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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer hat schon ein Implantat und kann berichten? Bin verzweifelt....



Anastasia1960
10.01.2008, 18:42
Heute abend Horrornachrichten meines Zahnarztes. Nach wochenlanger Paradontosebehandlung hat sich ein Eiterherd unter dem letzten Backenzahn gebildet.

Dieser ist wurzelbehandelt und dient als Brückenpfeiler einer Krone.

Nun muss der Zahn raus, er ist nicht zu retten. Das bedeutet, dass der Zahn als Halterung für die Brücke wegfällt.

Was soll ich tun???? Teilprothese oder Implantat???

Habe Angst vor einer Implantatbehdandlung. Wer hat schon ein Implantat, welches dann auch als Brückenpfeiler dient und wie war das Einsetzen des Implantats?

Paola
10.01.2008, 20:19
ach du Arme, kann mir vorstellen wie es dir gerade geht.
Aber alles halb so schlimm !!!
Ich hab seit 8 Jahren 2 Implantate, zwar nicht ( noch nicht ...grrr)
als Brückenpfeiler aber auch die letzen Backenzähne.
Natürlich gibts Vergnüglicheres als Knochen aufbohren aber alles in allem war es echt erträglich ( und das obwohl ich rauche). Es ist alles wunderbar eingeheilt und gab keinerlei Probleme.
Ich würde mir nen Termin am Freitag geben lassen, weil es sein kann, dass es anschwillt und Nachschmerzen auftreten was aber mit Schmerzmitteln auch gut zu ertragen ist. Viel Milcheis und Kartoffelbrei essen, immer mal wieder mit Salzwasser spülen.

Solltest du riesengroße Angst haben kann dir dein Zahnarzt Diazepam mitgeben...dann ist dir sowieso wurscht was der treibt.

Wichtig finde ich nur, dass du nen Zahnarzt hast, der Routine beim Implantate setzen hat.

Hab ich was vergessen ???
Lieber Gruß
Paola

Anastasia1960
10.01.2008, 21:12
Oh danke Paola, das macht mir schon Mut. Ich habe nen Arzt, er ist auch Oralchirurg, ich werde mich mal genau erkundigen ob er viel Erfahurng mit Implantaten hat.

Inaktiver User
10.01.2008, 21:17
Hallo Anastasia,
ich habe seit einem Jahr 5 Implantate. Ich stand auch vor der Wahl, Teilprothese oder Implantate. Wie Paola schon schrieb, es gibt sicher schöneres. Aber obwohl ich wirklich Angst hatte, es war keinesfalls so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Und es war die richtige Entscheidung, ich bin absolut zufrieden!
Gruß
Toni

Inaktiver User
10.01.2008, 21:54
Hallo Anastasia,

hab keine Angst, das ist alles nur halb so wild. Ich habe im Dezember im Frontzahnbereich ein Implantat gelegt bekommen, da ein durch einen früheren Unfall stark geschädigter Zahn, an dem ich vor einigen Jahren eine erste WSR hatte, nach einer weiteren Wurzelentzündung gezogen werden musste.

Es ist wirklich nicht dramatisch. Der Eingriff dauerte inkl. örtlicher Narkose ca. 30 Minuten, ich spürte nichts, überhaupt nichts (es erinnert an das Einbohren eines Dübels und der dazu gehörigen Schraube), konnte nach Abklingen der Narkose (nach 3 Stunden war die abgeklungen) wieder essen, hatte bis auf ein bisschen (wirklich, nur ein bisschen) Wundschmerz keinerlei Probleme. Am Tag des Eingriffs nahm ich trotzdem Ibuprofen. Ich musste 3 Tage lang prophylaktisch ein Antibiotikum nehmen und bis zum Ziehen der Fäden (nach einer Woche) eine medizinische Mundspülung benutzen, um die Anzahl an Keimen niedrig zu halten.

Heute war ich zur 2. Kontrolle, Mitte März kommt die Krone drauf und du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich darauf freue, bald wieder herzhaft in ein Brot oder ein dick belegtes Sandwich beißen zu können.

Das Wichtigste ist deine Knochensubstanz, evtl. ist ein Knochenaufbau notwendig, hier gibt es unterschiedliche Methoden. Ist ein größerer Knochenaufbau notwendig und machbar, dauert die ganze Prozedur ein paar Monate länger, aber das hätte ich - als Alternative eine Brücke im Blick - auch in Kauf genommen.

Günstig ist der "Spaß" leider nicht, wenn du privat versichert bist, ist der Kostenzuschuss höher. Aber ich bin total froh, dass ich das habe machen lassen. :-)

LG,
Zuza

erdbeereis
11.01.2008, 12:07
Hallo Anastasia,

ich würde mir in JEDEM Falle eine zweite Meinung einholen.
Ist es wirklich definitiv so, dass der Zahn nicht mehr zu retten ist?
Der Zahn ist doch nicht geschädigt, sondern das Problem ist doch der Eiterherd?
Ich habe etliche Kronen und Brücken im Oberkiefer. Auch hatte ich schon an zwei Backenzähnen über sehr lange Zeiträume Eiterfisteln, Entzündungen (hing alles mit meiner Parodontitis zusammen, Bakterien etc..). Ich habe schon diverse ZÄ in meinem Leben erlebt und jetzt bin ich in einer Zahnklinik mit einer lieben ZÄ, die den ERHALT der Zähne zum Ziel hat. Meine Eiterherde sind durch Antibiotika und Parodonthosebehandlung komplett verschwunden und meine vorhanden Zähne sind wieder deutlich fester im Zahnfleisch, so dass jetzt neue Überkronung möglich ist
und keine Implantante nötig sind. Alle vorherigen ZÄ waren der Meinung, da könne man nichts machen, die Backenzähne müssten ALLE raus, um den Kieferknochen zu retten und es bliebe nur Knochenaufbau und Implantate. Was mich das gekostet hätte (neben den Risiken) darüber mag ich nicht mehr nachdenken.

elektraHH
11.01.2008, 12:22
Ich hatte zwar noch keine Paradonthosebehandlung, aber ich glaube die ist wesentlich unangenehmer als eine Implantatbehandlung. Betäubung rein, mund auf, Röntgen, Abdruck hier und da, fertig!

Ich bin über ein Jahr mit einer Wurzelentzündung im Oberkiefer rumgelaufen ...zweimal wurde wurzelresektion gemacht, die Entzündung ging nicht weg, dann musste die Krone runter und der Restzahn rauss. Gottseidank kein frontzahn. Es dauerte ewig bis das Loch im Kiefer ausgeheilt und genug neuer Knochen da war, dass das Implantat eingesetzt werden konnte .... und dann dauerte es nochmal ewig bis der zahnersatz drauf konnte .... fast sechs monate musste das Implantat einwachsen ohne dass ein provisorium drauf war. Sieht toll aus, so eine Zahnlücke

Jetzt ist alles gut, die Entzündung ist weg .... Tim Taler hat sein lachen wieder und eine schöne hohe Zahnarztrechnung.

Anastasia1960
12.01.2008, 09:42
Hallo meine lieben Zahngeschädigten,
ihr macht mir wirklich alle Mut doch den Schritt der Implantation zu wagen. Tja, momentan habe ich keine Schmerzen an dem Backenzahn. Die Eiterbeule ist aufgegangen, der wurzelbehandelte Zahn, bzw das Zahnfleich verhält sich ruhig. Aber nach meiner Erfahrung in den letzten Wochen, kann sich das stündlich ändern. Ich putze mit Meridol und benutze ein antibakterielles Mundwasser zur Vorbeugung weiterer Entzündungen....

Paola
12.01.2008, 10:39
Vielleicht hast ja diesmal noch Glück !!!!

Langfristig ist ein wurzelbehandelter Zahn natürlich ein potentieller Kandidat. Laß dann zumindest immer wieder checken ob sich der Knochen zurückbildet. Spätestens dann würde ich trotzdem reagieren.
Auch würde ich auf längere Sicht das Mundwasser gegen Salzlösung und Salbeitee tauschen, da antibaktierelle Mundwässer auf Dauer auch die Mundflora zerstören.
Ich drück dir die Daumen
Ciao
Paola

Gecko
14.01.2008, 13:23
Hallo zusammen,

ich hatte zwei Eiterbeulen - eine RIESIGE links - mit gerissener Zahnwurzel - der Zahn musste raus - da gab es nichts mehr zu retten. Auf der anderen Seite war nur eine kleine Eiterbeule auf dem Röntgenbild zu sehen. Da diese an einer Wurzel war, die noch unbehandelt war, hat mich mein Zahnarzt zu einem Endodontologen geschickt.

Das ist ein Spezialist, der ausschliesslich Wurzelbehandlungen macht - mit Spezialbohrern und Mikroskop. Der hat dann den betroffenen Wurzelkanal von der Kaufläche aus (unter Betäubung natürlich) geöffnet und ein Antibiotikum an die Wurzelspitze gebracht - also keine Resektion wie beim Kieferchirurgen! Stichwort Zahnerhaltung!

Das ganze wurde dann provisorisch verschlossen eine Woche in Ruhe gelassen - das Medikament hat den Eiterherd deutlich reduziert und bei der zweiten Sitzung wurde dann nochmal alles antibakteriell gespült und der Wurzelkanal mit einem neuartigen Kunststoff gefüllt, der erst flüssig ist, also den Kanal wirklich blasenfrei ausfüllt und dann nachhärtet. Jetzt nach 3 Monaten ist die Eiterbeule komplett weg. Ich würde eine Wurzelbehandlung mit oder ohne Eiterbeule heute immer erst mit einem Endodontologen besprechen - die haben einfach andere Werkzeuge und andere Materialien - von der Kasse leider nicht komplett finanziert - aber das war es mir wert, dass ich den Zahn behalten kann...billiger als ein Implantat allemal.

Auf der anderen Seite habe ich ein Implantat bekommen, hier war ich bei drei Zahnärzten - und bin dann zu einem zertifizierten Implantologen gegangen - vor allem aber weil ich ein unglaubliches Vertrauen zu ihm gefasst habe. Ein absolut vertrauenswürdiger, ruhiger, lieber Mensch - von einem anderen hätte ich mir das nicht antun lassen wollen.

Insgesamt war die Prozedur erträglich - aber vor allem, weil ich diesem Menschen vertraut habe und er auch alle Schritte immer ganz behutsam und nett erklärt hat. Die anderen Ärzte haben z.B. einen Knochenaufbau für unumgänglich dargestellt - dieser hier hat es ohne geschafft und das Implantat sitzt fest.

Vertrauen und in Ruhe suchen - das ist mein Tipp - und einen Endodontologen fragen, bevor man eine Resektion oder ein Implantat in Erwägung zieht.

Gruesse Gecko, die nach 10 Monaten Zahnlücke nun auch wieder lachen kann!!! (aber auch hier gibt es neue Provisorien, die nicht wie eine Zahnklammer getragen werden müssen - aber das wusste ich dann erst, als ich den Implantologen meines Vertrauens gefunden hatte - und da lohnte die Anschaffung nicht mehr - da hatte ich das zahnlose verkrampfte Grinsen schon verinnerlicht...)

Inaktiver User
16.01.2008, 12:33
hallo,
ne zweite meinung einholen kann sicher nie schaden, aber ich würde dir grundsätzlich zu implantaten raten. ich habe zwei, und musste damals auch knochenaufbau machen lassen, also mit allem drum und dran. ich bin hochzufrieden, wirklich. eingeheilt ist alles wunderbar (trotz rauchen...), die schmerzen bei der op waren erträglich, ich mein, zahnarzt ist meistens ziemlich eklig, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt als es war.

die implantate heilen ein paar monate ein, je nachdem obs ober- oder unterkiefer ist, und erst dann kommt der "zahn" drauf. es gibt aber auch provisorien, was halt gut ist wenn es z.b. ein schneidezahn betrifft.

ich hab jedenfalls absolut keine probleme mit meinen implantaten, sowohl die als auch später die "zähne" fühlen sich nach ganz kurzer zeit auch nicht mehr "fremd" an, und es ist schon ein fantastisches lebensgefühl als immer mit einem vielleicht noch gradeso gerettetem zahn, bei dem man immer wieder angst hat...

lg juli

Marseille1
16.01.2008, 21:05
Egal nach welcher Zahnbehandlung mit offener Wunde, bzw Fäden im Mund - nichts mit Milch essen oder trinken !!!
Die Milchbakterien können ganz heftige Entzündungen verursachen.
Besser ist z.B. Kompott, oder klare Brühe.

Übrigens habe ich auch schon so ziemlich alles durch, was Zähne angeht, Wurzelbehandlungen, Zahnfleischtransplantationen, Implantate, Brücken, etc ...
Ich habe 2 Implantate und komme super damit klar. Während der Abheilung hatte ich aber ein Provisorium, das kaum gestört hat und ziemlich echt ausgesehen hat.
Das Geld hatte ich über mehrere Jahre zusammengespart und war nach der Behandlung deshalb nicht in den roten Zahlen.

Alles Gute !
Marseille

PS : die Implantate wurden an einem Samstagmorgen eingebaut und abends war ich mit Freunden in einem Restaurant. Mit Schmerzmitteln gut auszuhalten. Montag habe ich gearbeitet und keiner hat etwas bemerkt, die Schwellung war dank Eis auf der Wange kaum zu sehen.