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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wenn man sich als selbstständiger Geringverdiener die Krankenkasse nicht leisten kann



Fischhaeppchen
03.12.2007, 23:22
Liebes Forum,

es geht nicht um mich sondern um einen sehr guten Freund von mir. Er arbeitet auf Selbstständigenbasis (Stadt und Museumsführungen) und verdient ca. 900 Euro im Monat. Nun will die gesetzliche Krankenkasse 300 Euro Versicherungsbeiträge. Von was soll er da leben? Muss er jetzt aufhören zu arbeiten und Hartz IV beantragen?

Ich war vollkommen entsetzt als ich das gehört habe, und machte mich ein wenig schlau. Demnach wird bei einem Selbstständigen wohl immer ca 1800 Euro als Mindestsatz festgelegt-egal wieviel er tatsächlich verdient. So kommen dann die 300 Euro Beitragssatz zustande.
Wie kann das sein? In einem Land wo Arbeitsplätze immer knapper werden versuchen doch viele sich mit selbstständiger Arbeit über Wasser zu halten bevor sie irgendwelche Leistungen vom Amt beanspruchen würden.

Von was lebt man dann? Er weiß nicht wie er dann seine Miete bezahlen und seine anderen Ausgaben bezahlen soll.
Wenn jemand einen Rat oder Tip hätte wäre ich mehr als dankbar,

Inaktiver User
03.12.2007, 23:33
Bei seinem geringen Einkommen kann er evtl. Wohngeld beantragen.
Die Kosten für die KV werden dort tatsächlich berücksichtigt.

Q.

Inaktiver User
04.12.2007, 11:14
hallo,
er muss nicht aufhören zu arbeiten und hartz 4 beantragen, sondern er sollte weiterarbeiten und hartz 4 beantragen:smile:

ist wirklich so. es würde zwar logischerweise sein einkommen (um diverse freibeträge bereinigt) angerechnet, was noch fehlt kriegt er vom amt. sobald er leistungen erhält wird er, trotz selbstständigkeit, pflichtversichert (das alg II ist, sobald es von selbstständigen bezogen wird, das "haupteinkommen", und das begründet dann eine versicherungspflicht, wobei dann die beiträge vom amt gezahlt werden).

sollte es so sein, dass sein einkommen zwar reicht, um lebensunterhalt und miete zu zahlen und quasi hilfebedürftigkeit allein wegen der kv-beiträge entsteht kann er einen zuschuss vom amt bekommen, kommt aber um die reine antragstellung mit allen formalitäten nicht drumrum.

wohngeld ist zwar ne möglichkeit, ändert aber an der höhe der beiträge auch nichts und meistens ist das wohngeld nicht sooo hoch. kommt auch auf die miete an, bei der wohngeldberechnung gelten auch mietobergrenzen. alles etwas kompliziert:knatsch:

Fischhaeppchen
04.12.2007, 11:32
Danke ihr beide,

Urban Solitude, meinst du nicht dass sein Einkommen für Hartz iv zu hoch ist? Für Wohngeld war es das jedenfalls, da kam auch die Berechnung von 900 Euro raus, die er monatlich verdient. -- Ein anderes Problem ist nämlich, dass man bei dieser Tätigkeit schwer vorhersehen kann was am Ende rauskommt, mal sind es 500 mal eben 1500 Euro.
Die Wohngldberechnung war allerdings bevor er so hohe Krankenkassenbeiträge bezahlen sollte. (er war vorher Student).
Aber ich denke dass 600 Euro wohl definitiv zu wenig sind zum Leben und Miete zahlen.
Ich werde es ihm mitteilen, allerdings wird jetzt sein schlimmster Alptraum wahr, mit Ämtern wollte er nie was zu tun haben..

Inaktiver User
04.12.2007, 11:45
Hallo,

da kann ich Euch einen guten Tip geben. Seit dem 1.4.2007 beträgt das neue fiktive Mindesteinkommen 1.225 Euro.

Es gibt aber eine Vielzahl von Punkten, wo diese günstige Beitragsbemessung ausgeschlossen ist, haarsträubende Punkte. Das kann ich hier nicht alles erläutern. Ich habe einen Ordner voll Schriftverkehr dazu.

Aber ich vermute, bei Deinem Bekannten müßte das klappen. Ich drücke die Daumen.

Viele Grüße Melfeli

Fischhaeppchen
04.12.2007, 12:42
Hallo Melfeli,

danke für den Hinweis!!! Das hat schon mal sehr geholfen. Kannst du mir sagen wo ich diese Punkte finde? Was kann man tun wenn sich die Krankenkasse quer stellt?

Denn das tut sie dann wahrscheinlich, sie hat sämtliche Kontoauszüge und weiß genau wie wenig er verdient. Es ist zum Heulen. Ich habe mich mit solchen Dingen nie wirklich beschäftigt und jetzt sehe ich erst was alles im Argen liegt. Ich verstehe nach wie vor überhaupt nicht, dass man in unserer Zeit, von einem fiktiven Mindesteinkommen ausgeht auch wenn man genau sieht dass die betreffende Person weitaus weniger verdient.

Aber gut, ich werde alles weiter geben..

Inaktiver User
04.12.2007, 15:48
hallo nochmal,
bzgl. des "zuviel verdienens" bei hartz 4, das kannst du so pauschal nicht sagen, es gibt da keine konkrete grenze sondern hängt von vielen faktoren ab. der regelsatz liegt bei 347 euro, dazu dann die warmmiete (ohne warmwasser). wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass das so um die 600 euro sind (??), was evtl. dann beim wohngeld eng wird, sieht das bei hartz 4 schon wieder anders aus. bei einem gewinn von 900,00 euro würden ca. (sehr pauschal!) 750,00 euro angerechnet, das heisst, er hätte nen anspruch. damit auch versichert.

übrigens, sollte es tatsächlich soweit kommen dass dein bekannter hartz 4 beantragen würde, dann ist es in der regel so (handhabt aber doch meist jeder bearbeiter wie er es für richtig hält, da schwieriges thema) dass ein durchschnittseinkommen herangezogen wird. manche halten es aber auch so, dass der selbstständige jeden monat die guv vorlegen muss und dann berechnet wird, wie es mit dem anspruch aussieht. in deinem konkreten fall macht das wenig sinn, was wohl auch das amt einsehen wird, da ein gesicherter kv-schutz sehr hohen stellenwert einnimmt und dies durch die bildung eines durchschnittseinkommens gewährleistet wäre.

lg juli

Inaktiver User
04.12.2007, 17:06
Hallo Fischhaeppchen,

-Auszug aus einem Schreiben der Technikerkrankenkasse, wo ich versichert bin:

"...Gemäß § 240 Abs. 4 Satz 3 Sozialgesetzbuch (SGB) V enthält die Satzung der Technikerkrankenkasse seit dem 01.04.07 eine Bestimmung zur Beitragssenkung für einnahmeschwache Selbständige... "

Ich denke, alle gesetzlichen Krankenkassen haben jetzt diesen neuen Punkt in ihren Satzungen. Er muß einfach einen Antrag stellen.

Aber wie schon erwähnt, so einfach ist das nicht. Grob gesagt gibt es hier Überprüfungen ähnlich wie bei Hartz 4. Die wenigsten kommen wirklich in den Genuß dieser Regelung.

Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen. Die meisten Leute wissen gar nichts von dieser Riesenungerechtigkeit. Ich brauche keine Leistungen vom Staat, ich will nur Krankenkassenbeitrag entsprechend meinem Einkommen bezahlen, genau wie jeder Angestellte auch.

Viele Grüße Melfeli

Peter9
04.12.2007, 18:29
Hallo,

ich bin ja von den GKK einiges gewöhnt worden und seit einigen Moanten privat versichert.

Aber da man dort sowieso den Einkommensteuerbescheid vorlegen muß, frage ich mich, warum man damit mal in der negativen Richtung keinen Erfolg haben sollte.

Aber da haben unsere Politiker kuriose Reglungen zusammengeschustert. Mich wundert da nichts mehr.

Aber #sozialamt ist sicher ein guter Hinweis. Und vielleicht mal etwas weniger verdienen. Bei dem kalten Wetter müßte er doch sowieso schon lange krank sein.....:lachen:

In der Zeit kann man ja mal die Wohnungen der Freunde tapezieren....:lachen: Das ist garantiert steuerfrei.

Eine kuriose bunte republick.

Gruß

Peter


PS: -Auszug aus einem Schreiben der Technikerkrankenkasse, wo ich versichert bin:

Die ist mir besonders beliebt. Nichts zahlen aber alle 'Einküfte ausforschen.

Inaktiver User
05.12.2007, 08:16
Hallo,

bei dieser Regelung zählt eben nicht nur der Steuerbescheid, den muß man ja immer einreichen.

Hier muß man da noch viele zusätzliche Angaben machen. Es gibt lange Fragebögen, die aber, wie ich mitbekommen habe bei jeder Krankenkasse etwas anders sind.

Ich bin jedenfalls daran gescheitert, daß mein Ehemann und ich zusammen mehr als 1800 Euro verdienen. Ja, ihr habt richtig gelesen: 1800 Euro. Der gesunde Menschenverstand sagt doch 3600 Euro bei 2 Personen.

Und wer nicht verheiratet ist, darf sich nicht zu früh freuen, es zählt die Bedarfsgemeinschaft, also wie bei Hartz 4.

Aber wie gesagt, mein Schriftverkehr füllt einen Ordner. Im April kannten sich die Mitarbeiter vor Ort noch überhaupt nicht aus.

Und ich weiß, daß das bei anderen Kassen auch nicht anders war.
Das sind eben die "kuriosen" gesetzlichen Regelungen. Obwohl ich darüber eigentlich nicht lachen kann.

Viele Grüße melfeli

Inaktiver User
05.12.2007, 09:38
Hallo Peter9,




Aber #sozialamt ist sicher ein guter Hinweis. Und vielleicht mal etwas weniger verdienen. Bei dem kalten Wetter müßte er doch sowieso schon lange krank sein.....:lachen:

In der Zeit kann man ja mal die Wohnungen der Freunde tapezieren....:lachen: Das ist garantiert steuerfrei.



Deine Aussage finde ich gar nicht witzig. Wahrscheinlich bist Du Angestellter oder ein gutverdienender Selbständiger und kannst Dich in die Lage der gering verdienenden Selbständigen nicht hineinversetzen.

Warum soll der Bekannte der Fragestellerin weniger verdienen. Er muß doch in jedem Fall seine 300 Euro Beitrag bezahlen. Das ist ja gerade die Ungerechtigkeit.

Und weißt Du, was es bedeutet, wenn ein Freiberufler krank wird. Dann hat er 0 Einkommen. Und bei einem Stadtführer kann das sehr schnell gehen. Eine kleine Erkältung und die Stimme funktioniert nicht mehr so richtig.

Es geht auch nicht um Steuern. Da gibt es ja ein Existenzminimum, das freigestellt ist.

Es geht einfach um 300 Euro Krankenkassenbeitrag bei 900 Euro Verdienst !

Fischhaeppchen
05.12.2007, 11:05
Melfeli, du hast ja so Recht! Er will auf keinen Fall auf irgendein Amt, er will eigenverantwortlich leben und nicht abhängig sein.

Mir macht die Sache natürlich auch Angst weil ich nächstes Jahr wahrscheinlich selber betroffen sein werde wenn ich mit meinem Studium fertig bin.

Er lebt übrigens alleine und hat definitiv nicht mehr als diese 900 Euro, deshalb verstehe ich überhaupt nicht wie seine Krankenkasse (der der Steuerbescheid und sämtliche Kontoauszüge vorliegt), auf die Einstufung von 1800 Euro e kommt.

Wie ist das eigentlich mit einer privaten Krankenversicherung? Als Selbstständiger müßte das doch gehen. Ich habe eine mit einem Standarttarif gefunden, die 180 Euro kosten würde. Aber natürlich wäre das die schlechtere Variante für ihn.

Inaktiver User
05.12.2007, 11:48
das geht auch mit der privaten krankenversicherung, die müssen ja jetzt jeden nehmen, der nen grundsätzlichen anspruch auf privat-kv hat, wie z.b. selbstständige. der günstigste tarif ist der sogenannte "sozialtarif", das könnte ungefähr hinkommen mit den 180 euro, es kann aber auch sein, dass der 180 euro- satz dieses basispaket ist und der sozialtarif noch günstiger, auf jeden fall mal nachfragen!

lg juli

Inaktiver User
05.12.2007, 16:08
Hallo,

für diesen speziellen Tarif muß man einen Antrag stellen, automatisch gibt es den wirklich nicht.

Ich kenne mehrere, die den Tarif beantragt haben. Bei jungen Leuten, die allein leben, müßte das auch klappen. Da sind vermutlich auch keine großen Sparanlagen vorhanden, denn so etwas muß man auch angeben. Bei den Älteren ist das meist der Grund für die Ablehnung, denn als Selbständiger muß man ja privat für das Alter vorsorgen. Und da fällt einem das wieder auf die Füße...
Bei 1200 Euro Mindesteinkommen kommt ein Beitrag von etwa 200 Euro heraus. Wegen 20 Euro weniger würde ich nicht in die Private Krankenkasse wechseln. Ich kenne viele Ältere, die diesen Schritt sehr bereut haben.

Aber das muß jeder selbst entscheiden. Hier im Forum ist ja auch schon viel darüber diskutiert worden.

Viele Grüße Melfeli

Peter9
05.12.2007, 22:02
Hallo Peter9,



Deine Aussage finde ich gar nicht witzig. Wahrscheinlich bist Du Angestellter oder ein gutverdienender Selbständiger und kannst Dich in die Lage der gering verdienenden Selbständigen nicht hineinversetzen.

Warum soll der Bekannte der Fragestellerin weniger verdienen. Er muß doch in jedem Fall seine 300 Euro Beitrag bezahlen. Das ist ja gerade die Ungerechtigkeit.

!

Hallo,

das war auch nicht unbedingt witzig gemeint.

Nach meinem Kenntnisstand, der in der Tat keine Erfahrung mit Sozialhilfe hat, nur Bekannte haben sie, übernimmt das Sozialamt seit wenigen Jahren die Kosten für die GKK. Der Beitrag liegt bei kurz über 100 Euro. Den Rest zahlt die „Solidargemeinschaft“, die damit ohne Steuererhöhung wieder stärker zur Kasse gebeten wird, ohne daß man es merkt.

Früher zahlte das Sozialamt die Kosten des Arztes und auch die Medikamente voll, ohne Selbstbeteiligung und der Sozialhilfeempfänger wurde als Privatpatient abgerechnet. Das ist vorbei.

Wenn der Selbständige eben nichts verdient, oder wie hier erwähnt sehr wenig, hat er Anspruch auf einen Zuschuß aus der Sozialhilfe.
Wer sich selbst helfen will wird mit solchen Abgaben bestraft. Wer sich in das soziale Netz legt, bekommt Unterstützung.

Eine kuriose Welt, die ich keineswegs witzig finde, sondern skandalös. Besonders wenn man bedenkt, daß die Sozialhilfe später wieder zurückgefordert wird und man vorher alle Rücklagen aufbrauchen muß.

Wer sich für die Wohnung unter der Brücke entscheidet bekommt Unterstützung. Wer sich selbst bemüht bekommt irgendwann einen Tritt.

Warum steht der Mensch im Sozialismus im Mittelpunkt?
Damit man ihn von allen Seiten treten kann, soll einst in der DDR leise erzählt worden sein.

Eine nicht ganz seßhafte große Familie im Rheinland hatte beim Lotto Erfolg. Die Sozialhilfe wurde eingestellt. Nach wenigen Wochen war der recht ordentliche Gewinn durchgebracht. Man forderte Sozialhilfe und bekam sie vor Gericht zugesprochen. Die Stadt muß wieder zahlen!!!
Unsere Gesetze fordern solche Urteile! Die Richter haben keine Wahl.

Es ist in der Tat erniedrigend, bei den Sozialbehörden vorzusprechen. Aber seine Kröten zusammenzuhalten und gegen alle möglichen Ansprüche zu verteidigen ist langsam genauso aufwendig und anstrengend.

Gruß

Peter

Inaktiver User
06.12.2007, 08:12
"Besonders wenn man bedenkt, daß die Sozialhilfe später wieder zurückgefordert wird und man vorher alle Rücklagen aufbrauchen muß."

stimmt nicht. die "sozialhilfe" (arbeitslosengeld II) würde zurückgefordert, wenn sie nur als darlehen gewährt wird oder man bzgl. seiner einkommensverhältnisse nicht ehrlich war und das später rauskommt (was es übrigens fast immer tut). wird arbeitslosengeld II ganz normal als beihilfe gewährt, dann wird sie auch nicht zurückgefordert.

man muss auch nicht alle rücklagen aufbrauchen, das war mal so...ist es auch heute noch beinah in der sozialhilfe, die aber ohnehin nur bekommt, wer älter als 65 (altersrentner) oder nicht erwerbsfähig ist. der rest kriegt hartz 4, und da gibts recht gute vermögensfreigrenzen (1 auto ist ok, riesterrente zählt nicht als vermögen, pro lebensjahr 150 euro frei, mind. 3100,00 euro. plus 750 euro pro person. hat man eine lebensversicherung, die nicht vor eintritt ins rentenalter aufgelöst werden kann, gilt dafür ein freibetrag von 250 euro pro lebensalter).

lg juli

Peter9
06.12.2007, 11:49
[QUOTE=urban_solitude

man muss auch nicht alle rücklagen aufbrauchen, das war mal so...ist es auch heute noch beinah in der sozialhilfe, die aber ohnehin nur bekommt, wer älter als 65 (altersrentner) oder nicht erwerbsfähig ist. der rest kriegt hartz 4, und da gibts recht gute vermögensfreigrenzen (1 auto ist ok, riesterrente zählt nicht als vermögen, pro lebensjahr 150 euro frei, mind. 3100,00 euro. plus 750 euro pro person. hat man eine lebensversicherung, die nicht vor eintritt ins rentenalter aufgelöst werden kann, gilt dafür ein freibetrag von 250 euro pro lebensalter).

lg juli[/QUOTE]

Hallo,

genau daran dachte ich. Wenn man die Beträge betrachtet, die man da noch haben darf, reicht das gerade für wenige Moante Heimunterbringung oder ähnliche Kosten.

Das ist doch keine nenneswerte Rücklage, die da nach 40 Arbeitsjahren zugestanden wird. Man kann davon eine Autoreparatur bezahlen. Muß am Haus etwas modernisiert werden ist es bereits zu wenig. Ein neuer Heizkessel ist davon nicht zu bezahlen.

Es mag ja sein, daß die Masse der Bevölkerung noch weniger auf der hohen Kante hat. Aber das ist mir eindeutig zu wenig.

Darüberhinaus wird hier mit Riester eine Anlageform bevorzugt, die die Versicherungen und Banken erfreut. Gerade am Wochenende hat mir jemand gestanden, daß seine fondsanteile in den letzten Jahren auf ein Drittel gesunken sind. Zweidrittel sind "breitgesteut" verloren. In der gleichen Zeit ist der DAX auf den dreifachen Wert gestiegen.

Jede Eigeninitiative wird mit solchen Regelungen abgewürgt.

Dann muß man sich von Angi noch anhören, Leistung soll sich wieder lohnen. Das war wohl ein Versprecher. Früher sagte ein Kanzler "black out".

Gruß

Peter

PS: Die BKK mhPlus hat einen Tarifrechner im Netz. Ob ich die Daten richtig eingegeben habe ?? ich weiß es nicht. Bei 900 Brutto ergibt sich ein KK-Beitrag von 185 Euros wenn iches recht in Erinnerung habe.

Man sollte zumindest mal nachfragen.

Inaktiver User
06.12.2007, 11:57
Es geht einfach um 300 Euro Krankenkassenbeitrag bei 900 Euro Verdienst !

Versteh ich nicht.
Ich wurde im vorletzten Jahr auch mit 1800 Euro Mindesteinkommen veranschlagt, da ich da knapp drunter lag, und ich habe bei der TK nur 170 Euro monatlich gezahlt.

Inaktiver User
06.12.2007, 13:37
@peter: ich versteh schon was du meinst, werde aber doch manchmal etwas ungehalten weil vieles eben nicht so ist, wie es erstmal scheint. wenn du selbst nicht in der situation bist, hartz 4 zu benötigen, ist natürlich klar, dass bestimmte sachen einfach nicht bekannt sind, wären sie mir auch nicht (müssen sie aber, denn ich mach das beruflich...)

beispiel heimunterbringung: ich schätz mal du meinst altenheim?? kannst du es nicht zahlen, dann legt das sozialamt was drauf. daran wird es nicht scheitern.

beispiel modernisierung am haus: kriegst du hartz 4 und wohnst im eigenheim, ist das eh geschützt (ausser du wohnst allein auf 200 m² oder so, was wohl eher selten vorkommt). geht was kaputt und muss erneuert werden kann dir das amt helfen, sofern deine rücklagen eben nicht ausreichen. solche sachen muss man halt einfach erfragen.

außerdem, wenn jemand nach 40 arbeitsjahren hartz 4 braucht, quasi als übergang bis zur rente, dann ist derjenige wahrscheinlich so um die 60. und genau für den fall gilt ein anderer freibetrag: leute, die vor dem 1.1.1948 geboren sind haben pro lebensjahr einen freibetrag von 520 euro, und DAS ist ja wohl nicht wenig.

man muss doch irgendwie eine grenze setzen, stell dir mal vor, da kommt jemand mit 50.000 euro in allen möglichen formen, und bekommt dann hartz 4, fändest du das gerecht? ich nicht. und ich steh ganz bestimmt nicht hinter allen regelungen dieses gesetzes, eher im gegenteil, aber die regelungen zum vermögen finde ich logisch und sinnvoll. es ist eine steuerfinanzierte leistung, auch das sollte man bedenken. wer sie braucht, soll sie haben, ganz klar, aber wer viele tausend euro auf der hohen kante hat kann meiner meinung nach auch wenigstens bis zu einer bestimmtem grenze vom eigenen geld leben.

übrigens, aus meiner eigenen (inzwischen jahrelangen) berufserfahrung: ich habe von all meinen neuanträgen in der zeit ca. 5 % wegen zu hohem vermögen abgelehnt...nicht wirklich viel, wie ich finde.

lg juli

Inaktiver User
06.12.2007, 18:05
Hallo,

vielleicht bin ich mit meinem "komischen" Berufsbild hier richtig.

Also - ich starte nächstes Jahr in die Selbständigkeit und werde voraussichtlich im ersten Jahr keinen Gewinn haben. Muß aber trotzdem 1000 Euro entnehmen, lebe also vom Kredit bzw. der Liquidität.
Um meine Grundabsicherung nicht vollständig zu gefährden, bleibe ich aber mit 16 Stunden bei meinem alten AG angestellt, und verdiene dort mehr.

Mein Versuch bei der Krankenkasse zu erfahren, wie ich mich versichern muß, brachte abenteuerliche Ergebnisse, von denen ich die zwei extremsten mal hier darstelle:

Die Barmer sagt, dass ich selbständig versichert sein muß, denn ich arbeite hauptsächlich selbständig. Dies aber über beide Einkommen - das, was ich als Angestellter erziele, und über den Selbständigenmindestverdienst (also 1800 Euro , obwohl ich noch keinen Gewinn mache). :ooooh: :gegen die wand:

Ich müßte mich also über 1800 Euro plus mein Angestelltengehalt selbständig versichern, was mich umgehend pleite machen würde.

Zur Frage, was denn mit der Pflichtversicherung als Angestellter wäre und mit dem AG Anteil passieren würde, bekam ich keine Antwort.

Ein Versicherungsberater versicherte mir, dass ich mich für meine selbständige Tätigkeit überhaupt nicht versichern müsse, denn ich wäre ja angestellt. Ein Selbständiger ist freiwillig versichert, also würde meine Angestelltenversicherung ausreichen. :wie?:

Weder will ich 500 Euro Versicherung zahlen wie im ersten Fall, dann kann ich nämlich gleich Insolvenz anmelden. Noch möchte ich weiterhin "under cover" selbständig sein, weil ich befürchte, dass sich die Krankenkasse dann irgendwann das Geld "zurückholt". :schild nein:

Wen ich auch immer frage - die Antwort läßt immer weitere Fragen entstehen.

Wo kann man eine rechtssichere Auskunft bekommen?
Weiß jemand einen Rat? :blumengabe:

Peter9
06.12.2007, 18:46
@peter: ich versteh schon was du meinst, werde aber doch manchmal etwas ungehalten weil vieles eben nicht so ist, wie es erstmal scheint. wenn du selbst nicht in der situation bist, hartz 4 zu benötigen, ist natürlich klar, dass bestimmte sachen einfach nicht bekannt sind, wären sie mir auch nicht (müssen sie aber, denn ich mach das beruflich...)

beispiel heimunterbringung: ich schätz mal du meinst altenheim?? kannst du es nicht zahlen, dann legt das sozialamt was drauf. daran wird es nicht scheitern.

beispiel modernisierung am haus: kriegst du hartz 4 und wohnst im eigenheim, ist das eh geschützt (ausser du wohnst allein auf 200 m² oder so, was wohl eher selten vorkommt). geht was kaputt und muss erneuert werden kann dir das amt helfen, sofern deine rücklagen eben nicht ausreichen. solche sachen muss man halt einfach erfragen.

außerdem, wenn jemand nach 40 arbeitsjahren hartz 4 braucht, quasi als übergang bis zur rente, dann ist derjenige wahrscheinlich so um die 60. und genau für den fall gilt ein anderer freibetrag: leute, die vor dem 1.1.1948 geboren sind haben pro lebensjahr einen freibetrag von 520 euro, und DAS ist ja wohl nicht wenig.

übrigens, aus meiner eigenen (inzwischen jahrelangen) berufserfahrung: ich habe von all meinen neuanträgen in der zeit ca. 5 % wegen zu hohem vermögen abgelehnt...nicht wirklich viel, wie ich finde.

lg juli

Hallo,

das mag schon sein, aber die Sonderregelung für 1.1.48 läuft ganz still aus. Dann werden die heute noch jüngeren von dieser Regelung nichts haben.

Grundsatz wer vorsorgt wird bestraft, wer sich auf das soziale Netzt vorbereitet, wird belohnt. gilt immer noch.

Bei den vielen Bestimmungen kann doch nur noch ein "Sozialprofi" um nicht zu sagen Sozialschmarotzer sein Verhältnisse so gestalten, daß er versorgt wird.

Ein reltiv junger AN spart für ein Eigenheim, wird arbeitslos weil der Betrieb wegen Nachforderungen des FA entlassen muß, und muß sein Erspartes erst aufbrauchen.

Er hat sich genau so verhalten, wie gepredigt wird: Selbst vorsorgen ! , und wird bestraft.

Natürlich kann man das mit Grenzen usw. völlig logisch vor der Fernsehkamera begründen und den "Einzelfall" bedauern.

Es ändert nichts an dem Murks.

Wenn man die Leute in riester reintreibt, weil das HIV-sicher sei oder sonst nicht bei dem Vermögen angerechnet wird, ist das doch Murks und staatlicher Dirigismus.

Wenn die Banken das Geld seiner Riester-Rente auf auf ein Drittel schrumpfen , wie es der Bekannten mit ihrem "breit gestreuten" Fonds ergangen ist, merken sie es in jahrzenten.

Zweite Chance: Fehlanzeige!!

Das Schlimme daran ist, das die Leute diesen staatlichen Dirigismus für gerecht und notwendig ansehen. Sie merken nicht wie sie dabei ausgenommen und und bevormundet werden.

Gruß

Peter

Inaktiver User
06.12.2007, 18:53
Ich bin gerade ein wenig in Eile und habe nur die Eröffnung gelesen. Lese den Rest morgen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Künstlersozialkasse ihn kranken-, renten und pflegeversichert, wegen den Museums- und Stadtführungen. Schaut doch mal bei Google nach.

Sie wird übrigens nicht vom Staat gesponsert, sondern der Arbeitgeberanteil fließt aus Einnahmen von Galerien, Fernsehen und allem Möglichen, dass mit Kunst zu tun hat.

So gab es z. B. erst kürzlich ein Gerichtsurteil, dass Dieter Bohlen wegen seiner ziemlich "kreativen" Wortbeiträge in ... letztlich Kunst macht (in der Zeitung stand "ungeachtet vom Niveau" ) und deshalb von seinen Einnahmen in die KSK einzahlen muss.

Also was ich jetzt hier alles schreibe, ist garantiert nicht lupenrein und ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit!

Fischhaeppchen
07.12.2007, 00:47
Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
Auch die DAK-Kranken- und Pflegeversicherung ist für Selbstständige, die eine Förderleistung von der Arbeitsagentur erhalten, besonders günstig: Die Berechnung der Beiträge beginnt hier bereits bei einer unteren Grenze von monatlich 1.225,00 EUR (zum Vergleich: Für andere Selbstständige liegt diese Grenze bei monatlich 1.837,50 EUR).



Das habe ich gerade von der Krankenkassenseite kopiert, er bezieht keine Leistungen vom Arbeitsamt, also wird er bei diesen 1837 eingestuft, egal was er verdient.
Es ist verrückt, man wird bestraft wenn man nicht zum Amt sondern von diesen 900 Euro leben will. Ich frage mich schon: Dürfen die ihre eigenen Regeln so aufstellen?
Er will jetzt einfach kündigen, er kann es sich nunmal nicht leisten.
Ansonsten kann ich ihm ja nur die Tips weiter geben.

Übrigens Danke für den Tip Herbstblatt mit der Künstlerkasse

Inaktiver User
07.12.2007, 08:30
@fischhaeppchen: ich glaube, mit dem zuschuss vom arbeitsamt ist so ein existenzgründungszuschuss gemeint, nicht hilfe zum lebensunterhalt, denn wer die als selbstständiger bezieht ist pflichtversichert.

künstlersozialkasse ist ein guter tipp, die ist sehr günstig, hat aber soweit ich weiss recht strenge aufnahmekriterien.

@peter: ich schätze, unsere diskussion führt hier nicht weiter :smile: ich kann deine argumente durchaus verstehen, wie gesagt stehe ich selbst nicht hinter allen regelungen, die vorgaben zu den vermögensfreibeträgen finde ich allerdings ok so. vor allem bei jungen leuten würde ich es absurd finden, wenn diese kapital für eigenheim (oder was auch immer) ansparen können und recht viel geld auf der seite haben, andererseits aber sozialleistungen beziehen. für den übergang bei arbeitslosigkeit gibts ja immernoch ein jahr arbeitslosengeld I, es fällt ja nicht jeder gleich in hartz 4.
das ist wohl einfach ansichtssache, ich kann wie gesagt andere meinungen schon verstehen.

lg juli

Inaktiver User
07.12.2007, 14:40
Hallo,


Versteh ich nicht.
Ich wurde im vorletzten Jahr auch mit 1800 Euro Mindesteinkommen veranschlagt, da ich da knapp drunter lag, und ich habe bei der TK nur 170 Euro monatlich gezahlt.

Das wiederum verstehe ich nicht.

Mein Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:
Krankenversicherung bei Krankengeldanspuch ab dem 43. Tag:
264,60 Euro
Pflegeversicherung:
31,24 Euro
Insgesamt:
295,84 Euro

So stand es auch im Merkblatt in der "TK-Aktuell". Nicht, daß Du dann nachzahlen mußt, weil sich jemand geirrt hat.

Viele Grüße Melfeli

Inaktiver User
07.12.2007, 16:00
Ich gehe am Samstag zu einem Freie-Künstlertag, mit einem Vortrag über KSK unter Anderem darin. Da halte ich mal die Ohren offen.

Inaktiver User
08.12.2007, 19:25
Versteh ich nicht.
Ich wurde im vorletzten Jahr auch mit 1800 Euro Mindesteinkommen veranschlagt, da ich da knapp drunter lag, und ich habe bei der TK nur 170 Euro monatlich gezahlt.


Ich verlinke mal ... hierzu passend:
http://www.die-gesundheitsreform.de/glossar/selbstaendige.html

http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/fragen_antworten/versicherungsschutz/neuregelung_selbststaendige.html
Ansonsten: Vermutlich könnte er HArtz IV aufstocken.
Aber das ist ja nicht das Thema.

Also, seine Bedürftigkeit - um seinen GKV-Beitragssatz auf 170 E ermäßigt zu bekommen - bemisst sich nach den Regeln des SGB, insofern würden Einkünfte und Vermögen (??) geprüft.

Er sollte mal ganz klar mit seiner Krankenkasse Sichwort "Sozialklausel" reden!!! Das gilt erst seit April 2007, daher kennt das bestimmt nicht jeder!

Inaktiver User
08.12.2007, 19:37
Ich bin gerade ein wenig in Eile und habe nur die Eröffnung gelesen. Lese den Rest morgen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Künstlersozialkasse ihn kranken-, renten und pflegeversichert, wegen den Museums- und Stadtführungen. Schaut doch mal bei Google nach.

Sie wird übrigens nicht vom Staat gesponsert, sondern der Arbeitgeberanteil fließt aus Einnahmen von Galerien, Fernsehen und allem Möglichen, dass mit Kunst zu tun hat.

So gab es z. B. erst kürzlich ein Gerichtsurteil, dass Dieter Bohlen wegen seiner ziemlich "kreativen" Wortbeiträge in ... letztlich Kunst macht (in der Zeitung stand "ungeachtet vom Niveau" ) und deshalb von seinen Einnahmen in die KSK einzahlen muss.

Also was ich jetzt hier alles schreibe, ist garantiert nicht lupenrein und ich übernehme keine Garantie für Richtigkeit!

Solltest Du auch nicht. Die KSK wird saumäßig vom Staat gesponsort... sonst gäbe es sie nicht.

Für Stadtführer usw. ist sie nicht geöffnet. Nur für Künstler und Publizisten. Korrigiert mich, falls das nicht stimmt.

Fischhaeppchen
11.12.2007, 11:38
Nein, Vermögen hat er sicher nicht! Er wohnt zur Miete und hat nichts auf der Bank.
Ich habe das so verstanden, (siehe mein letztes Posting), dass die DAK nur dann für 170 EUro einstuft wenn man Förderleistungen vom Staat erhält. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Da er definitiv nicht zum Amt gehen will, wird er sich wahrscheinlich privat versichern. Ich finde das nicht so gut, bin selber privat versichert und komme da nicht mehr raus.

Inaktiver User
11.12.2007, 11:47
Nein, Vermögen hat er sicher nicht! Er wohnt zur Miete und hat nichts auf der Bank.
Ich habe das so verstanden, (siehe mein letztes Posting), dass die DAK nur dann für 170 EUro einstuft wenn man Förderleistungen vom Staat erhält. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Da er definitiv nicht zum Amt gehen will, wird er sich wahrscheinlich privat versichern. Ich finde das nicht so gut, bin selber privat versichert und komme da nicht mehr raus.

Ich würde mich nochmal direkt bei der DAK erkundigen, vielleicht haben die auch nicht die neueste Satzung im Internet.
Seit 1.4. haben die Krankenkassen die Möglichkeit in ihrer Satzung Sonderregelungen für Härtefälle zu treffen, d.h. Beitragsberechnung nach tatsächlichen Einnahmen, mindestens aber nach derzeit 1.225 €. Meine Krankenkasse hat auch gerade erst zum 01.10.2007 ihre Satzung dementsprechend geändert und hat dafür jetzt entsprechende Antragsformulare. Also besser mal persönlich bei DAK nachfragen. Stichwort Härtefallregelung für Selbständige.

Gruß, Suse

erdbeereis
11.12.2007, 12:50
Ich habe das mal von der TK rauskopiert:

"Liegt das Familieneinkommen (dazu zählen Ihre Einnahmen sowie die Einnahmen Ihres Ehe-/Lebens­partners) monatlich unter 1.837,50 Euro, kann die TK Ihre Beiträge nach dem Familieneinkommen berechnen, mindestens aber aus 1.225 Euro."

Also, wenn man alleine lebt, dann dürfte das wohl gehen. Alle anderen schauen in die Röhre!

Inaktiver User
11.12.2007, 20:48
Nein, Vermögen hat er sicher nicht! Er wohnt zur Miete und hat nichts auf der Bank.
Ich habe das so verstanden, (siehe mein letztes Posting), dass die DAK nur dann für 170 EUro einstuft wenn man Förderleistungen vom Staat erhält. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Da er definitiv nicht zum Amt gehen will, wird er sich wahrscheinlich privat versichern. Ich finde das nicht so gut, bin selber privat versichert und komme da nicht mehr raus.

Nein, das dürfte nichts mit Förderleistungen zu tun haben... er sollte sich WIRKLICH bei der DAK erkundigen und HARTNÄCKIG bleiben. Kann sein, dass sie die Infos nicht rausrücken wollen, ist eben neue Gesetzgebung, die den GKVlern ja nur Verlust bringt!!!

Zur PKV habe ich im Parallelstrang geschrieben, vielleicht hilft Dir das was. Auch da ändert sich gerade die Rechtsprechung.
Seit 1.1.2008 gibt es den Standardtarif (seit Juli 2007 den modifizierten Standardtarif), ab 1.1.2009 den Basistarif, für den man dann direkt bei der PKV Beitragsermäßigung beantragen kann. In den Basistarif kommst Du auf Antrag.

Inaktiver User
11.12.2007, 20:49
Ich habe das mal von der TK rauskopiert:

"Liegt das Familieneinkommen (dazu zählen Ihre Einnahmen sowie die Einnahmen Ihres Ehe-/Lebens*partners) monatlich unter 1.837,50 Euro, kann die TK Ihre Beiträge nach dem Familieneinkommen berechnen, mindestens aber aus 1.225 Euro."

Also, wenn man alleine lebt, dann dürfte das wohl gehen. Alle anderen schauen in die Röhre!

Klar, sind ja zusammen veranlagt. Sonst gäbe es ja auch nicht andere Vorteile in der GKV, die stark privilegierend sind... (Stichwort: Familienversicherung)

Uuups, das bezieht sich auf Ehepartner... merke ich gerade. Bei Lebenspartnern ist es leider nicht so toll, da hast Du recht.

Inaktiver User
11.12.2007, 20:51
Ich würde mich nochmal direkt bei der DAK erkundigen, vielleicht haben die auch nicht die neueste Satzung im Internet.
Seit 1.4. haben die Krankenkassen die Möglichkeit in ihrer Satzung Sonderregelungen für Härtefälle zu treffen, d.h. Beitragsberechnung nach tatsächlichen Einnahmen, mindestens aber nach derzeit 1.225 €. Meine Krankenkasse hat auch gerade erst zum 01.10.2007 ihre Satzung dementsprechend geändert und hat dafür jetzt entsprechende Antragsformulare. Also besser mal persönlich bei DAK nachfragen. Stichwort Härtefallregelung für Selbständige.

Gruß, Suse

Sie müssen die Regelung anbieten, das ist seit April 2007 gültiges Recht! (GKV-Wettbewerbsgesetz)

Inaktiver User
11.12.2007, 22:13
Ich war doch am WE auf dieser Tagung für Freie und wollte mich wegen der KSK erkundigen. Nur war der angekündigte Stand der KSK leider nicht da, weil der Berater sich den Tag vorher wegen Krankheit entschuldigt hatte.

Fischhaeppchen
11.12.2007, 23:19
Wenn sie es wirklcih nicht rausrücken wollen udn so ein Gesetz umgehen, fände ich das unmöglich!

Weiß jemand wo man den Gesetzestext finden könnte, ich google schon die ganze Zeit aber finden tue ich leider nichts..

gute Nacht und viele Grüße

Peter9
12.12.2007, 09:34
Hallo,

Mail an das Gesundheitsministerium in Berlin.

Gruß
Peter

Inaktiver User
12.12.2007, 09:46
Wenn sie es wirklcih nicht rausrücken wollen udn so ein Gesetz umgehen, fände ich das unmöglich!

Weiß jemand wo man den Gesetzestext finden könnte, ich google schon die ganze Zeit aber finden tue ich leider nichts..

gute Nacht und viele Grüße


Geregelt ist das Ganze in § 240 Abs. 4 SGB V:
http://bundesrecht.juris.de/sgb_5/__240.html
Ich hatte den Satz 2 bisher immer als Ermessensvorschrift gelesen, glaube aber als Nicht-Sozialrechtlerin gerne, dass dies eine Rechtspflicht ist.
@Glueckskatze007: Danke für den Hinweis. Bist Du ganz sicher, dass es keine Ermessensvorschrift ist. Ich habe leider die Gesetzesbegründung nicht gefunden.

Gruß, Suse.

Peter9
12.12.2007, 09:47
Hallo,

vielleicht bin ich mit meinem "komischen" Berufsbild hier richtig.

Mein Versuch bei der Krankenkasse zu erfahren, wie ich mich versichern muß, brachte abenteuerliche Ergebnisse, von denen ich die zwei extremsten mal hier darstelle:

Die Barmer sagt, dass ich selbständig versichert sein muß, denn ich arbeite hauptsächlich selbständig. Dies aber über beide Einkommen - das, was ich als Angestellter erziele, und über den Selbständigenmindestverdienst (also 1800 Euro , obwohl ich noch keinen Gewinn mache). :ooooh: :gegen die wand:

Ich müßte mich also über 1800 Euro plus mein Angestelltengehalt selbständig versichern, was mich umgehend pleite machen würde.

Zur Frage, was denn mit der Pflichtversicherung als Angestellter wäre und mit dem AG Anteil passieren würde, bekam ich keine Antwort.

Ein Versicherungsberater versicherte mir, dass ich mich für meine selbständige Tätigkeit überhaupt nicht versichern müsse, denn ich wäre ja angestellt. Ein Selbständiger ist freiwillig versichert, also würde meine Angestelltenversicherung ausreichen. :wie?:

Weder will ich 500 Euro Versicherung zahlen wie im ersten Fall, dann kann ich nämlich gleich Insolvenz anmelden. Noch möchte ich weiterhin "under cover" selbständig sein, weil ich befürchte, dass sich die Krankenkasse dann irgendwann das Geld "zurückholt". :schild nein:

Wen ich auch immer frage - die Antwort läßt immer weitere Fragen entstehen.

Wo kann man eine rechtssichere Auskunft bekommen?
Weiß jemand einen Rat? :blumengabe:

Hallo,

wegen der Angestelltentätigkeit bist Du doch Pflichtversichert.
Da kann man nach meinem Kentnissstand noch Mieteinnahmen haben , die nicht zur Berechnung des KKBeitrages harangezogen werden. Das Gleich würde ich bei der selbständigen Tätigkeit vermuten.

Das Kuriose: Wird man arbeitslos und ist alsbald freiwillig versichert, fragt die GKK nach den Mieteinnahmen und berechnet daraus den Beitrag. Einsmals wurde dazu die Bruttokaltmiete herangezogen. Später durfte sei um die notwendigen Ausgaben (Werbungskosten) gekürzt werden. So habe ich jedenfalls das Minsiterium verstanden. Man hat meiner disbezüglichen Frage nicht widersprochen sondern schamhaft geschwiegen.

Diese Personengruppe, (der freiwillig versicherten) sei "nicht besonders schutzwürdig" nach Auskunft des Gesundheits- oder Sozialministeriums.

Einfach mal Deinen Fall dort einreichen und um Auskunft bitten.

Gruß

Peter

Inaktiver User
12.12.2007, 10:16
Hallo,


Wenn sie es wirklcih nicht rausrücken wollen udn so ein Gesetz umgehen, fände ich das unmöglich!

Weiß jemand wo man den Gesetzestext finden könnte, ich google schon die ganze Zeit aber finden tue ich leider nichts..

gute Nacht und viele Grüße

Ich habe doch schon ganz am Anfang der Diskussion den Gesetzestext aufgeführt. Das SGB findet man doch im Internet.


"...Gemäß § 240 Abs. 4 Satz 3 Sozialgesetzbuch (SGB) V enthält die Satzung der Technikerkrankenkasse seit dem 01.04.07 eine Bestimmung zur Beitragssenkung für einnahmeschwache Selbständige... "


Ich bin sicher, daß alle Kassen diesen Paragraphen aufgenommen haben.

Viele Grüße Melfeli

Inaktiver User
12.12.2007, 10:21
@Glueckskatze007: Danke für den Hinweis. Bist Du ganz sicher, dass es keine Ermessensvorschrift ist. Ich habe leider die Gesetzesbegründung nicht gefunden.

Gruß, Suse.

Ja, uuups, ich werde mal schauen, ob ich was rauskriege.
Also, Ermessensvorschrift fände ich ja schlimm!

Ich finde nämlich überhaupt nicht, dass geringverdienende Selbstständige eine weniger schützenswerte Gruppe sind :gegen die wand:

Kann aber noch etwas dauern...

Inaktiver User
12.12.2007, 10:42
Hallo Susen, also ich konnte das jetzt nicht 100 % nachprüfen, aber ich habe es wirklich nicht als "Kann-Vorschrift" gelesen.

Und mit dem neuen GKV-Wettbewerbs(stärkungs)gesetz hinzu genommen, ergibt sich ja eine VersicherungsPFLICHT für alle, also wurde für die PKV analog zur bei der GKV existierenden Regel des Sozialtarifes (nenne ich jetzt mal locker so) der Basistarif ab 2009 eingeführt.

Soweit zu Logik. ZU den Geringverdienern habe ich noch gefunden, dass die ja durchaus als Selbstständige stark Einnahmen "verringern" können, also ihr wisst schon. (Dabei fallen natürlich DIE durch das Raster, die eben nichts mehr vom Gewinn abrechnen können. Müsste man bei jedem aber die Steuerprüfung machen? !). Diese Möglichkeit haben andere GKV-Versicherte nicht . Aber wiederum gibt es ja HartzIV Aufstockung, um diese miese Finanzlage aufzubessern (gut, die muss man auch wahrnehmen :knatsch:!)

Nur so als Gesamthintergrund, korrigiert mich, falls etwas falsch ist...

Aber noch 2 nette Links zum GKV - Tarif, die ich ziemlich umfassend finde:

http://www.vedix.de/gesundheitsreform-niedrigere-beitraege-fuer-geringverdienende-selbstaendige-173/

http://www.vnr.de/artikel/index_38806.html

Hier bitte den letzten Absatz beachten, vll. lässt sich doch noch etwas Geld sparen! Braucht man aber ne Recherche für...
Und bei diesem zweiten Link zeigt sich gut, was die Neuerung im Rahmen der Gesundheitsreform zum 1. April für die GKV in eben diesem Tarif war:
" Hierzu gibt es ein fiktives Mindesteinkommen, das für die Beitragsberechnung angesetzt wird. Das wurde mit der Gesundheitsreform von 1.837,50 Euro auf 1.225 Euro gesenkt (§ 240 Abs. 4 Sozialgesetzbuch V). "

Inaktiver User
12.12.2007, 12:52
Hallo Susen, also ich konnte das jetzt nicht 100 % nachprüfen, aber ich habe es wirklich nicht als "Kann-Vorschrift" gelesen.


Du hast recht, ich weiss auch nicht, warum ich das bisher für eine Kann-Vorschrift gehalten habe. Wenn man es genau liest, muss es eine Soll-Vorschrift sein.
Wahrscheinlich bin ich darauf gekommne, weil einige Krankenkassen so mauern.

Gruß, Suse

ascalin
13.12.2007, 00:30
...
Weiß jemand einen Rat? :blumengabe:
Zumindest in einem der Links von Glueckskatze heisst es:
Die Zuständigkeiten für hauptberuflich Selbständige liegen bei den privaten Krankenkassen, bei den nebenberuflich Selbständigen sind es die gesetzlichen.
Quelle (http://www.vedix.de/gesundheitsreform-niedrigere-beitraege-fuer-geringverdienende-selbstaendige-173/)

Inaktiver User
13.12.2007, 09:07
Hallo,

die Diskussion wird ja richtig interessant. Es ist wirklich nicht zu glauben, daß diese Beitragsermäßigung doch bei jeder GKV anders gehandhabt wird.

(Wenn ich das Wort Beitragsermäßigung schreibe könnte ich mich schon wieder aufregen. Was ist das für eine Ermäßigung, wenn man entsprechend seinem Einkommen den Beitrag bezahlt).

Es folgt ein Zitat aus dem Zeitungsartikel, den Glückskatze hier als Link eingefügt hat:

"Die beitragspflichtigen Einnahmen Ihrer Bedarfsgemeinschaft (Ehe- oder Lebenspartner zählen also mit) dürfen monatlich 3.675 Euro nicht überschreiten."

Und jetzt folgt ein Zitat aus dem Merkblatt der Techniker Krankenkasse "Beitragsermäßigung für Selbständige":

"Durch eine Bestimmung in unserer Satung ist auf Antrag eine Beitragsermäßigung möglich.
Das gilt nicht
- wenn die Einnahmen der Bedarfsgemeinschaft über 1.837,50 Euro betragen."

Anfang des Jahres wäre das für mich ein Grund gewesen, die Kasse zu wechseln.
Aber zum Glück haben sich unsere Einnahmen positiv entwickelt, so daß wir auch die 3.600 Euro überschreiten.

Viele Grüße Melfeli

Inaktiver User
13.12.2007, 10:01
Hallo Ascalin.

Jeder hauptberuflich Selbständige kann sich
a) entweder freiwillig in der GKV versichern
b) oder in der PKV versichern

Es ist dabei nicht so, daß es hier eine festgelegte Zuständigkeit gibt.

Für eine Nebenerwerbsgründung (so nennen wir dies) gibt es keine ganz klare Definition, ob der Gründer zukünftig weiter pflichtversichert ist oder aus der Versicherungspflicht heraus fällt.
Dies ist abhängig vom Umfang seiner selbständigen Tätigkeit. In der Regel ist davon auszugehen, daß jemand überwiegend selbständig tätig ist, wenn er mindestens 1 Person in seinem Unternehmen angestellt hat (400.-Euro Job oder größer, auch wenn es sich z.B. um seine Ehefrau handelt). Ein überwiegend Selbständiger fällt aus der Versicherungspflicht und muß sich
a) entweder freiwillig in der GKV
b) oder in der PKV versichern.

Ein nicht überwiegend Selbständiger verbleibt als Pflichtmitglied in der GKV. Siehe hierzu das Informationsblatt "Selbständigkeit im Nebenerwerb" der IHK'n. (http://www.weingarten.ihk.de/artikel/download/merkblaetter/standortpolitik/gruendung/ku_Selbststaendigkeit_im_Nebenerwerb.pdf)



Noch genauere Infos findet man im "Expertenforum des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie"


Ein weiteres Merkmal für eine hauptberuflich ausgeübte selbständige Tätigkeit kann darüber hinaus die Anzeige bzw. Genehmigung eines Gewerbes (§ 14 ff GewO) sein. Hingegen besteht bei Arbeitnehmern, die mindestens 18 Stunden in der Woche arbeiten und deren monatliches Arbeitsentgelt mehr als die Hälfte der monatlichen Bezugsgröße (2006: 2.450 Euro : 2 = 1.225 Euro) beträgt, die widerlegbare Vermutung, dass daneben für eine hauptberuflich selbständige Tätigkeit kein Raum mehr bleibt. Maßgebend für die Beurteilung ist das Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse. Daher kann letztlich nur Ihre Krankenkasse darüber verbindlich entscheiden, ob Sie hauptberuflich selbständig tätig sind oder nicht. (http://www.existenzgr%C3%83%C2%BCnderinnen.de/expertenforum/persoenliche_absicherung/antwort.php?frage=4614&archiv=204&rubrik=12&query=Krankenkasse&erws=&page_size=&andoror=&genau=&sbm=)
Oder

1.) Beträgt Ihr Gehalt mindestens 1.225 Euro und beläuft sich die Arbeitszeit als Arbeitnehmer mindestens auf 18 Wochenstunden, wird "widerlegbar vermutet", dass die Selbständigkeit nebenberuflich ausgeübt wird. Diese Vermutung gilt als widerlegt, wenn der Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit das Gehalt übersteigt, so dass wirtschaftliche Bedeutung der Selbständigkeit überwiegt. Ob dies tatsächlich zutrifft, klärt die Krankenkasse im Wege der Gesamtbetrachtung der Umstände des Einzelfalls.

Bitte bedenken Sie, dass die auf unseren Internetseiten genannten Beurteilungskriterien der Spitzenverbände nirgends gesetzlich festgelegt sind, sondern anhand der Rechtsprechung sowie Gesetzesbegründungen entwickelt wurden. Sie dienen der Praxis dazu, eine einheitliche und nachvollziehbare Entscheidung treffen zu können. Letztlich entscheidet die Krankenkasse einzelfallbezogen. ............
............

4.) Kommt die Krankenkasse zu dem Ergebnis, dass Sie die selbständige Tätigkeit nur nebenberuflich ausüben, hätten Sie aus den Einkünften Ihrer Selbständigkeit keine zusätzlichen Beiträge zu entrichten, sofern Sie weder eine gesetzliche Rente noch einen Versorgungsbezug (z.B. Betriebsrente) beziehen.

Als hauptberuflich Selbständige können Sie sich grundsätzlich freiwillig weiterversichern. Dann würden Ihre monatlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowohl aus dem Gehalt als auch aus dem Gewinn der selbständigen Tätigkeit bemessen; mindestens aus 1.837,50 Euro und höchstens aus 3.562,50 Euro (Werte für 2006). Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung wären im Übrigen von Ihnen selbst an die Krankenkasse zu zahlen. Die Beitragshöhe stellt die Krankenkasse aufgrund entsprechender Einkommensnachweise fest. Ihr Arbeitgeber würde nur die aus der Beschäftigung anfallenden Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge in gleicher Weise wie bisher abführen.

Wie gesagt, sollten Sie sich für eine Entscheidung an Ihre Krankenkasse wenden. (http://www.existenzgr%C3%83%C2%BCnderinnen.de/expertenforum/persoenliche_absicherung/antwort.php?frage=5269&archiv=204&rubrik=12&query=Krankenkasse&erws=&page_size=&andoror=&genau=&sbm=)


In diesem Expertenforum kann man auch selbst seine Fragen einbringen. Die Antwort dürfte jedoch dem obigen Vortrag entsprechen.

Schöne Grüße

justii
PS: Verfl. die Links zum BMWI funktionieren noch nicht - ich kümmere mich umgehend darum, sobald ich zu Hause bin. Sorry

ascalin
14.12.2007, 00:52
Tolle Quellen, Justii!

Für Seayak wäre das Dilemma also vermutlich kleiner, wenn sie statt 16 Stunden 18 Stunden wöchentlich bei ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterarbeiten könnte und dafür mindestens 1225 Euro Gehalt beziehen würde.

Vielleicht kann sie sich ja in dieser Richtung mit dem AG einigen und dafür ihre Sorgen um die Versicherung loswerden.

LG ascalin

Inaktiver User
14.12.2007, 09:26
Ja, das denke ich auch

derzuhelfenwisser
24.02.2009, 21:39
Hallo melfeli,

bin hier soeben beim Googeln gelandet. Habe ebenfalls ein Problem und wüde mich freuen, wenn Du mir hier eine wichtige Antwort geben könntest. Ob das hier so funktioniert weiß ich nicht, bin aber froh das es mit der Anmeldung erst mal eklappt hat... Bei mir ist folgendes: Meine Frau hat einen Halbtagsjob im KIGA, wenn die Kids von der Schule kommen haben wir etwas Zeit unserer Verantwortung nachzukommen. Ich bin Hausmann und habe als Dienstleister ein Nebengewerbe angemeldet. Ich bin noch mit Familienversichert und darf ca.350.- selber verdienen. Das es hier öfter eng wird, ist klar. Meine Änderung der Einkünfte soll sich auf ca. 950.- Euro belaufen, damit wir einigermßen über die Runden kommen. Dazu muß ich mich freiwillig versichern.
Also habe ich bei der KK erst mal angerufen und abgeklärt (wovon die Spezis erst mal keine Ahnung haben wollten) das der reduzierte Satz (ca. 1250.- Euro) für mich anzusetzen ist. Dies wurde dann -zu meinem Erstaunen- kompetent mit allen Daten (auch Mammas Einkommen aus dem HT-Job) sofort am Rechner ermittelt. Was die Regierung per 1.4.2007 zur Entlastung Einnahmeschwacher Selbstständige durchgesetzt hat würde für uns passen. ABER hier gibt es einen Haken, da wir monatlich 150 Euro aus Vermietung unserer Altersabsicherung (welche wir noch ca. 20 Jahre abzahlen) bekommen fällt der reduzierte Beitrag -obwohl er anhand unserer Daten und den Insgesamt 950.- (incl. Mieteinnahme) eigentlich zutreffend wäre weg. Für mich unerklärlich. Lapidare Begründung: egal 1Cent Mieteinnahme oder negatives Einkommen aus Vermietung, der Reduzierte Beitragssatz wird nicht gewährt. Es wird der volle Satz lt. Gesetz von mir verlangt. Wo das im Gesetz steht, konte man mir nicht sagen. Ich erhielt die Info per Mail: die Änderungen bei der Beurteilung von Einnahmeschwachen Selbstständigen ab
1. Januar 2009 sind durch die einheitlichen Grundsätze zur
Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder des GKV Spitzenverbandes
geregelt. Das wars erst mal wieder. Wer hilft mir nun die Steine aus dem Weg zu räumen??? Ich will und ich muß mehr Arbeiten. Ich will auch KK-Beiträge zahlen. Aber müssen die KK so GIERIG sein? Das sind weit über 30% vom Einkommen welches noch nicht verdient ist. Soll ich jeden Monat über 300.- Euro zahlen (auch wenn ich wegen Schlechtwetter weniger verdiene) Das ist wohl ein absolut schlechter Schertz, womit ich mich nicht abgeben kann. Denke der Gesetzgeber hat das auch nicht so gemeint. Freue und bedanke mich für jeden Tip. Liebe Grüße der zurzeit ratlose Zuhelfenwisser