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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossiertalk: Alleinerziehende - von der Gesellschaft im Stich gelassen



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BRIGITTE Community-Team
11.01.2008, 16:37
Liebe Userinnen,

egal, ob es um Gesetze, Geld und Gerechtigkeit geht - alleinerziehende Mütter werden von der Gesellschaft regelmäßig vergessen und verraten. Ein Skandal, findet BRIGITTE, und hat diesem Thema (http://www.brigitte.de/frau/familie/dossier-alleinerziehend/index.html)ein großes Dossier gewidmet.
Was haben Sie erlebt? Fühlen Sie sich auch von der Gesellschaft im Stich gelassen? Was wünschen Sie sich von der Politik?

Einen spannenden Austausch wünscht Ihnen
Ihr Brigitte.de-Team

beates
13.01.2008, 11:40
Liebe Brigitte,
ich bin seit 12 Jahren alleinerziehend. Mein Sohn ist 16 und meine Tochter 13. Gott sei Dank habe ich einen sehr familienfreundlichen Arbeitgeber, ich bin Beamtin. Bis meine Kinder 12 Jahre alt waren, standen mir pro Kind 20 Krankheitsbetreuungstage zu, die ich auch problemlos in Anspruch nehmen konnte. Um die Schulferien abdecken zu können, konnte ich mich ca 4 Wochen im Jahr unbezahlt beurlauben lassen und mit dem Jahresurlaub konnte ich die ganzen Schulferien zuhause sein. Teilzeitarbeit ist in allen Modellen möglich (von 0, 25 bis 0,9 alle Variationen). Mittlerweile kann ich auch einen Teil meiner Arbeit vom Telearbeitsplatz aus erledigen, somit muss ich mich nicht mehr beurlauben lassen.
Aber ohne Netzwerk von Nachbarn ginge trotzdem nichts. An der Schule gibts bei uns seit 10 Jahren Mittagsbetreuung bis 14.00 Uhr, lange Kindergartengruppen etc. Karriere blieb als Teilzeitbeschäftigte allerdings auf der Strecke. Der Vater der Kinder hat immer pünktlich bezahlt und die Kinder 2 Wochenenden im Monat zu sich geholt. Uns geht es finanziell nicht schlecht, aber in meinem Bekanntenkreis gibt es viele Frauen, die nicht so einfach wieder in den Beruf zurück konnten (oft erfolgte die Trennung nach 10 und mehr Ehejahren) und die heute auch große Angst vor dem Alter haben, da sie ja selber nur wenig für ihre Altersversorgung tun konnten. Gerade in meiner Altersgruppe (Jahrgang 1965 und älter) gibt es auf dem Land noch viele Frauen , die wenig für ihre Berufsausbildung getan haben, da man als Frau sowieso heiratet und dann bei den Kindern bleibt. Leider hat sich für viele dieses Modell als Sackgasse erwiesen. Bei der Berufsberatung wird ihnen dann zu verstehen gegeben, dass sie Mitte 40 wohl keine Berufsaussichten mehr hätten, das sie ja nie was getan hätten. Diese Frauen halten sich dann mit Aushilfsjobs einigermaßen über Wasser. Ich denke, dass diesen Frauen im Alter zusätzliche Armut droht. In dem Film "Sommer vorm Balkon" wird deutlich die verzweifelte und hoffnungslose Lage einer alleinerziehenden Mutter dargestellt.

katja_m
13.01.2008, 13:48
Hallo,

vielen Dank, dass dieses Thema endlich einmal so ausführlich und fast lückenlos auf den Punkt gebracht wurde. Das war lange überfällig.

Ich selbst bin 36 J. alt und seit 4,5 Jahren unfreiwillig alleinerziehend. Seit meinem 20. Lebensjahr arbeite ich in Vollzeit (mit einer kurzen Mutterschutz-Pause), da mein Ex-Mann es - auch bisher - nicht geschafft hat, sich einen Beruf auszusuchen, den er dann auch ausübt. Während unserer gesamten Ehezeit war ich Alleinverdienerin, Ehefrau, Mutter, Hausfrau ... und was einem sonst noch so abverlangt wird, so gut es eben ging - teilweise mehr schlecht als recht. Aber der Tag hat nunmal nur 24 Stunden. Dann hat sich mein Ex-Mann entschlossen, uns zu verlassen - als Dank für die vergangenen 9 Jahre, in denen er ein Dach über dem Kopf, immer einen vollen Kühlschrank und zweimal pro Jahr Urlaub hatte ... Und der Dank des Staates für meinen Einsatz für die Familie? Eine schlechtere Steuerklasse, d.h. gut 400 € netto weniger im Monat. Das Ende vom Lied: Ich musste das Haus aufgeben, dass ich für uns gemietet hatte. Das tat mir und vor allem meinem Sohn am meisten weh. Die monatliche Steuerlast, die wir als Alleinerziehende tragen, ist unverhältnismäßig hoch.

Was die Betreuung betrifft: Ohne die Großeltern ginge das alles überhaupt nicht. Sie verlangen kein Geld für ihre Mühen und Zeit, betreuen meinen Sohn 5 Tage die Woche nach der Schule (5 Tage die Woche von morgens bis abends als Baby, 5 Tage die Woche nach dem Kindergarten bis zum 5. Lebensjahr), machen Hausaufgaben, lernen für Arbeiten, fahren ihn von hier nach da und von da nach dort und betreuen ihn ebenfalls einen großen Teil in den Schulferien. Bei meinem Jahresurlaub von 31 Tagen lässt sich gerade einmal die Hälfte der Ferien auffangen. Das Unglaublichste: Sie machen alles unentgeltlich! Und wer dankt es ihnen, die nun fast 70 Jahre alt sind und eigentlich ihre Rentenzeit genießen und leben sollten? Leider niemand - außer mir und meinem Sohn natürlich.

Durch diese Hilfe, die wir erfahren, ist es uns natürlich möglich, ein vergleichsweise angenehmes Leben zu führen und für unsere Zukunft zu sorgen - sollte es denn für uns mal so etwas wie Rente geben ... Dieses Glück haben leider die wenigsten. Aber die psychische und auch physische Belastung geht manches Mal bis an die absolute Schmerzgrenze.

Sehr gerne habe ich online den Brief an Frau von der Leyen unterschrieben und hoffe, dass wir es schaffen, alleinerziehenden Eltern eine größere Lobby geben zu können. Es muss sich dringend etwas tun.

Herzliche Grüße,
katja_m

Chaoshexe
13.01.2008, 14:05
Hallo

Das ist leider auch mein Thema und dies seit nunmehr bald 5 Jahren.
Bin Alleinerziehende Mutter einer inzwischen 15-jährigen Tochter und da ich in den Jahren meiner Ehe im Familienbetrieb mitgeholfen habe(bis mein Exmann mich durch Jüngere ersetzte), stand ich viele Jahre dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und bin infolgedessen als Frau die schon die 50 erreicht hat ein bissel "aussen vor" jobmäßig.
Betreuungsprobleme hätte ich in der Zeit sowieso gehabt:
Die Großeltern meiner Tochter wohnen sehr weit weg und meine Freundinnen hatten teilweise dieselben Probleme wie ich, es ist keine verlässliche Betreuung von staatlicher Seite gegeben, die Kindergärten und Schulen bieten kein Konzept dafür und wer dann nicht eine "Großfamilie" also Großeltern oder Geschwister ect. in erreichbarer Nähe hat kann den beruflichen Wiedereinstieg die ersten Jahre vergessen.

Fakt ist das ich mich als Dozentin für OT und mit "Aushilfsjobs" im Sozialen Bereich über Wasser halte seitdem und da ich KEINERLEI finanzielle Unterstützung vom Kindsvater (nach der Scheidung war er auf einmal "arm") bekomme bin ich auf Unterstützung angewiesen zur Zeit.
Es kann nur besser werden.

Chaoshexe

lucky1
13.01.2008, 15:26
Katja,
ich hab den online Brief an Frau von der Leyen nicht gefunden.
Hast du mir einen Link??

mir geht es wie Dir;
meine Kids sind 15 und 12 und seit 9 Jahren erziehe ich sie mit meinen Eltern. Die sollten eigentlich ihren Ruhestand genießen, was aber nicht möglcih ist, weil immer irgendetwas, irgendwie ist..
du hast die Service-Leistungen ka schohn aufgezählt.

Mein Ex-Mann macht sich ein gemütliches Leben, holt die Kids wenn er Lust hat, das heißt nichts besseres vor.
Naja wenigstens zahlt er Unterhalt, wo er aber immer wieder versucht neue Kürzungsmöglichkeiten zu finden.

Manchmal würde ich gerne weglaufen, aber das ist ja auch keine Lösung:knatsch:

Also nehm ichs mit schwarzem Humor und hoffe , dass wir AE bald auch mal tatkräftig unterstützt werden;
bzw. steuerlich endlich mal als Familie gelten, denn wir sind schließlich auch eine Ein-Eltern-Familie udn damit viel mehr Belastungen ausgesetzt als "normale" Familien.

Lucky1

lordsofmidnight
13.01.2008, 16:48
Alleinerziehende werden von der Gesellschaft im Stich gelassen? Seit wann denn das? Im Gegenteil, keine gesellschaftliche Gruppe ist so privilegiert, angefangen von gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor der Aufnahme außerhäusiger Erwerbstätigkeit, über vielerlei öffentliche Vergünstigungen bis hin zum kostenlosen staatlichen Inkassoservice für zivilrechtliche Unterhaltsansprüche. Kein Wunder, daß bei der großen Anzahl von Vorteilen die Zahl der Alleinerziehenden stetig steigt.

lucky1
13.01.2008, 17:58
Sorry,

lordsofmidnicht,

ich weiss nicht, woher du diese Infos hast.
1. ich bin unfreiwillig alleinerzeihend geworden--mein Ex-Mann hat sich in meine Freudnin verliebt--die Kids wollte sie aber nicht

2. meinen Unterhalt hab ich selbst eingeklagt und bezahlt, als er mir den Hahn abdrehte--genau als ich arbeitslos wurde

3. Unterstützung bekommen FRauen/Männer , die die Kids betreuen und arbeiten sehr selten (dazu verdienen wir dann doch zu viel :smirksmile: )

ob es so erstrebenswert ist AE zu sein, weiss ich nicht

meine Kids und ich haben Glück, dass Oma und Opa in der Nähe wohnen (dafür mussten meine Kids einen Ortswechsel hinnehmen)

aber ich kenn viele andere Beispiele, wo`s einfach schwierig ist.

und wenn AE so schön ist, warum nimmt dann der /die der geht die Kids nicht gleich mit in die neue Beziehung:knatsch: ;
dann gäb`s gar keine echten AE mehr.

Sicher gibt es --wie überall--Männer und Frauen, die die Vorteile kennen und ausnutzen , aber hier geht es um AE,
die arbeiten, ihre Kids versorgen und neben finanziellen, persönlichen NAchteilen auch noch gesellschaftlich blöd dastehen:peinlich:

in diesem Sinne

ein schönes Rest-WE

Lucky1

Chaoshexe
13.01.2008, 18:52
Alleinerziehende werden von der Gesellschaft im Stich gelassen? Seit wann denn das? Im Gegenteil, keine gesellschaftliche Gruppe ist so privilegiert, angefangen von gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor der Aufnahme außerhäusiger Erwerbstätigkeit, über vielerlei öffentliche Vergünstigungen bis hin zum kostenlosen staatlichen Inkassoservice für zivilrechtliche Unterhaltsansprüche. Kein Wunder, daß bei der großen Anzahl von Vorteilen die Zahl der Alleinerziehenden stetig steigt.

Gehe ich recht in der Annahme das DU ein unterprivilegierter "armer" Mann bist der Unterhalt für seine diversen Kinder aus diversen Ehen ect. Lebensgemeinschaften zahlen darf?
Wenn nicht dann bist du wahrscheinlich ein kinderloser Mensch der keine Ahnung hat was es bedeutet Elternteil zu sein.
Alleinerziehendes Elternteil zu sein um es genau zu definieren.
Bzw. Elternteil das nicht zu den priviliegierten Menschen gehört die sich sehr guten Anwalt leisten können und vor Allem einen "EXPartner" noch dazu der solvent ist.


Es kommt mir sowas an zynisch rüber wie du darüber lamentierst das Alleinerziehende ja so viele Vorteile haben.

Ich und die meisten anderen Alleinerziehenden Frauen die ich kenne müssen mit unsern Kindern leben, OHNE einen Cent Unterhalt für Kind.
WEisst du was ein Kind durchschnittlich im Monat kostet?
Anscheinend nicht.
Weisst du wie dieser Betrag stetig steigt wenn das Kind die Teenagerjahre erreicht?
Anscheinend nicht.
WEisst du wie schwer es ist eine Betreuung zu finden für ein kleines Kind wenn du gerade genug Geld hast um das Kind und dich zu ernähren?
UND da hilft dir niemand.

Wünsche dir das du in diesem schönen neuen Jahr die Chance hast dies zu erfahren.(ist keine Drohung, ich möchte das jeder Mensch der sich so äussert erfährt wie es ist so zu leben:smile:

Chaohexe

anastrophe
13.01.2008, 19:19
Seit nunmehr fast 3 Jahren bin ich auch alleinerziehend. Bevor ich selbst erleben mußte, wie es einem dabei geht, hatte ich auch Vorurteile: die erhalten doch staatliche Unterstützung, günstige Steuerklasse, werden bei der Vergabe von Hort- und Kitaplätzen bevorzugt usw...
Die Wahrheit sieht leider anders aus. Ich stand - Eltern bzw. Großeltern in einer anderen Stadt , keinerlei Verwandtschaft am Ort, kein funktionierendes Netzwerk ( man hatte ja vorher einen Ehemann )- von heute auf morgen mit einem 7-jährigen Kind allein da. Es ist die übliche Geschichte: mein Ehemann hatte sich monatelang mit seiner neuen vergnügt und sich dann entschieden, uns Knall auf Fall zu verlassen. Zum Glück habe ich nie meinen Job aufgegeben und bin daher nicht auf Unterhaltszahlungen für mich angewiesen- die hätte er auch mit allen tricks und Winkelzügen verhindert. So mußte ich binnen kürzester Zeit fulltimejob, Kind, Haus etc.etc unter einen Hut bringen. Ich habe mich überall um Hilfe bemüht: was z. B geschieht, wenn ich krank bin??Wer kümmert sich dann um mein Kind.(Der Vater tut es sicher nicht). Da ich privat versichert bin, gibt es von der Krankenkasse keine Gelder für den Krankheitsfall. Ich bin auf Nachbarn und ein paar Freunde angewiesen, die in ähnlicher Lage sind. Da wird sich die Hilfe dann auf ein warmes Süppchen beschränken. Aber auch sonst mußte ich feststellen: über Allgemeinplätze und warme Worte hinaus gibt es keinerlei praktische Unterstützung!! Es bleiben wieder nur die privaten Netzwerke, die man sehr mühselig aufbauen und erhalten muß. Das trifft auf fast alleLebensbereiche zu.Wie soll man Ferien und schulfreie Tage so zu überbrücken, daß man sein Kind nicht tagelang allein lassen muß? Selbst Sportvereine sind in den Ferien geschlossen. Reisen für KInder - Ferienlager ? Meist schon überbucht. Fortbildung für den Beruf? Wo soll dann für eine Tagungswoche das Kind hin??
Wenn ich so zurückblicke, frage ich mich, wie ich das eigentlich bisher überstanden habe und künftig überstehen soll. Man kommt immer wieder an die Belastungssgrenze. Krankheit des Kindes ? Im höheren Dienst stehen gerade mal 4 Tage zur Verfügung. Ein Spagat, den man nur unter Einsatz von aufgesparten Urlaubstagen wuppen kann. Dabei darf ich mich durchaus noch als privilegiert betrachten. Solange ich nicht ernstlich krank werde, habe ich wenigstens einen guten job und wir müssen nicht auch noch finanzielle Not leiden . Große Sprünge können wir trotzdem nicht machen.Mich ärgert, daß die Männer- insbesondere nach dem desaströsen neuen Unterhaltsrecht-so prima aus aller Verantworung raus sind. Um die Kinder müssen sie sich überhaupt nicht oder nur dann kümmern, wenn es ihnen passt. Finanziellen Ausgleich müssen sie auch nicht leisten. Und das neue Gesetz ermöglicht es ihnen auch noch, nach drei Jahren alle Unterhaltszahlungen an die Ex einzustellen. Vielleicht noch früher hat die Neue ja Nachwuchs. Dann darf er als treusorgender Familienvater dem neuen Kind und seiner Neuen Unterhalt zahlen und kann die erste Familie ganz vergessen. Da er dann mehreren Kindern und seiner Neuen Unterhalt schuldet, fällt das erste Kind bzw. die ersten Kinder in eine niedrigere Stufe in der Düsseldorfer Tabelle.Es bekommt also weniger Unterhalt. Die Ex geht ganz leer aus. Dafür trägt sie die volle Verantwortung für das/die Kinder aus der ersten Beziehung und darf voll arbeiten gehen. Und warum? Nicht etwa, weil damit nichteheliche und eheliche Kinder gleichgestellt werden sollen.! Darüber schreibt kein Zeitungsartikel: Mit diesem Gesetz kreiert sich der Staat ein erhöhtes Steueraufkommen! Alimente für Kinder sind nämlich nicht steuerlich absetzbar - Unterhalt für die geschiedene Ehefrau aber schon! Wenn künftig der Kindesunterhalt vorgeht, also zuerst an die Kinder gezahlt werden muß, nur im Ausnahmefall an die Exfrau, können auch solche Zahlungen an die Ex nicht mehr steuerlich in Abzug gebracht werden. Ergo fließen mehr Steuern an den Staat . Feines Gesetz. Es hat auch noch eine weitere sozialpolitische Folge: die Trennungen und Scheidungen werden weiter zunehmen. Der Mann hat ja kein finanzielles Risiko mehr. Das Gesetz legitimiert ja geradezu durch die Besserstellung der Zweitfamilie das Verlassen der ersten. Jede Frau, die es heute noch wagt, das Hausfrauenmodell zu leben, handelt im Hinblick auf ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder grob fahrlässig.Und daß das Hausfrauenmodell noch immer - Mann verdient, Frau allenfalls dazu - bevorzugt wird, ist bekannt. Wieso wären sonst so viele Alleinerziehende sonst auf staatliche Unterstützung angewiesen??
Meine s Erachtens müßte ein Aufschrei durch die weibliche Bevölkerung dieses Landes gehen, daß Frau von der Leyen zwingt, dieses männerbegünstigende Steuerspargesetz umgehend zu korrigieren oder besser ganz rückgängig zu machen. Es passt auch gar nicht zur der im Zeitgeist hochgelobten Familienorientierung. Wenn man Frauen so benachteiligt, kann man wohl kaum erwarten, daß sie -siehe Elterngeld - mehr Kinder in die Welt setzen und brav zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu betreuen.

ruth_manuela
13.01.2008, 20:30
Hallo,
habe mir gerade die verschiedenen Beiträge im Talk durchgelesen und bin doch immer wieder fasziniert, welchen Eindruck Männer von Alleinerziehenden haben.

Lieber lordsofmidnight man kann Dir an dieser Stelle nur empfehlen, dich mit der Materie einmal etwas genauer zu befassen. Woher Du diese schlauen Sprüch hast, ist mir noch nicht ganz klar. Kann mich diesbezüglich nur an meine Vorrednerin anschließen. Kann es sein, dass Du für Dein Kind/Kinder Unterhalt zahlen musst? Lass Dir an dieser Stelle gesagt sein, dass Kind auch im Jahr 2008 nicht von Luft und Liebe groß werden und Du dafür genauso die Verantwortung zu tragen hast, wie die Mutter der Kinder. :allesok:

An die Brigitte Redaktion ein herzliches Dank für den sehr offenen Artikel. Letztendlich ist es dann doch gut zu wissen, dass man nicht alleine mit Problemen wie Kinderbetreuung, Verlustangst Job und Vereinsamung leidet.

Den Aktionsbrief an Frau von der Leyen finde ich klasse. Habe ihn bereits an Euch übersandt.

Schöne Woche und liebe Alleinerziehende, ich denke den Lohn für alles, was wir jeden Tag aufs neue immer wieder bewegen, bekommen wir mit den Blick in die Augen unserer Kinder :smirksmile:.

Herzlichst
ruth_manuela

.gerrimee.
13.01.2008, 20:45
Kein Wunder, daß bei der großen Anzahl von Vorteilen die Zahl der Alleinerziehenden stetig steigt.

Danke Lord. Ich hab nie verstanden, warum jede zweite Ehe (incl. Beziehungsdunkelziffer) scheitert. Jetzt weiss ich Bescheid. Sie scheitern gar nicht :erleuchtung:

Aber Frau/Mann kann ja gar nicht anders bei all den Vorteilen, von denen Du sprachst!

Vor allem für die Kinder hat das jede Menge Vorteile, nicht wahr?

lordsofmidnight
13.01.2008, 20:45
Gehe ich recht in der Annahme das DU ein unterprivilegierter "armer" Mann bist der Unterhalt für seine diversen Kinder aus diversen Ehen ect. Lebensgemeinschaften zahlen darf?
Wenn nicht dann bist du wahrscheinlich ein kinderloser Mensch der keine Ahnung hat was es bedeutet Elternteil zu sein.
Alleinerziehendes Elternteil zu sein um es genau zu definieren.
Bzw. Elternteil das nicht zu den priviliegierten Menschen gehört die sich sehr guten Anwalt leisten können und vor Allem einen "EXPartner" noch dazu der solvent ist.

Weder noch. Ich bin verheirateter Familienvater, nicht geschieden, nicht getrennt lebend, keine Unterhaltsverpflichtungen.




Es kommt mir sowas an zynisch rüber wie du darüber lamentierst das Alleinerziehende ja so viele Vorteile haben.

Hat es durchaus. Muß es auch wohl haben, sonst würden ca. 2/3 der Trennungen nicht von Frauen ausgehen.



Ich und die meisten anderen Alleinerziehenden Frauen die ich kenne müssen mit unsern Kindern leben, OHNE einen Cent Unterhalt für Kind.


Dann kennst Du die falschen alleinerziehenden Frauen, denn 3/4 von ihnen erhalten Kindesunterhalt vom Vater. Dies steht übrigens im krassen Gegensatz zu den Kindern von alleinerziehenden Vätern, die erhalten zu 80% keinen müden Cent von der pflichtigen Mutter.



WEisst du was ein Kind durchschnittlich im Monat kostet?
Anscheinend nicht.

Doch, ich lebe ja mit Frau und Kind zusammen und finanziere.



Weisst du wie dieser Betrag stetig steigt wenn das Kind die Teenagerjahre erreicht? Anscheinend nicht.


Weiß ich auch. Dies wird ja bei Alleinerziehung auch in der DD-Tabelle mit steigenden Beträgen berücksichtigt.



WEisst du wie schwer es ist eine Betreuung zu finden für ein kleines Kind wenn du gerade genug Geld hast um das Kind und dich zu ernähren? UND da hilft dir niemand.

Stimmt doch gar nicht. In unserer Stadt gibt es sogar Ganztagsbetreuung, bis zu 12 Stunden, auch für kleine Kinder. Auch in kleinen Städten gibt es oft Tagesbetreuung, teilweise kostenlos oder gegen geringe Gebühr, und wenn alle Stricke reißen nimmt man eben die Dienste einer Tagesmutter in Anspruch, die 1,50 Euro pro Stunde kann selbst eine Geringverdienerin gelegentlich finanzieren.

Chaoshexe
13.01.2008, 21:24
Lordichweissnichtwas du lebst anscheinend auf dem Planeten "Trauminsel" aber nicht auf meiner Erde.
Hier gibt es KEINE der von dir beschriebenen Möglichkeiten, und abgesehen davon kenne ich keine Tagesmutter die für 1.50 Euro die Stunde Kinder betreut.
Ausserdem gehöre ich genau wie die anderen Frauen aus meinen Bekanntenkreis (wobei ich ja die falschen kenne) die um ihren Unterhalt für ihre Kinder kämpfen wohl zu der seltsamen Spezies Frauen die von ihren Männern (die mal hier und da am WE den Spasspapa spielen)nachdem sie jahrelang den Familienbetrieb am leben erhalten haben für eine ganz junge Frau verlassen wurden.
Aber ich weiss das es sowas ja in deiner WElT nicht gibt.
Dort gibt es nur intakte christliche Familien und ganz viel sehr böse materiell eingestellt Frauen die ihre lieben netten treuen Ehemänner verlassen, ihnen die Kindererziehung überlassen und dann noch einige 1000 Euro vom EXmann als Unterhalt für sich bekommen um damit ihre Golflehrer, Tennisstunden und Karibik oder DomRepFlirttrips zu finanzieren.

Viel Freude auf deiner Trauminsel, die Welt ist anders.

Chaoshexe

lordsofmidnight
13.01.2008, 22:05
Christlich? Was hat das damit zu tun? Ich bin längst ausgetreten.
Die Traumwelt scheinst Du Dir aufzubauen, nicht ich. Ich bin Realist, halte mich an die Fakten und baue nicht meinen Bekanntenkreis als Regelfall auf, so wie Du es machst.
Die von Dir kolportiere Vorstellung Familienväter würden ihre Familien verlassen um mit einer jüngeren durchzubrennen ist längst Vergangenheit. Dafür sorgt schon das Unterhaltsrecht. Das heutige Modell lautet vielmehr: Frau verläßt ihren Partner, nimmt das Kind mit zu ihrem Lover und stellt Unterhaltsansprüche für sich und das Kind. Das ist die heutige Realität.

Und nochmals zum Kindesunterhalt:

Lt. Bundesregierung zahlen 84% aller unterhaltspflichtigen Mütter keinen einzigen Cent Kindesunterhalt an ihre Kinder. Und das, obwohl heute bereits jeder 6. Alleinerziehende ein Mann ist. Komischerweise hört man aber niemanden dieser Väter jammern, die packen nämlich an und schaffen es auch so. Wie machen die das nur? Vielleicht sollte man Kinder generell nach einer Trennung den Vätern überlassen, wenn doch so viele alleinerziehende Mütter nicht fähig sind für sie zu sorgen?


http://www.fdp-fraktion.de/files/538/AntragUnterhaltsrecht.pdf

Chaoshexe
13.01.2008, 22:16
:ooooh: ich wusste nicht das ICH und meine Tochter plus einige Freundinnen nicht existent sind:ooooh:

Was die Väter angeht muss ich mich hier gerade:fg engel: kaputtlachen...merci für den LAcher am abend.
Was fürn Spass so ein Troll einem bereiten kann...

Chaoshexe

lordsofmidnight
13.01.2008, 22:49
Na, dann bleib eben in Deiner Opferspur, ist auch einfacher...

ahornbaum
14.01.2008, 09:58
Liebe Leute,

ich werde bald 70, war aber auch AE von 2 Kindern. Alle beschriebenen Probleme belasten einen gelegentlich bis zur oder über die Schmerzgrenze, besonders wenn die Kinder dauernd krank sind.Und einem vielleicht gar noch in der eigenen Familie signalisiert wird "Jeder hat es so schwer, wie er es verdient".
Genug davon.
Was es damals aber nicht gab, war der ungeheure Steuerskandal.
Ich bin mir ganz sicher, dass ich in Steuerklasse II mit 2 Kindern oder nachher mit 1 Kind den verheirateten Alleinverdienern (III) gleichgestellt war. Nach dem "Wegfall" der Kinder kam ich selbstverständlich in die Steuerklasse I, völlig ok.

Ich möchte unbedingt wissen, seit wann wir Familien mit nur einem Elternteil steuerlich so viel schlechter behandelt werden als die anderen Familien. SEIT WANN UND WARUM ?? Welche Parteien waren dafür verantwortlich ? Mit welcher Begründung ? Warum gab es keinen Aufschrei in der Bevölkerung ?

Meine ae Tochter muss seit der Trennung von ihrem Ehemann letztes Jahr einen Riesenbatzen an Steuern mehr zahlen, obwohl sie jetzt wesentlich höhere Ausgaben wegen des Kindes hat (erhält übrigens auch keinen Kindesunterhalt).

So, aber nun: Laut "Verband AE Mütter und Väter" läuft eine Musterklage beim Bundesverfassungsbericht wegen dieser Diskriminierung.
Jeder erwerbstätige AE sollte deswegen gegen seine Steuerbescheide Einspruch einlegen. Nur dann kann bei günstigem Ausgang der Klage für den Einzelnen die Regelung rückwirkend gelten.
Ich hoffe, BRIGITTE recherchiert das nochmal genau, so ganz up to date bin ich nämlich nicht mehr und will hier nichts falsches mitteilen.
Liebe BRIGITTE, bitte sofort ran an dieses wichtige Thema !!!

Inaktiver User
14.01.2008, 10:37
Lordichweissnichtwas du lebst anscheinend auf dem Planeten "Trauminsel" aber nicht auf meiner Erde.
Hier gibt es KEINE der von dir beschriebenen Möglichkeiten, und abgesehen davon kenne ich keine Tagesmutter die für 1.50 Euro die Stunde Kinder betreut.
Ausserdem gehöre ich genau wie die anderen Frauen aus meinen Bekanntenkreis (wobei ich ja die falschen kenne) die um ihren Unterhalt für ihre Kinder kämpfen wohl zu der seltsamen Spezies Frauen die von ihren Männern (die mal hier und da am WE den Spasspapa spielen)nachdem sie jahrelang den Familienbetrieb am leben erhalten haben für eine ganz junge Frau verlassen wurden.
Aber ich weiss das es sowas ja in deiner WElT nicht gibt.
Dort gibt es nur intakte christliche Familien und ganz viel sehr böse materiell eingestellt Frauen die ihre lieben netten treuen Ehemänner verlassen, ihnen die Kindererziehung überlassen und dann noch einige 1000 Euro vom EXmann als Unterhalt für sich bekommen um damit ihre Golflehrer, Tennisstunden und Karibik oder DomRepFlirttrips zu finanzieren.

Viel Freude auf deiner Trauminsel, die Welt ist anders.

Chaoshexe

Mir geht es ebenso. Seit über sechs Jahren allein erziehend, keinen Unterhalt für mich oder das Kind gesehen, während der Vater sich zwischen diversen Neuanschaffungen auf Namen der jeweiligen Begleitung und ausgiebigen Auslandsreisen, ein Leben ohne Kind machte.

Weder wenn ich krank war noch wenn das Kind krank war oder Ferien hatte, nicht an Geburtstagen oder Weihnachten kam eine Meldung von ihm, der sich immer wieder beschwerte, dass er zu wenig von seinem Sohn hätte.

Seit ich ihm meinen Sohn nun hinterher fahre - gleiche Stadt - und auch abhole, kann das Kind den Vater sehen, wobei er nicht mehr wirklich mag, da er immer wieder vermittelt bekommt, dass er stört.

Unterhalt für das Kind gibt es nach wie vor nicht und daran hat auch die Beistandschaft nichts geänder, da er es vorzog Teile seiner Einkünfte nicht über die Konten laufen zu lassen.

Meine Privilegien in diesem Land bestehen darin, dass ich voll arbeiten darf, mich "nebenbei" um die Belange meines Sohnes allein kümmern darf und steuerlich behandelt werde, als wäre ich eine Singlefrau mit Hobby "Kind".

Einen Hortplatz bekam ich nur nach viel Aktion mit der Bemerkung, das ich den nur bekomme, weil ich so viel Wind machen würde, ansonsten aber noch längst nicht dran wäre.

Familie vor Ort habe ich nicht, darf dafür aber demnächst zur Mutter-Kind-Kur wegen diverser Erkrankungen, die sich zu einem Burn-out mit reaktiver Depression manifestiert haben

Da kann man sich doch täglich über die vielen Vorteile freuen.

Ich finde es immer toll, wenn Menschen schreiben, die nicht die geringste Idee haben, was allein erziehend bedeutet und sich ein paar Häppchen raus picken, die sie durch Verdrehung der Tatsachen und seltsame realitätsferne Vergleiche zusammen bekommen.

Die Realität der meisten allein erziehenden in diesem Land ist eine andere und darauf noch Hohn auszukippen mag leicht sein, ist aber am Thema vorbei

Lilian

Inaktiver User
14.01.2008, 11:01
Alleinerziehende werden von der Gesellschaft im Stich gelassen? Seit wann denn das? Im Gegenteil, keine gesellschaftliche Gruppe ist so privilegiert, angefangen von gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor der Aufnahme außerhäusiger Erwerbstätigkeit, über vielerlei öffentliche Vergünstigungen bis hin zum kostenlosen staatlichen Inkassoservice für zivilrechtliche Unterhaltsansprüche. Kein Wunder, daß bei der großen Anzahl von Vorteilen die Zahl der Alleinerziehenden stetig steigt.


Das ist GENAU die Art von Beitrag, wegen der ich mich manchmal wirklich über dieses Forum ärgere.

Das hat mit sachlicher Auseinandersetzung null und nichts zu tun, das ist für mich übelste Polemik, der ich mich nicht auch noch hier aussetzen will.

So kann man nicht diskutieren, und ich möchte sowas einfach nicht hier lesen müssen.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:02
Die Realität der meisten allein erziehenden in diesem Land ist eine andere und darauf noch Hohn auszukippen mag leicht sein, ist aber am Thema vorbei

Lilian

Die Realität der meisten alleinerziehenden Mütter sieht so aus, daß sie -im Gegensatz zu alleinerziehenden Vätern- weit überwiegend Kindesunterhalt erhalten. Viel öfter auch Nachtrennungs-Unterhalt für sich selbst.
Tatsache ist weiterhin, daß eine durchschnittliche Alleinerziehende ca. 1250 Euro pro Monat zur Verfügung hat, siehe den offiziellen Armutsbericht.
Weiterhin sind die meisten alleinerziehenden Mütter nicht Opfer von Männern die sie verlassen haben, sondern haben selber diese Lebensform für sich gewählt.

Das ist alles kein Hohn, das sind Fakten, auch wenn sie nicht jederm schmecken.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:04
Das ist GENAU die Art von Beitrag, wegen der ich mich manchmal wirklich über dieses Forum ärgere.

Das hat mit sachlicher Auseinandersetzung null und nichts zu tun, das ist für mich übelste Polemik, der ich mich nicht auch noch hier aussetzen will.

So kann man nicht diskutieren, und ich möchte sowas einfach nicht hier lesen müssen.

Nun, wenn Du diese Fakten ignorierst - Dein Problem. Ein Verbot darauf hinzuweisen gibt es IMHO noch nicht...

Inaktiver User
14.01.2008, 11:06
Die Realität der meisten alleinerziehenden Mütter sieht so aus, daß sie -im Gegensatz zu alleinerziehenden Vätern- weit überwiegend Kindesunterhalt erhalten. Viel öfter auch Nachtrennungs-Unterhalt für sich selbst.
Tatsache ist weiterhin, daß eine durchschnittliche Alleinerziehende ca. 1250 Euro pro Monat zur Verfügung hat, siehe den offiziellen Armutsbericht.
Weiterhin sind die meisten alleinerziehenden Mütter nicht Opfer von Männern die sie verlassen haben, sondern haben selber diese Lebensform für sich gewählt.

Das ist alles kein Hohn, das sind Fakten, auch wenn sie nicht jederm schmecken.

Du stellst hier etwas gegenüber, das vielleicht in einem Väterforum nett zu lesen ist, aber an der Realität der hier schreibenden und auch überwiegend in Deutschland mit Problemen kämpfenden Mütter vorbei geht.

Lad Deinen Dreck doch andernorts ab.

Ich habe diese Summen nicht zur Verfügung und kenne auch in meinem gut ausgebildeten Umfeld keine allein erziehende Mutter, die so kalkulieren könnte. Die meisten leben trotz Arbeit und in Ermangelung von Unterhalt an der Grenze des Machbaren.

Ich empfinde Deinen Beitrag als Häme und unsinnig in diesem Forum und würde Dich bitten einen geeigneteren Ort zu finden, als hier, denn ich brauche keine allein erziehenden Väter hier vorgeführt zu bekommen, denen es angeblich so viel schlechter geht.

Danke für Dein Verständnis

Lilian

Inaktiver User
14.01.2008, 11:07
Nun, wenn Du diese Fakten ignorierst - Dein Problem. Ein Verbot darauf hinzuweisen gibt es IMHO noch nicht...

Es gibt aber so etwas wie Taktgefühl für den richtigen Ort und die richtigen Ansprechpartner.

Inaktiver User
14.01.2008, 11:09
Du stellst hier etwas gegenüber, das vielleicht in einem Väterforum nett zu lesen ist, aber an der Realität der hier schreibenden und auch überwiegend in Deutschland mit Problemen kämpfenden Mütter vorbei geht.

Lad Deinen Dreck doch andernorts ab.

Ich habe diese Summen nicht zur Verfügung und kenne auch in meinem gut ausgebildeten Umfeld keine allein erziehende Mutter, die so kalkulieren könnte. Die meisten leben trotz Arbeit und in Ermangelung von Unterhalt an der Grenze des Machbaren.

Ich empfinde Deinen Beitrag als Häme und unsinnig in diesem Forum und würde Dich bitten einen geeigneteren Ort zu finden, als hier, denn ich brauche keine allein erziehenden Väter hier vorgeführt zu bekommen, denen es angeblich so viel schlechter geht.

Danke für Dein Verständnis

Lilian

:blumengabe:

Wobei ich an sachlicher Auseinandersetzung auch aus männlicher Warte durchaus interessiert bin, und gerne auch über die Probleme alleinerziehender Väter zu sprechen bereit bin.

Aber LOM geht es nur darum, die Leistung alleinerziehender Mütter auf mieseste Art und Weise herabzuwürdigen, und das verbitte ich mir.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:10
Es gibt aber so etwas wie Taktgefühl für den richtigen Ort und die richtigen Ansprechpartner.

Richtig. Und zum Taktgefühl gehört auch die Meinung des anderen nicht als "Dreck" zu bezeichnen, so wie Du...

Inaktiver User
14.01.2008, 11:11
:blumengabe:

Wobei ich an sachlicher Auseinandersetzung auch aus männlicher Warte durchaus interessiert bin, und gerne auch über die Probleme alleinerziehender Väter zu sprechen bereit bin.

Aber LOM geht es nur darum, die Leistung alleinerziehender Mütter auf mieseste Art und Weise herabzuwürdigen, und das verbitte ich mir.

Wenn hier ein allein erziehender Vater schriebe, wäre das etwas anderes. Hier aber über allein erziehende Mütter abzuziehen, nur um sie abzukanzeln, halte ich für blanke Bosheit und sehe es lediglich als Provokation, die dem Thema nicht dienlich ist und angreifen soll und dagegen verwahre ich mich.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:11
:blumengabe:

Aber LOM geht es nur darum, die Leistung alleinerziehender Mütter auf mieseste Art und Weise herabzuwürdigen

Ähm, von den Leistungen der Alleinerziehenden war hier bisher überhaupt nicht die Rede, also wurde da von mir auch nix herabgewürdigt.

Inaktiver User
14.01.2008, 11:12
Richtig. Und zum Taktgefühl gehört auch die Meinung des anderen nicht als "Dreck" zu bezeichnen, so wie Du...

Du bist doch laut Deiner Aussage nicht mal allein erziehender Vater. Was soll das also anderes sein, als ein Kübel Dreck, den Du hier über Mütter auskippst?

Inaktiver User
14.01.2008, 11:15
Ähm, von den Leistungen der Alleinerziehenden war hier bisher überhaupt nicht die Rede, also wurde da von mir auch nix herabgewürdigt.

Nur damit du es begreifst: ich möchte mich mit dir nicht auseinandersetzen. Im 19. Jhdt hätte ich gesagt: du bist nicht satisfaktionsfähig.

Du bist hier einfach nicht erwünscht.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:16
Du bist hier einfach nicht erwünscht.

Du auch nicht.

Inaktiver User
14.01.2008, 11:16
Du auch nicht.

:freches grinsen:

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:17
Du bist doch laut Deiner Aussage nicht mal allein erziehender Vater. Was soll das also anderes sein, als ein Kübel Dreck, den Du hier über Mütter auskippst?


Ich habe Fakten genannt. Warum setzt Du Dich nicht damit auseinander, anstatt Dich über meinen Status aufzuregen?

Inaktiver User
14.01.2008, 11:18
Ich habe Fakten genannt. Warum setzt Du Dich nicht damit auseinander, anstatt Dich über meinen Status aufzuregen?

Du bist unglaublich und empfinde solche Handlungsanweisungen als Frechheit.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:24
Du bist unglaublich und empfinde solche Handlungsanweisungen als Frechheit.


Dann mein Rat auch an Dich:

Ignoriere Fakten und Meinungen anderer, damit Du weiterhin in der bequemen Opferspur der "armen alleinerziehenden Mutter" fahren kannst. Ist bequemer, erspart das Nachdenken und man hat ein klares Feindbild.

Tahnee
14.01.2008, 11:32
lom, Dein Ton ist mal wieder völlig unangebracht.

BRIGITTE Community-Team
14.01.2008, 11:32
Dann mein Rat auch an Dich:

Ignoriere Fakten und Meinungen anderer, damit Du weiterhin in der bequemen Opferspur der "armen alleinerziehenden Mutter" fahren kannst. Ist bequemer, erspart das Nachdenken und man hat ein klares Feindbild.

lordsofmidnight, bitte eröffenen Sie doch einen neuen Strang zu dem Thema, welches Ihnen auf dem Herzen liegt und unterlassen Sie bitte, die Diskussion von der sachlichen Ebene, die hier zu erkennen war, bevor Sie schrieben, auf eine persönlich beleidigende Ebene zu führen.

Das Thema ist vielen Frauen wichtig und wir finden es sehr schade, dass der Erfahrungsaustausch durch Ihre Behauptungen in einen andere Richtung gelenkt wird.

Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team

Inaktiver User
14.01.2008, 11:33
lordsofmidnight, bitte eröffenen Sie doch einen neuen Strang zu dem Thema, welches Ihnen auf dem Herzen liegt und unterlassen Sie bitte, die Diskussion von der sachlichen Ebene, die hier zu erkennen war, bevor Sie schrieben, auf eine persönlich beleidigende Ebene zu führen.

Das Thema ist vielen Frauen wichtig und wir finden es sehr schade, dass der Erfahrungsaustausch durch Ihre Behauptungen in einen andere Richtung gelenkt wird.

Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team


Vielen Dank!

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:34
lordsofmidnight, bitte eröffenen Sie doch einen neuen Strang zu dem Thema, welches Ihnen auf dem Herzen liegt und unterlassen Sie bitte, die Diskussion von der sachlichen Ebene, die hier zu erkennen war, bevor Sie schrieben, auf eine persönlich beleidigende Ebene zu führen.



Ich habe hier niemanden beleidigt, sondern mußte Beleidigungen erfahren.

Tahnee
14.01.2008, 11:38
Das sehen andere hier aber nun mal anders. Also lass es bitte.

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:39
Es geht in diesem Thread doch um die -angebliche- Benachteiligung von alleinerziehenden Müttern.

@ Brigitte-Team

Darf über diese angeblichen Benachteiligungen jetzt hier im Thread diskutiert werden, oder nicht?

Inaktiver User
14.01.2008, 11:43
Allein schon die Benachteiligung zu bestreiten finde ich Provokation genug.

Inaktiver User
14.01.2008, 11:49
lordsofmidnight, bitte eröffenen Sie doch einen neuen Strang zu dem Thema, welches Ihnen auf dem Herzen liegt und unterlassen Sie bitte, die Diskussion von der sachlichen Ebene, die hier zu erkennen war, bevor Sie schrieben, auf eine persönlich beleidigende Ebene zu führen.

Das Thema ist vielen Frauen wichtig und wir finden es sehr schade, dass der Erfahrungsaustausch durch Ihre Behauptungen in einen andere Richtung gelenkt wird.

Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team

Vielen herzlichen Dank :blumengabe:

Inaktiver User
14.01.2008, 11:50
Es geht in diesem Thread doch um die -angebliche- Benachteiligung von alleinerziehenden Müttern.

@ Brigitte-Team

Darf über diese angeblichen Benachteiligungen jetzt hier im Thread diskutiert werden, oder nicht?

Dieser Satz ist eine Frechheit! :knatsch:

Tahnee
14.01.2008, 11:50
Allein schon die Benachteiligung zu bestreiten finde ich Provokation genug.

Das sehe ich genauso. Wenn ich bedenke, wie oft ich gefragt wurde bei der Stellensuche nach der Weiterbildung zur Arzthelferin, was ich denn mache, wenn meine Tochter krank ist. Oder wie oft ich bereits am Telefon runtergemacht wurde, weil ich keinen Schichtdienste machen kann (hatte mich bei Pflegediensten beworben).

Tahnee

Tahnee
14.01.2008, 11:51
Dieser Satz ist eine Frechheit! :knatsch:

Mehr als frech :grmpf: :grmpf: :nudelholz: :nudelholz:

lordsofmidnight
14.01.2008, 11:59
Allein schon die Benachteiligung zu bestreiten finde ich Provokation genug.

Aber Stellung nehmen dazu lehnst Du ab...

Inaktiver User
14.01.2008, 12:03
Aber Stellung nehmen dazu lehnst Du ab...

Wenn ein allein erziehender Vater, der ebenfalls keinen Unterhalt bekommt, sich hier mit den allein erziehenden Müttern austauschen möchte, geht es kaum um solche Sichten, denn es war bis Du hier reingestreut hast, persönlich und es waren Betroffene, die schrieben.

Du willst eine andere Ebene und das paßt nicht zusammen.

Ich vermute mal, Dir ist gar nicht klar, wie übergriffig Du bist.

Tahnee
14.01.2008, 12:08
Ich vermute mal, Dir ist gar nicht klar, wie übergriffig Du bist.

Das vermute ich auch. :knatsch:

Inaktiver User
14.01.2008, 12:10
Das vermute ich auch. :knatsch:

Ansonsten könnte er kaum wie ein Bulldozer vorgehen und dabei auch nicht bei Widerspruch nachlassen.

Ein solches Verhalten ist mir völlig unverständlich. :knatsch:

BRIGITTE Community-Team
14.01.2008, 12:11
Liebe Userinnen,

wir haben die Kommunikation mit lordsofmidnight auf PN-Ebene umgestellt und würden uns freuen, wenn Sie zum Ausgangsthema zurückfinden könnten.

Viele Grüße
das Brigitte.de-Team

Tahnee
14.01.2008, 12:12
Liebe Userinnen,

wir haben die Kommunikation mit lordsofmidnight auf PN-Ebene umgestellt und würden uns freuen, wenn Sie zum Ausgangsthema zurückfinden könnten.

Viele Grüße
das Brigitte.de-Team

:blumengabe: :knicks:

Inaktiver User
14.01.2008, 12:15
Gut, Ausgangsthema: das im Stich lassen der allein erziehenden zeigt sich meiner Meinung nach ganz massiv an der Besteuerung, die keine Chance auf Finanzierung läßt, weil der Unterschied zwischen Single und allein mit Kind minimal ist und Familie in diesem Land nach wie vor Vater, Mutter + Kind ist.

Bislang habe ich die Betreuungskosten wie Kosten für ein teures Hobby, das ich nicht absetzen kann, selbst getragen und auch ansonsten sind die Freibeträge für Kinder lächerlich, sodass viele trotz Arbeit am Existenzminimum krebsen müssen.

Da müsste sich massiv etwas ändern.

Inaktiver User
14.01.2008, 12:48
m.e. ist die situation der alleinerziehenden ein wichtiger grund für viele frauen, "erst mal" auf kinder zu verzichten bzw. die entscheidung für kinder auf die bekannte lange bank zu schieben, die dann zum ende der dreissiger schnell ins nichts führt.

die institutionelle kinderbetreuung ist in deutschland derart schlecht, dass frauen immer noch in viel zu hoher zahl durch ihre kinder aus ihrem job oder zumindest aus ihrer karriere herausgezwungen werden.

bei einer 50%igen trennungsrate kann sich jede vernünftige frau an fünf fingern abzählen, wie hoch das wirtschaftliche risiko ist, das sie eingeht, wenn sie es wagt, kinder zu bekommen - selbst in einer scheinbar sicheren partnerschaft.

daran ändern auch so ärgerliche sperenzchen wie das elterngeld nichts.

die wichtigsten maßnahmen, die ergriffen werden müssen, sind die abschaffung des ehegattensplittings und die einführung eines kindersplittings, die flächendeckende einführung von ganztagsschule, kindertagesstätten und notfallbetreuung. dann müssen mehr teilzeitmodelle her. auch männer sollten teilzeit arbeiten. arbeiten muss überhaupt grundsätzlich mit familie vereinbar werden.

ein punkt, der meiner meinung nach wichtig ist und oft vergessen wird: kinder wurden noch nie nur von einem kernelternpaar großgezogen, sondern immer von der sippe. sippenstrukturen gibt es in den meisten familien aber nicht mehr, oft aufgrund erzwungener mobilität der arbeitnehmer. also müssen andere lösungen gefunden werden.

lordsofmidnight
14.01.2008, 12:49
Wenn ein allein erziehender Vater, der ebenfalls keinen Unterhalt bekommt, sich hier mit den allein erziehenden Müttern austauschen möchte, geht es kaum um solche Sichten, denn es war bis Du hier reingestreut hast, persönlich und es waren Betroffene, die schrieben.

Du willst eine andere Ebene und das paßt nicht zusammen.

Ich vermute mal, Dir ist gar nicht klar, wie übergriffig Du bist.

Nein, ich will überhaupt keine andere Ebene, sondern auf Faktenebene bleiben. Und dazu gehört, daß auch Alleinerziehende wahrnehmen, daß es vielerlei Vergünstigungen für sie gibt. Einige davon habe ich beschrieben. Dies gehört auch zur Wahrnehmung.

Tahnee
14.01.2008, 12:52
lom, bevor Du hier weiter rumzutönst, würde ich mir an Deiner Stelle überlegen, ob das angebracht ist.

Lalique
14.01.2008, 13:00
Was es damals aber nicht gab, war der ungeheure Steuerskandal.
Ich bin mir ganz sicher, dass ich in Steuerklasse II mit 2 Kindern oder nachher mit 1 Kind den verheirateten Alleinverdienern (III) gleichgestellt war. Nach dem "Wegfall" der Kinder kam ich selbstverständlich in die Steuerklasse I, völlig ok.

Ich möchte unbedingt wissen, seit wann wir Familien mit nur einem Elternteil steuerlich so viel schlechter behandelt werden als die anderen Familien. SEIT WANN UND WARUM ?? Welche Parteien waren dafür verantwortlich ? Mit welcher Begründung ? Warum gab es keinen Aufschrei in der Bevölkerung ?
Hallo Ahornbaum,
ich habe mich soeben bei einer alleinerziehenden jungen Kollegin erkundigt.
Sie sagt: Die Steuerklasse II gibt es immer noch für Alleinerziehende, solange noch ein Kind auf der Steuerkarte steht.
ABER... die schlaue Regierung hat diese Steuerklasse selbst stufenweise, so dass es nicht so auffiel! drastisch zu Ungunsten der Alleinerziehenden verändert, so dass es weniger Steuererleichterungen gibt als noch zu "unserer" Zeit - ich war ja auch mal alleinerziehend vor vielen Jahren, als es zwar schon damals sehr ungerecht zuging, aber nicht derart krass!
Als einen Skandal habe ich es schon immer empfunden, dass die Konstellation Mutter oder Vater + Kind/er nicht als Familie gilt!
Nach geltendem Steuerrecht kann ein Maximalverdiener seine Steuern um Beträge runterdrücken, die von den meisten hier gar nicht verdient werden, NUR, weil sie entweder eine Hausfrau oder eine sehr viel weniger verdienende Ehefrau zu Hause haben.
Da brauchen noch nicht mal Kinder vorhanden zu sein!!!
Der Begriff "Familie" sollte IMO nur an Kinder geknüpft werden, bzw. nur solche Konstellationen sollten steuerlich begünstigt werden.
Und auch da müsste es eine Höchstgrenze geben.
Wenn ein Hochverdiener 1500 Euro im Monat weniger Steuern zahlt, weil es sich eine Hausfrau zu Hause bequem macht, dann ist DAS ein Skandal! Auch, wenn das Familieneinkommen eh so hoch ist, dass die Steuerersparnis sowie das Kindergeld - auch das sollte ans Familieneinkommen gebunden werden - gar nicht zum Leben gebraucht, sondern gleich auf Sparkonten für den Nachwuchs gelegt werden.
Warum wird ein solcher Luxus vom Staat finanziert? Weil der Wegfall dieser Privilegien ihre eigenen Reihen treffen würden?
Die Kinderbetreuung in Deutschland ist eine Lachnummer!
Tagesmütter machen meistens um 15 Uhr dicht, ein 12-jähriges Kind fällt sowieso aus allen Betreuungssystemen raus.
Es gibt keinen Hort für Kinder ab 12! Ein Kind ist ab dann ab sofort auf sich gestellt und das in diesem empfindlichen Alter!
WO bleiben endlich die Ganztagsschulen mit guter Freizeitbetreuung?
Die paar Leutchen, die es sich leisten können, können ihre Kinder ja mittags nach Hause kommen lassen zu den Kindermädchen oder zur nicht berufstätigen Mutter.
Summa summarum:
Ich bewundere jede junge Frau, die unter den heutigen Bedingungen Kinder bekommt. Sie muss ein riesengroßes Vertrauen in den Verlauf der Dinge haben.
ICH hätte es wahrscheinlich nicht.

Have a nice day,
Lalique

lordsofmidnight
14.01.2008, 13:06
Der Begriff "Familie" sollte IMO nur an Kinder geknüpft werden, bzw. nur solche Konstellationen sollten steuerlich begünstigt werden.


Ja, richtig. Leider hat bisher keine einzige Regierung den Mut aufgebracht das Ehegattensplitting auf ein Familiensplitting umzustellen. Alle 5 Jahre taucht das Thema wieder auf, bevor es wieder zu den Akten gelegt wird.

Zur Steuer:
Fakt ist: Der Staat verdient an Trennungen mit. Er kickt eine alleinerziehende Mutter in Stkl. II und den Vater in Stkl. I. Quasi werden beide dann wie Singles besteuert. Da jedoch der Staat daran verdient, wird sich daran nichts ändern. Finde ich richtig übel.

Lalique
14.01.2008, 13:18
Ich möchte noch etwas sagen.
Es haben sich hier einige dahingehend geäußert, dass sie keinen Unterhalt für ihre Kinder von den Vätern bekommen.
Manche Väter können nichts zahlen, andere drücken sich.
Viele Frauen verdienen genug, so dass es auch ohne den Kindsunterhalt geht und sie verzichten deshalb auf nervenzermürbende Auseinandersetzungen, auch auf rechtliche Schritte.
Das kann aber fatale Auswirkungen haben.
Mit studierenden Kindern verfielfachen sich nämlich die Ausgaben, zumal man von Studiengebühren ausgehen muss - eine zusätzliche finanzielle Belastung, die es zu "meiner" Zeit nicht gab.
Bafög wiederum gibt es zwar, aber da werden die Verdienste von Vater und Mutter zusammen berechnet.
Sehr schnell hat man als "Doppelverdiener" die Höchstgrenzen für Bafög erreicht, wir haben nie auch nur einen Pfennig gesehen.
D.h. die Eltern müssen alles selber bezahlen. Ein Vater aber, der bisher nichts zahlte, wird sich auf die Hinterbeine stellen und nicht plötzlich zahlungswillig.
Der Hinweis beim Bafög Amt, dass der Vater sich weigert zu zahlen, gilt nicht, es gilt sein Einkommen, das er belegen MUSS, als Berechnungsunterlage, egal, ob er de facto Unterhalt zahlt oder nicht.
Ich würde als Mutter niemals freiwillig, um meine Nerven zu schonen. auf Unterhalt für Kinder verzichten, vorausgesetzt, der Vater kann zahlen.
Dazu konmmt, dass ein Kind ab 18 seinen Unterhalt selber einklagen muss.
Das alles sollte frau vorausschauend bedenken.

Viel Glück für alle hier!
Lalique

Inaktiver User
14.01.2008, 14:02
Nein, ich will überhaupt keine andere Ebene, sondern auf Faktenebene bleiben. Und dazu gehört, daß auch Alleinerziehende wahrnehmen, daß es vielerlei Vergünstigungen für sie gibt. Einige davon habe ich beschrieben. Dies gehört auch zur Wahrnehmung.

Da die hier schreibenden scheinbar keine dieser Wohltaten erhalten, von denen Du unter Verdrehung dessen, was in diesem Land Alltag vieler ist, behauptest, sie kämen uns zu gute, würde ich mich an Deiner Stelle mit solchen Behauptungen zurück halten.

Ich würde Vergünstigungen wahrnehmen, wenn ich sie erhielte. Mein Vorteil gegenüber dem Vater ist nur, dass ich Zeit mit dem Kind verbringe, weil ich es gern tue. Das ist aber sein Problem und nicht meins und diesen Vorteil haben auch allein erziehende Väter.

Ansonsten sehe ich nicht, dass es Vorzüge gibt, wenn ich allein für uns sorge.

Hör bitte auf mit dieser Nummer. Ich bitte Dich nun wohl zum dritten Mal drum, da es für mich nur Hohn ist, was Du hier verteilst.

Calacha
14.01.2008, 14:38
Super, dass das endlich mal zur Sprache gebracht wird! Ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern (17 und 8 Jahre alt). Zwischendurch war ich mal ein paar Jahre verheiratet aber ich habe festgestellt, dass das für mich noch anstrengender war als alleine (: Wo ich an meine Grenzen komme ist wenn ich oder die Kinder ernsthaft erkranken, dann brauche ich eigentlich auch mal jemanden zu anlehnen, aber da habe ich gottseidank gute Freunde. Finanziell finde ich wird es schlimm wenn die Kinder ihren eigenen Modegeschmack entwickeln. Die ersten drei Jahre habe ich als nicht so schlimm empfungen, da es ja auch Hilfe vom Staat gab und Unterhaltsvorschuss. Bei meiner großen Tochter ist es jetzt dagegen richtig schwierig, da sie keinen Unterhaltsvorschuss bekommt. Ich denke trotz allem, dass es besser ist sich alleine durchzuwurschteln als mit dem falschen Partner zusätzlich belastet zu werden (s. euer Artikel). Ich bin lieber alleine als einsam zu zweit. Allen Anderen Schicksalsgenossinen wünsch ich viel Kraft und immer wieder mit den Kids reden damit sie verstehen warum wir manchmal durchhängen.

lordsofmidnight
14.01.2008, 14:41
Da die hier schreibenden scheinbar keine dieser Wohltaten erhalten, von denen Du unter Verdrehung dessen, was in diesem Land Alltag vieler ist, behauptest, sie kämen uns zu gute, würde ich mich an Deiner Stelle mit solchen Behauptungen zurück halten.

Ich würde Vergünstigungen wahrnehmen, wenn ich sie erhielte. Mein Vorteil gegenüber dem Vater ist nur, dass ich Zeit mit dem Kind verbringe, weil ich es gern tue. Das ist aber sein Problem und nicht meins und diesen Vorteil haben auch allein erziehende Väter.

Ansonsten sehe ich nicht, dass es Vorzüge gibt, wenn ich allein für uns sorge.

Hör bitte auf mit dieser Nummer. Ich bitte Dich nun wohl zum dritten Mal drum, da es für mich nur Hohn ist, was Du hier verteilst.

Konkret:
Nenne mir den Punkt der Dich an meiner Aussage stört, dann können wir drüber diskutieren.

Wenn es die von mir angesprochenen Vergünstigungen sind:
In meiner Stadt (westdeutsche Großstadt) gibt es bevorzugte und vergünstigte Krippen- und Kindergartenplätze für AE, in vielen Stadtteilen vergünstigte Ganztagsbetreuung, ein verbilligtes/kostenloses Monatsticket für den ÖPNV, verbilligten/kostenlosen Eintrit in so vielen öffentlichen Einrichtungen daß für die Stadt für alle Angebote einen extra Katalog dafür herausgibt, viele kostenlose Beratungsstellen für AE, kostenlose Telefon-Hotlines für AE mit Problemen, Übernahme von Gesundheitskosten (z.B. für die U7a), Stadtranderholung, besserer Platz in der Warteliste für preiswerte städtische Wohnungen, kostenloser Ferienpaß mit hunderten von Angeboten und noch vieles mehr.

Das ist kein Hohn, das sind Fakten. Und die müssen und dürfen auch benannt werden als das was sie sind: Vergünstigungen explizit für alleinerziehende. Teilweise sogar ausschließlich für alleinerziehende Mütter. Bezahlt werden all diese Goodies übrigens auch von einem steuerzahlenden Familienvater wie mir, der einen Großteil der o.a. Angebote voll bezahlen muß.

Das Alleinerziehende in Steuerklasse II gekickt werden, paßt mir auch nicht, daran ist der Staat schuld, er bestraft Trennungseltern, er möchte an Trennungen verdienen. Zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gehört aber auch Vergünstigungen für Alleinerziehende wahrzunehmen und nicht sie auszublenden.

Calacha
14.01.2008, 14:48
die armen alleinerziehenden Papas suchen sich schnellstmöglich die nächste Mutti, die den Laden am Laufen hält. Schau dich mal um bitte. Und komm doch mal und tausch mit einer von uns nur für einen Monat, dann wirst auch du vielleicht verstehen wovon wir reden. Ansonsten verschone uns mit deiner Intoleranz!

Max
14.01.2008, 14:56
In meiner Stadt (westdeutsche Großstadt) gibt es bevorzugte und vergünstigte Krippen- und Kindergartenplätze für AE, in vielen Stadtteilen vergünstigte Ganztagsbetreuung, ein verbilligtes/kostenloses Monatsticket für den ÖPNV, verbilligten/kostenlosen Eintrit in so vielen öffentlichen Einrichtungen daß für die Stadt für alle Angebote einen extra Katalog dafür herausgibt, viele kostenlose Beratungsstellen für AE, kostenlose Telefon-Hotlines für AE mit Problemen, Übernahme von Gesundheitskosten (z.B. für die U7a), Stadtranderholung, besserer Platz in der Warteliste für preiswerte städtische Wohnungen, kostenloser Ferienpaß mit hunderten von Angeboten und noch vieles mehr.

Das ist kein Hohn, das sind Fakten...das mag ja in deiner Stadt ja vielleicht so sein... du kannst das doch aber nicht so verallgemeinern!

Hier bei uns gibt es solche Vergünstigungen jedenfalls nicht!

ehr das Gegenteil... bei uns im Freibad kann man eine "vergünstigte Familien-Jahreskarte" kaufen... Familie heißt hier Vater+Mutter+2Kinder... also 4 Personen... eine andere alternative zur Einzelkarte gibt es nicht....

ich habe nun letztes Jahr versucht, diese Karte für Mutter+Oma+2 Kinder... also auch 4 Personen(!) zu bekommen.... Fehlanzeige..."das ist keine richtige Familie"!

Caramon
14.01.2008, 14:58
Da die hier schreibenden scheinbar keine dieser Wohltaten erhalten, von denen Du unter Verdrehung dessen, was in diesem Land Alltag vieler ist, behauptest, sie kämen uns zu gute, würde ich mich an Deiner Stelle mit solchen Behauptungen zurück halten.

Ich würde Vergünstigungen wahrnehmen, wenn ich sie erhielte. Mein Vorteil gegenüber dem Vater ist nur, dass ich Zeit mit dem Kind verbringe, weil ich es gern tue. Das ist aber sein Problem und nicht meins und diesen Vorteil haben auch allein erziehende Väter.

Ansonsten sehe ich nicht, dass es Vorzüge gibt, wenn ich allein für uns sorge.

Hör bitte auf mit dieser Nummer. Ich bitte Dich nun wohl zum dritten Mal drum, da es für mich nur Hohn ist, was Du hier verteilst.

Rein aus Neugierde:

Liegt es am Nichtkoennen oder doch eher am Nichtwollen, das Du ihn rational argumentativ(!) nicht auseinander nimmst?


Ich finde es immer wieder lustig, wie aneinander vorbei argumentiert wird. LordMidnight geht ueber rationale Argumente, Frauen ueber emotionale Argumente...naja, so bleibt es wenigstens spannend zu lesen und kommt zu keinem Ende :smile:

Aber ist das so schwer fuer Frauen, jemandem rational das Maul zu stopfen?


Gruss
Caramon

Michi
14.01.2008, 15:03
Allein zu erziehen und dafür auch „allein“ die volle Verantwortung zu haben ist nicht nur eine ernorm hohe finanzielle sondern eine ebenso hohe psychische Belastung - jeden Tag wieder aufs Neue.
Neben der vollen finanziellen Verantwortung den Haushalt zu schultern, lastet auch jede erzieherische Verantwortung/Entscheidung auf unseren Schultern. Was vorher auf zwei Schultern verteilt wurde, drückt nun auf eine allein.
Sich da immer wieder zu motivieren, nie durchzuhängen, immer „allzeit fit“ zu sein, für alles flexible Lösungen zu finden, dabei immer noch dynamisch und strahlend zu wirken, dass kostet die allermeiste Kraft – meine Kraft.

Ich bin: Vollzeit berufstätig, Vollzeitmutter, Vollzeithausfrau
Darüber hinaus noch ausgewiesene Expertin in: allen pädagogischen, ärztlichen und juristischen Fragen (die das Wohl meines Kindes betreffen)
Nach Bedarf darüber hinaus noch handwerklich begabt.

Niemand von uns Alleinerziehenden hat sich das so gedacht und so gewünscht. In aller Regel wurden wir auch nicht gefragt, sondern mussten (!) – wer denn auch sonst.
Ich zahle dafür einen hohen Preis – mein Einsatz bin ich selbst.
Belohnt werde ich durch mein Kind – seine tägliche Entwicklung mit zu erleben, ihn ein Stück seines Lebens beleiten zu dürfen, das ist für mich unbezahlbar.

Auf die Unterstützung der Gesellschaft habe ich bisher wenig gesetzt und das war und ist auch gut so. Worauf ich setzen konnte, waren funktionierende Netzwerke von Freunden und Familie. Ohne die stünde ich nicht dort wo ich jetzt stehe. In ein paar Jahren wird mein Kind (inzwischen16) mich nicht mehr so nötig brauchen- dann werde ich wieder dran sein und darauf freue ich mich.


Ich wünschte mir, dass das vorhandene Geld besser verteilt würde: vorrangig in die qualitative und quantitative Ausstattung der Einrichtungen, die unsere Kinder besuchen: Kindergärten, Schulen/weiterführende Ausbildungseinrichtungen, Freizeitstätten (Musikschulen, Sportanlagen etc.)

Ich wünschte mir, dass der Staat auch wieder Werte hätte, fern ab von „Geiz ist geil“ oder der jetzig geführten Kriminalitätsdebatte, die er unseren Kindern vermittelt.

Ich wünschte mir, dass der Staat auch wieder die Berufsgruppen stärkt, die unmittelbar an der Entwicklung unserer Kinder teilhaben: Erzieher, Pädagogen.

Ich wünschte mir, dass der Staat auch in seinen gesetzlichen Verankerungen endlich anerkennt was schon längst Realität ist: die Vielfalt der Partnerschaften und Lebensformen (neben der tradierten Familie).

lordsofmidnight
14.01.2008, 15:03
das mag ja in deiner Stadt ja vielleicht so sein... du kannst das doch aber nicht so verallgemeinern!
Hier bei uns gibt es solche Vergünstigungen jedenfalls nicht!


Hallo Max. :blumengabe:

In Ostdeutschland gibt es sogar ein altes Relikt aus DDR-Zeiten: nämlich die 100%ige Fremdbetreuungsmöglichkeit, diesen Luxus gibt´s nichtmal bei uns




ehr das Gegenteil... bei uns im Freibad kann man eine "vergünstigte Familien-Jahreskarte" kaufen... Familie heißt hier Vater+Mutter+2Kinder... also 4 Personen... eine andere alternative zur Einzelkarte gibt es nicht....
ich habe nun letztes Jahr versucht, diese Karte für Mutter+Oma+2 Kinder... also auch 4 Personen(!) zu bekommen.... Fehlanzeige..."das ist keine richtige Familie"!

Das halte ich für richtig. Auch nach meinem Verständnis besteht Familie aus Vater, Mutter und Kind. Warum sollte die Gemeinde Alleinerziehung zusätzlich fördern?

Max
14.01.2008, 15:11
Das halte ich für richtig. Auch nach meinem Verständnis besteht Familie aus Vater, Mutter und Kind. Warum sollte die Gemeinde Alleinerziehung zusätzlich fördern?nun... was ich an der Geschichte nicht verstehe... und auch nicht so richtig einsehe... ist, das eine Familie immer nur dann als Familie anerkannt (und in so einem Fall auch Vorteile hat) wenn sie aus Vater+Mutter+Kinder besteht...

Nun... ich hätte die Karte ja auch für Mutter+ 2 Kinder kaufen können... da hätte ich allerdings keine Ersparnis gegenüber den Einzelkarten gehabt.

Übrigens... ich zahle auch mit meinen Steuern für solche "Goodies" ... :smirksmile:

.gerrimee.
14.01.2008, 15:12
Hallo Max. :blumengabe:


Das halte ich für richtig. Auch nach meinem Verständnis besteht Familie aus Vater, Mutter und Kind.

Blödsinn. Altmodisch und total überholt. Sind zwei Männer oder zwei Frauen, die zusammen ein Kind haben, keine Familie? Willst Du meinen Kindern erklären, sie und ich seien überhaupt keine "Familie", weil der Papa keinen Bock auf ebendiese hat?

In unserem Schwimmbad ist es zum Glück egal, da gibt es keine "Familienkarten" mehr. Sondern vergünstigte Karten für z.b. 2 E und 2 K oder 1 E und 2 K (!)

Chaoshexe
14.01.2008, 15:12
Hallöle Caramon

Genau so etwas ähnliches dachte ich auch gerade.
Eben da liegt ja das weibliche Problem, zumindest bei mir selbst, ich werde emotional und das ist bei sachlichen Diskussionen nicht immer von Vorteil:smirksmile:

Das der "Mitternächtliche" seine "Weisheiten" nur vom Papier (oder vom PC)kennt und nun eben sein "Wissen" abspult das aber nicht mit der Realität in der wir Menschen leben konform geht:zwinker: habe ich schon längst bemerkt.
Da ich es aber als Zeitverschwendung allerübelster Art für mich betrachte in solch ein "trolliges Verhalten" auch nur ein bissel meiner Energie zu verschwenden:smirksmile: habe ich mich aus dieser Diskussion die für mich zumindest in Zusammenhang mit dem mitternächtlichen Möchtegernherrn jeglicher Grundlage entbehrt.
zurückgezogen.

Werde meine Energien nun liebe wieder in Vorbereitung meiner Tanzkurse und die nahenden Zeugnisse meiner Tochter die eines gewissen "Pushups" also Lernerei benötigen... widmen, lese aber heute abend bestimmt nochmal nach.

Chaoshexxe

lordsofmidnight
14.01.2008, 15:19
Blödsinn. Altmodisch und total überholt. Sind zwei Männer oder zwei Frauen, die zusammen ein Kind haben, keine Familie? Willst Du meinen Kindern erklären, sie und ich seien überhaupt keine "Familie", weil der Papa keinen Bock auf ebendiese hat?



In der Tat würde ich das nicht als Familie bezeichnen.

Max
14.01.2008, 15:21
In unserem Schwimmbad ist es zum Glück egal, da gibt es keine "Familienkarten" mehr. Sondern vergünstigte Karten für z.b. 2 E und 2 K oder 1 E und 2 K (!)das braucht bei uns immer etwas länger... Dorf eben... :smirksmile:

Ich bin vor etwa 3 Jahren auch mal ganz angenehm überrascht worden... ich wollte mit den Kindern in den Vogelpark... als ich für uns drei bezahlen wollte machte mich die Dame an der Kasse extra noch darauf aufmerksam, dass es jetzt "Single+Kinder" Karten gibt... sie gelten für 1E + 2K (bis 18)... :lachen:

.gerrimee.
14.01.2008, 15:22
Wenn es die von mir angesprochenen Vergünstigungen sind:
In meiner Stadt (westdeutsche Großstadt) gibt es bevorzugte und vergünstigte Krippen- und Kindergartenplätze für AE, in vielen Stadtteilen vergünstigte Ganztagsbetreuung, ein verbilligtes/kostenloses Monatsticket für den ÖPNV, verbilligten/kostenlosen Eintrit in so vielen öffentlichen Einrichtungen daß für die Stadt für alle Angebote einen extra Katalog dafür herausgibt, viele kostenlose Beratungsstellen für AE, kostenlose Telefon-Hotlines für AE mit Problemen, Übernahme von Gesundheitskosten (z.B. für die U7a), Stadtranderholung, besserer Platz in der Warteliste für preiswerte städtische Wohnungen, kostenloser Ferienpaß mit hunderten von Angeboten und noch vieles mehr.

Diese Angebote gibt es für alle Geringverdiener/Hartz-4-Empfänger, diese richten sich nicht speziell an Alleinerziehende. In erster Linie sollen damit Kindern Dinge ermöglicht werden, die aufgrund des Einkommens der Eltern sonst nicht möglich sind. Wenn Du dabei ein Problem hast, dass das von "Deinen" Steuern mitfinanziert wird, solltest Du mal Dein soziales Gewissen überdenken.

Inaktiver User
14.01.2008, 15:22
Rein aus Neugierde:

Liegt es am Nichtkoennen oder doch eher am Nichtwollen, das Du ihn rational argumentativ(!) nicht auseinander nimmst?


Ich finde es immer wieder lustig, wie aneinander vorbei argumentiert wird. LordMidnight geht ueber rationale Argumente, Frauen ueber emotionale Argumente...naja, so bleibt es wenigstens spannend zu lesen und kommt zu keinem Ende :smile:

Aber ist das so schwer fuer Frauen, jemandem rational das Maul zu stopfen?


Gruss
Caramon

Ich habe nicht das geringste Interesse, jemandem "das Maul zu stopfen". Ich bin in diese Diskussion eingestiegen, weil ich die Idee hatte, hier ebenfalls auf allein erziehende zu treffen. Mich mit einem Menschen auseinander zu setzen, der sich theoretisch mit dem Thema beschäftigt und auf Frauen so herabsieht, ist nicht meins.

Welchem Zweck sollte das dienen?

.gerrimee.
14.01.2008, 15:23
In der Tat würde ich das nicht als Familie bezeichnen.

Sondern?

Inaktiver User
14.01.2008, 15:24
Blödsinn. Altmodisch und total überholt. Sind zwei Männer oder zwei Frauen, die zusammen ein Kind haben, keine Familie? Willst Du meinen Kindern erklären, sie und ich seien überhaupt keine "Familie", weil der Papa keinen Bock auf ebendiese hat?

In unserem Schwimmbad ist es zum Glück egal, da gibt es keine "Familienkarten" mehr. Sondern vergünstigte Karten für z.b. 2 E und 2 K oder 1 E und 2 K (!)

So kenne ich das aus dem Zoo auch und tue mich gern mit einer Freundin zusammen, mit den Kindern dort den Eintritt zu ermäßigen.

Und wie heißt es so schön: "Familie ist wo Kinder sind" Das ist meiner Meinung nach der Punkt! Es käme den Kindern zu gute.

Inaktiver User
14.01.2008, 15:25
@caramon
lom argumentiert nur scheinbar rational-argumentativ. "in meiner stadt gibt es aber tolle vergünstigungen" ist kein argument. nun gut, dann ist es in seiner stadt vielleicht so - in den meisten städten ist es aber nicht so. was gibt es da zu argumentieren?


Das halte ich für richtig. Auch nach meinem Verständnis besteht Familie aus Vater, Mutter und Kind. Warum sollte die Gemeinde Alleinerziehung zusätzlich fördern?
dies ist lom´s einstellung, sofern er eine einstellung hat, glasklar. nicht kinder sollen gefördert werden, sondern ein bestimmtes familienmodell. kinder alleinerziehender werden angeblich nicht bewußt zu kindern zweiter klasse gemacht, sie sind lediglich kollateralschäden in einem überkommenen ideologischen streit, den die alleinerziehenden vor allem deshalb nicht mitgestalten, weil sie neben ihren alltäglichen verpflichtungen schlicht keine kraft mehr für lobbyarbeit haben.

in allem, was lom schreibt (u.a. auch in anderen strängen zu ähnlichen themen), ist spürbar, dass er keine diskussion möchte, sondern rache. er fühlt sich bzw. die männer von frauen erniedrigt und nutzt jede möglichkeit, frauen ihrerseits zu erniedrigen. auf so etwas argumentativ einzusteigen bedeutet, den troll zu füttern. dafür möchte sich niemand hergeben.

lordsofmidnight
14.01.2008, 15:25
Diese Angebote gibt es für alle Geringverdiener/Hartz-4-Empfänger, diese richten sich nicht speziell an Alleinerziehende. In erster Linie sollen damit Kindern Dinge ermöglicht werden, die aufgrund des Einkommens der Eltern sonst nicht möglich sind. Wenn Du dabei ein Problem hast, dass das von "Deinen" Steuern mitfinanziert wird, solltest Du mal Dein soziales Gewissen überdenken.

Nö, die gelten speziell für AE.
Mein soziales Gewissen ist schon in Ordnung, da mache Dir mal keine Sorgen.

lordsofmidnight
14.01.2008, 15:26
Sondern?

Welche Begrifflichkeiten gibt es dafür? Rumpffamilie?

Inaktiver User
14.01.2008, 15:35
in allem, was lom schreibt (u.a. auch in anderen strängen zu ähnlichen themen), ist spürbar, dass er keine diskussion möchte, sondern rache. er fühlt sich bzw. die männer von frauen erniedrigt und nutzt jede möglichkeit, frauen ihrerseits zu erniedrigen. auf so etwas argumentativ einzusteigen bedeutet, den troll zu füttern. dafür möchte sich niemand hergeben.

Diese Idee kam mir auch schon seit heute Morgen und ich denke nicht, dass es um eine Diskussion je ging. Dafür war das zu sehr unter die Gürtellinie gezielt bei den Teilnehmern.

lordsofmidnight
14.01.2008, 15:38
@caramon
dies ist lom´s einstellung, sofern er eine einstellung hat, glasklar. nicht kinder sollen gefördert werden, sondern ein bestimmtes familienmodell.

Na Katsi, mit neuem Nick unterwegs?

Kinder sollen gefördert werden? Sehr gerne. Fangen wir dann doch mal mit den grundlegenden Förderungsmöglichkeiten an: Alle Kinder sollten einen Vater mit vollem Sorgerecht bekommen, damit dieser sich auch in vollem Umfang um die Kinder kümmern darf. Damit wäre Kindern mehr geholfen als mit relativen Kleinigkeiten wie einem verbilligten Eintritt im Schwimmbad.

Deine Fern-Psychoanalyse ist übrigens völlig falsch. :zwinker:

Inaktiver User
14.01.2008, 15:47
willkommen im lom-talk.
bitte unterzeichnen Sie, dass Sie sich ab sofort nur noch mit loms wahrnehmungen, vorstellungen und visionen befassen werden.

tschüs, dossier-talk.

:ahoi:

Max
14.01.2008, 15:57
willkommen im lom-talk.du hast ja Recht... :knatsch:

aber eins muß man ihm lassen... er schafft es doch tatsächlich immer wieder die allgemeine Aufmerksamkeit allein auf sich zu ziehen... :freches grinsen:

Inaktiver User
14.01.2008, 16:00
Na Katsi, mit neuem Nick unterwegs?

Kinder sollen gefördert werden? Sehr gerne. Fangen wir dann doch mal mit den grundlegenden Förderungsmöglichkeiten an: Alle Kinder sollten einen Vater mit vollem Sorgerecht bekommen, damit dieser sich auch in vollem Umfang um die Kinder kümmern darf. Damit wäre Kindern mehr geholfen als mit relativen Kleinigkeiten wie einem verbilligten Eintritt im Schwimmbad.

Deine Fern-Psychoanalyse ist übrigens völlig falsch. :zwinker:

Das ist jetzt bitte nicht wahr!!! Hör doch bitte auf mit dieser Polemik und mach ein eigenes Thema auf. :ooooh: :ooooh: :ooooh:

BRIGITTE Community-Team
14.01.2008, 16:02
Na Katsi, mit neuem Nick unterwegs?

Kinder sollen gefördert werden? Sehr gerne. Fangen wir dann doch mal mit den grundlegenden Förderungsmöglichkeiten an: Alle Kinder sollten einen Vater mit vollem Sorgerecht bekommen, damit dieser sich auch in vollem Umfang um die Kinder kümmern darf. Damit wäre Kindern mehr geholfen als mit relativen Kleinigkeiten wie einem verbilligten Eintritt im Schwimmbad.

Deine Fern-Psychoanalyse ist übrigens völlig falsch. :zwinker:

lordsofmidnight, bitte verzichten Sie auf Zweitnick-Hypothesen und verinnerlichen Sie sich das Ausgangsthema, das Sie hier anscheinend bewusst zu ändern versuchen.

Wir haben Ihnen im Laufe des Tages zwei PNs geschrieben, auf die wir noch keine Antwort von Ihnen erhalten haben.

Für alle anderen UserInnen: Die Ignore-Funktion wirkt häufig bei Unstimmigkeiten.

Freundliche Grüße
das Brigitte.de-Team

lordsofmidnight
14.01.2008, 16:14
lordsofmidnight, bitte verzichten Sie auf Zweitnick-Hypothesen

Ist keine Hypothese, schließlich ist es das gleiche Avatar...




und verinnerlichen Sie sich das Ausgangsthema, das Sie hier anscheinend bewusst zu ändern versuchen.

Habe ich versucht, erfolglos. Das Thema heißt "Alleinerzíehende - von der Gesellschaft im Stich gelassen". Dazu habe ich eine Vielzahl von Gegenbeispielen gebracht, ohne größere Resonanz.




Wir haben Ihnen im Laufe des Tages zwei PNs geschrieben, auf die wir noch keine Antwort von Ihnen erhalten haben.


Richtig. Der Grund dafür was, daß in den PNs keine Fragen gestellt wurden. Was sollte ich also darauf antworten?
Ich habe in # 40 meinerseits eine Frage an Sie gestellt, ohne Antwort erhalten zu haben.

Aber ok, wenn es in diesem Thread -warum auch immer- nicht gestattet ist, die angeblichen Benachteiligungen von Alleinerziehende zu diskutieren, sondern diese als fix gegeben hinzunehmen und Selbstbeweihräucherung zu praktizieren, nehme ich dies bedauernd zur Kenntnis und klinke mich auch gerne hier aus.

katja_m
14.01.2008, 18:51
das braucht bei uns immer etwas länger... Dorf eben... :smirksmile:

Ich bin vor etwa 3 Jahren auch mal ganz angenehm überrascht worden... ich wollte mit den Kindern in den Vogelpark... als ich für uns drei bezahlen wollte machte mich die Dame an der Kasse extra noch darauf aufmerksam, dass es jetzt "Single+Kinder" Karten gibt... sie gelten für 1E + 2K (bis 18)... :lachen:

Hallo zusammen,

es ist sehr löblich, dass sich immer mehr Einrichtungen auf 'Single mit Kind' einschießen, wobei es sicherlich eine Menge Menschen gibt, die das unverschämt ausnutzen. Leider gibt es viel zu wenige solcher Spezial-Preise. Sehen wir uns doch z.B. mal bei Reisen um. Kind frei, sobald zwei erwachsene Vollzahler da sind. Und sonst? Voller Erwachsenen-Preis für Kinder. Das kann je nach Reise richtig weh tun. Das gilt natürlich für die Ferienzeiten allgemein ebenso. Die Preise steigen ins Unermessliche :knatsch:

Eine Bitte an dieser Stelle: Unsere Situationen sind insgesamt sehr ärgerlich, aber deshalb muss man sich doch nicht gleich verbal so an die Gurgel gehen - oder? :wie?:

Alles Liebe,
katja_m

katja_m
14.01.2008, 19:08
Na Katsi, mit neuem Nick unterwegs?

Kinder sollen gefördert werden? Sehr gerne. Fangen wir dann doch mal mit den grundlegenden Förderungsmöglichkeiten an: Alle Kinder sollten einen Vater mit vollem Sorgerecht bekommen, damit dieser sich auch in vollem Umfang um die Kinder kümmern darf. Damit wäre Kindern mehr geholfen als mit relativen Kleinigkeiten wie einem verbilligten Eintritt im Schwimmbad.

Deine Fern-Psychoanalyse ist übrigens völlig falsch. :zwinker:

Und was ist, wenn der Vater (gemeinsam mit der Mutter) das Sorgerecht hat, weil er es unbedingt haben wollte und erstritten hat, sich jetzt aber einen Dreck schert, keinen Cent Unterhalt rausrückt ('ich hab nix, bin so furchtbar arm' - aber immer technisch auf dem aktuellsten Stand ...) und sich somit komplett aus der Affäre zieht? Lange nicht jeder Vater würde alles drum geben, möglichst viel Zeit mit seinem Kind / seinen Kindern zu verbringen. Die, die ich kenne, kann man an einer Hand abzählen. Wundervolle Väter! Die andere 'Sorte' ist kaum überschaubar ...

Und als es dann z.B. für uns darum ging, innerhalb einer Stadt ca. 250 m Luftlinie weiter umzuziehen, braucht man eine Genehmigung vom Kindsvater, dass er diesen Umzug gestattet!? Wenn das Kind ein eigenes Taschengeldkonto bekommen soll, braucht man eine Einverständniserklärung und div. andere Unterlagen und Unterschriften, um dem Kind diesen Wunsch erfüllen zu können!? Für jeden Pups braucht man eine Genehmigung von jemandem, der freiwillig keinerlei Interesse an dem Kind zeigt und sich bloß um seinen eigenen A.... und seine neue (natürlich jüngere) Flamme bemüht. Das ist eine Schande und ein Schlag ins Gesicht. Findest Du nicht?

ahornbaum
14.01.2008, 19:35
Hallo Mylord,
bei aller unnötigen Polemik die 2 Tage über von Ihnen und meinen ae Mitstreiterinnen Ihnen gegenüber haben Sie endlich den oder einen richtigen Punkt getroffen, nämlich den Besteuerungsskandal beiden getrennten Eltern im Fall der Trennung gegenüber. Der Staat macht das Ganze dadurch furchtbar übel !! Ich danke Ihnen sehr und bin wohl heute die Erste (ehemalige) AE, die Ihnen Respekt zollt.
Aber wo müssen wir dann hin ?
Ein hundertfacher Brief an die wohlgestellte 7-fache Mutter von der Leyen ? Ok ?

Warum nicht eine noch dringendere Briefaktion an das Bundesverfassungsgericht, um die dort anhängige Musterklage wegen dieser unglaublichen Diskriminierung von erwerbstätigen Müttern UND VÄTERN massiv zu untermauern ?

Helfen Sie doch bitte dabei kreativ mit !!

Inaktiver User
14.01.2008, 19:41
Was hat Frau von der Leyen mit den Steuern zu tun? Wäre da nicht das Finanzministerium der richtige Ansprechpartner?

Inaktiver User
14.01.2008, 20:56
es ist sehr löblich, dass sich immer mehr Einrichtungen auf 'Single mit Kind' einschießen, wobei es sicherlich eine Menge Menschen gibt, die das unverschämt ausnutzen.
wie kann man das "unverschämt ausnutzen"?
kind ausleihen und nach dem eintritt in der tasche verstauen? kind gebären, um ermäßigten eintritt ins museum zu bekommen? :freches grinsen:

Inaktiver User
14.01.2008, 21:00
Hallo Mylord,
bei aller unnötigen Polemik die 2 Tage über von Ihnen und meinen ae Mitstreiterinnen Ihnen gegenüber haben Sie endlich den oder einen richtigen Punkt getroffen, nämlich den Besteuerungsskandal beiden getrennten Eltern im Fall der Trennung gegenüber.

ähm, es war katja_m, die in post 3 die steuersituation thematisierte:


Und der Dank des Staates für meinen Einsatz für die Familie? Eine schlechtere Steuerklasse, d.h. gut 400 € netto weniger im Monat.

JudithT
14.01.2008, 22:29
Hallo an das Brigitte-Team und alle alleinerziehenden Mütter,
ich bin jetzt 25 Jahre alt und Mutter eines 3-jährigen Jungen. Als ich das Dossier gelesen habe kamen mir die Tränen. Ich selber bin auch alleinerziehend von Anfang an. Habe aber einen lieben Freund gefunden, der für mich und meinen Sohn da ist.
Vorher ging es mir ähnlich wie wahrscheinlich vielen. Ich habe mich oft überfordert gefühlt und dachte ich würde es nicht schaffen. Das wirkt sich bei mir immer sehr auf meinen Appetit aus, ich kann kaum noch etwas essen und dem entsprechend nimmt auch meine körperliche Kraft ab, nicht nur die seelische.
Ich habe damals meine Ausbildung unterbrechen müssen und kann sie auch erst dieses Jahr wieder aufnehmen. Gründe hierfür sind, dass ich umziehen musste, keine Möglichkeit hatte meinen Sohn unterzubringen (es gibt einfach keine KITA, die Kinder schon um 6 Uhr morgens, oder spätestens 6:30 Uhr nimmt und bis um 17 Uhr behält). Mittlerweile habe ich einen Platz für diesen Sommer von 7-17 Uhr (nicht schlecht, aber reicht nicht ganz), das heißt, mein Freund muss ihn hinbringen, der fängt aber normalerweise schon um 7 Uhr an zu arbeiten, hat aber Gleitzeit und fängt halt etwas später an. Dazu muss ich sagen, dass ich morgens so früh los muss, weil ich erst ca. 2 Stunden fahren muss zu meiner Ausbildungsstelle. Ich bekomme dann BAFöG, im Moment Hartz IV. Wenn mein Freund nicht wäre, würde ich wahrscheinlich wirklich jeden Cent umdrehen müssen. Das ist wirklich nicht fair, ich denke Deutschland braucht Kinder, es werden doch immer weniger. Das Einzige, das zunimmt ist die Armut und die Kluft zwischen Arm und Reich. Wenn das so weiter geht, was sollen wir dann noch für Perspektiven haben???

lordsofmidnight
15.01.2008, 08:17
Hier mal eine kleine Aufstellung wie Trennungseltern vom Staat abgezockt werden:

- Kürzung des Kindesgeldes um zwei Jahre. Trifft ausschliesslich Familien und Trennungseltern.

- Beibehaltung des verfassungswidrigen halben steuerlichen Existenzminimums für Kinder, das ebenfalls verfassungswidrig jahrelang nicht an die Kostenentwicklung angepasst wurde. Das Existenzminimum ist nicht steuerfrei. Die Diätenerhöhung war wichtiger....

- Verfassungswidrige Besteuerung von Familien ohne Trauschein und Trennungsfamilien als Singles.

- Verfassungswidriger staatlicher Diebstahl von Kindesunterhalt über das Hilfskonstrukt "Bedarfsgemeinschaft"

- Verfassungswidrige Besteuerung von Kindesunterhalt. Trennungseltern müssen Steuern auf Einkommen zahlen, das ihnen überhaupt nicht zur Verfügung steht.

- Verfassungswidriger Diebstahl des Kindergeldanteils von Trennungseltern.

- die höchste Mehrwertsteuererhöhung in der Geschichte dieses Staates - problemlos durchgewunken, sogar noch über dem was vor der Wahl gesagt wurde. Trifft besonders die, die viel für Konsum ausgeben müssen: Familien. An jeder Discounter-Windelpackung verdient der Staat 1 EUR Steuern mit!

- Abschaffung der Eigenheimzulage für Familien. Adressaten: Ausschliesslich Familien. Prompt ist die Quote für neues selbst genutztes Wohneigentum bei Familien auf den niedrigsten Stand gefallen, den es jemals gab. Die Mehrwertsteuererhöhung jagte die Baukosten zusätzlich durch die Decke.

- Abschaffung des Erziehungsgeldes, stattdessen Elterngeld - für Familien mit geringem Einkommen ein kräftiger Rückschlag, Gewinner sind nur Doppelverdiener.

- Abschaffung der Pendlerpauschale.

- Und nun -tataaa- das jetzt veröffentlichte Weihnachtsgeschenk des Bundesfinanzhofs an Trennungseltern: Umgangskosten sind Privatsache und nicht als aussergewöhnliche Belastung von der Steuer abzusetzen

anastrophe
15.01.2008, 17:01
Liebe AE, liebe Brigitte - Redaktion,
ich schreibe jetzt meinen zweiten Beitrag überhaupt in einem Forum und muß leider sagen, daß ich über das Niveau hier einigermaßen entsetzt bin!!
Was kann man von einem solchen Forum denn überhaupt erwarten oder erhoffen?? Ich bin - evtl. etwas naiv davon ausgegangen, daß die brigitte als meistgelesene deutsche Frauenzeitschrift sichhier mal - jenseits der Kochecke um ernstere Frauenthemen kümmern will und daher ein internet-brainstorming veranstaltet, um sinnvolle Beiträge von betroffenen Frauen auszuwerten und in künftigen Artikeln zu verarbeiten.
Ich würde mir wünschen, daß hier eine sachliche, frauenpolitische Ebene erreicht wird und nicht mit fakes und abseitigen Ansichten auf Stammtischniveau operiert wird. Das Thema ist schließlich ernst genug. Es wird wohl kaum einer Frau - ae oder nicht - erspart bleiben, sich mit dem neuen Unterhaltsrecht ernsthaft auseinanderzusetzen - das betrifft alle Frauen, aber nur eine verschwindend geringe Minderheit von Männern.Der Anteil ae -Männer liegt bei 4%!
Ich kann hier aus Platzgründen nicht alle Auswirkungen des Gesetzes aufführen und empfehle allen, die sich bisher noch nicht damit befasst haben, folgenden link, insbesondere das Fazit ist lesenswert: www.unterhalt-2007.de !!!!!
Das ist eine gut ausgeklügelte Mogelpackung zu Lasten aller Frauen und zu Gunsten eines erhöhten Steueraufkommens für diesen Staat, der sich in Wahrheit den Teufel um das Kindeswohl schert . Begünstigt werden hier vor allem Männer, die sich zugunsten einer Zweit oder Drittfrau aus der Verantwortung für die Erstfamilie verabschiedet hat. Kitaplätze sind gut und schön - aber wenn sie als Argument dafür mißbraucht werden, daß Frau AE nach dem Dritten Geburtstag ihres jüngsten Kindes keinen Unterhalt mehr für sich erhält , da sie ja dank Kita wieder Vollzeit arbeiten gehen kann, frage ich mich, wie Frau das - noch dazu bei mehreren Kindern schaffen soll und kann! Währenddessen hat der liebe WE- Papa , sofern er sich nicht lieber um Zweit- oder Drittfrau und den neuen Nachwuchs kümmert, al gusto "Kontakt" zu seinen Erstgeborenen und zahlt - vielleicht - auch Unterhalt!!Selbstverantwortung ist eine grundsätzlich gute Sache. Sie sollte aber die Verantwortung für die Kinder einschließen. Durch dieses unsägliche Gesetz kann sich künftig jeder, der will, bequem aus der tatsächlichen Verantwortung für seine Kinder stehlen, indem er sich mit mickrigen Unterhaltszahlungen an seine Kinder freikauft. Die Frau, die die Verantwortung für die Kinder trägt, geht leer aus. Wenn das kein Freibrief ist!! - Ich b i n AE und verdiene mein Geld allein.Aber ich denke an die vielen Frauen, die sich irgendwann mal für das Hausfrauenmodell entschieden haben. Weil sie sonst "Rabenmütter" gewesen wären, die ihren Nachwuchs in Kitas parken, um sich selbst zu verwirklichen. Die Sprüche kennen wir doch alle! Noch nie sind Mütter durch ein Gesetz so schlecht gestellt worden und es istmir unbegreiflich, warum hier nicht ein Aufschrei durch das Land hallt!!
Es werden danach noch mehr Frauen und Kinder arm sein; die soziale Diskriminierung AE wird weiter fortschreiten.

lordsofmidnight
15.01.2008, 17:48
Was Du geschrieben hast ist nicht korrekt. Jeder 6. Alleinerziehende ist ein Mann, genau 16% lt. amtlicher Statistik, Tendenz steigend.

Und zum Unterhalt:
Es gibt 3 Jahre Vollunterhalt für Mutter ohne Trauschein Das ist das schon Weltspitze. In den Nachbarländern gibts nichts oder nur ein Jahr. Auch in Deutschland gab es bis 1977 nichts, dann ein Jahr, dann ab 1998 maximal drei Jahre, dann drei Jahre und nun mindestens drei Jahre. Auch beim Ehegattenunterhalt sind wir Weltspitze, Die Leute halten das für normal, merken gar nicht mehr wie absurd das überall auf der Welt wäre.

anastrophe
15.01.2008, 19:52
Hallo LOm, ich werde mich dem Brigitte -Admin-Team anschließen und Beiträge von Lom künftig ignorieren. Sie sind nicht zielführend. I.ü. kennen wir un´s nicht, wieso dann "du "???Ich pflege mir üblicherweise selbst auszusuchen, mit wem ich mich duze. Zur Sache selbst ist nur zu sagen, daß im Jahr 2001 nach mir vorliegenden Statistiken in Deuschland exakt 4 % der AE Männer waren. Nach einer anderen Statistik waren es im Jahr 2005 noch unter 10 %. Das ist aber immer noch eine verschwindend geringe Minderheit, selbst wenn man 16 % zu Grunde legen würde, wäre es immer noch ein Frauenproblem . Darauf kommt es aber nicht entscheidend an. Ebensowenig interessiert hier, wieviel Unterhalt Mütter anderswo bekommen.Denn dann müßte man auch die sonstigen Lebensbedingungen der Mütter zum Vergleich heranziehen,und die dürften selbst innerhalb der EU sehr differieren. Solche Diskussionen sind eben nicht zielführend. Hier lebe ich und hier muß ich für günstigere Bedingungen für Mütter und Kinder kämpfen. Kinder dürfen nicht in einem Land wie diesem zur Armutfalle werden. Und sie dürfen nicht ins soziale Abseits gedrängt werden, weil sie von Hartz IV leben müssen - und genau davon sind Kinder von AE am ehesten betroffen( auch Statistik )zu

lordsofmidnight
15.01.2008, 20:37
Zur Sache selbst ist nur zu sagen, daß im Jahr 2001 nach mir vorliegenden Statistiken in Deuschland exakt 4 % der AE Männer waren. Nach einer anderen Statistik waren es im Jahr 2005 noch unter 10 %. Das ist aber immer noch eine verschwindend geringe Minderheit, selbst wenn man 16 % zu Grunde legen würde, wäre es immer noch ein Frauenproblem .

Nö. Alleinerziehende Väter sind die am schnellsten wachsende Familienform:
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Teilfamilien/s_284.html
In Großstädten wie Hamburg oder Berlin ist schon jeder 4. Alleinerziehende männlich, Tendenz stark steigend, und es wären noch viel mehr, wenn alle Väter das Sorgerecht hätten. Die Zeiten wo AE-Väter Exoten waren sind lange vorbei.



Kinder dürfen nicht in einem Land wie diesem zur Armutfalle werden. Und sie dürfen nicht ins soziale Abseits gedrängt werden, weil sie von Hartz IV leben müssen -

Das ist doch völlig unstrittig. Es ging um Unterhalt für die Ex, nicht für das Kind.




und genau davon sind Kinder von AE am ehesten betroffen( auch Statistik )zu

Richtig. Aber warum ist das so? Und vor allem: Warum sind AE-Väter davon weit weniger betroffen? Sind sie ggf. einfach bereit mehr Einsatz für ihre Kinder zu zeigen, anstatt sie durch die sozialen Sicherungssysteme finanzieren zu lassen? Muß wohl so sein:

Der Deutsche Juristinnen Bund schreibt über alleinerziehende Väter:

sind in materieller Hinsicht wesentlich besser gestellt, weshalb sie über einen größeren Spielraum für die Ausgestaltung individueller Lösungen bei der Vereinbarung familiärer Versorgungspflichten und Berufsarbeit verfügen.

.gerrimee.
15.01.2008, 20:49
Zitat:

Zitat von .gerrimee.
Diese Angebote gibt es für alle Geringverdiener/Hartz-4-Empfänger, diese richten sich nicht speziell an Alleinerziehende. In erster Linie sollen damit Kindern Dinge ermöglicht werden, die aufgrund des Einkommens der Eltern sonst nicht möglich sind.



Nö, die gelten speziell für AE.


Also bekommen in Deiner Stadt nur Alleinerziehende diese Angebote? Nicht die Geringverdiener(Hartz4-Empfänger? Das halte ich für gelogen.

Karin11555
15.01.2008, 20:50
Es ist erstaunlich, es finden sich doch immer noch Leute, die mit lom diskutieren, das führt doch zu nichts!
Und wenn hier 100 Frauen von ihren Erfahrungen berichten, er nimmt es nicht zur Kenntnis.

.gerrimee.
15.01.2008, 20:58
Es ist erstaunlich, es finden sich doch immer noch Leute, die mit lom diskutieren, das führt doch zu nichts!
Und wenn hier 100 Frauen von ihren Erfahrungen berichten, er nimmt es nicht zur Kenntnis.

Nie gegen die Dummheit aufgeben :zwinker:

Chaoshexe
15.01.2008, 21:00
Wertes BrigitteTeam

So langsam reicht es hier glaube ich mit den Provokationen.
Finde ich zumindest. Lese schon die ganze Zeit mit und möchte hier nicht auf Lom antworten da ich es als sinnlos erachte (dem obigen geht es nur um die Lust an der Provokation aus welchen Gründen auch immer (Vernutungen habe ich).
Aber damit ist für mich das Ende der PRovokation erreicht, angeblich wären die Väter
sind in materieller Hinsicht wesentlich besser gestellt, weshalb sie über einen größeren Spielraum für die Ausgestaltung individueller Lösungen bei der Vereinbarung familiärer Versorgungspflichten und Berufsarbeit verfügen.

Klar sind sie das:gegen die wand: sie haben ja auch nicht jahrzehntelang beruflich zurückgesteckt um die Familie zu versorgen ect. , Halbtagstätigkeiten oder ähnliche berufliche ausserhäusige Tätigkeiten bieten nicht so eine Sicherheit.

Zumindest die Frauen die hier im Westen Deutschlands leben kennen leider aus der näheren Vergangenheit keine Ganztagsbetreuung in Kiga oder Ganztagsschulen ect.

Dies nur zur Erinnerung an die Tatsache das von obigem "Troll" hier erwähnte Behauptung wohl jeder Statistik wiederspricht...zumindest wenn diese Statistik nicht "gefaket" ist wie z.B. unsere Arbeitslosestatistiken

@Admins bitte sorgen sie dafür das obiger LOM sich an die Regeln hält oder darf ich auch anfangen zu provozieren:freches grinsen: nein ernsthaft, er geht zu weit.

Chaoshexe

Chaoshexe

lordsofmidnight
15.01.2008, 21:09
Klar sind sie das:gegen die wand: sie haben ja auch nicht jahrzehntelang beruflich zurückgesteckt um die Familie zu versorgen ect. , Halbtagstätigkeiten oder ähnliche berufliche ausserhäusige Tätigkeiten bieten nicht so eine Sicherheit.

So gut wie jeder Vater steckt beruflich ebenfalls zurück, denn die kinderlosen Singles ziehen beruflich locker an ihm vorbei, können Überstunden machen Weiterbildungen und alles was dem Chef gefällt weil sie keine familiären Verpflichtungen haben. Bei einer Scheidung fällt ohnehin die Hälfte des gemeinsam erworbenen Vermögens an die Frau, das ist also kein schlüssiges Argument. Ein Großteil der alleinerziehenden Väter dürfte zudem ebenfalls vorher nicht in Vollzeit berufstägig gewesen sein, denn im Regelfall kommt das Kind im Trennungsfall zur Hauptbezugsperson, und diesen Status erwirbt man nicht wenn man den ganzen Tag außerhäusig arbeitet, sondern durch Betreuung des Kindes.

Inaktiver User
15.01.2008, 21:11
Huch, hier spricht ein Blinder von den Farben.

Wie steht es eigentlich, LOM, Trennung noch in Vorbereitung?
In den Frauenbewegungssträngen schien mir da so eine Tendenz durchzusickern...

Inaktiver User
15.01.2008, 21:12
@Admins bitte sorgen sie dafür das obiger LOM sich an die Regeln hält oder darf ich auch anfangen zu provozieren:freches grinsen: nein ernsthaft, er geht zu weit.

Chaoshexe

Chaoshexe

Ich gebe zu, ich habe eben provoziert. Aber es ist irre, wie hier wichtige Stränge gekapert werden.

Hilft nur: Ignorieren und kein Futter geben.

.gerrimee.
15.01.2008, 21:13
Ich sehe jemanden, der nicht verheiratet war und jetzt zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist. Und sich kolossal ärgert darüber...

Karin11555
15.01.2008, 21:14
So gut wie jeder Vater steckt beruflich ebenfalls zurück, denn die kinderlosen Singles ziehen beruflich locker an ihm vorbei, können Überstunden machen Weiterbildungen und alles was dem Chef gefällt weil sie keine familiären Verpflichtungen haben. Bei einer Scheidung fällt ohnehin die Hälfte des gemeinsam erworbenen Vermögens an die Frau, das ist also kein schlüssiges Argument. Ein Großteil der alleinerziehenden Väter dürfte zudem ebenfalls vorher nicht in Vollzeit berufstägig gewesen sein, denn im Regelfall kommt das Kind im Trennungsfall zur Hauptbezugsperson, und diesen Status erwirbt man nicht wenn man den ganzen Tag außerhäusig arbeitet, sondern durch Betreuung des Kindes.

Sag mal, Du bist wohl gar nicht berufstätig, oder? Anders kann ich mir diesen Blödsinn nicht erklären, den Du da von Dir gibst.

.gerrimee.
15.01.2008, 21:18
Liebe Karin,

er verwirrt mit Schwachsinn :smile:

Inaktiver User
15.01.2008, 21:19
Ich sehe jemanden, der nicht verheiratet war und jetzt zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist. Und sich kolossal ärgert darüber...

Nee, kannst Du in einem Monsterstrang im o.a. Forum nachlesen.
Aber nimm Dir Urlaub und zudem eine Spucktüte vor den PC mit.

Und gucke besser nicht in pappa.com nach ... da geben bestimmte User sogar Auslandstipps... wo Väter den Unterhaltserpflichtungen entkommen ... mit solchen Persönlichkeiten muss man nicht wirklich kommunizieren... u.a.m.
Machmal ist das Internet eine Spielwiese, manchmal eben nicht.

Sorry, wenn ich mich hier einmische, ich gehe auch wieder...

lordsofmidnight
15.01.2008, 21:21
Sag mal, Du bist wohl gar nicht berufstätig, oder?

Doch, natürlich.



Anders kann ich mir diesen Blödsinn nicht erklären, den Du da von Dir gibst.

Dann widerlege ihn doch einfach.:smirksmile:

Nein, ich bin nicht geschieden, meine Ehe läuft recht ok. Auch keine Unterhaltsverpflichtungen.

Karin11555
15.01.2008, 21:22
Liebe Karin,

er verwirrt mit Schwachsinn :smile:

Kann nicht sein, dann hätte er ja was gelernt! :freches grinsen:

Karin11555
15.01.2008, 21:25
Doch, natürlich.



Dann widerlege ihn doch einfach.:smirksmile:

Was gibts denn da zu widerlegen, Du hast eine schwachsinnige Behauptung aufgestellt, weiter nichts, darauf ernsthaft zu antworten wäre deutlich zu viel der Ehre.

Ich arbeite seit 30 Jahren und nicht ein einziger meiner männlichen Kollegen hat auch nur eine Minute weniger gearbeitet wegen seiner Kinder.

lordsofmidnight
15.01.2008, 21:32
Ich arbeite seit 30 Jahren und nicht ein einziger meiner männlichen Kollegen hat auch nur eine Minute weniger gearbeitet wegen seiner Kinder.

Dann wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn ihre Frauen ihnen dazu die Möglichkeit gegeben, und einen gewichtigen finanziellen Beitrag zum Familieneinkommen beigetragen hätten. Dann hätten die Kollegen auch nicht auf langjährige emotionale Nähe zum Kind verzichten müssen.

Schussel
15.01.2008, 21:37
Ich war selbst jahrelang alleinerziehend, und habe daher den Artikel mit hohen Erwartungen gelesen. Es stimmt sicher vieles, jedoch haben auch viele verheiratete berufsttätige Frauen die selben Probleme: Kinderbetreuung. Sicher steht einem der Partner zur Seite, jedoch ist dies oft nicht möglich. Viele Männer in meinem Bekanntenkreis kommen nicht vor 20.30 Uhr nach Hause, sei es aufgrund der harten Konkurrenz bei Selbständigen, dem weiten Anfahrtsweg oder einfach den Anforderungen die nicht bis 17 Uhr erfüllt werden können.
Ich bin auch komplett alleine für die Betreuung der Kinder, Haushalt etc. zuständig un d muß schauen, wie ich das mit meinem Job organisiert bekomme (Ausnahme: Ferienzeiten, da teilen wir unseren Urlaub auf). Der entscheidende Vorteil ist jedoch, daß man noch einen Partner im Hintergrund hat, einen, der die Verantwortung mitträgt, einem zuhört, für die Kinder am Wochenende da ist. Jemand, der nicht alleinerziehend war, kann diesen Unterschied nicht nachvollziehen. Aber er ist riesengroß.
Und die Steuerklasse II ist eine Unverschämtheit! Ein alleinerziehender Vater hat netto deutlich weniger als ein verheirateter kinderloser Mann, dessen Frau zu Hause ist. Sehr gerecht.

Karin11555
15.01.2008, 21:38
Dann wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn ihre Frauen ihnen dazu die Möglichkeit gegeben, und einen gewichtigen finanziellen Beitrag zum Familieneinkommen beigetragen hätten. Dann hätten die Kollegen auch nicht auf langjährige emotionale Nähe zum Kind verzichten müssen.


So gut wie jeder Vater steckt beruflich ebenfalls zurück, denn die kinderlosen Singles ziehen beruflich locker an ihm vorbei, können Überstunden machen Weiterbildungen und alles was dem Chef gefällt weil sie keine familiären Verpflichtungen haben.

Was denn nun, alle außer meine Kollegen? Und das sind im Laufe von 30 Jahren einige!

lom, es hat keinen Sinn, wie ich wieder einmal feststellen muss, du drehst alles so, wie es dir in den Kram passt.

Mit so einem "Diskussionspartner" erübrigt sich jeder Versuch!

lordsofmidnight
15.01.2008, 21:40
Mit so einem "Diskussionspartner" erübrigt sich jeder Versuch!

Dito. :smirksmile:

Inaktiver User
15.01.2008, 21:43
.
Und die Steuerklasse II ist eine Unverschämtheit! Ein alleinerziehender Vater hat netto deutlich weniger als ein verheirateter kinderloser Mann, dessen Frau zu Hause ist. Sehr gerecht.


108 Euro Freibetrag im Monat ...allerdings gestaffelt nach Einkommen und nicht generell.
Oder irre ich mich da?

Und was Du über die emotionale und zeitliche Unterstützung durch einen Partner geschrieben hast: Ja, ja, und ja!

Hat man sie in der Beziehung aber nicht, ist es alleinerziehend aber besser. Dann hat man dieselben Probleme, aber ohne "Gegenwind" und mit Hoffnung auf Besserung. Und den Kindern geht es besser, weil die Spannung zwischen den Eltern weg ist. Wenn man dann noch zu einem guten Miteinander findet, betreut der Vater auch mal bei Alleinerziehenden das Kind mehr als zuvor in der Beziehung :ooooh:

lordsofmidnight
15.01.2008, 21:49
Und die Steuerklasse II ist eine Unverschämtheit! Ein alleinerziehender Vater hat netto deutlich weniger als ein verheirateter kinderloser Mann, dessen Frau zu Hause ist. Sehr gerecht.

Richtig, stimmt genau. In Deutschland wird die Ehe per Ehegattensplitting bezuschußt, aber keine Kinder. Das Kindergeld ist größtenteils die steuerliche Freistellung des Existenzminimums, selbst dazu mußte der Gesetzgeber erst vom Verfassungsgericht verklagt werden. Das Elterngeld ist recht nett, aber Geringverdiener bekommen meist weniger als bei der vorherigen Regelung. Da Kinder aber Geld kosten, holt sich der Staat auch hier sein Geld wieder rein, per Mehrwertsteuer. Den Kauf einer einzigen Packung Billigwindeln bestraft er mit 1 Euro Mwst. Eltern mit Kindern sind definitiv die Melkkühe dieses Landes, sie verzichten, während andere davon profitieren.

Schussel
15.01.2008, 21:52
108 Euro Freibetrag im Monat ...allerdings gestaffelt nach Einkommen und nicht generell.
Oder irre ich mich da?

Und was Du über die emotionale und zeitliche Unterstützung durch einen Partner geschrieben hast: Ja, ja, und ja!

Hat man sie in der Beziehung aber nicht, ist es alleinerziehend aber besser. Dann hat man dieselben Probleme, aber ohne "Gegenwind" und mit Hoffnung auf Besserung. Und den Kindern geht es besser, weil die Spannung zwischen den Eltern weg ist. Wenn man dann noch zu einem guten Miteinander findet, betreut der Vater auch mal bei Alleinerziehenden das Kind mehr als zuvor in der Beziehung :ooooh:

Die 108 Euro Freibetrag sind nicht nach Einkommen gestaffelt. Wieviel Du mehr auf dem Konto hast, richtet sich jedoch nach Deinem persönlichen Steuersatz.

Und das mit der Unterstützung in der Partnerschaft wird mE von vielen Alleinerziehenden oft etwas verklärt gesehen. Denn dazu müssen die beruflichen Verhältnisse stimmen und was viel wichtiger ist die Beziehung muß intakt sein.
Ich habe mich viel besser gefühlt, als ich den leiblichen Vater meines Kindes verlassen habe (@lom: und das obwohl er bis zum heutigen Tage keinen Cent Unterhalt bezahlt hat und das Kind nie betreut hat:smirksmile: ). Mit meinen jetzigen Ehemann merke ich, daß es doch eine enorme Erleichterung ist, auch wenn er unter der Woche erst sehr spät nach Hause kommt.

Max
15.01.2008, 21:56
... jedoch haben auch viele verheiratete berufsttätige Frauen die selben Probleme: das hast du völlig Recht... es fehlt einfach an familienfreundlichen Arbeitsplätzen... bzw. am Verständnis der Arbeitgeber.

Ich sehe allerdings kaum eine positive Entwicklung in diese Richtung - eher im Gegenteil. Hier ist es ja auch schon kurz zur Sprache gekommen... bist du nicht flexibel und kannst locker mal ein paar Überstunden einschieben hast du verloren... :knatsch:


=Schussel]Und die Steuerklasse II ist eine Unverschämtheit! Ein alleinerziehender Vater hat netto deutlich weniger als ein verheirateter kinderloser Mann, dessen Frau zu Hause ist. Sehr gerecht.eine alleinerziehende berufstätige Mutter auch nicht... :smirksmile: ... und das der Freibetrag für alleinerziehende (ich weiß jetzt gerade nicht wie er genau heißt) komplett gestrichen wird sowie eine weitere erwerbstätige Person in den Haushalt einzieht verstehe ich auch nicht so recht... vielleicht kann mich da ja mal jemand aufklären?

Schussel
15.01.2008, 22:05
das hast du völlig Recht... es fehlt einfach an familienfreundlichen Arbeitsplätzen... bzw. am Verständnis der Arbeitgeber.

eine alleinerziehende berufstätige Mutter auch nicht... :smirksmile: ... und das der Freibetrag für alleinerziehende (ich weiß jetzt gerade nicht wie er genau heißt) komplett gestrichen wird sowie eine weitere erwerbstätige Person in den Haushalt einzieht verstehe ich auch nicht so recht... vielleicht kann mich da ja mal jemand aufklären?

Ich habe zwar mit dem Staat einen familienfreundlichen Arbeitgeber, aber Verständnis ist in keinster Weise da. Wenn ein Kollege wegen seinem kranken Hund mal früher geht (natürlich muß er die Zeit nacharbeiten), hat jeder Verständnis. Aber bei Müttern wird doch sehr schnell gelästert ("kann sie nicht zu Hause bei den Kindern bleiben, anstelle einen Mann den Arbeitsplatz wegzunehem?").

Der Freibetrag wird gestrichen, wenn z.B. ein volljähriges Kind in einem Ausbildungsverhältnis steht. So mit der Begründung: es liegt ja eine Lebensgemeinschaft mit einer weiteren volljährigen Person vor, also eine wahnsinnige Unterstützung, folglich kein Grund zur "großzügigen" Suvention für Alleinerziehende.

lordsofmidnight
15.01.2008, 22:07
Ich sehe allerdings kaum eine positive Entwicklung in diese Richtung - eher im Gegenteil. Hier ist es ja auch schon kurz zur Sprache gekommen... bist du nicht flexibel und kannst locker mal ein paar Überstunden einschieben hast du verloren... :knatsch:



Sehe ich auch so. Die Tendenz geht leider in die von Dir beschriebene Richtung. Ich hab schon Probleme wenn ich mal 1 oder 2 Tage freinehmen will, weil unser Kind krank ist. :knatsch:

Inaktiver User
15.01.2008, 22:32
... und das der Freibetrag für alleinerziehende (ich weiß jetzt gerade nicht wie er genau heißt) komplett gestrichen wird sowie eine weitere erwerbstätige Person in den Haushalt einzieht verstehe ich auch nicht so recht... vielleicht kann mich da ja mal jemand aufklären?

Der Gedanke dahinter ist, dass man ja Kosten spart, d.h. die Miete geteilt wird.
Im Prinzip stimmt das ja auch, mit jemanden zusammenleben (beide verdienen) ist deutlich billiger, als eine große Wohnung alleine zu berappen. *Seufz*.

Max
15.01.2008, 22:50
Der Gedanke dahinter ist, dass man ja Kosten spart, d.h. die Miete geteilt wird.
Im Prinzip stimmt das ja auch, mit jemanden zusammenleben (beide verdienen) ist deutlich billiger, als eine große Wohnung alleine zu berappen. *Seufz*.ganz genau genommen heißt das aber... wenn ich mit meinem Partner zusammenziehen würde, müßte der (zumindest zu einem Teil) für meine Kinder mit aufkommen, obwohl er sie erst kennengelernt hat als sie schon groß waren...

Schussel
15.01.2008, 22:55
ganz genau genommen heißt das aber... wenn ich mit meinem Partner zusammenziehen würde, müßte der (zumindest zu einem Teil) für meine Kinder mit aufkommen, obwohl er sie erst kennengelernt hat als sie schon groß waren...

Ja, so kann man es sehen. Wenn Du jedoch siehst, wie lächerlich klein der Betrag ist (etwa 20-30 Euro), kann man wohl auf von mit aufkommen sprechen.
Im übrigen bist Du dann nicht mehr alleinerziehend. Denn Dein Partner ist ja auch da und unterstützt Dich, auch wenn er nicht der Vater der Kinder ist.

Max
15.01.2008, 22:58
Im übrigen bist Du dann nicht mehr alleinerziehend. Denn Dein Partner ist ja auch da und unterstützt Dich, auch wenn er nicht der Vater der Kinder ist.Stimmt auch wieder...

nun... dann wiederum könnten wir doch eigentlich als "Familie" durchgehen... und Anspruch auf die bessere Steuerklasse anmelden... oder?... :smirksmile:

Inaktiver User
15.01.2008, 22:59
Ja, so kann man es sehen. Wenn Du jedoch siehst, wie lächerlich klein der Betrag ist (etwa 20-30 Euro), kann man wohl auf von mit aufkommen sprechen.
Im übrigen bist Du dann nicht mehr alleinerziehend. Denn Dein Partner ist ja auch da und unterstützt Dich, auch wenn er nicht der Vater der Kinder ist.

Na, bei mir ist der Betrag schon höher.
Noch mal gefragt: Es kann maximal 108 Euro pro Monat sein? Das ist ja Steuerklasse II = steuerl. Freibetrag im JAhr ca 1300 E.? Oder kapiere ich das jetzt einfach nicht.

Wie auch immer: Die hälftige Mietzahlung von meinem Ex war dennoch deutlich besser, insofern würde ich mit Steuerklasse I mehr sparen, wenn ich einen PArtner hätte, der auch nur 1/3 der Whg. mit bezahlt (damit der Arme ja nix für das Kind mitbezahlt ;-)... nur müssen wir in dem Falle auch mal gucken, wer wieviel isst *kicher*)

Inaktiver User
15.01.2008, 23:01
Stimmt auch wieder...

nun... dann wiederum könnten wir doch eigentlich als "Familie" durchgehen... und Anspruch auf die bessere Steuerklasse anmelden... oder?... :smirksmile:

Kinder ins Heim geben und dafür heiraten ... ginge eher :zwinker:

Max
15.01.2008, 23:09
Na, bei mir ist der Betrag schon höher.
Noch mal gefragt: Es kann maximal 108 Euro pro Monat sein? Das ist ja Steuerklasse II = steuerl. Freibetrag im JAhr ca 1300 E.? Oder kapiere ich das jetzt einfach nicht.wenn ich das richtig verstanden habe dann wirkt sich die Steuerklasse II monatlich nur auf die Beiträge zur Pflegeversicherung und die Höhe der Kichensteuer aus... ob das begrenzt ist weiß ich nicht... kann ich mir aber nicht vorstellen.

Der jährliche Freibetrag für Alleinerziehende liegt (glaube ich) bei 1080€ solange das Kind kein eigenes Einkommen hat... wenn es in einer Ausbildung ist gibt es da noch einen Anderen Freibetrag... der ist etwas niedriger

aber das ist alles ohne Gewähr!!!...Ich bin wahrlich kein Experte auf diesem Gebiet... :peinlich:

Inaktiver User
15.01.2008, 23:18
wenn ich das richtig verstanden habe dann wirkt sich die Steuerklasse II monatlich nur auf die Beiträge zur Pflegeversicherung und die Höhe der Kichensteuer aus... ob das begrenzt ist weiß ich nicht... kann ich mir aber nicht vorstellen.

Der jährliche Freibetrag für Alleinerziehende liegt (glaube ich) bei 1080€ solange das Kind kein eigenes Einkommen hat... wenn es in einer Ausbildung ist gibt es da noch einen Anderen Freibetrag... der ist etwas niedriger

aber das ist alles ohne Gewähr!!!...Ich bin wahrlich kein Experte auf diesem Gebiet... :peinlich:

Ich ja auch nicht :knatsch: :peinlich: ...


Das hier hilft weiter
http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/buergerdienste_online/buergerservice_a_z/01073/index.html?lang=de

Max
16.01.2008, 08:03
Sehe ich auch so. Die Tendenz geht leider in die von Dir beschriebene Richtung. Ich hab schon Probleme wenn ich mal 1 oder 2 Tage freinehmen will, weil unser Kind krank ist. :knatsch:nun... du hast aber in dem Fall wenigstens noch deine Frau die sich kümmert!

Ich z.B. muß mit 25 Tagen Urlaub die gesamten Ferien und auch noch eventuelle Krankheitstage für 2 Kinder, Behördengänge, wasweißichnoch abdecken... ist manchmal gar nicht nicht so einfach... :knatsch:

Ich kann nur von Glück sagen das meine Kids bei der Trennung schon recht selbstständig waren und allein zu Hause bleiben konnten (mußten)... bei kleineren Kindern wäre ich vermutlich längst verzweifelt...

lordsofmidnight
16.01.2008, 08:37
Ich z.B. muß mit 25 Tagen Urlaub die gesamten Ferien und auch noch eventuelle Krankheitstage für 2 Kinder, Behördengänge, wasweißichnoch abdecken... ist manchmal gar nicht nicht so einfach... :knatsch:



Wenn Du Alleinerziehende bist, hast Du doch 20 Tage Anpruch auf Urlaub wenn die Kids mal krank sind. Nutzt Du die nicht?

Max
16.01.2008, 08:39
Wenn Du Alleinerziehende bist, hast Du doch 20 Tage Anpruch auf Urlaub wenn die Kids mal krank sind. Nutzt Du die nicht?die stehen dir zu bis das Kind 12 ist...


danach werden Kinder nicht mehr ernsthaft krank!... :knatsch:

Inaktiver User
16.01.2008, 08:46
Wenn Du Alleinerziehende bist, hast Du doch 20 Tage Anpruch auf Urlaub wenn die Kids mal krank sind. Nutzt Du die nicht?

Theoretisch eine nette Sache. In der Praxis häufig tödlich.

Nimm sie und Du kannst Dir sicher sein, dass Deine Vertragsverlängerung nicht mal angedacht wird.

Ich kenne viele allein erziehende und nur eine, die diese Krankheitstage mehr als einmal nahm. Zum einen ist es ein Aufwand, sie zu beantragen und die Verwaltung ist genervt und zum anderen verliert man dabei über 30 % des Einkommens, was für die meisten nicht ohne weiteres zu verschmerzen ist.

Ich jedenfalls hab das einmal gemacht und danach nie wieder und das obwohl ich mit einem kleinen Kind plötzlich allein da stand. Hätte ich anders gehandelt wäre ich heute mit Sicherheit nicht in dem Beruf, was mir mein Chef auch mal durch die Blume zu verstehen gab.

Lilian

lordsofmidnight
16.01.2008, 10:36
Theoretisch eine nette Sache. In der Praxis häufig tödlich.

Nimm sie und Du kannst Dir sicher sein, dass Deine Vertragsverlängerung nicht mal angedacht wird.

Ich kenne viele allein erziehende und nur eine, die diese Krankheitstage mehr als einmal nahm. Zum einen ist es ein Aufwand, sie zu beantragen und die Verwaltung ist genervt und zum anderen verliert man dabei über 30 % des Einkommens, was für die meisten nicht ohne weiteres zu verschmerzen ist.

Ich jedenfalls hab das einmal gemacht und danach nie wieder und das obwohl ich mit einem kleinen Kind plötzlich allein da stand. Hätte ich anders gehandelt wäre ich heute mit Sicherheit nicht in dem Beruf, was mir mein Chef auch mal durch die Blume zu verstehen gab.

Lilian


Mir ist das Problem durchaus bekannt. Meine Frau hat nur einen Minijob, und somit keinen Anspruch zu Hause zu bleiben wenn unser Kind mal krank ist. Passiert die Krankheit während ihrer Arbeitszeit, darf ich beim Chef um Freistellung bitten. In der Praxis steht dann am Ende des Jahres in der Personalakte, daß ich 10 Tage krank war, obwohl ich nur mein krankes Kind betreut habe, und selber Null Krankheitstage hatte.

Max
16.01.2008, 10:41
In der Praxis steht dann am Ende des Jahres in der Personalakte, daß ich 10 Tage krank war, obwohl ich nur mein krankes Kind betreut habe, und selber Null Krankheitstage hatte.das ist normal...

ich kenne es eigentlich nur so, dass man sich als Elternteil selber "krank schreiben lassen muß" wenn man das Kind wegen Krankheit betreut...

Äh... übrigens... auch bei einem Minijob sollte diese Regelung doch gelten... oder nicht?

Inaktiver User
16.01.2008, 10:41
nun... du hast aber in dem Fall wenigstens noch deine Frau die sich kümmert!

Ich z.B. muß mit 25 Tagen Urlaub die gesamten Ferien und auch noch eventuelle Krankheitstage für 2 Kinder, Behördengänge, wasweißichnoch abdecken... ist manchmal gar nicht nicht so einfach... :knatsch:

Ich kann nur von Glück sagen das meine Kids bei der Trennung schon recht selbstständig waren und allein zu Hause bleiben konnten (mußten)... bei kleineren Kindern wäre ich vermutlich längst verzweifelt...

Das ist ja der kleine... feine Unterschied zum Alleinerziehend sein ... das mit der Frau. Wenn die nur einen Minijob hat und sonst zuhause die Arbeit stemmt... wo ist das Problem? So einen Mann würde ich nehmen :zwinker:

Inaktiver User
16.01.2008, 10:45
das ist normal...

ich kenne es eigentlich nur so, dass man sich als Elternteil selber "krank schreiben lassen muß" wenn man das Kind wegen Krankheit betreut...

Äh... übrigens... auch bei einem Minijob sollte diese Regelung doch gelten... oder nicht?

Glaube schon.
Die Praxis, die Du nennst, kenne ich auch. Genau so.
Ich habe allerdings ein Team, wo ich dieses Praxis (wir besprachen das Thema Frauen/Beruf/Alleinerziehende) mal erörtert habe und mir explizit klar gemacht wurde, dass ich meine gesetzlichen Ansprüche definitiv wahr nehmen soll.

Ich habe so :ooooh: geguckt. Allerdings ist meine Chefin eine Frau... und unsere arbeitenden Leute Eltern... da wird schon versucht, Hotelübernachtungen zu vermeiden, damit er/sie abends wieder zuhause ist und morgens die Kinder sieht. Dadurch werden Dienstreisen auch mal nicht ganz billig...

Inaktiver User
16.01.2008, 10:47
P.S. Ich habe aber klar gesagt, dass ich bei Windpocken usw. des Kindes nicht zuhause bleiben würde, sondern die Pflege teilweise delegieren würde. Müssen die Großeltern vom Ende der Republik ran :liebe: - bin ich froh, dass ich die habe!

fraueastwood
16.01.2008, 13:26
Nun, wenn Du diese Fakten ignorierst - Dein Problem. Ein Verbot darauf hinzuweisen gibt es IMHO noch nicht...
hallo,
kann es sein, das du dich mit deinem Artikel hier nur breitmachst, weil du nix besseres zu tun hast und gerne provozierst..?
bin alleinerziehend, weil mein ex sich kein leben mit kind mehr wollte-hat schon 2 aus ehe 1
er kümmert sich im rahmen der normalen WE-regelung schon, auch unter der woche wenn ich niemanden für meine tochter (4) habe. ich arbeite 40h, habe auch kein bock auf sozialhilfe etc mehr- sorry, frau p. aus h.dorf...:smirksmile:
normal läuft es bei mir mit verschiedenen betreuungspersonen, dazu braucht man ein stabiles netzwerk.
kenne viele mütter, denen es nicht so gut geht wie mir! die situ ist echt nicht ohne!!!!!!!!!!!!
liebe grüsse an alle alleinerziehenden!!!!!!!!!!!

katja_m
16.01.2008, 13:45
Mir ist das Problem durchaus bekannt. Meine Frau hat nur einen Minijob, und somit keinen Anspruch zu Hause zu bleiben wenn unser Kind mal krank ist. Passiert die Krankheit während ihrer Arbeitszeit, darf ich beim Chef um Freistellung bitten. In der Praxis steht dann am Ende des Jahres in der Personalakte, daß ich 10 Tage krank war, obwohl ich nur mein krankes Kind betreut habe, und selber Null Krankheitstage hatte.

Also, bei uns ist das so geregelt, dass die Tage, die man 'frei' hat wg. eines kranken Kindes, als Sonderurlaub zusätzlich zum normalen Urlaubsanspruch gutgeschrieben werden, sobald eine Krankmeldung eines Arztes mit Betreuungsnotwendigkeit für das Kind vorliegt - nicht als Kranktage.

Chaoshexe
16.01.2008, 14:58
Nun denn, er ist weg, der Troll., Ansonsten "edit" denn ich will ja nicht nach dem Gegangenen treten;-):freches grinsen:

Nochmal zum aktuellen Thema:
Als ich mich nachdem meine damals 3 jährige endlich einen Kigaplatz hatte wieder in meinem ursprünglich erlernten Beruf bewarb wurde ich bei JEDEM Arzt mit der Begründung: "Was machen sie denn wenn ihr Kind mal krank ist?" abgeschmettert.
Dies geschah natürlich weil mein jetziger Exmann zu der Zeit auch nicht als Betreuungsperson in Frage kam, der hatte damals schonmal die Familie(Tochter und mich)verlassen, mit der Begründung: "Weiss nicht ob ich die Familie noch will, will meine Freiheit, weiss nicht wo meine Prioritäten liegen"(die lagen wie sich herrausstellte damals auch schonmal im Bett seiner Praktikantin).
Hat mich damals schon extrem irritiert das ICH gefragt werde was mit meinem Kind ist während ich arbeite, und wer fragt den Mann der sich bewirbt?
Da wird es einfach vorrausgesetzt das dieser eine Betreuung für seine Kinder hat:ooooh:
So gesehen werden die alleinerziehenden Mütter immer schlechter wieder an eine Arbeitsstelle kommen als die Männer (bei denen wird einfach vorrausgesetzt das sie das Kind versorgt haben von einer aufopfernden Frau).

Gleich ist da nichts, es wird immer noch obwohl wir im 21 Jahrhundert leben mit zweierlei Maß gemessen wenn es um die Kinder geht.


Grüsse an Alle Alleinerziehenden

Chaoshexe

Womanatwork
17.01.2008, 10:39
Q lordsofmidnight]Alleinerziehende werden von der Gesellschaft im Stich gelassen? Seit wann denn das? Im Gegenteil, keine gesellschaftliche Gruppe ist so privilegiert, angefangen von gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor der Aufnahme außerhäusiger Erwerbstätigkeit, über vielerlei öffentliche Vergünstigungen bis hin zum kostenlosen staatlichen Inkassoservice für zivilrechtliche Unterhaltsansprüche.

Du hast doch nen Knall: Der "staatliche Inkassoservice", den du wohl kennst, ist nur für den Kindesunterhalt, im Namen des Kindes wird Unterhalt gefordert und eingetrieben, nicht für die Mütter!

Ich kenne beide Seiten, habe 1 uneheliches Kind 10 J. und eine eheliche Tochter von 6 J. und lebe seit 2 Jahren mit ihnen allein, habe endlich einen Halbtagsjob mit tollen Chefs, die mir keine Steine in den Weg legen. Aber auch ich kenne die Ängste um Kinder und Job, dann noch immenser Druck vom ersten Vater, der egal wie ich es mache, alles ankreidet. Gehe ich arbeiten, vernachlässige ich den Sohn, gehe ich nicht, bin ich ne faule Sau!
Hilfe vom Jugendamt gabs erst, als ich einem Familienrichter einen persönl. Brief schrieb, der hat dann das JA beauftragt sich die Sache anzusehen und dann mußte ich zur selben Dame, die mich mehrmals hat abblitzen lassen. Nun mußte ich mir einen Anwalt nehmen, weil der Vater auf meinen Hilferuf sich sorfort durch einen Anwalt verteten ließ, ich hoffe die Kosten hierfür werden dem auferlegt. JA ist sehr träge und oberflächlich.
Schlimm finde ich, dass seit neuestem durch einen neuen Freund sofort der Ehegattenunterhalt gekürzt wird oder ganz wegfällt, weil davon ausgegangen wird, dass der Neue zahlen kann. Da werden es die Frauen immer schwerer haben einen neuen Mann zu finden und die Männer werden sich hüten sich ein Klotz ans Bein zu hängen. Schweinerei ist das. Auch die Überobligatorische Arbeit fällt weg ab dem 3. Lebensjahr, aber die Betreuung ist schwer zu finden. Das stimmt doch hinten und vorne nicht.
Trotzdem bereue ich die Trennung nicht, möchte den Kindern auch keine schlechte Ehe vorleben, nur der Kinder wegen. Wer bin ich denn, das ich so was in Kauf nehme aus finanz. Gründen?

Iris63
17.01.2008, 12:16
Hallo,
ich bin nicht allein erziehend, oder doch?
Habe zwei Kinder und einen Mann, der 60 - 70 Stunden pro Woche außer Haus ist. Wenn er da ist, ist er müde oder muss noch zuhause arbeiten. Ich habe schon 4 Monate nach der Geburt des ersten Kindes wieder in Teilzeit gearbeitet, weil ich 1. den beruflichen Anschluss nicht verlieren wollte und zweitens die Haushaltskasse aufbessern musste. Nach dem 2. Kind habe ich 18 Monate pausiert, wobei ich aber Heimarbeit hatte. Das machte ich, wenn die Kinder schliefen, wenn ich nicht zuviel Hausarbeit (Wäsche, Wohnung, usw.) liegen hatte.
Zusätzlich zu denTätigkeiten einer wirklich alleinstehenden Alleinerziehenden mit Kind hatte ich wie alle Ehefrauen natürlich auch noch einen Mann, weshalb der Haushalt natürlich etwas größer ist.
Hilfe und Unterstützung hatte ich keine. Beide Kinder waren Schreibabys, Großeltern wohnten zu weit weg, Familie war sonst auch keine vorhanden, da es uns beruflich bedingt weit weg von ihr verschlagen hatte.

Ich weiß sehr genau, was es heißt, sich mit sehr wenig Geld rumzuschlagen und mit allem allein da zu stehen. Um einen Kindergartenplatz für das ältere Kind ( 20 Monate älter als das zweite) musste ich lange kämpfen - Allein erziehende wurden nämlich bevorzugt!

Ich musste meine Kinder für sehr teures Geld stundenweise von einer Tagesmutter betreuen lassen, um vormittags einer Teilzeitarbeit nachgehen zu können.

Private Freuden, wie Kino, Tanzen oder Freunde treffen, blieben auch bei mir auf der Strecke. Mein Mann war viel unterwegs, ich oft alleine und gemeinsam ausgehen, ging schon gar nicht, weil das Geld für den Babysitter fehlte und das Ausgehen einfach zu teuer war.

ich weiß auch als Ehefrau, was es heißt, soziale Kontakte auf ein Minimum herunter schrauben zu müssen.
Und ich bin sicher, dass das vielen Ehefrauen so geht.

Heute muss ich folgendes mit ansehen:
Mein Mann hat den Fehler begangen und hat sich mit einer anderen Frau eingelassen. Diese verfolgte ganz offensichtlich ein bestimmtes Ziel, sie ist mir gut bekannt, eine Mitarbeiterin. Sie ist halb so alt wie ich bzw. mein Mann, teilte mir sogar sozusagen chiffriert ihren Kinderwunsch mit und erzählte mir von einem tollen Mann, der dafür in Frage käme. Tja, dieser "tolle Mann" war mein Mann, der sich dummerweise auf eine Affäre eingelassen hatte. Die junge Frau hat selbst nie verhütet und es dem Zufall überlassen, ob sie schwanger würde. Mein Mann hat verhütet, aber es ging halt doch schief.
Jetzt sieht das so aus: Sie erhält Elterngeld, wovon sie sich 300 Euro nicht als Einkommen anrechnen lassen muss. Sie fordert von meinem Mann Betreuungsunterhalt in Höhe der Differenz zu ihrem letzten Nettoeinkommen, was über 1200 Euro lag. Dazu spekuliert sie auch einen Kindesunterhalt in Höhe von über 300 Euro!! Sie weicht trotz Vorlage aller Unterlagen nicht von ihren Forderungen ab und verlangt Einschränkungen für mich als Ehefrau im Familienunterhalt, um ihre Forderungen durchzusetzen. Eine Einigung ist nicht in Sicht, es läuft wohl auf eine richterliche Entscheidung raus. Vielleicht eine der ersten nach dem neuen Unterhaltsrecht in so einer Konstellation. Sie besitzt eigenes Vermögen in nicht unbeträchtlicher Höhe, was sie aber nicht antasten will. Ihr Anwalt vertritt offenbar dieselbe Meinung.

Fakt soll demnächst nach ihren Forderungen sein, dass ich zusehen soll, wie die junge Frau drei Jahre Erziehungsurlaub nimmt und mit mehr als 2000 Euro es sich gut gehen lassen möchte, während mein Mann und ich erhebliche Einbußen unseres in den letzten Jahren hart erarbeiten Einkommens hinnehmen sollen, um finanziell wieder da anzufangen, wo wir vor 18 Jahren standen. Begründung im Gesetz: Die ledige Mutter soll ihre Lebensstellung trotz Kind behalten. Sie soll sogar unterhaltsrechtlich bevorzugt behandelt werden gegenüber der Ehefrau, deren Kinder ja schon älter sind, weil man angeblich einer ledigen Mutter keine Berufstätigkeit vor Eintritt des Kindes in das 4. Lebensjahr zumuten kann. Fragt man sich allerdings, für wen Frau von der Leyen die vielen Krippenplätze schaffen möchte? Nur für die engagierten verheirateten Mütter und die ledigen, die das Pech haben, keinen Mann derart ausnehmen zu können und die ledigen, die genug Stolz besitzen, sich nicht nur aushalten zu lassen, sondern auch etwas zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen?
Und was ist mit dem Vater? Der gibt seinen Lebensstandard ob der hohen finanziellen Forderungen gezwungener Maßen auf, wie auch seine Ehefrau und seine Kinder?

Es ist schwer, Kinder aufzuziehen, besonders, wenn das Geld knapp ist. Aber Einschnitte nehmen auch Verheiratete hin, auch der Verlust der sozialen Kontakte ist gegeben bei Verheirateten.
Rückgriff auf Freunde, Verwandte, Oma und Opa ist bei beiden Gruppen ähnlich oft oder selten möglich, so dass sowohl Verheiratete wie auch Alleinerziehende mal mehr mal weniger in den Genuss kommen. Das ist kein Problem von Alleinerziehenden, es ist auch nicht zwangsläufig ein Problem von Alleinerziehenden.


Es gibt also auch solche Fälle und ich finde, viele machen es sich zu leicht, wenn sie nur die Alleinerziehenden für sich betrachten. Kann mich nicht erinnern, je was gelesen zu haben über verheiratete Frauen, die an der Mehrfachbelastung leiden, die sie zweifelsohne haben. Sie haben in der Regel auch noch einen größeren Haushalt zu führen und das Verheiratetsein heißt noch lange nicht finanzielle und soziale Sorglosigkeit. Nicht jede Frau ist mit einem gut verdienenden Mann verheiratet, der um 9 zur Arbeit geht, vorher die Kinder in den Kiga bringt und um 16.30 den Einkauf erledigt.
Das wollte ich nur mal zu Bedenken geben.

Danke
Iris

annapaulemax
17.01.2008, 12:18
Hallo Brigitte Team

Wünsche an die Politik? Da hätte ich:

- Abschaffung des völlig überholten Ehegattensplittings. Dafür eine Art Familiensplitting - Steuern nach Familienmitgliedern.

- Ehegattenunterhalt abschaffen, dafür die Sätze der Düsseldorfer Tabelle anheben.

- Flächendeckende Betreuungsangebote für Kinder ab Kleinkindalter.

- Schulen müssen Ganztagsbetreuung anbieten und natürlich eine Verpflegungsmöglichkeit.

- Das Elterngeld wird wirklich 50/50 auf die Eltern verteilt - sie 7 Monate, er 7 Monate.

Und, so weit dies der Politik möglich ist, Förderung von Teilzeitarbeitsplätzen. Vielleicht gehen ein paar hochrangige Politiker, beispielsweise Minister, mit gutem Beispiel voran und reduzieren ihre Arbeitszeiten um sich um ihre Kinder zu kümmern?

Viele Grüsse

annapaulemax

Tigress
17.01.2008, 13:18
Wünsche an die Politik? Da hätte ich:

- Abschaffung des völlig überholten Ehegattensplittings. Dafür eine Art Familiensplitting - Steuern nach Familienmitgliedern.



Das waere wuenschenswert.

Ich bin seit 7 jahren AE mit drei Kindern.
Als ich mich trennte, wurde ich von Steuerklasse 3 in 2 umgesiedelt was eine Gehaltseinbusse von ca minus 500 Euro brachte.

Man sagte ich sei jetzt keine Familie mehr, da stehe mir die Steuerklasse 3 nicht zu.

Jedes Jahr muss ich zum Finanzamt tappern um mir die volle Kinderzahl wieder eintragen zu lassen.
Mein Ex Mann hat noch nie und wird auch nie Unterhalt bezahlt. Ich finde es bedauernswert, dass in diesem Staat so etwas einfach so flogenlos geht.

Das wird in anderen Laendern anders gehandhabt.

Inaktiver User
17.01.2008, 13:30
Eine kaum bekannte strukturelle Benachteiligung seh ich z.B. auch darin, dass bei Krediten Unterhaltszahlungen nicht als Einkommen zählen.

Mir wurde jedenfalls mit der Begründung ein Bauspardarlehen verweigert.

katzenmarion
17.01.2008, 14:29
Ich bin seit 17 Jahren unfreiwillig alleinerziehend und wenn ich heute darüber nachdenke frage ich mich wie habe ich das alles nur geschafft. Von dieser Zeit bin ich jetzt 13 Jahre voll berufstätig. Mein Sohn geht noch zur Schule macht hoffentlich nächstes Jahr Abitur. Was habe ich in der ganzen Zeit nur durchstehen müssen, ob das Kindergarten oder Schule war oder auch nur im privaten Bereich. Immer wieder steht man vor Mauern die man überwinden muß. Ich habe in dieser Zeit mal ganz selten gelebt, nur funktioniert. Und wer spricht von der Einsamkeit, wenn man abends alleine zu Hause sitzt und ein schlafendes Kind bewacht. Der Vater?, der wollte mit seinem Sohn nichts mehr zu tun haben und hat jeglichen Kontakt sofort abgebrochen und hat das auch damals beim Scheidungstermin dem Richter kundgetan. Also auch keine Entlastung alle 14 Tage am Wochenende. Dann die Sorgen die man sich macht. Das kann glaube ich keiner ermessen der nicht selber in der Situation war oder ist. Ich wünsche es niemanden und freue mich wenn ich in meinem Bekanntenkreis sehe wie sich junge Familien gemeinsam um ihre Kinder kümmern.

Schussel
17.01.2008, 14:38
Hallo,
ich bin nicht allein erziehend, oder doch?
Habe zwei Kinder und einen Mann, der 60 - 70 Stunden pro Woche außer Haus ist. Wenn er da ist, ist er müde oder muss noch zuhause arbeiten. Ich habe schon 4 Monate nach der Geburt des ersten Kindes wieder in Teilzeit gearbeitet, weil ich 1. den beruflichen Anschluss nicht verlieren wollte und zweitens die Haushaltskasse aufbessern musste. Nach dem 2. Kind habe ich 18 Monate pausiert, wobei ich aber Heimarbeit hatte. Das machte ich, wenn die Kinder schliefen, wenn ich nicht zuviel Hausarbeit (Wäsche, Wohnung, usw.) liegen hatte.
Zusätzlich zu denTätigkeiten einer wirklich alleinstehenden Alleinerziehenden mit Kind hatte ich wie alle Ehefrauen natürlich auch noch einen Mann, weshalb der Haushalt natürlich etwas größer ist.

Es gibt also auch solche Fälle und ich finde, viele machen es sich zu leicht, wenn sie nur die Alleinerziehenden für sich betrachten. Kann mich nicht erinnern, je was gelesen zu haben über verheiratete Frauen, die an der Mehrfachbelastung leiden, die sie zweifelsohne haben. Sie haben in der Regel auch noch einen größeren Haushalt zu führen und das Verheiratetsein heißt noch lange nicht finanzielle und soziale Sorglosigkeit. Nicht jede Frau ist mit einem gut verdienenden Mann verheiratet, der um 9 zur Arbeit geht, vorher die Kinder in den Kiga bringt und um 16.30 den Einkauf erledigt.
Das wollte ich nur mal zu Bedenken geben.

Danke
Iris

Hallo Iris,
Deine Situation ist wirklich unschön. Aber sie wird nicht besser davon, wenn Du Alleinerziehende allgemein in ein etwas schlechteres Licht rückst.
Mein Mann ist jede Woche Minimum 75 Stunden außer Haus (wenn er eine Dienstreise hat, natürlich deutlich mehr), ich bin auch für alles alleine zuständig. Trotzdem ist meine Situation viel schöner, als zu Zeiten, in denen ich alleinerziehend war. (obwohl ich auch da nicht unglücklich war:smile: ).
Wirf Deinen Mann raus, kündige Deinen Job, versuche einen neuen zu finden, kündige die KitaPlätze (als Alleinerziehende bekommst Du ja sofort einen neuen:freches grinsen: ). Dann weißt Du was es heißt. Ach ja, ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt ist: Deine Kontakte zu anderen Frauen werden sich deutlich verändern, egal wie blöd ihre Männer sind: Du bist als Alleinerziehende in ihren Augen immer eine Konkurrenz und würdest alles tun, um ihren Mann zu krallen.:zwinker: :knatsch:

Ich gebe Dir recht: auch als berufstätige verheiratete Frau hast Du eine enorme Doppelbelastung. Die Arbeit ist vielleicht noch mehr, da Du unendlich viele Hemden bügeln mußt... Was aber der entscheidende Vorteil ist: Du hast seelische Untersützung, einen Vater, der seine Kinder vielleicht selten sieht, aber dennoch die volle Verantwortung übernimmt. Wenn dem nicht so ist, gebe ich Dir recht: dann hast Du es noch schwerer als die Alleinerziehenden. Aber dann solltest Du den Kerl auch schnellstens zum Teufel jagen.

LC
17.01.2008, 14:44
ich studiere und bin seit geburt meiner tochter vor knapp einem jahr alleinerziehend, habe gottseidank (oder leider) meine eltern die mir wirklich helfen und wo wir auch noch wohnen, weil es anders gar nicht zu finanzieren wäre. was es eh nicht ist, denn bald läuft das elterngeld aus und ich habe dann nur noch das kindergeld meiner tochter um ihre sachen zu bezahlen, dass ich mich selbst krankenversichern muß ist egal, die uni will auch irgendwie bezahlt werden und jobs für einen tag in der woche finden sich hier nicht, und ich möchte auch nicht unbedingt 20 semester studieren...
ich wollte den familienpass beantragen, und den gibt es nicht da ich ja nicht richtig alleinerziehend bin. wow. meine eltern sagten schon sie hätten mich rausschmeißen müssen damit ich überhaupt irgendetwas vom staat bekomme, oder ich müßte meine studium schmeissen und einen auf "ich hab keien bock zu arbeiten" machen.
schade dass es immer heißt dass der bürger sich selber kümmern sollte, und wenn man ebendies macht, bekommt man gar nichts

Iris63
17.01.2008, 14:53
Mein Ex Mann hat noch nie und wird auch nie Unterhalt bezahlt. Ich finde es bedauernswert, dass in diesem Staat so etwas einfach so flogenlos geht.

Das wird in anderen Laendern anders gehandhabt.

Hallo Tigress,
bei uns ist es eher so, dass der unterhaltspflichtige Kindsvater verfolgt wird bis sonstwohin. Von Anwälten und der Kindsmutter. Sie stellt Forderungen in utopischen Höhen und droht mit Zwangsvollstreckung. Rücksichtslos versucht sie das neue Unterhaltsrecht für sich auszulutschen und hat keine Skrupel unsere Familie zu ruinieren. Sie fordert sogar Vermögensaufstellungen um feststellen zu können, ob sie nicht noch mehr Kindesunterhalt holen kann, als das Einkommen des Vaters zulässt. Die Einkommensnachweise greift sie an, die Kosten, die der Vater vorweg abziehen möchte - und auch darf - akzeptiert sie nicht und zweifelt deren Notwendigkeit an, selbst wenn es um die ehelichen Kinder des Mannes geht. Immer mit der Androhung einer Klage, immer mit der Behauptung: Du hast meine Lebensstellung aufrecht zu erhalten, die Belange Deiner Frau haben hinten an zu stehen!

Sowas machen Unterhaltsgesetze wie das Neue möglich!

Mein Mann zahlt das, was er unter Zugrundelegung seines Einkommens zahlen muss bzw. was laut Düsseldorfer Tabelle vorgegeben wird, obwohl die keine Gesetzeskraft hat sondern nur Richtwert ist. Ihm wird fast alles aberkannt, obwohl er einen hohen Betrag zahlt und mir kann ja keiner erzählen, dass Säuglinge unterschiedlich hohe Bedarfe haben.


Er wird wie ein Verbrecher behandelt.
Ein Mann und eine Frau hatten eine "verbotene" Affäre. Beide sind erwachsen. Die Frau verhütet nicht, nur der Mann. Wo war die Verantwortung einer solchen Frau? Warum will jemand von einem verheirateten Mann ein Kind?

Sein Anwalt sagt, würde er nicht zahlen, hätte er eine Klage am Hals und das wird teuer für ihn, weil er im Falle des Unterliegens auch noch die gesamten Streitkosten zu tragen hat. Die ledige Mutter hat das Problem sowieso nicht, die kann ja mit Prozesskostenhilfe klagen - im Namen des Kindes!

Also, warum klagen Sie nicht?

Wenn sie keinen Erfolg der Klage sehen, weil ihr Mann nicht leistungsfähig ist, dann ist er nicht leistungsfähig. Dann ist das so, woher soll er das Geld nehmen?
Er hat einen Selbstbehalt, alles darüber muss er für die Kinder einsetzen. Liegt er unter dem Selbstbehalt, KANN er nicht zahlen, dann müssen Sie zum Jugendamt und sich Unterhaltsvorschuss zahlen lassen. Ganz leer geht doch keiner aus.
Es ist vielleicht nicht so viel, wie sich eine Mutter wünscht, aber immerhin etwas.
Auch in einer Ehe fehlt oft Geld, denn das Gehalt der Mutter fällt ja auch vollständig weg, wenn sie die Kinder betreut.

Ich bin selbst als Kind einer Alleinerziehenden groß geworden und das war bestimmt nicht immer lustig. Auch hat mein Vater nur sehr wenig gezahlt und immer heftig debattiert. Urlaube gab es nicht, schöne, neue Kleidung auch nicht, eine neue Hose und einen Pullover zu Weihnachten. Aber wir Kinder hatten trotzdem eine ganz gute Kindheit und haben eine gute Ausbildung. Meine Mutter war immer berufstätig, mindestens 30 Stunden pro Woche bis ich 14 wurde, dann Vollzeit. Sie hat für sich selbst gesorgt und auch für uns, weil der Vater wenig gezahlt hat. Omas waren nicht vorhanden, die sich um uns kümmern und sie entlasten konnten, es war nicht toll, aber auch nicht so schlimm, wie immer behauptet wird. Deshalb bin ich noch lange nicht auf die schiefe Bahn geraten oder geistig verkümmert.
Ich habe mein Abi gemacht und eine gute Ausbildung erhalten.
Zwar unbequem aber eine Wohlstandsgarantie waren Kinder noch nie, eheliche nicht und uneheliche auch nicht.


Ich wünsche allen Alleinerziehenden, dass sie zurecht kommen, aber auch, dass sie nicht im Jammertal versacken, denn für den eigenen Lebensunterhalt sollte man sich selbst auch verantwortlich fühlen. Mehr Hilfen für ALLE Kinder sind sicher nötig, angefangen bei Krippenplätzen - die dann aber bitte auch von Alleinerziehenden genauso zu nutzen sind (von wegen Unzumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit vor dem 4. Lebensjahr....), mehr Kindergartenplätze in Ganztagsbetreuung, ein vernünftiges Schulsystem mit Mittagessen, Lehrmittelfreiheit und Änderung des Kindergeldes. Das erste Kind sollte mehr erhalten als das 2. und jedes weitere, weil für das 1. Kind die Kosten immer am höchsten sind. Alles muss erstmalig angeschafft werden, die weiteren profitieren davon.
Mehr Teilzeitarbeitsplätze aber auch die Bereitschaft der Mütter, flexibel arbeiten zu können - vorausgesetzt, Kinderbetreuungsplätze sind auch endlich flexibel!
Wenn man nach Frankreich schaut, da geht das alles. Berufstätigkeit von Müttern ist da Standard.

Aber bitte nicht immer so tun, als würden Alleinerziehende heute so super schlecht gestellt.

Allerdings - denke ich - muss man unterscheiden, ob eine ledige Frau alleinerziehend ist oder eine geschiedene. Wer einmal geheiratet hat (bis dass der Tod Euch scheidet...) wollte Verantwortung auch für den Partner übernehmen. Das müsste im Unterhaltsrecht mehr berücksichtigt und die Männer stärker mit einbezogen werden. Wenn beide Partner Kinder wollten, sollen auch beide dafür aufkommen und zwar so, dass die Alleinerziehenden dann einigermaßen gut über die Runden kommen.

Wer nie heiraten wollte und dann in einer lockeren Beziehung oder sogar Affäre mit verheiratetem Partner lebt, der ist schon ein bisschen selbst für die Misere Alleinerziehend verantwortlich, oder?

Und wieviele Alleinerziehende (ehemals verheiratete Frau oder enttäuschte Geliebte) kann von sich sagen, dass sie / er alles dafür tut, um das Verhältnis zum ehemaligen Partner so zu gestalten, dass es nicht nur um Geld sondern auch um vernünftige Umgangsregelungen zu den Kindern geht?

Alleinerziehende sind eine starke Truppe, Ihr habt eine große Lobby und das Wort "Kindeswohl" hilft immer öfter, Ansprüche durchzusetzen.

Blauterb
17.01.2008, 14:53
Es gibt also auch solche Fälle und ich finde, viele machen es sich zu leicht, wenn sie nur die Alleinerziehenden für sich betrachten. Kann mich nicht erinnern, je was gelesen zu haben über verheiratete Frauen, die an der Mehrfachbelastung leiden, die sie zweifelsohne haben. Sie haben in der Regel auch noch einen größeren Haushalt zu führen und das Verheiratetsein heißt noch lange nicht finanzielle und soziale Sorglosigkeit. Nicht jede Frau ist mit einem gut verdienenden Mann verheiratet, der um 9 zur Arbeit geht, vorher die Kinder in den Kiga bringt und um 16.30 den Einkauf erledigt.
Das wollte ich nur mal zu Bedenken geben.


Das kenne ich auch noch. Ich habe schon zu Ehezeiten oft gesagt, ich wäre faktisch alleinerziehend. Auch ich mußte -trotz bis zu 80 Wochenstunden Arbeit meines Mannes- unser Einkommen aufbessern und habe mir dafür ein Konstrukt aus Kleinunternehmerin und Minijob um die Kinder herum gebastelt. Auch uns hat es weit weg von der helfenden Verwandtschaft verschlagen und wir mußten uns mühsam alles aufbauen aus unverschuldeten Schulden heraus. Auch die Schwierigkeiten nicht in soziale Isolation zu geraten kenn ich noch aus Ehezeiten.
Und doch ist es -wie ich heute aus zum Teil bitterer Erfahrung weiß- ein großer Unterschied.
Der Vorteil AE zu sein wurde hier schon öfter genannnt: Man schwankt nicht mehr hin und her zwischen Gegenwind und Hoffnung auf Unterstützung. Es ist einer weniger, dem man hinterherräumen muss, weil ers von selbst nicht tut.
Auch die Krise, die oft jahrelang dauert eh frau den einsamen Versuch aufgibt diese Beziehung retten zu wollen, bietet manch wertvolle Chance sich zu entwickeln.
Aber die Nachteile haben in mir -und ich bin ein im Grunde sehr friedfertiger Mensch- in den letzten Jahren immer öfter den Wunsch geweckt steinewerfend zu demonstrieren. Gerade heute habe ich mir überlegt, wo ich wohl das Equipment für einen Amoklauf herbekommen könnte... Aber schwarzen Galgenhumor beiseite:
Ich fühle mich von unserer Regierung regelrecht verscheißert: da wird lang und breit eine Debatte geführt über z.B. Mindestlöhne. Aber keiner verliert ein Wort darüber, dass die Tätigkeit einer Tagesmutter immer noch ein Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung ist für das, was die Kinder dort verzehren usw. Es wird davon ausgegangen, dass Tagespflegekinder keine Arbeit machen und neben den sowieso vorhandenen eigenen Kindern einfach so mitlaufen. Wenn, wie bei mir, das Jugendamt diesen Pflegesatz in Teilen mitfinanziert, darf über die erhabene Summe von 1,47€ pro Kind und Stunde hinaus kein weiteres Geld zwischen Elternteil und Tagesmutter fließen. Nun arbeite ich in einer Wohngruppe für sozial schwierige Mütter mit ihren Kindern. Dort müssen 24h Betreuung an 7 Tagen die Woche abgedeckt werden. Entsprechend sind meine Dienstzeiten. Die Tagesmüttervermittlung unseres Landratsamtes konnte mir niemanden nennen, der solche Betreuungszeiten übernimmt. Also habe ich mir selbst eine junge Kinderpflegerin gesucht, die zu mir nach Hause kommt um meine 9 und 11 Jahre alten Kinder zu betreuen. Normalerweise würde das Jugendamt stolze 1,83€ bezahlen. Da aber die Kinder den eigenen Kühlschrank leeren, gibts nur 1,47€ für die große Verantwortung für zwei Menschenleben....Also ich empfinde das als blanken Hohn! Umso mehr, als hier propagiert wird, es müsse mehr für Kinder getan werden.

Oder ein weiteres Beispiel: Ich lebe seit 11 Jahren in derselben Wohnung und bekam schon zu Ehezeiten Wohngeld. Nun habe ich nach Jahren die zweite Mieterhöhung bekommen und zum "Ausgleich" 30% weniger Wohngeld...
Wie das gehen kann? Ausgaben, wie z.B. Schulgeld, die ich habe, werden nicht mitgerechnet und seit über 10 Jahren sind die Berechnungsgrenzen laut Wohngeldgesetz gleich. Gleichzeitig sagt aber derselbe Gesetzgeber meinem Vermieter das Recht auf Betrag X laut aktuellem Mietspiegel zu.
Ich habe es vier Jahre mit Sozialhilfe und dann HartzIV-Bezug geschafft, mit viel rechnen und sparen, diese Wohnung zu halten. Nun schaffe ich es nicht mehr. Auch hier fühle ich mich einfach verscheissert. Und das sind Beispiele, die nicht nur für AE gelten, sondern für alle Familien.
Ich habe mir auf meiner Arbeitsuche Sprüche anhören dürfen, wie: "Was, Sie haben zwei Kinder? Sind Sie sicher, dass Sie den Job wollen? Ich brauch da schon jemand der zuverlässig ist."
Inzwischen habe ich Glück gehabt und eine Arbeit, die mir wirklich Spaß macht. Mehr im Geldbeutel habe ich deswegen nicht. Eher weniger als zu HartzIV-Zeiten.

Mein Standardspruch -so sehr ich meine Kinder liebe- ist inzwischen: Wer in Deutschland noch Kinder in die Welt setzt, ist bescheuert!
Und doch nehme ich immer wieder den Kampf auf, auch wenn ich oft keine Reserven mehr habe und mich eine einfache Darmgrippe 2 Wochen flach legt.
Ich habe mit Briefen an drei Bundesministerien meinem Frust Luft gemacht und erreicht, dass ich die Ausbildung, die ich unterbrechen musste und nun weiter machen kann, gefördert bekomme. Und wenn ich Mitstreiter fände, würde ich noch mehr Wind machen. Ich finde, wir haben schon zu lang und zu viel geschluckt und uns zu wenig gewehrt. Wir sind viele und wir werden immer mehr. Jede/r von uns hat eine Wählerstimme! Und ich finde wir sollten viel lauter unsere Rechte einfordern! Schließlich ziehen wir die späteren Renten- und Steuerzahler groß!

Iris63
17.01.2008, 15:06
Hallo Schussel,
ich mache nicht alle Alleinerziehenden schlecht!
Ich sehe schon, dass es verschiedene Situationen gibt. Ich berichtete von einer ganz speziellen. Und dass ich keinen Kindergartenplatz bekommen habe, weil Alleinerziehende Vorrang haben, ist eine Tatsache und kein Schlecht machen. Nicht nur ALleinerziehende müssen für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Und Unterstützung, weil ich einen Mann habe?
Das hört sich fast so an, als ob Alleinerziehend ein Fluch wäre, der jegliche Kontakte zur Außenwelt unterbindet.
Ganz so krass ist es ja dann wohl doch nicht.

Ich sage nicht, dass Alleinerziehend leicht ist. Es ist aber in vielen Fällen auch nicht so viel anders als mit - abwesendem - Partner erziehend. Und in einem anderen Beitrag schrieb ich meine Meinung dazu, was im Falle einer Trennung - wenn die Kinder von beiden geplant waren - nötig wäre an Unterstützung durch den Kindsvater. Leider steht da oft die Einstellung der ehemaligen Partner zueinander im Wege.
Wenn ich missverstanden wurde, dann tut mir das leid.
Aber das haben Forenbeiträge oft so an sich.
Liegt auch im Auge des Lesers.

Grüße
Iris63

Inaktiver User
17.01.2008, 15:32
Ich bin auch alleinerziehend, das seit fast 4 Jahren.

Meine beiden Kinder sind 10 und 15 und ich strample mich ab im Job, der bisweilen ein hierzulande schon besser bezahlter ist, doch trotzdem ist es ein Lacher was da raus kommt und für drei dann doch nicht so toll ist.
Ohne meinen Vater, der schon Rentner ist, und ohne die Unterstützung meiner berufstätigen Mutter könnte ich es mir nicht leisten meinen Job in der Form auszuüben.
Ein :prost: und dreifaches "Hoch" auf die Großeltern, die das mitstemmen.
Das ist durchaus nicht selbstverständlich und mir tut es manchen Tag in der Seele leid, das meine Eltern nun Kind Nr. 4 und 5 noch miterziehen.

Der Vater der Kinder sieht sich als "alle 14-Tage Wochenend- Papa" an und klagte noch auf Unterhaltsverringerung, was ihm auch noch gelang. Nur fragt keine Richterin hier am Amtsgericht, wie oft man Pullis, Turnschuhe usw. - was die Kinder eben brauchen- nachkaufen muss. Da sind die 137 Euro, die derzeit bei mir an Unterhalt gezahlt werden für zwei Kinder zusammen, der Lacher des Jahrtausends.

Würde ich Vorschuss beantragen, dann würde ich zumindest für den 10jährigen mehr bekommen, für das 15jährige Kind gibt es ja gar keinen mehr. Da man den Vorschuss aber nur 60 Monate bekommt, muss schon rechnen, wann man das in Anspruch nimmt. Das ist Kinderfreundlich??????????????????????????

Alleinerziehend zu sein ist nicht immer so prickelnd, manchmal wünscht man sich, das man eine tröstende Hand zur Seite hat aber gleichzeitig denken alle: Das ist die Powerfrau, die packt das und kriegt das alles schon gebacken...


Den Worten von Blauterb zum Wohngeld kann ich mich nur anschließen. Ich bin drauf und dran mal nachzufragen, ob ich hier welches bekommen würde. Und ich wette, das ich dafür 10 € zuviel verdiene....

.gerrimee.
17.01.2008, 15:50
@Iris

Du beschreibst die finanziellen Folgen der Affäre Deines Mannes. Wie gedenkt er denn, seiner Vaterrolle für sein Kind gerecht zu werden?

katzenmarion
17.01.2008, 18:14
[QUOTE=suse30]Ich bin auch alleinerziehend, das seit fast 4 Jahren.

Alleinerziehend zu sein ist nicht immer so prickelnd, manchmal wünscht man sich, das man eine tröstende Hand zur Seite hat aber gleichzeitig denken alle: Das ist die Powerfrau, die packt das und kriegt das alles schon gebacken...


Wie sehr ich das kenne, nur weil man alles schafft, denken die Leute die hat doch gar keine Hilfe nötig. Am allerschlimmsten fand ich die Situation beim Sport meines Sohnes wenn die Kinder zu den Spielen kutschiert werden mussten. Da kam dann von den nicht berufstätigen Müttern fahr du mal du hast dich ja weiter keine Familie da hast du ja Zeit. Das bei mir der Haushalt drunter und drüber war, weil ich in der Woche schon keine Zeit und auch Kraft hatte keinen interessiert. Aber um nicht alles schlecht zu machen, ich habe die Zeit auch genossen. Die hab ich mit meinem Sohn gehabt.

frau-doktor
17.01.2008, 18:21
Liebes Brigitte-Team, liebe BriCom!

Prima das Herr Matthias Franz so ein Projekt leitet.

Nur ist es sehr unrealistisch das sich auf Dauer dadurch etwas ändert.

Wo der Vater sich der Verantwortung entzieht muss der Staat unterstützen.

Ein Projekt, wie das von Herrn Franz, kann sicher stärken, ist aber nicht die Lösung des Problems, bzw. der Probleme die einen als Alleinerziehende immer wieder einholen.

Es ist ein grundsätzliches Problem unserer Gesellschaft mit solchen "Problemmenschen" umzugehen.

Wie bei den alten Leuten so auch bei den jungen Menschen wird sich nicht wirklich engagiert.
Kinder und Alte haben keine Lobby!

Beide Parteien sind nicht produktiv für die Gesellschaft und deshalb werden sie von der einen Ecke in die andere gestellt.

Ich könnte mich stundenlang auslassen über meine Erfahrungen als Alleinerziehende, die auch die andere Seite kennt, nämlich wie frau behandelt wird wenn sie die "richtige gesellschaftliche Stellung" hat, aber das ist sicher sinnlos.

Wir sind das Volk der betreuenden Großmütter und ich kann für meine drei Töchter nur hoffen, dass eines Tages mal ein Ruck durch das Hirn unserer Politiker geht.

Uns Alleinerziehenden helfen keine Minischritte, sondern wir brauchen Sieben-Meilen-Stiefel, mit denen man uns sozial und gesellschaftlich entgegen kommt.

Ausserdem lade ich gerne die Verantwortlichen ein, eine Woche "Urlaub" bei mir zu Hause zu machen, damit sie mal einen kleinen Einblick bekommen wie´s denn so aussieht wenn man allem gerecht werden muss/soll und dann hätte ich vielleicht auch jemanden ausserhalb meiner Familie der auf die Kinder aufpasst damit ich den Kurs von Herrn Matthias Franz besuchen kann.

Herzliche Grüße!

Frau Doktor :blumengabe:

hillary
17.01.2008, 19:46
der alleinerziehendenfreibetrag wurde von der spd-regierung unter herrn schröder geköpft, ähh gekappt.

es gab damals einige protestaktionen, unter anderem auch medienkampagnen. auch eine schwester unseres damaligen kanzlers, die alleinerziehend ist, protestierte damals öffentlich.
ich bin seit 17 jahren alleinerziehend, nie ehegattenunterhalt beansprucht und das geschwisterkind meiner ehelichen kinder ist nur ein jahr jünger als unser jüngstes.

ich habe trotzdem keine not gelitten, da ich im osten der republik lebe, die kinder unterbringen konnte und immer vollzeit gearbeitet habe. KU gab es nach mangelfall, da der vater für 3 kinder zu sorgen hat. aber ich empfinde die gleichbehandlung der kinder nicht als ungerecht, denn das außerehelich geborene kind hat keiner gefragt, ob es auf die welt kommen will.

kindsunterhalt ist für das kind und nicht lebensunterhalt für die mutter. aber daran scheitert der rest, weil die bedingungen um mit kind zu arbeiten sich nicht wirklich gebessert haben.
ich bin persönlich viele kompromisse eingegangen, damit meine kinder relativ unbeschwert aufwachsen konnten.

da wo ich lebe, sind berufstätige mütter nix ungewöhnliches, alleinerziehende auch nicht gesellschaftlich geächtet. ist man in der glücklichen lage eine chefin zu haben, die ebenfalls mutter ist, kann man mit viel verständnis rechnen.
zugleich wird dann aber auch engagement bei anwesenheit erwartet.

wenn ich den beitrag vom iris63 lese, denke ich, das es vielen berufstätigen müttern nicht anders geht. allerdings hat ihr mann da einen großen klops in die familie gelegt, den sie nun mitträgt. das ist auch hart.

trotzdem wünschte ich mir eine größere steuerliche entlastung für alleinerziehende.
bafög bekommen meine mittlerweile studierenden kinder nicht, da das gehalt von mama und papa zusammengezählt wird.
wir zahlen also weiter unterhalt, ich doppelt soviel wie der herr papa, da sich sein kind nr.3 noch in der schulausbildung befindet und somit vorrang hat. aber damit bin ich sicher nicht allein.

apropos krankheit beim kind, meine krankenkasse (GKV) bot mir damals bis zum 12. lebensjaher des kindes 20 bezahlte krankentage pro kind, nicht übermäßig viel, aber immerhin

was wünschte ich mir?


steuerliche gleichstellung mit familie,

mehr und bessere betreuungsmöglichkeiten für kinder bis zum 14. lebensjahr,

schulbuchfreiheit

flexiblere arbeitszeitmodelle

mehr hilfsangebote bei krankheit

tja und spezielle angebote für singlemamas/ papas mit mehr als einem kind

ha und noch was eingefallen,

die aufhebung der altersbegrenzung von 12 jahren beim staatlichen unterhaltsvorschuss, das sollte ein zuschuss sein und auch für kinder über 12 gelten oder für diese kinder ein erhöhtes kindergeld bis hartz4 regelsatz

Blauterb
17.01.2008, 22:18
was wünschte ich mir?

steuerliche gleichstellung mit familie,

mehr und bessere betreuungsmöglichkeiten für kinder bis zum 14. lebensjahr,

schulbuchfreiheit

flexiblere arbeitszeitmodelle

mehr hilfsangebote bei krankheit

tja und spezielle angebote für singlemamas/ papas mit mehr als einem kind

die aufhebung der altersbegrenzung von 12 jahren beim staatlichen unterhaltsvorschuss, das sollte ein zuschuss sein und auch für kinder über 12 gelten oder für diese kinder ein erhöhtes kindergeld bis hartz4 regelsatz

Schließe mich voll und ganz an!

Was ich mir noch wünsche:

Die Menschen, die unsere Kinder betreuen- sprich Erzieher (weniger) und Lehrer (mehr)- müssen in pädagogischer Hinsicht viel viel nachholen. Mancher Lehrer mag in fachlicher Hinsicht eine Koriphäe sein und ist dabei pädagogisch und menschlich oft völlig überfordert, weil in den Studiengängen die Erziehungswissenschaften nur einen kleinen Teil der Ausbildung ausmachen. Das muss sich ganz schnell ändern.

Und wenn wir schon dabei sind: warum werden vorab pauschal Studiengebühren erhoben, anstatt jeden Studienabsolventen nach Abschluss seines Studiums und erfolgreichem Einstieg ins Berufsleben seine Studienkosten abstottern zu lassen, wie es bei Bafög längst üblich ist?

Ich denke mit Grausen an die Zeit, wenn meine Mädels mal so weit sind. Keine Ahnung, wie ich das finanzieren soll!

Ach und noch einen Wunsch habe ich:

Väter und natürlich auch Mütter, die nur auf ihr Sorgerecht pochen, dabei aber ihre Sorge pflicht oder besser Umgangspflicht "vergessen", sollten den Preis dafür in barer Münze -sprich in Form eines erhöhten Kindesunterhalts- bezahlen müssen. Das würde es vielen AE-Müttern/Vätern erleichtern vielleicht doch eine Auszeit zum Luftholen zu bekommen, weil davon beispielsweise Kinderbetreuung bezahlt werden könnte für das ausgefallene Papa-Wochenende oder frau das eben anderweitig versüßen könnte.

rad659600
17.01.2008, 22:20
Gut, Ausgangsthema: das im Stich lassen der allein erziehenden zeigt sich meiner Meinung nach ganz massiv an der Besteuerung, die keine Chance auf Finanzierung läßt, weil der Unterschied zwischen Single und allein mit Kind minimal ist und Familie in diesem Land nach wie vor Vater, Mutter + Kind ist.

Bislang habe ich die Betreuungskosten wie Kosten für ein teures Hobby, das ich nicht absetzen kann, selbst getragen und auch ansonsten sind die Freibeträge für Kinder lächerlich, sodass viele trotz Arbeit am Existenzminimum krebsen müssen.

Da müsste sich massiv etwas ändern.
BINGO !!!

AE, halbe Tage berufstätig, Kindergeld und Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt = 280,- Euro monatlich zum Leben und Einkleiden von 2 Jungs (7 und 11 Jahre) sowie der Mutter!

DAS IST LUXUS PUR !!!

Blauterb
17.01.2008, 22:26
Noch was eingefallen

Weiter oben hat eine AE geschrieben, sie hätte fast geheult beim lesen des Dossiers. Ich hab nicht nur fast geheult...war schon etwas peinlich beim Zahnarzt im Wartezimmer....

Ich hoffe sehr, dies möge der Anstoß sein zu mehr Berichterstattung über dieses Thema und dass mehr AE-Frauen und Männer ermutigt werden sich zu wehren. Es stimmt nämlich nicht @IRIS63, dass wir eine Lobby haben- genausowenig übrigens wie verheiratete Mütter- also laßt uns nicht gegeneinander arbeiten indem wir uns gegenseitig vorhalten "ich habs aber schlimmer als du", denn das ist es genau, was lähmt und uns keinen Schritt weiter bringt.
Was wir brauchen ist zuerst einmal ein größeres Bewußtsein in der Bevölkerung für unsere Probleme.

Inaktiver User
17.01.2008, 22:28
Hillary, ach so, bei Euch gibt es keine Schulbuchfreiheit?

Bei uns in BW gibt es Schulbuchfreiheit. Gut, die Literaturbücher, wie z. B. "Effi Briest" und das Begleitbuch dazu müssen wir bezahlen.

Inaktiver User
17.01.2008, 22:30
BINGO !!!

AE, halbe Tage berufstätig, Kindergeld und Unterhaltsvorschuß vom Jugendamt = 280,- Euro monatlich zum Leben und Einkleiden von 2 Jungs (7 und 11 Jahre) sowie der Mutter!

DAS IST LUXUS PUR !!!

Von halben Tagen Arbeit könnte ich mit einem Kind auch nicht leben und das obwohl ich einen qualifizierten Beruf nach FH-Studium habe.

Inaktiver User
17.01.2008, 22:32
Hillary, ach so, bei Euch gibt es keine Schulbuchfreiheit?

Bei uns in BW gibt es Schulbuchfreiheit. Gut, die Literaturbücher, wie z. B. "Effi Briest" und das Begleitbuch dazu müssen wir bezahlen.

Bei uns auch nicht und dann kommen noch Kopierkosten von ca 25 Euro pro Halbjahr plus Klassenkasse, Ausflüge, Eintritt in Theater und Klassenfahrten in der Schule dazu. Dann im Hort noch mal das gleiche, wobei es dort keine Kopien kostet, dafür aber Buskarten, weil sie öfter unterwegs sind.

Verdammt kostspieliges Hobby, das ich mir da vor 9 Jahren zugelegt habe.

anastrophe
17.01.2008, 22:33
Hallo Iris,
das ist doch genau das Problem, das ich schon in meinen paar Beiträgen angesprochen habe - bisher ohne Resonanz.Ich kann sehr gut verstehen, wie bitter es sein muß, wenn sich die gesamte Familie - über den seelischen Schmerz hinaus - auch noch wegen des Fehlverhaltens des Familienvaters finanziell einschränken muß:zugunsten des neuen , außerehelichen Kindes und zugunsten des Unterhaltsanspruchs der Zweitfrau!!
Genau das aber sieht das neue Unterhaltrecht vor!!
Aber wie erst würde es Ihnen gehen, wenn sich Ihr Mann für die Zweitfrau entschieden hätte und sie nicht Seite an Seite mit ihm gegen die Ansprücheder Zweitfrau kämpfen würden !!!
Dann wären S I E jetzt mit mehreren Kindern alleinerziehend und müßten sich von dem Vater ihrer Kinder anhören, er habe sich jetzt erst einmal um seine neue Frau und sein neues Kind zu kümmern. Auch finanziell!! Sie müßten plötzlich einen Ganztagsjob annehmen und um Unterhalt auch für sich - im Interesse ihrer Kinder kämpfen! Ich kann menschlich nachvollziehen, daß sie ihren Mann in Schutz nehmen - aber e r hat die Affäre gewollt..und der Zweitfrau -wie alle Männer in dieser Lage- wahrscheinlich auch Hoffnungen gemacht... Und es ist zu erwarten, daß das neue Kind ohne die persönliche Fürsorge seines Vaters und wohl auch ohne nennenswerten Kontakt zu ihm bei einer AE aufwachsen wird...
Wenn ich dann noch die Ausführungen zu den Belastungen einer Ehefrau mit beruflich bedingt abwesenden Ehemann lese,fällt mir nur das altbekannte S prüchlein ein: der schlimmste Feind der Frauen sind meist die Frauen selbst! Ich kenne beide Seiten aus eigener Erfahrung. Jeder noch so eingespannte Ehemann trägt trotzdem Verantwortung für seine Familie und hat irgendwann auch mal Zeit für die Kinder und seine Frau ! Es lastet also die Verantwortung auf mehreren Schultern. Bei AE ruht aber restlos alles auf zwei Schultern - zeitlich, finanziell, sozial.Und soweit es um soziales Ansehen geht, kann ich mich leider meinen Vorrednerinnen nur anschließen: Ehefrauen betrachten AE als potentielle Konkurrenz und mit ungläubigem Staunen durfte ich feststellen, daß mich nach der Trennung nur noch wirklich alte Freunde einluden - oder Leute in ähnlicher Lage...
Das wirkt sich sogar auf Kontakte der Kinder aus!!!Trotz steigender Scheidungszahlen hat sich nach meinen Erfahrungen nichts daran geändert, daß man AE als soziale Randgruppe ansieht.Frau und Mutter gilt nur etwas mit Mann an ihrer Seite-egal was das für ein Idiot ist.

hillary
17.01.2008, 22:40
ja herbstblatt,
bei uns ist die schulbuchfreiheit abgeschafft worden.
und da manche bücher ja über 2 kurse genutzt werden und meine kinder nur ien jahr auseinander sind...
aber wir haben dann die nicht mehr benötigten der schulbibliothek gelassen, die der förderverein des gymis trägt.

zu ddr zeiten haben meine eltern die bücher auch selber bezahlt, aber für 3 ostmark war ein lehrbuch ja spottbillig.

rad659600
17.01.2008, 22:40
Konkret:
Nenne mir den Punkt der Dich an meiner Aussage stört, dann können wir drüber diskutieren.

Wenn es die von mir angesprochenen Vergünstigungen sind:
In meiner Stadt (westdeutsche Großstadt) gibt es bevorzugte und vergünstigte Krippen- und Kindergartenplätze für AE, in vielen Stadtteilen vergünstigte Ganztagsbetreuung, ein verbilligtes/kostenloses Monatsticket für den ÖPNV, verbilligten/kostenlosen Eintrit in so vielen öffentlichen Einrichtungen daß für die Stadt für alle Angebote einen extra Katalog dafür herausgibt, viele kostenlose Beratungsstellen für AE, kostenlose Telefon-Hotlines für AE mit Problemen, Übernahme von Gesundheitskosten (z.B. für die U7a), Stadtranderholung, besserer Platz in der Warteliste für preiswerte städtische Wohnungen, kostenloser Ferienpaß mit hunderten von Angeboten und noch vieles mehr.

Das ist kein Hohn, das sind Fakten. Und die müssen und dürfen auch benannt werden als das was sie sind: Vergünstigungen explizit für alleinerziehende. Teilweise sogar ausschließlich für alleinerziehende Mütter. Bezahlt werden all diese Goodies übrigens auch von einem steuerzahlenden Familienvater wie mir, der einen Großteil der o.a. Angebote voll bezahlen muß.

Das Alleinerziehende in Steuerklasse II gekickt werden, paßt mir auch nicht, daran ist der Staat schuld, er bestraft Trennungseltern, er möchte an Trennungen verdienen. Zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise gehört aber auch Vergünstigungen für Alleinerziehende wahrzunehmen und nicht sie auszublenden.
auch ich wohne in einer Westdeutschen Großstadt, aber keine der genannten Vergünstigungen gibt es bei uns. Ich lebe mit 2 Kindern (7 und 11 Jahre alt) von 280,- Euro monatlich (950,- Verdienst, Unterhaltsvorschuß 336,- und 306,- Kindergeld). 1300 Euro f. Miete, Gas, Wasser, Strom etc.

Ich finde es von Ihnen mehr als entwürdigend, daß Sie mich und auch andere Mütter als "Luxus-Weibchen" beschreiben. Warum ich meinen Mann verlassen habe? Er hat mich geschlagen, betrogen und unsere Firma in den Konkurs getrieben. Hätte ich bei so jemandem bleiben sollen? Bitte pauschalisieren Sie Ihre Aussagen nicht, denn von meiner "Sorte" gibt es mehr als genug. Und wenn wir nicht wenigstens unsere Kinder hätten - wer weiss - vielleicht wären wir dann nicht mehr auf Erden. Die Kraft, die wir täglich in unsere Kinder investieren, haben wir abends im Internet nicht mehr. Ich wollte hier Erfahrungen mit anderen Müttern austauschen und mich nicht "rund" bügeln lassen von einem Mann, der jeden Tag ein Stück Fleisch auf dem Teller hat und auch nicht am Wochenende die Hosen und T-Shirts der Kinder flickt weil kein Geld für neue da ist. Bitte sachlich bleiben und nicht mit "Fakten" um sich werfen, die es in den meisten Städten garnicht gibt, da die Komunen "erfahrungsgemäß" pleite sind.

pekamore
18.01.2008, 07:57
Liebe BRIGITTE,
ich bin seit 30.12.2002 alleinerziehend mit 4 Kindern.
Ich war dumm genug, 2 x zu heiraten.
Aus meiner ersten Ehe habe ich zwei Söhne, die sind heute 21 und 18, aber noch in Ausildung und Schule. Mit dem Vater habe ich ein freundschaftliches Verhältnis und eigentlich keine Sorgen.
Aus meiner zweiten Ehe habe ich zwei Töchter, 9 und 7. Deren Vater ist schlecht genug, dass er sich um sämtliche Verpflichtungen drückt, mich auf der ehelichen Verschuldung (Hausbau, Geschäftsgründung) sitzen gelassen hat und darüber hinaus weder Unterhalt zahlt noch mich in Ruhe läßt. Durch ihn werde ich ständig verklagt, z.B. zum Schadenersatz an seiner in die Ehe mitgebrachten Anbauwand in Höhe von 5000 €.
Mein Anwalt bestätigte mir, dass er durch die Sorge um mich gänzlich neue Gesetzeserkenntnisse bekommt.
Im Juli 2007 erkrankte meine Jüngste an einem Wilms-Tumor, eine bösartige Erkrankung der Niere im Kindesalter. Sie ist inzwischen operiert und bekommt noch bis März 2008 Chemotherapie.
Ich bin selbstständig seit 1994 und konnte nur noch reduziert arbeiten.
Immerhin bekam ich für 3 Monate Hartz IV in Höhe von 31 €. Das brachte mir geldwerte Vorteile, z.B. GEZ-Befreiung und Krankenversicherung.
Dieses ist nunmehr gestrichen worden zum Jahreswechsel, weil der Unterhaltsvorschuss für meine beiden Töchter um 19 € pro KInd angehoben wurde.
Laut Arge habe ich durch Kindergeld, Unterhalt für die Söhne, Lehrlingsgeld meines Ältesten und Unterhaltsvorschuss für meine Töchter ausreichend Geld zur Verfügung, um davon mit leben zu können.
Der Stadt gibt mir für meine Kinder, damit sie nicht benachteiligt sind, mehr Geld und nimmt es mir an der anderen Stelle wieder weg. PRIMA!!!
Ich bin nunmehr nicht mehr krankenversichert, muss alle städtischen Gebühren für die Kinder (Kinderbetreuung, Essengeld etc) in voller Höhe tragen und fühle mich diskriminiert hoch 10.
Diskriminierungsgründe:
1. Alleinerziehend
2. Selbstständig
3. Insolvenz
Ich kann eigentlich stolz auf mich sein. Meinen Kindern schaffe ich dennoch ein Leben, in dem sie keine Not leiden.
Ich habe das Supertalent, in dem genialen sozialen Netz des Staates exakt alle Maschen zu erwischen.


PS:
1. "Freunde" zogen sich zurück, weil sie das Elend nicht ertragen.
2. Außer meinen Kindern habe ich keine Verwandten.

Es grüßt ganz lieb
Michaela

Inaktiver User
18.01.2008, 08:07
@Hillary,

das ist ja nun wirklich lange her, ge. Da muss ich auch erst in meiner Erinnerung gründeln. Ich glaube, es war so in der DDR: Die Eltern bekamen eine Liste, auf der die im neuen Schuljahr angeführten benötigten Schulbücher standen. Dann konnten die Eltern ankreuzeln, ob sie ein Freiexemplar wollten oder eins kaufen wollten. Meine Eltern haben mich dann auch gefragt. Manche haben wir gekauft. Die Freiexemplare mussten eingebunden werden und gingen wieder nach dem Schuljahr an die Schule zurück.

Den Preis der Bücher sehe ich in Relation zum Einkommen. Mindestverdienst brutto war 2,50 M die Stunde, auch für Schüler, für alle Berufsgruppen (laut meiner Erinnerung). Ich habe, bevor ich in die Bundesrepublik übersiedelte, etwas über 40 M Miete bezahlt, im Altbau in der Innenstadt einer Großstadt, ohne Strom, Wasser, Heizung.

Da haben wir es in BW wirklich gut! Meine Jungen bekommen ganz selbstverständlich die Schulbücher von der Schule (wie gesagt bis auf Lese- und Begleitstoff). Da stehen dann vorne auf der ersten Seite die Namen von den Schülern, die die Bücher vorher hatten. Das macht bestimmt viel finanziell aus. Und für die Umwelt ist es auch gut.

Das mit dem Förderverein vom Gymmi finde ich gut! Wir haben auch einen und ich spende da auch manchmal (trotz chronisch knapper Kasse, ist aber, glaube ich, auch bei Familien mit anwesendem Vater oft der Fall). Solche Sachen finde ich einfach wichtig. Überhaupt finde ich Engagement wichtig und tue es oft. Gerade als Alleinerziehende ist es gut für meinen Bürgerstolz!

Liebe anastrophe,

Hier in der Bricom habe ich auch manchmal das Gefühl, dass Frauen der Frauen schlimmster Feind sein können. Aber im haptischen Leben begegnet es mir nicht so. Dass alleinstehende Frauen Gefahr für Ehefrauen sein können, allerdings schon. Wenn auch wahrscheinlich ursprünglich unbeabsichtigt. Und muss auch aus eigener Erfahrung sagen, dass Ehemänner mit kleinen Kindern zu Hause sehr anhänglich an alleinerziehende Mütter werden können. Ich finde das fast schon demütigend. Ich finde, da ist auch Solidarität unter Frauen gefragt, nämlich um Familienväter einen großen Bogen zu machen oder sie völlig auf Abstand zu halten (- auch nicht nur'n bisschen, weil es ja so schön ist, dass sich wieder mal ein richtiger Mann für Frau interessiert :smirksmile: :freches grinsen:).

Ansonsten fühle ich mich als Alleinerziehende nicht verraten und sonstwas. Das Leben ist eben nur anders schön oder schwierig.

Allen einen schönen Tag noch und mögen wir alle eine gutbezahlte, interessante Arbeit mit netten Kollegen haben :blumengabe:, damit wir finanziell halbwegs unabhängig sind . Der Rest findet sich dann schon.

Tigress
18.01.2008, 08:30
Allen einen schönen Tag noch und mögen wir alle eine gutbezahlte, interessante Arbeit mit netten Kollegen haben :blumengabe:, damit wir finanziell halbwegs unabhängig sind . Der Rest findet sich dann schon.

du hast so recht herbstblatt2 und hast diesen Satz schön geschrieben.

Auch wenn mich die Arbeit manchmal sehr erschöpft, bin ich froh dass ich sie habe und mich und meine Jungs versorgen kann ohne auf irgendwem oder von irgendjemanden abhängig zu sein.

:blumengabe:

pekamore
18.01.2008, 08:44
Liebe herbstblatt2,
ich möchte Deinen Satz ergänzen um Gesundheit.
Wieviel soziale Not entsteht durch gesundheitliche Probleme.
Ich wünsche ALLEN und Gesundheit.
lg

Inaktiver User
18.01.2008, 09:17
Ansonsten fühle ich mich als Alleinerziehende nicht verraten und sonstwas. Das Leben ist eben nur anders schön oder schwierig.

Nein, verraten oder so fühle ich mich nicht.

Ich wollte damals das Kind. Ich hätte mich auch dagegen entscheiden können, weil ich noch eine Ausbildung machte und eigentlich eine Ehe zu leben versuchte, die quasi am Ende war.

Dann war ich mit 31 schwanger und sagte mir, dass ich es bekomme, egal was das an Arbeit mit sich bringt.

Zwei Jahre später trennten wir uns endgültig, hatten lange schon nichts mehr miteinander zu tun weder im Alltag noch als Paar und ich wußte, dass es nicht gerade einfacher wird, was die Organisation, Finanzierung und das Leben insgesamt angeht. Emotional war es allerdings dann einfacher, weil die Belastung einer kaputten Beziehung in einer drei Zimmer Wohnung weg war.

Mich ärgert einiges in Sachen Politik, mich ärgert einiges, was Kinderbetreuung oder Schule angeht, weil man vieles erleichtern könnte und es unnötig schwer hat.

Aber es war meine Entscheidung und wenn ich wie heute Morgen einen kleinen Jungen, der schon richtig groß geworden ist, in Hektik mit meinem Uraltauto zur Schule bringe, weil wir wieder mal nicht so fertig wurden, wie es ideal gewesen wäre, bin ich unendlich zufrieden, wie es ist.

Und die Gelassenheit, die mir fehlt, werde ich mir in der Kur zulegen, die wir demnächst antreten - dann wird auch die Baustelle angegangen.

Was will ich mehr? Ich mag mein Leben eigentlich sehr.

Viele Grüße

Lilian

Womanatwork
18.01.2008, 09:44
Hi Lilian und alle anderen,
durch meine Mutter-Kinder-Kur ging es mir erst viel schlechter, habe dort erkannt, dass meine Ehe zu Ende ist. Erholung hatte eher mein Mann: 3 Wochen allein zu Haus, ole ole!
Achte wirklich auf eine gute Klinik, meine versprach total individuelle Behandlungen, aber nix da, Ärgerund Druck, wenn ich machen wollte, was mir gut tat, war über den Gruppentherapiestand weit hinaus und wollte die Zeit lieber für mich alleine nutzen, wenn die Kinder im Hort waren. Dann wurde mir Unkollegialität vorgeworfen mit Leidensgenossinen. Als mein Mann mich und die Kinder 5 Stunden hat warten lassen am Besuchstag, war der Ofen aus. Ich wollte nur noch nach hause die Koffer packen und weg.
Hoffe du machst bessere Erfahrungen!!!

Inaktiver User
18.01.2008, 10:06
Hi Lilian und alle anderen,
durch meine Mutter-Kinder-Kur ging es mir erst viel schlechter, habe dort erkannt, dass meine Ehe zu Ende ist. Erholung hatte eher mein Mann: 3 Wochen allein zu Haus, ole ole!
Achte wirklich auf eine gute Klinik, meine versprach total individuelle Behandlungen, aber nix da, Ärgerund Druck, wenn ich machen wollte, was mir gut tat, war über den Gruppentherapiestand weit hinaus und wollte die Zeit lieber für mich alleine nutzen, wenn die Kinder im Hort waren. Dann wurde mir Unkollegialität vorgeworfen mit Leidensgenossinen. Als mein Mann mich und die Kinder 5 Stunden hat warten lassen am Besuchstag, war der Ofen aus. Ich wollte nur noch nach hause die Koffer packen und weg.
Hoffe du machst bessere Erfahrungen!!!

Hi Womanatwork,

ich bin seit über sieben Jahren allein mit meinem Sohn und dass sich hier etwas ändert oder sich jemand über meine Abwesenheit besonders erleichtert ist, glaub ich nicht.

Die Klink arbeitet besonders mit Burn-out-Patienten, zu denen ich laut Aussage zweier Ärzte gezählt werde. Ich habe die Neigung, alles gut machen zu wollen und mache mir dadurch großen Druck, den ich dort etwas minimieren möchte. Ansonsten gibt es wenig, was ich vor habe und da ich das Appartment bereits gesehen habe und das Haus direkt am Meer liegt, kann ich im Moment nichts negatives finden.

Selbst in meinem Büro sind sie alles sehr dafür, dass ich fahre, weil sie im letzten Jahr mit bekamen, dass ich mich sehr anstrengte, aber doch mehr k.o. war als es "normal" ist.

Ich hoffe, dass ich das Anfang April, wenn ich zurück bin, auch noch so formuliere und werde berichten.

Viele Grüße

Lilian

Inaktiver User
18.01.2008, 11:15
Ich empfand meine Mutter-und-Kind-Kur vor Jahren auch als die wahre Horrorveranstaltung um ehrlich zu sein. Allerdings hatte mir meine Ärztin vorher empfohlen mich lieber auf eine Kur zu orientieren, wo ich meine zwei kleinen Kinder nicht mitnähme, sie würde denken, ich wäre zu erschöpft für eine Mutter-und-Kind-Kur. Das war wohl auch so. Immer wenn ich schlafen wollte (mittags und nachts) bekam ich meine Süßen ins Zimmer und die hielten halt nicht viel vom Schlafen.

Aber mit einem 7-jährigen ist es bestimmt erholsamer :blumengabe: .

Blauterb
18.01.2008, 14:02
Und soweit es um soziales Ansehen geht, kann ich mich leider meinen Vorrednerinnen nur anschließen: Ehefrauen betrachten AE als potentielle Konkurrenz und mit ungläubigem Staunen durfte ich feststellen, daß mich nach der Trennung nur noch wirklich alte Freunde einluden - oder Leute in ähnlicher Lage...
Das wirkt sich sogar auf Kontakte der Kinder aus!!!Trotz steigender Scheidungszahlen hat sich nach meinen Erfahrungen nichts daran geändert, daß man AE als soziale Randgruppe ansieht.Frau und Mutter gilt nur etwas mit Mann an ihrer Seite-egal was das für ein Idiot ist.

Dem kann ich mich nur anschließen. Auch ich durfte erfahren, wie sich die Spreu vom Weizen trennte und auf einmal Gerüchte kursierten, bei mir würden sich die Männer die Türklinke in die Hand geben usw.
Freunde erkennt man in solch stürmischen Zeiten. Und in meinem Freundeskreis befindet sich inzwischen nur noch eine einzige sogenannte intakte Zwei-Eltern-Familie, alles andere sind Leute in ähnlicher Lage, wie ich.

Chaoshexe
18.01.2008, 14:19
Dem kann ich mich nur anschließen. Auch ich durfte erfahren, wie sich die Spreu vom Weizen trennte und auf einmal Gerüchte kursierten, bei mir würden sich die Männer die Türklinke in die Hand geben usw.
Freunde erkennt man in solch stürmischen Zeiten. Und in meinem Freundeskreis befindet sich inzwischen nur noch eine einzige sogenannte intakte Zwei-Eltern-Familie, alles andere sind Leute in ähnlicher Lage, wie ich.

Hallöle

Ehrlich, es gleicht sich, naja, abgesehen davon das mir wirklich nur zwei wirklich Gute ALTE Freundinnen geblieben sind aus der Zeit vor der Trennung...wobei davon die Eine sogar vorher nur eine Bekannte war (die sich als echter Edelstein entpuppte als mein Ex meine "Kleine" und mich verlassen hat).
Gerüchte machten die Runde und viele "Freunde" waren auf einmal nicht mehr in der Lage Töchterle und mich einzuladen (dafür den Ex) ect. die EXSchwiegerelten rufen weder zu Weihnachten noch zu Kindergeburtstag an und schenken ihrem Enkel nichts mehr:ooooh: WIR sind einfach nicht mehr existent für sie, obwohl IHR Sohn UNS ohne einen Cent Unterhalt fürs Kind übrig zu haben verlassen hat, ehrlich ich fass es immer noch nicht.
Aber ich weiss das WIR es irgendwie schaffen werden, immerhin habe ich inzwischen wieder einige sehr liebe Menschen kennengelernt und eine Aufgabe hab ich sowieso.
Wünsch Allen Alleinerziehenden ein wunderschönes entspanntes Wochenende mit (oder auch mal Ohne:smirksmile:) ihre Kids

Chaoshexe (immer noch dabei über eine Jugendamtsbeistandstaft die ich jetzt beantragt habe den seit Jahren ausstehenden Unterhalt einzuforden und ansonsten in Vorfreude auf ein Tanzevent heute nacht:smirksmile: gönnt Euch mal was Schönes nur für EUCH, ist besser als irgendwann mit BurnOutsyndrom in der Kur zu landen:blumengabe: )

Inaktiver User
18.01.2008, 14:25
Aber mit einem 7-jährigen ist es bestimmt erholsamer :blumengabe: .

Er ist schon neun. Ich bin aber "erst" sieben Jahre getrennt vom Vater. :blumengabe:

Das wird schon.

frau-doktor
18.01.2008, 16:14
Wie gerne würde ich die Menschheit ändern können, damit allen Müttern in diesem Land endlich mal der gebührende Respekt entgegen gebracht wird.

Aber das ist Utopie!

Wenn ich schon allein dran denke wie unbeteiligt die Leute weggucken wenn frau mit Kinderwagen in die Straßenbahn will...:knatsch:

Machen wir uns nix vor, da wird sich garnix ändern in unserer Gesellschaft.

Solidarität unter Frauen wäre angebracht und vielleicht sollten wir uns alle mal, mit oder ohne Kinder, drei Tage in der Bude verschanzen damit dieses Land mal merkt, dass ohne uns Frauen nichts geht.

Aber das ist wohl auch Utopie.

Schade das wir Frauen nicht selbstbewusster sind und ständig auf die Straße gehen....

...weil wir sind diejenigen, die dem Land den A**** hochhalten.

Sorry musste mal raus.

Habt ein schönes WE.

:blumengabe:

CJ1004
18.01.2008, 20:41
bis zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch NIE eine Community betreten, aber dieses Dossier hat mich tief berührt!
Ich bin, .... wie sollte es anders sein ... alleinerziehend (seit der 7. Schwangerschaftswoche, wenn man es so bezeichnen kann). Da meine Eltern ausgewandert sind, kann ich leider auch nicht auf das hilfreiche Großeltern-Modell zurück greifen. In dieser Extrem-Situation habe ich einerseits unglaublich viel Unterstützung erlebt, andererseits ist man aufgrund des enormen Drucks, wie das Wort schon sagt ALLEIN (- erziehend), was sich in meinem Fall in ausgeprägten Schlafstörungen äußert (dies allerdings vor allem deshalb, weil mein Noch-Ehemann mich regelmäßig verklagt ... vor allem auf Unterhalt).
Aber ich möchte auch von den Unterstützern berichten: einer davon - und das ist der Wichtigste - ist mein Arbeitgeber. Eine mittelständische Firma in Hamburg, die es mir ermöglicht hat, meinen vollen Arbeitsplatz im mittleren Management zu behalten und dabei trotzdem fast 2 Jahre lang (von der Geburt meines Sohnes an bis jetzt) jeden Nachmittag mit meinem Sohn zu verbringen. Wie? Einrichtung eines home-office mit Firmen-Server-Anschluss, in dem ich nach dem Zubettbringen meines Kindes den 2. Teil meines Arbeitstages verbringe. Und damit nicht genug: vor wenigen Monaten habe ich, trotz der ungewöhnlichen Arbeitszeiten, einen Abteilungsleiterposten übernommen. Dieser hat nun zwar zur Folge, dass ich meine Büropräsenz in der Firma ausdehne (aus eigenem Antrieb), trotzdem habe ich immer noch 2 volle Nachmittage in der Woche mit meinem Sohn zur Verfügung. Insgesamt ein anstrengendes Pensum, aber eben maßgeschneidert auf unsere Bedrüfnisse.
Ich schreibe das hier auf, um Frauen Mut zu machen, ihr Selbstbewusstsein und ihre Stärke nicht zu verlieren!! VIELES ist verhandelbar, wenn man sich seiner Qualifikation bewusst ist und sich eben nicht ins gesellschaftliche Abseits drängen lässt!! Man muss "nur" den Mut aufbringen... Männer tun das ja im Übrigen auch, wenn sie persönliche Veränderungen (Hauskauf, Familienzuwachs etc.) in Verhandlungsgespräche mit einflechten. Warum also nicht auch "wir"? Schließlich sind Frauen durch ihre "angeborenen" multi-tasking-Fähigkeiten in vielen Fällen sowieso schon viel prädestinierter für den heutigen Arbeitsalltag. Und dazu kommt mittlerweile in sehr vielen Fällen eine sehr gute Berufsqualifikation, die sich auch durch den Stempel "allein-erziehend" in keiner Weise vermindert (außer in unseren Köpfen).
Fazit: Bei allem Druck (und Zweifeln) Kopf hoch übers Wasser halten und gegensteuern! Die Gesellschaft und vor allem die heutige Arbeitswelt braucht uns. Da bin ich mir sicher!

Inaktiver User
18.01.2008, 20:48
So. Sind Frauen multitaskingfähig? Ich bin es nicht.

hillary
18.01.2008, 21:04
herbstblatt,
das heißt muttitasking :smirksmile:.
ich denke schon das auch du das bist, stellst es doch jeden tag unter beweis.

wenn du da auch gern mal drauf verzichten würdest, weiß ich ja.:blumengabe:

Inaktiver User
18.01.2008, 21:16
So. Sind Frauen multitaskingfähig? Ich bin es nicht.

Ich war es eine Zeit. Da hatte ich einen kleinen Kerl, Einkaufstüten und mich nach Feierabend und habe alles zusammen in die Wohnung im zweiten Stock gewuchtet, geschwitzt, dabei sofort telefoniert, den Briefkasten geöffnet und nichts blieb auf der Strecke - mal von mir abgesehen.

Aber ich finde es mittlerweile eher erstrebenswert, wenn jemand eine Tat nach der anderen begehen kann. Ich hoffe, ich werde in der Kur etwas lockerer und lasse weitere muttitasking-Versuche sein.

Alles Liebe

Lilian

hillary
18.01.2008, 21:23
lilian,
das kenn ich.
weißt du was hilft? alles ganz bewußt nacheinander machen.
mit dem haushaltgedöns habe ich, bis auf die waschmaschine immer erst angefangen, wenn die kinder im bett waren.
allerdings hatte ich zwei brave mäuse, die nach dem verlesen der gute-nacht-geschichte auf flink einschliefen.
arbeit habe ich mir in der zeit nicht mit nach hause genommen.
die waschmaschine immer schon am vorabend gepackt und gleich beim heimkommen angestellt. die wusch dann vor sich hin.

LC
18.01.2008, 22:01
ehrlich gesagt: ich will auch gar nicht alles auf einmal schaffen müssen!!!
ich habe schliesslich laut lebenserwartung noch einige jahre vor mir und die will ich mir nicht durch rumgehetze vermiesen.

Inaktiver User
19.01.2008, 15:11
Bin jetzt seit 10 Jahren alleinerziehend, mein Sohn ist 14 Jahre. Sein Vater hat sich ein Jahr nach der Trennung nicht mehr blicken lassen und auch keinen Unterhalt gezahlt. Dank Kita und Hort konnte ich unser Leben selber finanzieren, auch wenn wir uns nicht viel leisten können. Unterhaltsvorschuß gabs bis zum 12.Lebensjahr, das fehlt schon sehr, wenn man mit jedem Euro rechnen muß. Wär schon toll, wenn es den bis zum 18. Geburtstag geben würde, aber das kann ich mir wohl abschminken. Auch ist der Haushaltsfreibetrag der Steuerklasse 2 bis auf einen jämmerlichen Rest gestrichen worden. Ich glaube, es gibt viele in meiner Situation, alleinerziehend, berufstätig und ohne Kindesunterhalt. Ich bin bestimmt kein unzufriedener Mensch, aber wenn ich anfange darüber nachzudenken, werden Alleinerziehende tatsächlich von der Gesellschaft im Stich gelassen, bzw. ihre Leistungen werden ungenügend anerkannt.

mogall27
19.01.2008, 18:18
Ich habe mit große Aufmerksamkeit dieses Thema in der Brigitte gelesen.

Ich wohne in einer Großstadt und man sollte doch meinen, dass ich hier viele Kontakte zu Alleinerziehenden habe. Weit gefehlt und ich frage mich immer, wo sie alle sind.
Seit nun 3 Jahren bin ich mit meinen beiden Jungs (5 und 10 J.) alleine. Der Kindesvater zahlt zwar und nimmt sie am Wochenende, dennoch trage ich die gesamte Verantwortung alleine. Nicht nur für die Erziehung der Kinder, sondern auch für die Krankheit meines Kleinen. Er hat Mukoviszidose und kann oft nicht in die Kita oder muss wie im letzten Monat ins Krankenhaus. Da ich keine Eltern mehr habe, bewege ich mich am ständigen Limit, auch was die Betreuung meines "Grossen" anbetrifft. Wohin mit ihm, wenn ich mal wieder im Krankenhaus bin.
Finde es schon faszinierend, wie sich so mancher Vater aus seiner Verantwortung schleicht, gerade wenn es mal schwer wird.

Die neue Rechtslage ab dem 1.1.08 war mir gar nicht so bewusst, da ich mit vielen anderen Themen beschäftigt war. Habe gerade darüber gelesen und mir wird ganz anders bei dem Gedanken, dass mein toller Ex sich ggf. von seinen Unterhaltsleistungen befreien lassen kann, um sich mit seiner neuen Frau ein neues Leben in einer anderen Stadt aufzubauen.

Nicht nur, dass ich alleinerziehend mit 2 Kindern bin, macht es mir schwer als Projektmanager in meinem alten Beruf zurückzukehren. Die potentiellen Arbeitgeber sind erst recht nicht begeistert von der chronischen Krankheit meines kleinen Sohnes zu hören.

Was also, wenn mein Ex mir den Unterhalt kürzen kann?

Ich bin fassunglos über solche Gesetze und fühle mich mal wieder darin bestätigt, dass Alleinerziehende nicht nur von der Gesetzesseite vernachlässigt werden, sondern auch von ihrer Umwelt nicht wirklich wahrgenommen werden.

Seit heute habe ich zu all meinen Sorgen noch eine dazu bekommen.

Vielen Dank Frau von der Leyen !!!

hillary
19.01.2008, 19:40
mogall,
das ist frau zypries, nicht frau von der leyen.

bist du schon geschieden? falls ja ändert sich bei dir vorerst nichts. bestehende titel und urteile haben bestandsschutz.
du weißt das die sachlage bei der betreuung chronisch kranker kinder vor gericht als unterhaltsrelevant angesehen ist?
*klick* (http://www.internetratgeber-recht.de/Familienrecht/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/Familienrecht/Unterhalt/unterhalt_4.htm)

mogall27
19.01.2008, 19:53
Ich bin noch nicht geschieden.
Vielen Dank aber für Deine Info.
Daran merke ich, daß ich nicht richtig informiert bin und
mir auch die Zeit fehlt. Habe es eben nur quer gelesen und
spontan reagiert.

Auch das ist auch so etwas. Man hat überhaupt nicht mehr
die Zeit, sich richtig mit etwas zu beschäftigen. Allein aus dem
Grund, ist dieser Artikel wichtig.

anastrophe
19.01.2008, 20:51
Kostenlose Schulbücher? Flächendeckende Hortplätze? Ganztagsschulen?Ich glaube, darüber werden hierzulande noch Jahrzehnte vergehen.Im Gegenteil: der Staat zieht sich aus der Verantwortung für die Bürger eher immer mehr zurück: Selbstverantwortung heißt das neueZauberwort.Dem entspricht auch das neue Unterhaltsrecht. Es ist offenbar -wie das neue Elterngeld- ein Instrumentarium zur Steigerung der hierzulande viel zu geringen Geburtenzahlen.Statistiker haben errechnet, daß in ein paar Jahrzehnten ohne steigende Geburtenrate viel zu viele Alte viel zu wenigen (jungen) Steuerzahlern gegenüberstehen. Und das 40 %aller Akademikerinnen kinderlos bleiben. Das Elterngeld sll hier Abhilfe schaffen. Deshalb profitieren eher die Leute davon, die mehr verdienen. Und nach dem neuen Unterhaltsrecht soll laut Gesetzesbegründung die Besserstellung der Erst -gegenüber der Zweitfrau zugunsten der Zweitfrau korrigiert werden. Im Klartext: Mann soll sich nicht durch Unterhaltszahlungen für die Exfrau davon abhalten lassen, neue Kinder in die Welt zu setzen.Die Erstfrau, die meist wohl die älteren Kinder zu erziehen hat, soll - Selbstverantwortung - am besten sofort (im Rahmen der Zumutbarkeit - ein dehnbarer Begriff) arbeiten gehen. Und es ist ihr -anders als bisher - auch zumutbar,Arbeit weit unter ihrer beruflichen Qualifikation anzunehmen. Wer profitiert wohl davon? Der Mann, der sich mit seiner Zweit oder Drittfrau eine neue Existenz aubauen kann, ohne durch Unterhalt an die Ex<belastet zu sein. Der Staat, der neue Steuern von der Erstfrau kassiert. Auch wenn Erstfrau wegen der Kinder nur einen schlecht bezahlten Halbtagsjob annehmen kann. Macht nichts, die Kinder bekommen doch Unterhalt von Papa. Und -genau genommen - gibt es doch rechtlich gar keine AE. Nach dem nicht mehr ganz neuen Sorgerecht ist doch das gemeinsame Sorgerecht der Regelfall. Papa unterstützt doch seine Ex, wo er kann. Er springt ein, wenn Mama krank ist. Er deckt mit seinem Urlaub die Hälfte der Ferienzeit ab , übt mit ihnen für die nächste Klassenarbeit, geht mit ihnen zum Arzt und ist auch sonst immer für die Kinder da.Wenn das nicht klappt, muß ja die Mutter schuld sein. Wie schreibt die brigitte: 50% der Kinder verlieren den Kontakt zum Vater ein Jahr nach der Trennung.Zwei Drittel der Väter können der wollen nicht zahlen. Nicht mal für ihre Kinder!!Und die Schauspielerin Nina Petri beklagt völlig zu Recht, daß ihr Ex nie bereit war, "seine " Kindertage auf ihre berufliche Situation abzustimmen. Warum auch! Es kann doch dem Mann nichts passieren. Siehe die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht: Mann kann nicht gezwungen werden, "Umgang" (was für ein Wort) mit seinem Kind zu haben, weil das dem Wohl des Kindes nicht entspricht.Umgekehrt kann Papa , wenn er Umgang hat, mit dem Kind machen -oder nicht machen- was er will, solange keine unmittelbare Gefahr für das Kind von ihm ausgeht. Mama wird die Tränen schon trocknen, wenn Termine platzen, Papa keine Lust hatte und sein Kind mal wieder zu den Großeltern abschieben wollte oder schlechte Laune hatte.
Solange Frau zu allen diesen Themen nur resigniert und erschöpft schweigt, sich mit der Hilfe von ihren Verwandten oder allein mit ihren Kindern durchschlägt, sich versteckt und nicht anfängt, sich mit anderen AE zusammenzuschließen und mit ihnen gemeinsam Lobbyarbeit zuleisten, wird sich nichts ändern.

Inaktiver User
19.01.2008, 22:05
entspricht auch das neue Unterhaltsrecht. Es ist offenbar -wie das neue Elterngeld- ein Instrumentarium zur Steigerung der hierzulande viel zu geringen Geburtenrate.

Da stimme ich Dir zu, daran dachte ich auch sofort, als das Gesetz kam...

Komisch, dass es wenige thematisieren...

Inaktiver User
19.01.2008, 22:12
Nach dem nicht mehr ganz neuen Sorgerecht ist doch das gemeinsame Sorgerecht der Regelfall. Papa unterstützt doch seine Ex, wo er kann. Er springt ein, wenn Mama krank ist. Er deckt mit seinem Urlaub die Hälfte der Ferienzeit ab , übt mit ihnen für die nächste Klassenarbeit, geht mit ihnen zum Arzt und ist auch sonst immer für die Kinder da.Wenn das nicht klappt, muß ja die Mutter schuld sein.

Das ist die moderne Sichtweise...

Witzig, dass Väter so positiv gesehen werden .... v.a. weil sie sich in der Ehe oft schon nicht wirklich kümmern ...



Umgekehrt kann Papa , wenn er Umgang hat, mit dem Kind machen -oder nicht machen- was er will, solange keine unmittelbare Gefahr für das Kind von ihm ausgeht.

Wobei die Gefahr ja ganz offensichtlich sein muss. Sonst ist die Ex ja hysterisch...



Solange Frau zu allen diesen Themen nur resigniert und erschöpft schweigt, sich mit der Hilfe von ihren Verwandten oder allein mit ihren Kindern durchschlägt, sich versteckt und nicht anfängt, sich mit anderen AE zusammenzuschließen und mit ihnen gemeinsam Lobbyarbeit zuleisten, wird sich nichts ändern.

Wie wahr!
Ist nur schwierig Lobbyarbeit zu leisten, wenn man *durchschnittlich bei AE* wenig verdient, abends zuhause sitzen muss, weil man sich den Babysitter nicht leisten kann...

Zuallererst braucht man mehr Netzwerke an "Leistungen" , auch zum Tausch...

Inaktiver User
19.01.2008, 22:17
Mogall 27,

sei mal virtuell gedrückt :blumengabe: ,

die Krankheit Deines Kleinen ist natürlich sehr problematisch (ich hoffe ja sehr, dass sie nicht so stark ausgeprägt ist und auch sehr, sehr, dass die Forschung weiterkommt!!!), schon alleine für sich und dann auch noch jobtechnisch...



Lieben Gruß von
GK

hillary
19.01.2008, 22:22
Wie wahr!
Ist nur schwierig Lobbyarbeit zu leisten, wenn man *durchschnittlich bei AE* wenig verdient, abends zuhause sitzen muss, weil man sich den Babysitter nicht leisten kann...

Zuallererst braucht man mehr Netzwerke an "Leistungen" , auch zum Tausch...

man muss aufeinander zugehn und sich nicht misstrauisch beäugen.
etwas tun wollen und dann auch durchziehen, gegen viele schiefe blicke oder unverständnis.

solange alleinerziehende berufstätige elternteile mit denen die ein anderes lebensmodell bevorzugen immer wieder über kreuz liegen und jeder gegeneinander aufrechnet, wer mehr für die gesellschaft tut, weil staat ist ja nun mal gesellschaft und gesellschaft sind menschen, da wird das nie was.
da ändert auch kein gesetz was dran.
hab ich wieder einmal bitter lernen müssen.

Inaktiver User
19.01.2008, 22:32
Mir hilft in Notsituationen v.a. eine Frau.... mit 3 Kleinstkindern... bei
der darf ich mal meinen Kleinen auch einen ganzen Tag unterbringen... (solange nicht ihre freiberufl. Tätigkeit greift)
Auch eine ohne Kinder hilft sehr... (wenn flexibel)

Frauen müssten insgesamt noch viel, viel solidarischer sein.
Und viel offener.
Vieles kann man alleine eben nicht wuppen...


Und chronische Krankheit eines Kindes ändert vieles, mein Kind ist von einer sehr leichten Variante betroffen (im Moment steht auch wieder KKH an), Gott sei Dank aber nicht Mukoviszidose, auch wenn der Verdacht kurz im Raum stand.

Inaktiver User
19.01.2008, 22:35
man muss aufeinander zugehn und sich nicht misstrauisch beäugen.
etwas tun wollen und dann auch durchziehen, gegen viele schiefe blicke oder unverständnis.

solange alleinerziehende berufstätige elternteile mit denen die ein anderes lebensmodell bevorzugen immer wieder über kreuz liegen und jeder gegeneinander aufrechnet, wer mehr für die gesellschaft tut, weil staat ist ja nun mal gesellschaft und gesellschaft sind menschen, da wird das nie was.
da ändert auch kein gesetz was dran.
hab ich wieder einmal bitter lernen müssen.

Und umgekehrt...!

V.a. auf dem Land wirst Du als AE komisch beäugt , Du hast versagt, Du hast "es" nicht geschafft.

Hast Du nen netten Job & Ansehen, klar, dann wird Dir als "Powerfrau" alles verziehen...

anastrophe
19.01.2008, 22:55
Hallo Hillary,so ganz verstehe ich nicht, was gemeint ist..Ich glaube,das Ae eine "stille" Gruppe in der Bevölkerung sind, weil sie- wie Glückskatze schreibt, auch heute noch schief angesehen werden, auch wenn sie tatsächlich powerfrauen sind (und das müssen sie schon sein, sonst schaffen sie es doch gar nicht). Aber es ist schwer , sie unter einen Hut zu bekommen. Erstens tragen sie kein Schild auf der Stirn, zweitens gibt es für sie kaum Anlaufpunkte ( wie schön wären Treffs in zumindest jeder Stadt), und drittens ändert sich kaum eine Gruppe so beständig: allein erziehen ist eben immer ein temporäres Problem. Kinder werden groß, AE sucht sich einen neuen Partner und fühlt sich dieser Gruppe (Irrtum, verantwortlich für die Kinder bleibt sie trotzdem meist allein)nicht mehr zugehörig. Das macht es natürlich schwer, sich mit anderen zusammenzu tun , Lobbyarbeit zu leisten und mit einer laut vernehmlichen Stimme zu sprechen. Das Zeitproblem, bedingt durch die Mehrfachbelastung, kommt erschwerend hinzu. Deshalb sind Ae -mehr als jede andere Gruppe - auf solche Berichte, wie in der Brigitte, dringend angewiesen. Und Solidarität mit nicht betroffenen Frauen kann man nur dann erwarten, wenn klar wird, daß jede, aber auch jede, morgen dasselbe "Problem" haben kann. Dazu ist Aufklärungsarbeit in den Massenmedien nötig.
Aber die haben offenbar an diesem "stillen" Problem wenig Interesse. Wenn ich mal einen Blick auf den Wahlkampf in Niedersachsen werfe, muß ich leider feststellen, daß Kandidat Wulff zugejubelt wird, wenn er sich mit seiner lt Presse ach so schönen, jungen neuen schwangeren Lebensgefährtin präsentiert. Darüber, daß er sich im letzten Wahlkampf noch als treuer Ehemann und stolzer Familienvater dargestellt hat, um die Wahl zu gewinnen, redet heute keiner mehr. Und daß seine halbwüchsige Tochter sich mit regelmäßigem (?) "Kontakt" zu ihrem im Fernsehen allgegenwärtigen Vater begnügen darf, ist ja völlig in Ordnung. Und wie es der Ex damit geht, interessiert auch nicht.The winner takes it all, und über den berichtet man gern, daß steigert die Auflagen...

hillary
19.01.2008, 22:57
hallo ana :smile:

Blauterb
19.01.2008, 23:06
Solange Frau zu allen diesen Themen nur resigniert und erschöpft schweigt, sich mit der Hilfe von ihren Verwandten oder allein mit ihren Kindern durchschlägt, sich versteckt und nicht anfängt, sich mit anderen AE zusammenzuschließen und mit ihnen gemeinsam Lobbyarbeit zuleisten, wird sich nichts ändern.

Bin voll und ganz deiner Meinung und wunder mich einerseits über mich selbst, was ich schweigend oder leise vor mich hin murrend alles hinnehme und immer wieder versuche das unmögliche möglich zu machen. Und dann merke ich andererseits, wie grad im Moment, dass ich keine Reserven mehr habe und eine schlichte Feld-Wald-Wiesen-Darmgrippe mich 14 Tage dahin rafft , eh ich mit Müh und Not wieder auf die Beine komme. Vielleicht würd ne zünftige Demo zum Frustabbau mich wieder mit neuer Energie versorgen...
Direkt überlegenswert...
Ich fang schon mal an bei der Mahnwache von www.Schule-mit-zukunft.com mitzumachen...

twixx
19.01.2008, 23:40
Liebes Brigitte-Team,

hier sieht man, wie emotional das Thema allein erziehend ist!

Seit 11 Jahren bin ich allein erziehend und finanzierend! Dass Alleinerziehende in unserer Gesellschaft diskriminiert und ausgegrenzt werden, ist bittere Wahrheit. Ohne die tatkräftige Unterstützung meiner Eltern z.B., wäre ich definitiv ein "Sozialfall" geworden. Es ist, liebe Damen und Herren, für diese Diskussion völlig unerheblich, WIE man allein erziehend geworden ist! Jede und jeder von uns befindet sich diesbezüglich zu jeder Zeit auf sehr dünnem Eis! Ich vermute, dass hierzu ein subtiles unterbewusstes Wissen besteht, daher die vielen (Vor-)Verurteilungen! Leider musste ich feststellen, dass gerade Frauen einen enormen Beitrag zu diesem gesellschaftlichen Missstand beitragen. Man wird nicht gerne eingeladen, auf Feiern, Schulfesten etc. nahezu gemieden. Könnte "die doch den eigenen Mann ausspannen...". Ich bestehe darauf, dass es rühmliche Ausnahmen gibt. Mancher Mann glaubt, dass man einen Geschlechtsgenossen finanziell abzockt (das gibt es) und halten sich aus ernsthafteren (!) Beziehungen zu Alleinerziehenden besser fern. Irgendwie haftet einer allein erziehenden Mutter der Ruf an, dass irgendetwas nicht mit ihr stimme, sonst hätte sie doch einen Mann... Ich bestehe darauf, dass es rühmliche Ausnahmen gibt.
Meines Erachtens führt der Begriff "Alleinerziehend" eher in die Irre. Ohne Hilfe und Unterstützung anderer, ist dies kaum zu bewältigen, wer dies leugnet, lügt. Dies zeigt sich sehr deutlich bei den berufstätigen Alleinerziehenden. Nur wenige Privilegierte, wie auch Frau von der Leyen, können sich finanziell erstklassige Kinderbetreuung sowie schulische und außerschulische Ausbildung und Förderung ihrer Kinder überhaupt leisten! Der Spagat zwischen Job und Kind ist nicht ohne Fremdhilfe (gerne auch Oma und Opa) hinzubekommen! Dort, wo wirklich alleine erzogen wird, sehe ich große Gefahren! Ausgrenzung, Isolation, Überforderung - DAS gibt es aber auch in Familien! Den Rest kennen wir leider aus den Medien.
Ein skandalöser Zustand ist auch die steuerliche Berücksichtigung dieser Lebenssituation! Ich bin der Meinung, dass ich gefälligst mit dem Status des Alleinverdieners einer gesetzlich begünstigten Ehe gleichzustellen bin. Schließlich ziehe ich einen Renten- und Steuerzahler groß und ich finde sehr wohl, dass mein Sohn und ich eine Familie darstellen!!! Ich fordere dies ein!!!
Dies MUSS geändert werden - man denke nur, wiewiel Geld eingespart werden könnte, wenn "Alleine-mit-Kind" nicht mehr automatisch ein Armutsrisiko darstellt. Ohne vernünftige Kinderbetreuung für allein erziehende berufstätige Mütter und Väter sowohl steuerlicher Gleichstellung mit der "heiligen Familie" steht für einen Großteil das Risiko der Arbeitslosigkeit und damit der Armut immer unmittelbar vor der Haustür. Dort wo dies bereits traurige Wahrheit ist, gibt es kaum einen Weg heraus.
Übrigens muss es für ALLE Menschen mit Kindern vernünftige Kinderbetreuung und finanzielle Entlastung geben. Wie gesagt, dass Eis ist dünn...
Ich habe zudem eine interessante Beobachtung gemacht, alleinerziehende Väter genießen eher Mitgefühl und werden von der sie umgebenden Damenwelt durchaus vielfältig unterstützt.
Einem Mann wird nicht so schnell vorgeworfen, er habe seine Frau vergrault, irgendetwas stimme nicht mit ihm usw. Seine Ex ist übrigens sowieso bösartig und unmenschlich, hat sie doch ihn und die Kinder verlassen....
Meine Damen, es liegt offensichtlich in unserer Natur, das eigene Geschlecht missgünstig und als ewige Rivalin zu betrachten. Urinstinkte? Man nehme eine Portion Verstand!
Ich habe übrigens nur ein einziges Mal (!) erlebt, dass eine verheiratete Frau diesbezüglich annähernd positiv Stellung bezog, indem sie sagte, dass sie ihrem Mann sehr dankbar dafür sei, dass er arbeite und ihr und den Kindern damit ein privilegiertes Leben ermögliche. Das ist es nämlich!
Ein weiteres Reizthema stellte und stellt für mich die Schule dar. Ich weise explizit darauf hin, dass es auch in diesem Bereich rühmliche Ausnahmen gibt! Beruflich bin ich u.a. mit dieser Materie betraut und höre immer wieder, dass die schlimmsten Kinder und Jugendlichen, die von allein erziehenden Müttern (niemals Vätern!) seien! Eine Grundschulpädagogin drückte es mir gegenüber wortwörtlich so aus: "Ihr Alleinerziehenden seid doch sowieso total überfordert und könnt euch nicht um euere Kinder mit all eueren Problemen kümmern, ihr seid doch nicht einmal imstande euere Kinder zu lieben!"
Großer Gott!!!

Lasst uns dringend und sofort etwas an diesen prähistorischen Auffassungen ändern!!!!

LG
twixx

kiddo-domino
20.01.2008, 00:22
ich selbst (26) bin seit der geburt meiner tochter (1) gewollt allein erziehend. trotzdem wird mir schon ganz schlecht, wenn ich an das denke was ich alles noch zu bewältigen habe.
geplant ist, das ich ende diesen jahres wieder in meinen job zurückkehre, soweit das mit der kinderbetreuung hinhaut. wobei meine eltern und verwandte schonmal wegfallen, da diese viel zu weit weg wohnen.
ich war flexibel und habe jahre lang (auch an we´s und feiertagen zw. 6.30 und 22.00uhr) geschichtet und finde es eine schweinerei das mein arbeitgeber von mir als AE trotzdem die gleichen arbeitszeiten fordern kann. Er bezeichnet mich offiziell als härtefall aber in eine entsprechende regelung falle ich nicht, irgendwie komisch
wenn ich es nicht schaffe meine tochter während meinen schichten unterzubringen, bin ich sozusagen zur kündigung gezwungen und das kann doch echt nicht sein.
alle AE´s die das nicht verwirklichen/bezahlen können werden zum zu hause bleiben (hartz4) gezwungen und dann finde erstmal einen neuen job der sich mit den offiziellen kinderbetreuungszeiten deckt!

meine wünsche wären:
(bundesweit und nicht nur auf großstädte begrenzt)

entweder müssen arbeitgeber mehr in die pflicht gezogen werden, AE´s zu den offiziellen kinderbetreuungszeiten zu beschäftigen bzw. bei widereintritt in den job auf diese zu ändern.

oder es muß kinderbetreuung im schichtbetrieb geben, damit alle zeiten abgedeckt sind (arbeitslose erzieherinnen gibt es doch genug, ich kenn schon mal ne ganze hand voll).

dazu sollte es ein betreuungsnotdienst geben bei krankenhausaufenthalt des alleinerziehenden, oder für betreuung am we oder feiertags mit nachweis des arbeitgebers oder so.

natürlich weiß ich, das das totale utopie ist - aber nur das wäre gerecht um die beruflichen möglichkeiten zu vergrößern.

zum palme-elterntrainig:
natürlich finde ich gut das es solche projekte gibt und sie sind auch notwendig. mehr jedoch finde ich man sollte vorbeugende arbeit leisten durch entlastungen und nicht erst abwarten, bis die krise so tief ist, das man sich so eine hilfe suchen muß.

meine überzeugung:
meinem kind geht es gut, wenn es mir gut geht! denn nur dann kann ich mich 100%ig auf mein kind konzentrieren.

vielleicht sollten wir doch unsere eigene partei gründen oder einen "beauftragen für alleinerziehende" im BMFSFJ fordern, bestehend natürlich aus jemanden der selbst alleinerziehend ist oder war.
also schließt euch zusammen, geht auf die straße, werdet laut - ich bin dabei.

anastrophe
20.01.2008, 09:42
Hallo twixx,

Ja, genauso ist es!!!Ich kann diesem Beitrag aus voller Überzeugung und mit vollem Herzen zustimmen!!!

Und die Idee von kiddo-domino ist gut: Die Einforderung eines Beaufragten für Alleinerziehende im BM wäre vielleicht wirklich ein Weg.....

Außerdem : die, die es können, m ü s s e n laut werden.Und die Medien müssen dabei helfen. Also bitte: nicht nur mal ein kleiner Artikel, sondern dranbleiben!!!!!

hillary
20.01.2008, 09:53
@twixx,

als ich deinen beitrag las zogen die letzten 17 jahre meines lebens in windeseile an mir vorüber.
du hast viele dinge noch einmal angesprochen, die ich für mich zum teil schon verdrängt hatte.
meine kinder sind nun schon groß, gehen ihre eigenen wege und ich finde, sie machen das ganz gut.
trotzdem aller mühen und sorgen empfand ich diese zeit aber nicht nur schwer, sondern auch schön. ein leben ohne die kinder, ich weiß nicht, mir würde vielleicht noch mehr fehlen als ein partner.
allerdings beobachte ich an mir persönlich eine sehr unschöne sache, ich bin intolerant geworden. mir fehlt das verständnis und die geduld für die probleme von verheirateten müttern die freiwillig mit gesunden kindern zuhause sind. das ist die kehrseite der medaille. aber ich schaffe es nicht, über meinen schatten zu springen.

Inaktiver User
20.01.2008, 12:08
Die ersten vier Lebensjahre meines Sohnes habe ich noch mit dessen Vater verbracht,will mal sagen, es war eine Art WG, als mein Sohn mit drei in den Kindergarten kam, nahm ich meine Berufstätigkeit wieder auf. Hillary, ich weiß, was du meinst, wenn du von Intoleranz gegenüber verheirateten Müttern, die zu Hause arbeiten schreibst. Nach dem Motto: "Deine Probleme will ich mal haben." Du bist da ja selbstkritisch und ich denke, du weißt auch, daß eine solche Aufspaltung unter den Frauen uns nicht weiterbringt. Besser wärs, wenn sich alle Eltern zusammenschließen um für bessere Bedingungen bei der Kindererziehung einzutreten.
kiddo-domino:Ich wünsch dir viel Kraft für die Zukunft, mit einem Kleinkind in den Schichtdienst ist doch ein Ding der Unmöglichkeit, da muß doch dein Arbeitgeber eine Lösung finden.
Ich bin übrigens Erzieherin (zum Glück noch nicht arbeitslos) und ich kann berichten, daß bei uns in der Kita täglich ca. 5 Eltern anrufen, die ihr Kind (unter 3) bei uns anmelden wollen. Allein mit unserer Warteliste könnten wir zig U-3 Gruppen füllen, der Bedarf ist riesig. Wir haben allerdings nur Platz für 15 Kinder, wollen/müssen uns aber vergrößern, da die eingruppigen Kitas keine Zukunft mehr haben, weil sie dem Staat zu teuer sind. OK, jetzt haben wir eine Immobilie gefunden, die in Frage käme, da könnten wir insgesamt 40 Kinder betreuen. Ja, sagt da das Landesjugendamt, das könnt ihr machen, allerdings müßt ihr selber sehen, wo ihr das nötige Geld für den Umbau (Kindertoiletten, Küchen, Abzäunung etc.) herkriegt. Hat nicht die von der Leyen vor einem Jahr noch groß rumgetönt, sie würde Plätze für unter Dreijährige schaffen? Da war doch was? Das Jugendamt sagt, daß das versprochene Geld für die Schaffung der Plätze bisher noch nicht da ist. Was immer das heißt. Der Vermieter des Hauses will natürlich auch nicht bis zum St.Nimmerleinstag warten und möchte wissen, ob wir das Haus nehmen.... Nun suchen wir Sponsoren, Firmen, die uns Geld geben, aber das kanns doch irgendwie nicht sein.:knatsch:

kiddo-domino
20.01.2008, 12:57
@twixx,
ich bin ganz deiner meinung!!!

zu hillarys eintrag - intoleranz gegenüber verheirateten, daheimbleibenden müttern gesunder kinder.

in manchen fällen ist das vielleicht sogar berechtigt, den manchen kommt es nur auf das jammern an, egal wie nichtig die probleme im vergleich zu den von anderen sind.
andererseits haben verheiratete mütter probleme die mit unseren (meiner meinung nach) nicht zu vergleichen sind, was nicht bedeutet soll das sie kleiner sind als die unseren - sie sind eben anderst.
welche probleme das sein können, kann ich mir hier bestimmt sparen aufzulisten, da ihr das bestimmt alle selbst wißt - ich sag nur 2 dinge:
1. ein partner benimmt sich nicht immer wie ein partner
und
2. die hoffnung stirbt zuletzt

ich persönlich bin lieber alleinerziehend und strampel mich ab,
bevor ich mit jemandem nur aus finanziellen gründen zusammen bin. Aber das muß jeder für sich entscheiden und die konsequenzen tragen.

hillary
20.01.2008, 13:23
Ich bin übrigens Erzieherin (zum Glück noch nicht arbeitslos) und ich kann berichten, daß bei uns in der Kita täglich ca. 5 Eltern anrufen, die ihr Kind (unter 3) bei uns anmelden wollen. Allein mit unserer Warteliste könnten wir zig U-3 Gruppen füllen, der Bedarf ist riesig. Wir haben allerdings nur Platz für 15 Kinder, wollen/müssen uns aber vergrößern, da die eingruppigen Kitas keine Zukunft mehr haben, weil sie dem Staat zu teuer sind. OK, jetzt haben wir eine Immobilie gefunden, die in Frage käme, da könnten wir insgesamt 40 Kinder betreuen. Ja, sagt da das Landesjugendamt, das könnt ihr machen, allerdings müßt ihr selber sehen, wo ihr das nötige Geld für den Umbau (Kindertoiletten, Küchen, Abzäunung etc.) herkriegt. Hat nicht die von der Leyen vor einem Jahr noch groß rumgetönt, sie würde Plätze für unter Dreijährige schaffen? Da war doch was? Das Jugendamt sagt, daß das versprochene Geld für die Schaffung der Plätze bisher noch nicht da ist. Was immer das heißt. Der Vermieter des Hauses will natürlich auch nicht bis zum St.Nimmerleinstag warten und möchte wissen, ob wir das Haus nehmen.... Nun suchen wir Sponsoren, Firmen, die uns Geld geben, aber das kanns doch irgendwie nicht sein.:knatsch:

lacht jetzt nicht,
aber ich habe bei diesem riesen lottojackpott mitgemacht und hätte ich glück gehabt, hätte ich eine stiftung gegründet, die genau solche projekte unterstützt. leider wars nix mit den vielen millionen.

twixx
20.01.2008, 13:49
@kiddo-domino,

bin ebenfalls sofort dabei eine Partei für die Interessen von Alleinerziehenden zu gründen und die Forderung im BMFSFJ eine Beauftragte zu stellen sollte ohnehin schon längst erfolgt sein!
Jammern und polemisieren bringt uns allen nichts! Im übrigen werden ja auch die Kinder von Alleinerziehenden ausgegrenzt! Trotz aller Probleme, Benachteiligungen und Ärger: Ich liebe mein Kind wie doof und bin sehr stolz darauf Mama zu sein!!! Habe mir auch zum Thema Intoleranz gegenüber verheirateten Müttern überlegt, ob man sich diese nicht mit ins Boot holt. Diese Mütter können unsere Interessen ja trotzdem und gerade deshalb ebenso unterstützen - denn es kann nicht sein, dass mein persönliches Glück (verheiratet) oder Nicht-Glück-gehabt (Single Mom) vom Staat dazu herangezogen wird, meinen Steuer-Status festzulegen! Um diese Ungerechtigkeit zu begreifen, muss man nicht Single-Mutter sein! Solidarität ist gefragt. Werde auf jeden Fall jede mir bekannte Mutter und Vater, ob verheiratet oder nicht , bitten, den Brief an Frau von der Leyen zu unterschreiben!
Wer also ist dabei eine Partei zu gründen? Ich meine das ernst!
LG
twixx

Inaktiver User
20.01.2008, 13:52
Ja, das wär schön gewesen.:blumengabe: Noch schöner wärs allerdings, wenn die Leute, die das Geld sowieso haben und gar nicht mehr wissen wohin damit, mehr in solche Projekte investieren. Vielleicht lohnt sich das für diese nicht finanziell, aber es ist eine Investition in die Zukunft aller. Meist handelt der Mensch erst, wenn es ihn direkt betrifft, leider.

kiddo-domino
20.01.2008, 13:52
@natural,
1.danke für deine anteilnahme
2.tja, da haben wirs doch wieder. das soziale bleibt doch bei egal welcher regierung auf der strecke. große versprechungen und wenn es dann soweit ist, werden einem wieder nicht nur steine sondern ganze felsbrocken in den weg gelegt.

sein wir doch mal ehrlich, wir haben jetzt ideen, tauschen sie aus, pflichen der meinung anderer bei oder nehmen anteil an lebenssituationen. reden davon endlich was zu tun - doch was wird daraus? jeder kämpft wieder für sich oder genießt es diese zeit langsam hinter sich zu haben.
auch wenn ich selbst noch kämpfen muß, möchte ich aktiv versuchen an der situation etwas zu ändern, damit (wenn nicht ich) es zukünftige AE´s (und vielleicht betrifft es ja auch mal meine oder deine tochter) besser haben. ich hab zwar keine erfahrung wie man sowas macht aber mein wille ist mehr als da!
laßt uns unsere kompetenzen zusammenlegen und wirklich etwas bewegen, denn einer allein schafft das nicht und wird auch nicht gehört. also her mit vorschlägen!

kiddo-domino
20.01.2008, 14:03
@twixx
feut mich das du das auch so siehst

ich schreib jetzt noch in mein profil wie man mich sonst noch erreichen kann, für alle die es auch ernst meinen und geh dann erstmal mit meiner kleinen auf den spielplatz - schau heut abend wieder rein

atlantika
20.01.2008, 17:19
bin selbst seit fast 15 Jahren glücklich alleinerziehend. Allerdings muß ich dazu schreiben, dass ich hinsichtlich meiner Ausbildug und meiner Herkunftsfamilie gute Bedingungen habe meinen Sohn alleine groß zu ziehen.
Meine Meinung ist, dass beide Lebensformen: Mutter sein mit oder ohne Partner sowohl Vorteile als auch Nachteile hat.
Ein Riesenvorteil für Alleinerziehende sehe ich in der Unabhängigkeit und Freiheit alles allein entscheiden zu können. Dies ist für die ein oder andere Mutter auch ein Nachteil.
Sehr unterschiedliche Erziehungsstile, Lebensvorstellungen etc. der Eltern in einer Partnerschaft können auch für Kinder sehr schwierig sein. Nicht alle Väter sind Vorbilder was Alkohol, Gewalt und Machtspiele betrifft, sodass es mitunter sehr vorteilhaft sein kann, keinen Partner zu haben, der dies vorlebt.
Ich wohne mit meinem Sohn in einem kleinen Nest mit sogenannten intakten Familien.
Hinter den Fassaden sieht es mitunter schlimm aus: Es ist so schlimm, dass Freunde meines Sohnes ihn beneiden, "sei froh, dass Deine Mutter alleinerziehend ist. Mein Vater ist ein Tyrann etc."
Die Jungs fühlen sich bei uns viel wohler, keine Diktatur...es ist alles viel lockerer.
Frauen, die verheiratet sind, haben auch viele Nachteile. Einerseits müssen Sie meist trotzdem arbeiten und dem weiteren Kind (Vater) auch noch alles hinterher tragen.Nicht berufstätige Ehefrauen/Mütter haben auf der anderen eine niedrigere Scheidungsqoute, weil Sie nach jahrelanger Erziehungsarbeit große Schwierigkeiten haben wieder in den Beruf zu finden und deshalb aushalten.
So gesehen bin ich froh, dass ich vor 15 Jahren als ledige Mutter gezwungen war, direkt wieder zu arbeiten.
Unsere Gesellschaft und vorallem die politischen Entscheider wollen durch die ungerechte Besteuerung die selbstbestimmten Alleinerziehenden für die Ungehörigkeit abstrafen, dass Sie ohne Ernährer klar kommen.Zudem sollen die Gehälter der Frauen nach Möglichkeit auch weiterhin 30-40% niedriger bleiben als die der Männer.
Schließlich müssen die Familienväter Ihre Familien ernährt bekommen.
Ich muss meinen Sohn auch ernähren! Und dies trifft immer mehr auf Frauen zu.
Trotz den Ungerechtigkeiten, die zum Himmel stinken, bin ich froh ein selbstbestimmtes -wenn auch nicht immer leichtes Leben führen zu können.
Ich hoffe auf die junge Generation: Junge Frauen, die sich nicht in die Abhängigkeit als "Nur-Hausfrau" begeben, dies ist anhand der hohen Scheidungraten ein Garant dafür bei Scheidung den absoluten sozialen Abstieg zu machen.Und die dazugehörigen jungen Männer, die Ihre Frauen partnerschaftlich bei Hausarbeit und Kindererziehug unterstützen, damit Frau auch beruflich etwas erreichen kann. Voraussetzungen dafür muss der Staat schaffen...auch durch die Zielsetzung, dass Frauenarbeit genauso gut bezahlt werden muss, damit die neuen Vatis Erziehungsurlaub machen können.
Die Männer gewinnen dabei auch: Sie haben nicht mehr die alleinge Verantwortung für den Lebensunterhalt und werden um den wichtigsten Aspekt in Ihrem Leben bereichert: Eine gelebte Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen und für Ihre Söhne zeitgemäße Vorbilder zu sein.
Dies wünsche ich vor allem einem Menschen, der dieses Vorbild leider nicht hatte: Meinem Sohn!

Tigress
20.01.2008, 17:28
Atlantika, ein sehr schöner Beitrag :blumengabe:

Ich finde mich darin wieder in der Denkweise.

frau-doktor
21.01.2008, 09:08
Ich bin übrigens Erzieherin (zum Glück noch nicht arbeitslos) und ich kann berichten, daß bei uns in der Kita täglich ca. 5 Eltern anrufen, die ihr Kind (unter 3) bei uns anmelden wollen. Allein mit unserer Warteliste könnten wir zig U-3 Gruppen füllen, der Bedarf ist riesig. Wir haben allerdings nur Platz für 15 Kinder, wollen/müssen uns aber vergrößern, da die eingruppigen Kitas keine Zukunft mehr haben, weil sie dem Staat zu teuer sind. OK, jetzt haben wir eine Immobilie gefunden, die in Frage käme, da könnten wir insgesamt 40 Kinder betreuen. Ja, sagt da das Landesjugendamt, das könnt ihr machen, allerdings müßt ihr selber sehen, wo ihr das nötige Geld für den Umbau (Kindertoiletten, Küchen, Abzäunung etc.) herkriegt. Hat nicht die von der Leyen vor einem Jahr noch groß rumgetönt, sie würde Plätze für unter Dreijährige schaffen? Da war doch was? Das Jugendamt sagt, daß das versprochene Geld für die Schaffung der Plätze bisher noch nicht da ist. Was immer das heißt. Der Vermieter des Hauses will natürlich auch nicht bis zum St.Nimmerleinstag warten und möchte wissen, ob wir das Haus nehmen.... Nun suchen wir Sponsoren, Firmen, die uns Geld geben, aber das kanns doch irgendwie nicht sein.:knatsch:

Und genau das ist es ja!

So sieht&#180;s hier aus!

Da bekomme ich echt das Würgen im Hals!

Ich habe bald drei Kinder für die ich dann auch irgendwann wieder selber sorgen muss.

Wenn ich daran denke wer und wieviele Anforderungen an mich gestellt werden, wird mir schwindelig.

Der nerver-ending-Kreislauf:

Ohne Job keine Betreuung, ohne Betreuung kein Job, den Kindern eine ausgeglichene Mutter sein, meinen Haushalt geregelt kriegen und mein Privatleben, damit ich nicht versumpfe.

Einen Mann kann ich mir momentan in meinem Leben nicht vorstellen. Dafür hätte ich garkeine Zeit.

Ich könnte jetzt, während der Schwangerschaft, schon viel relaxter sein, wenn ich Aussicht auf Betreuung, ect. hätte.

So sitze ich oft allein auf dem Sofa und frage mich wie alles werden soll.

Die Frauen in meinem Bekanntenkreis haben sich teilweise so bescheuert verhalten, viele die garkeine Kinder haben...
Blöde Kommentare, weil ich mich, obwohl mein Mann und ich uns getrennt haben, für mein drittes Kind entschieden habe und nicht "mal eben" habe abtreiben lassen.

Meinen Beitrag für ein kinderreiches Deutschland habe ich geleistet.
Warum, in aller Welt, werde ich dafür bestraft?

Warum sagt keiner:"Toll, Frau Doktor, das sie das durchziehen. Wie können wir Ihnen helfen?"

Was Natural beschreibt ist haaresträubend und bittere Realität.

Warum gibt der Staat den Betrieben nicht mehr Möglichkeiten hauseigene Kindergärten zu eröffnen?
Das Thema ist irgendwie total vom Tisch.

In ein paar Jahren würde ich gerne wieder arbeiten gehen. Machen wir uns nix vor, ich werde so gut wie keine Chancen haben.
Aber die hatte ich schon mit 2 Kindern nicht.

Liebe Grüße an den Strang!

:blumengabe:

hillary
21.01.2008, 09:32
frau - doktor,
alle achtung 3 kinder allein :blumengabe:.

es gibt aber auch positive beispiele. der möbelriese IKEA hat sehr viele junge mitarbeiter. darunter viele eltern. nun ist er zum beispiel am standort erfurt auf der suche nach partnerbetrieben, die mit ihm zusammen eine kindertagesstätte eröffnen.
er hat auch schon bei meinem auftraggeber angefragt und eine zusage bekommen, da bei uns in den vergangenen 2 jahren ein regelrechter babyboom ausgebrochen ist. :smile:
eine kollegin meinte neulich, mensch da könte man es sich ja glatt nochmal überlegen.

das klinikum in dessau hat übrigens noch heute eine eigene kindertagesstätte mit sehr langen öffnungszeiten, um dem schichtdienst des personals weitgehend entgegenzukommen.
ist aber eben alles NBL

frau-doktor
21.01.2008, 09:59
Liebe Hillary!

Klar kennt man solche Beispiele, aber die Regel, so wie es sein sollte, ist das längst nicht.

Es soll ja damit nicht nur AE geholfen werden, sondern allen Eltern.

Lustig ist ja auch die ganze Nummer mit dem Elterngeld.

Schön wenn die Papa&#180;s sich auch mal einige Monate kümmern.
Aber danach geht doch alles weiter wie gehabt.

Manchmal denk ich, wir lassen uns alle vera....en.

Alle Macht geht vom Volke aus!

Also, warum machen die nicht, was wir wollen?
Warum schaffen wir es nicht den Spieß umzudrehen?

Weil es uns an allen Ecken und Kanten schwer gemacht wird.
Auch den Arbeitgebern.

Ich danke Dir für deine Achtung!
Für mich ist das keine dumme Floskel und ich würde mir wünschen das viel mehr Menschen diese Achtung vor mir hätten.

Mir war klar das ich allein mit 2 Kindern schon schlechte Chancen habe, da war die Entscheidung für mein drittes Kind garnicht schwer.

Schlimm waren die Kommentare aus dem Bekanntenkreis:
"Mit drei Kindern alleine. Mensch, Du kriegst ja nie wieder einen Fuß auf den Boden."

Ja schlimm genug, oder?

Das spiegelt doch eindeutig unsere Gesellschaft wieder.

Ich kriege hier die Kinder, die sich die anderen verkneifen und werde noch dafür bestraft.

Eigentlich ist das ungeheuerlich!!!

Liebe Grüße nochmals.

:blumengabe:

frau-doktor
21.01.2008, 10:09
Hier (www.kindergartenpaedagogik.de/913.html) mal was zum lesen.

hillary
21.01.2008, 11:14
danke frau doktor.

Womanatwork
21.01.2008, 11:24
@kiddo-domino & twixx
Ich bin auch dabei, laßt uns richtig Krach machen!!!
Briefe, Demos, Steuerflucht...
Enough is enough, let´s get loud!!
1. Forderung: Viel weniger MWSt auf Kinder- u. familientypische Artikel, da bleit das Geld direkt wo es gebraucht wird.
2. Steuerliche Gleichsetzung mit 2Eltern-Familien.
3. Jugendamtsreform
4. Kinderbetreuungsversprechen der Politiker einklagen
5. Kita-Gründungen vereinfachen (FirmenKiTa)
6. Neues Unterhaltsrecht kippen und umkehren - Anhebung von AE auf Verheirateten-Niveau, nicht andersrum!!
7. Mehr Druck auf unterhaltssäumige oder terrorisierende Väter und (auch) Mütter, dafür braucht es sensiblere JA-Mitarbeiter!

....

yvonniqm
21.01.2008, 13:13
auch ich fühle mich im stich gelassen.
ich bin seit 2 jahren alleinerziehend und der vater kümmert sich auch nicht. er schafft es seit 2 jahren,einfach gar nichts zu bezahlen,obwohl er vollzeit arbeitet.ich verstehe das einfach niht.jetzt lebe ich von hartz 4 und kindergeld und unterhaltsvorschuss,das reicht ja nicht hinten und nicht vorne
und der vater braucht sich um nix zu kümmern und lebt jetzt fett von dem geld,das früher für uns 3 reichen mußte.
und wenn er das kind nicht sehen will,muß ers auch nicht. aber ich muss alles. egal ob ich grad kann und will,oder nicht.
und wenn ich einen job finden sollte,dann hab ich nachher noch weniger geld als jetzt.
und ich möchte nicht,dass ich vollzeit arbeite und das kind ist nachmittags stunden allein.
es ist schlimm.
ich weine oft und bin verzweifelt. mir hilft keiner.im gegenteil meine umwelt meint,hätte ich meinen exmann nicht rausgeworfen,würde es mir besser gehen.aber das war auch kein leben.nicht nachdem was er mir alles angetan hat.

traenenkuss
21.01.2008, 13:58
Liebe Brigitte,

vielen Dank für diesen Beitrag, sagt er doch endlich einmal die Wahrheit...Ich bin seit Geburt meines Kindes (Sohn 11 Jahre) alleinerziehend, der Vater hat sich nie gekümmert, der Unterhalt mußte eingeklagt werden. Es ist unglaublich, wie mit diesen "Schulden" bei Mutter und Kind seitens des Staates umgegangen wird....es sind "Kavaliersdelikte" mehr nicht.
Ich habe mir das Leben mit Kind alleine niemals so schwer vorgestellt. Die viele Einsamkeit, die vielen Sorgen alleine, der Mangel an "Beschütztwerden "..Ich liebe mein Kind über alles, würde es aber nicht noch einmal so machen.
Ich weiß nicht, wie ich das alles überstanden habe. Keine Großeltern,kein Vater. Ich habe ein Vermögen für Babysitter ausgegeben. Gott sei Dank leben wir in einer Großstadt, sodass er immer gut betreut war (Krippe, Kindergarten) und ich arbeiten konnte. Ohne diese zusätzlichen Erziehungspersonen hätte ich es nicht ausgehalten. Die Tatsache, dass ich alleinerziehend bin, habe ich Arbeitgebern gegenüber aus Angst vor Diskriminierungen immer verschwiegen.
Alleinerziehende Mütter sind nur eine halbe Familie und sind auch nur halb so viel wert. Paare verreisen mit Paaren. Alleine mit Kindern darf man wie für 2 Erwachsene bezahlen. Ist man mit einer Familie befreundet, haben irgendwann die Frauen Angst um ihre Männer. Auch die Kinder sind zweitklassig, haben sie doch dieses Manko, was sich in ihrem Selbstbewußtsein niederschlägt.
Mein Leben ist geprägt von Schuldgefühlen gegenüber meinem Sohn, in was für Verhältnisse ich ihn geboren habe und der Angst, wie er später einmal mit all dem umgehen wird.
Einen neuen Partner zu finden ist schwierig. Ich bin einfach dadurch, dass ich alles alleine schaffen mußte, viel zu stark geworden. Gleichzeitig merke ich auch, wie mich die Kräfte nach 11 Jahren Kampf langsam verlassen.

Wir brauchen mehr Verständnis und Unterstützung !

hillary
21.01.2008, 14:11
Mein Leben ist geprägt von Schuldgefühlen gegenüber meinem Sohn, in was für Verhältnisse ich ihn geboren habe und der Angst, wie er später einmal mit all dem umgehen wird.

Einen neuen Partner zu finden ist schwierig. Ich bin einfach dadurch, dass ich alles alleine schaffen mußte, viel zu stark geworden. Gleichzeitig merke ich auch, wie mich die Kräfte nach 11 Jahren Kampf langsam verlassen.

Wir brauchen mehr Verständnis und Unterstützung !

warum fühlst du dich schuldig?
warum? du hast keine schuld, du hast eine sehr schwierige, aber auch schöne aufgabe. ein kind zu erziehen und es auf den weg ins leben zu begleiten. siehs mal so.
wir können unsrer kraft nicht aus dem materiellen schöpfen, es werden sowieso immer weniger die das können, aber niemals darf unser kind spüren, das wir uns schuldig fühlen.
liebe ist unbezahlbar.
mit kindern einen partner zu finden ist schwierig, das liegt nicht allein an unsrer stärke, es liegt daran, das wir in der regel zuerst an unsere kinder denken. nicht jeder mann kann das ab.

karin-herzog
21.01.2008, 15:52
Auch ich (41) bin seit 8 Jahren alleinerziehend. Meine Tochter ist 11. Wir hatten eine 2-Zimmerwohnung und ich arbeitete halbtags, weil mein Ex keinen Unterhalt zahlte. Er ist seit mehreren Jahren arbeitslos und schuldet mir noch 20.000,00 €.
Ich habe also Kind + Beruf allein geregelt.
Im April 2007 habe ich eine 3-Zimmerwohnung mit großem Garten gefunden - auch in der Hoffnung, dass dadurch die dauernden Streitereien mit meiner Tochter weniger werden.
Gut 2 Wochen nach unserem Umzug zog meine Tochter zu ihrem Vater! Dort lebt sie bis heute, nachdem ein Gericht entschieden hat, dem Wunsch des Kindes zu entsprechen.
Das bedeutet für mich: Ich muss Unterhalt für meine Tochter zahlen, bekomme kein Kindergeld + keinen Unterhaltsvorschuss mehr und habe jetzt auch noch Steuerklasse 1, während der Kindesvater die ganze Zeit über NICHTS gezahlt hat!
Nebenbei versuche ich auch noch weitere Schulden von ihm zu begleichen.
Und weder das Jugendamt noch das Gericht hat es für nötig befunden, mich in irgendeiner Form zu unterstützen. Mir wurde das Kind weggenommen und dann konnte ich sehen, wo ich bleibe.

hillary
21.01.2008, 16:03
karin,
warum kommst DU für seine schulden auf?

Inaktiver User
21.01.2008, 16:07
@frau-doktor
Du hast vollkommen Recht, Kinder sind ein Armutsrisiko und diese Tatsache ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft! Da hilft auch kein Elterngeld im ersten Lebensjahr - was ist mit den anderen 20 Jahren? Ich habe nur ein Kind, hätte gerne 2 weitere gehabt, aber die Zukunftsaussichten haben mich davon abgehalten. In meinem Bekanntenkreis sind viele, die kinderlos sind. Bezeichnenderweise haben die oft Hunde oder Katzen. Wenn es weiter so geht, wird das wohl mal der Normalfall sein und Kinder sind dann echte Exoten in Deutschland.
Gruß,
Natural

Haesin
21.01.2008, 16:23
Ich sage: Wenn Männer die Kinder kriegen würden, hätten wir alles komplett geregelt und das seit langem: Ganztagsbetreuung flächendeckend, kostenlose Schulbücher, qualitativ guten Hort für alle Schüler, kostenloses gutes Mittagessen in der Schule etc.

Übrigens - außer der DDR gibt es immer noch oder wieder auch kapitalistische Länder, wo so was geht: Skandinavien, in Irland auch und einige andere.

Die o. g. Punkte würden mehr beitragen, als reine finanzielle Hilfen. Und auch nur dann würde sich das Denken der Arbeitgeber verändern, weil sie wüssten, dass Eltern nicht zwangsläufig ausfallen, wenn die Kinder mal krank sind. Durch den Zerfall der Großfamilie lastet heute alles auf den Schultern einer Minifamilie, Vater und Mutter oder sogar nur Einer. Das KANN nicht funktionieren. Entweder greift die Gesellschaft bald ein oder wir sterben eben langfristig aus, gab es oft genug in der Geschichte. Bei der Geburtenrate kann man sich ausrechnen, wann es keine Deutschen mehr gibt bzw. sie eine Minderheit im eigenen Land sein werden.

hillary
21.01.2008, 16:55
haesin,
guckst du hier (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=78352&page=22)
post 215 von frau doktor

Inaktiver User
21.01.2008, 17:39
Auch ich (41) bin seit 8 Jahren alleinerziehend. Meine Tochter ist 11. Wir hatten eine 2-Zimmerwohnung und ich arbeitete halbtags, weil mein Ex keinen Unterhalt zahlte. Er ist seit mehreren Jahren arbeitslos und schuldet mir noch 20.000,00 €.
Ich habe also Kind + Beruf allein geregelt.
Im April 2007 habe ich eine 3-Zimmerwohnung mit großem Garten gefunden - auch in der Hoffnung, dass dadurch die dauernden Streitereien mit meiner Tochter weniger werden.
Gut 2 Wochen nach unserem Umzug zog meine Tochter zu ihrem Vater! Dort lebt sie bis heute, nachdem ein Gericht entschieden hat, dem Wunsch des Kindes zu entsprechen.
Das bedeutet für mich: Ich muss Unterhalt für meine Tochter zahlen, bekomme kein Kindergeld + keinen Unterhaltsvorschuss mehr und habe jetzt auch noch Steuerklasse 1, während der Kindesvater die ganze Zeit über NICHTS gezahlt hat!
Nebenbei versuche ich auch noch weitere Schulden von ihm zu begleichen.
Und weder das Jugendamt noch das Gericht hat es für nötig befunden, mich in irgendeiner Form zu unterstützen. Mir wurde das Kind weggenommen und dann konnte ich sehen, wo ich bleibe.


Tja so siehts aus. Mein Exmann hat Unterhaltsschulden, seit November 2006 klagen wir dagegen. Jetzt haben wir fast Februar 2008 und das Gericht hat es immer nicht nicht geschafft, den Pfändungs-und Überweisungsbeschluss zuzustellen. Danke, lieber Staat! Ich nochmal Kinder kriegen? Im Leben nicht und hätte ich das alles vorher gewusst, ich würde heutzutage durchgehend volltags arbeiten, reisen und nach nur 10 Stunden arbeit vielleicht Freizeit haben. Aber nimmer ein Kind.

hillary
21.01.2008, 17:49
TDanke, lieber Staat! Ich nochmal Kinder kriegen? Im Leben nicht und hätte ich das alles vorher gewusst, ich würde heutzutage durchgehend volltags arbeiten, reisen und nach nur 10 Stunden arbeit vielleicht Freizeit haben. Aber nimmer ein Kind.

aua.

Inaktiver User
21.01.2008, 17:56
Danke, lieber Staat! Ich nochmal Kinder kriegen? Im Leben nicht und hätte ich das alles vorher gewusst, ich würde heutzutage durchgehend volltags arbeiten, reisen und nach nur 10 Stunden arbeit vielleicht Freizeit haben. Aber nimmer ein Kind.

Seltsam, so habe ich das noch nie überlegt. Ich habe mich nur mal geärgert, dass ich nicht wie eine gute Freundin von mir Gymnasiallehrerin wurde. Sie arbeitet voll, hat ausreichend Zeit und Ruhe, sodass sie drei Kinder allein durch bringt. Ich komm bei meinen Arbeitszeiten sehr abgehetzt mit einem klar.

Das würde ich vermutlich mit dem Wissen von heute anders machen und hätte auch mehr als ein Kind.

Viele Grüße


Lilian

neina17
21.01.2008, 18:33
Hallo zusammen,

mein erster Beitrag überhaupt hier im Brigitte-Forum. Gestern habe ich schon einiges gelesen, aber die Beiträge vom Lordofdingsda haben mich ziemlich gestört.
Natürlich gibt es immer irgendwelche die irgendwie von irgendetwas profitieren. Aber wenn ein Thema auf den Tisch kommt, dann doch weil die überwiegende Mehrheit davon betroffen ist. Und so eine bin ich auch.

Seit nunmehr 11 Jahren AE, Vater verweigert hartnäckig Kontakt zu seiner Tochter. Jugendjamt zuckt mit den Schultern "ja mein, wenn er halt nicht will, dann kann man auch nix machen".
Zahlt widerwillig was er zahlen muss. Aber diese Rechnung geht NIE auf.

Ich kann jahrelang gar nicht arbeiten, dann nur Teilzeit, in Jobs, die ich eigentlich nie machen wollte. Aber mit Hinblick auf die Kindesbetreuung beißt man halt in sehr saure Äpfel.

Was mich extremst stört an der ganzen Thematik:
Für einen Mann/Vater ist "Problemfall Kind" mit der Zahlung von etwa 250 Euro monatlich erledigt. Fertig!
Wenn er denn überhaupt zahlen mag.
Der Ex meiner Freundin z.B. ist vor Jahren einfach untergetaucht und hat für die 3 gemeinsamen Kinder keinen Cent Unterhalt gezahlt. Sie war beim Rechtsanwalt und hat sogar Strafanzeige gestellt, aber das ist nie weiter verfolgt worden.
"Ja mein, wenn er nicht will/kann, das ist das halt so"

Das Geschwätz von Frau von der Leyen kann ich nicht mehr ertragen. Was will sie denn z.B. mit dem Elterngeld erreichen?
Doch nur daß gutverdienende Paare sich auf ein Kind einlassen.
Die schlauen müssen sich vermehren, das Volk der Denker darf nicht aussterben.

Was einzig und allein helfen würde, wäre eine vernünftige Kinderbetreuung für JEDES Alter und zu dem Arbeitsalltag angepaßten Zeiten.
Ich arbeite jetzt z.B. in einem Krankenhaus, Schicht- und Wochenenddienst. Nicht so schlimm wie eine Krankenschwester, aber trotzdem.
Welcher Kindergarten hat denn nach 18.00 noch auf, welcher am Wochenende? Was ist wenn ein Kind krank ist, welcher ARbeitgeber zeigt Verständnis?

Ich war heute beim Arzt, weil ich nervlich am Ende bin, weil die letzten Jahre ihren Tribut gefordert haben. Gegen Windmühlen kämpfen, so komm ich mir vor.

Und hier noch ein sehr "schönes" Beispiel für himmelschreiende Ungerechtigkeiten:
Im öffentl.Dienst (in dem ich jetzt auch bin) gibt es einen sog. Kinderzuschlag. Den bekam vorher der KV zur Gänze, obwohl das Kind 100% bei und von mir betreut wird. Auskunft auf Nachfrage: Dem Amt ist es egal, bei wem das Kind ist.

Jetzt habe ich den Anspruch darauf, aber ich bekomme jetzt nur noch einen geringen Anteil (entsprechend meiner Teilzeitstunden), da ich nicht verheiratet bin (wie meine Kollegin, die alles einstreicht)
Wäre ich das, dann bekäme ich das ganze Geld.
Höre ich im öff.Dienst wieder auf, bekommt der KV wieder die volle Summe.

Auch nur wieder ein Teil vom ganzen Elend.

Auweia, dieses Posting sprengt jetzt hoffentlich nicht den Rahmen, aber ich hab jetzt einfach mal drauflosgeschrieben.
Bin gespannt, was noch alles so kommt

LG
Katrin

hillary
21.01.2008, 18:36
Jetzt habe ich den Anspruch darauf, aber ich bekomme jetzt nur noch einen geringen Anteil (entsprechend meiner Teilzeitstunden), da ich nicht verheiratet bin (wie meine Kollegin, die alles einstreicht)
Wäre ich das, dann bekäme ich das ganze Geld.
Höre ich im öff.Dienst wieder auf, bekommt der KV wieder die volle Summe.

Auch nur wieder ein Teil vom ganzen Elend.



LG
Katrin

na ich glaubs ja wohl nicht!

Inaktiver User
21.01.2008, 20:10
Ich nochmal Kinder kriegen? Im Leben nicht und hätte ich das alles vorher gewusst, ich würde heutzutage durchgehend volltags arbeiten, reisen und nach nur 10 Stunden arbeit vielleicht Freizeit haben. Aber nimmer ein Kind.

Diese Aussage hab ich allerdings auch schon von verheirateten, nicht alleinerziehenden Müttern gehört. Hat also wenig mit dem Status einer/ eines Alleinerziehenden zu tun.
Trotz aller Probleme möchte ich meinen Sohn doch niemals missen, bin froh, daß es ihn gibt und er hat mein Leben positiv verändert und bereichert.:liebe:

Inaktiver User
21.01.2008, 20:41
Das Geschwätz von Frau von der Leyen kann ich nicht mehr ertragen. Was will sie denn z.B. mit dem Elterngeld erreichen?
Doch nur daß gutverdienende Paare sich auf ein Kind einlassen.
Die schlauen müssen sich vermehren, das Volk der Denker darf nicht aussterben.

Das ist doch unsinnig, denn Menschen wie ich haben mit einem relativ geringen Gehalt bei der alten Regelung schon nach 6 Monaten nichts mehr bekommen, weil das Haushaltseinkommen gerechnet wurde. Damit war ich damals ohne jegliches Einkommen und Männe hatte nicht viel, da ein Gehalt mit Geburt des Kindes weg fiel.

Jetzt bekäm ich ein Jahr 67 % meines Gehalts weiter, könnte nebenbei noch etwas arbeiten, sodass der Verlust nicht so groß wäre und es ginge viel besser als damals.

Ich finde, dass die neue Regelung ein Fortschritt ist, der schon viel früher hätte angegangen werden müssen.


Was einzig und allein helfen würde, wäre eine vernünftige Kinderbetreuung für JEDES Alter und zu dem Arbeitsalltag angepaßten Zeiten.
Ich arbeite jetzt z.B. in einem Krankenhaus, Schicht- und Wochenenddienst. Nicht so schlimm wie eine Krankenschwester, aber trotzdem.
Welcher Kindergarten hat denn nach 18.00 noch auf, welcher am Wochenende? Was ist wenn ein Kind krank ist, welcher ARbeitgeber zeigt Verständnis?

Krankenhäuser haben soweit ich weiss sogar in der westdeutschen Provinz für ihr Personal Kindertagesstätten, die lange geöffnet haben. Meine Schwester und eine Freundin nutzen das in zwei Kleinstädten schon seit einigen Jahren für ihre Kinder.


Ich war heute beim Arzt, weil ich nervlich am Ende bin, weil die letzten Jahre ihren Tribut gefordert haben. Gegen Windmühlen kämpfen, so komm ich mir vor.

Wogegen kämpfst Du denn? Ich bin auch seit vielen Jahren allein und bin oft k.o.. Ich habe eine Kur bekommen und das Leben wird immer einfacher, da mein Sohn größer und selbstständiger wird und auch mehr mithelfen kann, als damals als er noch ein Kleinkind war.


Und hier noch ein sehr "schönes" Beispiel für himmelschreiende Ungerechtigkeiten:
Im öffentl.Dienst (in dem ich jetzt auch bin) gibt es einen sog. Kinderzuschlag. Den bekam vorher der KV zur Gänze, obwohl das Kind 100% bei und von mir betreut wird. Auskunft auf Nachfrage: Dem Amt ist es egal, bei wem das Kind ist.

Da ich selbst im ÖD bin, kann ich Dir sagen, dass die Auskunft falsch ist. Meine Kollegin hat das Prozedere der Übertragung durch und mußte dazu unterschreiben, dass das Kind ganzjährig bei ihr lebt und das auf einem Vordruck, den man regelmäßig wieder ausfüllen muss, unterschreiben. Damit wurde die Zahlung verändert.


Jetzt habe ich den Anspruch darauf, aber ich bekomme jetzt nur noch einen geringen Anteil (entsprechend meiner Teilzeitstunden), da ich nicht verheiratet bin (wie meine Kollegin, die alles einstreicht)
Wäre ich das, dann bekäme ich das ganze Geld.
Höre ich im öff.Dienst wieder auf, bekommt der KV wieder die volle Summe.

Mit Verheiratet hat das nichts zu tun, denn bei mir wurde der nicht verändert, als ich geschieden wurde. Allerdings gibt es im neuen Tarifvertrag des ÖD einen Haken, der die Übertragung betrifft und dadurch die Summe für den, der die Zahlungen bislang nicht bekam, verringert.

Mir geht es wirklich nicht rosig, denn ich habe noch nie Kindesunterhalt erhalten, hatte sechs Jahre Unterhaltsvorschuß und dann nichts mehr und mußte von Anfang an voll arbeiten, aber ausgetrickst oder reingelegt fühle ich mich nie, denn das was ich dafür bekomme ist großartig und wenn ich das jetzt mit der Kur gut hin bekomme und einiges an Techniken lerne, dass ich anders mit Streß umgehe, sehe ich positiv in die Zukunft.

Viele Grüße

Lilian

Blauterb
21.01.2008, 20:56
lacht jetzt nicht,
aber ich habe bei diesem riesen lottojackpott mitgemacht und hätte ich glück gehabt, hätte ich eine stiftung gegründet, die genau solche projekte unterstützt. leider wars nix mit den vielen millionen.
nö, ganz und gar kein gelächter. Ich hatte das selbe vor!!!!!!
:smile:

hillary
21.01.2008, 21:00
das mit den 6 jahren unterhaltsvorschuss und nur bis zum 12. lebensjahre verstehe ich überhaupt nicht. kosten kinder dann nichts mehr? wäre für mich das am schnellsten umzusetzende, auch wenns nicht alle betrifft, aber das finde ich schon immer ungerecht.
übrigens ein kollege von mir hat eine zeitlang keinen unterhalt zahlen können, arbeitslos, seit einiger zeit arbeitet er wieder und zahlt zusätzlich zum aktuellen unterhalt den unterhaltsvorschuss an das jugendamt zurück. soll also kein vater denken, er käme da prima raus. wo titel besteht, forscht das JA und das finde ich gut so.

kiddo-domino
21.01.2008, 21:11
ich muß euch mal was fragen, wenn ihr irgendwo das wort "familie" lest, fühlt ihr euch dann angesprochen????
sorry, ich nicht (!!!!) und ich weigere mich mir einzureden das ich mich auch angesprochen fühlen sollte. denn jeder der in einer klassischen "familie" lebt oder noch keine hat denkt doch in dem moment auch nicht an die alleinerziehenden.
und das wort "einelternfamilie" wer hat das bitte erfunden?? man beachte "einELTERNfamilie" - das wort "eltern" wir immer für "1paar/2erwachsene mit mindestem einem kind" stehen! ich kann ja auch nicht sagen "ich bin eltern!" ich bin ja auch nicht mutter und vater in einer person, denn ich kann nur mutter sein und versuchen meinem kind soviel mutterliebe mitzugeben, das es auch ohne vater glücklich wird!
es müßte eher je nach dem entweder vater-mit kind(ern)-haushalt oder mutter-mit-kind(ern)-haushalt heißen oder so!

ihr müßt entschuldigen, ich war grad ne ganze weile auf den seiten der bundesregierung und der vom bmfsfj überall nur "eltern", "familie","familienfreundlich", "familiensonstwas" - mein frustbarometer hätte es fast gesprengt, gott sei dank hab ich schokolade im haus!
oh ich bin ungerecht, wir alleinerziehenden dürfen uns die pdfs vom vamv runterladen oder uns durchlesen wie toll hartz4 für uns ist - wow - wahnsinn! findet ihr nicht? das nenn ich mal unterstützung!

meine recherche, wie wir einen beauftragten für alleinerziehende einfordern können od. was man braucht um eine eigene partei zu gründen, muß ich verschieben - ich bin jetzt echt durch!

Inaktiver User
21.01.2008, 21:13
ich muß euch mal was fragen, wenn ihr irgendwo das wort "familie" lest, fühlt ihr euch dann angesprochen????

Ja, ich fühle mich damit angesprochen.

frau-doktor
21.01.2008, 21:15
das mit den 6 jahren unterhaltsvorschuss und nur bis zum 12. lebensjahre verstehe ich überhaupt nicht. kosten kinder dann nichts mehr? wäre für mich das am schnellsten umzusetzende, auch wenns nicht alle betrifft, aber das finde ich schon immer ungerecht.
übrigens ein kollege von mir hat eine zeitlang keinen unterhalt zahlen können, arbeitslos, seit einiger zeit arbeitet er wieder und zahlt zusätzlich zum aktuellen unterhalt den unterhaltsvorschuss an das jugendamt zurück. soll also kein vater denken, er käme da prima raus. wo titel besteht, forscht das JA und das finde ich gut so.

Das hat aber Seltenheitswert!

Erst neulich sagte mir eine Mitarbeiterin des JA das sie nicht die Kapazitäten hätten um so nachzuforschen wie sie gern würden.

Und ich glaube da liegt der Hund begraben.

Wenn die Erzeuger einmal die Finger hochgehoben haben, wird da doch kaum noch weitergeforscht oder nach einiger Zeit mal nachgeprüft.

Ich finde grundsätzlich ist das alles viel zu undurchsichtig bei den Ämtern.
Wir Frauen sollten viel mehr Druck machen.


Und ich glaube auch das viele Frauen, die im sozialen bereich Hilfe vom JA bräuchten, sich nicht trauen danach zu fragen, weil sie Angst haben vor übereifrigen Mitarbeitern, die ihnen die Kinder wegnehmen wollen.

Nicht jede Frau kann eine Kur machen, da müsste auch Alltagshilfe-/training stattfinden, die sich praktisch erlernen lässt, im Alltag.

Aber ich schweife ab...
Das sind alles Themen die irgendwie ineinander fließen.
Das macht mich bekloppt, wenn ich da länger drüber nachdenke.

Liebe Grüße von Frau Doktor, die übrigens nie ohne ihre Kinder sein will, nur weil der Staat nicht in der Lage ist sich auf die darin lebenden, kleinen und großen Menschen, einzustellen.

Blauterb
21.01.2008, 21:16
das mit den 6 jahren unterhaltsvorschuss und nur bis zum 12. lebensjahre verstehe ich überhaupt nicht. kosten kinder dann nichts mehr? wäre für mich das am schnellsten umzusetzende, auch wenns nicht alle betrifft, aber das finde ich schon immer ungerecht.
übrigens ein kollege von mir hat eine zeitlang keinen unterhalt zahlen können, arbeitslos, seit einiger zeit arbeitet er wieder und zahlt zusätzlich zum aktuellen unterhalt den unterhaltsvorschuss an das jugendamt zurück. soll also kein vater denken, er käme da prima raus. wo titel besteht, forscht das JA und das finde ich gut so.

Das stimmt, ist aber glaub ich von JA zu JA unterschiedlich. Die einen sind auf Zack: unseres hatte montags meinen Uvg-Antrag auf dem Tisch und mittwochs hatte mein Ex schon ein Einschreiben von denen in der Post.

Und es gibt aber leider auch total schlafmützige Jugendämter. Ich habe beruflich mit verschiedenen Jugendämtern zu tun und da gibt es riesige Unterschiede.

Nach dem UVG gibt es übrigens noch die Möglichkeit eine Beistandschaft fürs Kind zu beantragen. Dann läuft die Unterhaltszahlung weiter übers JA und die treiben bei ausbleibender Zahlung dann auch die Kohle ein. Spart einem ne Menge Rennerei zum Anwalt usw.

hillary
21.01.2008, 21:23
das einfordern eines beauftragten für alleinerziehende ist gar nicht so schwer, das erreichen dafür schon.
wir können anfragen an jede bundestagsfraktion stellen, auch an das ministerium mit dem unsäglich langem namen.
es gibt immer antwort. natürlich wird die nicht gleich positiv ausfallen, aber steter tropfen höhlt den stein.

och ja doch, ich fühl mich schon als familie, wir sind schließlich seit 18 jahren zu dritt. mama, tochter und sohn. :smile:
und wisst ihr, wo man das wunderbarerweise von anfang an so kapiert hat, bei einem türkeiurlaub in side.
da wurde ich beim einchecken gefragt, einen vater habt ihr nicht mit? nöö, wir bekamen einen ordentlichen tisch, etwas bevorzugung beim personal, aber keine blöde anmache.
im gegensatz zu griechenland, da kamen wir irgendwie immer zuletzt an die reihe.
muss aber gestehn, meine tochter hat einen etwas orientalischen einschlag...:freches grinsen:

kiddo-domino
21.01.2008, 22:08
nicht das ich mißverstanden werde:
ich fühle mich auch als familie, wenn ich aber von meiner kleinen familie spreche, frägt mich jeder (unwissende) wo mein mann gerade ist oder ob er noch arbeiten ist (nerv)

daher fühle ich mich nicht damit gemeint, wenn andere von "familie" reden oder schreiben, da sie in dem moment nicht an andere familienstrukturen, sondern nur an die klassische denken. ich würde es mir ja sonst irgendwie was schön reden - frag mal jemanden der nicht selbst alleinerziehend ist, was für ihn zu einer familie gehört und ich wette die antwort ist: mutter,vater,kind(er).

kiddo-domino
21.01.2008, 22:16
...ups war ja noch gar nicht fertig...

@hillary

reichen wir dann die anfragen zusammen ein mit gesammelter unterschriftenliste oder jeder für sich nach dem motto: überschwemmt deren mailbox

hillary
21.01.2008, 22:20
kiddo,
is schon klar.
ich lebe das eineltern-modell ,-) ja schon seit 18 jahren, meine beiden sind jetzt groß, studieren. schon ein schönes gefühl das hingekriegt zu haben. ich kenn aber auch das gefühl mich wie ein hamster im rad zu drehen. und manchmal denkste, die ganze welt aht sich gegen dich verschworen. hat sie aber nicht. du musst versuchen, das kleine glück bewusst wahrzunehmen.
vom fußboden essen muss keiner und ungeputzte fenster, wen stören die?
lg hilly

hillary
21.01.2008, 22:22
...ups war ja noch gar nicht fertig...

@hillary

reichen wir dann die anfragen zusammen ein mit gesammelter unterschriftenliste oder jeder für sich nach dem motto: überschwemmt deren mailbox

beides und ich würde mal beim vamv anklopfen. (verband alleinerziehender mütter und väter) denneigentlich brauchen wir keine eigene partei, nur mal kräftigen wind unter den segeln.
und vielelicht fällt uns ja noch was ein, wo uns die brigitteredaktion auch helfen kann.

twixx
21.01.2008, 22:35
Hier noch zwei Aufreger:

Habe doch tatsächlich neulich einen zahlenden (!) Vater getroffen, der mir berichtete, dass er von Papa-Staat für die an seine Frau und Kinder geleisteten Unterhaltszahlungen, er zahlt ca. 14.400 € im Jahr, ca. 8.500 € zurückerstattet bekommt.

Ja, das ist schon i.O. so - aber: Ich leiste auch jeden Tag Unterhaltsleistungen an mein Kind in Form von Miete, Strom, Essen, Trinken, Tickets, Sprit, Vereinsbeiträge, Versicherungen, Bücher, Klamotten, Spielsachen usw. usf. und bekomme dafür lediglich einen mickrigen Freibetrag von € 1308 € so wie ihr übrigens ALLE!!!

Plus: Kinderbetreuungskosten - nachdem Frau von der Leyen i.d. Presse tönte, dass man diese absetzen könne und sich auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen kann, rief ich beim zuständigen Finanzamt damals an und die Dame dort erklärte mir: "Ja, aber erst ab einem jährlichen Betrag über ca. 1500 €".

Ah! Also so eine Art "Sozialhilfe" für Besserverdienende. So kann also jede, die es sich leisten kann, eine Tagesmutter anstellen. Nun, die kostet mächtig viel Geld, bei meinem benötigten Aufwand lag ich so bei 800 € im Monat. Ja, wenn ich mir das hätte leisten können, dann hätte ich es mir wahrscheinlich auch leisten können, zuhause zu bleiben oder Luxus-Karrierefrau werden können! Bananenrepublik!

Will sagen, nur begüterte AE kommen überhaupt in den Genuss des v.d.Leyer´schen - "Versprechers". So kann die Dame dann die Ausbildung ihrer Edelkinder in Salem auf Staatskosten finanzieren lassen!

Es stinkt zum Himmel! Wann schließen wir uns alle zusammen?
Habt ihr alle eure Briefe an die Lady abgeschickt?

Inaktiver User
21.01.2008, 22:36
Wieviel bezahlt das Jugendamt eigentlich Unterhaltsvorschuß, wenn Papa nicht zahlt? Waren es nicht um die 120 Euro?

kiddo-domino
21.01.2008, 22:37
@hillary
ja, kann schon sein das ich alles etwas zu schwarz male - liegt an der angst das mir die kraft nicht reicht. ich bin zwar spitze drin anderen gut zuzureden und optimistisch zu sein, was mich selbst jedoch betrifft bin ich eher ein kleiner pesimist.

kiddo-domino
21.01.2008, 22:57
@bettlerin

jo, 125€ unterhaltsvorschuss

hillary
21.01.2008, 23:34
@hillary
ja, kann schon sein das ich alles etwas zu schwarz male - liegt an der angst das mir die kraft nicht reicht. ich bin zwar spitze drin anderen gut zuzureden und optimistisch zu sein, was mich selbst jedoch betrifft bin ich eher ein kleiner pesimist.

ach was...
das kriegen wir schon hin.

aber mund auf machen und auch nicht alles schlucken, gern übern tellerrand gucken und auch mal zufassen.
wer, wenn nicht die mütter :smirksmile: und auch die willigen väter (nicht das ich einen vergesse)

Blauterb
22.01.2008, 08:50
Wieviel bezahlt das Jugendamt eigentlich Unterhaltsvorschuß, wenn Papa nicht zahlt? Waren es nicht um die 120 Euro?

Das ist gestaffelt und kommt aufs Alter des Kindes an. Ich bekomme für meine beiden je 168 Euro (früher je 170 aber das wurde ja nach neuem Recht korrigiert *würg*)
Die bezahlen maximal 72 Monate oder bis zum 12. Geburtstag. Denn danach kosten Kinder ja nix mehr.... hab ich da irgendwas falsch verstanden? Ist Kinderarbeit jetzt neuerdings wieder legal? Oder wie stellen die sich das vor?

Blauterb
22.01.2008, 09:00
ach was...
das kriegen wir schon hin.

aber mund auf machen und auch nicht alles schlucken, gern übern tellerrand gucken und auch mal zufassen.
wer, wenn nicht die mütter :smirksmile: und auch die willigen väter (nicht das ich einen vergesse)

Oft reicht schon wenig:
Mein Job stand auf dem Spiel, falls ich nicht eine Ausbildung da drauf setze. Kann ich aber nicht finanzieren. Also, ich zur Arbeitsagentur und mal angefragt. Antwort: Nö, ihr Arbeitgeber hat so komische Einstellungspraktiken und diesen Beruf fördern wir sowieso generell nicht mehr usw. usf.
Das ging ein paar Mal hin und her ud ich hab natürlich Blut und Wasser geschwitzt. Nach vier Jahren Sozialhilfe bzw. HartzIV, hatte ich echt keinen Bock meinen Job, der mir so viel Spaß macht, zu verlieren.
Schlußendlich war ich so sauer, dass ich in Form einiger Briefe nach Berlin Frust abgebaut hab: Herr Bundesarbeitsminister Müntefering hat eine Stellungnahme angefordert und auf einmal ging denen in meiner Arbeitsagentur der Arsch auf Grundeis. Nun hab ich die Zusage und kann meine Ausbildung starten.

Die anderen Briefe gingen an Frau v.d. Leyen und an Dr. Anette Schavan- schließlich hatte meine kurze (als hochbegabt diagnostiziert) tierische Probleme in der Schule: Mobbing gepaart mit chronischer Unterforderung und tödlicher Langeweile.
Die Antwort letzteren Briefes allerdings war enttäuschend: Ich würde es bestenfalls als ein politisches Selbstbeweihräucherungspamphlet bezeichnen. Frau Dr. setzt sich für dies ein, Frau Dr. tut jenes und ansonsten wenden sie sich an ihr Schulamt...