PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst vor der Arbeit?



sus.anne
10.01.2008, 14:07
Hallo ihr Lieben!
Ich bin ganz neu hier, das nur vorab.
Aber ich habe ein Problem und ich hoffe auf einen Rat, auch wenn es nur ein kleiner Strohhalm ist.

Ich habe eine generalisierte Angststörung mit Panikstörung. Das ist vor zwei Jahren etwa diagnostiziert worden, nachdem ich mit den klassischen Burn-out Symptomen von Arzt zu Arzt bin. Mein Hauptproblem: Schwindelattacken, manchmal tagelang ohne Pause. Kein Medikament konnte bisher Besserung bringen. Ich war Anfang letzten Jahres in einer Reha, habe zuvor meinen Job gekündigt. Es hat lange gedauert, bis ich nun eine neue Arbeit gefunden habe.

Die Zeit der Arbeitslosigkeit habe ich genutzt um meinem Leben einen stabilen Rahmen zu geben. Ich bin umgezogen, habe ganz neu angefangen, bin nun verheiratet und alles könnte so schön sein. Am Montag soll ich, nachdem ich schon wieder drei Monate krank geschrieben war, wieder arbeiten. Zuerst habe ich mich gefreut, dass mein Arbeitgeber mich nicht rausgeworfen hat, denn ich bin noch nicht lange dort, aber ich habe jetzt wieder Angst. Ich will dort einfach nicht hin! Aber warum nicht? Mein Therapeut spricht von Vermeidungsverhalten, ich kann aber nicht gegen meinen Schwindel an. Seit ein paar Tagen ist er wieder da und mir geht es richtig schlecht.

Wie soll ich mit den Beschwerden einen guten Job machen? Warum kann ich nicht wie jeder andere auch ganz normal mein Geld verdienen gehen? Bei meiner letzten Stelle hat es doch auch geklappt. Bis zu jenem Tag, an dem der Schwindel plötzlich kam. Ich kann langsam nicht mehr. Ich fühle mich nur noch zuhause wohl und sicher. Ich habe das Vertrauen in meinen Körper verloren. Ist das vielleicht auch nur Angst vor der Angst? Versagensangst vielleicht? Aber warum? Es gibt doch überhaupt keinen Grund dafür! Die Stelle ist nicht so toll, aber man muss ja heutzutage froh sein, wenn man überhaupt etwas sicheres hat. Wir sind auf das Geld angewiesen, mein Mann kann unsere Kosten nicht alleine tragen.

Ich bin total unter Druck. Was soll ich tun? Ich kann doch nicht schon wieder alles hinschmeissen. Am liebsten würde ich sofort kündigen, aber was dann? Beim nächsten Job wird alles besser? Das klingt für mich wieder nur wie eine Ausrede, wenn ich ehrlich bin. Ich fühle mich überhaupt nicht belastbar mit meinem Körper. Mein Mann kennt meine Geschichte, die Beschwerden kamen vor zwei Jahren wie aus dem Nichts. Aber warum? Ich verstehe das alles überhaupt nicht mehr. Immer dieser Schwindel, diese Übelkeit, Müdigkeit, Kraftlosigkeit.

Ich bin sonst wirklich ein super optimistischer Mensch, ich habe Spaß am Leben. Nur wenn es um die Arbeit geht, kommt alles wieder zum Vorschein. Warum kann ich nicht wie jeder normale Mensch arbeiten gehen? Hat jemand von euch schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht auch mit Schwindel?

Seit ein paar Tagen nehme ich Trevilor. Das soll mich unterstützen. Ich habe jetzt aber trotzdem Angst davor, dass ich am Montag vor lauter Schwindel wieder nichts auf die Reihe kriege. Was ist das bloss?

Ich bin seit der Reha in einer regelmäßigen Gesprächstherapie. Doch die Ursache für meine Beschwerden scheint so tief vergraben, dass wir noch nicht einmal einen Ansatz haben. Mir macht die Therapie Spaß, ich habe mich dadurch selbst besser kennen gelernt. Aber mir fehlt einfach die Stärke, mich dem Schwindel entgegenzusetzen. Er kommt trotzdem immer wieder, wenn es um das Thema Arbeit geht. Er macht mich nahezu handlungsunfähig. Wie soll ich denn ein Arbeitsverhältnis aufrecht erhalten können damit? Ich kann mich doch nicht immer krankschreiben lassen. Das ist doch keine Lösung.
Ich bin total verzweifelt.

Was ist nur los mit mir? Ich bin eine erwachsene Frau, ich muss doch mein Leben selbst in die Hand nehmen können. Bis vor zwei Jahren war doch alles in Ordnung. Ich schäme mich schon richtig dafür.

Hat jemand einen Rat? Oder auch nur eine Idee? Ich wünsche mir ganz ehrliche Antworten, nehmt kein Blatt vor den Mund bitte.
Danke.

Eure Suse

kassandra78
10.01.2008, 16:15
Hallo!

Ich glaube, Du bist zu streng mit Dir. Du hast offensichtlich irgendeine Angststörung, das ist aber nicht so schlimm. Ganz viele Leute haben das. Hast Du eigentlich Medikamente genommen? Also ich meine Antidepressiva? Ist bei Dir Morbus Menier abgeklärt worden? Das ist eine Krankheit des Innenohrs, die Schwindel auslöst und daurch zu Panik führen kann. Auf der anderen Seite können sich Ängste auch als Schwindel äußern. Im Endeffekt musst Du natürlich zur Arbeit gehen und das irgendwie durchstehen. Du kannst wieder verlernen, den Schwindel mit Deiner Arbeit in Verbindung zu bringen. Denn er kommt ja offensichtlich nur dort, also ist er vielleicht mittlerweile psychosomatisch. Es kann auch einfach eine Störung im Hirnstoffwechsel sein, und da kann man mit Serotoninwiederaufnahmehemmern ganz gute Ergebnisse erzielen. Versuche es doch mal damit, die brauchen allerding einige Wochen, bis sie wirken. Und nimm Dir ein Fläschchen Bachblüten- Rescue-Tropfen mit. Die kannst Du dann immer nehmen, wenn es Dir schlecht geht.
Macht Dir der Job einigermaßen Spaß? Oder kotzt er Dich so richtig an? Ist das Arbeitsklima OK? Das könnte natürlich auch sein, wenn Deine Symptome sich nur darauf beziehen... Wie alt bist Du eigentlich?
Bin gespannt auf Deine Antwort! Halt die Ohren steif, das wird schon wieder!!!!
:blumengabe:

sus.anne
10.01.2008, 16:52
Danke für Deine Antwort!!
Um Deine Fragen zubeantworten: Ja, ich habe es schon mit ADs probiert. Mit Citalopram und zuletzt Paroxetin. Organische Ursachen, wie zB das Morbus Meniere, sind ausgeschlossen, ich bin vollkommen "gesund". Manchmal habe ich mir so sehr gewünscht, dass die Ärzte irgendetwas finden.
Ich bin jetzt schon wieder hin und hergerissen und so nervös, dass mir die Hände zittern.
Das Arbeitsumfeld dort ist richig sch... !! Das Aufgabengebiet ebenfalls. Es macht mir überhaupt keinen Spaß! Ich bewerbe mich parallel dazu aber immer noch in der Hoffnung, etwas passenderes für mich zu finden.
Ich bin 28 Jahre alt. Ich arbeite in einem kaufmännischen Beruf, habe das Fachabitur mit 1 abgeschlossen. Trotzdem glaube ich, dass ich den falschen Beruf habe. Denn richtig Spaß gemacht hat er mir noch nie. Ich habe aber auch keine alternative Idee. Eigentlich muss ich zugeben, dass ich mir gar nicht darüber im Klaren bin, was ich wirklich möchte, beruflich gesehen. Aber meine Versuche, das herauszufinden, waren bisher erfolglos. Ich weiß es einfach nicht und ich bin zunehmend mit mir selbst überfordert.
Die derzeitige Stelle ist eine "Mädchen-für-alles"-Stelle. Nachdem etliche Kolleginnen daran gescheitert sind, gekündigt haben, sich das alles nicht haben gefallen lassen, hängt die ganze Erwartung nun an mir. Und damit schreite ich doch wieder zurück, denn bei meiner letzten Stelle war es ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass ich mich dort mit den Aufgaben identifiziert habe und alles gegeben habe, mit Spaß und Freude daran. Trotzdem bin ich scheinbar krank davon geworden. Und jetzt wieder diese Angst vor dieser neuen Aufgabe mit dem Hintergrundwissen und absoluter Unlust. Ich schaffe es einfach nicht, mich zusammen zu reißen, das ein paar Monate durchzuziehen oder solange, bis ich etwas gefunden habe, das mir mehr entspricht. Vielleicht wäre das anders, wenn ich keine Beschwerden hätte. Mein Schwindel ist ein einziges Hindernis. Autofahren oder einfach nur geradeaus gehen ist schon ein Problem.
Ich hoffe, ich konnte es einigermaßen verständlich beschreiben.
Danke auch noch mal für den Tipp mit den Tropfen, sind die verschreibungspflichtig? Was genau ist das und wie wirkt es?
Ich mag einfach nicht mehr so hilflos dem Ganzen gegenüberstehen.
:wie?:
Könnte mal wieder nur heulen, weil ich einfach keine Lösung habe ...
LG
Suse

kassandra78
10.01.2008, 18:31
Hallo!

Bachblüten sind so etwas wie ein homöopatisches Mittel. Manche Menschen schwören darauf, andere glauben nicht daran und halten das für Placebo. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Es gibt halt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass sie wirken. Aber mir ist es ehrlich gesagt auch egal, ob ich mir in dem Fall die Wirkung nur einbilde - Hauptsache, mir hilft es! :smile:
Wievile mg Citalopram hast Du denn genommen? Und wie lange? Also ich habe erst eine anfangende Wirkung bei 30 mg gemerkt, und auch erst nach ein paar Monaten...
Was passiert denn, wenn Du einen Schwindelanfall bekommst? Geht der dann wieder weg? Wie lange dauert sowas? Ist Dir dadurch schonmal was passiert? Oder ist es einfach "nur" ein ScheißGefühl?
Ich bin 29 und habe schon seit acht Jahren mit dem Mist zu kämpfen, Verhaltenstherapie hinter mir und bin jetzt zum ersten Mal zu einer Psychiaterin gegangen, habe meine Hemmschwelle Medis gegenüber überwunden und es damit probiert. Ich habe jetzt wirklich viel mehr Hoffnung, und es geht mir deutlich besser. Man muss aber halt Geduld haben und Vertrauen in die Medizin.
Und mit dem Job... Hmmm. Wenn Du´s schon so schlimm da findest, ist das ja kaum vermunderlich, dass da Panik aufkommt. Wie sieht´s denn aus mit ner Umschulung über´s A-Amt? Oder ist das utopisch? Ich meine - vielleicht kann man da was machen? Wir sind doch noch jung! Da ist der Zug noch lange nicht abgefahren!!:zwinker:

Liebe Grüße:liebe:

sus.anne
10.01.2008, 19:02
:kuss:
Du bist echt lieb!

Mein Schwindel geht leider nicht gleich wieder weg. Er bleibt tagelang, mal mehr, mal weniger stark. Ich bin dann immer ganz unsicher auf den Beinen, kann nichts richtig fixieren, nichts richtig lesen, was die Arbeit dann natürlich unheimlich erschwert. Ein latentes Übelkeitsgefühl ist immer mit dabei. Manchmal kann ich es nur ertragen, wenn ich die Augen schließe.
Beim Autofahren ist dann die Reaktionsfähigkeit natürlich eingeschränkt. Deshalb fahre ich dann auch nicht so gern. Anfangs bin ich oft "umgefallen", einfach so, weil man so unsicher auf den Beinen ist eben. Das passiert mir mittlerweile nicht mehr, weil ich mich in Schwindelphasen gar nicht erst raustraue.
Citalopram habe ich über ein Jahr genommen, 20 mg. Dann der Wechsel auf Paroxetin auf 40 mg täglich. Jetzt Trevilor auf anfangs 75 mg. Ich musste mich unheimlich überwinden, das mit den Medis überhaupt zuzulassen, ich stelle mich schon an, eine Kopfschmerztablette zu nehmen, haha. Aber wenn es irgendwie hilft, nehme ich das gerne in Kauf.
An eine Umschulung habe ich auch schon gedacht. Doch durch meinen kaufmännischen Beruf wird keine Umschulung gefördert, da falle ich aus dem Raster. Alles, was ich in Angriff nehmen würde, müsste ich komplett privat bezahlen. Ich wurde quasi regelrecht abserviert, ich habe noch nicht einmal eine Beratung bekommen. Vielleicht ist es ja möglich über eine Zusatzqualifikation in einen anderen Beruf zu kommen, denn das kaufmännische Wissen kann ich mir ja auch zunutze machen. Wenn ich wüßte, wohin mein Weg führen soll, wäre das auch sicherlich umsetzbar. Aber ich weiß gar nicht was ich will.
Ich bin am Überlegen ob ich morgen zu meiner Chefin fahre und offen darüber rede. Aber das wird wahrscheinlich eine Kündigung zur Folge haben. Jetzt habe ich den Fuß in der Tür, aber alles aufs Spiel setzen? Ich weiß nicht. Was ich weiß ist, dass ich die Belastung am Arbeitsplatz aber nicht aushalten kann mit meinen Beschwerden. Mein Anspruch ist ja auch, einen guten Job zu machen. Nur mit dem Schwindel, wie oben beschrieben, ist das überhaupt nicht möglich. Das ist wie ein Teufelskreis.
Mein Mann meint, ich solle es zumindest nocheinmal probieren. Nur durch das "Machen" könnte ich positive Erfahrungen machen. Aber ich weiß genau, dass es wie immer ablaufen wird, ich bemühe mich, bin überfordert, halte meine Beschwerden nicht aus und lasse mich krank schreiben.
Mein Therapeut meint, ich solle mir eine Auszeit nehmen, doch das ist finanziell einfach nicht drin. Und wie will man das im Lebenslauf dann argumentieren?
Blöde Sache, nicht wahr? Aber Rumheulen bringt ja auch nichts. Mein Problem ist der kommende Montag, und der Dienstag, der Mittwoch ...
So kann es einfach nicht weitergehen. Früher, also noch vor zwei Jahren, war ich die motivierteste Musterarbeitnehmerin, freiwillige Überstunden, auch mal samstags oder sonntags, alles kein Problem. Ich war zufrieden und erfolgreich. Ich kann einfach mit meinen Ängsten nicht umgehen. Und ich will mich einfach nicht dran gewöhnen. Das bin doch nicht ich, so wie ich mich kenne/kannte.
AAAAAAAAAAHHHHHHHHHH! :wie?:

kassandra78
10.01.2008, 19:14
Hmm, das ist ja echt schwierig...
Vielleicht solltest Du es doch nochmal mit einem anderen Medikament versuchen. Da gibt´s ja so viel, und der eine reagiert auf das, der andere auf jenes.
Könntest Du Deinen Job dort eigentlich auch von zu Hause aus machen? Per Mail? Oder vielleicht halbtags dort und den Rest zu Hause? Vielleicht wäre das ja eine Lösung... Vielleicht kannst Du ja doch mit Deiner Chefin reden und mit ihr gemeinsam eine Lösung finden?
Oder versuch es mal mit einer Heilpraktikerin! Oder irgendeiner anderen alternativen Heilmethode. Du musst einfach alles mögliche ausprobieren - vorher gilt Aufgebe nicht!:zwinker:
Es gibt echt viele Möglichkeiten neben der Schulmedizin.

Liebe Grüße
:liebe:

kassandra78
10.01.2008, 19:59
Hallo nochmal,

hast Du schonmal ein CT machen lassen und eine Liquor-Besimmung? Dann könnte evtl Multilpe Sklerose ausgeschlossen werden. Und geh doch nochmal zu nem anderen HNO-Arzt wegen Morbus Menier! Bei Dir steht doch die Schwindelproblematik im Vordergrund? Oder doch die Angstsymptomaik?

Lg:smile:

sus.anne
11.01.2008, 00:11
Zum Thema Fachärzte, wie z.b. HNO, Kardiologie, Neurologie, Radiologie, Orthopädie, Internist ... ist alles abgeklopft worden. Ich habe CTs und Kernspin hinter mir, die unterschiedlichsten Bluttests sind gemacht worden, ich habe einen regelrechten Marathon hinter mir. Oft habe ich mir auch eine zweite Meinung eingeholt, habe Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck, sogar Allergietests machen lassen. Ich habe zwei Krankenhausaufenthalte hinter mir, einmal in einer Spezialklinik für Neurologie zum Beispiel, wo wirklich NICHTS dabei heraus kam. Ich habe mittlerweile einen ganzen Ordner voll mit Unterlagen. Ich gehe immer noch regelmäßig zu Check-ups, war wegen Herzrasen und Schmerz im Brustkorb oft in der Notaufnahme, die kennen mich schon ... ;-) Alles weist auf psychosomatische Ursachen hin, deshalb auch die Diagnose Angst- und Panikstörung. Ich bin organisch vollkommen gesund.
Wegen dem Schwindel und dessen oft heftigen "Nebenwirkungen" wurde ich auf Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht, dort ist sogar eine Untersuchung der Gehirnflüssigkeit durchgeführt worden. Das war die Hölle. Dadurch ist die Angst vielleicht auch noch stärker geworden.
Ich ernähre mich sehr gesund, bewege mich ausreichend. Und wenn der Schwindel doch mal zu heftig ist, versuche ich immer, mich mit Yoga zu beruhigen oder zumindest mein Pilatesprogramm durchzuziehen. Ich war bei der Krankengymnastik zu Massagen und manueller Therapie, weil man vermutet hat, dass mein Schulterbereich zu verspannt ist und das in die Halswirbelsäule zieht und dadurch evtl Schwindel auslöst.
Ich bin mittlerweile so beweglich wie Spiderman, haha.
Ich habe sogar mittlerweile die Pille abgesetzt, aus reiner Vorsicht. Es gibt einfach nichts, worauf ich es zurückführen könnte, rein medizinisch gesehen. Psychologisch gesehen sind wir ja noch auf der Reise im Rahmen der Therapie. Ich bin ein sehr rationaler Mensch und es hat mich auch hier viel Überwindung gekostet. Zum Glück habe ich da einen sehr guten Therapeuten gefunden.
Jetzt kommt zusätzlich noch ein Problem. Mein sonst so verständnisvoller Mann setzt mich unter Druck. Wenn ich nicht ganz normal meiner Arbeit nachgehe, sieht er keine Lösung. Sonst fühlte ich mich immer gut aufgehoben. "Wir schaffen das zusammen" oder "Ich stehe hinter dir" hat mir immer noch ein wenig das Gefühl von Sicherheit gegeben. Doch damit ist jetzt Schluss, weil er vermutlich auch nicht mehr weiter weiß.
Was soll ich jetzt tun? Ich möchte ihn natürlich nicht enttäuschen. Doch wir sind auf das Geld angewiesen, koste es, was es wolle sozusagen.
Soll ich es einfach probieren? Ich habe Angst, dass ich wieder zusammenbreche. Das Trevilor macht übrigens ganz schöne Nebenwirkungen. Sollte ich meinen Neurologen noch einmal ansprechen, der mir das verschrieben hat? Soll ich warten und hoffen, dass das Medikament mir hilft und mir dann vielleicht eine kleine Stütze ist?
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Bis Montag, das weiß ich, werde ich vor Angst wieder keine Sekunde schlafen können. Auch der Bildschirm verschwimmt mir gerade total vor den Augen weil der Schwindel mal wieder überhaupt nicht auszuhalten ist.
Bin ich vielleicht faul? Ist das vielleicht das ganze Problem? Vielleicht habe ich ja unbewußt gar keine Lust zu arbeiten, zumindest hat mir das heute Abend mein Mann unterstellt.
Aber wozu dann der Schwindel?
Ich zweifele total an mir selbst. Was ist jetzt richtig, was ist falsch? Wie soll ich mich verhalten? Und vor allem, was mache ich am Montag???
:wie?:

kassandra78
11.01.2008, 00:47
Ich denke nicht, dass Du einfach faul bist!!!!!!!!
Ich melde mich morgen wieder. Muss jetzt schlafen.
Es gibt immer eine Lösung, wirklich!! Du versuchst das einfach am Montag! Wenn es schief geht - egal! Hol Dir die Bachblüten, und dann ab durch die Mitte! Wenn Du willst, kannst Du auch mal meinen Beitrag zu meinem "Problem" lesen. Das ist der vierte. glaub ich, mit der Überschrift " Angst!!!".
Liebe Grüße und bis morgen!
:kuss:

PS: Hast Du ein Hörbuch, das Du einlegen kannst? Das hilft sehr gut beim Einschlafen!:smile:

Inaktiver User
13.01.2008, 20:43
Hallo susanne, hab gerade deinen Beitrag gelesen.
Mir war, als würdest du mich beschreiben!
Ich hab auch den Schwindel dauernd, kann mich nur mehr zuhause wohl fühlen. Gerade heute hab ich in Psychotherapie einen ähnlichen Beitrag erstellt. Kann dir sehr gut nachfühlen.

Ich selber arbeite im Büro, mal mehr, mal weniger schlecht.
Nur mein Vorteil ist wenigstens, ich arbeite in unserem Familienbetrieb mit, also sind meine Eltern meine "Chefs". Daher tu ich mir gottlob in der Arbeit etwas leichter, wobei ich mir Krankenstand auch nicht zuviel erlauben kann, weil dann eine Arbeitskraft fehlt. Aber ich schummel mich halt so durch. Rede auch nicht viel darüber bei der Arbeit.

Probiers morgen einfach aus. Vielleicht kannst dich heute schon hineinfühlen, so ala, morgen geht es bestimmt sehr gut in der Arbeit, also positiv daran denken. Du schaffst es bestimmt! Ich würde es nicht gleich der Chefin sagen, probiers erst mal so aus.
Ich denke, man wird sonst gleich als "unsichere" Arbeitskraft eingestuft, die viel krank sein kann/wird.

Ich nehme übrigens keine Medikamente gegen den Schwindel, da nichts so richtig hilft. Also muss ich so durch, steh momentan auch total an und das Mitleid meines Mannes hält sich sehr in Grenzen, eher ist er genervt von mir.

Meine Diagnose lautet ebenso generalisierte Angststörung mit Panikattacken.

Lieben Gruß von noch einer Schwindlerin