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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein geliebter Sohn ist tot



kalo46
01.10.2007, 14:45
Am 22.07.07 ist mein Sohn Mathias im Alter von 19 Jahren plötzlich verstorben. Ich werde mit diesem Verlust einfach nicht fertig. Er hatte sein Abi gerade mit 2,0 absolviert und wir waren so stolz auf ihn. Und dann 3 Wochen später brach unsere ganze Welt zusammen. Mein Sohn hatte im Schlaf 2 Epilepsieanfälle, worauf er in seinem Kissen erstickt ist. Wir fanden ihn mittags (er wollte lange schlafen, desh. nicht vorher) tot in seinem Bett auf. 5 Jahre sagte man uns er sei ein leichter Fall u. er war mit Tabletten eingestellt. Allerdings bekam er seit 1 Jahr ein anderes Medikament, das er nicht so gut vertrug u. desh. wurde in Absprache mit dem Arzt die Tagesdosis von 100mg auf 75 mg reduziert. Dies geschah 8 Tage vor seinem Tod. Mittlerweile weiß ich, dass dieses Medikament neu und wohl noch in der Testphase war, als es ihm im Klinikum verabreicht wurde. Aber was nützt uns das jetzt noch. Jeden Abend denke ich nur - endlich wieder einen Tag ohne ihn geschafft. Ich weiß das Leben muss weitergehen - aber ich weiß nicht wie. Denke jetzt darüber nach ob ich mit 46 Jahre nochmals eine Schwangerschaft riskieren sollte. Ich weiß auch es gibt keinen Ersatz für unseren Sohn aber ich wollte nie, das eines meiner Kinder als Einzelkind hier durchs Leben gehen muss (so wie ich)und jetzt ist meine Tochter doch alleine. Sie ist 16 u. hat gerade ihre Ausbildung begonnen. Kann mir jemand in ähnlicher Lage einen Rat geben?
Bin für alle Ratschläge dankbar.

Olive
01.10.2007, 18:04
Liebe Kalo,

Dein Verlust muss unermesslich sein. Es tut mir so leid. Was mir jetzt spontan zu Deinem Posting einfällt:
Deine Tochter ist kein Einzelkind. Sie hat(te) einen Bruder und der ist ihr durch seinen Tod nicht genommen worden. Sie wird ihn weiter in ihrem Herzen bei sich haben. Dein Sohn wird Euch begleiten, wo auch immer ihr seid.

Alles Liebe
Olive:blume:

Vivi23
01.10.2007, 18:10
Liebe Kalo,

einen Rat habe ich auch nicht. Nur mein aufrichtiges Mitgefühl! :blumengabe:

Und Olive hat Recht: Deiner Tochter ist der Bruder nicht genommen. Mit 16 hat sie ihn lange genug bewußt erlebt, um sich an ihn erinnern zu können und ihn durch die Erinnerung lebendig zu halten.

prinzessin01979
01.10.2007, 19:53
Liebe Kalo,

es tut mir immer wieder so schrecklich leid, wenn ein mensch einen geliebten menschen durch den tod verloren hat.

Ich nehm dich mal sanft in den arm ( wenn ich darf ) :in den arm nehmen:

Ein kind zu verlieren ist mir sicherheit mit das allerschrecklichste auf dieser welt. Meine mum ist gerade mal ein jahr älter wie du und ich seh schon seit über einem jahr in ihre verweinten augen.
( mein bruder war 16 jahre alt, als er sich entschied, diese welt zu verlassen ) :heul:

Auch sie spielte mit dem gedanken, nocheinmal ein baby zu bekommen. Sie sagte auch, dass es nichts gibt was unseren kleinen ersetzen kann, aber den wunsch nach einem " neuen " kind hatte sie auch, wie du. Sie entschied sich schließlich des alters wegen dagegen...

Auch wenn andere schreiben, deine tochter hat ihren bruder nicht verloren- kann ich sagen, oh doch sie hat ihn leider ein für alle mal in diesem leben verloren. Und erinnerungen trösten mich persönlich auch nicht unbedingt, auch nicht das ich meinen bruder 16 jahre hatte.

Ich kann dir leider nicht sagen, was du zwecks der überlegung einer erneuten schwangerschaft am besten tun sollst.

Ich wünsche dir aber alle kraft dieser welt....

Melissa:blume:

kalo46
02.10.2007, 15:36
:heul: :wie?: Danke, für die lieben und spontanen Antworten euch allen. Gestern war wieder ein zieml. beschissener Tag, wie es viele sind, seit mein Mathias nicht mehr da ist. Es vergeht keine Minute ohne dass ich an ihn denken muss. Auch meinem Mann geht es genauso.
Es stimmt, dass ich anders denken sollte, was meine Tochter betrifft, aber es tut mir auch sehr weh zu sehen, wie sie sich jetzt alleine weiter durchs Leben kämpfen muss. Denn ihr großer Bruder war immer für sie da und hat ihr viel geholfen. Die beiden verstanden sich immer super u. das von klein auf.
Auch mein Mann und ich hatte ein besonderes Verhältnis zu ihm. Wir haben viel diskutiert und geredet und auch viel Spass zusammen gehabt. Er war leidenschaftlicher Jazz-Fan u. spielte selbst Tenor-Saxophon seit 4 Jahren. Die Musik wurde seine Leidenschaft. Wir gingen zusammen zu Konzerten hier in der Umgebung u. fuhren auch nach Berlin oder München alle zusammen wenn da z.B. BB.King, den er sehr mochte,
spielte.
Seine offene, freundliche und lustige Art fehlt uns immer und überall. Ich war vorher genauso u. habe jetzt weder Lust wegzugehen, obwohl ich weiß dass mein Sohn das nicht gewollt hätte, dass wir uns so abgrämen. Er hat immer zu mir gesagt "Mama reg dich doch nicht auf, mir passiert schon nichts oder gemeinsam schaffen wir das!" Oder es ist so schön wie lustig es bei uns zu Hause zugeht.
Und jetzt da er nicht mehr da ist, erscheint mir alles so sinnlos und ich fühle mich nur noch traurig.
Heute abend gehen wir alle zu einer Trauergruppe für verwaiste Eltern. Hoffe es hilft uns etwas. :blume:
Bin schon froh, diese Seite gefunden zu haben um mir mal einiges v.d. Seele zu schreiben.

Inaktiver User
02.10.2007, 15:49
Liebe Kalo,
erstmal möchte ich dich einfach :in den arm nehmen: !

Es ist gut, dass ihr gemeinsam in eine Trauergruppe geht. Geht eure Tochter auch mit? Ich hoffe, dass ihr dort die nötige Hilfe findet.

Dafür drücke ich dir ganz fest die Daumen.

Liebe Grüße,
malea

P.S. Hier schreibt noch eine andere Mutter über den Verlust ihres Sohnes, vielleicht hilft es euch, wenn ihr eure Gedanken gegenseitig austauschen könnt.

marko
02.10.2007, 21:06
:heul: :wie?: Danke, für die lieben und spontanen Antworten euch allen. Gestern war wieder ein zieml. beschissener Tag, wie es viele sind, seit mein Mathias nicht mehr da ist. Es vergeht keine Minute ohne dass ich an ihn denken muss. Auch meinem Mann geht es genauso.
Es stimmt, dass ich anders denken sollte, was meine Tochter betrifft, aber es tut mir auch sehr weh zu sehen, wie sie sich jetzt alleine weiter durchs Leben kämpfen muss. Denn ihr großer Bruder war immer für sie da und hat ihr viel geholfen. Die beiden verstanden sich immer super u. das von klein auf.
Auch mein Mann und ich hatte ein besonderes Verhältnis zu ihm. Wir haben viel diskutiert und geredet und auch viel Spass zusammen gehabt. Er war leidenschaftlicher Jazz-Fan u. spielte selbst Tenor-Saxophon seit 4 Jahren. Die Musik wurde seine Leidenschaft. Wir gingen zusammen zu Konzerten hier in der Umgebung u. fuhren auch nach Berlin oder München alle zusammen wenn da z.B. BB.King, den er sehr mochte,
spielte.
Seine offene, freundliche und lustige Art fehlt uns immer und überall. Ich war vorher genauso u. habe jetzt weder Lust wegzugehen, obwohl ich weiß dass mein Sohn das nicht gewollt hätte, dass wir uns so abgrämen. Er hat immer zu mir gesagt "Mama reg dich doch nicht auf, mir passiert schon nichts oder gemeinsam schaffen wir das!" Oder es ist so schön wie lustig es bei uns zu Hause zugeht.
Und jetzt da er nicht mehr da ist, erscheint mir alles so sinnlos und ich fühle mich nur noch traurig.
Heute abend gehen wir alle zu einer Trauergruppe für verwaiste Eltern. Hoffe es hilft uns etwas. :blume:
Bin schon froh, diese Seite gefunden zu haben um mir mal einiges v.d. Seele zu schreiben.
Liebe Kalo,

ich haben meinen Sohn am 08.07.2007 im Alter von 29 Jahren verloren, ich fühle mit Dir.
Da ich Gestern nur schlecht drauf war schreibe ich Dir erst Heute.
Deinen Sohn wird im Herzen Deiner Tochter weiterleben und ein neues Familienmitglied wird Ihr nicht den Schmerz nehmen. Entscheide mit Deiner Familie ob ein drittes Kind Euch gut tut und viel wichtiger tut es dem neuen Erdenbürger gut. Meine Tochter ist 27 Jahre alt und entbindet Ihr erstes Kind in Kürze. Wenn Sie Dir einen Rat geben würde lautet dieser „ Ein Ersatz nein danke, ich wachse nicht alleine auf er ist immer bei mir! Jeder Tag ohne meinen Sohn ist ein falscher Tag, er fehlt uns (mir) sosehr. Deine Zeilen berühren mich und ich wünschte mir das dieser Schicksalsschlag keine Mutter durchleben müsste. Ich selber habe noch nicht den Mut zu den verwaisten Eltern zugehen, wenn es Dir gut tat wäre es nett mir dieses zuschreiben. Mir hilft es ein wenig meinen Sohn zuschreiben meine Gefühle, meine Bilder und Erinnerung an ihn und was ich gerade denke. Redet miteinander und lasst Euren Sohn einen lebendigen Platz in Eurer Familie. Weint um ihn und lacht über die schönen Momente die Ihr mit ihm erleben konntet. Am Ende nur eins wie Du / Ihr Euch auch immer entscheidet es ist die richtige Entscheidung!

Liebe Grüße und eine innige Umarmung

Birgit

prinzessin01979
02.10.2007, 22:37
Liebe Kalo,

auch ein grund, war sich gegen ein " neues " kind zu entscheiden, diese zweifel- ob dieses kind dann nicht immer irgendwo im schatten meines bruders tod stehen würde.. auch weil es ja nie geboren geworden wäre- wenn mein bruder noch leben würde.

Die andere seite hatten wir dagegen gehalten- wir würden damit aber auch einem mensch das leben schenken. ( klingt jetzt bestimmt irgwie blöd, ich kann das irgwie nicht so gut ausdrücken )

Ich persönlich wünschte mir manchmal noch ein geschwisterchen- auf der anderen seite hätte ich aber auch irgendwie angst davor- das es wieder ein junge werden würde- und dann meinen büderchen vielleicht sehr ähnlich sehen würde- weiß nicht, ob dass dann unbdingt für mich persönlich gut auszuhalten wäre.

Aber wie gesagt, dadurch das meine mum 47 jahre ist, hatten wir uns unterm strich dagegen entschieden.

Für deine tochter ( viell. auch für dich ) wäre diese seite vielleicht gut http://www.leben-ohne-dich.de/

Da gibt es auch ein geschwisterforum, wo sich deine tochter mit anderen geschwistern die ihren bruder od. schwester verloren haben, austauschen kann.

Alles Liebe,
Melissa:blume:

RebellinOA
04.10.2007, 21:07
hallo kalom hallo marko,

das eigene kind beerdigen zu müssen, ist unbeschreiblich schlimm. man fühlt sich als versager, ist machtlos, traurig, und wütend auf sich selbst. man macht sich vorwürfe, das eigene kind nicht gut genug beschützt zu haben, all diese gefühle kenn ich nur zu gut....

ich wünsche euch beiden viel kraft und mut, aus erfahrung kann ich nur raten die "verwaisten eltern" zu besuchen, es tut gut zu sehen - spüren - fühlen, dass es viele menschen gibt die das selbe erlebt haben wie ihr.

Kurvenfieber
06.10.2007, 17:06
Liebe Kalo46,

ich bin eine "Schwester", mein Bruder starb vor zwei Jahren nach einem Autounfall.
Was deine Überlegungen hinsichtlich "Einzelkind" / noch ein Kind bekommen angeht, folgendes Gefühl und Erleben von mir:

Natürlich vergesse ich meinen kleinen Bruder nicht, ich trage ihn im Herzen und denke auch heute (und sicher in Zukunft) täglich an ihn - was würde er dazu sagen?, wie würde er darüber denken?, viele Erinnerungen und auch stille Zwiesprachen.

Aber ich bin auch heilfroh, dass ich noch einen zweiten Bruder habe. Allein schon, weil wir uns in der Trauer um unseren Bruder austauschen konnten. Ein Kind zu verlieren ist etwas völlig anderes als einen Bruder (Schwester). Das eine ist nicht schwerer oder leichter als das andere, aber es ist etwas anderes.
Aber vor allem auch hinsichtlich der Zukunft bin ich froh, noch einen Bruder zu haben. Wir können uns gemeinsam um unsere Eltern kümmern, die irgendwann "alt" werden. Und ich habe (als Unverheiratete) auch noch Familie, wenn meine Eltern irgendwann nicht mehr sind. Das ist ein Aspekt, der mir persönlich tatsächlich sehr wichtig und auch tröstlich ist. Die beste Freundin, der liebste Cousin können das nicht ersetzen.

Ich frage mich aber, ob dieser Aspekt durch ein "nachgeborenes" Kind erfüllt werden könnte - für dich und deinen Mann, aber auch für deine Tochter. Würde sie das "neue" Geschwister-Kind mit einem Altersabstand von mind. 17 Jahren überhaupt als solches sehen? Ganz abgesehen davon, dass der "Plan" und die Bestrebungen, in deinem Alter nochmals schwanger zu werden, vermutlich eine enorme zusätzliche Belastung für dich/euch bedeuten würden.
Aufgrund des Altersunterschieds würde das kleine Geschwister-Kind doch auch fast wie ein Einzelkind aufwachsen. Und überleg mal, wie du es vielleicht betüteln und hüten würdest ...

Ich glaube, ihr helft euch gegenseitig (du, dein Mann und deine Tochter) mehr, wenn ihr euch aufeinander einlasst, (noch mehr) zusammenrückt, euch gegenseitig Trost gebt, euch gemeinsam an euren Sohn/Bruder erinnert, aber auch (wieder) Freude am Leben habt.

Deine Tochter ist in einem Alter, wo sie nun eh (bald) flügge wird. Und ich denke, wenn sie den richtigen Mann trifft, mit dem sie (später) ihre eigene Familie gründen wird, kann dies eine wertvolle "Ergänzung" eurer Familie sein.

Ich wünsche dir und deiner Familie alles, alles Gute!
Kurvenfieber

Inaktiver User
06.10.2007, 17:21
Liebe Kalo ... auch von mir herzliches Mitgefühl :in den arm nehmen:

Man spürt deine unendliche Trauer - und findet keine Worte! Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft.

Mein Sohn heißt auch Mathias - auch "mit einem T" - er ist 17 und bringt mich oft an meine mutterlieben Grenzen. Aber wenn ich deinen Beitrag lesen, dann wird mir mal wieder bewusst, wie sehr ich ihn liebe und wie froh ich bin, dass er bei uns ist ... diese Erkenntnis geht ja oft im Alltagsstress unter. Ich danke dir für dieses Innehalten in meinen Gedanken und für die Wahrnehmung, was wirklich wichtig ist in Leben!

PeggySue
06.10.2007, 17:42
Liebe Kalo!
Du erlebst im Moment das Schlimmste, was es für eine Mutter geben kann. Nichts kann dich trösten, nichts kann dir wirklich über deinen Schmerz hinweghelfen. Die Idee mit einer erneuten Schwangerschaft würde ich mir sehr gut überlegen! Sicher wäre es auch gar nicht so einfach überhaupt schwanger zu werden und würde dich noch mehr unter Stress setzen.
Es klingt bescheuert zu sagen, die Zeit heilt alle Wunden, das tut sie mit Sicherheit, aber auch nicht ohne Narben zurückzulassen. Aber man kann weiterleben, und auch du wirst eines Tages wieder lachen können! Dein Sohn würde es so wollen!
Ich habe vor zwei Monaten eine sehr liebe Freundin verloren, ein Jahr nur älter als du, und zuerst dachte ich, es könne nie wieder so sein wie davor. Als sie schon im Sterben lag konnte ich mir nicht vorstellen, dass sie bald nicht mehr hier sein soll. Als sie gestorben war dachte ich immer wieder, sie müsse jetzt dann um die Ecke kommen. Inzwischen habe ich es begriffen, sie ist für immer fort. Aber sie wird immer in meinem Herzen weiterleben, diese Lücke die sie hinterlassen hat wird nie geschlossen werden können. Das macht doch den Wert eines Menschen auch aus, dass die hinterlassene Lücke nicht geschlossen werden kann. Je größer diese Lücke ist, um so wertvoller war für uns dieser Mensch. Die Lücke die dein Sohn bei dir hinterlassen hat ist riesengroß. Ein weiteres Kind schließt sie nicht. Deine Tochter würde nicht gemeinsam mit ihm aufwachsen, du hättest zwei Einzelkinder. Ich möchte dir einen Kinderwunsch nicht ausreden, aber ein Kind sollte man bekommen um des Kindes willen, nicht in der Hoffnung, dass es einen über den Verlust des anderen tröstet, das würde es auch sicher nicht tun. Die Lücke wäre doch trotzdem noch da, oder nicht?
Nimm dir alle Zeit zu trauern, zusammen mit deinem Mann und deiner Tochter, lasst deinen Sohn in euren Erinnerungen weiterleben, und irgendwann wird der Schmerz nachlassen und Platz machen für neue Freude am Leben.
Fühle dich ganz lieb in den Arm genommen und fest gedrückt, ich wünsche dir viel Kraft und Mut, alles Liebe PeggySue!

RebellinOA
06.10.2007, 20:51
Es klingt bescheuert zu sagen, die Zeit heilt alle Wunden, das tut sie mit Sicherheit, aber auch nicht ohne Narben zurückzulassen. Aber man kann weiterleben, und auch du wirst eines Tages wieder lachen können! Dein Sohn würde es so wollen!



nein!!!peggysue, es nicht bescheuert zu sagen, dass die zeit wunden heilt, es stimmt. ja, es bleiben narben zurück, das ist gut so, denn narben sind ein zeichen der heilung.
in das grab des eigenen kindes blicken zu müssen, tut unbeschreiblich weh. mit diesem kind ist ein stück der zukunft gestorben. es gehen einem 1000 gedanken durch den kopf. man findet die ganze welt ungerecht. gerade mütter wollen ihr kind vor allem möglichen dingen schützen und man fühlt sich als versager, weil man sein kind nicht vor dem tod schützen konnte.
es is tdie machlosigkeit die einen zur verzweiflung bringt.
wir haben und in selbsthilfegrußße "verwaiste eltern" verstanden gefühlt und ich hoffe für kalo und ihren mann dass es ihnen auch so ergeht.

PeggySue
07.10.2007, 10:07
nein!!!peggysue, es nicht bescheuert zu sagen, dass die zeit wunden heilt, es stimmt. ja, es bleiben narben zurück, das ist gut so, denn narben sind ein zeichen der heilung.
ich sehe das auch so, aber der oder die Betroffene merkt das leider erst viel später, in der Zeit der ersten Trauer glaubt man das Ganze einfach nicht verkraften zu können, und da klingt dieser Satz sicher eher bescheuert als tröstend wie er gemeint ist.
Du musstest diese leidvolle Erfahrung selbst machen, ich kann nur erahnen wie das ist. Aber Angst hat man als Eltern immer wieder davor, dass einem so etwas passiert, weil es das Schlimmste überhaupt ist, was einem geschehen kann.
Diese Selbsthilfegruppe von Betroffenen ist sicher ein Segen!

RebellinOA
07.10.2007, 10:57
ich sehe das auch so, aber der oder die Betroffene merkt das leider erst viel später, in der Zeit der ersten Trauer glaubt man das Ganze einfach nicht verkraften zu können, und da klingt dieser Satz sicher eher bescheuert als tröstend wie er gemeint ist.
Du musstest diese leidvolle Erfahrung selbst machen, ich kann nur erahnen wie das ist. Aber Angst hat man als Eltern immer wieder davor, dass einem so etwas passiert, weil es das Schlimmste überhaupt ist, was einem geschehen kann.
Diese Selbsthilfegruppe von Betroffenen ist sicher ein Segen!

meine tochter war 3 jahre als sie ein betrunkener autofahrer, auf dem gehweg vor unseren augen überfuhr. ich weiß wie man sich fühlt, wenn man ein kind verliert., ich habe diese erfahrung auf die ich gerne verzichtet hätte gemacht. . ich kenne sprüche wie sei froh, dass sie gestoben ist, wömöglich wäre sie ein pfelgefall gewesen. :knatsch:

kalo46
07.10.2007, 13:58
:in den arm nehmen: :blume: Hallo Ihr Lieben! Danke für eure Anteilnahme. Das tut in dieser, schweren Zeit sehr gut. Danke auch für die guten Ratschläge. Nach eingehender Überlegung u. vielem Grübeln bin ich jetzt auch zu der Überzeugung gekommen, dass es nicht sehr ratsam ist, mit fast 47 Jahren nochmals ein Kind zu bekommen. Wie einige von euch schrieben, einen Ersatz kann es ja sowieso nicht geben und ich möchte auch nicht ein 2. "Einzelkind" haben, was es zweifellos wäre.
Heute vor 11 Wochen ist unser Mathias aus diesem Leben und von uns gegangen, aber er ist irgendwie immer und überall wo wir auch sind. Viele Leute sagen die Zeit heilt alle Wunden, ich mache jedoch momentan die Erfahrung, dass je länger es her ist, der Schmerz immer schlimmer wird. Denn da ist diese große Sehnsucht, seine Stimme mal wieder zu hören, oder ihn einfach in den Arm nehmen zu können. Das fehlt mir u. meinem Mann unendlich. Jeden Abend bete ich, dass ich mal wieder von ihm träumen kann um ihn dabei in den Arm nehmen zu können oder ihn nur reden zu hören.
Der Besuch bei den verwaisten Eltern tat gut. Meine Tochter wollte jedoch nicht mit. Zwingen wollte ich sie dazu auch nicht. Es findet aber Ende November ein Wochenende für Angehörige statt. Zu diesem melden wir uns alle 3 an. Habe jetzt Besuch v. meinen Eltern bekommen u. höre desh. auf. Freue mich auf weitere Antworten und Ratschläge. Alle die ihr dasselbe durchmacht wie wir gerade, drücke ich ganz fest u. wünsche euch f. d. kommende Woche viel Kraft.
Bis dann
Kalo

kalo46
07.10.2007, 17:25
hallo rebellin,
kann verstehen, dass du über solche Aussagen wütend bist. Auch wir haben uns in den letzten Wochen vieler solcher gutgemeinten Ratschläge anhören müssen, wie z.B. wenn ihr ihn früher gefunden hättet, wäre er jetzt viell. schwerstbehindert, denn wer weiß wie lange sein Gehirn keinen Sauerstoff bekommen hat u. ähnl.. Oder auch immer wieder - ihr habt ja noch ein Kind, so als ob dadurch der SChmerz nicht genauso groß ist, über den Verlust unseres Sohnes. Mich können solche Worte auch nicht trösten, denn er war ein Teil von mir u. jetzt ist er nicht mehr da. Es ist als ob ein Stück von mir mit ihm beerdigt wurde. Selbstverständlich bin ich dankbar noch eine Tochter zu haben u. ich bete jeden Tag, dass ihr nichts passiert - aber es ist eben alles nicht mehr wie es vorher war bei uns zu Hause. Denke so geht es vielen mit sogenannten guten Ratschlägen. Die meisten regen einen nur noch mehr auf in dieser schlimmen Zeit.

kalo46
07.10.2007, 17:44
HAllo Birgit,
danke für deine lieben Zeilen. Ich weiß, dass du nur zu gut verstehst, was wir hier alle durchmachen, denn du erlebst diesen Alptraum ja auch tag-täglich. genau wie wir. Auch mir kommt es so vor, als ob jeder Tag ohne Mathias ein falscher Tag in unserem Leben ist. Jeder sagt einem dass es besser wird, oder wir uns wieder unter Menschen begeben sollten. Alles dass erscheint uns falsch, denn alles was wir jetzt machen ist das Erstemal ohne ihn. Einen Lichtblick gibt es viell. bald für dich, wenn dein Enkelkind geboren wird. Auch mein Patenkind hat kurz nach dem Tod von Mathias einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Darüber haben wir uns alle gefreut. Ich sage desh. viell. weil ich den Kleinen bis heute noch nicht auf den Arm nehmen konnte. Auch ging ich heulend raus als sie ihn stillte, denn ich musste immer daran denken, wie das war als Mathias so klein war usw. Aber ich nehme an, dass das bei einem Enkelkind wieder anders ist. Ich wünsche deiner Tochter alles Gute und viel Freude mit ihrem Kind und dir natürlich auch.
Bei den verwaisten Eltern fanden wir uns gut aufgehoben, denn alle anderen Teilnehmer haben das selbe Schicksal wie wir. und sie wissen um die Höllen durch die wir jetzt gehen müssen. Kann dir nur den Rat geben, dich so einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, denn es ist wirklich so, dass geteiltes Leid dann nur noch halbes LEid ist, auch wenn sich das viell. komisch anhört. Mir ging es jedenfalls so. Auch in der Gruppe haben mein Mann und ich geweint als wir von unserem SChicksal erzählten, aber wir wußten uns gut aufgehoben, denn alle anderen hatten diese Erfahrung ja auch gemacht. Melden uns jetzt zu einem Wochenende für verwaiste Eltern an, das Ende November stattfindet. Laß dich ganz fest drücken und viel Kraft für die kommenden Tage.
Gruß
Kalo

marko
08.10.2007, 22:41
HAllo Birgit,
danke für deine lieben Zeilen. Ich weiß, dass du nur zu gut verstehst, was wir hier alle durchmachen, denn du erlebst diesen Alptraum ja auch tag-täglich. genau wie wir. Auch mir kommt es so vor, als ob jeder Tag ohne Mathias ein falscher Tag in unserem Leben ist. Jeder sagt einem dass es besser wird, oder wir uns wieder unter Menschen begeben sollten. Alles dass erscheint uns falsch, denn alles was wir jetzt machen ist das Erstemal ohne ihn. Einen Lichtblick gibt es viell. bald für dich, wenn dein Enkelkind geboren wird. Auch mein Patenkind hat kurz nach dem Tod von Mathias einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Darüber haben wir uns alle gefreut. Ich sage desh. viell. weil ich den Kleinen bis heute noch nicht auf den Arm nehmen konnte. Auch ging ich heulend raus als sie ihn stillte, denn ich musste immer daran denken, wie das war als Mathias so klein war usw. Aber ich nehme an, dass das bei einem Enkelkind wieder anders ist. Ich wünsche deiner Tochter alles Gute und viel Freude mit ihrem Kind und dir natürlich auch.
Bei den verwaisten Eltern fanden wir uns gut aufgehoben, denn alle anderen Teilnehmer haben das selbe Schicksal wie wir. und sie wissen um die Höllen durch die wir jetzt gehen müssen. Kann dir nur den Rat geben, dich so einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, denn es ist wirklich so, dass geteiltes Leid dann nur noch halbes LEid ist, auch wenn sich das viell. komisch anhört. Mir ging es jedenfalls so. Auch in der Gruppe haben mein Mann und ich geweint als wir von unserem SChicksal erzählten, aber wir wußten uns gut aufgehoben, denn alle anderen hatten diese Erfahrung ja auch gemacht. Melden uns jetzt zu einem Wochenende für verwaiste Eltern an, das Ende November stattfindet. Laß dich ganz fest drücken und viel Kraft für die kommenden Tage.
Gruß
Kalo
Liebe Kalo,

Deinen Rat folgend werde ich diese Woche erstmals zu den verwaisten Eltern gehen, ich gebe zu mit großer Angst. Ich will nicht sagen „ Mein Sohn kommt nie wieder nach Hause“ denn es klinkt so falsch.Meine Enkelin lässt sich noch Zeit und ich schwanke immer zwischen schade und Gott sei dank. Liest sich bestimmt nicht gut wenn dies eine zukünftige Großmutter schreibt. Die Zeit heilt keine Wunden, ich wein mich jeden Nacht in den Schlaf und mein erster Gedanke Morgens ist wieder warum Marko?.
Ich hätte ihm diesen Weg so gern abgenommen! Stark sein, ja das verlangt man von uns von Dir noch mehr als von mir . Ich schicke Dir ein Stück dieser Stärke und wünsche Dir die schönen Erinnerungen an Deinen Sohn. Meine kleinen und großen Erinnerungen sind es die mich einen Tag überstehen lassen und es ist meine Liebe zu meinen Sohn die mich nicht einfach aufgeben lässt. Ob mir die Gruppe helfen wird teile ich Dir mit. Liebe Grüße Birgit

UrsulaBauerfeld
11.10.2007, 15:02
Liebe Kalo,

ich haben meinen Sohn am 08.07.2007 im Alter von 29 Jahren verloren, ich fühle mit Dir.
Da ich Gestern nur schlecht drauf war schreibe ich Dir erst Heute.
Deinen Sohn wird im Herzen Deiner Tochter weiterleben und ein neues Familienmitglied wird Ihr nicht den Schmerz nehmen. Entscheide mit Deiner Familie ob ein drittes Kind Euch gut tut und viel wichtiger tut es dem neuen Erdenbürger gut. Meine Tochter ist 27 Jahre alt und entbindet Ihr erstes Kind in Kürze. Wenn Sie Dir einen Rat geben würde lautet dieser „ Ein Ersatz nein danke, ich wachse nicht alleine auf er ist immer bei mir! Jeder Tag ohne meinen Sohn ist ein falscher Tag, er fehlt uns (mir) sosehr. Deine Zeilen berühren mich und ich wünschte mir das dieser Schicksalsschlag keine Mutter durchleben müsste. Ich selber habe noch nicht den Mut zu den verwaisten Eltern zugehen, wenn es Dir gut tat wäre es nett mir dieses zuschreiben. Mir hilft es ein wenig meinen Sohn zuschreiben meine Gefühle, meine Bilder und Erinnerung an ihn und was ich gerade denke. Redet miteinander und lasst Euren Sohn einen lebendigen Platz in Eurer Familie. Weint um ihn und lacht über die schönen Momente die Ihr mit ihm erleben konntet. Am Ende nur eins wie Du / Ihr Euch auch immer entscheidet es ist die richtige Entscheidung!

Liebe Grüße und eine innige Umarmung

Birgit


Hallo Birgit,

ich habe mein Kind im Alter von 24 am 2.8.2007 durch einen Balkonsturz auf Mallorca (Urlaub) verloren. Es war mein einzigstes Kind.Was ihr schreibt verstehe ich sehr gut, aber bei mir ist leider noch etwas schlimmer da es mein einzigstes kind war(nicht falsch verstehen, es ist das schlimmste ein Kind zu verlieren aber noch schlimmer wenn man nur eines hat), und fast mit 45 Jahren kommt ein 2. kind nicht in frage. Ich selbst kann im moment auch noch nicht in eine "Trauer bewältigungsgemeinschaft" gehen. Ich wäre auch sehr dankbar über eine Nachricht wenn es Karo und seiner Familie weiter hilft. Alle die so ähnliches durcherleben sollen sich bitte melden bei mir um eventuell Erfahrungen, gefühle und entäuschungen ( meist von eigenen Umfeld) austauschen zu können. Leider haben nicht viele Menschen im Umfeld verständniss für Menschen wie uns. Einen Tod eines Kindes kann mann nicht inerhalb von tagen, wochen, oder Monaten vergessen, auch wenn das alle verlangen.

Eure Ursula

marko
11.10.2007, 21:36
Hallo Ursula,
( da ich nicht sicher bin ob Du Dein Gästebuch liest, schreibe ich es Dir lieber zweimal.)
habe es nicht geschafft, vor der Tür der verwaisten Eltern habe ich kehrt gemacht. Meine Angst meinen Schmerz noch intensiver zu spüren ( wenn das überhaupt möglich ist) überwältigte mich. Ja Du hast recht wenn Du Dein einziges Kind verlierst ist der Schmerz bestimmt noch schlimmer. Glaube mir ich fühle mit Dir und wenn Du einfach nur mal reden möchtest melde Dich. Mir hilft es meinen Sohn jeden tag zu schreiben und an die Orte und Plätze zu gehen wo wir gemeinsam waren. Unser Umfeld muß uns ertragen nimm auch Du Dir dieses Recht. Liebe Grüße Birgit

RebellinOA
11.10.2007, 22:36
QUOTE=UrsulaBauerfeld]Hallo Birgit,

ich habe mein Kind im Alter von 24 am 2.8.2007 durch einen Balkonsturz auf Mallorca (Urlaub) verloren. Es war mein einzigstes Kind.Was ihr schreibt verstehe ich sehr gut, aber bei mir ist leider noch etwas schlimmer da es mein einzigstes kind war(nicht falsch verstehen, es ist das schlimmste ein Kind zu verlieren aber noch schlimmer wenn man nur eines hat), und fast mit 45 Jahren kommt ein 2. kind nicht in frage. Ich selbst kann im moment auch noch nicht in eine "Trauer bewältigungsgemeinschaft" gehen. Ich wäre auch sehr dankbar über eine Nachricht wenn es Karo und seiner Familie weiter hilft. Alle die so ähnliches durcherleben sollen sich bitte melden bei mir um eventuell Erfahrungen, gefühle und entäuschungen ( meist von eigenen Umfeld) austauschen zu können. Leider haben nicht viele Menschen im Umfeld verständniss für Menschen wie uns. Einen Tod eines Kindes kann mann nicht inerhalb von tagen, wochen, oder Monaten vergessen, auch wenn das alle verlangen.

Eure Ursula[/QUOTE]

hallo ursula, ich glaube du irrst dich - niemand verlangt, dass man sein kind vergißt! der schmerz, über den verlust eines kindes ist derselbe, ganz egal ob man 10 kinder hat oder nur eines. jedes kind/ jeder mensch ist auf seine art und weise einzigartig und durch nichts zu ersetzen!

hallo birgit, du hast es dein kind auf seinem letzten weg begleitet ... dagegen ist die teilnahme an einem treffen der verwaisen eltern ein klacks....

hallo kalo, ich kenne all diese dummen, unüberlegten sprüche ... wahrscheinlich sind diese aussagen ein zeichen der hilflosigkeit. ich kann mich in dich hineinfühlen, ich kenn die angst nochmal ein kind zu verlieren. hörte ich das "martinshorn" wenn unsere söhne unterwegs waren, dachte ich mein herz bleibt stehen...
es braucht eine lange zeit, und es kostest viel kraft bis man den verlust (ich schreib jetzt ganz bewusst) eines menschen den man liebt verarbeitet hat...

ich für mich kann sagen, unser kind lebt in unseren gedanken, gefühlen und in unserem herzen weiter...... tod ist nur vergessen......

kalo46
17.10.2007, 16:48
Hallo liebe Ursula,
sei gewiß, dass ich mit dir fühle und lass mich dich in Gedanken ganz fest drücken. Selbstverständllich ist dein Schmerz genauso groß wie unserer, wenn nicht sogar noch schlimmer, da du nur diesen einen (einzigartigen) Sohn hattest. Mich tröstet oft, wenn ich ganz verzweifelt bin, wie erst wieder am Montag, dass meine Tochter von der Arbeit kommt u. dann ihren ganzen Arbeitsalltag erzählt. Das lenkt wenigstens für kurze Zeit von diesem unsagbaren Schmerz ab. Denn für sie lebe ich jetzt noch u. ich muss mich doch oft am Riemen reißen wenn sie nach Hause kommt. Ich kann dir nur viel Kraft wünschen u. dass du hoffentlich gute Freunde u. Verwandte um dich hast, die dir in dieser schrecklichen Zeit beistehen.
Eines weiß ich mittlerweilen schon, dass wir es nicht alleine schaffen, aus diesem Loch bzw. aus dieser unendlichen Trauer um unsere Kinder rauszukommen, ohne Hilfe durch Trauergruppen etc.! Am Anfang ging ich mehrmals ins Hospiz zu einer Trauersprechstunde (Einzelgespräche mit Psychologen und Trauerbegleitern), das hat meinem Mann und mir in der Anfangszeit auch ein wenig geholfen. Erst dann sind wir zu dieser Selbsthilfegruppe f. verwaiste Eltern gegangen. Und wie ich ja schon sagte, man kann dort mit Menschen reden, denen das Selbe traurige Schicksal ereilt hat. Auch habe ich auf Empfehlung viele Bücher der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross gelesen. Diese waren mir auch ein kleiner Trost in der Anfangszeit. Man hangelt sich von einem Tag zum Anderen u. jeden Tag sucht man etwas Trost um diesen neuen Tag zu überstehen. Auch hilft mir diese Seite und das SChreiben, denn ich fühle mich nicht mehr so unsagbar alleine und unverstanden. Danke euch allen.
Liebe Grüße
Kalo

RebellinOA
20.10.2007, 16:02
liebe trauernde,


wir können unsere augen verschließen und beten, dass du wiederkommst oder wir können unsere augen öffnen und all das sehen was du uns hinterlassen hast.

unser Herz kann leer sein, weil wir dich nicht sehen können
oder es kann voll Liebe sein, die du mit uns geteilt hast.

wir können tränen vergießen, weil du von uns gegangen bist oder wir können lächeln, weil du mit uns gelebt hast.

wir können uns vom morgen abwenden und im gestern leben
oder wir können heute glücklich sein, wegen des gestern.

wir können die erinnerung an dein fortgehen immer wieder aus dem gedächnis abrufen oder wir können dich in unserem herzen bewahren und dein andenken weiterleben lassen.

wir können uns verschließen leer sein und uns abwenden oder wir können tun was du gewollt hättest

unsere augen öffnen, lieben,lächeln und weitermachen.....

das hab ich heute gelesen, ich fand es schön und wünsche euch allen viel kraft...

Inaktiver User
20.10.2007, 16:18
Das ist wirklich wunderschön und trifft es auf den Punkt.

Es wird sicher vielen hier helfen!

Danke und liebe Grüße :blumengabe: ,
malea

schach_ulla
20.10.2007, 17:18
Hallo RebellinOA,
vielen Dank für diese schönen Zeilen.
Aber es ist so verdammt schwer, vor allem, was im letzten Absatz steht.

Liebe Grüße
Ulla

RebellinOA
21.10.2007, 11:42
Hallo RebellinOA,
vielen Dank für diese schönen Zeilen.
Aber es ist so verdammt schwer, vor allem, was im letzten Absatz steht.

Liebe Grüße
Ulla

ich weiß ulla, aber eines tages wird einem bewusst, dass das leben weitergeht dann macht das weitermachen spaß ...:blume:

kalo46
11.11.2007, 16:24
:in den arm nehmen: Hallo ihr Lieben! war jetzt längere Zeit nicht hier im Forum, da wir schon wieder einen schweren SChicksalsschlag hinnehmen mussten. Eine enge und gute Bekannte (die Mutter einer Freundin von mir) ist ganz plötzlich im Alter von 61 Jahren an einer Hirnblutung gestorben. Sie war mir in der ersten Zeit der Trauer um unseren Mathias eine große Hilfe u. desh. war es auch wieder ein schmerzlicher Verlust eines lieben Menschen. Ihr Sarg war in der gleichen Aussegnungshalle wie unser Sohn am selben Fleck gestanden u. es war f. meinen Mann u. mich ein sehr schwerer Gang. Doch f. meine Freundin u. auch für Helga mussten wir da durch, denn Beide ware auch f. uns sofort da. Dann kam Allerheiligen. Ein ganz schlimmer Tag. Auch wenn man jeden Tag an sein Kind denkt ist dieser Tag nochmals schlimmer als alle anderen.
Langsam graut es mir schon vor d. 1. Weihnachtsfest ohne unseren geliebten Sohn u. Bruder. Weiß nicht wie ich das heuer machen soll. Hab sonst das ganze Haus u. d. Garten dekoriert (ich bin näml. ein totaler Weihnachtsfan) u. weiß, mein Sohn würde es nicht wollen, wenn ich nicht wie jedes Jahr eine bes. Atmosphäre schaffe aber irgendwie bringe ich es nicht so recht zusammen. Jeder Tag ist weiterhin ein Kampf u. ich bin f. jeden Tag dankbar, den ich wieder irgendwie geschafft habe ohne ihn.
Mein Mann fällt jetzt nach fast 4 Monaten erst so richtig in die Trauer u. so muss ich jetzt oft die Starke sein für ihn u. unsere Tochter, die auch erst jetzt so langsam anfängt das Geschehene an sich ranzulassen. Haben uns alle Drei f. Ende dieses Monats (nachvorheriger Absprache mit Beiden) zu einem Wochenend-Seminar f. verwaiste Eltern und Geschwister angemeldet. Hoffe wir kommen da wieder ein Stück in unserer Trauerarbeit voran. Wäre schön wenn mir jemand antwortet, der so ein Seminar bereits besucht hat u. ob es ihm geholfen hat.
Wieder ware wir die Woche bei d. mtl. Treffen der Selbsthilfegruppe f. verwaiste Eltern. Es waren wieder einige "Neue" anwesend. Es ist immer wieder erschütternd was uns Eltern an Leid wiederfahren kann. Manchmal denke ich mir, warum haben wir unsere Kinder erst bekommen müssen um sie dann wieder zu verlieren. Das erscheint mir so sinnlos. Selbstverständlich bin ich für die fast 20 gemeinsamen Jahre mit Mathias dankbar aber ich hätte doch noch so viele mit ihm durchleben u. erleben wollen. Das sind so ganz spezielle quälende Fragen auf die ich u. sicherlich viele von euch keine Antwort bekommen. Tat wieder mal ein bisschen gut mir manches von der Seele zu schreiben. Bis bald
Kalo

MaryB
14.11.2007, 11:20
Ich kann Euch nur bewundern, aufrichtig bewundern, wie Ihr den Tod Eurer Kinder verkraftet und jeden Tag kämpft um weiterzumachen.

Ich habe 2 Söhne ( 11 und 15 Jahre alt ). Der jüngste kam mit einem bösen Herzfehler zu Welt, im Alter von 5 Wochen wurde er 12 Stunden operiert. Es war fast aussichtslos und wir haben schon mit seinem Tod gerechnet. Damals meinten viele, wir sollten doch froh sein daß er "nur" 5 Wochen alt sei, es wäre doch schlimmer ein Kind zu verlieren daß schon älter wäre. Mit war das damals schon unerträglich, egal ob 5 Wochen, 5 Jahre oder 15 Jahre.

Danach hatte er mit 4 Jahren nochmals eine Herz OP, 7 Stunden lang. Dieses Jahr in den Herbstferien bekam er eine Herzkatheteruntersuchung, in Vollnarkose, 4 Stunden war er im OP. Was ich gezittert und gelitten habe, diese grausame Angst er könnte sterben.....

Ich weiß genau, wenn ihm oder meinem anderen Sohn etwas passieren würde, wenn sie vor mir sterben, ich möchte nicht mehr leben. Ich weiß nicht wie ich mit dem Tod eines meiner Kinder fertig werden würde. Den Tod eines Partners oder einer meiner Eltern, daß würde ich verkraften, auch wenn es sehr sehr traurig wäre. Aber wenn Kinder sterben? Wie schafft man so was? Ich kann Euch nur bewundern!

Inaktiver User
14.11.2007, 14:56
Mein Beileid, Kalo.
Ich finde es gut, dass ihr euch Unterstützung sucht.
:blumengabe:

katerignotus
21.11.2007, 19:27
Vor vier Jahren habe ich meinen jüngsten Sohn durch Suizid verloren. Noch heute hat mich das Grauen fest im Griff. Es schmerzt nicht mehr jeden Tag, aber der Schmerz kommt immer wieder. Die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber sie macht das Leid erträglicher.

marko
09.12.2007, 17:18
Liebe Kalo,
ich zünde für Deinen Sohn eine Kerze und drücke Dich ganz zart!
Ich hoffe es geht Dir einigermaßen, leider bist Du nicht mehr aktiv. Sollte Dir Deine Familie und die Gruppe verwaiste Eltern Kraft geben würde mich das glücklich machen

Liebe Grüße

Birgit

kalo46
12.12.2007, 14:46
hallo liebe birgit,
waren vorletzte Woche auf einem Seminar f. verwaiste Eltern. Wir waren dort 3 Tage u. 2 Nächte. Es waren noch 4 weitere Eltern-Paare und eine Mutter mit auf diesem Seminar. Am 1. Abend dachte ich, nachdem ich die vielen leidvollen Geschichten (alle Kinder waren an Krebs gestorben) hörte, das schaffe ich nicht. Aber das Leid hat uns verbunden u. wir konnten sogar gemeinsam mal lachen. Das tat sehr gut. Wir haben jetzt beschlossen im kommenden Jahr wieder auf das Wochenend-Seminar zu gehen. Trotz allem waren die vergangenen Wochen sehr schlimm, ob beim Stadtbummel od. sonstwo dachten mein Mann und ich immer nur, das ist das 1. Jahr in dem wir unserem Sohn nach 20 gemeinsamen Jahren kein Geschenk kaufen. Vergangenen Samstag hatte ich den absoluten Durchhängertag. Nichts konnte mich trösten, bis dann ein SChulfreund meines Sohnes anrief u. fragte ob er gemeinsam m. einer SChulfreundin am Sonntag zu Besuch kommen könnte. Weißt du irgendwie hatte ich das Gefühl, nachdem ich solange nichts von seinen Schulkameraden hörte, sie hätten ihn vielleicht vergessen. Wir haben dann gemeinsam geweint u. geredet u. sie sagten mir, wie sehr er ihnen fehlt. Das tat gut einerseits u. es tröstete mich etwas, dass mein Mathias v. so vielen Leuten vermisst wird, weil er so ein lieber, lustiger junger Mann war. Trotz allem denke ich schon mit Grauen an das bevorstehende Weihnachtsfest. Das 1. ohne ihn. Habe mich jedoch aufgerafft u. die Wohnung etwas dekoriert, hauptsächlich jedoch f. meine Tochter. Wollen auch einen kleinen Baum aufstellen u. m. d. Familie am Heiligabend bei uns Essen. Hoffe ich überstehe das. Warst du jetzt eigentlich schon bei einer Selbsthilfegruppe? Bei mir ist das verschieden. Einsteils helfen mir die Gesrpäche in der Gruppe, andererseits nimmt es mich auch sehr mit von den schrecklichen Verlusten der anderen zu hören. Mir tut jeder so leid, der sein Kind verliert u. ich kann irgendwo nicht verstehen, für was wir sie erst bekommen haben um sie dann wieder hergeben zu müssen. Und dieser Trennungsschmerz bzw. Verlust erscheint mir manchmal unüberwindbar. Besonders schlimm ist es f. mich, wenn ich an sein Grab gehe. Danach bin ich f. 2-3 Tage richtig fertig. War das letzte Mal an Nikolaus dort u. danach hatte ich den absoluten Einbruch am Samstag. Weiß auch kein Rezept, wie man diesen Kummer ertragen kann od. wann er erträglicher wird. Zünde auch in Gedanken eine Kerze für dich an u. wünsche dir viel Kraft f. die kommenden Tage. Versuche jetzt wieder öfter ins Forum zu gehen. Bis hoffentlich bald
Kalo

marko
12.12.2007, 21:42
Liebe Kalo,

schön das Du doch noch da bist, habe mein erstes Gespräch gehabt und in zwei bis drei Wochen bilden sie eine neue Gruppe. Am Weltgedenktag war ich im Kreis von den verwaisten Eltern und es kostete mich sehr viel Kraft. Im Augenblick bin ich ganz unten, Marko wird am 15.Dez. 30 Jahre und wir können diesen besonderen Tag nicht gemeinsam verbringen. Alle Pläne, Überraschungen sind für keinen mehr wichtig. Ich gehe nicht mehr an sein Grab sondern in seinen Garten, alleine die Umbenennung seiner letzten Ruhestätte tut es nicht. Sondern die Gestaltung in seinen Sinne und die Pflege machen es mir möglich mich ihm nahe zu fühlen. Ich treffe, in seinen Garten ( an seinen Grab ) sehr oft einen Freund, eine Freundin oder gute Bekannte von Marko und wie reden über Ihre und unsere gemeinsamen Erlebnisse. Diese kurzen Momente erfüllen mich mit Wärme, er ist für sie nicht vergessen. Am Samstag gehen wir alle gemeinsam um 14:00 Uhr zu Marko und wollen ihn zeigen das er immer ein Teil von uns bleibt. Ich fand den Vorschlag sehr schön obwohl ich Angst habe vor diesen Tag. Ich werde dieses Jahr unser Haus nicht schmücken, da mir nur der Anblick von der Weihnachtsdekoration schon Tränen in die Augen treibt. Meine Tochter versteht das glücklicher Weise. Sie hat Ihre kleine Familie und ich fahre a Heiligabend zu ihr. Auch das findet zum ersten Mal statt. Bisher haben wir uns immer bei mir getroffen und diese Tag gemeinsam verbracht. An Geschenke habe ich keine Freude mehr und war froh meiner Tochter für ihre Einrichtung Geld schenken zu können. Ich schaffe es zur Zeit nicht mich in diesen Einkauftrubel zu begeben. Warum wir unsere Söhne nicht bei uns behalten durften kann uns leider keiner sagen und wir würden auch keine Erklärung oder Begründung akzeptieren. Ich wünsche Dir die Kraft Deinen Weg zu finden. Wir Beide werden unsere Söhne in uns weiterleben lassen und sie werden immer bei uns sein. Ich zünde eine Kerze für Mathias mit an und werde Marko bitten auf ihn aufzupassen. Dich nehme ich im Gedanken in die Arme und halte Dich fest.

Bis bald liebe Kalo

Du bist in Deinen Schmerz nicht alleine

Birgit

Pemaus
23.12.2007, 23:24
Liebe Birgit,
ich möchte dir einfach mal wieder liebe Grüße schicken und wünsche dir ein halbwegs lebbares Weihnachtsfest!
LG
Petra mit Claudia so nah und doch sooooooo weit weg :knatsch:

marko
27.12.2007, 12:59
Liebe Claudia,

schön mal wieder was von Dir zu hören, da Kalo zur Zeit nicht sehr aktiv ist habe ich es erst Heute entdeckt. Ich hoffe Eure Weihnachtstage waren erträglich und Du bist Deiner Claudia im Gedanken nah gewesen. Habe die Feiertage bei Claudia vorbeigeschaut, da ich mich eigentlich auch endlich mit Marko seiner Gedenkseite beschäftigen wollte. Ging aber leider noch nicht, sitze im Augenblick in einem Tief und jeder Gedanke an Marko schmerzt so sehr.

Liebe Grüße und fühle Dich :in den arm nehmen:

Birgit

kalo46
29.12.2007, 15:40
Hallo liebe Birgit,
hatte so viel um die Ohren, da ich bis 21.12.07 gearbeitet habe u. viel für das Weihnachtsfest vorzubereiten hatte. Dieses Jahr waren alle bei uns am Heiligabend und am 2. Weihnachtstag. Habe die Festtage nur mit viel Baldriantropfen u. Baldriparan bewältigt (irgendwie) u. meinen Mathias gebeten er möge mir helfen diese Tage (das 1. Mal seit 20 Jahren ohne ihn) zu überstehen. Irgendwie hat es geklappt, hatte dann nach den Feiertagen meinen Durchhänger. Habe viel an alle Mütter gedacht, denen es so ergeht wie uns heuer.
Zur Zeit ist meine Cousine zu Besuch da. Bin mit Kochen etc. beschäftigt u. das lenkt mich momentan etwas von der Trauer ab. Vor Weihnachten waren auch ehemalige Schulkollegen v. Mathias da u. brachten mir endlich das Kondolenzbuch, das in der SChule auslag vorbei. Alles was die jungen Leute da reingeschrieben haben hat mich sehr berührt aber auch sehr traurig gestimmt. War auch 2x am Grab vor Weihnachten,aber das wühlt mich jedesmal so auf, das ich jetzt für mich beschlossen habe nicht mehr so oft hinzugehen, wenigstens eine Zeit lang nicht. Wir denken an unsere Kinder sowieso von früh bis spät. Rede auch viel mit ihm und manchmal denke ich er ist hier. Habe für mich festgestellt, dass es mir sehr hilft, mit Freunden, Bekannten u. Nachbarn über ihn zu reden. Schlechter geht es mir, wenn ich alleine bin, denn dann fühle ich mich so richtig alleingelassen. Natürlich geht jeder anders mit seinem SChmerz um, aber für mich ist es das Beste jetzt wieder unter Leute zu gehen u. über Mathias so viel zu reden wie möglich. So fühl ich mich ihm umso näher. Hoffe ihr alle habt auch so liebe Menschen um euch, die euch in dieser schweren Zeit nicht alleine lassen u. wünsche allen auf diesem Weg einen guten Rutsch ins neue Jahr (das 1. ohne unsere geliebten Kinder) u. bis hoffentlich bald wieder in diesem Forum.
Gruß Kalo

kalo46
05.01.2008, 16:21
Hallo liebe Birgit,
habe das Weihnachtsfest einigermaße überstanden u. hatte jetzt noch 1 Woche Besuch von meiner Cousine. Das lenkte mich nach den Feiertagen ab. Haben viel zusammen geweint vor allem an Silvester, denn da wurde mir bewusst, dass es das 1. komplette Jahr ohne unseren Sohn ist. Meine Cousine, die Krankenschwester ist, sagte dann das sei auch eine Art von Loslassen. Haben um 0.00 h. blaue Raketen in den Himmel geschossen (seine Lieblingsfarbe) u. kurz danach fing es an zu schneien. E. Kübler-Ross schreibt in einem ihrer Bücher, dass Schneeflocken Seelen sind, die auf die Erde zurückkommen. Dies fiel mir sofort ein und es war mir als ob uns unser Mathias von oben besucht und drückt u. grüßt u. uns sagen will, dass er noch bei uns ist. Seitdem bin ich etwas ruhiger geworden. Weine zwar immer noch aber ich habe mittlerweilen schon dankbare Momente dazwischen, in denen ich glücklich bin so einen wunderbaren Sohn 20 Jahre gehabt zu haben. Ich drücke dich ganz fest u. wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit. Kann verstehen, dass der Geburtstag schrecklich war. Unser Mathias wäre am 06.09.07 - 20 Jahre alt geworden. Haben diesen Tag mit Eltern und Geschwistern bei uns verbracht, denn ich sagte zu ihnen es bringt ja nichts, wenn jeder in seinem zu Hause rumsitzt und weint, dann machen wir das lieber gemeinsam. Genau wie du fällt es mir schwer sein Grab zu besuchen, bin dann jedesmal für 2-3 Tage kpl. am Boden. Habe für mich beschlossen nicht mehr so oft hinzugehen. Zünde zu Hause auf dem Balkon jeden Tag ein Licht für ihn an u. denken tun wir sowieso die ganze Zeit an unsere Kinder. Haben im letzten Sommer einen Garten bei uns zu Hause für Mathias angelegt, mit Blumen aus den Schalen von der Beerdigung. Sehe diesen Garten von meinem Balkon aus u. fühle mich ihm so ganz nah- Hoffe höre bald wieder was von dir.
Liebe Grüße
Kalo

marko
07.01.2008, 11:24
Liebe Kalo,

es ist schön das Du ein wenig Zeit gefunden hast Dich hier mal wieder sehen zulassen. Ich habe über die Feiertage ( dieses Wort hat für mich plötzlich eine ganz Andere Bedeutung) sehr oft an Dich denken müssen, wie schafft sie wohl diese Tage durchzustehen. Bestimmt tat es Dir gut im Kreis Deiner Familie diese Tage zu verbringen. Mathias ist bestimmt bei Dir / Euch und passt als Schutzengel auf Dich auf. Wenn Du lächelst dankbar an Deinen wundervollen Sohn Mathias denkst sind es Streicheleinheiten von Mathias, so wie vielleicht auch die Schneeflocken die Dich berührten. Ein schöner Gedanke der mich sehnsüchtig auf die nächsten Schneeflocken warten lässt. ich selber durchlebe zur Zeit eine Achterbahn der Gefühle, immer wieder falle ich in ein tiefes schwarzes Loch und schaffe es kaum aus dieses Phasen wieder raus zukommen. Marko fehlt mir so sehr und ich kann mich nicht wirklich dazu durchringen seinen Fortgehen zu akzeptieren. Würde ihn gern noch einmal sehen und ihm sagen wie stolz ich auf ihn bin, wie sehr ich ihn liebe und und….. .Wie kann es richtig sein unsere Kinder gebären zu dürfen und dann müssen wir sie vor uns gehen lassen. Ich würde ihn diesen Weg gern abnehmen, ihn sein Leben weiter leben lassen und er soll Alt werden. Soll selber diese Liebe zu seinen Kindern spüren und jede Minute genießen dürfen. Ich denke oft was ich alles anders gemacht hätte, ich habe nie daran gedacht Marko könnte vor mir gehen, nie damit gerechnet ihm meine Liebe zeigen und spüren zulassen. Wie oft hat die Zeit gedrängt und ich habe anderen Dingen den Vorrang gegeben. Zeit die uns fehlte und die wir immer nachholen wollten. Endlich einmal wieder gemeinsam Urlaub machen, Spielabende veranstalten und einfach nur Zeit miteinander verbringen. Das Du Mathias seinen eigenen Garten gestaltet hast finde ich wunderschön und der Gedanke dort bist Du ihm nah erwärmt mein Herz. Ich wünsche Dir die Kraft um loszulassen und würde mich freuen von Dir zuhören. Zuhören wie es Dir geht und Du es schaffst mit Mathias im Herzen wieder ein wenig Glück zu spüren. Wie geht es Deinem Mann und Deiner Tochter, meine Tochter ist mir nach Außen immer zu stark, versucht mich aufzubauen ohne über ihre eigene Trauer zusprechen. Es ist ganz schön schwer über den unendlichen Schmerz nicht die eigene Tochter zu vernachlässigen , wie schaffst Du das denn.

Liebe Grüße und :in den arm nehmen:
Birgit

kalo46
22.01.2008, 16:41
Hallo liebe Birgit,
danke für deine lieben Zeilen. Die Gedanken die du mir geschrieben hast sind mir nur allzu bekannt. Auch ich denke immer wieder, warum haben wir diese wunderbaren Kinder erst bekommen müssen um sie dann wieder hergeben zu müssen. Hatte vergangene Woche Geburtstag. Der 1. seit 20 Jahren ohne ihn. Letztes Jahr haben wir noch zus. Fox getanzt und waren so glücklich und froh, da er gerade seine Facharbeit fertig gestellt hatte. Auch ich hätte ihm gern noch so viel gesagt und hätte ihm gern noch so viel gutes getan. Aber das können wir nun leider nicht mehr. Irgendwo tief in mir weiß ich, dass er die ganze Zeit hier ist aber das Gefühl ihn nicht mehr an mich drücken zu können ist unbeschreiblich schwer. Wie soll man es da schaffen sie loszulassen? Diese Frage beschöftigt mich momentan sehr, denn ich möchte dass es ihm dort egal wo er jetzt ist gut geht. Meinem Mann und meiner Tochter geht es auch nicht gut. Meine Tochter macht es wie deine sie verdrängt viel u. will für uns stark sein. Mein Mann kämpft sehr mit sich. Er geht oft nach der Arbeit od. morgens ans Grab. Ihm hilft das ein wenig,aber mir nicht. Es ist jeden TAg immer noch ein Kampf. Mal tröstet er mich mal ist es umgekehrt. Heute ist Mathias seit 1/2 Jahr tot. Hätte nie gedacht, dass ich ohne ihn weiterleben kann. Aber wir müssen mehr od. weniger. Oft geht es mir wie dir, dann denke ich warum hat er mich nicht geholt, warum nur ihn, der sein ganzes Leben noch vor sich hatte. Hätte ihm ja dann von oben oder von irgendwo trotzdem sehen können. Heute ist desh. auch wieder ein besch. Tag. Gerade kommt mein Mann nach Hause desh. lass dich von mir ganz fest gedrückt wissen melde mich wieder in Kürze.
Liebe innige Grüße
Kalo

kalo46
28.01.2008, 14:39
Hallo Ihr da Draußen,
heute habe ich wieder einen Sch....tag. Bin krank u. muss die ganze Zeit heulen, da sonst wenn ich krank war mein Mathias immer sehr um mich besorgt war. Er hat mir immer Tee gemacht u. laufend gefragt ob ich etwas brauche. Jetzt laufe ich hier alleine in der Wohnung rum u. niemand fragt wie es mir geht. Kämpfe seit meinem Geburtstag in d. vergangenen Woche tgl. mit Weinkrämpfen u. jetzt kommen immer wieder Fragen hoch ob es ihm dort wo er ist auch gut geht usw. Denke dann immer er hat es ja geschafft aber wir müssen hier weiter rumlaufen u. uns irgendwie von einem zum anderen Tag hangeln. Eine gute Bekannte sagte einen Tag nach seinem Tod, dass sie erst kürzlich in der Zeitung einen Nachruf gelesen hatte u. darin stand u.a. der Satz "Opfer sind nicht die, die gehen, sondern die, die hierbleiben müssen". Das stimmt. Dieser Satz kommt mir ständig in den Sinn. Jetzt ist er schon fast über ein halbes Jahr nicht mehr bei uns u. ich merke jeden Tag ein bisschen mehr, wie sehr er hier und vor allem uns fehlt. Wann wird dieser Schmerz endlich etwas nachlassen? Diese Frage stelle ich mir jeden Tag aufs Neue. Wird es überhaupt irgendwann mal leichter mit der Trauer umzugehen. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass unser Leben nie mehr das Selbe sein wird wie vor diesem Unglücksstag u. das macht mir Angst. Wie sollen wir alle mit diesem Verlust u. m. dieser Sehnsucht je fertig werden? Ich weiß es nicht. Kann mir jemand darauf eine Antwort geben? Zur Zeit trösten mich auch keine Freunde im Gegenteil. Es ist alles so sinnlos geworden. Für was laufe ich hier noch rum. Jeder lebt sein Leben um mich rum weiter wie bisher nur wir können das nicht mehr. Warum???? :niedergeschmettert: Ach mir war heute einfach danach mich an den Computer zu setzen u. meinen Schmerz m. anderen, die das gleiche Schicksal erleiden mussten wie wir zu teilen. Lasst euch alle innig grüßen u. viell. kann mir ja jemand eine Antwort auf meine ständig wiederkehrenden Fragen geben.:in den arm nehmen:
Gruß
Kalo

Tina3
28.01.2008, 15:11
Hallo Kalo
Also wenn es mir so schlecht geht wie,wie du es beschreibst dann versuche ich an andere zu denken wie Z.b die Frau bei uns am Ort wohnt die ihren Mann verloren hat durch ein Verkehrsunfall und jetzt mit ihren 3Kindern alleine da steht und es ihr sehr schlecht geht und dann merke ich das es überall Trauer,Leid ,Einsamkeit gibt. Du bist nicht alleine mit deiner Trauer dir kommt es nur so vor weil du so verzweifelt bist,versuch dich zu beruhigen .Gruß Tina

dieterS
28.01.2008, 15:17
:blumengabe: gib dir Zeit

Haferflocke
28.01.2008, 15:42
Liebe Kalo,
leider habe ich auch keine Antworten. Ich quäle mich im Moment genauso wie Du. Auch bei mir ist es jetzt ein halbes Jahr her, seit mein Freund in den Urlaub geflogen ist, aus dem er nicht mehr zurückkam...Es ist immernoch jeden Tag so schwer, der Blick in die Zukunft ohne ihn ist einfach grau. Alles ist so sinnlos.
Und dennoch: Was bleibt uns denn, als weiter zu machen? Wir dürfen uns nicht aufgeben und wahrscheinlich steckt viel mehr Kraft in uns, als wir alle denken. Denn irgendwo nehmen wir ja die Kraft her, jeden Morgen von neuem aufzustehen, weiter zu machen. Für die, die uns hier noch brauchen, für die Toten, die nicht wollen, dass wir aufgeben. Und wahrscheinlich auch für uns. Ich kann es noch nicht recht glauben, aber vielleicht wird es wirklich irgendwann leichter werden....und vielleicht sogar mal wieder schön....anders schön.
Wir müssen einfach durchhalten. Haha, einfach! Wie schwer das ist, das weiß man erst, wenn man es selbst erlebt hat....
Ich wünsche Dir alles Gute - und mir auch.
Liebe Grüße,
Haferflocke

Lyanna
28.01.2008, 16:09
Liebe Kalo:blumengabe:

Darf ich dich :in den arm nehmen:

Das ist sicher kein Trost für dich, vielleicht ein bisschen menschliche Wärme?
Sie fehlt auch mir im Moment, ich wünschte, es wäre anders,
ist es aber nicht!
So kann ich nur annehmen, das, was ist ...es bleibt mir nichts anderes übrig.
Wie schön, wenn du dir vielleicht mit dem Schreiben ein klein wenig "Erleichterung" verschaffen kannst für eine kleine Verschnaufpause?!
Mich überrollen die Gefühlswellen aus "heiterem Himmel",
und manchmal fühle ich mich wie ausgedörrt und erschlagen.
Es muss wohl so sein, sonst wäre es ja nicht?:ooooh:
Und es hilft mir sehr, hier zu lesen, mit zu fühlen und zu erkennen:
auch damit bin ich nicht allein!

Ich lese gern bei denen, die schon eine längere Wegstrecke des Trauerns zurückgelegt haben.
Das macht mir Mut und ich fühle:
wenns einer schafft, schaffts auch der Nächste!:smile:
Davon bin ich überzeugt!

Es dauert, auch das hab ich erfahren und manches hat sich für mich als "trügerisch" herausgestellt ...
der "Sturz ins Bodenlose" kam von Jetzt auf gleich.
Die Trauer fühlt sich schon ein wenig anders an bei mir ...
aber manchmal ist sie doch unerträglich für mich.

Ich lebe noch ...das ist für mich "ein Wunder".

Darf ich noch mal, liebe Kalo?:in den arm nehmen:

Uns allen wünsche ich viel Kraft und Mut für die Dinge,
die wir weiterhin bewältigen müssen.

Alles Liebe

Lyanna

Pemaus
28.01.2008, 17:22
Liebe Kalo,
ja das sind die Fragen die man sich stellt. Die Antworten.....hmmm? Nein es wird nicht besser, kann ich dir nach 5 Jahren sagen, es wird anders, die Sehnsucht bleibt, der Schmerz wird blasser, man lernt wieder Leben, langsam Schritt für Schritt. Das Leben bekommt eine ganz andere Gewichtung. Auch mich trift es immer mal wieder aus heitem Himmel! Wir waren am Samstag zum Karnveal. Da hat eine Kindergruppe getanzt. Die Leiterin der Gruppe war eine junge Frau die mit meiner Tochter konfirmiert wurde, ohh ich wäre am liebsten sofort heim. Ja und dann haben sie noch dieses Lied gespielt und gesungen mit aller Inbrunst. Ihr kennt es sicher, von D,J. Ötzi, *Ein Stern der Deinen Namen trägt* Claudias Freude haben ihr auch so einen Stern gekauft:heul:
Ich wäre am liebsten heulend aus dem Saal gerannt. So trifft es einem immer wieder.
Liebe Kalo doch man kann damit leben, aber es kommt Schritt für Schritt oder besser ein Schritt vor, zwei zurück und drei vor und einem zurück. Es geht so langsam, las dir diese Zeit. Ich für mein Teil kann sagen das es so im 4. Jahr eine Veränderung gegeben hat. Das Leben wurde nach und nach wieder ein wenig leichter. Aber auch jetzt kommen bei mir immer wieder mal diese SCh... tage, die Tage zum weinen und grübeln.
Fühl dich ganz fest:in den arm nehmen:
LG
Petra mit Claudia für immer

marko
30.01.2008, 13:43
Liebe Kalo,

ich kann Dich so gut verstehen, es wird nicht besser aber anders. Im Augenblick überfällt mich die Trauer wann immer ihr danach ist, ob beim lesen, kochen, arbeiten oder mitten in der Nacht. Ja um uns geht das Leben weiter und auch unser Leben geht weiter denn wir können die Uhr leider nicht zurückdrehen und dann anhalten. Marko fehlt jede Sekunde und der Schmerz ihn nie wieder zu sehen, zu hören, zu spüren, seine Liebe, sein Humor und und ….. nie wieder zu erleben lässt mich fast aufgeben. Doch wir haben auch noch Verantwortung für unsere Lieben die uns brauchen und lieben. Es gibt immer wieder diese einzige Frage warum doch will ich wirklich eine Antwort darauf ich glaube Heute es würde doch nichts verändern. Ich vergrabe mich in meine Arbeit und lenke mich ab nur um nicht verrückt zu werden.
Eins ist mir aber klar geworden, ich bin so reich beschenkt worden durch Marko und das kann mir keiner nehmen. Die gemeinsame Zeit gehört mir für immer und diesen Schatz will ich nicht missen.
Vielleicht werden auch wir irgendwann einen Sinn im unseren Leben ohne unsere Söhne finden oder mindestens dieses Leben ertragen.
Unsere Söhne wollten immer das es uns gut geht also sollte wir es für sie wenigstens versuchen.
Es wird nicht leichter nur anders!!
Gebe bitte nicht auf denn Du gibst mir ein wenig Kraft es zu ertragen und jeden Tag neu zu beginnen.

Liebe Grüße und ein wenig Glück

Birgit mit Marko im Herzen

:liebe: :in den arm nehmen: :liebe:

kalo46
07.02.2008, 18:54
Hallo Ihr Lieben,:in den arm nehmen:
hatte schon wieder eine Sch.....Woche. Gerade habe ich einen riesigen Text geschrieben u. dann war er weg. Naja z.Zt. klappt wohl gar nichts. Ich fand toll was Petra geschrieben hat mit dem Stern. Diese Idee geht mir auch schon lange durch den Kopf. Auch ich muss bei dem Lied immer heulen. Wie seit neuestem immer so unkontolliert. Habe jetzt ein paar Tage versucht ohne Baldrian-Dragees auszukommen. Der Schuss ging aber nach hinten los. Wahrscheinlich braucht man solche Sachen doch zur Unterstützung im 1. Jahr. Bin schon froh dass ich kein starkes Medikament mehr nehmen muss. Habe anfangs auch nur was zum SChlafen genommen.
An dich liebe Birgit:in den arm nehmen: muss ich auch so oft denken. Gehst du jetzt zu einer Selbsthilfegruppe? Wenn nicht kann ich dir aber ein Seminarwochenende f. verwaiste Eltern sehr ans Herz legen. Das hat uns auch viel geholfen, da man dort in 3 Tagen viel aufarbeiten kann mit den anderen Eltern. In der Selbsthilfegruppe war ich auch schon 2 x nicht, denn immer wenn neue Eltern dort sind erzählt jeder seine Geschichte wieder u. da haben wir auch nur 2 Stunden Zeit (1x im Monat). Da kann man nicht viel aufarbeiten. Außerdem nimmt es mich immer so sehr mit, wenn ich wieder neue Schicksale höre. Mir tun alle Eltern leid, die durch so eine Hölle gehen müssen. Danach geht es mir dann immer noch schlechter.
Lese sehr viele Bücher über trauernde Eltern, das hilft mir immer mal wieder ein paar Tage manchmal auch nur 1 Tag. So hangelt man sich von einer Heulattacke zur nächsten. Wie geht ihr anderen denn mit diesen plötzlichen Ausbrüchen um? Was hilft euch den SChmerz zu lindern. Bin für jede Info dankbar. Meinem Mann hilft die Arbeit draußen. Er hat schon wieder ettlilche Baustellen aufgemacht, da ist er den ganzen Sommer wieder beschäftigt. Ich kann mich zu nichts aufraffen, ausser dem alltäglichen. Habe keine Lust zu gar nichts mehr. Funktioniere hier mehr od. weniger. Naja auch wieder so eine Phase in unserem langen Trauerprozess. Das SChreiben hat mir heute auch wieder geholfen u. das Lesen eurer Antworten gibt mir auch immer wieder Kraft - nur kann ich nicht denken, dass ich nicht alleine bin, weil mich einfach jedes Schicksal, dass ich hier lese sehr berührt. Im Geiste fühle ich mit jeder Mutter, die so einen schrecklichen Verlust ertragen muss. Lasst euch alle umarmen:in den arm nehmen: u. bis zum nächsten Mal
Liebe Grüße Kalo mit Mathias an der Seite