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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BUZ mit Rentenvorsorge oder lieber nicht?



Handballfreak
04.11.2007, 14:52
Hallo,
ich habe vor 2 Monaten mit meiner Ausbildung zur Immobilienkauffrau begonnen. Jetzt möchte ich mich vor der Berufsunfähigkeit versichern. Ich habe zwei Angebote bekommen:

Bei der öffentlichen Versicherung:

Berufsunfähigkeitsversicherung:
Leistungsumfang 7.200€ (also 600€ im MOnat)
für netto 29,29 oder brutto 45,06€

+ Kapitalzahlung bei Todesfall:
Leistungsumfang 10.000€ bei Todesfall
für netto 2,22 oder brutto 3,70€
dieses könnte ich später in eine Kapitallebensversicherung umwandeln.

bei der Debeka (VarioTopRente)
Berufsunfähigkeitsversicherung:
netto 47,00€; brutto ca. 57€
Leistungsumfang: 605,89€/ Monat
garantierte Auszahlung als Rente 17.680,34 inkl. Überschüsse 60.005,51€

welche von den beiden Angeboten findet ihr ansprechender? Ich bin mir unsicher, weil die Versicherung bei der Debeka recht viel kostet und ich in der Ausbildung bin und auch bald umziehen werde. So wahrnsinnig viel Geld wird also nicht übrig bleiben... oder soll ich was ganz anderes machen?

danke für die Antworten

akademikerin
04.11.2007, 15:26
Grundsatz: Vermögensaufbau trennen von Schadensabsicherung.

Vergiss die Police der Debeka. NIEMALS Rentenzahlungen kombinieren mit Absicherungen, egal, in welcher Konstellation.

Besorg dir das entsrpechende Heft der Finanztest, schliess eine BUZ ab, die KEINE Rückzahlungen hat (ich hab z.B. eine von der Cosmos) und dafür bezahlbar bleibt. Und da du in der Ausbildung bist: pack das restliche Geld auf ein Tagesgeldkonto, spar erstmal Grundlage an und leg es in zwei oder drei Jahren für die Altersvorsorge an. Schliesslich wirst du auch noch Geld brauchen,wenn du die Ausbildung fertig hast.

Handballfreak
04.11.2007, 16:25
also sind beide Modelle nicht zu empfehlen? Ich finde es ganz gut, dass ich, wenn man davon ausgeht, dass ich nicht berufsunfähig werden, trotzdem Geld bekomme. Das wäre bei einer "einfachen" BUZ ja nicht so, oder?!

akademikerin
04.11.2007, 16:34
Klar ist das dabei so. Wozu sonst würde sie sich so nennen?! Meine BUZ zahlt, wenn ich arbeitsunfähig werde und zwar ohne Rücksicht darauf, ob ich noch etwas dazuverdienen könnte (nennt sich "Verzicht auf abstrakte Verweisbarkeit") und ausschlaggebend ist die Höhe der Rente, die im Fall der Arbeitsunfähigkeit gezahlt wird.

Wie gesagt: Finanztest hat hierzu spezielle Hefte und Infos. Die würdei ch mir mal besorgen. Und lass die Suchfunktion hier durch das Forum laufen, die Diskussion hatten wir schon öfters :)

Handballfreak
04.11.2007, 16:37
ist auch ein schweres thema ;o) ich werde mal suchen und im finanztest gucken :o)

ascalin
04.11.2007, 16:57
Hier *klick* (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=63817&highlight=Berufsunf%E4higkeit) ist schon mal einer ....

Inaktiver User
04.11.2007, 17:45
Hallo.

Schön, daß das Thema schon abgehakt ist, ich hätte mich ansonsten der akademikerin anschließen müssen. Versicherung und Kapitalanlage gehören strikt getrennt.

Wobei in den beiden Angeboten (wie übrigens in vielen Angeboten von Versicherungen) noch massenhaft weitere "Sargnägel" mit drinnen stecken. Zum Beispiel bei der Differenz zwischen Brutto- und Nettobeitrag
netto 29,29€ oder brutto 45,06€
Es hat einige Versicherungen gegeben, die bei den Bestandskunden in den letzten Jahren hier kräftig gedreht haben und wo der Nettobeitrag langsam aber sicher gen Bruttobeitrag strebt. Wer dann noch keinen Verzicht auf die Beitragsanpassungsklausel im Vertrag hat, dann gute Nacht...

Ich selbst halte Stiftung Warentest für kein geeignetes Medium, eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich zu beurteilen. Bei Standardprodukten wie Privathaftpflicht, Tagesgeld, Wasserkocher, Energiesparlamen usw. ist die Stiftung Warentest sicherlich einen Blick wert, aber bei Produkten, die so viele persönliche Faktoren beinhalten reichen zwei "Standadrd-Kunden" etc. einfach nicht aus.
Dies kann man auch daran erkennen, daß bei Stiftung Warentest enorm viele BU-Tarife mit sehr gut oder gut durchgehen, die sich bei genauem Hinsehen aber immer noch gravierend von den tatsächlichen Top-Tarifen unterscheiden...

Für diese Bereiche gibt es Fachfirmen, die seit vielen Jahren nichts anderes tun, als diese komplexen und kundendatensensitiven Produkte zu bewerten und deren Verdienst es zu großen Teilen ist, dass viele BU-Tarife in Deutschland eine zumindest gute Qualität erhalten haben. Wirkliche Top-Tarife gibt es allerdings immer noch sehr wenige.

Wie sagte man vor einigen Jahren im Hause Zürich-Versicherung:
"Zu gute Bedingungen sind für eine Versicherung ein unkalkulierbares Risiko"
Ich sehe es da eher aus der Sicht der Versicherten:
"Für mich ist das Beste gerade gut genug. Daß die Versicherung das Risiko kalkulierbar macht ist doch deren Sache, dafür haben die ihre Fachleute..."

Wofür schließe ich denn eine BU-Versicherung ab, wenn diese dann das Risiko in Form schlechter Versicherungsbedingungen doch wieder auf mich überträgt. Neeee.... Die wollen mein/Dein Geld, dann sollen sie auch anständige Leistungen dafür bringen.

Gruß justii

Inaktiver User
04.11.2007, 17:59
also sind beide Modelle nicht zu empfehlen? Ich finde es ganz gut, dass ich, wenn man davon ausgeht, dass ich nicht berufsunfähig werden, trotzdem Geld bekomme. Das wäre bei einer "einfachen" BUZ ja nicht so, oder?!

Das ist eine Michmädchenrechnung!

Eine solche Kombi besteht aus zwei Teilen

BU-Versicherung
meist schlechte Kapitalanlage


Von Deinem Beitrag fließt ein Teil in die BU-Versicherung und der Rest in die meist schlechte Kapitalanlage. Der BU-Anteil ist hier genauso weg wie bei der reinen BU-Versicherung.

Den Teil, der in die schlechte Kapitalanlage fließt, könntest Du in Eigenregie sehr viel erfolgreicher selbst anlegen. Außerdem gibt es bei getrennten Verträgen keine Kapitalmauscheleien (die von den Versicherungen so sehr geliebt werden).

Stell Dir vor, Deine Kombinationsgesellschaft hat viele BU-Fälle. Wer hindert die Gesellschaft daran, die Überschüsse für die schlechte Kapitalanlage zu senken um damit die marode BU-Sparte zu subventionieren. Man verwendet also Deine "Zinsen" um eine andere Sparte zu stützen. Das kanns doch nicht sein.
Aber der Kunde merkt ja vor Ablauf nichts davon - und am Ende kann er sich nur wundern, warum doch weniger ausbezahlt wird als zunächst versprochen wurde.

Auf Anfrage heißt es dann lapidar:


"Sehr geehrter Kunde.
Bei unseren unverbindlichen Modellrechnungen sind wir von einer gleichbleibenden Entwicklung an den Kapitalmärkten ausgegangen. Die tatsächliche Entwicklung ist an den Kapitalmärkten jedoch niemals über einen langen Zeitraum absolut gleichbleibend. So konnten leider nicht über den gesamten Zeitraum gleich gute Überschüsse gutgeschrieben werden.
Es tut uns leid, daß wir Ihnen keine andere Auskunft geben können..."


:gegen die wand: Na toll...!

Gruß justii