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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meditation, um Angst zu überwinden?



tortille
04.12.2007, 00:26
Hat hier vielleicht jemand Erfahrung damit gemacht, seine Ängste selbst mit Meditation, Entspannungstechniken oder Autosuggestion zu überwinden? Wenn ja, so würde ich mich über einen Erfahrungsbericht freuen. Wie hilfreich ist das, wenn man sich konsequent darum bemüht, welche Methode ist besonders hilfreich? Reichen selbst erlernte Meditationstechniken aus?

Massashi
04.12.2007, 09:35
Guten Morgen, liebe Tortille!

Ich spreche Dich hier so vertraulich an, weil ich Deinen Beitrag so schön fand, den Du mal unter "Kennenlernen" gepostet hast. Da ging es darum, wie Du mit Unsicherheiten umgehst.

Ich möchte Dir eine Methode empfehlen, die so seltsam wie effektiv ist: EFT, "Emotional Freedem Technique". Schau mal im Strang unter "Gesundheit", "Alternative Heilmethoden" nach. Dort gibt es eine kleine Diskussion darüber inklusive Linkverweise.

Grüße!

Massashi

tortille
04.12.2007, 20:19
Hallo Massashi,

vielen Dank für den Hinweis!:blumengabe:

Ich schau da mal in Ruhe rein.

Tortille

Lizzie64
10.12.2007, 12:16
hallo tortille!

ich glaube, es ist sinnvoll, zunächst einmal herauszufinden, wovor du angst hast. kannst du sagen, wie sich deine ängste äußern, weißt du die ursache?

auf gar keinen fall empfiehlt es sich, sich ganz ohne unterstützung irgendeine meditationstechnik anzueignen. da kann es passieren, dass du während einer versenkung in die meditation erst recht in die angst hineinfällst. nicht gut, wenn dann niemand zum auffangen da ist.

entspannungstechniken (ich habe gute erfahrungen mit der progressiven muskelentspannung nach jacobsen) helfen allgemein ganz gut, mit den "begleiterscheinungen" von angst umzugehen: unruhe und rastlosigkeit z.b.

aber diese techniken müssen unter anleitung gelernt werden. denn es sind eben techniken. man beherrscht sie nicht automatisch, sondern die meisten menschen müssen ein wenig üben.

versteh mich nicht falsch - ich will dir keine angst machen, sondern aufführen, was es zu bedenken gilt.

soviel (oder so wenig in aller knappheit) erstmal, erzähl doch mal, was du planst und ob dir die tipps hier weiterhelfen.

tescriv
13.12.2007, 14:18
Liebe Tortille,
mir ist aufgefallen, dass ich in Gefühlen der Angst/Panik falsch atme. Ich atme zu viel und zu tief ein und dann zu schnell aus. Mir wurde eine recht einfache Methode beigebracht, die wirklich sehr gut funktioniert, und die man eigentlich überall anwenden kann.

Atme ein Mal ganz tief ein. Dann halte den Atem an und atme dann wieder aus, indem Du die Luft gaaaanz gaaaanz langsam wieder rauslässt. Entweder durch Zusammenpressen der Lippen (dabei kannst Du einen Ton machen: "pfffffffft" oder so ähnich), oder indem Du einen Finger vertikal zwischen Nase und Kinn auf die Lippen drückst.

Wiederhole diesen Vorgang drei, vier Mal. Du wirst sehen, dass Du ruhiger wirst.

Mir hat das weitaus besser geholfen als z.B. die Entspannungsmethode nach Jacobsen. In schlimmen Gefühlen der Anspannung war ich dann nämlich gar nicht mehr fähig, mich da überhaupt drauf zu konzentrieren, obwohl ich die Methode ansonsten auch sehr gut finde.

Massashi
13.12.2007, 17:27
Merci, tescriv, klingt nach einer praktischen Methode, die man auch in akuten Situationen anwenden kann. Ich stelle immer wieder fest, dass ich anfangen, flach zu atmen, wenn ich in belastende Situationen gerate.

Tortille, bist Du schon dazu gekommen, Dich bei EFT durchzuforsten? Kannst Du Dir vorstellen, dass es Dir was bringt? (Ich weiß, die gesamte Methode klingt echt merkwürdig:smirksmile: )

Massashi

tortille
13.12.2007, 19:07
Lizzie,

ich habe keine Phobie, sondern leide unter immer wieder auftretenden Panikattacken. Manchmal ist eine schlechte Nachricht im Bekanntenkreis/ein Fernsehbericht der Auslöser, oft gibt es aber gar keinen für mich erkennbaren Grund. Eigentlich weiß ich nicht einmal genau, ob es sich um das handelt, was man als Panikattacken bezeichnet, ich weiß nur, dass das Gefühl ausgesprochen bedrohlich ist. Was die Ursachen anbetrifft, habe ich leider keine Ahnung


da kann es passieren, dass du während einer versenkung in die meditation erst recht in die angst hineinfällst

Das habe ich auch schon gehört. Weil ich Angst habe, von der Angst überfordert zu werden, habe ich oft auch Hemmungen, Entspannungsübungen anzuwenden. Ich wende sie eigentlich nur an, wenn ich gerade keine Angst habe. Vor zwei Jahren habe ich mir selbst mal ein Programm aus Joggen zum Auspowern und Entspannungsübungen aufgestellt und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht: dadurch bin ich insgesamt viel entspannter geworden (so sehr, dass ich letztens sogar für meine Gelassenheit im Alltag bewundert worden bin), aber gegen die Angstanfälle komme ich nicht an. Im Gegenteil: ich denke, je mehr ich mich damit direkt befasse, umso schlimmer wird es. Angstattacken lösen bei mir zum Beispiel vor allem Berichte über Krankheiten und Todesfälle aus. Da liegt es nun nahe, sich gesund zu ernähren, wenig zu trinken, nicht zu rauchen. Höre ich aber mit dem Rauchen auf, werden die Anfälle sofort wieder sehr stark, wohl, weil ich unbewusst mit meiner Gesundheit beschäftigt bin, während ich das Problem sonst verdränge.

Tescriv,


In schlimmen Gefühlen der Anspannung war ich dann nämlich gar nicht mehr fähig, mich da überhaupt drauf zu konzentrieren

Ja, das ergeht mir ähnlich. Zumal man sich im Bus oder in der Bahn schlecht in den Lotussitz setzen kann oder auf laut einen Spruch vor sich herbeten kann, um sich zu entspannen :smirksmile: . Vielleicht sollte ich mit noch disziplinierter versuchen, daran zu denken, im Fall der Fälle richtig zu atmen, mich nicht anzuspannen … Nur auch dagegen wehrt sich in mir dann alles. Mir ist dann eher immer nach Schreien. Ich hab schon überlegt, ob ich mir so eine Art Codewort zurecht lege, um mich im richtigen Moment an das entspannte Tiefdurchatmen zu erinnern, aber das kam mir dann doch ein bisschen befremdlich vor. Vielleicht ist die Idee aber doch gar nicht so doof, ist ja eigentlich egal, ob sie ein bisschen eigentümlich ist – Hauptsache, es hilft.

Massashi


Tortille, bist Du schon dazu gekommen, Dich bei EFT durchzuforsten?

Ich habe einige Beiträge in dem Strang gelesen, bin aber noch nicht am Ende. Ich habe überlegt, ob ich mir ein Buch dazu kaufe, wenn es mein Weihnachtsbudget noch erlaubt. Das Problem ist aber ähnlich wie bei all meinen Versuchen: solange es mir gerade gut geht, mag ich mich nicht damit bis ins Detail befassen, weil ich sonst befürchte, den Teufel wieder durch die Tür hereinzubitten, nachdem er gerade netterweise aus dem Haus geschlüpft ist...

Lizzie64
13.12.2007, 19:17
tortille,

ich hab auch an keiner stelle etwas geschrieben, aus dem hervorgehen könnte, dass ich bei dir eine phobie annehme!

tortille
13.12.2007, 19:23
Das ist jetzt wohl ein Missverständnis: ich hab nicht rausgelesen, dass du von einer Phobie ausgehst, sondern wollte nur in etwa beschreiben, worum es geht, weil ich ja erst ganz allgemein von "Angst" gesprochen habe.

Lizzie64
13.12.2007, 19:27
:blumengabe: genau so hatte ich dein erstes posting auch verstanden: also, dass du unter angstattacken leidest. das hast du schon gut beschrieben!

Inaktiver User
13.12.2007, 22:34
kurzfristig hilft meditation sicher nicht.
langfristig aber sicher schon.

wie alle anderen hier aber schon geschrieben haben: meditationstechniken solltest du nicht ohne lehrer erlernen und üben. deshalb schau dich bei dir vor ort um, was angeboten wird, und probiere mal verschiedenes aus. ich finde, meditation ist nur sinnvoll, wenn du es langfristig zu einem teil deines lebens machst und regelmäßig mit anderen zusammen übst. deswegen ist es wichtig, dass du ein angebot in deiner nähe findest.

übrigens: das meditieren im lotussitz ist quasi nur die in-vitro-übung. wenn du übung hast, kannst du überall und in jeder körperhaltung meditieren, sogar in moderater bewegung, beim gehen oder so.

die idee, sich ein codewort für die atemübung zuzulegen, finde ich ziemlich gut.

tortille
14.12.2007, 20:16
Hallo katsi,


ich finde, meditation ist nur sinnvoll, wenn du es langfristig zu einem teil deines lebens machst und regelmäßig mit anderen zusammen übst.

Warum ist das deiner Ansicht nach so? Das interessiert mich.

tortille

Inaktiver User
16.12.2007, 00:22
Warum ist das deiner Ansicht nach so? Das interessiert mich.
meditation ist sowas wie sport. je länger und regelmäßiger du trainierst, desto besser kannst du es.

und du wirst nur länger und regelmäßig trainieren, wenn du mit anderen zusammen trainierst. denn richtig spass macht das im ersten jahr nicht.

ganz abgesehen davon, dass man einen lehrer braucht, und den erfahrungsaustausch mit anderen, um sich nicht zu verrennen.