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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : traurig ... und es wird nie besser :-(



monamaus11
29.12.2007, 11:58
Hallo

ich bin neu hier und muß jetzt mal meinen kummer von der seele schreiben.. ich kann bis heut nicht damit umgehen...

meine oma ist im november 2000 gestorben, mein papa im april 2001, mein onkel im dez. 2004 und mein opa im dez. 2005.

ich komme damit nicht klar, meide jedes thema was mit ihnen zu tun hat, sofort kommen mir die tränen. Es ist, als ob es gestern wäre, so frisch, es tut alles so weh, man ist so hilflos. Ich kann mit niemand drüber reden, das bricht mit das Herz. Keiner weiß so richtig wie es in mir aussieht, auch wenn ich nach außen hin vieles überspiele in dem moment. innen zerreißt es mich.

Ich weiß, es gibt kein Rezept wie es einem besser geht, wie es erträglicher wird und wohl jeder seinen eigenen Weg findet, mit Trauer und schmerz umzugehen. Ich habe dies aber nicht gefunden. SAgt, dauert es noch länger?
Ich habe Mann und Kind, ich sollte stark und für beide da sein. Aber ich bin völlig down :-(

Ich wünsche allen Trauernden ganz viel Kraft, und hoffe, jeder findet seinen Weg! Ich weiß, das Leben geht weiter, aber so oft denke ich mir, wie soll es denn weitergehen? ständig tränen, trauer und schmerz? ständig weinen zu müssen wenn man an jemand verstorbenes denkt? seinen tränen nicht unter kontrolle zu haben?

LG monamaus11

marko
29.12.2007, 12:59
ich komme damit nicht klar, meide jedes thema was mit ihnen zu tun hat, sofort kommen mir die tränen. Es ist, als ob es gestern wäre, so frisch, es tut alles so weh, man ist so hilflos. Ich kann mit niemand drüber reden, das bricht mit das Herz. Keiner weiß so richtig wie es in mir aussieht, auch wenn ich nach außen hin vieles überspiele in dem moment. innen zerreißt es mich.

Ich weiß, es gibt kein Rezept wie es einem besser geht, wie es erträglicher wird und wohl jeder seinen eigenen Weg findet, mit Trauer und schmerz umzugehen. Ich habe dies aber nicht gefunden. SAgt, dauert es noch länger?
Ich habe Mann und Kind, ich sollte stark und für beide da sein. Aber ich bin völlig down :

Liebe Monamaus,

versuche nicht die geliebten Menschen aus Deinem Leben auszuschließen, erstens klappt es sowieso nicht und es wäre auch schade. Sie haben in Deinen Leben viel bedeutet und ein Teil von Ihnen lebt in Dir weiter. Sie haben Dich geprägt und waren gut für Dich. Rede über Sie über die Dinge die sie ausgemacht haben und zeig wie sehr sie fehlen. Wenn ich mir vorstelle nicht mehr über meinen Sohn reden zu dürfen ( können) hätte ich noch viel mehr verloren. Es tut mir nicht immer gut aber es hilft. Hilft zu spüren er ist in mir und bleibt ein wenig gegenwärtig. Keine Chance gehabt Abschied zunehmen und ihm nicht mehr sagen zu dürfen wie wichtig er in meinem Leben ist (war) und wie sehr ich ihn lieben ist hart genug für mich. Er kam und war sofort zu 100% präsent, füllte den Raum aus und war immer eine Bereichung für uns alle. Ich hebe ihn nicht auf ein Podest denn das mochte er nie aber er war als „Ich für uns wichtig. Wenn ich Heute traurig bin dann weil es nur noch ich und nicht mehr Du heißen wird da er nie wiederkommen wird. Es gibt für uns nur eine einzige Chance mit dieser Trauer und den Schmerzen leben zu lernen, es nicht zu verstecken , nicht verdrängen und nicht aussitzen. All das würde nicht klappen und uns immer nur mehr in die Tiefe ziehen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, darüber reden dürfen, unseren Umfeld die Möglichkeit geben uns zu verstehen. Du wirst Menschen während Deiner Trauerbewältigung verlieren aber auch neue kennen lernen. Auch hier im Forum findest Du Hilfe, wir verstehen was Du fühlst und durchmachst weil wir es auch erleben. Am Anfang war es für mich nur ein loswerden meiner Gedanken und meiner jeweiligen Gemütszustände aber zwischenzeitlich habe ich viele schöne Reaktionen von lieben Menschen auf meine Zeilen erhalten und diese „ Wir verstehen Dich“ Botschaften sind wie ein aufgespanntes Netz oder anders ausgedrückt „Lass Dich fallen wir fangen Dich auf „.
Die Zeit spielt für mich keine Rolle mehr, denn ich war nicht zur richtigen Zeit bei meinem Sohn und konnte ihn nicht beschützen aber sie gibt uns die Möglichkeit noch sehr lange unser Herz mit all den lieben Menschen zu bereichern die uns wichtig sind. Meine Freunde wollten nicht nur eine Karte schreiben sondern mir auch Wege zeigen, Wege zu ihnen aber auch zu mir selber. Ein kleines Buch gaben sie mir in den geschrieben steht :

Du hast in jedem, der Dich kannte,
ein Stück von Dir gelassen,
das Dich für immer
geliebt und unvergessen macht.
Diese Zeilen sagen genau das was ich fühle wenn ich mit meiner Tochter, meiner Familie, Freunde und Freunde meines Sohnes über ihn rede. Er lebt in uns weiter und dieses Gefühl will ich nie verlieren.

Liebe Grüße

Birgit

Inaktiver User
29.12.2007, 13:02
Liebe Monamaus,

es ist denkbar, dass du in einer echten Depression "gefangen bist" und deshalb deine Trauer nicht verarbeiten kannst.
Sprich doch mal mit einem Arzt deines Vertrauens. Mit einem geeigneten Medikament und evtl. einer kurzen Gesprächstherapie kann dir geholfen werden.
Du musst nicht den Rest deines Lebens traurig sein und weinen.

Manchmal "verschiebt sich die Gehirnchemie" und dann hilft auch keine Willenskraft oder viele gute, weise Worte.

Ich wünsche dir alles Gute, nur Mut :blumengabe:

monamaus11
29.12.2007, 13:12
Hy ihr beiden.
Vielen dank für eure worte, sie tun sehr gut!

Wißt ihr was blöd ist? ich bin mit 16 daheim ausgezogen, und war 18 als meine oma (sie wohnte im anderen ort) und danach mein papa starben. ich bereue es, ich wünschte, ich hätte noch mehr zeit gehabt... hätte vieles anders gemacht...
es gibt so viel situationen, zu denen ich zurück möchte und was anders machen will.

ich weiß, ich sollte mir irgendwo hilfe holen, ich spiele so lange mit dem gedanken. aber ich kann es nicht. ich bekomme dann kein wort raus, die kehle schnürt zu und mein kreislauf schwankt. ich bin stumm in dem moment, kann nur weinen und nicht reden.
darum konnte ich bisher auch nur schreibend über meine lieben reden, und das "komische", wie hier, lieber "fremden" erzählen.
Meine Mama hat einen neuen Freund, es tut mir so weh, ich glaube, sie denkt ich habe den top von papa akzeptiert. so ist es nicht. dass wir mit ihrem freund nicht wirklich auskommen, weiß sie. klar will ich dass sie glücklich ist, aber manchmal denke ich, ob sie noch so sehr an papa denkt und was sie denkt und fühlt. ich kann sie nicht fragen, ich weiß nicht wie es in ihr aussieht.

Ich bewundere all die, die so schnell wieder kraft finden, es akzepieren. ich weiß dass der schmerz nie weggehen wird. und ich wünsche mir, dass ich irgendwann ganz normal reden kann, mit einem lachen an die erinnerungen statt ewiger trauertränen.

Inaktiver User
29.12.2007, 13:30
Liebe Mona,

bei einer Therapie kannst du getrost 40 Min. weinen und schweigen und die letzten 5 Minuten reden
:in den arm nehmen:
Das habe ich auch mal gemacht, da war ich noch "jung" und traute mich kaum "es" auszusprechen, was mich damals belastete. Mit der Zeit wurde es leichter und ich weinte 5 Minuten und redete 40 Minuten.

Übrigens gibt es auch non-verbale Therapieformen!
Schreiben, malen... erkundige dich mal.


Und was die versäumten Gelegenheiten angeht, das "hätteichesdamalsbloßandersgemacht* - ach Liebes, das kenne wir doch alle.
Hinterher ist ein Mensch immer klüger und man kann nur daraus lernen und versuchen, es in der Zukunft besser zu machen.
Mach dir keine Vorwürfe, du hast deine Entscheidungen damals getroffen und hattest sicher gute Gründe dafür.

Ich denke, auch Du kannst deinen Frieden mit dir selbst und der Welt wiederfinden.
:blumengabe:

monamaus11
29.12.2007, 13:36
Ich denke, auch Du kannst deinen Frieden mit dir selbst und der Welt wiederfinden.
:blumengabe:

nur sehe ich das jetz noch nicht so.. ich glaube davon bin ich noch sehr weit entfernt :-( irgendwie ist alles so... ungerecht...nicht verstehbar... ich weiß nicht... ich find keine worte... aber ich denke ihr wißt alle was ich meine :in den arm nehmen:

Inaktiver User
29.12.2007, 15:11
Der erste Schritt wäre für dich, es für möglich zu halten.
Sobald es für dich vorstellbar wird, kommt alles ins Rollen.
DU gibst den ersten Impuls der Heilung.
Und du wirst wissen, wann es soweit ist, hinter die Kulissen der Dauer-Traurigkeit zu schauen.
Früher oder später.

:in den arm nehmen:

prinzessin01979
29.12.2007, 20:09
Wißt ihr was blöd ist? ich bin mit 16 daheim ausgezogen, und war 18 als meine oma (sie wohnte im anderen ort) und danach mein papa starben. ich bereue es, ich wünschte, ich hätte noch mehr zeit gehabt... hätte vieles anders gemacht...
es gibt so viel situationen, zu denen ich zurück möchte und was anders machen will.

ich weiß, ich sollte mir irgendwo hilfe holen, ich spiele so lange mit dem gedanken. aber ich kann es nicht. ich bekomme dann kein wort raus, die kehle schnürt zu und mein kreislauf schwankt. ich bin stumm in dem moment, kann nur weinen und nicht reden.
darum konnte ich bisher auch nur schreibend über meine lieben reden, und das "komische", wie hier, lieber "fremden" erzählen.
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Liebe Monamaus,

erst mal mein mitgefühl, für den verlust deiner geliebten menschen.:kerze:

Ich kenn das auch, ich wollte schon öfters eine therapie beginnen, seit mein brüderchen gestorben ist- und dann denke ich- ich schaff das auch alleine..:knatsch: oder ich kann einfach nicht, wie du geschrieben hast. Ich denke aber auch, man muss schon innerlich zu einer therapie bereit sein- sonst bringt das vielleicht alles nichts..


Ja und ich kenne diese gefühle der reue.. wie du es bereust damals ausgezogen zu sein-bereue ich es auch, damals aus meinem elternhaus weggegangen zu sein..
Ich bereue auch soviel zeit, die ich nicht mit meinem bruder zusammen war.
Du sprichst mir da aus der seele, dass du gern etwas in vergangenen situationen anders machen würdest..

Nur leider, wie wir beide wissen, geht das nicht mehr.. und das tut weh- dieses unabänderliche...

Liebe Mona, hier sind immer menschen da, die für dich da sind. Auch wenn wir fremde sind..

Alles Liebe:kerze:

Melissa