PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gute Zähne, schlechte Zähne



Inaktiver User
26.10.2007, 08:25
Hallo,

ich habe "ständig irgendwas an den Zähnen" (heiß/kalt-Empfindlichkeit, Zahnfleischreizungen bzw. -entzündungen, Füllung herausgefallen, Spalt in einer Füllung, verdächtiges Kribbeln in gefülltem Zahn, Karies unter alten Füllungen...) - zumindest kommt es mir inzwischen so vor, das ständig irgendwas ist.

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass solche Probleme erst im fortgeschrittenen Lebensalter auftauchen und nicht schon mit Anfang 30. Vor allem, weil ich meine Zahnpflege zwar nicht für jederzeit perfekt, doch für durchschnittlich bis überdurchschnittlich halte. Von meinem Zahnarzt halte ich ebenfalls viel.

Insgesamt habe ich das ungute Gefühl, dass es mit meinen Zähnen bergab geht und frage mich, was in 10 Jahren und später an Behandlungen auf mich zukommt, wenn ich jetzt bereits ständig an irgendetwas herumdoktore.

Ist das normal? Sind "gute Zähne", d.h. beschwerdefei etwa bis ins mittlere Lebensalter zu kommen, denn eine Ausnahmeerscheinung bzw. eine unrealistische Vorstellung?

Wenn ich die anderen Beiträge so lese, bekomme ich den Eindruck, dass auch aufwändige und kostspielige Behandlungen, regelmäßigste Zahnarztbesuche zur Kontrolle, elektrische Zahnpflegegeräte und so weiter nicht verhindern können, dass es massive Probleme gibt.

Ich möchte meine Zähne gerne so lange wie möglich so gesund wie möglich erhalten, kriege es aber einfach nicht hin, obwohl ich einiges dafür tue.

Gibt es jemanden, der meine Verzweiflung ein wenig nachfühlen kann?! Wie ergeht es Euch in Sachen Zahnpflege?

LG, Annika

Inaktiver User
26.10.2007, 09:57
Hallo Annika,

ich denke, dass bei Zahnproblemen auch eine gewisse Veranlagung vorliegt. Ich kenne Leute, die putzen einfach morgens und abends und haben kaum Ärger mit den Zähnen, andere tun alles, was man an Zahnpflege tun kann und haben trotzdem regelmäßig irgendeinen Behandlungsbedarf.

Vielleicht versuchst du es ja doch mal mit einem anderen Zahnarzt, um eine andere Meinung zu hören? Es schadet nichts, auch wenn du von deinem Zahnarzt überzeugt bist. Wenn dir Füllungen rausfallen, wie alt sind die dann ungefähr? Ich habe dieses Problem bisher noch nie gehabt, und ich habe einige Füllungen, auch schon alte aus der Kindheit, die im Laufe der Zeit erneuert wurden. Aber die saßen bombenfest und verdünnisierten sich nicht einfach so. Risse in Füllungen werden evtl. vom verwendeten Material abhängen, oder handelt es sich um schon ältere Füllungen? Wobei alt auch relativ ist, ich habe eine große Kunststofffüllung im Backenzahnbereich, die ist jetzt gute 12, 13 Jahre alt, an der ist nichts.

Ernährungsgewohnheiten nehmen auch Einfluss auf den Zustand der Zähne. Zucker, ok, ist bekannt. Aber wer zum Beispiel regelmäßig Saures isst (Salate mit Essig/Öl-Dressing, viel Obst etc., also genau das, was eigentlich gesund ist), kann seine Zähne auch schädigen, da die Säure dem Zahnschmelz im Laufe der Zeit zusetzt. Zum Neutralisieren empfahl mir mein Zahnarzt, nach dem Essen ein Stückchen Käse zu essen oder ein paar Schlucke Milch zu trinken. Falsche Bürsttechnik, zu harte Borsten, kräftiges Schrubben, das alles reizt zusätzlich. Und letztendlich können auch hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft) Einfluss auf den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches nehmen; der Säuregrad des Speichels ändert sich, die Zähne werden anfälliger für Karies; die Mundschleimhaut ist durch die Hormone etwas "aufgelockert", so dass Bakterien schneller zum Zuge kommen können.

LG,
Zuza

Margali62
26.10.2007, 10:18
Wir haben mit der außerordentlichen Zahnpflege zu spät begonnen. Weil der Zahnarzt schlecht war und Zahnfleischprobleme erst auftauchen, wenn schon das Kind im Brunnen ist. Ist vielleicht auch eine Frage des Alters.

Mit 18 haste keine Paradontitis.

Wir wußten es auch nicht besser. Aber kariesseitig war alles im Lot.

Füllungen fallen raus? Kenn ich gar nicht. Laß sie halt erneuern. Manche Füllungen -je nach Material- halten nur ein paar Jährchen.

Lachattenoire
26.10.2007, 13:03
ich denke schon - mein zahnarzt sieht es ebenso- dass gesunde zähne veranlagung sind.

meine schwester geht halbjährlich zum zahnarzt und jedes mal ist irgend wieder etwas...eine tasche, ein riss, ein loch, die plombe kaputt oder oder oder.
meiner freundin geht es ebenso, die ist wegen irgendwelcher beschwerden fast jeden monat da. sie hat auch schon mehrfach den arzt gewechselt, das ändert aber nix an der diagnose.

mir geht es dagegen super, habe sehr weiße zähne, keinen zahnstein ( noch nie gehabt) keine plombe ( bin 50 + ) und die zähne stehen perfekt.

da man am besten meine schwester und mich vergleichen kann, immerhin kommen wir aus einem "stall", kann man erkennen, dass die genetische zusammensetzung, der stoffwechsel, der hormonhaushalt sicher eine rolle spielen.
meine schwester hat nicht nur probleme mit den zähnen, auch die fingernägel sind spröde und spalten sich. meine dagegen wachsen wie unkraut, sind fest und ich kann sie immer extrem lang tragen. haarprobleme kenne ich auch nicht, obwohl ich seit zig jahren färbe und sie täglich wasche.
sie hat starke osteoporose, ich habe nix.

mein sohn (20)hat perfekte gesunde zähne, keine plombe. sein vater ist ständig beim zahnarzt ( hat inzwischen auch starke osteoporose....frag den arzt, ob da vielleicht ein zusammehang besteht).

frag doch mal deinen arzt, ob du eventuell mit einahme von kalium, calcium, silicea etwas unterstützend beitragen kannst.

lachattenoire

Nocturna
27.10.2007, 19:17
ich denke schon - mein zahnarzt sieht es ebenso- dass gesunde zähne veranlagung sind.
Veranlagung spielt definitiv eine große Rolle.
Mein Vater, demnächst 84, hat eine oder zwei Kronen, der Rest ist pure Natur, rein weiß, immer schon problemlos. Er hat noch nie Zahnseide benützt, noch nie eine professionelle Zahnreinigung machen lassen, Interdentalbürstchen könnte er nicht mal aussprechen. :smirksmile:
Im zweiten Weltkrieg, während des Russlandfeldzugs und der Gefangenschaft gab es überhaupt keine Zahnpflege, allerdings auch nicht immer etwas zu essen, geschweige denn was Süßes.

Ich bin da total anders veranlagt. Ich habe massive Zahnfleischprobleme bekommen als ich mit der Pille aufhörte. Ich fahre das volle Programm um meinen, stabilisierten, Zustand zu halten. Heuer habe ich mich getraut, statt viermal nur dreimal zum Zahnarzt zu gehen. Kann ich glatt vergessen, ich merke es am Zahnstein. Gut, dass ich in zwei Wochen einen Termin habe.

Inaktiver User
28.10.2007, 00:07
Hallo Ihr alle,

vielen Dank für Eure aufschlussreichen und auch ein wenig tröstlichen Antworten!

Auch was die Frage "gute Zähne, schlechte Zähne" angeht, kann man, glaube ich, die Frage stellen: Wer hat eigentlich behauptet, das Leben sei fair?!

Anders kann man nicht verstehen, dass es einerseits Leute gibt, die mit zweimal täglich Zähneputzen ein Leben lang gut fahren, dass es aber andererseits Leute gibt, bei denen auch aufwändigste Zahnpflege leider keine Garantie für Zahnerhalt und Beschwerdefreiheit ist. Veranlagung eben, damit muss man sich wohl abfinden.

Manches aus Euren Beiträgen ist echt ein Denkanstoß, z.B. sollte ich mal darüber nachdenken, ob ich durch meinen gut gemeinten eifrigen Einsatz von Zahnbürste (schrubb-schrubb) und Zahnseide nicht tatsächlich selbst für die häufigen Zahnfleischreizungen (mit-) verantwortlich bin.

Einen Zahnarztwechsel scheue ich aber nach wie vor, ist auch ein wenig Angst dabei, doch vor allem möchte ich keine Odysee beginnen, letztlich sind Arztbesuche ja doch Vertrauenssache. Falsch beraten werden kann ich leider überall und jederzeit, mein Zahnarzt zeichnet sich auch nicht zuletzt dadurch aus, dass er mit meiner (wachsenden) Angst umzugehen weiß.

Ach, ich muss da wohl einfach durch, alles tun, was möglich ist, und immer so weiter.

LG & gute Nacht, Annika

Inaktiver User
28.10.2007, 13:51
Hallo Annika,

ich denke auch, dass die richtige Putz-Technik sehr wichtig ist! Ich dachte früher auch immer, dass ich richtig putze (häufig, lange und mit viel Kraft). Aber mit diesem Schrubben kann man viel kaputt machen (Zahnfleisch kann immer mehr zurückgehen) und erwischt die Beläge manchmal noch nicht mal richtig. Ich gehe jetzt zweimal im Jahr zur "Zahnprophylaxe", wo einem auch die Putztechnik genau erklärt wird. Seitdem ist es viel besser geworden mit den Belägen. Wichtig ist aber z.B. auch, nicht gleich zu putzen, wenn man vorher Obst gegessen hat, weil das den Zahnschmelz kaputt macht.
Ich habe mir leider sehr viele Plomben in den ersten 20 Jahren Lebensjahren geholt (in jedem Backenzahn eine Füllung!). Niemand hat mir damals was von Zahnseide gesagt oder wie man richtig die zähne putzt. In den letzten zehn Jahren habe ich mir allerdings kein einziges neues Loch mehr geholt.

Insgesamt gesehen glaube ich allerdings auch, dass sehr viel Veranlagung dabei ist, ob man nun Löcher bekommt oder nicht. Kenne auch Leute, die viele Süßigkeiten essen und wenig putzen und trotzdem kaum Probleme haben.
Viele Grüße
cat