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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Du, nimm's nicht persönlich, aber....."



Pummel
23.09.2007, 11:29
Du, nimm’s nicht persönlich, aber...

Mit dieser schönen Einleitung bekam man früher die größte persönliche Kritik präsentiert. Wenn man etwas nicht persönlich nehmen darf, bekommt man danach garantiert das Beleidigendste und Schlimmste an den Kopf geworfen, in einer Art, wie sie nur echte Freunde formulieren können.
Nun hat der Nimm s-nicht-persönlich-Trend ein Ende: Direktheit ist jetzt in. Und Ehrlichkeit. Die ist nämlich ganz wichtig, in einer Zeit, in der einem den ganzen Tag nur die Hucke voll gelogen wird.
Unter dem Mantel der Ehrlichkeit und Direktheit darf man anderen Menschen alles sagen, was man will. Meinen die Direkten. Ob nun Beleidigungen, Kritik am Körpergeruch oder am Umgang mit dem Partner: Wer alles ehrlich und direkt sagt, braucht sich keiner Schuld bewusst zu sein, denn er ist ja offen zu seinen Mitmenschen.
Das Problem: Menschen verletzen Menschen, wenn sie immer sagen, was sie denken. Die gute, alte, Höflichkeitslüge hat wohl ausgedient. Dabei hatte die wirklich einen Sinn: Sie bewahrte die Mitmenschen davor, verletzt zu werden und ließ einen selbst in einer angenehmen Erinnerung bei den Mitmenschen zurück.
Doch die Gefühle anderer scheinen heute nicht mehr zu interessieren. Ich möchte mir nicht von einem entfernten Bekannten sagen lassen, wie ich mein Leben zu führen habe. Ich möchte auch nicht von einem entfernten Bekannten gesagt bekommen, dass mir mein Bart nicht steht. Oder meine Füße stinken.
Liebe Direktmenschen: Ich will es nicht wissen! Und nehmt es nicht persönlich, aber: Ihr seid schlicht und einfach arrogant! Und ich mag euch nicht!
------------------------------


Dies ist ein Artikel aus meiner Tageszeitung u. ich fand ihn einfach nur gut u. wüßte gerne, was ihr davon haltet. aber nehmt's bitte nicht persönlich.:zwinker:

Pummel

Polarstern
23.09.2007, 11:50
Hallo Pummel,

ich gehöre leider zur Höflichkeitslügenfraktion. Das macht mir das Leben manchmal unerwartet schwer: wenn ich zB einen Kollegen habe, der stinkt. Der wirklich stinkt, nicht nur ein wenig riecht. Nun mag ich den Kollegen sehr und würde mir lieber die Zunge abbeißen, als ihn zu verletzen. Also sage ich nichts und lasse mich gelegentlich einfach einhüllen in seine Duftwolke.
Aber mal ganz ehrlich. wie unhöflich ist es eigentlich, stinkend durch die Gegend zu laufen und zu sagen: "Es geht euch nichts an, daß meine Füße/Achseln/Pullover stinken!"?

Manchmal wünsche ich mir ein wenig mehr arrogante Direktheit....

LG
Polarstern

Inaktiver User
23.09.2007, 11:59
Das mit dem "Du-nimms-nicht-persönlich" habe ich noch nie verstanden. Was meint die Person, die Kritik anbringt, damit? Nimms nicht persönlich, aber du riechst schlecht. Was bitte, ist daran unpersönlich? Das ist doch eigentlich nur ne Floskel, damit die Kritik nicht ganz so hart rüberkommt und der, der es sagt, sich nicht ganz so fies vorkommt..

Lillan

Inaktiver User
23.09.2007, 12:06
doppelt

Inaktiver User
23.09.2007, 12:06
Man nennt so was TAKTGEFÜHL ... und wem es daran mangelt, der wird sich immer benehmen, wie der Elefant im Porzellanladen - und der wird auch immer Menschen verletzen und beleidigen ... oft ungewollt und unbewusst ...

Andererseits würde ich mir manchmal mehr direkte Ansagen im menschlichen Miteinander wünschen. Vielleicht ist man selbst froh darüber, etwas gesagt zu bekommen, was man dann ändern kann ... besser, als wenn der andere sich vieleicht ewig drüber ärgert ..... oder sich bei Dritten darüber beklagt ...!?

Inaktiver User
23.09.2007, 14:29
Wieso arrogant :wie?: :wie?: :wie?:

Zitronengras
23.09.2007, 15:10
Kenn ich auch. Beliebt ist auch die EInleitung "Du, darf ich Dir mal was sagen..." Ich hatte mal eine Kollegin, die in Situationen, in denen ich sehr angespannt war und es mir nicht gut ging (was aber nix mit ihr zu tun hatte), so ankam und dann bei mir ablud, wie anstrengend sie mich findet. Danke, das hab ich dann auch noch gebraucht.

Ehrlichkeit gut und schön, aber nicht um jeden Preis. Leute, die meinen "wieso, ich bin doch nur ehrlich" sind oft diejenigen, die total unsensibel sind und nicht wissen, wann man mal besser die Klappe gehalten hätte...

Hat aber immer zwei Seiten, denn derjenige, der sich das alles in jeder Lebenslage von vorne bis hinten anhört, ist zu höflich, will sagen, hat ein Abgrenzungsproblem. Man kann auch deutlich machen oder deutlich sagen "darüber möchte ich jetzt nicht sprechen"

Pummel
23.09.2007, 15:11
Ich hatte eine Kollegin, ist lange her, die sehr, sehr direkt war. Sie knallte einem 'ihre' Wahrheiten wirklich vor den Kopf, Dinge die sie wirklich absolut nichts angingen. Dementsprechend war sie so ziemlich die unbeliebteste Person i.d.ganzen Firma.
Ich denke es gibt Dinge die kann man sich wirklich verkneifen u. andere, wie z.B. Körpergeruch, da sollte man sich überlegen wie man es so 'gut' wie möglich mitteilt.

fraeulein_minza
23.09.2007, 15:36
JA!!!

Oder auch gern genommen als Einleitungssatz für persönliche Verletzungen:
- 'Ich will Dir nicht weh tun, aber...'
- 'Entschuldige, aber...'
- 'Du bist so toll, faszinierend, blablabla, aber...'
- 'Du bist zu gut für mich, aber...'
- 'Ich habe dich nicht verdient, aber...'

Ja, wenn man mir nicht weh tun will oder sogar so nett ist sich zu vorab schonmal zu entschuldigen, dann lasse ich mir doch gern 'ins Gesicht schlagen' (im übertragenen Sinn)! Nur zu!

Nun, ich denke so, wie Marie38 geschrieben hat... TATKTGEFÜHL ist alles!

Ich schätze taktvolle Kritik von Menschen die mir nahe stehen! Ich bin interessiert daran zu wissen, was ich z.B. unbewusst falsch mache oder ähnliches...Ich finde gar, es gehört zur innigen Verbundenheit mit anderen dazu - DAS ICH WIRD AM DU. Ich mag es auch auf der sachlichen Ebene. Konstruktive Kritik bringt mich weiter! Ich gehe sogar soweit, dass Menschen dir mir 'nahe' sind, aber niiiiieeee Kritik an mir üben und mir stets den 'Bauch pinseln', nicht wirkliches Interesse an mir haben!

Ich bevorzuge sanfte Ehrlichkeit vor scheinheilgem 'in Watte packen', aber ich präsentiere nicht jedem dahergelaufenen ungefragt meine Meinung!

Polarstern
23.09.2007, 15:44
Ich hatte mal eine Kollegin, die in Situationen, in denen ich sehr angespannt war und es mir nicht gut ging (was aber nix mit ihr zu tun hatte), so ankam und dann bei mir ablud, wie anstrengend sie mich findet. Danke, das hab ich dann auch noch gebraucht.

Aber könnte es nicht auch sein, daß Du dieses Angespanntsein dann auf sie übertragen hast? Dann finde ich es durchaus ok, wenn sie versucht hat, Dir das mitzuteilen.

Ich frage das, weil ich die Situation, auch aus dem Büro, so kenne: wir sitzen immer zu dritt, haben alle sehr fordernde Jobs, die ab und an dann mal ganz und gar stressig werden, zB vor Konferenzen. Wenn nun eine in diesem Büro so unter Druck steht, daß sie die anderen angiftet oder wegen Nichtigkeiten zur Schnecke macht, dann muß man das ansprechen können.
(Ich bin gut darin, meinen Streß an andere weiterzugeben; zum Glück schickt mich ein befreundeter Kollege dann immer erst mal an die frische Luft :freches grinsen:)

Auch wenn es Dir aus anderen Gründen nicht gut ging: falls Du das an ihr ausgelassen hast, war ihre Kritik berechtigt.

LG
Polarstern

Inaktiver User
23.09.2007, 15:54
Kenn ich auch. Beliebt ist auch die EInleitung "Du, darf ich Dir mal was sagen..." Ich hatte mal eine Kollegin, die in Situationen, in denen ich sehr angespannt war und es mir nicht gut ging (was aber nix mit ihr zu tun hatte), so ankam und dann bei mir ablud, wie anstrengend sie mich findet. Danke, das hab ich dann auch noch gebraucht.


He, das hatte ich auch gerade, hab's aber nicht persönlich genommen, sondern mich ein wenig zurück, weil ich mir gedacht habe, sie war wohl auch angespannt. Nur hatte sie es nicht gesagt und ich hatte es nicht bemerkt. Hätte sie es gesagt, hätte ich besser aufgepasst.

Da ist manchmal Ehrlichkeit schon besser.

Inaktiver User
23.09.2007, 15:56
Liebe Polarstern,

hättest Du lieber ein eigenes Büro oder ist es Dir dann doch so lieber, dass es mal zu Reibungen (wegen Stress z. B.) kommt?

Mir ist Letzteres, also Arbeiten im räumlichen Verbund lieber, wegen des Austausches. Da nehme ich lieber mal Reibungen in Kauf, wenn möglich höflich, ich habe aber auch schon mal einen Kollegen heftig angekeift und mich dann entschuldigt (peinlich, peinlich).

Inaktiver User
23.09.2007, 15:57
JA!!!

Oder auch gern genommen als Einleitungssatz für persönliche Verletzungen:
- 'Ich will Dir nicht weh tun, aber...'
- 'Entschuldige, aber...'
- 'Du bist so toll, faszinierend, blablabla, aber...'
- 'Du bist zu gut für mich, aber...'
- 'Ich habe dich nicht verdient, aber...'

!

Das Beste ist immernoch:" Es geht mich ja eigentlich nichts an, aber....."

Da bin ich immer versucht zu sagen: Genau. Es geht dich nichts an - Schnauze!

Und beim Schußmachen - ergänzend zu deiner Liste:

- Es liegt nicht an Dir, es liegt an mir. :freches grinsen:

Zitronengras
23.09.2007, 17:41
Auch wenn es Dir aus anderen Gründen nicht gut ging: falls Du das an ihr ausgelassen hast, war ihre Kritik berechtigt.


Klar, dann wäre es das sicher gewesen. Aber wenn ich einfach vor mich hin arbeite, nicht viel sage, verkniffenes Gesicht mache, habe ich nichts an ihr ausgelassen, finde ich. Es ging um die Verlängerung meines Vertrages, das wusste sie auch. Klar, dass man dann nicht entspannt sagt, och, ich guck mal, trallalaaa, wenn es einem an die eigene Existenz geht...

Ich bin aber generell kein Mensch, der seine Unzufriedenheit dann an anderen auslässt (z.B. durch Anmeckern des Anderen, durch Abwälzen von Aufgaben etc.) Leider sieht man es mir an, wenn es mir nicht gut geht... naja, ich arbeite dran...

Inaktiver User
23.09.2007, 18:21
Ich wünsche Dir mal die Verlängerung. Stimmt, wer wäre da entspannt und gerade da brauchtest Du da solche Sätze nicht!!

Sugarnova
24.09.2007, 00:04
Ich hatte den Fall, dass jemand in einer Stress-Situation SEHR ausfallend gegenüber mir geworden ist. Ohne, dass ich was dafür konnte - nö, ich wollte ihr noch raushelfen, und wurde dafür angeraunzt.

Entschuldigt hat sie sich dafür nicht, aber ich musste mir von anderen Kollegen anhören, dass ich das doch bitte nicht persönlich nehmen solle. Ach ja.

Ich liebe diesen Satz. Klar nehme ich Kritik persönlich, muss sie erstmal verdauen, und klar bin ich bei persönlichen Angriffen erstmal auf defensiv eingestellt - was auch sonst!

Polarstern
24.09.2007, 14:35
Liebe Polarstern,

hättest Du lieber ein eigenes Büro oder ist es Dir dann doch so lieber, dass es mal zu Reibungen (wegen Stress z. B.) kommt?

Mir ist Letzteres, also Arbeiten im räumlichen Verbund lieber, wegen des Austausches. Da nehme ich lieber mal Reibungen in Kauf, wenn möglich höflich, ich habe aber auch schon mal einen Kollegen heftig angekeift und mich dann entschuldigt (peinlich, peinlich).
Hallo herbstblatt,

für ein eigenes Büro würde ich einiges geben:
Eine Kollegin ist Sprecherin einer Gruppe Mitarbeiter, wird also immer gern (und zu recht) von problembeladenen Kollegen besucht. Die andere ist Griechin und ruft mindestens einmal am Tag zu Hause an (was ich verstehen kann, aber sie tut es dann, wenn in Muttis Boutique nichts los ist, also mitten am Tag :knatsch:).

Ich bin am Ende meines Projektes und sehr angespannt, muß viel schreiben und das auf Englisch, was mir nicht liegt und mich sehr viel mehr fordert. Nebenbei läuft mein Vertrag zum Jahresende aus, das war letztes Jahr nicht anders (meine Verlängerung wurde am 22.12. beschlossen).

Ich könnte beide Kolleginnen an manchen Tagen unangespitzt in den Boden rammen. Das ist nicht gerechtfertigt und unfair, aber es gibt bei uns nun mal keine Einzelräume. Und obwohl ich schon fast jeden Tag lange arbeite, kann ich einfach nicht alles am Abend nachholen, wenn ich schon seit 8 im Büro bin.

Lg
Polarstern

Inaktiver User
24.09.2007, 16:58
Liebe Polarstern,

oh da wünsche ich Dir, dass es gut verläuft. Eine Kollegin und ich auf einer Baustelle haben mal am Anfang gleich die Punkte aufgezählt, wo wir empfindlich sind.

Sie brauchte vor 10 absolute Ruhe und meine Umgebung merkt manchmal vor mir, wenn ich auf Arbeit nervös werde und wenn ich dann einen Tipp bekomme, kann ich es bei mir behalten.

Wäre das eine Idee? Und toi, toi, toi :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Geholfen hat es, denn wir haben kürzlich auf einer anderen Baustelle überraschend parallel gearbeitet und da war es wieder sehr angenehm! Und ich habe aufgepassst, dass sie ihre langen ruhigen Arbeitsphasen hatte!

LG herbstblatt2

Zitronengras
24.09.2007, 18:15
Ich wünsche Dir mal die Verlängerung. Stimmt, wer wäre da entspannt und gerade da brauchtest Du da solche Sätze nicht!!

Vielen Dank. Mittlerweile bin ich aber schon woanders beschäftigt und auch nicht traurig, aus diesem Büro rauszusein. :smile:

Polarstern
24.09.2007, 19:18
Sie brauchte vor 10 absolute Ruhe und meine Umgebung merkt manchmal vor mir, wenn ich auf Arbeit nervös werde und wenn ich dann einen Tipp bekomme, kann ich es bei mir behalten.

Wäre das eine Idee? Und toi, toi, toi :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Danke für die Blümchen:
Das ist ganz bestimmt eine Idee. Und wird ja auch irgendwie praktiziert. Ich merke meist, wenn ich nervös werde, und gehe dann erst mal eine Runde am Hafen spazieren. Danach bin ich dann schon wieder normal. Wenn ich es nicht merke, meckere ich meist bei einem lieben Kollegen ein bißchen rum, der scheucht mich dann raus oder rückt mir den Kopf zurecht.

LG
Polarstern

Inaktiver User
24.09.2007, 22:49
*ggg* ich brauche auch manchmal ein gewisses Auffangen. Drüber reden, was Jeder mag oder wo er Schwächen in sich trägt, ist da gar nicht schlecht.

Geht aber auch nur, wenn alle guten Willens sind!

Inaktiver User
25.09.2007, 16:06
Du, Pummel, Deinen Beitrag finde ich echt toll!


(Und jetzt darfst Du Rätsel raten, ob ich es ernst meine oder Dich aus Höflichkeit belüge.)

Pummel
25.09.2007, 17:38
@Med - Das würdest du doch nie tun. Du bist eine grundanständige Frau. War das nun zu höflich?

Inaktiver User
25.09.2007, 17:51
Siehst Du, Pummel, das meine ich.
Mir persönlich ist es lieber, man sagt mir die Dinge ins Gesicht.
Das hat den großen Vorteil, dass ich weiß, woran ich bin.
Ich kann mich darauf verlassen, dass derjenige es so meint, wie er es sagt.
Aber das ist Geschmackssache.

Inaktiver User
25.09.2007, 17:53
Ja, aber Pummel meinte nicht, dass anstelle einer höflich verpackten Kritik ein nicht gemeintes Lob kommen sollte - oder verstehe ich es falsch?

Inaktiver User
25.09.2007, 18:05
Das hat den großen Vorteil, dass ich weiß, woran ich bin.
Ich kann mich darauf verlassen, dass derjenige es so meint, wie er es sagt.

Nun sind die Leute, die sich mit ihrer Ehrlichkeit brüsten, oftmals auch solche, die ihre Wahrnehmung als die einzige Wahrheit auffassen. Meist gibt es aber mehrere.

Kritik kann man auch dosieren. Je nachdem, mit wem man zu tun hat und wie empfindlich der ist. Manche Leute brauchen und vertragen ein ehrliches Wort, anderen reicht ein kleiner Fingerzeig, um sich die Dinge zu Herzen zu nehmen.

Aber um diese Menschen zu unterscheiden, braucht man Taktgefühl und Menschenkenntnis. Und damit ist nicht jeder gesegnet. So ist das nun mal.

luna_llena
26.09.2007, 00:46
Zu diesem Thema
ein Zitat von Max Frisch:



Man sollte dem Anderen die Wahrheit wie einen Mantel hinhalten, damit er hineinschlüpfen kann, und nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen.

Pummel
26.09.2007, 11:05
Mediterranee - na gut, es ist ja nicht 'mein' Artikel, ich fand ihn einfach nur gut u. kann mich zum größten Teil damit identifizieren. Vll habe ich mich auch z.Teil darin gefunden, denn leider platzen mir auch öfters ziemlich unüberlegte 'Wahrheiten' heraus (liegts vll am Sternzeichen - Schütze?) u. dann denke ich mir 'das hättest ja auch anders sagen können'.

Rondella :allesok: u. Luna haben anschein. ihren Weg gefunden die 'unbequeme' Wahrheit rüberzubringen ohne zu sehr zu verletzen.

Wie ist es bei dir Med?

Echtefuffzig
26.09.2007, 12:16
Nun ja, nicht JEDER möchte unbedingt gewisse "Wahrheiten" in's Gesicht gesagt bekommen. Kommt auf den jeweiligen Typus Mensch an.

Unter langjährigen Freunden kann man bei passender Gelegenheit ***unter vier Augen*** ruhig etwas direkt werden. Zumindest handhabe ich das so...aber auch hier ist Zurückhaltung und respektvoller Umgang geboten - nicht einfach dumpfbräsig kritische Themen in die Gegend tröten. Es kommt immer auf die Situation und die Stimmung an.

Bei Kollegen ist das schon schwieriger: Was passiert, wenn er/sie meine z.B. kritischen Anmerkungen in den falschen Hals kriegt? Schließlich ist man nicht zusammen in der Sandkiste großgeworden. Man läuft sich täglich über den Weg - da ist äußerste Vorsicht angesagt.

Ich würde z.B. eine Kollegin, die streng nach Schweiß riecht oder übelsten Mundgeruch hat, schon diskret darauf aufmerksam machen.
Vielleicht wäre sie ja dankbar für den Hinweis? Sich selbst riecht man nämlich nicht!

Ich fände es in dem Fall höchst unfair, ihr NICHTS zu sagen.

Gruß

Echtefuffzig

Inaktiver User
26.09.2007, 18:55
Mediterranee - na gut, es ist ja nicht 'mein' Artikel, ich fand ihn einfach nur gut u. kann mich zum größten Teil damit identifizieren. Vll habe ich mich auch z.Teil darin gefunden, denn leider platzen mir auch öfters ziemlich unüberlegte 'Wahrheiten' heraus (liegts vll am Sternzeichen - Schütze?) u. dann denke ich mir 'das hättest ja auch anders sagen können'.

Rondella :allesok: u. Luna haben anschein. ihren Weg gefunden die 'unbequeme' Wahrheit rüberzubringen ohne zu sehr zu verletzen.

Wie ist es bei dir Med?

Ich bin Widder.
Ich glaube, das erklärt schon einiges. :freches grinsen:

Inaktiver User
26.09.2007, 22:16
Du, nimm’s nicht persönlich, aber...

Mit dieser schönen Einleitung bekam man früher die größte persönliche Kritik präsentiert. Wenn man etwas nicht persönlich nehmen darf, bekommt man danach garantiert das Beleidigendste und Schlimmste an den Kopf geworfen, in einer Art, wie sie nur echte Freunde formulieren können.
Nun hat der Nimm s-nicht-persönlich-Trend ein Ende: Direktheit ist jetzt in. Und Ehrlichkeit. Die ist nämlich ganz wichtig, in einer Zeit, in der einem den ganzen Tag nur die Hucke voll gelogen wird.
Unter dem Mantel der Ehrlichkeit und Direktheit darf man anderen Menschen alles sagen, was man will. Meinen die Direkten. Ob nun Beleidigungen, Kritik am Körpergeruch oder am Umgang mit dem Partner: Wer alles ehrlich und direkt sagt, braucht sich keiner Schuld bewusst zu sein, denn er ist ja offen zu seinen Mitmenschen.
Das Problem: Menschen verletzen Menschen, wenn sie immer sagen, was sie denken. Die gute, alte, Höflichkeitslüge hat wohl ausgedient. Dabei hatte die wirklich einen Sinn: Sie bewahrte die Mitmenschen davor, verletzt zu werden und ließ einen selbst in einer angenehmen Erinnerung bei den Mitmenschen zurück.
Doch die Gefühle anderer scheinen heute nicht mehr zu interessieren. Ich möchte mir nicht von einem entfernten Bekannten sagen lassen, wie ich mein Leben zu führen habe. Ich möchte auch nicht von einem entfernten Bekannten gesagt bekommen, dass mir mein Bart nicht steht. Oder meine Füße stinken.
Liebe Direktmenschen: Ich will es nicht wissen! Und nehmt es nicht persönlich, aber: Ihr seid schlicht und einfach arrogant! Und ich mag euch nicht!
------------------------------


Dies ist ein Artikel aus meiner Tageszeitung u. ich fand ihn einfach nur gut u. wüßte gerne, was ihr davon haltet. aber nehmt's bitte nicht persönlich.:zwinker:

Pummel


Ooooh, das ist mein Thema!!!

Mein Hass-Satz beginnt mit:

"Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber....."

Und Direktheit hin oder her: ich finde es unnötig, meiner Umwelt meine momentanen Gefühle immer und unmittelbar mitzuteilen!

Natürlich gibt es Ausnahmen. Jedem kann mal der Kragen platzen oder so....
Und natürlich kann man guten Freunden auch mal eine klare Ansage machen. Aber dann brauchts auch nicht diese überflüssigen und ohnehin nicht ernst gemeinten Einleitungsfloskeln....

Vielen Menschen ist anscheinend nicht bewusst, dass wahrscheinlich 80 % der Menschheit sich für ihre Meinung einen Sch...dreck interessiert.
Dann gibts vmtl. noch ein paar Prozent, die evtl. verletzt sein könnten, weil man sie auf ohnehin wunde Punkte mit der Nase stößt. (Ja, klar, selbst schuld....Schließlich entscheide ich selbst, ob mich die Worte eines Anderen verletzten oder nicht blablablubberblubber....:unterwerf: - muss trotzdem nicht sein)

Ungefragte kritische Äußerungen über Kleidung, Gewicht, Make up, Frisur oder Ticks jeglicher Art (es sei denn, sie stören echt) sind für mich ein absolutes Nogo!!!
Ich empfinde das als absolute Grenzüberschreitung!!


Andererseits mag ich Falschheit genauso wenig.
Es gibt nichts Verletzenderes, als wenn man von Dritten erfährt, dass über einen hergezogen wurde....womöglich noch von Leuten, mit denen man sich gut befreundet wähnte.....hatte ich auch schon.

Inaktiver User
26.09.2007, 23:21
Ungefragte kritische Äußerungen über Kleidung, Gewicht, Make up, Frisur oder Ticks jeglicher Art (es sei denn, sie stören echt) sind für mich ein absolutes Nogo!!!
Ich empfinde das als absolute Grenzüberschreitung!!


Andererseits mag ich Falschheit genauso wenig.

Daraus kann durchaus ein Dilemma entstehen. Angenommen du bist irgendwo und dein Make-up ist verwischt und sieht scheiße aus. Soll man es dir dann sagen, oder besser schweigen und so tun, als wäre nichts?

Lukulla
27.09.2007, 00:59
.... dann kann man sagen: Oh, dear, your make-up is flowing.

Bei Gretchen muss man allerdings den Regenschirm dabei aufspannen, es könnte sein, dass sie einem eins auf die Mütze gibt:

"wieso redest Du englisch mit mir, Du Idiot?"

:zwinker: :blume:

Sugarnova
27.09.2007, 08:07
Gretchen,

den Fall hatte ich gerade.

Himmel, es muss doch einen Weg geben zwischen Watschwatsch und falschfalsch.

Meistens mischen sich genau die Menschen in mein Leben ein, die es
a) nicht angeht oder die
b) sonst nix Sachliches beizutragen haben und sich selbst durch das Runtermachen erhöhen.

Inaktiver User
27.09.2007, 08:57
Ich habe etwas beobachtet. :erleuchtung:

Es geht um eine Kollegin von mir, ich finde sie sehr hübsch und dem Schönheitsideal entsprechend. Sie selbst sieht das komplett anders, hadert mit ihrem Selbstbewusstsein und stellt sich ständig in Frage.

Komischerweise ist sie es immer, die mehr oder weniger ehrliche Kritik bekommt. Natürlich immer mit der entsprechenden abschwächenden Einleitung. Sie bekommt positives Feedback, aber auch jede Menge negatives! Dabei sagt sie nie, dass sie es hören will. Sie bekommt es einfach.

Mir sagt fast nie jemand, was er doof an mir findet (außer mein Mann, aber der ist da sehr konstruktiv und wohlwollend :blumengabe: ).

Liegt es jetzt an der inneren Haltung, der Ausstrahlung (wenn ja, was strahlt man aus? Unsicherheit?) oder den gefühlslosen Mitmenschen? Ist die Arbeitskollegin nur ein Opfer unglücklicher Zufälle oder kann man anderen Menschen unbewusst signalisieren:

"Hier, zu mir, hier kannst Du alles doofe dieser Welt abladen, am besten fängst Du an, mir zu sagen, was Du an mir blöd findest."

:wie?:

Und wer ist nun glücklicher dran? Ich kann sehr gut damit leben, dass ich nicht von allen weiß, was sie von mir halten. Wirklich gut. Während ich meine Arbeitskollegin immer wieder aufbauen muss, denn solche nett eingeleiteten Sätze treffen immer (!) bis ins Mark.

Grüße von minimul

Pummel
27.09.2007, 10:12
Ungefragte kritische Äußerungen über Kleidung, Gewicht, Make up, Frisur oder Ticks jeglicher Art (es sei denn, sie stören echt) sind für mich ein absolutes Nogo!!! finde ich auch. Es ist was anderes, wenn jemand fragt, wie man die neue Frisur/Schuhe, Kleid etc findet u. wenn es einem nunmal gar nicht gefällt kann man immer noch sagen 'dir gefällt es u. deswegen ist meine Meinung nicht wichtig.' Diese Dinge sind im Grunde auch zu unwichtig, als dass man jemand enttäuschen müßte mit seiner negativen Meinung, da geht auch mal eine kl. Notlüge. Allerdings können sich da sicher viele einen Kommentar nicht verkneifen, schließlich ist man ja gefragt worden. Ja daran muss ich auch noch arbeiten.

Ref. makeup - da würde ich schon was sagen 'du hast da was auf der Wange' oder ähnl.

Es kommt glaube ich auch immer darauf an WER was sagt. Wenn ich die Person eh nicht abhaben kann, dann kann sie mit einer deftigen Antwort rechnen.

Inaktiver User
27.09.2007, 16:18
Daraus kann durchaus ein Dilemma entstehen. Angenommen du bist irgendwo und dein Make-up ist verwischt und sieht scheiße aus. Soll man es dir dann sagen, oder besser schweigen und so tun, als wäre nichts?


Ja, in einem solchen Fall bin ich natürlich dankbar für einen Hinweis. :lachen:

Zusatz für Pummel: wenn mich jemand fragt, bin ich schon ehrlich. Ich sag dann zwar nicht "sieht scheiße aus" oder so, aber sowas wie "mein Geschmack isses nicht" kann dann schon kommen.
Aber wirklich nur auf Nachfrage. Denn natürlich würde ich, wenn ich merke, dass sich jemand an seiner Neuerwerbung/neuer Frisur wirklich freut, ihm/ihr diese Freude nicht verderben wollen.

Latona
28.09.2007, 16:08
Ich verstehe diese einleitende Formulierung so, dass jetzt was Unangenehmes kommt, man aber nicht angreifen will, sondern es gut meint. Zumindest scheint das der Anspruch dieser Aussagen zu sein. Man zeigt, dass man nicht stänkern will (oder tut nur so:smirksmile:). Ob das Folgende nun taktlos, gedankenlos, gehässig oder berechtigt ist, hängt sehr stark vom Inhalt ab.

Ich würde sagen, in Angelegenheiten, die einen selbst beeinträchtigen, wie z.B. starker Körpergeruch, lautes Verhalten, wenn man Ruhe braucht, Zigarettenqualm etc., da darf man Kritik äussern, ja sollte es sogar, damit sich Unmut nicht ewig aufstaut und sich dann womöglich zum unpassenden Zeitpunkt oder auf unfaire Art & Weise Luft macht.

Andere Dinge hingegen, die den anderen gar nichts angehen, z.B. Gewicht, Figur, Kleidungsstil, die Anzahl der Sexualpartner, Freizeitbeschäftigungen, Beziehungsstatus etc. – also alles, was sich rein innerhalb des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Lebensführung bewegt, berechtigt keinen anderen ungefragt zur Kritik. Solche Kritik würde ich mir verbitten, egal, wie sie vorgebracht wird. Höflichkeit bedeutet nicht, dass man jede Grenzüberschreitung einfach schluckt.

Mir fällt aber gerade der hypothetische Fall ein, wenn sich eine Kollegin eindeutig unpassend für den Job kleidet. Soll ich als Kollegin sie drauf aufmerksam machen, oder soll ich das ihrem Vorgesetzten überlassen? Vielleicht würde der nichts sagen wollen, ihr aber deswegen mangelnde Professionalität anlasten, ohne dass sie das mitkriegt. Wäre es daher nicht solidarischer, wenn ich sie vorsichtig drauf aufmerksam machen würde, damit sie eine Chance hat, das zu ändern? In ihrem eigenen Interesse? Mir persönlich kann das Ganze ja egal sein.

Pummel
28.09.2007, 16:16
Wenn es in dem Job eine Kleidervorschrift gäbe könnte man ja darauf hinweisen, ansonsten finde ich ist es auch eine sehr persönl. Sache wie sie sich kleidet.
Mir wäre es jedenfalls lieber eine Kollegin gäb mir 'nen Tipp als der Chef.

Der Meister in meiner Firma bat mich einmal einem Kollegen zu sagen, dass er stark schweißelt. Ich habs nicht getan, da ich 1. nicht betroffen war u. 2. nicht wollte, dass er dann auf mich sauer ist. Er schweißelt heute noch.

Inaktiver User
28.09.2007, 19:02
Ich verstehe diese einleitende Formulierung so, dass jetzt was Unangenehmes kommt, man aber nicht angreifen will, sondern es gut meint. Zumindest scheint das der Anspruch dieser Aussagen zu sein. Man zeigt, dass man nicht stänkern will (oder tut nur so:smirksmile:). Ob das Folgende nun taktlos, gedankenlos, gehässig oder berechtigt ist, hängt sehr stark vom Inhalt ab.

Mag schon sein. Aber für mich beinhaltet diese Einleitung schon, dass der Sprecher eine verbale Grenzüberschreitun folgen lassen wird, die er sich eigentlich auch sparen könnte.
Bei dem berühmten Schweiß-Stinker (z.B.) braucht es diese "Einleitung" auch nicht. Schließlich überschreitet der Stinker ja auch meine Grenze (indem er mich mit seinem Gestank "belästigt"). Für eine entsprechende Ansage muss ich mich m.M.n. nicht vorab schon "entschuldigen".


Ich würde sagen, in Angelegenheiten, die einen selbst beeinträchtigen, wie z.B. starker Körpergeruch, lautes Verhalten, wenn man Ruhe braucht, Zigarettenqualm etc., da darf man Kritik äussern, ja sollte es sogar, damit sich Unmut nicht ewig aufstaut und sich dann womöglich zum unpassenden Zeitpunkt oder auf unfaire Art & Weise Luft macht.

Genau.


Andere Dinge hingegen, die den anderen gar nichts angehen, z.B. Gewicht, Figur, Kleidungsstil, die Anzahl der Sexualpartner, Freizeitbeschäftigungen, Beziehungsstatus etc. – also alles, was sich rein innerhalb des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Lebensführung bewegt, berechtigt keinen anderen ungefragt zur Kritik. Solche Kritik würde ich mir verbitten, egal, wie sie vorgebracht wird. Höflichkeit bedeutet nicht, dass man jede Grenzüberschreitung einfach schluckt.

100 % Zustimmung



Mir fällt aber gerade der hypothetische Fall ein, wenn sich eine Kollegin eindeutig unpassend für den Job kleidet. Soll ich als Kollegin sie drauf aufmerksam machen, oder soll ich das ihrem Vorgesetzten überlassen? Vielleicht würde der nichts sagen wollen, ihr aber deswegen mangelnde Professionalität anlasten, ohne dass sie das mitkriegt. Wäre es daher nicht solidarischer, wenn ich sie vorsichtig drauf aufmerksam machen würde, damit sie eine Chance hat, das zu ändern? In ihrem eigenen Interesse? Mir persönlich kann das Ganze ja egal sein.[/QUOTE]

Das solltest du deinem Vorgesetzten überlassen, finde ich.
Es könnte sich bei der Einschätzung "eindeutig unpassend für den Job" ja auch um eine persönliche Einschätzung handeln (die sich nicht mit der des Vorgesetzten deckt).

Lukulla
30.09.2007, 16:30
Wer wann eine Grenze überschreitet, ist aber nur wirklich individuell. Wie man hier lesen kann.

Die eine würde es schätzen auf eine verschmierte Wimperntusche aufmerksam gemacht zu werden (ich), die andere redet da schon vom persönlichem Lebensstil, den niemand etwas angeht.

Die Formulierung: es ist nicht persönlich gemeint, hat schon ihren Sinn. Wenn ich zum Beispiel die Art der Rede kritisiere, und zur Kollegin sage, es wär besser, wenn Du lauter und langsamer redest während Du vorträgst. Nimm es nicht persönlich, es betrifft Deine Rede und nicht Deine Person.

Lukulla
30.09.2007, 16:31
Bei dem berühmten Schweiß-Stinker (z.B.) braucht es diese "Einleitung" auch nicht.

Gerade beim schweisselnden Kollegen braucht es eine Einleitung! Finde ich.

Inaktiver User
30.09.2007, 19:16
Ja, ich finde die Einleitung auch nicht schlecht. Also mir ist es lieber sie zu hören. Und dass der Rest auch höflich ist. Und als Ausleitung vielleicht ein kleines Kompliment wegen einer anderen Sache. Oder ist das übertrieben?

Keela
01.10.2007, 09:18
Hallo

Ich glaube, mir sind die Worte nur ein Teil. Wirklich wichtig ist mir die Haltung, die sich mir duch Worte/Gestik/Mimik/atmosphärisch vermittelt. Da wünsche ich mir, dass alle zusammen zu einer Begegnung auf Augenhöhe führt. Nicht besserwisserisch, von oben herab oder belehrend.

LG Keela

Latona
01.10.2007, 17:06
@ Gretchen
Es könnte sich bei der Einschätzung "eindeutig unpassend für den Job" ja auch um eine persönliche Einschätzung handeln (die sich nicht mit der des Vorgesetzten deckt).Das könnte gut sein. Ich würde es mir jedenfalls wünschen, dass ein Chef die Traute hat, sowas selbst zur Sprache zu bringen, wenn ihn das stört, und somit der Mitarbeiterin die Chance gibt, etwas zu ändern. Aber viele denken ja heute: Kann sie sich doch selbst denken, warum soll ich sie drauf aufmerksam machen? Gerade mit ungeschriebenen Gesetzen tun sich viele schwer, alle zu erkennen.








@ Pummel
Der Meister in meiner Firma bat mich einmal einem Kollegen zu sagen, dass er stark schweißelt. Ich habs nicht getan, da ich 1. nicht betroffen war u. 2. nicht wollte, dass er dann auf mich sauer ist. Er schweißelt heute noch. Ich finde, das hätte der Meister dem Kollegen schon selbst sagen sollen. Ich finde es nicht richtig, dass er diese schwierige Aufgabe einfach auf Dich abschiebt. Aber: Stört es Dich eigentlich nicht, dass er so stark nach Schweiß riecht? Das wär doch ein Grund, wo Du selbst durchaus betroffen wärst.







@ Lukulla
Die eine würde es schätzen auf eine verschmierte Wimperntusche aufmerksam gemacht zu werden (ich), die andere redet da schon vom persönlichem Lebensstil, den niemand etwas angeht.Eindeutig verschmierte Wimpertusche (nicht etwa smokey eyes!), Rockzipfel, die in der Strumpfhose hängengeblieben sind, offene Hosenställe, raushängende Hemden- oder Blusenzipfel, Petersilie zwischen den Zähnen – ich denke, das sind alles Dinge, die von den Betroffenen so nicht beabsichtigt sind. Und eigentlich müssten sie für einen diskreten Hinweis dankbar sein. Wer mich wegen so eines Hinweises anblaffen sollte, bei dem übersehe ich in Zukunft sowas konsequent, egal, wie lächerlich er sich damit macht.

clasu
02.10.2007, 17:10
Hallo zusammen
,
..eine schöne Möglichkeit auf einen offenen Reißverschluss hin zu weisen hab ich mal erlebt. Ein älterer Mann sagte zur versammelten Gruppe: "so jetzt machen wir uns alle mal das Hosentürl zu" sehr schön was darauf folgte, jeder kontrollierte sofort den eigenen Reißverschluss und niemand bekam mit wen's wirklich betroffen hatte :smile:

Schwierig war einer meiner Arbeitskollegen, der wirklich zum erbrechen Mundgeruch hatte und sich erkennbar nie die Zähne putzte, super ekelhaft, leider haben solche Menschen auch noch gerne die Angewohnheit sich zu nahe an einen ran zu stellen. Dieser nahm auch nie von mir angebotene Pfefferminzbonbons oder ähnliches an, aber auf seinen Mundgeruch hin zuweisen war einfach für mich zu unangenehm. Wie soll man sowas auch sagen ohne verletzend zu werden? "nimms nicht persönlich aber du stinkst" geht gar nicht.

Bei Atemberaubendem Parfum oder Rasierwasser hab ich allerdings schon mal was gesagt, mit hinweis auf meine Überempfindlichkeit und der Bitte doch etwas weniger aufzutragen. Bisher ist das noch immer gut aufgenommen worden und hat tatsächlich geholfen.

Gerade Geruch finde ich immer sehr schwierig da die "Chemie" eine große Rolle dabei spielt.

Pummel
02.10.2007, 21:52
Latona - das hätte der Meister dem Kollegen schon selbst sagen sollen. finde ich auch. Mich konnte es nicht stören, da er äußerst selten ins Büro kam u. meist ganz schnell wieder verschwand. Zudem hatte er einen körperlich anstrengenden Job u. daher sah ich es nicht so eng.

Inaktiver User
02.10.2007, 21:53
Ich finde auch, es war die Sache des Meisters selber, egal ob nun Meister oder nicht. Wenn es ihn stört, soll er es selber sagen :ooooh: .

Inaktiver User
04.10.2007, 14:10
Für mich ist es auch wesentlich, ob ich mit der Bemerkung was anfangen kann.

Ich erinnere mich, vor Jahren war mal 'ne Dauerwelle von mir total misslungen und ich totunglücklich. Da musste mir doch dann glatt ein Mitarbeiter einer anderen Abteilung mitteilen, dass meine Haare zu kraus sind und furchtbar aussehen.

Wenn mir hingegen jemand höflich mitteilt, dass meine Haartönung hinten am Scheitel nicht so gelungen ist... dann habe ich wenigstens die Chance das beim nächsten Mal abzustellen.

Pirlipat

Asphaltblume
05.10.2007, 12:59
Gerade bei Trennungsgesprächen ist es doch eigentlich unmöglich, den anderen nicht zu verletzen. Egal wie höflich und zartfühlend es formuliert ist - aber das heißt doch nicht, dass es besser wäre, dem Partner trocken die Fakten (ich liebe dich nicht mehr, ich verlasse dich) hinzuknallen als mit den altbekannten Einleitungen und Abschwächungen zu beginnen. Die Klappe zu halten und sich nicht zu trennen ist ja wohl auch keine annehmbare Alternative.
Auch wenn die Floskeln nicht wirklich trösten, zeigen sie mir doch, dass der andere mich möglichst wenig verletzen möchte, versucht Rücksicht zu nehmen, mich nicht komplett ablehnt.

Inaktiver User
09.10.2007, 12:12
na weißt du, wenn man die Begründung für eine Trennung mit dem Ausdruck "nimm es nicht persönlich" einleitet, dann weiß ich wirklich nicht, wass überhaupt noch persönlich genommen werden soll!

Das ist schlichtweg falsche Wortwahl!

Pir

Lisa_S
10.10.2007, 18:02
Halli Hallo

Auch ich gehöre zur ehrlich-und-direkt-Fraktion :aetsch: Wenn etwas scheisse war, dann sag ich, dass es scheisse war und nicht: "Du nimms nicht persönlich, aber das war nicht ganz so gut..bla bla". Jedoch kommt bei mir meine Ehrlichkeit und Direktheit erst zum Zuge, wenn mich eine Sache tangiert (zB Ich nach meiner Meinung gefragt, gestört, belästigt oder etwas einfach nicht will). Ich finde Ehrlichkeit das Beste. Warum aus Höflichkeit lügen? Da find ich den ehrlichen Holzhammer viel fairer (!). Der Mensch weiss dann, woran er ist: Dass ich ihn zum Beispiel nicht mag (Ja, ich sags ins Gesicht und nicht wie viele hinter dem Rücken tuscheln, lästern, anschwärzen, was ich viel viel schlimmer finde).

Ich sehe das Problem eher dort, dass die meisten Menschen einfach keine Kritik ertragen können.

Wie Erich Kästner schon formulierte:

Der Mensch hat lieber 10 falsche Komplimente als bloss eine ehrliche Kritik.

Schade. :knatsch:

Inaktiver User
11.10.2007, 08:31
Halli Hallo

Auch ich gehöre zur ehrlich-und-direkt-Fraktion Wenn etwas scheisse war, dann sag ich, dass es scheisse war und nicht: "Du nimms nicht persönlich, aber das war nicht ganz so gut..bla bla". Jedoch kommt bei mir meine Ehrlichkeit und Direktheit erst zum Zuge, wenn mich eine Sache tangiert (zB Ich nach meiner Meinung gefragt, gestört, belästigt oder etwas einfach nicht will). Ich finde Ehrlichkeit das Beste. Warum aus Höflichkeit lügen? Da find ich den ehrlichen Holzhammer viel fairer (!). Der Mensch weiss dann, woran er ist: Dass ich ihn zum Beispiel nicht mag (Ja, ich sags ins Gesicht und nicht wie viele hinter dem Rücken tuscheln, lästern, anschwärzen, was ich viel viel schlimmer finde).

Ich sehe das Problem eher dort, dass die meisten Menschen einfach keine Kritik ertragen können.

Wie Erich Kästner schon formulierte:

Der Mensch hat lieber 10 falsche Komplimente als bloss eine ehrliche Kritik.

Schade.
09.10.2007 12:12

Ein Beitrag, der eigentlich in den Thread "Deutsche unhöflich gehört?". Und danach mit einem Ausfrufezeichen versehen werden müsste.

Du hast offenbar nicht begriffen, was Höflichkeit ist. Nämlich das Gegenüber in seiner Privatsphäre zu respektieren und nicht mit meinen eigenen Ansichten zu belästigen.

Deswegen: Kritik nur dann, wenn mich wirklich was stört und ich auf Abhilfe dadurch hoffe. Oder wenn mir das Gegenüber so nahe steht, dass ihm helfen will seine Fehler zu korrigieren. Wobei man vorsichtig sein sollte, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Pirlipat

Lisa_S
11.10.2007, 09:54
Ein Beitrag, der eigentlich in den Thread "Deutsche unhöflich gehört?". Und danach mit einem Ausfrufezeichen versehen werden müsste.

Du hast offenbar nicht begriffen, was Höflichkeit ist. Nämlich das Gegenüber in seiner Privatsphäre zu respektieren und nicht mit meinen eigenen Ansichten zu belästigen.

Deswegen: Kritik nur dann, wenn mich wirklich was stört und ich auf Abhilfe dadurch hoffe. Oder wenn mir das Gegenüber so nahe steht, dass ihm helfen will seine Fehler zu korrigieren. Wobei man vorsichtig sein sollte, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Pirlipat

Heeeeee! Lies doch bitte bitte meinen Beitrag richtig und gründlich durch, ja? :ooooh:

Schau mal:


Jedoch kommt bei mir meine Ehrlichkeit und Direktheit erst zum Zuge, wenn mich eine Sache tangiert (zB Ich nach meiner Meinung gefragt, gestört, belästigt oder etwas einfach nicht will).

Pummel
11.10.2007, 10:45
Dass ich ihn zum Beispiel nicht mag (Ja, ich sags ins Gesicht ist das dein Ernst?

Inaktiver User
11.10.2007, 12:48
Heeeeee! Lies doch bitte bitte meinen Beitrag richtig und gründlich durch, ja?

Schau mal:


Zitat:
Zitat von Lisa_S
Jedoch kommt bei mir meine Ehrlichkeit und Direktheit erst zum Zuge, wenn mich eine Sache tangiert (zB Ich nach meiner Meinung gefragt, gestört, belästigt oder etwas einfach nicht will).




Entschuldigung, das hatte ich überlesen.


Allerdings hoffe ich, du beginnst deine kritik nicht mit so einer verlogenen Floskel wie "Du, nimm's nicht persönlich, aber....."

Pirlipat

Lisa_S
11.10.2007, 13:28
Entschuldigung, das hatte ich überlesen.


Allerdings hoffe ich, du beginnst deine kritik nicht mit so einer verlogenen Floskel wie "Du, nimm's nicht persönlich, aber....."

Pirlipat

Nicht doch .........:blumengabe:

Ich starte meist mit: "Hör zu, ich möchte offen und ehrlich zu Dir sein, denn alles andere wäre nicht fair ........"

Pummel
12.10.2007, 11:01
"Hör zu, ich möchte offen und ehrlich zu Dir sein, denn alles andere wäre nicht fair ........"ABER......ich kann dich nicht leiden!!! meinst du nicht, dass merkt die Person nicht auch ohne Worte?

Lisa_S
12.10.2007, 15:26
"Hör zu, ich möchte offen und ehrlich zu Dir sein, denn alles andere wäre nicht fair ........"ABER......ich kann dich nicht leiden!!! meinst du nicht, dass merkt die Person nicht auch ohne Worte?

Das sicher. Wenn ich jemanden nicht leiden kann, dann wird diese Person von mir schlicht und einfach ignoriert! :cool: Die Person merkt schon, was Sache ist :zwinker:

Aber wenn mich jemand, den ich mag um meine Meinung bittet, dann sag ich sie ehrlich und lüge nicht, denn ich finde so Höflichkeitslügen einfach nicht fair, sondern schleimschei**erisch. Genau so schleimschei**erisch finde ich es, nett zu jemandem sein, den ich partout nicht leiden kann. Ich meide diese Person und die Sache sollte klar.

Oder kürzlich meldete sich eine alte Bekannte nach 15 J. wieder bei mir. Diese Person hatte mich damals ziemlich ausgenutzt. Ich brach den Kontakt ab und bin heute auch nicht an Kontakt interessiert. Ich hab's ehrlich gesagt: Sorry, kein Interesse an Kontakt mit DIR. Auch wenn es einige Beschimpfungen hagelte, weiss die Person, woran sie bei mir ist. Warum sollte ich sie belügen von wegen "Keine Zeit. Bin im Stress......" usw. Das find ich einfach nicht fair. :knatsch:

Poison.
13.10.2007, 22:15
Dass ich ihn zum Beispiel nicht mag (Ja, ich sags ins Gesicht ist das dein Ernst?

Hat mir am Jahresanfang jmd ins Gesicht gesagt, ganz ohne Umwege oder Schnörkeleien "Poison, ich find Dich unsympathisch." ... fand ich richtig gut, seit geraumer Zeit verstehen wir uns prächtig :smirksmile:

Dani
19.10.2007, 12:19
Das sicher. Wenn ich jemanden nicht leiden kann, dann wird diese Person von mir schlicht und einfach ignoriert! :cool: Die Person merkt schon, was Sache ist :zwinker:

Aber wenn mich jemand, den ich mag um meine Meinung bittet, dann sag ich sie ehrlich und lüge nicht, denn ich finde so Höflichkeitslügen einfach nicht fair, sondern schleimschei**erisch. Genau so schleimschei**erisch finde ich es, nett zu jemandem sein, den ich partout nicht leiden kann. Ich meide diese Person und die Sache sollte klar.

Oder kürzlich meldete sich eine alte Bekannte nach 15 J. wieder bei mir. Diese Person hatte mich damals ziemlich ausgenutzt. Ich brach den Kontakt ab und bin heute auch nicht an Kontakt interessiert. Ich hab's ehrlich gesagt: Sorry, kein Interesse an Kontakt mit DIR. Auch wenn es einige Beschimpfungen hagelte, weiss die Person, woran sie bei mir ist. Warum sollte ich sie belügen von wegen "Keine Zeit. Bin im Stress......" usw. Das find ich einfach nicht fair. :knatsch:

Ich bin ein sehr höflicher Mensch im Umgang und dennoch direkt und ehrlich, das schließt sich doch nicht aus.

Ich sage auch nicht, "du, sei mir nicht böse" oder "nimm das nicht persönlich"

Sodern sage, ich finde dieses und jenes nicht gut und erkläre warum.
Ich stelle aber nicht die Persönlichkeit des anderen in Frage, nur seine Taten.

Bisher bin ich gut damit gefahren.


Wenn einer aber zu mir sagt: "Du, nimms nicht persönlich, aber..." dann sage ich "doch, das nehme ich persönlich" und schaue ihm in die Augen.
Meistens sind die Leute ganz verdutzt und sind einen Moment lang still.

androgynes0815
22.10.2007, 13:37
Hallo,
mich würde interessieren, wie man das ganze Thema in der Partnerschaft/Beziehung handhabt?!

Höflichkeitslüge? -> " Neeeiin, du bist nicht zu dick!!":cool:
oder
brutale Ehrlichkeit? -> "Du könntest schon mal bissl Sport machen!":zahnschmerzen:

Inaktiver User
22.10.2007, 17:48
brutale Ehrlichkeit? -> "Du könntest schon mal bissl Sport machen!"

also unter brutaler Ehrlichkeit versteh ich was anderes.

Pir

androgynes0815
23.10.2007, 13:18
Das war ja nur ein lapidares Beispiel. Obwohl, manche Frauen fühlen sich wahrscheinlich grad durch so einen Satz verletzt?!

Na, jedenfalls zurück zum Thema. Man kann doch auch in einer Beziehung durch allzu große Direktheit bzw. Ehrlichkeit den anderen verletzten, oder?
Gilt hier dann auch "Öfter mal die Klappe halten" oder aber stets sagen was man denkt ohne Rücksicht auf Gefühle?