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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsplatzwechsel und Reiserücktrittsversicherung zahlt nicht!



Orlanda07
05.10.2007, 20:06
Hallo liebe Versicherungsexperten,

wir haben gerade verduzt den Brief von unserem Reiserücktrittsversicherer geöffnet, der die anteiligen Kosten am Reiserücktritt nicht zahlen will.

Aus unserer Sicht war die Sachlage klar:

1. Reise gebucht als mein Mann in einem Beschäftigungsverhältnis war.
2. Kündigung wurde ausgesprochen.
3. Kurze Zeit später neue Stelle gefunden -> Reise war wegen Probezeit nicht antretbar.

Lohnt sich eine Klage (wir haben keine Lust darauf).

Vielen Dank schon mal:blumengabe:
Orlanda

Inaktiver User
05.10.2007, 20:29
Hallo Orlanda07.

Das kommt auf die Versicherungsbedingungen an.
Um welche Versicherung handelt es sich?
Kannst Du mir gerne auch als PN schicken.

Vielen Dank.

Gruß justii

Antje3
06.10.2007, 17:15
Hallo,

es gibt einige wenige Versicherungen, die "Arbeitslosigkeit" als Versicherungsgrund haben.

Üblich ist es nicht - und ohne die genaue Versicherung und deren Kleigedrucktes zu kennen, kann man da nichts pauschales sagen.

Normalerweise sind nur Krankheit/Todesfall in eigener oder Familie 1 Grades oder schwerer Sachschaden am Eigentum (Einbruch, akuter Wasserschaden) versichert.

Außerdem ist noch die Frage - hat Dein Mann gekündigt und gewechselt oder WURDE ihm gekündigt. Sollte Dein Mann gekündigt haben, ist es selbst bei Versicherungen mit "Arbeitslosigkeit" versichert kein Versicherungsfall.

Grüße

Antje

Orlanda07
08.10.2007, 20:43
Hallo,

zunächst vielen Dank für eure Antworten. Der Reiserücktrittsversicherer war die Hanse-Merkur (darf man das hier sagen:wie?: ).

Sie zahlt u.a. (vermeintlich) bei Arbeitsplatzverlust, bei Neuantritt einer Arbeitsstelle und bei Arbeitsplatzwechsel.

Wir sind davon ausgegangen, dass ein Arbeitsplatzwechsel hier vorliegt....Müssen wir noch irgendetwas beachten?
Widerspruch einlegen, oder was können wir weiter tun, um doch noch unseren Anspruch geltend zu machen?

Vielen Dank schon mal im Voraus :blumengabe:
Orlanda

Orlanda07
08.10.2007, 20:51
...vielleicht sollte ich noch dazu sagen, dass wir bewusst eine RRV abgeschlossen haben (machen wir nicht immer), weil die Reise ein bißchen teurer war (in die USA:heul:)...der Stornobetrag tut uns schon finanziell ein bißchen weh....

Inaktiver User
08.10.2007, 22:11
Hallo

Wie Antje3 so schön gesagt hat, kommt es natürlich darauf an, wer das Arbeitsverhältnis gekündigt hat. Wurde durch Deinen Mann gekündigt, gehe ich davon aus, daß keine Leistung erfolgt.

Hat der Arbeitgeber gekündigt, und es bestünde ein leistungspflichtiger Schadensfall, gilt trotzdem:
Selbstbehalt: Der Selbstbehalt beträgt 20% des erstattungsfähigen Schadens, mindestens jedoch 25,- EUR je versicherte Person. Darauf bleibt Ihr also auf jeden Fall sitzen.

In Unkenntnis der genauen Fakten würde ich allerdings nach dem HanseMerkur-Passus
Jobwechsel, sofern die Probezeit in die versicherte Reisezeit fällt, Jobverlust und Wiedereinstellung nach Arbeitslosigkeit sagen, daß die Versicherung leisten müsste.



1)Womit wurde denn die Ablehnung begründet?
2)Sofortiger Widerspruch gegen die Leistungsablehnung unter Ankündigung, daß gegebenenfalls bei einer weiteren Verweigerung der Versicherungsombudsmann (http://www.versicherungsombudsmann.de/home.html) angerufen wird.
3)Bleibt die Versicherung bei der ablehnenden Haltung, soll tatsächlich beim Versicherungsombudsmann (http://www.versicherungsombudsmann.de/home.html) eine Beschwerde eingelegt werden. Dies ist auch per Email oder Fax möglich (sonst per Brief).


Der Ombudsmann prüft jede Beschwerde unparteiisch auf ihre Berechtigung. Kommt er zu dem Ergebnis, dass Ihr Versicherer falsch gehandelt hat und Sie dadurch einen Nachteil erlitten haben, wird er dem Unternehmen sagen, wie es die Sache für Sie richtig stellen soll. Seine Entscheidung ist für das Unternehmen bis zu einem Beschwerdewert von 5.000 Euro bindend. Darüber hinaus und bis 50.000 Euro spricht er eine unverbindliche Empfehlung aus.

Empfehlungen sind für das Versicherungsunternehmen nicht bindend. Erfahrungemäß folgen die Versicherer aber auch dann fast immer der Auffassung des Ombudsmanns.

Stellt der Ombudsmann fest, dass Ihr Versicherer korrekt gehandelt oder Ihnen bereits eine ausreichende Entschädigung angeboten hat, wird er Ihnen die Gründe verständlich erläutern. Sie können dann trotzdem alle Rechtsmittel unverändert in Anspruch nehmen. Die Verjährung ist während des Verfahrens ausgesetzt. Ihnen entstehen daher durch das Ombudsmannverfahren keine Nachteile.


Falls das alles nichts hilft, bliebe noch der Gerichtsweg, aber dies sollte wirklich der letzte Schritt sein. Falls allerdings der Ombudsmann ebenfalls der Gesellschaft Recht gibt, sollte man mal darüber nachdenken, ob man nicht villeicht doch auf dem falschen Ast sitzt *lächel*

Schöne Grüße

justii

Orlanda07
09.10.2007, 21:41
Hallo Justii-g,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort :blumengabe:
Ich muss gestehen, dass ich bislang gar nicht wußte, dass es eine solche Beschwerdestelle gibt.

Viele Grüße
Orlanda

Alemanita
12.11.2007, 14:05
Hallo,

es gibt einige wenige Versicherungen, die "Arbeitslosigkeit" als Versicherungsgrund haben.

Normalerweise sind nur Krankheit/Todesfall in eigener oder Familie 1 Grades oder schwerer Sachschaden am Eigentum (Einbruch, akuter Wasserschaden) versichert.

Grüße

Antje

Tja, wie ich feststellen musste, ist dies auch nicht immer gegeben.
Meine Mutter ist an dem Tag gestorben, an dem ich einen (teuren) Flug hätte antreten sollen und die Versicherung zahlt nicht. Ich bin erhrlich gesagt SEHR überrascht, hab's gerade erst erfahren.

Antje3
12.11.2007, 14:15
Hallo Alemanita,

da würde ich an Deiner Stelle die Bedingungen genau durchforsten, das kann ich mir gar nicht vorstellen!

Meine Mutter mußte eine Kreuzfahrt stornieren (mein Vater starb), die Versicherung hat nach Vorliegen des Totenscheins unverzüglich gezahlt.

Nun sind die Bedingungen so diffizil und man muß genau lesen, so daß man sicher keine pauschal "zahlt" und "zahlt nicht" abgeben kann.

Aber ich würde an Deiner Stelle dran bleiben!

Antje

Inaktiver User
12.11.2007, 14:32
@Alemanita

Auch ich kann mir das gar nicht vorstellen.
An dieser Stelle mein herzliches Mitgefühl zu Deinem schweren Verlust.

Über welchen Versicherer war denn die Reise versichert?

Gruß justii

Alemanita
12.11.2007, 15:51
Danke für die Beiträge.

Es ging über American Express, den Versicherer selbst kenne ich jetzt nicht, aber werde mir mal die Bedingungen zuschicken lassen.

Kann ja wohl schlecht sein, dass sich sowas Reiseversicherung schimpft. Komischerweise steht auf der deutschen Seite der Fall mit dem Familienmitglied, aber auf der Spanischen (bei der ich versichert bin) nicht.

Es war ein Geschäftsflug, und ich hatte ausnahmweise selbst gebucht, weil ich es eilig hatte und die immer so lange brauchen. Aber das mache ich auch nicht mehr. Habe schon mit meiner Firma gesprochen, die das übernimmt, aber ein Unding ist das schon, und ich werde trotzdem da nachhaken. Allein aus Prinzip.

Inaktiver User
12.11.2007, 22:17
Danke für die Beiträge.

Es ging über American Express, den Versicherer selbst kenne ich jetzt nicht, aber werde mir mal die Bedingungen zuschicken lassen.

.....

Hallo Alemanita.

Der Versicherer ist evtl. die ACE European Group Limited.
Grundsätzlich würde ich dies auch nicht so stehen lassen sondern sehr massiv auf eine Kostenübernahme drängen.

Bei einer deutschen Versicherung würde ich u.U. auch den Versicherungsombudsmann einschalten. Leider weiß ich nicht, ob in Spanien eine entsprechende Einrichtung existiert. Dies wäre aber sicher zu ermitteln. Man macht sich da einfach zuvor viel zu wenig Gedanken - ich weiß das sehr wohl. Aber man sollte durchaus immer auch einen zweiten Blick darauf werfen, auch wenn's eilt. Schlimmer wär's natürlich bei einem existenzgefährdenden Schaden...

Schöne Grüße

justii

Orlanda07
18.11.2007, 17:18
Hallo liebe Interessierte,

ich wollte euch berichten, wie die Sache weitergegeangen ist:

Wir haben schriftlich Widerspruch gegen die besagte Entscheidung eingelegt und die Einschaltung eines Ombudsmanns in Aussicht gestellt. Daraufhin hat die Versicherung gezahlt, mit dem Hinweis dass wir zukünftig keine Ansprüche daraus ableiten dürfen. Wir haben schon eine "Ersatzreise" für die Ausgefallene gebucht und explizit deshalb nun eine andere Versicherungsgesellschaft gewählt.

Der Arbeitsplatzwechsel war lt. Versicherungsbedingungen übrigens eindeutig mitversichert und auch nicht vorhersehbar.


LG
Orlanda

ascalin
18.11.2007, 18:29
:blumengabe:

Alemanita
27.11.2007, 11:25
Auch ich habe etwas Positives zu berichten.
Ich habe eine höfliche eMail an Amex geschrieben und heute die Antwort bekommen, dass Amex die Kosten übernimmt, auch wenn die Versicherung den Fall nicht anerkennt.
Es stimmt tatsächlich, dass es sich jediglich um eine Notfall-Unfall-Versicherung handelte und so einen man könnte meinen eindeutigen Fall nicht abdeckt.
Aber mit Nachhaken und sachlich bleiben kommt man doch manchmal weiter. :blumengabe:

Inaktiver User
27.11.2007, 14:21
Da gratuliere ich doch in beiden Fällen
@Orlanda07 und
@Alemanita