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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossiertalk: Hauptsache nicht allein



BRIGITTE Community-Team
28.12.2007, 09:43
Liebe Userinnen,

viele Frauen neigen dazu, sich an einen Partner zu klammern, selbst wenn Liebe und Glück längst dahin sind. Darüber schreibt Ildiko von Kürthy in der aktuellen BRIGITTE. Hauptsache nicht allein (http://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/dossier-hauptsache-nicht-allein/index.html) - sehen Sie das auch so?

Würden Sie gehen, wenn Sie merken, dass Sie in Ihrer Beziehung Ihre Träume vergessen haben? Oder sind Sie glücklich und zufrieden mit sich selbst - ob mit Partner oder ohne? Ihre Geschichten interessieren uns.

Ihr Brigitte.de-Team

fraeulein_minza
28.12.2007, 10:24
(...) Hauptsache nicht allein (http://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/dossier-hauptsache-nicht-allein/index.html) - sehen Sie das auch so? (...)

Nein, das sehe ich nicht so!

Für mich besteht eine gesunde Beziehung aus zwei Menschen die alleine bestens klar kommen. Sie sollten sich Ihrer Selbst bewußt sind und die Kongruenz mit dem anderen genießen; in Förderung, Forderung, Ergänzung, Vertrautheit, Tiefe, Lust und Humor.

Das zu einer lebendigen Beziehung Tiefen gehören ist klar - nach Regen kommt die Sonne und das lässt wachsen und gedeihen.

Zu-zweit-allein sein ist grauslich, aber wie geschrieben... die Liebe will gepflegt werden. Wenn sich das allerdings nicht mehr bereinigen lässt, ziehe ich das Alleinsein absolut vor, als mich in schlechter Gesellschaft allein zu fühlen.

Minza

Inaktiver User
28.12.2007, 11:11
Zu-zweit-allein sein ist grauslich, aber wie geschrieben... die Liebe will gepflegt werden. Wenn sich das allerdings nicht mehr bereinigen lässt, ziehe ich das Alleinsein absolut vor, als mich in schlechter Gesellschaft allein zu fühlen.

Minza

...das sehe ich genauso.

Und habe meine "allein zu Zweit - Ehe" beendet, schon vor einigen Jahren. Und wollte danach erstmal ohne Partner sein.
Offiziell bin ich das auch immer noch. Das ist eine andere, nicht so prickelnde Geschichte.
Aber ich würde nie auf Teufel komm raus suchen. Und nur, damit ich einen Partner habe, und einem gewissen Klischee zu entsprechen, einen finden wollen.

Thalita
30.12.2007, 13:07
Ich muss ja sagen: So eine schöne, gepflegte Zweisamkeit hat was! :liebe: Aber ich sehe sowas so selten, denn es gehören zwei dazu, und ich glaube, Hinsehen gehört dazu, den anderen so nehmen wie er ist und nicht alles dranzusetzen, ihn so "hinzukriegen", wie er sein soll. Und dann hat man auch ne Chance, aneinander zu wachsen, denk ich.

Ganz ehrlich: Ich bin kein überzeugter Single, aber ich finde es abstoßend, an einem Tisch im Lokal Paare zu sehen, die sich den ganzen Abend über anschweigen, wo jeder seinen eigenen Gedanken nachhängt, und jeder in eine andere Richtung schaut und die froh sind über jede Unterbrechung von außen. Oder Gespräche zu hören, wo der eine den anderen runtermacht, ihm die eigenen Vorurteile als Wahrheit unterstellt, in denen man sich ständig unterbricht und zu übertrumpfen sucht, wo Verständnislosigkeit und Gleichgültigkeit vorherrschen.

Manche scheinen das zu brauchen, aber ich bin dann doch lieber allein.

:blumengabe:
Thalita

Inaktiver User
30.12.2007, 22:14
Gehen und dann zum Nächsten
Weis nicht
neue Gerüche
neue Eigenschaften
neue, neue immer wieder von vorn
sich neu Entdecken
ich glaube die Frauen waren besser dran in den 70... 80
die Männer haben sich verändert
Frauen auch
es gibt zu viele von uns
die sich immer wieder neu entdecken müssen
auch Männer
es nervt
bleiben wir doch allein im Alter
warum weil Frauen immer Kompromisse machen
lieber ausharren ich finde es besser
ich weil sie doch alle gleich sind
haben sie die Nase voll
dann gehen sie doch, lügen betrügen
ja so ist es doch
dann lieber auf sich selber konzentrien
sein Ding machen

Rowellan
31.12.2007, 11:58
Ich habe den Artikel gerade gelesen. Und ich muss sagen: Wenn das, was die Autorin schreibt, tatsächlich ihrer eigenen Lebenswirklichkeit und der in ihrem Umfeld entspricht, dann tut sie mir leid!
Lauter kalte, einsame, lieblose Beziehungen, in denen die Partner sich gegenseitig verletzen, ignorieren, betrügen? Wie schrecklich!

Das einzige Paar-Beispiel, das unserem Zusammenleben in gewisser Weise entspricht, das bezeichnet sie als "frei erfunden".
Ehrlich gesagt - gäbe es nicht hier den Strang, ich wäre auf dem Weg ins Fassungslos-Forum.

Mein Mann und ich kennen uns jetzt seit *rechen* 24 Jahren, fast 20 Jahre davon sind wir verheiratet, keine Kinder. Wir sind beide voll berufstätig und das Einzige, was mich an einer großen Karriere hindert, bin ich selbst; ich hab nämlich keinen Bock auf den Stress.
Klar kann jetzt keiner von uns beiden voll die Ego-Schiene durchziehen und im täglichen Zusammenleben muss man Kompromisse eingehen oder besser: Lösungen, mit denen beide Partner gut leben können. Dafür sind wir ein Super-Team, aufeinander eingespielt, verstehen uns teilweise ohne Worte und helfen uns gegenseitig über schwierige Phasen hinweg.

Und: Ist es wirklich so erstrebenswert, auf Deubel komm raus sein eigenes Ding durchzuziehen, egal, wen ich damit verletze, über welche Leiche ich gehe, Hauptsache, ich habe meinen Traum verwirklicht? Ganz ehrlich, in einer Welt, in der das die oberste Priorität ist, in der möchte ich nicht leben, da würde meine Seele erfrieren.

Thalita
01.01.2008, 23:00
Liebe Rowellan,
vielleicht gehörst du zu den Frauen, die einfach das unbeschreibliche Glück gehabt haben, den Partner zu finden, mit dem sie Gemeinsamkeit aufbauen können.

Das ist nicht selbstverständlich.

Manchmal glaubt man, ihn gefunden zu haben, alles ist wunderbar und dann stellt man fest, dass man seinen eigenen Augen, Ohren und Gefühlen nicht trauen kann. Dabei wollte man nur eine Beziehung mitaufbauen, die beide glücklich macht.

Zum Glück ist aber auch das nicht die Regel. Ich glaube mittlerweile nur, das kommt heute häufiger vor als früher.

:blumengabe:
Thalita

mariechris
02.01.2008, 10:36
Ich habe den Artikel gerade gelesen. Und ich muss sagen: Wenn das, was die Autorin schreibt, tatsächlich ihrer eigenen Lebenswirklichkeit und der in ihrem Umfeld entspricht, dann tut sie mir leid!


Genau so empfinde ich es auch! Ich bin es Leid, immer nur lesen zu müssen, das langjährige Beziehungen nur langweilig sein können, anderes sei nicht möglich....

Wir sind seit über 20 jahren verheiratet, haben vier Kinder. Wir sind immer noch glücklich miteinander und leben eine Beziehung, die besser ist, als die frei erfundene von Ildikò von Kürthy.

Zudem finde ich, dass der Untertitel nicht hält, was er verspricht. Es finden sich in dem Text fast keine Gründe, ein Paar zu bleiben, jedoch jede Menge, um es nicht mehr zu sein......

Wir haben viele gute Gründe, ein Paar zu bleiben:

- wir haben eine gemeinsame Grundlage
- wir haben ein gemeinsames Ziel
- wir mögen einander und freuen uns aneinander
- wir lieben unsere Kinder und denken, sie sind es ebenfalls wert, eine intakte Familie zu behalten
- wir haben uns Treue und Zueinander-halten versprochen

Wem geht es noch so?

Lalique
02.01.2008, 15:36
Ich habe den Artikel gerade gelesen. Und ich muss sagen: Wenn das, was die Autorin schreibt, tatsächlich ihrer eigenen Lebenswirklichkeit und der in ihrem Umfeld entspricht, dann tut sie mir leid!

So läuft das im Journalismus nicht :smile: !
Die Brigitte ist an eine der sogenannten Schriftstellerinnen für Frauenliteratur herangetreten und hat sie um einen Artikel zum Thema gebeten, wobei der Tenor schon vorgegeben war. Die persönlichen Erfahrungen der Dame spielen dabei nicht die geringste Rolle!
In diesem Fall soll mit Sicherheit provoziert und jede Menge Frauen zum Widerspruch angestachelt werden, damit es hier rund geht.
Schließlich dürfen die Bricom-Foren nicht einschlafen :smirksmile: !
Fällt euch nicht auch auf, dass die Dossierthemen alle auf dieser Schiene laufen?
Die Anregungen dafür liefern immer die Bri-Foren selber!
Zum Thema:
Natürlich gibt es gute langjährige Beziehungen, die sind aber für die Berichterstattung gähnend langweilig.
Was soll darüber schon gesagt werden?
Außerdem ist das von außen betrachtet immer eine Interpretationssache!
Wenn da so ein älteres Paar im Restaurant schweigt, kann das ein sehr zufriedenes Schweigen sein.
Ich sitze mit dem Mann meines Lebens oft in einem Lokal und wir beobachten und kommentieren gern andere, das kann großen Spaß machen!
Im Sinne des Artikels könnte dann - völlig falsch - geschlussfolgert werden: guck mal die zwei da an, die gucken nur andere an, weil sie sich so langweilen :freches grinsen: !
Und dann möchte ich noch etwas sagen.
Ich habe im Laufe der Zeit keine einzige alleinstehende Frau kennengelernt, die nicht in mehr vertrauten Gesprächen gesagt hätte, ihr fehle ein Partner, keine einzige, die nicht unterwegs gewesen wäre, um einen kennenzulernen, sei es per Internet, per Zeitungsannonce oder beim Ausgehen.
Sie alle gaben niemals die Hoffnung auf, einen passenden Mann zu finden, egal, wie bislang die Erfahrungen waren!
Da kann der Bekanntenkreis noch so groß sein, die Hobbies noch so vielfältig, wenn der Mensch allein zu Bett geht und allein wieder aufsteht, wenn er, um Gesellschaft zu haben, immer zum Telefon greifen und/oder aus dem Haus gehen muss, dann ist das für die meisten ziemlich trostlos.
Mann und Frau (oder auch gleichgeschlechtliche Partner) sind wie yin und yang, wir brauchen einander wie zwei Hälften, auch, wenn es nicht immer ideal zugeht und wenn man sich von Zeit zu Zeit fürchterlich in die Haare kriegt.
Menschen brauchen offenbar die vertraute Intimität, die es nur mit einem Partner geben kann, die über Freundschaft hinausgeht.
Jedenfalls sind das meine Erfahrungen, andere haben vielleicht andere gemacht...
Komischerweise war es noch nie so einfach wie heute, jemanden kennenzulernen, das Internet machts möglich! Es ist auch die gezielte Partnersuche nicht mehr so verpönt wie in meiner Jugend. Noch vor 30 Jahren hätte kein Mensch zugegeben, jemanden per Annonce kennengelernt zu haben, nie, das hatte etwas Peinliches, so, als fehle dem Menschen etwas Entscheidendes, um auf "normalem Wege" einen Partner zu finden.
Also haben es die Menschen heute wirklich einfacher!

Have a wonderful new year!
Lalique

Rowellan
02.01.2008, 18:32
So läuft das im Journalismus nicht :smile: !
Die Brigitte ist an eine der sogenannten Schriftstellerinnen für Frauenliteratur herangetreten und hat sie um einen Artikel zum Thema gebeten, wobei der Tenor schon vorgegeben war. Die persönlichen Erfahrungen der Dame spielen dabei nicht die geringste Rolle!
In diesem Fall soll mit Sicherheit provoziert und jede Menge Frauen zum Widerspruch angestachelt werden, damit es hier rund geht.
Schließlich dürfen die Bricom-Foren nicht einschlafen :smirksmile: !

Da hast du wahrscheinlich recht - deshalb auch das "wenn". Wobei ich es traurig genug finde, wenn so etwas nötig ist.

Für den Rest des Postings: :blumengabe:

@Mariechris: Danke, ich hab schon gedacht, mein Mann und ich wären ziemlich alleine auf weiter Flur. Für dich auch ein :blumengabe:

@Thalita: Ja, ich hatte da sicherlich viel Glück, das weiß ich. Und ich bin unheimlich froh darüber!

Inaktiver User
02.01.2008, 18:34
Huhu Rowellan,


@Mariechris: Danke, ich hab schon gedacht, mein Mann und ich wären ziemlich alleine auf weiter Flur.

Mein Mann und ich sind jetzt im 17. Ehejahr und nicht gelangweilt.
Bist nicht alleine ;-).

mariechris
02.01.2008, 19:33
@Claudia 1970 + Rowellan:smile: :blumengabe:

Noch jemand?

Lalique: Du hast vermutlich recht. Nervt nur, dass das fast immer der Grundtenor ist und damit Leute, die grad mal in ihrer Beziehung unzufrieden sind (und das kommt doch immer mal vor....) nicht grade ermutigt, sondern erst recht aufstachelt werden...

Wie wär`s, wenn mal ein Paar (oder viele!) berichten könnte, das ihre Beziehung wieder aufwärts ging, weil sie in der Brigitte einen echt hilfreichen Artikel dazu gelesen hätten? Wär doch mal eine positive Schlagzeile!:allesok:

mariechris

Inaktiver User
02.01.2008, 19:39
Wie wär`s, wenn mal ein Paar (oder viele!) berichten könnte, das ihre Beziehung wieder aufwärts ging, weil sie in der Brigitte einen echt hilfreichen Artikel dazu gelesen hätten? Wär doch mal eine positive Schlagzeile!

Jaaaaaaaaaaaaaaa!!!!

Und vielleicht auch mal Berichte von Paaren, die blutjung geheiratet haben und deren Ehe von ganz vielen "Gutmeinern" und "selbsternannten Reifeexperten" totgesagt wurde :engel: .

.gerrimee.
02.01.2008, 20:22
Hab auch zwei Positiv-Beispiele: Meine Eltern, dieses Jahr 60 Jahre verheiratet, meine älteste Schwester, fast 40 Jahre verheiratet.

Aber.... Ich hab diese nicht einmal in der Öffentlichkeit sich respektlos gegenüber verhalten erlebt. Auch waren das Männer, die sich gerne um ihre Kinder kümmerten.

Was hinter der Tür an Streit abging, mag was anderes sein.

Heute erlebe ich viele viele abschreckende Beispiele. Eine Freundin gibt offen zu, sich gerne trennen zu wollen, aber sie hat Angst vor der finanziellen Situation, die damit auf sie zukommt.

Eine andere schafft es, es lustig zu finden, wenn der Mann sie vor anderen als "die ist ja sowieso schon tot" bezeichnet.

Eine andere hat nach Betrug noch eine Eigentumswohnung mit dem Mann gekauft und hält auch noch trotz körperlicher Gewalt zu dem Mann.

Jeder hat eine unterschiedliche Schmerzgrenze. Und die Angst "allein" zu sein, sollte nicht unterschätzt werden....

Inaktiver User
02.01.2008, 21:17
Und die Angst "allein" zu sein, sollte nicht unterschätzt werden....


Hallo Gerrimee,
das denke ich auch.
Mir würde mein Mann auch fehlen, wäre er auf einmal nicht mehr da - wir reden sehr viel miteinander, haben einen guten Austausch und irgendwie immer ein Thema, über das wir reden können.
Oder wir halten einfach nur mal Händchen oder gucken uns gemeinsam eine DVD an, gehen mal ohne Kinder schön zusammen aus....
Für mich wäre es sehr schmerzlich, wenn er nicht mehr da wäre - wir ergänzen uns einfach - so wie man halt allgemein "zusammenpassen" versteht.
Ich bin eine selbständige Frau, die auch "ohne Mann" klar käme. Ich muss auch sehr viel ohne ihn klarkommen, er hat einen extrem stressigen Job, ist auch immer wieder mal auf Geschäftsreise, arbeitet manchmal fast zwei Wochen am Stück durch. Ich stehe meine "frau" im Leben und erziehe unsere nicht gerade "pflegeleichten", angenommenen Kinder.
Ich weiss es auch zu schätzen, dass mein Mann jetzt mal zwei Wochen zuhause bleibt, so dass ich einfach mal ganz alleine Urlaub machen kann (ich brauche dringend Auszeit, zumal ich gesundheitlich in den letzen Monaten einen Einbruch erlitten habe und dringendst einen Klimawechsel brauche).
Auch da wird er mir fehlen....als Mann, als Partner, als der Mensch zu dem ich innige Zuneigung empfinde.

Ja, ich hätte Angst vor dem Alleinsein, wenn man in dem Fall "alleinsein" mit "ohne meinen Mann sein" definieren will.
Ich würde ihn wahnsinnig vermissen, seine Anwesenheit, seine Partnerschaft, seine Nähe und seine Wärme......

und trotzdem müsste und könnte ich auch meine frau im Leben stehen, wenn es so wäre.

Rowellan
02.01.2008, 23:43
Claudia, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Wir haben zwar keine Kinder, so dass dieser Stressfaktor wegfällt (ich habe deine Beiträge über eure Kinder etwas verfolgt und kann nicht im Ansatz erahnen, wie sehr das trotz aller Liebe auch anstrengend ist), aber der Rest... absolute Zustimmung!

Inaktiver User
03.01.2008, 09:09
Claudia, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Wir haben zwar keine Kinder, so dass dieser Stressfaktor wegfällt (ich habe deine Beiträge über eure Kinder etwas verfolgt und kann nicht im Ansatz erahnen, wie sehr das trotz aller Liebe auch anstrengend ist), aber der Rest... absolute Zustimmung!

Ja, es ist manchmal arg anstrengend und fordert mir/uns teilweise ganz schön was an Kraft ab, wobei wir uns willentlich und wissentlich für beide Kinder entschieden haben.
Beide Mädels wurden als sog. "Hochrisikokinder" vermittelt und gerade darum wollten wir sie. :freches grinsen:

Deswegen ist es uns als Ehepaar sehr wichtig, dass wir auch den Paarkontakt zueinander beibehalten.

Die Erziehung unserer Kids -besonders die unserer Pflegetochter- soll uns/mich nicht so vereinnahmen, dass wir uns irgendwann als Paar nichts mehr zu sagen haben, weil sich alles um die Kids dreht.

Wir haben uns Ziele für ein "Leben nach den Kindern" gesetzt, wir sind uns auch einig, dass wir die schwierige Pflege unserer Pflegetochter mit dem 18. Geburtstag beenden, so hart es klingen mag.
Wir wünschen uns sehr, dass wir dann im Alter noch Restenergie für gemeinsame Unternehmungen haben.
Mein Mann hat sich im vorigen Jahr einen Traum erfüllt und seinen Motorradschein gemacht - da träumen wir schon gemeinsam in eine Richtung, was die Zukunft betrifft.
Zuhause bleiben und Socken stricken...nö, mag ich nicht.:freches grinsen:
Ich hoffe, wir bleiben gesund und munter um dies je verwirklichen zu können.


Ich bin glücklich, dass mein Mann kommende Woche mal 14 Tage "meinen Job übernimmt", sich dafür Urlaub nimmt, so dass ich einfach (unter Palmen *freufreufreu* :Sonne: ) mal zur Ruhe kommen kann.


Um zum Ursprung zurückzukommen:
wir haben ein ausgefülltes und erfülltes Paar- und Familienleben, da ist es eigentlich nur logisch, dass ich in ein abgrundtiefes Loch erst mal fallen würde, sollte ich das verlieren.

Latona
03.01.2008, 09:58
Ich denke, ich würde es merken, wenn meine Beziehung sich derart verschlechtert, dass ich finde, dass ich ohne besser dran bin. Bei der vorletzten hat das sehr lange gedauert, bei der letzten ging es schneller. Es hat natürlich auch was mit dem Selbstbewußtsein und dem Selbstwertgefühl zu tun, ob man in unbefriedigenden Beziehungen verharren will oder nicht. Wenn das Alleinsein die schlimmere Option zu sein scheint, tut man es sicher. Das Problem ist, dass Menschen, die sich selbst nicht so recht mögen und immer einen Partner brauchen, der ihnen Bestätigung gibt, allein tatsächlich nicht sonderlich glückich sind.

Ich will mich jetzt nicht langatmig über das Modell „Liebesheirat, Familiengründung und Beziehungsfrust“ auslassen. Ich hab mir die Familiengründung nicht zuletzt deshalb erspart, weil mir eine Beziehung wichtiger ist als eine Familie. Aber es stimmt schon, was in dem Artikel analysiert wird: Eine Liebesheirat, in der die Leidenschaft einen hohen Stellenwert zugemessen bekommt, bleibt im Zuge der Jahre und erst recht unter dem Streß der Familiengründung nicht mehr diesselbe heiße Beziehungskiste wie am Anfang. Und wenn doch, dann haben die Beteiligten etwas richtig gemacht, was die meisten falsch machen. Oder sie haben von Anfang an besser zueinander gepaßt.

Wir entwickeln uns heute doch ständig weiter. Es ist kein Wunder, wenn man nach Jahren feststellt, dass man nicht mehr sonderlich viel gemeinsam hat in seiner Beziehung. Und wenn dann auch noch die Leidenschaft einschläft, und der Sex sich vom Acker macht, dann ist es kein Wunder, dass da nicht mehr rauskommt als eine Zweckgemeinschaft, die lebenslang halten soll – zumindest aber so lange, bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind.

So lange wir den Anspruch an eine Beziehung haben, dass sie leidenschaftlich sein soll, so lange werden wir uns trennen, wenn eine Beziehung diese Leidenschaft nicht mehr bietet – und sie woanders suchen. Und solche Bedingungen sind für Familien tatsächlich nicht sonderlich günstig, da diese eine Stabilität brauchen, die nicht nur von der Anwesenheit eines vergleichsweise flüchtigen Gefühls abhängt.

Thalita
03.01.2008, 11:23
Um zum Ursprung zurückzukommen:
wir haben ein ausgefülltes und erfülltes Paar- und Familienleben, da ist es eigentlich nur logisch, dass ich in ein abgrundtiefes Loch erst mal fallen würde, sollte ich das verlieren.

Liebe, du vergleichst Äpfel mit Birnen!

Also erst mal ein von Herzen kommender Glückwunsch, dass dein Mann und du es so gut miteinander angetroffen haben, ich finde es sehr schön und auch ermutigend, davon zu lesen. Aber es trifft die Situation nicht. Natürlich würdest du in ein Loch fallen bei dieser positiven Grundstimmung, wie du schon sagst, ganz logisch!

Aber es geht hier doch um Paare, die zusammenbleiben, obwohl sie sich permanent ein Leben ohne einander ausmalen, Frauen und auch Männer, die den gemeinsamen Weg weitergehen, weil sie aus welchen Gründen auch immer die gravierenden Veränderungen scheuen, die eine Trennung nun mal mit sich bringt, obwohl die Sehnsucht nach einem anderen Leben ganz deutlich spürbar da ist. Und das nicht nur für sie selbst, sondern in ihrem respektlosen Benehmen zueinander auch für andere.

Natürlich fällt überall mal was vor und man hat sich auch nicht immer im Griff und ich bin auch nicht dafür, dass man sofort alles fallen lassen soll, wenn der Wind mal ins Gesicht bläst. Aber wenn Langeweile, Gleichgültigkeit und Verbalschläge auf einer oder auf beiden Seiten zur Gewohnheit werden, läuft was verkehrt. Das ist doch mit deiner oder Rowellans Situation nicht vergleichbar!

@Lalique

Ich sehe das ähnlich wie du: Frauen und Männer sind nicht wie Yin und Yang, sie sind Yin und Yang, sie können nicht ohne einander sein, weil sie einander ergänzen. Aber es ist nicht immer einfach, die Balance zwischen diesen Kräften zu halten.

Vor allem ist es vielleicht auch nicht nötig, dafür unbedingt eine enge Beziehung führen zu müssen. Manche Menschen wollen und können sich gar nicht auf allen Ebenen mit einem einzigen anderen Menschen intensiv austauschen. Ich habe einige Beziehungen erlebt, in denen sich solche Einzelgänger zu einer Beziehung gezwungen haben, weil sie meinten, eine Partnerschaft leben zu müssen. Herausgekommen ist dabei nur Unglück für beide Seiten.

Darum finde ich Frau von Kürthys Frage gar nicht so uninteressant: Warum muss da auf Teufel komm raus jemand sein, mit dem man eine Partnerschaft lebt? Selbst alternative Lebensformen wie "Verheiratet sein ja, gemeinsame Wohnung nein", rufen soziale Ächtung hervor, selbst wenn man in zwei übereinanderliegenden Wohnungen in einem Haus lebt. Der Rückzug - ob ins eigene Zimmer, den Heimwerkerkeller, die Garage oder die eigene Wohnung - den jeder für sich auch braucht, um sich wieder einbringen zu können, wird vom anderen oft als "Flucht" aufgefasst und es wird auch entsprechend verständnislos und beleidigt reagiert. Und dann wird der Rückzug unweigerlich irgendwann tatsächlich zur Flucht.


Und erlaube mir noch eine Bemerkung:blumengabe: : Es ist ein sichtbarer Unterschied, wenn ein älteres oder jüngeres Ehepaar in einem Lokal miteinander am Tisch sitzt und sich miteinander über die Leute im Lokal austauscht, ob sie sich auch ohne Worte verstehen oder ob die da sitzen, als säße jeder von ihnen allein und nur zufällig gerade mit diesem Menschen da. Man sieht es einfach, in den Gesichtern, an der Haltung. Und man sieht auch, ob die nur derzeit einen heftigen Ehekrach ausfechten und sich darum mal voreinander zurückziehen, oder ob die schon lange dabei sind, sich voneinander zu entfernen. Da kann eine Eiseskälte rüberkommen, die einen am anderen Ende des Raumes frieren lässt.

:blumengabe:
Thalita

Inaktiver User
03.01.2008, 13:58
Liebe, du vergleichst Äpfel mit Birnen!

Also erst mal ein von Herzen kommender Glückwunsch, dass dein Mann und du es so gut miteinander angetroffen haben, ich finde es sehr schön und auch ermutigend, davon zu lesen. Aber es trifft die Situation nicht. Natürlich würdest du in ein Loch fallen bei dieser positiven Grundstimmung, wie du schon sagst, ganz logisch!

Aber es geht hier doch um Paare, die zusammenbleiben, obwohl sie sich permanent ein Leben ohne einander ausmalen, Frauen und auch Männer, die den gemeinsamen Weg weitergehen, weil sie aus welchen Gründen auch immer die gravierenden Veränderungen scheuen, die eine Trennung nun mal mit sich bringt, obwohl die Sehnsucht nach einem anderen Leben ganz deutlich spürbar da ist. Und das nicht nur für sie selbst, sondern in ihrem respektlosen Benehmen zueinander auch für andere.

Natürlich fällt überall mal was vor und man hat sich auch nicht immer im Griff und ich bin auch nicht dafür, dass man sofort alles fallen lassen soll, wenn der Wind mal ins Gesicht bläst. Aber wenn Langeweile, Gleichgültigkeit und Verbalschläge auf einer oder auf beiden Seiten zur Gewohnheit werden, läuft was verkehrt. Das ist doch mit deiner oder Rowellans Situation nicht vergleichbar!

Stimmt - so gesehen hast Du völlig Recht!:blumengabe:

Lalique
03.01.2008, 14:39
Selbst alternative Lebensformen wie "Verheiratet sein ja, gemeinsame Wohnung nein", rufen soziale Ächtung hervor,
das erstaunt mich aber, "soziale Ächtung"?


selbst wenn man in zwei übereinanderliegenden Wohnungen in einem Haus lebt. Der Rückzug - ob ins eigene Zimmer, den Heimwerkerkeller, die Garage oder die eigene Wohnung - den jeder für sich auch braucht, um sich wieder einbringen zu können, wird vom anderen oft als "Flucht" aufgefasst und es wird auch entsprechend verständnislos und beleidigt reagiert. Und dann wird der Rückzug unweigerlich irgendwann tatsächlich zur Flucht.

Das muss nicht zwangsläufig so sein.
Wir haben auch getrennte Schlafzimmer, d.h. jeder hat ein Zimmer für sich mit je einer großen Schlafcouch zum Ausklappen, es gibt so was wie ein erkennbares Schlafzimmer gar nicht bei uns, nur Wohnzimmer, Arbeitszimmer und zwei individuelle Einzelzimmer. So mögen wir es und nur so geht es wegen unterschiedlicher Lebensrhythmen.
Eigentlich ist es völlig logisch, dass man sich trennt, wenn da nichts Verbindendes mehr ist und eigentlich brauchte man auch kein Wort darüber zu verlieren. Und ebenso weiß jeder, dass viele Paare zusammenbleiben aus den unterschiedlichsten Gründen, nur nicht aus Liebe!
Aber ist das dann nicht deren Sache? Was geht es andere an, wie man sein Leben gestaltet?
Auch dass nicht jeder Mensch das Glück hat, jemanden zu finden, bei dem er sozusagen angekommen ist, mit dem es eben auch nach vielen Jahren nicht langweilig ist, auch nicht im Bett - mit dem immer gern zitierten Küchentisch als Indiz für flammende Leidenschaft konnte ich mich allerdings nie anfreunden, er war und ist mir zu unbequem und zu hart :knatsch: - ist auch klar.
Aber ich mag diese Schwarz-Weiß Statements -
hie lodernde Leidenschaft - da langweilige ausgeleierte Beziehung - nicht, weil es auch ganz anders sein kann.
Nur, weil es jemand nicht am eigenen Leibe erlebt, heißt ja nicht, dass es das nicht gibt!
Es ist fast beleidigend für langjährige Paare, ihnen unterschwellig tote Hose und Gleichgültigkeit zu unterstellen oder dass sie nur aus Angst und Gewohnheit zusammen bleiben.
Es ist auch immer dasselbe: glückliche Paare reden nicht dauernd über ihre Beziehung, sie leben sie, wenn es sich nicht verhindern lässt, sogar jahrzehntelang :smirksmile: !
Warum müssen andere unbedingt darin rumpulen?

Have a nice day,
Lalique

Inaktiver User
03.01.2008, 14:51
Das muss nicht zwangsläufig so sein.
Wir haben auch getrennte Schlafzimmer, d.h. jeder hat ein Zimmer für sich mit je einer großen Schlafcouch zum Ausklappen, es gibt so was wie ein erkennbares Schlafzimmer gar nicht bei uns, nur Wohnzimmer, Arbeitszimmer und zwei individuelle Einzelzimmer.

Hallo Lalique,

so ähnlich ist es bei uns auch, da mein Mann leider schnarcht.
Die Qualität der Beziehung mindert es auch nicht bei uns...auch die "schönste Nebenbeschäftigung der Welt" ist dadurch nicht beeinträchtigt.:freches grinsen:
Es würde allerdings meine Schlafqualität enorm einschränken, wenn er neben mir dauerschnarcht.
Allerdings will er das Schnarchproblem mal aktiv angehen (da steht wohl eine Nasenscheidewand-OP an) und dann kann das wieder geändert werden.




Aber ich mag diese Schwarz-Weiß Statements -
hie lodernde Leidenschaft - da langweilige ausgeleierte Beziehung - nicht, weil es auch ganz anders sein kann.
Nur, weil es jemand nicht am eigenen Leibe erlebt, heißt ja nicht, dass es das nicht gibt!
Es ist fast beleidigend für langjährige Paare, ihnen unterschwellig tote Hose und Gleichgültigkeit zu unterstellen oder dass sie nur aus Angst und Gewohnheit zusammen bleiben.Es ist auch immer dasselbe: glückliche Paare reden nicht dauernd über ihre Beziehung, sie leben sie, wenn es sich nicht verhindern lässt, sogar jahrzehntelang :smirksmile: !
Warum müssen andere unbedingt darin rumpulen?

Danke für diese Worte!:blumengabe:
Bei uns war es von Anfang an so, dass es alle entweder "viel besser wussten" als wir und in jungen Ehejahren (bei unserer Eheschliessung war mein Mann 19 und ich 21) hat es mich besonders getroffen, weil ich in jungen Jahren auch ständig das Gefühl hatte, für unsere Beziehung in Verteidigungs- oder Rechtfertigungshaltung gehen zu müssen.
Da wurde mit "Unreife" und "Abhängigkeit" totargumentiert von "Freunden" und "Bekannten", die heute mittlerweile fast durch die Bank alle von ihren damaligen Partnern wieder getrennt sind.
Das hat verdammt weh getan und viel Kraft gekostet, das eigene Selbstvertrauen und das Vertrauen in den Partner und die Beziehung stabil zu halten - mittlerweile sind viele der damals lauten Stimmen sehr viel leiser geworden, was ich mit einem gewissen Mitgefühl sehe.
Es wäre schön gewesen, sich im Freundeskreis über dieselbe Dauer gemeinsam zu entwickeln.
Leider hat sich der tatsächlich ganz anders entwickelt.

Lalique
03.01.2008, 16:04
Hallo Claudia,

da hast du aber Glück gehabt! Du hast deinen Herzensmenschen schon früh kennengelernt und wenn er richtig gut für dich ist, dann hast du auch nichts versäumt.
Ich habe auch mit 19 geheiratet (damals MÜSSEN, das kann heute niemand mehr nachvollziehen, der nicht selber dabei war :smile: ), und die Ehe war nicht direkt schlecht, aber sehr mau, es waren nicht wirklich starke Gefühle im Spiel.
Dass ich im falschen Leben war, habe ich endgültig begriffen, als wir nach sehr üppigen, bunten Jahren aus dem Ausland zurück nach Deutschland kamen und ich plötzlich das für mich langweilige Leben einer Hausfrau führen musste bei schlechtem Wetter, ohne Hilfe im Haushalt und ohne tägliches Tennis und privilegierte Stellung, dazu noch in einer fremden Großstadt, in der ich zunächst niemanden kannte.
Eine gute Beziehung hätte das auffangen können, aber ohne meine gewohnten Vergnügungen und Freundinnen wurde mir schonungslos vor Augen geführt, wie fremd wir uns waren und wie leer und sinnlos alles war.
Da war auch nichts zu machen, dieser Mann passte einfach nicht zu mir und ich nicht zu ihm.
Insgesamt war ich 10 Jahre verheiratet und hatte, ich will das nicht verschweigen, auch zwei Affären, weil meine Ehe so unbefriedigend war.
Ohne die Kinder hätte ich mich schon viel früher getrennt, d.h. es wäre gar nicht zu einer Heirat gekommen.
Aber das ist Schnee von gestern!
Ich hatte dann einige Jahre wechselnde Beziehungen, wie das so ist, bis ich meinen Lebensgefährten kennenlernte.
Da war dann von einem Tag auf den anderen alles anders, Liebe, Seligkeit, Vertrauen.
Wir reden oft von dem Moment unseres Kennenlernens, wie wir uns in die Augen schauten und wie mich im wahrsten Sinne des Wortes ein elektrischer Schlag durchfuhr, und das beste war, ihm ging es genau so! Es war wirklich und wahrhaftig ein magischer Augenblick.
Und so hat jede Frau ihre eigene Geschichte :smile: !

Alles Gute für euch weiterhin!
Lalique

Inaktiver User
03.01.2008, 18:05
Hallo Lalique,


da hast du aber Glück gehabt! Du hast deinen Herzensmenschen schon früh kennengelernt und wenn er richtig gut für dich ist, dann hast du auch nichts versäumt.

mein Mann hat dasselbe Glück gehabt :-).



Eine gute Beziehung hätte das auffangen können, aber ohne meine gewohnten Vergnügungen und Freundinnen wurde mir schonungslos vor Augen geführt, wie fremd wir uns waren und wie leer und sinnlos alles war.
Da war auch nichts zu machen, dieser Mann passte einfach nicht zu mir und ich nicht zu ihm.
Insgesamt war ich 10 Jahre verheiratet und hatte, ich will das nicht verschweigen, auch zwei Affären, weil meine Ehe so unbefriedigend war.
Ohne die Kinder hätte ich mich schon viel früher getrennt, d.h. es wäre gar nicht zu einer Heirat gekommen.

Ich stelle mir das ganz schön schlimm vor, kann aber auch kopfmässig nachvollziehen, wenn man wegen den Kindern zusammenbleibt. Ich habe das in meinem Umfeld miterlebt und würde mir nie zutrauen, das "Zusammenbleiben wegen den Kindern" zu beurteilen.



Da war dann von einem Tag auf den anderen alles anders, Liebe, Seligkeit, Vertrauen.
Wir reden oft von dem Moment unseres Kennenlernens, wie wir uns in die Augen schauten und wie mich im wahrsten Sinne des Wortes ein elektrischer Schlag durchfuhr, und das beste war, ihm ging es genau so! Es war wirklich und wahrhaftig ein magischer Augenblick.

Schöööööööööööööööön :-))) - alles erdenklich Gute weiterhin für Euch!!!

Thalita
04.01.2008, 10:39
das erstaunt mich aber, "soziale Ächtung"?

Okay, "soziale Ächtung" ist vielleicht etwas übertrieben. Aber wenn etwas von der Norm abweicht, erntet man doch meistens ein :ooooh: :ooooh: :ooooh: - "Ja wieso denn das?" und hintenrum heißt es "Bei denen stimmt es doch auch nicht" oder was auch immer und man sieht sich selbst ganz schnell in einem Rechtfertigungsdruck. Und es ist völlig gleich, ob einem egal ist, was andere denken oder nicht, und ob man ihnen antwortet auf die Gefahr hin, dass sich das als neverending Story entwickelt oder ob man sich taub stellt. Ich selber finde das Gewese auch völlig überflüssig, aber es ist da, und es ist lästig.

Das muss nicht zwangsläufig so sein.

Ist es auch nicht, wenn man den Rückzug von vorne herein nicht als "Flucht" begreift.

Wir haben auch getrennte Schlafzimmer, d.h. jeder hat ein Zimmer für sich mit je einer großen Schlafcouch zum Ausklappen, es gibt so was wie ein erkennbares Schlafzimmer gar nicht bei uns, nur Wohnzimmer, Arbeitszimmer und zwei individuelle Einzelzimmer. So mögen wir es und nur so geht es wegen unterschiedlicher Lebensrhythmen.
Eigentlich ist es völlig logisch, dass man sich trennt, wenn da nichts Verbindendes mehr ist und eigentlich brauchte man auch kein Wort darüber zu verlieren.

Logisch schon - aber gesagt ist noch nicht getan. Das ist ja der Punkt.

Und ebenso weiß jeder, dass viele Paare zusammenbleiben aus den unterschiedlichsten Gründen, nur nicht aus Liebe!
Aber ist das dann nicht deren Sache? Was geht es andere an, wie man sein Leben gestaltet?

Ich weiß jetzt nicht recht, wie ich die Fragen auffassen soll, ob allgemein oder verstärkt auf meine Postings bezogen. Mir ging es nicht darum zu beurteilen, wie andere ihr Leben führen und miteinander leben oder darin rumzurühren. Ich habe auf die Eingangsfrage geantwortet und begründet: "Hauptsache nicht allein - Sehen Sie das auch so?" Nee, seh ich nich so - auch wenn ich gern einen Menschen an meiner Seite hätte, mit dem ich das Leben teilen wollte, ich bin lieber allein als so zu leben, wie es mir an vielen Stellen im Alltag vorgeführt wird, eben weil es abstoßend auf mich wirkt. Das ist alles Und sollte sich da irgendwer einen Schuh anziehen wollen, sollten das auf keinen Fall diejenigen sein, die in sie glücklich machenden Beziehungen leben. (Was man ihnen dann wahrscheinlich auch auf irgendeine Weise anmerkt.) Und diejenigen, die sich - wenn überhaupt - darum einen Kopf machen sollten, kommen garantiert nicht auf die Idee, dass sie gemeint sein könnten.

Auch dass nicht jeder Mensch das Glück hat, jemanden zu finden, bei dem er sozusagen angekommen ist, mit dem es eben auch nach vielen Jahren nicht langweilig ist, auch nicht im Bett - mit dem immer gern zitierten Küchentisch als Indiz für flammende Leidenschaft konnte ich mich allerdings nie anfreunden, er war und ist mir zu unbequem und zu hart :knatsch: - ist auch klar.

Aber ich mag diese Schwarz-Weiß Statements -
hie lodernde Leidenschaft - da langweilige ausgeleierte Beziehung - nicht, weil es auch ganz anders sein kann.
Nur, weil es jemand nicht am eigenen Leibe erlebt, heißt ja nicht, dass es das nicht gibt!

Bestimmt nicht. Das hat auch keiner gesagt.


Es ist fast beleidigend für langjährige Paare, ihnen unterschwellig tote Hose und Gleichgültigkeit zu unterstellen oder dass sie nur aus Angst und Gewohnheit zusammen bleiben.

Wie du schon sagtest:
"Nur, weil es jemand nicht am eigenen Leibe erlebt, heißt ja nicht, dass es das nicht gibt!"

Es ist auch immer dasselbe: glückliche Paare reden nicht dauernd über ihre Beziehung, sie leben sie, wenn es sich nicht verhindern lässt, sogar jahrzehntelang :smirksmile: !
Warum müssen andere unbedingt darin rumpulen?

:wie?:

Have a nice day,
Lalique


Lalique, sollten deine Fragen eher auf die Allgemeinheit bezogen gewesen sein, nix für ungut. Geschriebenes wirkt anders als gesprochenes Wort, da kann man leicht was fehlinterpretieren. Aber ich verstehe nicht ganz, warum du so heftig reagierst - ich hab nie abgestritten, dass es auch glückliche ältere Paare gibt. Ich sehe sie nur seltener als eben "die anderen".

:blumengabe:
Thalita

Lalique
04.01.2008, 14:01
Hallo Thalia,
war ich wirklich heftig? Sorry!
Ich wollte niemanden angreifen, wirklich nicht!
Anfangs habe ich mich wohl auf dich bezogen und bin dann eher allgemein geworden.
Ich finde die Threadfrage zu manipulativ, aber das ist ja nicht deine Schuld :kuss: !
Im übrigen kenne ich Paare, die wegen der Arbeit in unterschiedlichen Städten und an meinem Arbeitsplatz sogar solche, die in unterschiedlichen Ländern oder sogar in einem Fall Kontinenten leben, das bringt unsere Zeit einfach mit sich.
@Claudia
Als ich mich scheiden ließ, fingen Scheidungen in Deutschland gerade erst an - I'm an old girl :lachen: - "gesellschaftsfähig" zu werden, misstrauisch betrachtet wurden sie aber.
"Die Mutter ist geschieden" wurde sehr schnell geäußert!
So schnell, wie man sich heute trennt, ging das damals nicht, ich wurde noch nach dem alten Scheidungsgesetz geschieden, und es war gar nicht so einfach, überhaupt eine Scheidung durchzuziehen, der Gesetzgeber hat manche sogar gezwungen, verheiratet zu bleiben, kaum zu glauben, aber wahr!
Außerdem trennt man sich nicht von heut auf morgen als Eltern und wenn man alles zusammen hat, das ist ein langer Prozess und ich glaube, das ist auch heute nicht anders bei verantwortungsvollen Menschen.
In Beziehungen, in denen die Leutchen alle schön bei sich bleiben und sich fürs Zusammensein treffen, kann man sich schnell trennen, es hat ja nicht die geringsten Konsequenzen außer vielleicht ein bisschen Kummer und durchs Internet und überhaupt findet man schnell neue Partner, es ist ein einziges Bäumchen wechsel dich Spiel, ich erlebe es bei meinen Söhnen. Wenn keine Kinder da sind, kriegt die Umwelt das kaum mit, dass sich da zwei getrennt und neu orientiert haben.
Das soll keine Kritik sein, ich stelle es fest im Vergleich, es hat ja auch Vorteile und hat sich auf jeden Fall so entwickelt im Laufe der Zeit.
Die ersten sechs Jahre waren für mich auch nicht so gravierend, richtiggehend schlecht und unbefriedigend wurde es erst unter normalen deutschen Lebensbedingungen.
Es hat bei mir genau vier Jahre gedauert von Scheidungsabsicht zur Verwirklichung.
Ich habe es mir z.B. lange überlegt, ob es richtig ist, den Kindern das Aufwachsen im eigenen Haus vorzuenthalten und hatte Angst, dem Leben allein mit ihnen nicht gewachsen zu sein.
Zum Glück war wenigstens Geld genug da und um Arbeitsplätze brauchte man sich auch keine Gedanken zu machen, die gab es in Hülle und Fülle.
Vor dem Alleinsein an sich, also ohne Mann, hatte ich überhaupt keine Angst, nur, ob ich es packe mit den heranwachsenden Söhnen.
Zum Glück war das dann alles überhaupt kein Problem, aber sowas weiß frau vorher nicht.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

Lalique

hillary
04.01.2008, 20:11
Und erlaube mir noch eine Bemerkung:blumengabe: : Es ist ein sichtbarer Unterschied, wenn ein älteres oder jüngeres Ehepaar in einem Lokal miteinander am Tisch sitzt und sich miteinander über die Leute im Lokal austauscht, ob sie sich auch ohne Worte verstehen oder ob die da sitzen, als säße jeder von ihnen allein und nur zufällig gerade mit diesem Menschen da. Man sieht es einfach, in den Gesichtern, an der Haltung. Und man sieht auch, ob die nur derzeit einen heftigen Ehekrach ausfechten und sich darum mal voreinander zurückziehen, oder ob die schon lange dabei sind, sich voneinander zu entfernen. Da kann eine Eiseskälte rüberkommen, die einen am anderen Ende des Raumes frieren lässt.

:blumengabe:
Thalita


diesen sätzen schließe ich mich an.

an die anderen schon lange glücklich verheirateten :blumengabe:,
mir ist das leider nicht gelungen.

und nur mal so eine bemerkung in die runde,
als beim letzten klassentreffen gefragt wurde, wer denn noch mit seinem 1.ehepartner verheiratet ist, gingen 3 hände hoch.
2 davon gehörten männern.
wir waren 31 schüler in der klasse, fast alle waren da.
und viele ehen sind zerbrochen als die kinder kamen.
kinder sind kein kitt für eine ehe.
wer sich nichts mehr zu sagen hat, der geht.
und ich finde das gar nicht mal so verkehrt.

ich war 5 jahre verheiratet und bin nun schon 17 jahre geschieden, in dieser zeit ganz bewußt 11 jahre männerlos.

reiner
07.01.2008, 15:54
Ich habe das Dossier gelesen und mich k ö s t l i c h amüsiert. War auch gleich neugierig, wie sich die Bricom-heile-Welt-Fraktion darüber aufregt.
Ich glaube ich muss mein Vorurteil über Frau Ildiko von Kürthy als Autorin der neuen "freche-Frauen-Kitsch-Literatur" zum positiven revidieren. :Sonne:

reiner
07.01.2008, 16:04
Es ist ein sichtbarer Unterschied, wenn ein älteres oder jüngeres Ehepaar in einem Lokal miteinander am Tisch sitzt und sich miteinander über die Leute im Lokal austauscht, ob sie sich auch ohne Worte verstehen oder ob die da sitzen, als säße jeder von ihnen allein und nur zufällig gerade mit diesem Menschen da. Man sieht es einfach, in den Gesichtern, an der Haltung. Und man sieht auch, ob die nur derzeit einen heftigen Ehekrach ausfechten und sich darum mal voreinander zurückziehen, oder ob die schon lange dabei sind, sich voneinander zu entfernen. Da kann eine Eiseskälte rüberkommen, die einen am anderen Ende des Raumes frieren lässt.
:blumengabe:
Thalita

So ist das und wer seinen Augen erlaubt zu sehen, der sieht es.

crystalmar
08.01.2008, 12:33
Liebe Userinnen,

viele Frauen neigen dazu, sich an einen Partner zu klammern, selbst wenn Liebe und Glück längst dahin sind. Darüber schreibt Ildiko von Kürthy in der aktuellen BRIGITTE. Hauptsache nicht allein (http://www.brigitte.de/liebe/persoenlichkeit/dossier-hauptsache-nicht-allein/index.html) - sehen Sie das auch so?

Würden Sie gehen, wenn Sie merken, dass Sie in Ihrer Beziehung Ihre Träume vergessen haben? Oder sind Sie glücklich und zufrieden mit sich selbst - ob mit Partner oder ohne? Ihre Geschichten interessieren uns.

Ihr Brigitte.de-Team
Nein, das sehe ich nicht so. Erst mal müssen zwei autonom sein und mit sich selbst im Reinen bevor sie in der Lage sind, eine Beziehung einzugehen! Man kann den anderen nicht als absoluten Wunscherfüller sehen. Eine Partnerschaft lebt vom Geben und Nehmen und man muss kompromissbereit sein. Ich bin seit Jahren allein, weil ich nicht das Gefühl habe, dass sich ernsthaft jemand für mich interessiert und auf halbe Sachen habe ich keine Lust mehr! Viele sind einfach nicht reif für eine Partnerschaft, weil sie nie gelernt haben, allein zu sein!

Layla99
08.01.2008, 17:04
Hallo allerseits,

ich habe mich auch mal hier reingeklickt, weil ich das Dossier diesmal nicht so gelungen bzw. zu einseitig fand. Mir ging es ebenso, dass die einzige Beziehung, die meiner ähnelt, die "frei erfundene" war. Wir sind seit 11 Jahren verheiratet und seit 17 Jahren zusammen. Ich habe das Gefühl, meinen Menschen gefunden zu haben und hoffe, dass er mir noch lange erhalten bleibt. Denn wenn ich bedenke, wie kurz mir die 17 Jahre erscheinen, die wir zusammen sind...
Wir hatten beide schon ein "Leben davor", mussten am Anfang sehr für unsere Beziehung kämpfen und haben ein behindertes Kind, was manchmal sehr an den Kräften zehrt. Nun, Kitsch hin , Kitsch her - ich habe einfach meine andere Hälfte gefunden und dafür bin ich dankbar. Ich würde nicht in einer Beziehung verharren, nur weil es bequem ist. Lieber allein als mit dem falschen Mann (das hatte ich auch schon mal). Bin froh, dass es noch andere Frauen hier gibt, die das so sehen. Zur Zeit ist allerdings im weiteren Bekanntenkreis Scheidung die Lieblingsbeschäftigung, also man sieht schon, dass Glück nicht selbstverständlich ist.

layla

mariechris
08.01.2008, 17:11
Danke, Layla für Deinen Beitrag!

Ich freu mich, auch wenn manche hier das für die die Bricom-heile-Welt-Fraktion halten.....:knatsch:

Dass es keine heile Welt gibt, ist mir vollkommen klar, im Gegenteil, die Welt ist sehr kaputt!! Aber es gibt trotzdem noch gute (nicht: perfekte!) Beziehungen, Gott sei Dank!

mariechris

Lalique
09.01.2008, 14:05
Danke, Layla für Deinen Beitrag!

Ich freu mich, auch wenn manche hier das für die die Bricom-heile-Welt-Fraktion halten.....:knatsch:

Dass es keine heile Welt gibt, ist mir vollkommen klar, im Gegenteil, die Welt ist sehr kaputt!! Aber es gibt trotzdem noch gute (nicht: perfekte!) Beziehungen, Gott sei Dank!

mariechris
Manche können sich eine richtig gute, langjährige Beziehung deshalb nicht vorstellen, weil sie nie eine gehabt haben.
Wenn jede Beziehung nach der anfänglich "heißen Phase" in Frust endet, dann kann man schon zynisch werden und / oder den anderen einfach unterstellen, sie lügen sich eine heile Welt vor.
Es liegt nicht unbedingt an der Persönlichkeit des Einzelnen, ob eine Verbindung auf Dauer klappt, da ist etwas anderes im Spiel. Man kann es Karma oder Schicksal oder einfach Glücksache nennen, aber es ist dann so, dass das unbedingte Interesse am Partner auf beiden Seiten auch über Jahrzehnte nicht erlischt.
Da braucht man nicht dauernd an der Beziehung zu "arbeiten", das geht von selber.
Da passen zwei einfach haargenau zueinander, wie Laila es so schön sagt, wie zwei Hälften.
Und wer glaubt, das sei langweilig, der hat echt keine Ahnung... :smirksmile:

Have a nice day,
Lalique

reiner
09.01.2008, 15:35
Es geht bei diesem Dossier nicht um die Frage, ob es auch erfüllende, lebhafte, dauerhafte Paarbeziehungen gibt, sondern um die Frage, ob es in der Realität nicht zu viele schlechte Beziehungen gibt, bei denen sich die Paare aus Angst vorm alleinsein nicht trennen wollen (von solchen Geschichten ist - nicht nur dieses - Forum voll).

"Und dann quetscht sie noch mal besonders fest seine Hand, um ihren Träumen und ihren Zweifeln die Luft abzudrücken. Hauptsache nicht allein, denkt sie störrisch und nickt schmallippig der Trauzeugin zu, die gerade mit zwei Kindern ihren Mann verlassen hat und beunruhigenderweise gar keinen niedergeschlagenen Eindruck macht. Bestimmt nur Fassade. Ein tröstlicher Gedanke. Für Fassaden ist sie ja selbst Spezialistin, da macht ihr so leicht keiner was vor. Lächelnd drückt sie noch einmal zu."

Und es geht um die statistischen Fakten.

"Statistisch werden junge Frauen, die erst jetzt volljährig sind, im Durchschnitt mehr Ehemänner als Kinder haben. Kein Wunder, dass sich unter den Zwanzigjährigen nur noch 27 % eine lebenslange Beziehung wünschen."

reiner
09.01.2008, 15:46
Man betrachte einige Themen in der Bricom:
Da werden die Menschen von „Eifersucht“ gequält, suchen „Tipps für ein glücklicheres Leben“ auch dabei geht’s um Männer, beim „Kennenlernen“ sind schon tiefe Zweifel angesagt, „Beziehungen im Alltag“ machen schlechte Laune, „Der gebrauchte Mann“ macht alles falsch, „Über Treue und Lügen in der Liebe" wird geweint und gewütet, bei „Trennung und Scheidung“ gibt’s 1.200 Themen.

Wenn dazu das Dossier nicht passt, wohin dann? :engel:

Thalita
09.01.2008, 16:56
Ich bin seit Jahren allein, weil ich nicht das Gefühl habe, dass sich ernsthaft jemand für mich interessiert und auf halbe Sachen habe ich keine Lust mehr.

:allesok: Das nenn ich doch mal konsequent! Hört sich nur leider auch sehr frustriert und entäuscht an, ich hoffe, du kannst dem Alleinsein immer noch auch schöne Seiten abgewinnen.


Viele sind einfach nicht reif für eine Partnerschaft, weil sie nie gelernt haben, allein zu sein!

Und es fühlt sich echt blöd an, nur die Frau (oder auch nur der Mann) zu sein, die einen "vorm Alleinsein bewahrt", die man festhält, während man weitersucht. Also auf seine Kosten kommt man da echt nicht und ich finde, so ein Gefühl zu haben ist weit schlimmer als allein zu sein.

:blumengabe:
Thalita

Lalique
10.01.2008, 09:18
Es geht bei diesem Dossier nicht um die Frage, ob es auch erfüllende, lebhafte, dauerhafte Paarbeziehungen gibt, sondern um die Frage, ob es in der Realität nicht zu viele schlechte Beziehungen gibt, bei denen sich die Paare aus Angst vorm alleinsein nicht trennen wollen (von solchen Geschichten ist - nicht nur dieses - Forum voll).
Es geht um den Gesamtkomplex "Beziehung", siehe Zitat aus dem Eingangsext:


Würden Sie gehen, wenn Sie merken, dass Sie in Ihrer Beziehung Ihre Träume vergessen haben? Oder sind Sie glücklich und zufrieden mit sich selbst - ob mit Partner oder ohne? Ihre Geschichten interessieren uns.
Tolstoi sagt es treffend in seinem Eingangssatz zu "Anna Karenina":
"Alle glücklichen Familien ähneln einander, jede unglückliche Familie ist unglücklich auf ihre eigene Art."
Es gibt auch den Satz: Glückliche Völker haben keine Geschichte.
D.h. sie haben schon eine, aber wen interessiert das außer sie selbst!?
Das Glück der anderen hat keinerlei Unterhaltungswert, es macht allenfalls die eigenen Defizite bewusst...
Es ist das Drama in Beziehungen, die unglückseligen Verquickungen und Entwicklungen, die Außenstehende fesseln.
Das Glück langweilt, von außen betrachtet, läßt kalt oder es irritiert sogar.
Es ist nur toll für die "Betroffenen" selber und auch nicht vermittelbar.
Deshalb erfährt man so selten etwas darüber.
Dazu kommt, dass Menschen gern eigene Erfahrungen zur Allgemeingültigkeit erklären.
Wer eine Beziehung nach der anderen euphorisch anfängt und dann nach einiger Zeit ernüchtert aufgibt, der fühlt sich wohler, wenn er überall hört und liest, dass es ja "allen anderen" genauso geht, noch besser, wenn ein Prof. Dr. Dr. es zum Naturgesetz erhebt, Leidenschaft z.B. gäbe es nur in kurzlebigen Beziehungen.
Dabei ist es doch ganz einfach! Das Leben ist ein Glücksspiel mit unterschiedlichem Karten. Jeder kann nur seine eigenen ausreizen.

Have a nice day,
Lalique

Rowellan
10.01.2008, 10:30
Nein, das sehe ich nicht so. Erst mal müssen zwei autonom sein und mit sich selbst im Reinen bevor sie in der Lage sind, eine Beziehung einzugehen!
Das ist wieder so ein Punkt, der mir ein wenig aufstößt. Ich bin tatsächlich quasi direkt vom Elternhaus mit 18 in die Beziehung gegangen, mein erster fester Freund, mit dem ich jetzt fast 20 Jahre glücklich verheiratet bin.
Aber deinem Standpunkt nach bin ich nicht in der Lage, eine Beziehung einzugehen :wie?:

Ich denke eher, ich hatte das unglaubliche Glück meinen "Menschen" sehr früh zu finden :liebe:

Vielleicht auch dies: Durch unsere frühe Beziehung haben wir beide nie die Gelegenheit gehabt, irgendwelche Single-"Marotten" (meine ich jetzt nicht abwertend, mir fiel nur kein besseres Wort ein) zu entwickeln. Wir sind quasi von einem mehr oder weniger funktionierenden Familiengefüge ins nächste gewandert. Und unsere "Marotten" (die wir sicherlich auch haben) haben wir quasi gemeinsam im täglichen Zusammenleben entwickelt. Irgendwo im "Beziehung im Alltag"-Forum gibt es einen Strang, da wird darüber diskutiert, daß Frauen sich wünschen, einmal die ganze Wohnung für sich alleine zu haben... ist ein Bedürfnis, das ich irgendwie nicht nachvollziehen kann. Ich hab natürlich meine Rückzugsräume, kann aber wunderbar in die Badewanne gehen, nackt herumlaufen, Schönheitsmaske ins Gesicht schmieren und Kitschfilme gucken, auch wenn mein Mann zuhause ist.
Bin ich deshalb keine autonome Persönlichkeit?

Was die Leidenschaft angeht: Muss ich wirklich eine Beziehung haben, in der ich ständig das Verlangen verspüre, ihm die Kleider vom Leib zu reißen? Klar, ein Bruder-und-Schwester-Nebeneinanderherleben kanns nicht sein. Wir nehmen uns auch unsere Zeit als Paar und bauen immer wieder romantische Momente in unser Leben ein - ein schönes Essen bei Kerzenschein, vielleicht (wenns der Geldbeutel hergibt) in einem knuffigen Hotel, Spaziergänge, gemeinsame Konzert-/Kinobesuche, Zeiten, in denen wir gemeinsam träumen undundund. Das empfinde ich aber nicht als ein gewohnheitsmäßiges Plätschern, sondern als etwas wunderbar Warmes und Schönes.
Vielleicht brauche ich diese lodernde Leidenschaft, die scheinbar von einigen vermisst wird, auch einfach nicht.

---------------------------------

Wie gesagt: Ich bin absolut NICHT der Meinung, daß man in einer unglücklichen Beziehung aushalten soll auf Gedeih und Verderb. Und ich bin froh, daß das Scheidungsrecht und die gesellschaftliche Entwicklung so weit fortgeschritten sind, daß eine Trennung/Scheidung eben keine gesellschaftliche Ächtung mehr bedeutet.

hillary
10.01.2008, 10:47
Ich denke eher, ich hatte das unglaubliche Glück meinen "Menschen" sehr früh zu finden :liebe:



das soll es doch tatsächlich geben :blumengabe:.

reiner
11.01.2008, 11:57
hillary,
bei uns in der Familie hieß es immer:
"Es gibt nix was es nicht gibt." :zwinker:

Offensichtlich hinterläßt das Dossier eine große Stille bei den sonst so schreibwütigen userInnen.

reiner
11.01.2008, 12:59
Ich finde die Threadfrage zu manipulativ, ......

Lalique

:ooooh:

Wie könnte die Frage dich manipulieren, Lalique?

hillary
11.01.2008, 14:40
hillary,
bei uns in der Familie hieß es immer:
"Es gibt nix was es nicht gibt." :zwinker:

Offensichtlich hinterläßt das Dossier eine große Stille bei den sonst so schreibwütigen userInnen.
weil vielleicht viele in solch hauptsache nicht allein-geschichten leben und es vor sich selbst nicht zugeben können?

oder man ein bissel ehrfürchtig auf die fast goldhochzeiter guckt und denkt, schade hätt ich auch gern.
so gehts zumindest mir, ich habe mich nie in einer beziehung so verhalten können, das der partner das bedürfnis hatte sein ganzes leben mit mir zu teilen. irgendwann passte es nicht mehr und die trennung kam. erledigt.

Lalique
11.01.2008, 15:53
Das ist wieder so ein Punkt, der mir ein wenig aufstößt. Ich bin tatsächlich quasi direkt vom Elternhaus mit 18 in die Beziehung gegangen, mein erster fester Freund, mit dem ich jetzt fast 20 Jahre glücklich verheiratet bin.
Aber deinem Standpunkt nach bin ich nicht in der Lage, eine Beziehung einzugehen :wie?:

Hallo Rowellan!
Der von dir bemängelte ist einer dieser Sprüche, die als von niemandem hinterfragte Wahrheiten immer wieder von allen mit Inbrunst nachgebetet werden, eine Pauschalaussage, von der kein Mensch weiß, wer sie mal aufgebracht hat - aber jeder, der sie benutzt, tut so, als sei es seine eigene Erkenntnis :smirksmile: .
Wann immer das jemand in den Briforen schreibt - und es wird pausenlos getan - dann nicken andere weise mit dem Kopf und sagen: seh ich auch so, obwohl sie das lediglich übernommen haben...
IMO sind wir Menschen Herdentiere und gar nicht dazu gemacht, um autark und allein unserer Wege zu gehen, wir brauchen immer die Gemeinschaft und vor allem die intime seelische, die wichtiger ist als die sexuelle - die sich in einer guten Partnerschaft sowieso von selber ergibt - denn Sex kann man mit vielen Menschen haben und sich dabei ganz schön allein fühlen.
Und glaub nur nicht, dass sich alle die angeblich bewusst so lebenden Singles mit stets wechselnden Partnern von einer Leidenschaft in die andere stürzen - eher von einem Frust in den anderen...
Damit meine ich niemanden hier persönlich, es ist ein generelles Statement.
@Reiner
1. Der Dossiertitel manipuliert zwar nicht mich, aber er zielt klar darauf ab, dass sich ein ellenlanger thread ergibt, indem sich die lieben Leut erhitzen, alles im Interesse der regen Teilnahme.
2. Wieso ist DIR hier die Teilnahme zu gering?
Ich habe mich z.B. schon wieder hinreißen lassen, viel mehr zu schreiben, als ich eigentlich wollte :smirksmile: !

Have a nice weekend,
Lalique

Lalique
11.01.2008, 15:57
weil vielleicht viele in solch hauptsache nicht allein-geschichten leben und es vor sich selbst nicht zugeben können?

oder man ein bissel ehrfürchtig auf die fast goldhochzeiter guckt und denkt, schade hätt ich auch gern.
so gehts zumindest mir, ich habe mich nie in einer beziehung so verhalten können, das der partner das bedürfnis hatte sein ganzes leben mit mir zu teilen. irgendwann passte es nicht mehr und die trennung kam. erledigt.

Liebe Hillary,
das ist eine ehrliche Aussage!
Aber was nicht ist, kann noch werden, um auch mal eine Klischeeaussage zu machen :smirksmile: .
Ich musste z.B. 37 Jahre alt werden, ehe ich den "Richtigen" fand.
Das Leben steckt voller Überraschungen!

Viel Glück und ein schönes Wochenende,
Lalique

Layla99
11.01.2008, 17:26
In einer anderen Frauenzeitschrift hab ich vorhin ein Zitat gelesen, bei dem mir das Brigitte-Dossier sofort wieder einfiel:
(sinngemäß)

Das Geheimnis einer glücklichen dauerhaften Beziehung ist die Wahl des richtigen Mannes.

Wenn es noch so einfach wäre, den zu finden, gäbe es sicher nicht so viele Ehen, die als Notbehelf und Besser-als-allein-Vehikel existieren.

layla

Lalique
12.01.2008, 10:52
In einer anderen Frauenzeitschrift hab ich vorhin ein Zitat gelesen, bei dem mir das Brigitte-Dossier sofort wieder einfiel:
(sinngemäß)

Das Geheimnis einer glücklichen dauerhaften Beziehung ist die Wahl des richtigen Mannes.

Wenn es noch so einfach wäre, den zu finden, gäbe es sicher nicht so viele Ehen, die als Notbehelf und Besser-als-allein-Vehikel existieren.

layla
Das stimmt!
Und im Leben ist nicht immer etwas ganz eindeutig richtig oder falsch.
Es kann passieren, dass einer Frau Teilaspekte an einem Mann gefallen und sie dann denkt, das andere ergibt sich schon oder ist nicht so wichtig.
Woher will sie wissen, was sie dann längerfristig dann doch gegen den Mann einnimmt oder ob diie Liebe abstirbt?
Das muss erstmal alles erfahren und durchlebt werden.
Ich verstehe schon, wie es kommt, dass sich Menschen zusammentun, obwohl sie gar nicht zusammen passen.

Have a nice weekend,
Lalique

fimo
12.01.2008, 21:24
Ich lese Ihre Zeitung wirklich gerne! Aber ich habe mich schon lange nicht mehr über so einen verantwortungslosen Artikel geärgert.
Trennungen werden meist von einer Seite fossiert. Die andere kann dann sehen wie sie zurecht kommt.
Die Situation in der Kirche war typisch für den ganzen Artikel, während einer Trauung fassen sich die meisten Paare an, weil es an die eigene Trauung erinnert und die Erinnerung schön finden, nicht aus einer unbekannten Sehnsucht heraus.
Ein roter Faden läuft durch den ganzen Artikel: Hauptsache ich bin zufrieden, Kompromisse wozu? Eiskalt nur das eigene Ego im Kopf. Warum können Menschen nicht in Ihrer Ehe so leben wie sie möchten? Warum muss immer das 100 % Glück des Einzelnen im Fokus stehen.
Jedes Zitat eines Therapeuten, das man an sich arbeiten muss auch in einer Beziehung wird über viele Zeilen mit den Vorteilen des Alleinsein abgewürgt.
Nachweislich enstehen viele Depression aus dem Gefühl alleine zu sein und enden nicht selten im Siuzid. Dieser Gedanke fehlt komplet, alleine sein, nach der Arbeit die Tür aufzuschließen und Niemand ist da, keiner spricht mit einem, alles ist leer... Warum schießen Partnerschaftsbörsen aus dem Nichts, weil Menschen nicht alleine sein wollen.
Und dann Helmut Dietl als Experten zu zitiern, ein Mensch der als Kind die Ehe seiner Eltern scheitern sah und in seinem Leben auch viele Ehen hinter sich hat. In dem Artikel wird jede Lebensform für die sich in einer Ehe entschieden wird ins Negative gezogen. Das kann Niemanden aufbauen! Denn Jeder der sich jetzt ermutigt fühlt, weiß nicht was auf ihn zukommt. Fragt doch mal nach den Verletzungen und Narben die bleiben - ein Leben lang!

.gerrimee.
12.01.2008, 21:42
Nachweislich enstehen viele Depression aus dem Gefühl alleine zu sein und enden nicht selten im Siuzid. Dieser Gedanke fehlt komplet, alleine sein, nach der Arbeit die Tür aufzuschließen und Niemand ist da, keiner spricht mit einem, alles ist leer...

Genau darum geht es in dem Artikel, so wie ich ihn verstanden habe.

Um dieses Gefühl nicht ertragen zu müssen, harre ich bei einem Partner aus, der sich nicht mehr für mich interessiert, mich belügt, mich betrügt, der mich mobbt und schlecht behandelt. Hauptsache ich schliesse die Tür auf und ich muss nicht alleine sein...

Lalique
13.01.2008, 13:52
Genau darum geht es in dem Artikel, so wie ich ihn verstanden habe.

Um dieses Gefühl nicht ertragen zu müssen, harre ich bei einem Partner aus, der sich nicht mehr für mich interessiert, mich belügt, mich betrügt, der mich mobbt und schlecht behandelt. Hauptsache ich schliesse die Tür auf und ich muss nicht alleine sein...
Aber es stellt sich doch im real life anders dar, zumindest in unseren Breitengraden!
Trennungen, wo man hinschaut! Diese Märtyrer-Ehen sind doch eher die Ausnahme.
Dass es eine Weile dauert, bis man auseinandergeht, ist doch auch klar, oder soll man das beim ersten Streit schon tun?
Wenn man sich z.B. gemeinsam etwas aufgebaut hat und vor allem mit Kindern überlegt man sich das lange, man MUSS sich eine Trennung gut überlegen, alles andere wäre verantwortungslos. sich selbst, den Kindern und dem Partner gegenüber, denn etwas geht immer dabei kaputt.
Als ich mich damals trennte, habe ich vorher jedenfalls nicht den geringsten Gedanken an das „schreckliche Alleinsein“ verschwendet, es ging nur darum, ob ich das den Kindern zumuten könnte.
Aber selbst wenn, wen ginge das überhaupt etwas an!
Der offenbar verkürzte Artikel ist meiner Ansicht nach sehr bevormundend.

reiner
14.01.2008, 10:26
Aber es stellt sich doch im real life anders dar, zumindest in unseren Breitengraden!
Trennungen, wo man hinschaut! Diese Märtyrer-Ehen sind doch eher die Ausnahme.

Das sagt sie aber auch:
"Um es kurz zu sagen, stellt sich die vertrackte Situation in modernen Beziehungen folgendermaßen dar: Viele gehen zu früh, und mindestens genausoviele bleiben zu lang."

Offensichtlich ist das eine wie das andere nicht immer richtig. Sie spricht also von zwei verschiedenen Paarvorstellungen, zum einen die möglichst lange dauernde Beziehung (warum auch immer, Trost, Kinder etc.) und die möglichst 100%ige Beziehung gemäß Hochglanzklischee.



Der offenbar verkürzte Artikel ist meiner Ansicht nach sehr bevormundend.
Ich sehe nicht, dass der Artikel jemand bevormundet, wie könnte das ein Artiekl überhaupt? Jeder Leser sieht die Aussagen sowieso durch seine eigene Brille.

reiner
14.01.2008, 10:30
Jedes Zitat eines Therapeuten, das man an sich arbeiten muss auch in einer Beziehung wird über viele Zeilen mit den Vorteilen des Alleinsein abgewürgt.

Keineswegs.
"Im besten Falle schaffen es zwei auf eine würdige Art und Weise, den anderen nicht als Erfüller sämtlicher Bedürfnisse zu sehen", bleibt von ihr unwidersprochen.

Letzlich überläßt sie es jedem welchem Ideal er anhängt. Sie kommentiert es nur bissig, ja sogar selbstkritisch. ("Ich halte sehr viel davon, an die ewige Liebe zu glauben, von mir aus immer wieder"):zwinker:

Das ist unterhaltsam.

Lalique
14.01.2008, 16:19
Letzlich überläßt sie es jedem welchem Ideal er anhängt. Sie kommentiert es nur bissig, ja sogar selbstkritisch. ("Ich halte sehr viel davon, an die ewige Liebe zu glauben, von mir aus immer wieder"):zwinker:

Das ist unterhaltsam. Ja, das ist richtig gut :blumengabe:!
und: Patentrezepte gibt es nicht!

witwebolte26
15.01.2008, 00:37
[QUOTE=fimo]Ein roter Faden läuft durch den ganzen Artikel: Hauptsache ich bin zufrieden, Kompromisse wozu? Eiskalt nur das eigene Ego im Kopf. Warum können Menschen nicht in Ihrer Ehe so leben wie sie möchten? Warum muss immer das 100 % Glück des Einzelnen im Fokus stehen.

Ich kann fimo nur zustimmen, der Artikel hat erstens nicht so ganz gehalten was der Untertitel versprach und zweitens fand ich den letzten Satz verantwortungslos. "Bin ich glücklich genug?"
Wer ständig darüber nachdenkt darf sich nicht wundern wenn er/sie alleine bleibt. Eine Partnerschaft funktioniert nur durch Komprosmisse auf beiden Seiten.
Natürlich gibt es viele Gründe sich zu trennen, aber Kinder sind nicht der einzige Grund zusammen zu bleiben. Es gibt viel mehr Gründe, z.B. finanzieller und sozialer Art, auf die man nicht verächtlich herab sehen sollte, nur weil man selber mutig ist - oder Geld hat sowie die geschiedenen Stars. Für mich sind auf den ersten Blick nur seelische und körperliche Gewalt ein Grund sofort zu gehen.
Ich bin seit fast 9 Jahren glücklich verheiratet und habe mir das gut überlegt. Nach über 15 Jahren in verschiedenen Beziehungen wußte ich was ich wollte und nicht wollte und konnte mit gutem Gewissen die Frage "bis dass der Tod euch scheide" mit Ja beantworten. Dabei bin ich nicht von einer Beziehung in die nächste gestolpert und weiß, dass das Singleleben Spaß macht - für eine Weile.
Die meisten Singlefrauen die ich kenne wollen das nicht auf Dauer bleiben. Viele allerdings suchen nach dem Mr. Perfect, der ihnen in den Medien vorgegaukelt wird - und die werden wohl Single bleiben. Es gibt keinen perfekten Menschen, keine perfekte Beziehung und keinen Prinzen auf dem weißen Ross! Und genau darum, weil die Medien so einen Blödsinn verbreiten ist der Satz "bin ich glücklich genug" verantwortungslos - denn viel zu viele Menschen glauben, dass Glück das ist was in Hochglanzzeitschriften propagiert wird.

reiner
15.01.2008, 10:48
Ich stimme dir zu, dass der letzte Satz nicht gut ist. Wenn man jedoch den ganzen Artikel liest, sieht man, dass sie eigentlich genau diesen Fehler vermeidet und etliche Zitate eingebaut hat, die auf diesen Fehler hinweisen. Also nicht alles in Bausch und Bogen verdammen, meine ich. :smile:

Inaktiver User
15.01.2008, 14:44
und zweitens fand ich den letzten Satz verantwortungslos. "Bin ich glücklich genug?"
Wer ständig darüber nachdenkt darf sich nicht wundern wenn er/sie alleine bleibt.
oh, ich finde, man darf durchaus öfter mal darüber nachdenken, ob man zufrieden ist, und auch was ändern, wenn man es nicht ist.

du hast insofern recht, als der zitierte satz impliziert, dass glück etwas ist, das von aussen kommt, "gefunden" werden muss und dann von selbst irgendwie stabil bleibt. glück ist aber in hohem maße das resultat von kontinuierlicher, guter selbstsorge, wozu natürlich auch die sorge für die menschen gehört, mit denen man zusammen ist.

traurig an dem artikel ist nicht nur der krude glücksbegriff, sondern auch eine sehr merkwürdige definition von funktionierender liebe (erregung beim anblick von unterhosen?) und die tatsache, dass die autorin das gestörte verhalten der vorgestellten paare offenbar für normal zu halten scheint bzw. zu glauben scheint, dass es nichts anderes gibt.

reiner
15.01.2008, 15:32
sondern auch eine sehr merkwürdige definition von funktionierender liebe (erregung beim anblick von unterhosen?)
Das ist eine Metapher, oder ein Scherz. :lachen: Sie ist witzig bei einem Thema das manchen Menschen quer im Magen liegt. Wer den Schaden hat ....


und die tatsache, dass die autorin das gestörte verhalten der vorgestellten paare offenbar für normal zu halten scheint bzw. zu glauben scheint, dass es nichts anderes gibt.

<< Dossier: Ans Unglücklichsein kann man sich auch gewöhnen. Und zwar derart, dass man gar nicht mehr merkt, wie verdammt schlecht es einem eigentlich geht. Rund 80% der Schweizer sind mit ihrer Partnerschaft zufrieden oder sehr zufrieden. Allerdings wünschen sich die Hälfte der Befragten, sie wären die Beziehung gar nicht eingegegangen. Seltsam. Höpflinger spottet: "Viele alte Leute bezeichnen ihren Gesundheitszustand ebenfalls als zufriedenstellend, sebst wenn er das keineswegs ist, weil sie sich mit denen vergeleichen, die schon tot sind".>>

witwebolte26
15.01.2008, 19:40
<< Dossier: Ans Unglücklichsein kann man sich auch gewöhnen. Und zwar derart, dass man gar nicht mehr merkt, wie verdammt schlecht es einem eigentlich geht. Rund 80% der Schweizer sind mit ihrer Partnerschaft zufrieden oder sehr zufrieden. Allerdings wünschen sich die Hälfte der Befragten, sie wären die Beziehung gar nicht eingegegangen. Seltsam. Höpflinger spottet: "Viele alte Leute bezeichnen ihren Gesundheitszustand ebenfalls als zufriedenstellend, sebst wenn er das keineswegs ist, weil sie sich mit denen vergeleichen, die schon tot sind".>>

Das gilt auch umgekehrt, wenn man Leuten lange genug sagt, dass es ihnen eigentlich schlecht gehen sollte, dann geht es ihnen auch irgendwann schlecht. Und wenn die Medien dauernd vorgaukeln was "Glück" oder Schönheit ist und was zu einem perfekten Leben gehört, dann bringt das auch viele dazu sich unglücklich und/oder häßlich zu fühlen.
Ich kann nun mal miesepetrige Menschen nicht gut leiden ....

Wenn viele sich wünschen, sie wären ihre Beziehung nicht eingegangen, dann wahrscheinlich weil sie glauben was "verpasst zu haben". Denn die meisten Menschen bereuen nicht, was sie getan haben, sondern was sie NICHT getan haben. ...außer den Glücklichen in diesem Thread, die ihre erste und einzige wahre Liebe schon sehr früh gefunden haben.

reiner
16.01.2008, 09:10
Ich bin im Prinzip überhaupt nicht anderer Meinung, witwe, schau mal hier

http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=76224

ich finde das Dossier trotzdem gut. :smile:

fraueastwood
24.01.2008, 15:44
Ich muss ja sagen: So eine schöne, gepflegte Zweisamkeit hat was! :liebe: Aber ich sehe sowas so selten, denn es gehören zwei dazu, und ich glaube, Hinsehen gehört dazu, den anderen so nehmen wie er ist und nicht alles dranzusetzen, ihn so "hinzukriegen", wie er sein soll. Und dann hat man auch ne Chance, aneinander zu wachsen, denk ich.

Ganz ehrlich: Ich bin kein überzeugter Single, aber ich finde es abstoßend, an einem Tisch im Lokal Paare zu sehen, die sich den ganzen Abend über anschweigen, wo jeder seinen eigenen Gedanken nachhängt, und jeder in eine andere Richtung schaut und die froh sind über jede Unterbrechung von außen. Oder Gespräche zu hören, wo der eine den anderen runtermacht, ihm die eigenen Vorurteile als Wahrheit unterstellt, in denen man sich ständig unterbricht und zu übertrumpfen sucht, wo Verständnislosigkeit und Gleichgültigkeit vorherrschen.

Manche scheinen das zu brauchen, aber ich bin dann doch lieber allein.

:blumengabe:
Thalita


sich gegenseitig anschweigende paare ist immer wieder ein für mich nicht begreifbarer fakt, den man soo häufig in restaurants sieht. man stelle sich dann mal vor was bei denen zuhause geredet wird: kannst du mal den müll rausbringen? die kinder sollen ins bett? nee danke, da hab ich an meiner tochter (4) ne bessere WG-Partnerin:engel:
lieber allein als zu 2. einsam!

fraueastwood
24.01.2008, 15:55
Genau so empfinde ich es auch! Ich bin es Leid, immer nur lesen zu müssen, das langjährige Beziehungen nur langweilig sein können, anderes sei nicht möglich....

Wir sind seit über 20 jahren verheiratet, haben vier Kinder. Wir sind immer noch glücklich miteinander und leben eine Beziehung, die besser ist, als die frei erfundene von Ildikò von Kürthy.

Zudem finde ich, dass der Untertitel nicht hält, was er verspricht. Es finden sich in dem Text fast keine Gründe, ein Paar zu bleiben, jedoch jede Menge, um es nicht mehr zu sein......

Wir haben viele gute Gründe, ein Paar zu bleiben:

- wir haben eine gemeinsame Grundlage
- wir haben ein gemeinsames Ziel
- wir mögen einander und freuen uns aneinander
- wir lieben unsere Kinder und denken, sie sind es ebenfalls wert, eine intakte Familie zu behalten
- wir haben uns Treue und Zueinander-halten versprochen

Wem geht es noch so?

ich hatte bereits 2 mal das vergnügen meiner ganz grosse liebe mit eheprogramm, höhen und tiefen und herz und schmerz zu begegnen. ich weiss heute, das leider scheinbar nichts vergänglicher ist als der stoff "liebe". ich bin da am ende meines kampfes um diese ehen um viele erfahrungen reicher. wo soll man da noch den mann fürs leben finden? zuviele kompromisse bin ich nicht bereit einzugehen.
und viele bleiben auch nur der kinder wegen oder weils halt bequem ist, zusammen-ist mir zu dünn!

Marinasala
25.04.2012, 23:05
Solange man jünger ist, ist es schwer ohne Partner zu sein. Wenn man über 50 ist, und die physischen Bedürfnisse nicht mehr brennend sind, erkennt man die Vorteile des Alleinseins. Mich würde es nerven, jetzt einen Partner neben mir mit seinen Forderungen neben mir zu haben: Nicht umsonst vermeiden die Buddisten Beziehungen, um die Enttäuschung zu vermeiden. Die meisten Männer intetessieren sich für Frauen, die weitaus jünger als sie selbst, gerade wenn sie selber in fortgeschrittenem Alter sind. Das bedeutet ewige Eifersucht und Stress.All dieses Theater will ich nicht mehr und wüßte auch nicht, wo ich eine Beziehung in meinem Leben noch unterbringen sollte.In meinem Leben habe ich viele Beziehungen gehabt, keine hat über 6 Jahre gedauert. Allein ist man sowieso, da kommt keiner dran vorbei. Trotzdem habe ich manchmal das Bedürfnis, einen Partner neben mir zu haben. Das ist wohl evolutionsgesteuert. Aber wenn ich dann mehr darüber nachdenke, kann ich es mir nicht mehr vorstellen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich in den letzten 10 Jahren eine Art Freundschft zu einem Mann hatte, in den ich die ersten Jahre unerwidert unglücklich verliebt war und der aber immer noch an seiner Exfrau, die ihn zwar verlassen, aber nie losgelassen hat, hängt. Ich habe die meiste Zeit gelitten und denke inzwischen, dass das Leben zu kurz ist, um solchen Träumen hinerher zu rennen. Man kann auch ohne Partner glücklich sein und es genießen,,in seinem eigenen Bett viel Platz zu haben.