, die sich auch immer sehr gut um sie gekümmert haben bzw. noch kümmern.

Bei meiner Mama schauts derzeit so aus: der Krebs ist weg. Aber sie leidet extrem unter den Folgeschäden der Bestrahlungen. Sprich sie hat null Lebensqualität. Woher sie die Kraft nimmt um weiterzumachen, weiß ich nicht. Aber ich denke wohl, der gute Beistand ihrer Lieben gibt ihr sehr sehr viel.

Schau auf dich. Nur wenns dir gut geht, kannst du auch den Schmerz deiner Familie mittragen. Tu dir Gutes. Habe kein schlechtes Gewissen.

Alles, alles Liebe

Brumme

Wandervogel
21.01.2008, 21:06
Hallo!

Als mein Vater damals an Krebs erkrankt war, war ich durch den Wind und bekam mein Leben nicht mehr richtig geregelt.
Aber nach und nach normalisierte sich das wieder, da mein Leben weitergehen MUSSTE.
Ich war ständig in Gedanken bei meinem Vater, telefonierte oft mit mener Mutter um über seinen Gesundheitsstand informiert zu sein.
Es ist ein ständiges Hoffen und Bangen und man fühlt sich wie gelähmt, da man selbst nicht helfen kann.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung raten, versucht die Zeit mit Euren Angehörigen zu genießen, lasst es Euch nicht anmerken, dass ihr so betroffen seid und versucht Euer Leben so weiter zu leben wie ihr es gewohnt seid.

Vor allen Dingen braucht auch Ihr Kraft für die nächste Zeit und ich hoffe, dass Ihr diese schwere Zeit irgendwie schaffen werdet.:blumengabe:

Gruß Wandervogel

Inaktiver User
07.02.2008, 14:59
Hallo,

heute ist die OP. Vor heute Abend soll ich aber nicht im KKH anrufen. Bin schon den ganzen Tag ultranervös. Eigentlich sieht alles ganz gut aus, solange man bei Krebs überhaupt davon reden kann, dass irgendwas "gut" ist. Aber Gewissheit haben wir erst heute Abend, ob wirklich alles entfernt werden konnte und der Krebs sich nicht doch weiter ausgebreitet hat, als gedacht.

Leider habe ich heute im Büro fast nichts zu tun, so versuche ich schon seit Stunden, mir hier im Forum abzulenken. Zum Glück ist bald Feierabend.

LG, Cinderella

Inaktiver User
22.02.2008, 22:28
:in den arm nehmen:

Inaktiver User
23.02.2008, 09:30
Liebe Aneta,

:in den arm nehmen: es wird eine schwere Zeit und Du musst stark sein. Wie nimmt Dein Vater seine Krankheit auf?

Mein Vater wurde inzwischen operiert. Der Krebs war schon schlimmer als zuerst gedacht. Ich habe Angst. Meine Gedanken kreisen ständig um das Thema. Und ich bin wütend. Die Ärzte haben seit der ersten Vermutung, dass es Krebs ist bis endlich gehandelt wurde, ein Jahr verstreichen lassen. Seine Werte wurden erst kurz vor der OP immer schlechter. Ich habe jetzt immer im Kopf, hätte man schneller gehandelt, wäre es jetzt nicht so schlimm.

LG, Cinderella

Inaktiver User
24.02.2008, 20:05
Hallo Cinderella,

meine Mutter ist vor 8 Jahren an Krebs erkrankt und hat diesen lieder nicht überlebt! Ich bin manchmal fast verrückt geworden, weil ich dachte dass die ganzen Behandlungen schneller und effektiver sein müßten, habe aber das große Glück ein Arzt im Freundeskreis zu haben, der mir begleitend immer alles genau erklärt hat.

Ich kann dir nur raten, sprich selbst mit den Ärzten, lass dir erklären warum so ein großer Zeitraum zwischen Diagnose und Handlung besteht, du wirst sehen, die werden dir das genau und ruhig erklären! Und wenn nicht, dann holt eine zweite Meinung von einem Arzt ein, das beruhigt!

Was mir sehr geholfen hatte, ich bin fast immer mit meiner Mutter zum Arzt, ich wollte wissen, was gesprochen wird, denn meine Mutter hätte mir das nie so wiedergeben können - sie blockierte!

Wünsch euch alles Gute, viel Kraft und Kampfeswillen!!!!:blumengabe:

Neuanfang
02.03.2008, 20:55
Liebe Cinderella,

ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Liebe :blumengabe:. Aber wichtig ist bitte auch, dass Du die Erkrankung Deines Vaters nicht zu sehr an Dich heranlässt. Um ihm besser beizustehen.

Deine Gefühle und Angst kenne ich gut. Es würde Dich vielleicht erstaunen, zu erfahren, dass die Betroffenen in vielem viel weniger Angst haben. Sie gehen mit der Situation ganz anders um. Diese ist nunmal so - also lebt man damit, Punkt. Richtig!

Es hat auch keinen Sinn, Dich selbst verrückt zu machen. So schwer es ist: Zuversicht ist angesagt. Auch der Gedanke, "er/sie wird damit fertig werden". Werden sie auch. Du kannst nichts abnehmen.

Es tut sehr weh, ja. Manchmal lähmt es schier. Es hat manches mal was von entsetzlich. Aber - und auch das tröstet, finde ich - der Betroffene sieht dies manchmal sehr anders als wir, die wir begleiten.

Begleiten ist schwer.
Ich weine auch oft.


Neuanfang

roo81
11.03.2008, 22:16
Mein Vater wurde inzwischen operiert. Der Krebs war schon schlimmer als zuerst gedacht. Ich habe Angst. Meine Gedanken kreisen ständig um das Thema. Und ich bin wütend. Die Ärzte haben seit der ersten Vermutung, dass es Krebs ist bis endlich gehandelt wurde, ein Jahr verstreichen lassen. Seine Werte wurden erst kurz vor der OP immer schlechter. Ich habe jetzt immer im Kopf, hätte man schneller gehandelt, wäre es jetzt nicht so schlimm.

LG, Cinderella

Liebe Cinderella,

lass dich erstmal drücken :in den arm nehmen:

Bei meiner Mutter wurde im Sommer 2006 bei einer Not-Op Krebs festgestellt. Relativ weit fortgeschritten, aber keine Metastasen. Trotzdem ging es mir die erste Zeit so schlimm wie noch nie. Ich konnte an nichts anderes denken, hatte unglaubliche Verlustängste (ich bin Mitte 20). Man gewöhnt sich mit der Zeit an die Situation, an die Angst. Bis nach Abschluss der Chemo (Anfang 2007) habe ich das Thema Krebs aber eigentlich nie vergessen, irgendwas war immer. Ich habe auch einen riesigen Informationsbedarf (auch bei anderen Themen) und habe ich mich konstant in verschieden Foren informiert (der schon genannte Krebs Kompass ist sehr gut!).

Seit Abschluss der Therapie geht es meiner Mutter wieder sehr gut, sie arbeitet wieder voll. Alle Nachuntersuchungen sind für uns positiv verlaufen, gerade heute war wieder eine. Meine Mutter betrachtet sich denke ich als geheilt, auch die Ärzte sind (wieder) positiv eingestellt.

Mir geht es auch viel besser, vor den Nachuntersuchungen bin ich allerdings oft ein Nervenbündel. Bei der letzten Blutuntersuchung wurde ein Wert festgestellt der auf einen Rückfall hindeutet. Ich habe den ganzen Tag (auf der Arbeit!) im Internet verbracht und recherchiert. Es stellte sich heraus, dass nur falsch gemessen wurde... Hat mich ganz schön fertig gemacht.

Ich arbeite noch daran mit noch mehr Gelassenheit mit dem Thema Krebs umzugehen. Ich denke ein großes Problem in der Gesellschaft ist die Assoziation Krebs = Tod, obwohl das so einfach auf keinen Fall stimmt. Es gibt andere (schlimme) Krankheiten, Unfälle, man hat nie Gewissheit dass man morgen noch da ist.

Ich merke, ich könnte hier noch seitenlang weiterschreiben...

Ich hoffe meine Schilderungen helfen dir etwas, machen dir Mut! Darüber reden oder schreiben hilft auf jeden Fall!

Ich wünsche dir und deinem Vater alles Gute!

Mausezahn2008
17.03.2008, 13:39
Cinderella,
ich wünsche Dir und Deinem Vater ebenfalls alles erdenklich Gute,und ich hoffe, dass es ihm inzwischen besser geht.

crocus53
13.04.2008, 22:53
Bei meinem Vater wurde vor 13 Jahren ein ganz aggressiver Nierenkrebs festgestellt. Die Niere wurde entfernt. Er hatte eine sehr gesunde Einstellung, auch durch uns Kinder: Schau nach vorne und lebe das Leben. Er hat alle Therapien abgelehnt.

Mein Vater ist völlig gesund geworden, inzwischen 82.

Die Einstellung, dass Angst untauglich ist, um gesund zu werden, hat er immer wieder betont. Wenn ein Arzt anfing, ihn zu überreden zu wollen, hat er demonstrativ die Praxis verlassen mit den Worten: was Sie von mir verlangen, macht mich nur krank. Sie wollen mich verbrennen oder vergiften....

Ich halte es für keine gute Idee, sich als Angehöriger "nichts anmerken zu lassen". Es ist besser, denjenigen stark zu machen, Bücher zu überreichen, von Menschen, die ihre Geschichte aufgeschrieben haben, wie sie wieder gesund geworden sind. Bestärken, dass es einen inneren Teil gibt, der in der Lage ist, die Ordnung wieder herzustellen. Visualisierungen zu üben, evtl. über einen Onko-Psychologen.

Angst hat eine schlechte Energie, die kann unbewußt übertragen werden.

Das geht auch vorbei - der Gedanke läßt zu, die Sache bereits als positiv überstanden zu betrachten und den Blick wieder nach vorne zu richten, statt sich dafür zu entscheiden ( es ist eine Entscheidung !! )den Gedanken zu denken: hoffentlich hilft dies oder das oder was sagen die Ärzte. Damit übergibt man Dingen die Macht, statt selbst zu steuern....

Inaktiver User
13.04.2008, 22:59
nach meiner erfahrung (mutter zwölf jahre lang krebs gehabt, mittlerweil eist sie tot. un des war eine erlösung) gibt es zwei arten mit krebs bei einem nahen angehörigen umzugehen: alles an informationen aufsaugen oder verdrängen.

ersteres war meine art und die art meiner mutter, mit der krankheit umzugehen. es hat uns sehr nah zueinander gebracht.

denen, die auf die gleiche art mit dem schmerz umgehen sei vor allem [werbelink gelöscht: bitte keine direktverlinkungen zu amazon usw!] empfohlen. (falls das ein werbelink ist und jemand es trotzdem haben will: 'es wird mir fehlen das leben' von ruth picardie)

_Beate_
13.04.2008, 23:05
Ich denke mal, bei z.B. Krebs (wie überhaupt Krankheiten) muss jede/r seinen eigenen Weg finden. Es gibt nichts Allgemeingültiges.

Inaktiver User
13.04.2008, 23:08
ja, beate (:blumengabe:) ich meine auch.

daher ja auch der hinweis, für die die wissen möchten, wie andere damit umgehen - sei das buch empfohlen.

(ich habs damals mit meiner mum gelesen. wir haben beide rotz und wasser geheult, aber es half. irgendwie.)

_Beate_
13.04.2008, 23:13
ja, beate (:blumengabe:) ich meine auch.

daher ja auch der hinweis, für die die wissen möchten, wie andere damit umgehen - sei das buch empfohlen.

(ich habs damals mit meiner mum gelesen. wir haben beide rotz und wasser geheult, aber es half. irgendwie.)

Huch! Ich hab mich im Strang vertan. Weil in MissP.s Strang auch gerade das Thema ist, dachte ich, ich würde da antworten :knatsch:

Trotzdem: ändert ja nichts an der Antwort :smile:

Ich konnte erst eine ganze Weile nach meiner Erkrankung darüber lesen. Währendessen wollte ich nichts davon wissen.

Dass das bei Dir und Deiner Mutter ging, finde ich aber klasse! :blumengabe:

Inaktiver User
13.04.2008, 23:18
Huch! Ich hab mich im Strang vertan. Weil in MissP.s Strang auch gerade das Thema ist, dachte ich, ich würde da antworten :knatsch: :freches grinsen:



Ich konnte erst eine ganze Weile nach meiner Erkrankung darüber lesen. Währendessen wollte ich nichts davon wissen.

Dass das bei Dir und Deiner Mutter ging, finde ich aber klasse! :blumengabe:

ich find da halt: es gibt eben 'sone' und 'solche' und beides ist okay. meine waffe gegen die angst war imme rdas wissen. meiner mutter ging es genauso.

meine schwester dagegen wollte nichts davon wissen, nichts hören, das tat dem verhältnis zwischen ihr und unserer mutter nicht so gut. :knatsch:

na, wie gesagt: ich denke, da gibt es kein 'richtig' und kein 'falsch'. man muss versuchen das zu schultern, das schafft man - bei angehörigen- manchmal gemeinsam, manchmal auch nicht. das ist schade, traurig - aber kein grund für vorürfe in irgendwelche richtungen.

*dir gehts aber wieder gut, oder?*

_Beate_
13.04.2008, 23:22
Naja - ich hatte immer Angst, dass ich etwas lese, was mich runterzieht und meine Angst verstärkt. Dafür haben andere für mich gelesen und mir die "guten Dinge" erzählt :smile:

Mir geht es gut und ich bin gesund (sag ich so, fühl ich so). Offiziell *geheilt* wohl aber erst in vier Jahren.

Inaktiver User
13.04.2008, 23:26
Mir geht es gut und ich bin gesund (sag ich so, fühl ich so). Offiziell *geheilt* wohl aber erst in vier Jahren.

*daumendrück* du packst das!!

(und wenn ich dir mal was positives erzählen soll: sag bescheid!)

_Beate_
13.04.2008, 23:28
(und wenn ich dir mal was positives erzählen soll: sag bescheid!)

:lachen: Danke! :blumengabe:

Inaktiver User
13.04.2008, 23:28
:lachen: Danke! :blumengabe:

aber hallo. ist doch klar; und ernst gemeint!! :wangenkuss:

_Beate_
13.04.2008, 23:30
aber hallo. ist doch klar; und ernst gemeint!! :wangenkuss:

Kam auch so an! :zwinker:

roo81
14.04.2008, 21:20
Ich halte es für keine gute Idee, sich als Angehöriger "nichts anmerken zu lassen". Es ist besser, denjenigen stark zu machen, Bücher zu überreichen, von Menschen, die ihre Geschichte aufgeschrieben haben, wie sie wieder gesund geworden sind. Bestärken, dass es einen inneren Teil gibt, der in der Lage ist, die Ordnung wieder herzustellen. Visualisierungen zu üben, evtl. über einen Onko-Psychologen.

Ich habe meiner Mutter auch ein Buch von Simonton geschenkt, in ihrer Selbsthilfegruppe ist Visualisierung auch ein Thema. Man muss für soetwas aber auch aufnahmefähig, interessiert sein.




Angst hat eine schlechte Energie, die kann unbewußt übertragen werden.



Angst ist ein angeborenes, natürliches Gefühl. Ein zuviel an Angst ist sicher ungesund, aber Angst nur als schlechte Energie darzustellen finde ich falsch. Man kann Angst nicht einfach abstellen, schon gar nicht wenn die Möglichkeit besteht, einen geliebten Menschen zu verlieren. Durch Aussagen wie deine fühle ich mich unter Druck gesetzt, bekomme ein schlechtes Gewissen. Sowohl der Kranke als auch seine Familie, Freunde dürfen durchaus auch mal schwach sein, Angst haben. Es hört sich bei dir fast so an, als bräuchte man nur an die Genesung zu glauben und dann wird sie auch geschehen. Der Umkehrschluss wäre ja dann, dass alle die gestorben sind, selbst schuld sind, weil sie nicht genug "visualisiert" bzw. positv gedacht haben. Habe ich dich da richtig verstanden?

crocus53
14.04.2008, 23:18
Es hört sich bei dir fast so an, als bräuchte man nur an die Genesung zu glauben und dann wird sie auch geschehen. Der Umkehrschluss wäre ja dann, dass alle die gestorben sind, selbst schuld sind, weil sie nicht genug "visualisiert" bzw. positv gedacht haben. Habe ich dich da richtig verstanden?
Na, unendlich leben wird niemand.

Aber allein das Wort Krebs ist mit so viel Stress und vielleicht sogar mit qualvollem Tod besetzt, dass der Gedanke nicht ins Übergewicht geraten darf. Das ist gefährlich, weil er sicherlich eher zum Tode führt als der Gedanke einer bereits erfolgten Genesung.

Ich war auch einmal tödlich erkrankt, man ist in der einen Sekunde himmelhochjachzend, in der nächsten fällt man in ein tiefes Loch. Aber ich habe im Geiste (mir fehlende) Blutzellen produziert, stundenlang. Und sie haben sich gebildet, der Unterkiefer des Profs hängt immer noch runter. Der hatte so etwas noch nicht erlebt....

Simontons Methode ist sehr wirksam. Ich wurde aktiv. Für mich wäre es damals geradezu unanständig gewesen, mit 36 den Löffel abzugeben (heute bin ich 54).

Ärzte sind an die Standardkriterien gebunden, ob sie individuell gesehen sinnvoll sind oder nicht. Auf jeden Fall sind sie rechtlich gesehen auf der richtigen Seite - und es ist auch ein sehr angenehmer finanzieller Vorteil für ein Krankenhaus, einen Patienten mit Krebs zu behandeln. Damit kann man sehr gut verdienen.....

Meine Freundin (45) erkrankte letztes Jahr an Brustkrebs. Man wurde richtig böse, als sie Chemo-und Strahlentherapie ablehnte. Sie hat den Tumor entfernen lassen, das wars.

Jetzt, nach der 2. Nachsorgeuntersuchung sagte die Ärztin, die Ergebnisse sind wunderbar. Kein Anhalt irgendeiner Tumorzelle. Und sie sagte, die verweigerten Therapien hätten in keiner Weise eine Garantie dafür geliefert, den Krebs zu besiegen. Hier ist eine Lebensqualität geschenkt worden, die es nachweislich mit den Therapien so nicht gegeben hätte.

Meine Freundin hat auch visualisiert. Ihr gefiel die Vorstellung, dass sich Raupen an Tumorzellen dick und satt fressen um dann, wenn alle Zellen weg sind, als Schmetterlinge fortzuflattern. Sie sagt heute noch, dass sie sich wie befreit fühlte, es brauchte eine Zeit, aber dann wußte sie genau, es gibt keine Krebszelle mehr im Körper.

Inaktiver User
14.04.2008, 23:27
....

Inaktiver User
03.05.2008, 14:11
Hallo,

mein Vater ist jetzt 52 Jahre alt und an Magenkrebs im fortgeschrittenen Stadium erkrankt. Operabel ist der Tumor nicht - er ist zu groß. Die Ärzte wollen jetzt eine Chemo machen.

Wie verhält man sich am besten???