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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst!!!



kassandra78
03.01.2008, 11:51
Hallo!
Ich habe ein Problem. Mein Partner, mit dem ich seit einem halben Jahr zusammen wohne, fährt nächste Woche in die Berge, um eine Schneeschuhwanderung zu machen. Seit wir zusammen sind, waren wir kaum getrennt. Ich bin nach sehr kurzer Zeit zu ihm gezogen in ein anderes Bundesland. Hier bin ich von seiner Familie sehr herzlich aufgenommen worden, habe aber noch nicht so viele Freunde. Ich bin eigentlich nicht allein, ich kann zu seiner Mutter gehen, die hier im Dorf wohnt. Aber trotzdem habe ich eine wahnsinnige Angst davor, wenn er weg ist. Ich weiß nicht, wie ich diese vier Tage überstehen soll. Mit Panik und Ängsten kämpfe ich übrigens schon seit Jahren. Ich könnte ihn natürlich bitten, bei mir zu bleiben. Aber ich weiß, daß das nicht gut wäre. Für ihn ist diese Tour sehr wichtig. Er ist normalerweise sehr für mich da und kennt auch meine Probleme bezüglich dem Alleinsein. Ich bin jetzt auch total hin- und hergerissen. Mal denke ich, es ist wichtig und gut, dass er wegfährt. Dann denke ich wieder, wie kann er das tun, wo er doch meine Angst kennt und weiß, wie sehr ich mich quäle. Ich empfinde ihn dann als regelrecht herzlos und gemein. Für mich ist das Hauptproblem an der Sache, daß ich mich da so reinsteigere. Ich kann an kaum mehr etwas anderes denken und male mir aus, daß ich verrückt werde, wenn er nicht da ist. Ich kann mich auch nicht damit beruhigen, daß er ja kommen könnte, wenn etwas ist. Da er auf einen Berg geht, ist er irgendwie unerreichbar für mich. Und dieses Bewusstsein macht mir solche Probleme. Klar kann man Kontakt über´s Handy halten, aber die Vorstellung, daß er nicht gleich da sein kann, wenn es mir schlecht geht, macht mir eine riesige Panik. Ich träume mittlerweile schon davon, obwohl es noch 5 Tage sind bis er fährt. Außerdem habe ich im Dezember einen neuen Job angefangen, jetzt zwei Wochen Urlaub, und muß wieder arbeiten, wenn er wegfährt. Auch dabei habe ich Bedenken, ob ich das durchhalte.
Von ihm bekomme ich schon Verständnis, aber das hilft mir nicht. Und die sporadischen Kommentare, ich würde mich da reinsteigern, machen alles auch nicht besser...
Vielleicht kann mir ja von Euch jemand helfen und mir Tipps geben, wie ich damit klar kommen kann...
Lg

Inaktiver User
03.01.2008, 15:33
Mit ein paar anonymen Tipps ist es da nicht getan, Kassandra.
Und schon gar nicht so auf die Schnelle.

Die Tage ohne Deinen Freund wirst Du überstehen, wenn Du organisch gesund bist.

Schliesse Dich einer Selbsthilfegruppe an oder sprich mit Deinem Hausarzt.

Auf jeden Fall: mach was! DU musst was machen! Niemand kann Dir das abnehmen!

Brava

Prinzessin79
03.01.2008, 15:43
Liebe Kassandra!

puh erst mal fühl dich umarmt:in den arm nehmen:
Das klingt nicht gut. Atme erst mal ruhig durch.

Da der Urlaub deines Freundes ja schon nächste Woche ist,
ist es ja etwas knapp mit der zeit um dir professionelle Hilfe zu suchen.

Ich weiß nicht wie du zu alternativen Heilmethoden stehst aber in diese Richtung habe ich sehr gute erfahrungen gemacht.
Ich kann dir gerne ein paar Tips in dieser Richtung geben, die auch sehr schnell erfolg bringen. Wenn du damit aber nichts am Hut hast, lass ich es lieber.

Für die Notfälle empfehle ich dir die Rescue-Tropfen von Bach.
Gibt es in jeder guten Apotheke und helfen wie es der Name schon sagt, in aussergewöhnlichen Situationen. Es ist zwar ein Homeopathisches Mittel, aber bitte trotzdem nicht ständig nutzen.

Ansonsten würde ich dir raten, die Tage an denen dein Freund nicht da ist durchzuplanen. Was wolltest du schon immer mal machen? Wenn du dich nicht unter Leute traust, dann eben von zu hause aus z.B ein Sprachkurs auf CD oder ein gutes Buch lesen.

Im übrigen finde ich es gut, das er wegfährt. Es würde dir in keinster Weise helfen, wenn er jetzt da bleibt. Und es würde eure Beziehung sehr belasten. Denn er würde eine Verpflichtung eingehen die er eigentlich nicht möchte. Und die Freiheit, die zu einer Beziehung gehört geht auch flöten.....
Lass ihn gehen - er kommt ja wieder:blumengabe:
Und du wirst sehen, das du das alles ganz prima machst.
Du wirst dich beschäftigen und es toll finden mal wieder für dich zu sein. Vielleicht möchtest du dann öfter mal alleine etwas unternehmen.

Eine Freundin von mir hat auch mit Panik und Angst zu tun. Sie hat sich einen Therapeuten gesucht - ich würde dir das auch raten. Wenn du etwas mehr über die alternativen Methoden erfahren möchtest, erzähl ich dir gern noch etwas (natürlich auch gern per pn)

Alles ist gut!
Prinzessin79

joon
04.01.2008, 10:17
vielleicht ist es möglich für dich selbst wegzufahren (in die alte heimat?), ansonsten würde ich mir viel zu lesen vornehmen oder etwas größeres umzugestalten.

silli1973
05.01.2008, 09:32
Hallo DU,

diese Situation kenne ich. Ich kann dir leider auch nur das sagen, was ich mache und was die anderen denken. Wir müssen es aushalten (ich hab das nämlich auch).

Wovor hast du ganz genau Angst?? Was wäre das schlimmste was passieren könnte? Dsa grausamste? Das du durchdrehst? Wirst du nicht (kenne ich aus eigener Erfahrung). Das dir was passiert? Wird es nicht. Leider ist es wirklich so, dass wir uns nur da rein steigern.

Letzten Endes hilft eigentlich wirklich nur, es zu erleben und zu merken, dass man es überlebt. Glaub mir, ich kann die Sprüche auch schon nicht mehr hören. Lernen mit der Angst umzugehen. Wenn ich so wild aufs Lernen wäre, dann würde ich wohl noch zur Schule gehen. :-( Es ist aber leider wirklich der einzige Weg.

Kannst du denn vielleicht ne Freundin fragen, ob sie dich besuchen kommen kann???? Dann könntet ihr was machen, oder einfach nur das sie da ist, hm?

Es tut mir leid, das ich dir kein Wundermittel nennen kann, aber das ist ja der Scheiss daran, es gibt keines. (HEUL) Ich muß es auch ertragen.

Ach menno, ich frag mich echt, warum wir diesen Scheiss haben und alle anderen "normal" leben können. Man kommt sich vor, als wäre man verrückt.

Ach ja, einen Tipp hab ich doch noch: Vitamin B (Wichtig für starke Nerven), Magnesium, Bachblüte: Cherry Plum und den Tee von Heumann (beruhigungstee)

Mehr kann ich dir leider auch nicht sagen. Oder hol dir ein Buch. Doris Wolff hat sehr gute geschrieben. Und nimm dir die 10 Regeln der Angst!

Schön, ne? Ich geb dir die ganzen Tipps und krieg es selber nicht wirklich auf die Kappe ;-) Mein THerapeut sagt, ich wäre schon seine Co-Therapeutin. Denn im Kopf weiß ich alles, kann es nur nicht wirklich umsetzen.

Süße, ich drücke dich ganz ganz lieb und eines weiß ich ganz sicher. DU schaffst das. Es wird dir nicht passieren. Das kann ich dir versprechen. !!!

Bussi

Inaktiver User
05.01.2008, 09:50
Der Weg aus Angst und Panik führt in sie hinein. Du kannst Deine Ängste nicht besiegen, indem Du Meideverhalten und Kompensationsstrategien lebst, Du musst rein in die Angst.

Es ist gut, dass Dein Freund wegfährt, und noch besser wäre es, wenn Du es Dir selbst wert wärest, die entstehende Angst auszuhalten, immer voraus gesetzt, Du bist ansonsten ein gesunder Mensch.

Das Schlimmste ist oft die Angst vor der Angst.

Mach Dir bewusst, dass Dein Körper gar nicht in der Lage ist, konstant Panik zu produzieren, wenn Du zulässt, in der Angst zu bleiben.

Gehst Du dagegen immer wieder aus der Angst, lenkst Dich ab, besuchst jemanden oder bekommst selbst Besuch, wird der Angstlevel latent hoch bleiben, und es wird Dir weiterhin gehen so wie jetzt - Du kommst nicht wirklich in eine Entspannung, weil Du immer befürchtest, dass es bald wieder eine Situation geben wird, in der Du Angst hast.

Du kannst lernen, dass die Angst Dir nichts tut. Sie bringt Dich nicht um, sie ist einfach nur sehr unangenehm.

Mach Dir bewusst, dass Du über Dein Meideverhalten und die Verantwortung, die Du anderen damit aufbürdest, Deine Beziehungen auf eine Art belastest, die sie früher oder später zerstöre wird, und die für Dich sehr schädlich ist. Du gibst Verantwortung für Dein Leben ab. Führ Dir vor Augen, was gerade passiert: Du grollst Deinem Freund, weil er ein EIGENES LEBEN führt, weil er etwas ganz Normales und Natürliches tut, nämlich ohne Dich etwas unternehmen. Du erwartest also von einem anderen Menschen, dass er Deine Befindlichkeiten, Deine Unfähigkeit, Dich Deiner Angst zu stellen, zu seiner Lebensmaxime macht. Du bleibst dadurch abhängig, in einer Kindrolle, die keiner Partnerschaft gut tut.

Du KANNST viel tun, aber Du musst es auch wollen und bereit sein, Dich der Angst zu stellen.

Such Dir einen Therapeuten, geh in eine Angst-Selbsthilfegruppe. Das wichtigste aber: Lerne, Deine Angst willkommen zu heissen und sie auszuhalten. Sobald Du sie zu Deinem Freund machst, hat sie gar keine Lust mehr, Dich so oft zu besuchen.

Ich weiss übrigens aus eigener Erfahrung, wie das ist und wie sich das anfühlt. Und kann Dir deshalb nur empfehlen, von Deinem Schleudersitz herunter zu steigen und der Angst, die Dir im Nacken sitzt, in die Augen zu schauen. Immer wieder aufs Neue.

Unterstützend kannst Du schauen, dass Du Dich gesund ernährst (keine Diät, kein Lightkram, wenig Koffein, gesunde Fette und Öle, Vollkorn, Obst, Gemüse, wenig Süsskram), Dich ausreichend bewegst und überprüfst, wie Dein Hormonspiegel ist (gibt es einen Progesteronmangel?), ob Deine Schilddrüse okay ist, ob Du einen Serotoninmangel haben könntest, und entsprechend gegen steuerst.

Ein Psychiater kann Dir ausserdem bei ausgeprägten Ängsten ein für Dich geeignetes Antidepressivum verordnen, das Deine Ängste abmildert. Du musst es ein paar Wochen einnehmen, bevor Du einen Effekt bemerkst.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
05.01.2008, 13:05
Hallo Seawasp,

dein Beitrag macht mir Mut! Ich habe mich auch schon in vielen Situationen meinen Ängsten gestellt und bin mir auch völlig im Klaren darüber, dass das der einzige Weg ist, aus diesem "Schlamassel" wieder raus zu kommen. Ich habe aber festgestellt, dass, wenn ich mich den Ängsten stelle, sie manchmal so stark werden, dass ich nicht mehr kann und ich mich erstmal wieder zurück ziehen muß, weil ich dann total fertig bin. Zuerst habe ich dann das Gefühl, dass ich wieder von vorne anfangen muß, stelle aber recht schnell fest, nachdem ich wieder zu Kräften gekommen bin, dass es mich in meiner Entwicklung doch wieder einen Schritt voran gebracht hat.

Ist das so, dass man das Gefühl hat, zwei Schritte zurück zu gehen, weil man so ausbrennt, wenn man sich den Ängsten stellt, aber eigentlich doch eher einen Schritt weiter gekommen ist? Vielleicht hast du einen Rat für mich!

Kassandra :blumengabe:

kassandra78
05.01.2008, 14:07
Erstmal danke an alle, die mir bisher schon geantwortet haben!!!:kuss:
Ich bin schon zuversichtlicher, was nächste Woche angeht. Ich habe auch noch einmal lange mit meinem Partner gesprochen und fühle mich von ihm verstanden. Er und ich wissen, daß ich durch diese Situation durch muss. Ich werde esschon schaffen!!!
Eine Verhaltenstherapie habe ich übrigens schon gemacht. Sie hat 2 Jahre gedauert, und insgesamt mache ich mit der Angst jetzt seit 8 Jahren rum. Im Oktober war ich bei einer Psychiaterin und habe mir Citalopram verschreiben lassen, da ich es bis dahin eben noch nicht mit Medikamenten versucht habe, sondern allein mit meinem Kopf. Ich habe so viele Bücher darüber gelesen, inklusive die von Doris Wolff... Ich denke mittlerweile einfach, daß es nichts bringt, zu lesen. Irgendwann weiß man alles bezüglich Ängsten und Panik, und trotzdem geht es nicht weg Also habe ich mich schweren Herzens eben doch für die Medis entschieden. Es sind jetzt erst 2 Monate, und ich habe die Dosis in Absprache mit meiner Ärztin etwas hochgefahren. Also weiß ich eigentlich gar nicht, wie ich in dieser Extremsituation nächste Woche reagieren werde. Vielleicht oder höchstwahrscheinlich gar nicht so, wie ich es mir vorstelle... Aber da wären wir wieder bei dem Problem, das wir alle haben: viel Einbildungskraft und Phantasie...:zwinker:
Ich habe mich jetzt auch schon gewappnet für die Zeit mit Rescue-Tropfen, Abendplanung und einem tollen Buch. Und falls ich nicht einschlafen kann, gibts ein Schlückchen Rum in den Tee.:lachen:
Ich weiß, wie das ist. Ich könnte auch Ratschläge geben noch und nöcher. Nur selbst umsetzen ist da die andere Sache.
Aber mir tut es sehr gut, zu merken, daß es anderen auch so geht und daß man sich gegenseitig Trost spenden kann. Manchmal muß man auch einfach nur hören, bzw lesen, daß man es auf jeden Fall überleben wird. Das hilft ebenfalls.
Ich werde Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten und Bericht erstatten wie es mir ergeht!
Liebe Grüße an alle!

Gwin
05.01.2008, 23:04
Hallo Ihr,
scheint`s geht`s da allen gleich - theoretisch sind wir alle superfit, auch das Ratschlaggeben für andere klappt super - nur bei einem selber klappt das alles so ganich ...
Ich kenne das auch nur zu gut, als mein Mann letztens übers WE weg war, haben wir meine Mutter geholt, damit ich nicht allein war. *augenroll* Ausgerechnet ...
Habe das auch schon seit Jahren drauf, wobei ich zwischendurch sogar alleine gelebt hab und das wider Erwarten überlebte! *g*
Aber anfangs habe ich nur mit eingeschaltetem Licht geschlafen und lauter so Scherze. Und ich dachte echt anfangs, das ist das Ende ...

Ich kann mich Seawasp nur anschließen: Du wirst es schaffen, mach es Dir so schön wie möglich und wenn es mit dem Schlafen nicht geht - nu, irgendwann holt sich der Körper, was er braucht! Ich werde auch nie wieder meine Mutter holen, hab ich mir vorgenommen. ;-)
Liebe Grüße!

Amandaa
06.01.2008, 02:44
ich habe diese ängste und panikattacken seit 35 jahren. ich war einmal in der gleichen situation. mein mann wollte vom sport aus weg fahren, ich dachte, es nicht aushalten zu können. habe am tag seiner abreise furchtbar geheult und gebettelt, er möge doch bleiben.
er ist geblieben, und wir haben uns beide dann völlig scheiße gefühlt.er hat sich dann immer mehr von mir abgewendet, weil er sich eingeengt gefühlt hat.
mittlerweile hab ich die erfahrung gemacht, dass ich solche situationen aushalten kann, wie auch immer. einmal habe ich das ganze wochenende in einer ecke auf dem boden in einem abgedunkelten zimmer gesessen. aber ich habs überstanden. mittlerweise nehme ich seit 9 jahren medikamente, die mir helfen. die panicken und ängste kommen zwar ab und zu wieder, doch in abgeschwächter form, mit der ich umgehen kann.
man überlebt es, immer und immer wieder. und genau das habe ich im kopf und sage es mir ständig.
lass ihn fahren, auch wenn du es kaum aushälst. es wird gehen!

alles liebe!

Inaktiver User
06.01.2008, 09:29
Hallo Seawasp,

dein Beitrag macht mir Mut! Ich habe mich auch schon in vielen Situationen meinen Ängsten gestellt und bin mir auch völlig im Klaren darüber, dass das der einzige Weg ist, aus diesem "Schlamassel" wieder raus zu kommen. Ich habe aber festgestellt, dass, wenn ich mich den Ängsten stelle, sie manchmal so stark werden, dass ich nicht mehr kann und ich mich erstmal wieder zurück ziehen muß, weil ich dann total fertig bin.

Hallo lili,

wenn Du Lust hast, schau Dir noch einmal genau an, was bei Angst/Panik im Körper abläuft. Wenn Du Dir bewusst machst, wie es da buchstäblich explodiert, ist es völlig natürlich, dass man sich danach ausgelaugt, fertig, müde und erschöpft fühlt.

Ich denke, dass Du in den Situationen, die Du beschreibst, ganz kurz vor einer wichtigen Erfahrung gestanden hast: Dass die Angst IN DER SITUATION nachlassen kann, ohne dass Du rausgehen musst. Ich nehme an, dass Du die Situation verlassen hast, bevor Du den Peak erreicht hattest - das ist schade, weil Du so nicht empfinden konntest, dass es möglich ist, die Situation selbst ohne Panik zu erleben.

Der Nachteil des "Rausgehens" ist, dass man danach viel länger erschöpft und fertig ist, und noch über viele Stunden trotz der Erschöpfung sehr erregt und auch erregbar. DAS ist dann tatsächlich enorm kräftezehrend.


Zuerst habe ich dann das Gefühl, dass ich wieder von vorne anfangen muß, stelle aber recht schnell fest, nachdem ich wieder zu Kräften gekommen bin, dass es mich in meiner Entwicklung doch wieder einen Schritt voran gebracht hat.

Natürlich hat es das. Du hast die Situation zumindest eine Zeitlang ausgehalten, und Du weisst, dass Du das wieder schaffen wirst. Noch besser könnte es vielleicht gehen, wenn Du Dich motiviertest, noch einen Tick länger auszuhalten - so lange, bis Du merkst, dass Du entspannst, dass die Kurve abflacht, während Du weiter machst. Wenn Dir das gelingt, bist Du auf dem Weg hinaus. Dann weisst Du, wenn die nächste Attacke kommt (und dass sie kommt ist wahrscheinlich): Ich kann das bis zum Schluss durchstehen, und trotzdem das weiter tun, was ich tun möchte/muss. Ich kann das aushalten. Genau das ist der Weg, der aus der Angst führen kann.

Ich weiss wie schwer das ist.

Für alle:

Ich kann nur nochmals unterstreichen, dass ich es für SEHR wichtig halte, dass sich niemand von uns mit der Erklärung, die Biologie nicht beeinflussen zu können, zufrieden gibt. Die derzeitigen Angebote zur Bewältigung, insbesondere die verhaltenstherapeutischen, sind eine gute Sache, aber sie sind EINSEITIG, sie sind nicht ausreichend. Beobachtet Euch, lasst Tests machen (Schilddrüse, Hormonstatus), lest nach, kümmert Euch um Eure Ernährung, gleich mögliche Mangelerscheinungen aus, und probiert aus, was Euch weiter helfen könnte.

Grüssle
Seawasp

Inaktiver User
06.01.2008, 12:18
Hallo Seawasp,

vielen Dank für deine Informationen! Ja, das stimmt, ich bin wohl in den meisten Fällen nicht bis zum "Peak" gegangen, so, dass sich das entspannte Gefühl nicht eingestellt hat. Ich habe es ein paar wenige Male geschafft, deshalb weiß ich, was du damit meinst, wenn man es geschafft hat. Manchmal ist es einfach zu "leicht und verlockend (?)", aus der Situation herauszugehen. Dafür verurteile ich mich sehr.

Es gibt mir wirklich Zuversicht und macht mir richtig Mut, dass ich dann auf dem Weg 'aus der Angst raus' bin, wenn ich es geschafft habe, in einer angestbeladenen Situation "durchzuhalten" und nicht vorher schon auszusteigen.
Jetzt wird mir auch klar, warum ich immer so erschöpft und fertig bin, seelisch und körperlich. Du hast das sehr verständlich beschrieben, mir ist dadurch vieles klarer geworden, vielen Dank!! :blumengabe:

Vom Kopf her bin ich eigentlich oft bei dem Punkt, dass ich mir selber sage, dass ich es aushalten werde, vielleicht sage ich mir aber auch zu oft, dass ich es "nur" 'kann' und dann klappt es aber dennoch meistens nicht in der Umsetzung, wahrscheinlich ist es besser zu sagen, dass ich es 'werde'. Wenn ich vorher ausgestiegen bin, fühle ich mich anschließend sehr frustriert und dazu kommt so ein "Versager"-Gefühl. So kann ich mir letztlich auch erklären, warum ich immer wieder so fertig bin nach diesen Situationen, abgesehen von den körperlichen Vorgängen, die ja schon einen großen Teil dazu beitragen, dass man nach einer Attacke völlig erschöpft ist.

Lizzie64
06.01.2008, 17:06
liebe lili,

ich schließe mich seawasp an und finde, du gehst schon einen guten weg.

übrigens habe ich ganz oben hier im ängste-unterforum ein paar zeitungsartikel zum thema "angst" festgepinnt, vielleicht sind die auch hilfreich für dich.

Inaktiver User
06.01.2008, 18:20
Vielen Dank, Lizzie, habe grad schon mal in die Artikel reingeschaut, ich werde später nochmal genauer lesen.... ich denke schon, dass sie hilfreich sind, vor allem deshalb, um das alles besser verstehen zu können.

kassandra78
07.01.2008, 15:05
So, jetzt ist er also weg. Heute früh um acht ist er gefahren, und ich hatte natürlich schrecklich Bauchweh. Auf der Arbeit ( Ich arbeite nur vormittags) konnte ich mich eigentlich auch ganz gut ablenken. Ich denke schon, daß es irgendwie gehen wird. Mir ist aber immernoch latent übel und ich bin depressiv. Panik hatte ich noch keine - das liegt vielleicht wirklich an den Medis...
Jetzt werde ich etwas aufräumen, Musik hören und heute Abend gehe ich Karten spielen zu meiner Tante. Ich bin schon stolz auf mich, dass ich meinen Partner nicht gebeten habe, zu bleiben. Es gibt mir ein gutes Gefühl, in ziehen zu lassen, oder das zu können, auch wenn ich es nicht will.
Aber bei alledem: Genießen kann ich das jetzt nicht wirklich. Ich glaube, da bin ich noch ein großes Stück von entfernt. So schnell geht das sicher auch nicht. Das wäre ja ein direkter Umschwung von Angst auf Genuß.
Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden. Ich möchte mit meinem "Tagebuch" anderen Mut machen, so eine Situation durchzustehen und bin auch immerwieder dankbar für aufmunternde Worte!:smile:

Liebe Grüße und - Köpfe hoch!

"Das einzige, was man über das Leben wissen muss ist:
Es geht weiter!"

Inaktiver User
07.01.2008, 18:57
kassandra,

ich drücke Dir die Daumen, dass Du die Tage gut hinter Dich bringst und sie sogar geniessen kannst!

Grüssle
Seawasp

Amandaa
08.01.2008, 02:06
meinen glückwunsch!!!
da bist du doch schon einen großen schritt gegangen.
alles liebe!!

kassandra78
09.01.2008, 14:34
Hallo!

Ich kann Euch gute Nachricht überbringen! Ich habe die Zeit ohne meinen Freund fast überstanden - in 3 Stunden ist er wieder da!
Und es stimmt: es war keinesfalls so schlimm, wie ich mir es vorgestellt hatte. Klar habe ich mir die Zeit schön verplant und auch so gestaltet, daß ich nicht alleine sein muß, aber ich denke, das war schon ein riesen Schritt für mich. Ich fühle mich jetzt um einiges stärker und bin froh und stolz darauf, dass ich es gemacht habe. Jetzt fühle ich mich auch gekräftigt, andere Dinge in Angriff zu nehmen. Meine Medikamente scheinen auch etwas dabei zu helfen. ;-)
Und natürlich die Rescue-Tropfen!
Also Mut für alle, denen solch eine Situation bevorsteht - WIR SCHAFFEN DAS!!!!!!!
:blumengabe:

BSDDomi
23.04.2008, 09:12
Freut mich zu hören, dass du die Tage überstanden hast.

Bei mir wurden die Ängste durch Stress auf der Arbeit und hormonelle Schwankungen verursacht.

Was sehr gut hilft und sofort beruhigt ist das pflanzliche Beruhigungsmittel Seda Plantina, davon kannst du bis 3x2 Tabletten nehmen.

Helfen meiner Meinung nach in solchen Situationen besser als Bachblüten.