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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verlustangst extrem. Bitte helft mir!!!



silli1973
05.11.2007, 11:19
Meine Lieben, in den letzten Tagen ist bei mir viel passiert. Alles ist soweit wieder im Griff. Nur eines nicht. Ich habe dramatische Verlustängste. Dies bezieht sich eigentlich auf alle Personen die ich lieb habe, Freunde, Familie und natürlich mein Sohn. Hilfe!!! Ich denke den ganzen Tag an nichts anderes. Ich denke auch, ach wenn du dich von denen allen in deinem leben noch trennen mußt, wird das so weh tun, das du als bestes als erstes gehst. Der Gedanke macht mir aber wiederum auch Angst. Das will ich nämlich eigentlich gar nicht.

Ich schiebe hier eine Panikattacke nach der anderen. Bitte Bitte helft mir. Wie denkt ihr darüber? Was hält euch über wasser??? Was kann ich machen um diese Gedanken zu verlieren? Mit der Angst kann ich einigermaßen umgehen. Ich weiß bloß nicht wie ich mein Denkschema ändern soll. Was denkt ihr darüber? Wie denkt ihr über den Verlust eurer Lieben??

Ich denke immer: Wenn der / die geht, gehe ich auch.

AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH Bitte helft mir.

Inaktiver User
05.11.2007, 13:24
Das klingt dramatisch, und nicht so, als wäre es mit einem trostreichen Mailing abgehackt. Nicht rumdoktern oder Laien um Rat fragen - das kann bös' schief gehen. Akzeptiere, daß Du krank bist und dringend Hilfe brauchst.
Das ist nichts Schlimmes oder Peinliches; es geht sehr vielen Menschen so.
Tu' den ersten Schritt (ist der schwierigste):
Bitte, wende Dich so schnell wie möglich an einen Arzt, der Dir aufzeigt, welche Möglichkeiten es gibt, um Deine Verlustängste wieder in den Griff zu kriegen. Dann kann es sein, daß es Dir ziemlich schnell besser geht und Du diese quälenden Ängste los wirst.
Also, nur Mut!! Es kann nur besser werden.
Ruby

silli1973
05.11.2007, 13:51
Danke schön :-) Ich bin schon in Therapie. Puh, es ist echt grausam. Es ist wirklich schlimm, habe morgen Gruppensitzung. Aber was der mir sagt, weiß ich jetzt schon: Aushalten Fr.... Sie müssen lernen die Ängste auszuhalten...... :heul: :heul:

Aber wie denn???? Ich finde es ja sogar noch Berechtigt, meine Überlegungen.

Oh Gott, ich wünschte es könnte mir jemand helfen. Habt ihr denn keine Angst eure Angehörigen zu verlieren?????

ELEVEN
05.11.2007, 14:43
Hallo Silli,

klar habe ich Angst und wie... aber noch habe ich keinen verloren. Und sobald alle noch da sind, sollte man versuchen die Zeit mit ihnen zu verbringen und geniessen.

Mir ging es letztes Jahr sehr schlimm, ich hatte so Angst, ich konnte nicht schlafen.
Mein Schwester hat mir einen Tipp gegeben uzw. mach dir keine Gedanken, geh aus, unternimm Sachen, die du gerne machst anstatt zu grübeln.
Tja, dass habe ich gemacht.

Silli, so richtig kann ich dir nicht helfen.
Hab keine Angst!

fuechsine
06.11.2007, 07:32
Mir hilft, bei meinem Gedankenkarusell (bei mir ist es die Arbeit) laut innerlich oder hörbar "STOP" zu sagen und mich von dem Ort, an dem ich gerade bin, weg zubewegen.Ich stehe also auch nachts um vier auf, verlasse das Bett, schalte den Fernseher ein, leg Wäsche zusammen ect. Das klappt nicht immer, aber mit Übung immer besser.
Ich würde dies als Kontrollzwang (meiner inneren ohnmächtigen Wut) ansehen und denke, dass als Hilfe "nur" Gruppensitzungen da nicht genug sind.
Ich wünsche Dir heute einen guten Tag.

silli1973
07.11.2007, 09:02
Ihr seid echt lieb. Bei mir kommt wohl momentan (leider) wieder eine Depression durch. Jedesmal wenn ich das habe, denke ich ich will nicht mehr. Das ist ein kaum auszuhaltener Zustand. Und ich frage mich jedesmal, warum sehe ich die Fortschritte nicht. Dann kommt der gedanke: Na warte wenn einer stirbt bist du genauso weit wie vorher.

Ich fühle mich da immer wie ein Kind. Wird man denn nie erwachsen? Ich würde sogern denken, hey, das Leben hört irgendwann von ganz allein auf, von jeden für uns, trotzdem geht das Leben für alle anderen weiter. Ich weiß nicht warum ich nicht einfach so denken kann. Irgendwie kann ich das Thema Tod nicht richtig akzeptieren.

Wenn ihr mich kennen würdet, würdet ihr denken, DU? Ja ich, ich bin eigentlich eine starke Frau, die mit beiden Beinen im leben steht.

Doch in diesen Phasen bin ich so dermaßen schwach und zerbrechlich :-( Und das macht mir dann sehr zu schaffen und ich glaube nicht mehr an meine eigenen Kräfte.

Man man man, sowas ist echt ne Seuche. Diese Gedanken und Gefühle wünsche ich meinem allerschlimmsten Feind nicht.

Danke für eure Mutmachen Worte. Sicherlich packt sich der ein oder andere an den Kopf und denkt, man die macht sich das Leben selber schwer. Da haben die wohl recht, ich weiß nur nicht wie ich da raus kommen soll.

Bussi und dicke Umarmung
Schlage mich weiterhin tapfer

claudya22
09.11.2007, 21:40
Ich hatte früher mal eine Phase (teils auch heute) wo ich immer Angst hatte das Menschen die ich liebe (mein Mann, meine Eltern,meine beste freundin) sterben könnten. Bei einem Unfall, oder Krankheit. Zum Teil hat mich die Angst jeden Abend zum weinen gebracht. Ich habe zwar nicht ununterbrochen daran gedacht das etwas passieren könnte...Aber plötzlich waren diese Gedanken da, besonders dann wenn etwas besonders schönes passiert ist, z.b. wo ich mit meinem Schatz ein schönes Dinner mit Kerzenschein hatte und er mir den Heiratsantrag gemacht hat, dann war ich überglücklich und ca 2 stunden später bekam ich grosse Angst dass er sterben könnte und mein Glück dann weg ist, und dass ich dann auch nicht weiterleben möchte.

Diese Angst war teilweise sehr schlimm, ich brach in Tränen aus und hatte dann den ganzen abend ein flaues Gefühl im Magen. Dann hab ich das Flaue Gefühl sogar noch als böses Omen gedeutet, so wie "ich fühle das was passiert".

Ich wollte dann eigentlich in Therapie gehen, konnte mir dann jedoch selbsthelfen, ich habe meine Angst einfach zugelassen,meinem Schatz gesagt wenn ich mal wieder Angst habe. dann Redete er mit mir und er konnte mich irgendwie wieder beruhigen das es weg war. Plötzlich konnte ich mir meine Angst selber verbieten indem ich die Aktion die ich machte abgebrochen habe. Z.b. wenn ich beim sitzen diese Angst bekommen habe stand ich ruckartig auf und machte irgendwas, irgendwas das mich ablenkte und sage laut STOP, und dann ist wirklich dei Angst wie weggeblasen!

Ich weiss das es irre ist solche ängste zu haben, ich hatte das von meinr Kindheit, ich hatte meine Grosseltern sosehr lieb und als ich 8 Jahre alt war ist zuerst meine Grossmutter an Lungenkrebs gestorben (zuviele Zigaretten) und als ich 10 Jahre alt war dann auch mein Grossvater. Ich war damals tieftraurig, besonders bei der Grossmutter. Und seit dem hab ich die Angst wegen dem Tod.

Heute ist es nicht mehr so schlimm, seit ca 2 Jahren hab ich es einigermassen im Griff. Ca 3-4 Mal im Jahr kommt die Angst wieder, aber ich kanns schnell bekämpfen,durch ein offenes Gespräch mit der betroffenen PErson um die ich Angst habe, oder eben durch meine eigene Strategie: Ablenkung, laut Stop sagen.
Habe es zum Glück nur selten und mittlerweile kann ich damit umgehen. Ich verdränge das Thema Tod nicht, aber ich rede auch nicht gern darüber, tieftraurige Filme mag ich nicht sehen. ABer das ist gut so, man soll doch das vermeiden was einem nicht gut tut.

Meine Mitmenschen hatten grosses Verständnis und teils haben Kollegen auch die gleichen Ängste, das hat auch sehr geholfen zu wissen dass nicht nur ich so bin.

Sorry, ist jetzt mein Leiden das ich aufgeschrieben habe, aber vielleicht hilft dir ja etwas daraus, so wie es mir half.

silli1973
12.11.2007, 14:31
Hallo Claudya,

das ist wirklich genauso wie bei mir. Ich habe mir nun auch die Situationen vorgestellt und habe mir überlegt was im schlimmsten Fall passieren könnte und wie ich dann damit umgehe. Es geht so einigermaßen
Bei mir liegt es an mangelndem Selbstvertrauen. Aber das krieg ich auch noch hin.

Merke schon wieder wie sich die Gedanken einschleichen und beende jetzt lieber. Sorry.

Vielleicht kann ich ein anderes Mal besser drüber schreiben. Tssss. Scheiß Ängste.

Danke für deine Liebe Antwort!!!

claudya22
14.11.2007, 18:11
Ja das kenne ich, man muss wirklich innerlich stoppen bevor die gedanken kommen. Ist manchmal schwierig, aber lernbar. Ich denke dass es auch bei mir ein wenig am Selbstvertrauen mangelt, das kommt von der Kindheit und der Jugend, haben mich immer fertig gemacht in der SChule weil ich halt die ein schlankes mädchen war, bin zwar nicht stark übergewichtig, aber 15 kg hab ich halt zuviel und das sieht man eben. Zum Glück hab ich solche Probleme nicht mehr seit ich erwachsen bin, besser gesagt seit ich aus der Schule raus bin hatte ich keine Probleme mehr. Ich bin auch mit meinem Mann umgezogen, und am neuen Ort hatten mich die Leute gleich akzeptiert, was ich super finde.
Aber ich denke 6 Jahre Mobbing in der Schule knacken einem schon das selbstvertrauen an.

Ricarda44
18.11.2007, 12:53
Die Gedanken stoppen - das mag ja gehen.
Aber die Verlustängste sind doch auch berechtigt.

Niemand möchte einen Menschen verlieren. Nicht mal Dinge, die einem wichtig sind.

So ist es aber ein Unterschied, ob ich nun erkennen muss (und das musste ich bisher mehrere Male), dass ein mir lieber und wichtiger Mensch nie wieder an meiner Seite oder überhaupt für mich greifbar sein wird oder ob es sich nur um einen Gegenstand oder ein Tier handelt.

Was macht uns denn diese große Angst?
Ich muss sagen, diese Angst trägt wohl jeder in sich. Der eine steigert sich da mehr rein als der andere.

Was ist denn, wenn plötzlich jemand, den man liebt, der einem nahe steht, nicht mehr da ist?

Man fühlt Schmerz.
Abgrundtief.
Die Seele ist leer. Man fühlt sich wie in einem Sog in ein schwarzes Loch fallend.
Und trotzdem: Man weiß, alles, was man fühlt, ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Mensch nie, nie wieder kommt.

Und wisst Ihr was?
Sowas passiert nicht nur einmal im Leben.

Es passiert jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und wahrscheinlich auch gerade JETZT, wo Ihr dieses hier lest.

Menschen sterben.
Andere leiden dadurch.

Der Mensch, der gestorben ist, leidet in diesem Moment nicht mehr.

Es ist nur UNSER Leid, das gegenwärtig ist.

Und so schwer es ist, man lernt damit umzugehen.
Schaut ins Trauerforum.

Was macht uns denn nun wirklich Angst?

Es kann sein, dass es die Angst vor dem Unbekannten ist.
Bei Menschen z. B., die noch keinen Verlust eines Lieben hinnehmen mussten.
Alles, was unbekannt ist, macht erstmal Angst.

Es kann aber auch sein, dass man bereits diese Schmerzen erfahren hat und sich wünscht, dieses nie, nie wieder durchmachen zu müssen.

Was bleibt, ist die Tatsache: Wir müssen damit leben lernen, dass es NORMAL ist, dass Menschen geboren werden und irgendwann auch wieder sterben.

Wie es DANACH weiter geht, kann uns niemand 100 %ig sagen. Wir werden es erLEBEN?
Keine Ahnung.
Vielleicht haben auch so viele Menschen Angst davor zu sterben. Weil sie nicht wissen, wie es DANACH weiter geht. Ob es überhaupt weiter geht.

Ich denke, es ist sinnvoll, sich den Kreislauf des Lebens bewusst zu machen. Das ist wie mit den Jahreszeiten:
Erst kommt der Frühling, dann der Sommer, der Herbst und der Winter. Und dann fängt alles von Neuem an.

Und dort, wo ein Mensch stirbt, wird sicher in der Nähe wieder einem Kind das Leben geschenkt. Welches irgendwann auch wieder gehen muss.

Die Natur können wir nicht aufhalten. Wohl aber unsere negativen Gedanken, was den Kreislauf des Lebens und Sterbens angeht.

Manche Dinge können wir nicht ändern.
Das sollte man akzeptieren, denn letztendlich haben wir da selten Einfluss drauf.

Das Leben annehmen als das, was es ist:
Erstmal aus meiner Sicht EINMALIG.
Dann das Leben ausfüllen mit sinnvollem Tun, damit man am Ende nicht sagen muss: "Irgendwie war das ja alles wenig berauschend."

Man sollte sich selber auch nicht zu wichtig nehmen.
Schmerz und Trauer erleiden jeden Tag viele, viele Menschen.
Wie kann man helfen?

Ich finde, diese Angst davor jemanden zu verlieren, ist eine egoistische Angst.
Es ist die Angst davor, dass man selber Schmerz verspüren wird. Und man möchte dieses vermeiden. Denn derjenige, der verstorben ist, spürt keinen Schmerz mehr.

Vielleicht hilft es denen, die so große Angst davor haben, einen Menschen zu verlieren, mal auf den Friedhof zu gehen. Schaut Euch die Geburtsdaten und Todestage an. Versucht mal, Euch rein zu fühlen, wie sich Eltern, Geschwister, Kinder, Freunde gefühlt haben als dieser Mensch gegangen ist.

Vielleicht liegen ja schon Bekannte dort. Dann habt Ihr die Möglichkeit zu schauen, wie es den Familien heute geht.

Und Ihr werdet erkennen:
Es geht weiter.
Immer weiter.

Deshalb sind diese übermächtigen Verlustängste unnötig.
Es kommt alles so, wie es kommen muss.
Macht das Beste aus Eurem Leben, füllt es mit Sinnvollem aus, dann werdet Ihr auch stark sein, wenn so ein Schicksal mal vor Euch steht.

Aufhalten können wir es sowieso nicht. Wozu also sich vorher schon so wild machen?

claudya22
05.04.2008, 23:23
Dein Beitrag find ich gut, du hast auch Recht damit, meistens gelingt es mir auch keine Angst zu haben, aber phasenweise kommts wieder.

Z.b. jetzt im moment bin ich irgendwie traurig... Letzte Nacht hab ich geträumt das ein Filmcharackter (Schauspieler in einer Serie, der den Mörder spielte) meinen Mann erschossen hat.
Es war so:
Mein Mann und ich waren in einer grossen Halle, wo es viele Kartons und Kisten hatte, so wie in einer alten Lagerhalle. Wir wurden verfolgt bon dem Mörder. Wir liefen und liefen, immer weiter. Nirgens war ein Ausgang. Der Mörder kam uns immer näher, dann sah ich den rettenden Ausgang, ich zog meinen Mann am Arm und ging mit ihm durch die Tür, dann waren wir draussen, es war ganz grell. Komischerweise waren Krankenwagen bereits da (so wie er wartete bis jemand verletzt ist). Dann sagte mein Mann:"Schatz ich muss da rein, und diese PErson stellen". Dann ging er rein und ich war draussen und hatte totale Angst. Im Traum fühlte ich die Angst richtig, hab geweint im Traum. Dann ein Knall, 2 Krankenpfleger liefen in die Halle und haben meinen Mann auf der Trage hinausgebracht.
Er war nicht tot, aber schwerverletzt und musste ins Spital gebracht werden. Ich hab sooo geweint und es tat soooo weh.
Dann wachte ich gottseidank auf, mein Gesicht war ganz nass da ich wirklich geweint hatte, und auch im wachzustand war dieser Schmerz noch da und nun hab ich heut den ganzen Tag Angst!

Dieser blöde Traum hat mich in eine Angst-Trauer-Phase versetzt... Konnte mich gut ablenken, aber mein Schatz musste heute leider arbeiten und Kolleginnen hatten auch keine Zeit für mich also viel ich leider oft in die "Hineinsteigerphase..:" rein...

Manchmal ist es echt schlimm... Habe es wirkich nicht mehr so oft wie früher, aber manchmal lösen Kleinigkeiten wie eben dieser Traum die Angst wieder aus.

Kann es sein dass ich zuviele Mordserien schaue? Ich schau oft Krimis.

Ich weise dem Traum schon nicht zu Grosse Bedeutung zu, denn es heisst ja das man in den Träumen im Unterbewusstsein Sachen verarbeitet.
Und ich weiss ganz genau dass dieser Mörder im Traum, also der Schauspieler den ich im TV gesehen hab wo einen Mörder spielte, ein sehr brutaler Killer war und ich weiss noch das mich die Serie noch ein wenig beschäftigt hat. Ich nehm an dass ich deshalb sowas geträumt hatte.

Sorry, für meinen endlosen Beitrag, musste aber mal wieder niederschreiben.

Inaktiver User
09.04.2008, 21:09
Verlustangst lässt sich leider nicht von heute auf morgen bewältigen.
Ich habe schon viel im "Eifersuchtsstrang" geschrieben und bei der Bewältigung dieser Eifersuchtsgefühle gemerkt - ich habe totale Verlustängste. Das zieht sich ins gesamte Leben, privat, beruflich - schlimm.

Ich arbeite hart an mir - wie? Ich nehme mir vor, ein paar Dinge nicht mehr zu kontrollieren und gratuliere mir dann für jeden Tag. Treibe Sport, versuche positives Gedankentraining.

Habe mir vorgenommen, alles, was mich verunsichert und Angst macht, aufzuschreiben. Im Augenblick bin ich auch dabei, mir Literatur zu diesem Thema zu verschaffen.

Verlustangst ist nicht nur für einen selbst, sondern auch für das Umfeld sehr nervenaufreibend.

Ricarda hat das sehr schön beschrieben- die Angst selbst kann man nicht ändern - aber den Umgang mit ihr.

Darüber schreiben - das hilft auch!

annaloos
09.04.2008, 21:19
Es handelt sich ja definitiv um eine Angsterkrankung Therapie ist gut, wenn Gruppentherapie nicht reicht begib Dich in eine Verhaltenstherapie. Es ist schlimm so zu fühlen. Ich spreche aus Erfahrung, habe die Sache aber im Griff (Therapie 2001)..Ratschläge helfen da nichts da muß ein fachmann dran. Es wird aber besser glaub mir. ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft :smile:

claudya22
10.04.2008, 19:16
Meine Phase ist zum Glück wieder vorbei. Hat nicht lang gedauert, nur 1 Tag, dafür war ich aber richtig depri. Bin aber froh das es jetzt wieder weg ist.
Habs zum glück einigermassen im Griff und es kommt nur ab und zu richtig schlimm. Hoffe das es lang nicht kommt.

Divino
11.04.2008, 15:06
Das laute STOP! ist zumindest ein Weg, auch wenn die Ängste wiederkehren. Hilft es nicht, kann man dazu noch aufstehen, den Raum wechseln und es wiederholen. Auch die Verbindung mit Wasser finde ich beruhigend, so zum Beispiel während des STOP-sagens unter die Dusche zu gehen und sich vorzustellen, dass die Gedanken im Abfluß landen. Auch die Ohren zuzuhalten während das Wasser auf den Kopf prasselt, fand ich beruhigend - während man sich sagen kann, dass die Gedanken "reingewaschen" werden.

Was ich hilfreich fand, war der Gedanke, dass diese Ängste wirklich wahr werden. Denn irgendwann wird dieser Verlust tatsächlich passieren. Mit Glück erst in 30, 40, 50 Jahren. Die Akzeptanz fand ich hilfreich. Und mich zu fragen, ob ich die Zeit bis dahin mit Angst verbringen möchte. Kann mir aber vorstellen, dass das hier viele anders sehen.

annaloos
11.04.2008, 22:23
Im Abfluss wegspülen? Naja da ist ja der Waschzwang vorprogrammiert. Mit derartigen Ängsten sollte man sich an einen Fachmann wenden und nicht auf die teilweise wirlklich nicht hilfreichen Tips von irgentwelchen Leuten stützen. Schade das einige hier nicht kapieren das es sich nicht nur mal um eine Stimmung handelt..

Inaktiver User
12.04.2008, 06:18
Meine Lieben, in den letzten Tagen ist bei mir viel passiert. Alles ist soweit wieder im Griff. Nur eines nicht. Ich habe dramatische Verlustängste. Dies bezieht sich eigentlich auf alle Personen die ich lieb habe, Freunde, Familie und natürlich mein Sohn. Hilfe!!! Ich denke den ganzen Tag an nichts anderes. Ich denke auch, ach wenn du dich von denen allen in deinem leben noch trennen mußt, wird das so weh tun, das du als bestes als erstes gehst. Der Gedanke macht mir aber wiederum auch Angst. Das will ich nämlich eigentlich gar nicht.

Ich schiebe hier eine Panikattacke nach der anderen. Bitte Bitte helft mir. Wie denkt ihr darüber? Was hält euch über wasser??? Was kann ich machen um diese Gedanken zu verlieren? Mit der Angst kann ich einigermaßen umgehen. Ich weiß bloß nicht wie ich mein Denkschema ändern soll. Was denkt ihr darüber? Wie denkt ihr über den Verlust eurer Lieben??

Ich denke immer: Wenn der / die geht, gehe ich auch.

AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH Bitte helft mir.
...und wohin würdest du gehen wollen?...:blumengabe:

Lizzie64
17.04.2008, 19:06
mal eine moderative anmerkung:

bitte überlegt doch eine sekunde vorm antwort-schreiben, ob es für eine ein-zeilen-antwort wirklich notwendig ist, einen kompletten, langen beitrag zu zitieren! das bläht den thread unnötig auf und lädt nicht gerade zum lesen ein. es ist keine sehr guter stil.

anrede der person, auf die reagiert wird und die nummer des beitrags reicht häufig aus.

danke.

hw1960
20.04.2008, 15:43
Im Abfluss wegspülen? Naja da ist ja der Waschzwang vorprogrammiert. Mit derartigen Ängsten sollte man sich an einen Fachmann wenden und nicht auf die teilweise wirlklich nicht hilfreichen Tips von irgentwelchen Leuten stützen. Schade das einige hier nicht kapieren das es sich nicht nur mal um eine Stimmung handelt..

Da kann ich Dir nur Recht geben. Ich weiß auch aus Erfahrung das nur ein Fachmann helfen kann. Meine Therapie war 2007.
Ich hatte auch Verlustängste. Sie waren so schlimm das ich Nachts nicht mehr schlafen konnte, ich bekam Durchfall und war tagsüber zu nichts mehr zu gebrauchen.
Meine Nerven lagen blank und die kleinste Bemerkung hat mich fertig gemacht.
Meine Kinder wollte ich am liebsten einsperren weil ich Angst hatte es könnte ihnen etwas passieren. Mein Mann musste mir sagen wohin er fährt und wann er wieder zurück ist. Wenn sich einer Verspätet hatte, bekam ich Panik.

Wie gesagt: Fachmann aufsuchen und darüber reden.

LG Heidi

Inaktiver User
21.04.2008, 09:58
Habt ihr denn keine Angst eure Angehörigen zu verlieren?????

Ich kann Dich gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Aktuell sind meine beiden Eltern schwer erkrankt. Da mache ich mir täglich Gedanken.

Und wenn mein Sohnemann mal nicht pünktlich heim kommt oder nicht per Handy erreichbar ist, spuken mir auch Horrorszenarien im Kopf herum. (Das Peinliche daran: Mein Sohn ist erwachsen und kein kleines Kind mehr. Ich versuche aber, meine Ängste nicht zu zeigen und nicht damit zu nerven, was aber nicht immer gelingt.)

Auch ich habe oft den Gedanken, ich würde gerne als erste gehen. Aber da ist dann auch die Angst, meinen Sohn allein zu lassen. Das würde ich nie tun.

Allerdings steht für mich fest, wenn meinem Kind mal was passieren sollte, dann gehe ich auch. Denn das halte ich dann nicht aus.

Divino
21.04.2008, 21:16
Ich habe zu "Fachmännern" eine andere Meinung.

Mir hat dieser Therapeut überhaupt nichts gebracht, so sehr er sich auch bemühte. Für mich war das ein Mensch wie jeder andere auch, schlimmer noch, ein Mensch für den ich einen Job darstellte, der Geld dafür bekommt, dass er sich für "mich" interessiert. Ich ziehe es vor, Vertraute hinzuzuziehen. Vielleicht war ich auch nicht "krank" genug, vielleicht habt ihr hier alle Recht und ich nicht...

Inaktiver User
22.04.2008, 06:21
Ich habe zu "Fachmännern" eine andere Meinung.



Ich stimme Dir zu!

Ich war wegen einer anderen Sache mal in Therapie (Trennung vom Ex-Mann). Mir hat die Therapie nichts gebracht. Jede Sitzung war für mich ganz furchtbar. Zur Therapeutin hatte ich auch keinen wirklichen Draht. Sie wollte mir Probleme einreden, die ich gar nicht habe und - nachdem es mir wegen des eigentlichen Problems besser ging - weiter in meiner Vergangenheit wühlen. Ich habe dann die Therapie abgebrochen.

Divino
25.04.2008, 00:05
@ pusteblume41

Das kam mir ähnlich vor. Irgendwann dachte ich, was will der Mensch da vorn? Der kennt mich doch gar nicht, nur einen Auszug aus meinem Leben und bildet sich daraus ein (Vor-)Urteil. Als ich eines Tages sagte, mir reichts, er fragt ja nichtmal nach um einige Punkte besser zu verstehen, er stellt einfach irgendwas in den Raum, was ich gar nicht hatte - da sagte er mir noch, ich wäre wohl noch nicht so weit, mir helfen zu lassen. Hallo!? Jemand zu Hause??? Auf jeden Fall gings nach Abbruch der "Therapie" dann bergauf. Dazu würde er wahrscheinlich sagen "sehen Sie - ist doch jetzt besser".

Für mich sind aber alle Ärzte etc. keine Götter in weiss. Sie machen einfach ihren Beruf, mal weniger gut, mal besser. Und naja, verdienen wollen sie auch alle vorrangig.

Allerdings bin ich durch Bücher/Workshops/Seminare zu unterbewussten Verhaltensweisen schon so vorgeimpft, dass ich genau weiss, jetzt werde ich in Schublade xy einsortiert, eben weil ich A oder B sagte, oder meine Körpersprache irgendwas ausdrückte. Mit dieser Gewissheit ist es schwer, das Statement eines studierten dieses Fach´s vollkommen vorbehaltlos zu schlucken.

Inaktiver User
25.04.2008, 06:32
[QUOTE=DivinoAuf jeden Fall gings nach Abbruch der "Therapie" dann bergauf. Dazu würde er wahrscheinlich sagen "sehen Sie - ist doch jetzt besser".

Für mich sind aber alle Ärzte etc. keine Götter in weiss. Sie machen einfach ihren Beruf, mal weniger gut, mal besser. Und naja, verdienen wollen sie auch alle vorrangig.

[/QUOTE]


Für mich wäre eine weitere Therapie auch sinnlos gewesen. Ich habe in dem Moment abgebrochen, als die Therapeutin darauf drang, ich sollte die Antidepressiva mindestens 1 Jahr weiternehmen, da ich sonst in schwere Depressionen verfallen würde. Ich wollte aber damit aufhören, da ich tagsüber ständig müde war und den Job nicht mehr richtig machen konnte. Da sollte ich für den Tag Aufputschmittel nehmen. :ooooh: :wie?: Das war es dann für mich.

hw1960
28.04.2008, 16:33
Hallo Pusteblume,

ich kann das nicht bestätigen. Natürlich gibt es Therapeuten die beim eintreten des Patienten die Eurozeichen in den Augen haben.
Aber es gibt auch andere, die Erfahrung habe ich gemacht. Mein Therapeut hat meine Probleme sehr ernst genommen. Er hat dafür gesorgt das mir in einer Klinik geholfen wurde. Ohne ihn und die Gespräche hätte ich es nicht geschafft. Mir wäre einiges nicht klar geworden. Ich würde warscheinlich heute nicht mehr hier sein und meine Familie hätte keine lebensfrohe Mutti und Ehefrau.
Ich habe jetzt noch Kontakt zu ihm, und könnte ihn jederzeit anrufen wenn ich wieder Probleme hätte.

Mir geht es gut :)!!!

LG Heidi

Rina94
19.04.2016, 23:20
Hallo zusammen!
Ich habe diese Beiträge eben beim Googlen gefunden. Ihr sprecht mir aus der Seele. Besonders der Text von Claudya. Und ich hoffe ihr seid hier noch aktiv. Eure Beiträge sind nun fast 10 Jahre her. Ich frage mich, wie es euch weiter ergangen ist. Ich kann mich in euren Erzählungen wiederfinden. Ich bin 22 Jahre alt und habe diese Angst auch. Ich versteh das nicht. Es kommt ganz plötzlich.. Wie von euch beschrieben. Wie geht es euch heute?

kenzia
21.04.2016, 06:54
Hallo Rina,

die Wahrscheinlichkeit, dass die damaligen Schreiber heute noch aktiv sind- ist nicht so groß.

Was Deine Ängste angeht- suche in Deiner Nähe einen Therapeuten oder Psychologen auf und mach eine Behandlung, bei der es Dir besser geht.
Beim Hausarzt erzählen und sich womöglich überweisen lassen- sofern der jemanden kennt- wäre natürlich auch noch eine Möglichkeit.

Ich habe schon Menschen getroffen, die wirklich seit JAHRZEHNTEN mit Ängsten rumgelaufen sind und wirklich nie etwas dagegen getan haben! Sie haben nur versucht damit zu leben!:ooooh:

Aus dem Grunde- denn was für ein unendlicher Leidensweg ist sowas!- such Dir professionelle Hilfe und lass Dich auf dem Weg unterstützen.
Ängste kommen niemals "aus dem Nichts"- es ist ein Grundgefühl, welches wir von Geburt an in uns haben und was uns schützen will........es kann nicht reden:smirksmile:aber es hat viel zu sagen und das zu verstehen und damit auch zum "Gehen" bewegen- dafür sind Therapeuten und Psychologn zuständig.

Sollten die alle voll sein- dann schau, ob Du zu einem Lebensberater kommen kannst- den musst Du privat zahlen, aber jede Arbeit M'iT Dir, dürfte Dir momentan helfen.
Und es gibt viel zu lernen zu dem Thema:smirksmile:

alles Gute für Dich
kenzia