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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : jetzt Privatpatientin, habe etwas vergessen anzugeben



Inaktiver User
12.11.2007, 23:33
Beim Abschluss der privaten KV im Juli habe ich alle Angaben nach gutem Wissen und Gewissen gemacht, aber zwei Sachen schlichtweg vergessen! Zum einen handelt es sich um eine Krone, die vor einem Jahr geflickt wurde und demnächst mal erneuert werden muss und zum anderen um eine Stelle in der Nase, die bei Erkältungen schmerzt, aber sonst keine Probleme bereitet. Ich wollte das immer abklären lassen, habe das aber vergessen, weil sie sonst nie weh tut.
Was mache ich denn jetzt? WEnn ich zum Arzt gehe und die Rechnung erhalte, wird die Kasse nichts bezahlen, sehe ich das richtig? Sollte die Stelle in meiner Nase im schlimmsten Falle Krebs sein, was mache ich dann? Und spielt das eine Rolle für die Beihilfe (ich bin Beamtin)? Ich bin gerade sehr verunsichert, weil mir Kollegen berichteten, daß die Private sich bei neuen Patienten generell sehr anstellen würde. Darf ich in den nächsten Jahren überhaupt zum Arzt, ohne Angst haben zu müssen, meine Versicherung wird sich weigern zu bezahlen?

Inaktiver User
13.11.2007, 01:32
Hallo Ananas-Zitrone.

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, daß die private KV komplett vom Vertrag zurück tritt, aufgrund Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Daß diese Vorerkrankungen nicht vorsätzlich verschwiegen sondern tatsächlich vergessen wurden, wird die Versicherung anzweifeln, zumal man einen Zahnarzttermin, der erst vor einem Jahr stattgefunden hat, durchaus erinnern sollte...

Zu diesem Rücktritt gibt es verschiedene Regelungen...
Schlimmstenfalls stehst Du ohne Versicherung da.

Aber wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen.
Um Schlimmeres zu verhindern, solltest Du unbedingt sofort mit Deiner Krankenversicherung Kontakt aufnehmen und mit offenen Karten spielen (d.h. die Vorerkrankungen nachmelden).


Entweder man versichert diese ohne Probleme mit
oder diese werden gegen einen Beitragszuschlag mitversichert
oder es gibt einen Leistungsausschluß für diese Vorerkrankungen (und Folgen)
oder es erfolgt der Rücktritt (aber davon gehe ich jetzt mal nicht aus)


Eventuell wird zu dieser Entscheidung eine Arztanfrage gehalten. Gegebenenfalls solltest Du mit diesem Rücksprache halten.

Das Falscheste was Du jetzt tun kannst, wäre es, die Vorerkrankungen zu verschweigen. Denn irgendwann kommen solche Sachverhalte immer zum Vorschein. Meist dann, wenn gerade eine richtig teuere Sache ansteht oder man Probleme gerade überhaupt nicht brauchen kann. Dies gilt es zu verhindern.

Wo steckt Dein Berater, an den Du Dich mit solchen Fragen wenden kannst? Dieser sollte Dir gerade bei solchen Problemen kompetent zur Seite stehen. Ich hoffe für Dich, daß er nicht nur am Abschluß interessiert war...

Schöne Grüße

justii

Jenufa
13.11.2007, 17:56
Wegen der Krone würde ich nachfragen.
Bei einer hin und wieder schmerzenden Stelle wäre ich mir nicht so sicher, ob ich da nachfragen würde.

Ich bin bisher ehrlich gesagt bei keinem Versicherungsabschluss, bei dem Gesundheitsfragen gestellt wurden, auf die Idee gekommen, irgendetwas zu erwähnen, weswegen ich nicht beim Arzt war, weil ich es für harmlos hielt oder was für mich eindeutig eine Krankheit war (Erkältung mit starkem Husten wäre da ein Beispiel). Wenn ich etwas für eine Krankheit halte, gehe ich zum Arzt, ansonsten muss ich es auch nicht angeben.

Allerdings habe ich auch keine solchen wiederkehrenden Beschwerden, also hat sich die Frage nie gestellt...

Entchen
13.11.2007, 20:33
und zum anderen um eine Stelle in der Nase, die bei Erkältungen schmerzt, aber sonst keine Probleme bereitet. Ich wollte das immer abklären lassen, habe das aber vergessen, weil sie sonst nie weh tut.
Was mache ich denn jetzt? WEnn ich zum Arzt gehe und die Rechnung erhalte, wird die Kasse nichts bezahlen, sehe ich das richtig?

Na ja... jetzt mal rein logisch betrachtet... wenn Du mit der schmerzenden Stelle nie beim arzt warst, dann wird ja auch niemand wissen, daß es wehtut, oder? wie soll dann Deine pkv herausfinden, daß Du die Schmerzen schon vorher hattest?

Ich will Dich ja nicht zu Unsinn anstiften oder an den Rand der Legalität schubsen, aber das sollte eigentlich nicht auffallen...

mit der Krone sieht es anders aus, da gibt es ja ärztliche Unterlagen zu. Würde ich an Deiner Stelle angeben. Ich bin auch der Meinung, daß wenn die Krone gut sitzt, dann kann die schonmal aus Schusseligkeit vergessen werden im Fragebogen. Sind ja keine Beschwerden mehr da...

Nihilsinecausa
13.11.2007, 21:59
Hallo ananas-zitrone,

wenn Du wegen der Angelegenheit mit der Stelle an/in der Nase nie bei eine/r/m ÄrztIn warst, die/der das mit einer Krankenkasse abgerechnet hat, dann gibt es diese etwaige Erkrankung überhaupt nicht ... blöd könnte es nur werden, wenn Du irgendwann zu eine/r/m ÄrztIn gingegst, etwaig sagtest, dass Du das schon seit Jahren hast und diese Aussage so an die neue Krankenkasse weitergegeben würde ...

Dr. Helmut Kohl hat glaube ich mal vergessen, ob und etwaig von wem er ein paar Hundertausend DM bzw. vielleicht waren es auch ein paar Millionen DM bekommen hat und was dann danach damit passiert ist ... das hat dann doch tatsächlich dazu geführt, dass er einem Strafrechtsprozess mit etwaigem jahrelangen Freiheitsentzug entging und 16 Jahre Bundeskanzler werden konnte mit Bundeskanzlergehalt ... vielleicht erinnere ich mich da aber falsch ... mit der Erinnerung kann das so eine Sache sein ...

Nur wenn Du wegen der Nasensache schon einmal in ärztlicher Behandlung warst und es gegenüber einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet wurde, KÖNNTEST Du überlegen es nachträglich zu erwähnen ... vorher deshalb gut fachkundig-professionell beraten lassen ...

Wegen der Krone: ich habe bislang noch nicht die Erfahrung gemacht, dass man/frau zum Abschluss einer privaten Vollversicherung nicht eine Bestätigung über den Zustand der Zähne einreichen muss ... d.h. entweder macht das Dein/e ZahnärztIn auf Anforderung der Krankenkasse, wo Du Mitglied werden möchtest, gibt es Dir und Du reichst es bei der Versicherung ein oder Du hast beim Antrag die Kontaktdaten Deine/s/r ZahnärztIn angegeben und er/sie dokumentiert direkt gegenüber der Kasse den Zustand Deiner Zähne. Dieser Zustandsbericht darf ein bestimmtes "Verfallsdatum" nicht überschreiten.

Hast Du bei dem Versicherungsantrag tatsächlich nicht die Kontaktdaten Deines Zahnarztes angeben müssen oder musstest im Rahmen der Antragstellung zur Dokumentation Deines Zahnzustandes zu Deine/r/m ZahnärztIn?

Normalerweise sollte dann nämlich auf diese Weise die Kronengeschichte Deiner neuen Versicherung bekannt sein, egal ob Du es vielleicht im Antrag nicht so genau angegeben hast. Maßgeblich ist nämlich der ärztliche/zahnärztliche Bericht. Frage doch vielleicht erst mal bei Deine/r/m ZahnärztIn nach, was er/sie für die Versicherung bestätigt hat.

Ist das mit dem "demnächst-mal-erneuert-werden-muss" Dein Eindruck, die umgangssprachliche Aussage Deine/s/r Zahnärztin oder tatsächlich "medizinische Notwendigkeit" aus Kassensicht?

Wenn die Krone "geflickt" wurde und Dein/e ZahnärztIn dies als behandlungsabschließend gegenüber der Kasse abgerechnet hat und Du warst deshalb seitdem nicht mehr in Behandlung, dann gilt dieser Zahn erst mal als saniert. Sind Deine Worte so gemeint, dass Du Dich bei Angabe der Menge der Kronen vertan hast oder hast Du nur den Zustand aus Deiner Sicht nicht zutreffend angegeben?

liebe Grüße
nihil sine causa

Inaktiver User
13.11.2007, 23:37
Auch Erkrankungen, die nicht durch einen Arzt behandelt worden sind, müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß angegeben werden. Die Folgen eines Verschweigens können im Zweifelsfall katastrophal sein.

Es ist doch besser, jetzt das Problem zu klären, als zu einem Zeitpunkt wo man evtl. krank ist oder dringend einer Behandlung bedarf, die dann von der Versicherung abgelehnt oder hinausgezögert wird.

Gruß justii

Nihilsinecausa
14.11.2007, 00:13
Hallo Justii-g,

die Frage ist doch: was ist wann eine Erkrankung nach Medizinrecht?

Ist es, wenn ich mal einen Pickel oder irgendeine Hautirritation an der Nase hatte, eine Erkrankung im Sinne der zwingenden Angabe für einen Antrag auf eine private Krankenvollversicherung?

Ist jeder Anflug von Unwohlsein, jeder etwas flüssigere Stuhl nach problematischem Essen, jede Kopfschmerzattacke, jeder Rückenschmerz nach vielen Stunden Arbeit am PC usw. usf. eine "Erkrankung", die - so ich mich erinnern sollte - in dem in Rede stehenden Antrag anzugeben ist?

Es gibt hier medizinrechtlich keine exakte Grenze. Was aber klar ist, dass die "normalen kleineren" Befindlichkeitsveränderungen des Alltags nicht sämtllich in einen solchen Antrag gehören. Dort geht es um behandlungsbedürftige Erkrankungen.


Du schreibst:
> Auch Erkrankungen, die nicht durch einen Arzt behandelt
> worden sind, müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß
> angegeben werden.

Das geht nur, wenn man/frau sich daran erinnert, erinnern kann.

liebe Grüße
nihil sine causa

Inaktiver User
14.11.2007, 00:58
Hallo Justii-g,

die Frage ist doch: was ist wann eine Erkrankung nach Medizinrecht?

Ist es, wenn ich mal einen Pickel oder irgendeine Hautirritation an der Nase hatte, eine Erkrankung im Sinne der zwingenden Angabe für einen Antrag auf eine private Krankenvollversicherung?

Ist jeder Anflug von Unwohlsein, jeder etwas flüssigere Stuhl nach problematischem Essen, jede Kopfschmerzattacke, jeder Rückenschmerz nach vielen Stunden Arbeit am PC usw. usf. eine "Erkrankung", die - so ich mich erinnern sollte - in dem in Rede stehenden Antrag anzugeben ist?

Es gibt hier medizinrechtlich keine exakte Grenze. Was aber klar ist, dass die "normalen kleineren" Befindlichkeitsveränderungen des Alltags nicht sämtllich in einen solchen Antrag gehören. Dort geht es um behandlungsbedürftige Erkrankungen.


Du schreibst:
> Auch Erkrankungen, die nicht durch einen Arzt behandelt
> worden sind, müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß
> angegeben werden.

Das geht nur, wenn man/frau sich daran erinnert, erinnern kann.

liebe Grüße
nihil sine causa

In diesem Fall ist es weniger eine medizinrechtliche als eine versicherungsrechtliche und versicherungsmedizinische Frage.


Was aber klar ist, dass die "normalen kleineren" Befindlichkeitsveränderungen des Alltags nicht sämtllich in einen solchen Antrag gehören. Dort geht es um behandlungsbedürftige Erkrankungen.
Dem möchte ich entschieden widersprechen. Denn bekanntermaßen ist schon oft ein verschleppter Schnupfen die Grundlage für eine spätere Herzerkrankung gewesen. Wurde der Schnupfen (ob ärztlich behandelt oder nicht) bei der Antragstellung bewußt vergessen, kann die Versicherung vom Vertrag zurück treten und der Herzkranke steht von einem Tag auf den anderen ohne Versicherungsschutz da. Das wird teuer!

Ähnliches habe ich auch im Zahnbereich schon erleben müssen.



Du schreibst:


> Auch Erkrankungen, die nicht durch einen Arzt behandelt
> worden sind, müssen selbstverständlich wahrheitsgemäß
> angegeben werden.

Das geht nur, wenn man/frau sich daran erinnert, erinnern kann.

Die Anfragende erinnert sich doch jetzt daran.
Was also spricht dagegen, die Problematik jetzt endfällig zu klären und damit u.U. großen Problemen aus dem Weg zu gehen? Wer von einer Klärung abrät und dazu auffordert, die Sachen zu verschweigen müsste konsequenter Weise im schlimmsten Fall bereit sein, zu seinem Rat zu stehen und anstatt der Versicherung die Kosten zu übernehmen. Sehe ich das falsch?

Schöne Grüße
justii

Inaktiver User
02.12.2007, 01:12
Ich habe ganz vergessen hier zu antworten und mich bei euch zu bedanken, weil ich zwischendurch im Urlaub war.
Das Vergessen der Zahnangelegenheiten wäre gar nicht eingetreten, wenn ich so wie früher wohl üblich einen Bericht vom Zahnarzt hätte einreichen müssen, das muss man heute nicht mehr. Ich werde mich nächste Woche an den Mann vom "Fairsicherungsladen" wenden, bei dem ich die Versicherung abgeschlossen habe.

Inaktiver User
02.12.2007, 22:32
.....
Das Vergessen der Zahnangelegenheiten wäre gar nicht eingetreten, wenn ich so wie früher wohl üblich einen Bericht vom Zahnarzt hätte einreichen müssen, das muss man heute nicht mehr.

Je nach Gesellschaft und Vermittler wird dies unterschiedlich gehandhabt. Als Vermittler ist es schon aus haftungsrechtlichen Gründen sinnvoll, mit Arztberichten oder Arztanfragen zu arbeiten.



.....
Ich werde mich nächste Woche an den Mann vom "Fairsicherungsladen" wenden, bei dem ich die Versicherung abgeschlossen habe.

Ich denke, das ist durchaus vernünftig...

lg. justii

GuteLaune
18.12.2007, 08:32
I Denn bekanntermaßen ist schon oft ein verschleppter Schnupfen die Grundlage für eine spätere Herzerkrankung gewesen. Wurde der Schnupfen (ob ärztlich behandelt oder nicht) bei der Antragstellung bewußt vergessen, kann die Versicherung vom Vertrag zurück treten und der Herzkranke steht von einem Tag auf den anderen ohne Versicherungsschutz da. Das wird teuer!

Weißt du, wie oft ich in meinem Leben schon Schnupfen, Husten, Halsweh hatte? Die mal schnell vorbei waren, mal länger dauerten? Und an die soll ich mich alle erinnern, um sie bei der Versicherung anzugeben?
Ob eine Herzerkrankung auf eine verschleppte Erkältung, einen Virus oder sonstwas zurückgeht, lässt sich meist auch nur vermuten.
Ich hab seinerzeit beim Versicherungsabschluss nach Rücksprache mit dem Versicherungsmakler, der seinerseits bei dem Unternehmen nachgefragt hat, die Erkrankungen der letzten zehn Jahre detailliert angegeben (Daten hab ich mir beim Arzt besorgt), davor nur die gravierenden Sachen - aber bestimmt keinen Schnupfen im Jahr 1985!

Inaktiver User
18.12.2007, 17:19
Arztanfrage ist immer eine gute Sache....
Zumindest ist man dann den schwarzen Peter los *lächel*
Die meisten Ärzte können ganz einfach einen kurzen (oder längeren) Ausdruck der Patientenkartei erstellen, den man dem Antrag beilegen kann. Es ist also keine große Sache, den Risiken aus dem Weg zu gehen.

Gleiches gilt für den Zahnarzt.

Gruß justii