PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ehegattensplitting soll gekürzt werden - oder doch nicht?



annapaulemax
19.09.2007, 13:40
Heute titeln alle grösseren Zeitungen, dass Frau von der Leyen das Ehegattensplitting zugunsten einer Art Familiensplitting kürzen will.

Und nun, wenige Stunden später, dementiert sie, dass das Ehegattensplitting angetastet werden soll.

Warum?

Seid ihr der Meinung, das Ehegattensplitting solle so bleiben?

Ist es richtig, dass die Alleinverdienerehe als Institution vom Staat gefördert wird?

Interessierte Grüsse

annapaulemax

Satyr
19.09.2007, 13:56
Nein es ist nicht richtig.

Frauen und Männer haben heutzutage gleiche Möglichkeiten und nutzen sie auch nicht selten.
Das Ehegattensplitting hatte früher einen Sinn, sich aber mittlerweile überlebt.

Weshalb ich nicht für eine Kürzung bin, sondern eine komplette Abschaffung.

HansDampf
19.09.2007, 14:08
Ich bin aus rein egoistischen Gründen :freches grinsen: für eine Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting nach französischem Modell. Dann wäre es eine Familienförderung und keine Ehe-Förderung. Letztere ist heutzutage anchronistisch, erstere wäre zumindest im Sinne von Frau von der Leyen.

Gruß

Hans

Inaktiver User
19.09.2007, 15:39
Ich sehe keinen Grund, wieso eine Gesellschaft die Hausfrauenehe subventionieren sollte.

Das Splitting sollte nur gelten, wenn Kinder versorgt werden müssen, also auch bei Alleinerziehenden.

Da bin ich auch ganz egoistisch: ich träume davon, dass mein Einkommen durch 4 geteilt wird und dann erst die Lohnsteuer berechnet wird, dann müsste ich nämlich nicht wie heute noch tausende Euro Lohnsteuer dafür zahlen, dass ich beruftstätig bin und drei Kinder großziehe.

Opelius
19.09.2007, 18:39
Da bin ich auch ganz egoistisch: ich träume davon, dass mein Einkommen durch 4 geteilt wird und dann erst die Lohnsteuer berechnet wird, dann müsste ich nämlich nicht wie heute noch tausende Euro Lohnsteuer dafür zahlen, dass ich beruftstätig bin und drei Kinder großziehe.

Das wäre schön! Das hätte ich auch gerne gehabt.

Inaktiver User
20.09.2007, 13:07
Bildet sich jemand ein, dass Herr Steinbrück bei Abschaffung des Ehegattensplittings das eingesparte Geld gleich wieder verteilt ??

Inaktiver User
20.09.2007, 13:22
Nein es ist nicht richtig.

Frauen und Männer haben heutzutage gleiche Möglichkeiten und nutzen sie auch nicht selten.
Das Ehegattensplitting hatte früher einen Sinn, sich aber mittlerweile überlebt.

Weshalb ich nicht für eine Kürzung bin, sondern eine komplette Abschaffung.

Eine ersatzlose Abschaffung des Splittings hätte aber zur Folge, dass nicht wenige Hausfrauen wieder gezwungen werden arbeiten zu gehen. Das Einkommen des Ehemannes würde bei vielen nach dieser Kürzung nicht mehr ausreichen. Damit hätten wir dann wieder etliche Arbeitslose mehr, schlimmstenfalls sogar Hartz IV-Empfänger.

Ein Familiensplitting halte ich auch für sinnvoll. Aber dann sollte es auch gerecht sein und nicht nur auf Ehepaare beschränkt bleiben. Man könnte es dann auch "Kindersplitting" nennen.

Satyr
20.09.2007, 14:05
Eine ersatzlose Abschaffung des Splittings hätte aber zur Folge, dass nicht wenige Hausfrauen wieder gezwungen werden arbeiten zu gehen. Das Einkommen des Ehemannes würde bei vielen nach dieser Kürzung nicht mehr ausreichen. Damit hätten wir dann wieder etliche Arbeitslose mehr, schlimmstenfalls sogar Hartz IV-Empfänger.

Nicht unbedingt.
Wenn der Mann freiwilig(!) bereit ist seiner Frau weiterhin das Leben zu finanzieren, kann er dies ja weiterhin tun.

Das alle anderen Hausfrauen aber gezwungen wären arbeiten zu gehen.. tjoa.. was soll ich sagen? Ich fänds nicht schade drum.

Wobei ich sagen würde, das man das viell. erst für neu geschlossene Ehen einführen sollte und nicht auf einen Schlag schon für bestehende.. DAS wäre wirklich too much.

Für neue aber sehr gern.

Gizmo
20.09.2007, 16:26
Da stimme ich Satyr voll und ganz zu.
Ich finanzier doch nicht ne Hausfrau, die keine Lust dazu hat, "zum ARbeiten gezwungen zu werden" ... HALLO???

Außerdem (so habe ich das hier verstanden) würde es dann ja (und das MUSS es mE geben) eine Art "Familiensplitting" oder "Kindersplitting" geben - sprich: Steuervergünstigungen pro Kind!

Geld für Kinder - JA!
Geld für Hausfrauen - NEIN!

Ich leg auch gern die Füße hoch, ... aber dann darf ich mich auch nicht beschweren, wenn ich mir keine Schuhe leisten kann, o. ä.

Frauen solten langsam mal begreifen, dass eine Ehe keine Versorgungsarrangement ist und die Männer ihre Geldbörsen. Wenn ein Gehalt reicht - bitte. Aber nicht auf unsere Kosten.

ALLERDINGS rückt damit mal wieder das Thema Kinderbetreuung, Ganztagsschule, etc. in den Vordergrund. Man muss Frauen auch die Chance bieten, arbeiten zu gehen.

DAS ist (mal wieder) der einzige Knachpunkt bei der Geschichte.

Inaktiver User
20.09.2007, 16:34
Nicht unbedingt.
Wenn der Mann freiwilig(!) bereit ist seiner Frau weiterhin das Leben zu finanzieren, kann er dies ja weiterhin tun.

Wie denn, wenn er höhere Steuerabzüge und somit weniger Geld zur Verfügung hat?


Das alle anderen Hausfrauen aber gezwungen wären arbeiten zu gehen.. tjoa.. was soll ich sagen? Ich fänds nicht schade drum.


Schade wäre es auch nicht. Es ist aber praktisch nicht machbar, da wir die Arbeitsplätze nicht haben.

Ich rede hier aber von Ehepaaren mit Kindern. Also von den Familien, in denen die Mutter oder der Vater die Kinder betreuen und es nur einen gibt, der den Lebensunterhalt finanziert. Hier könnte man das Ehegattensplitting als das "Einkommen der Hausfrau/des Hausmanns" ansehen und wenn das wegfällt wird es in einigen Familien sicher eng.

Historia02
20.09.2007, 16:52
Das Thema kommt ja hier immer wieder hoch. Ihr fändet es also "gerechter", wenn, sagen wir mal, ein Bankdirektor mit sehr hohem Gehalt und seine nichtverdienende Ehefrau mehr Steuern bezahlen müssen (wegen der Steuerprogression) als ein, sagen wir mal, ein Ingenieur und eine Ingenieurin, die beide gleich viel verdienen, zusammen?

Was sollen eigentlich die "gelangweilten Hausfrauen" alle so arbeiten? Eigentlich sind doch alle recht froh, wenn sie dem Arbeitsmarkt fern bleiben ...

Und: Das würde ja heißen, wenn jemand sehr gut verdient, müsste die Frau arbeiten gehen, um den Steuernachteil auszugleichen? Damit beide soviel Geld haben wie ein Paar, bei dem beide gleich viel verdienen?

Und bei einem "Familiensplitting" würde doch nicht die Frau herausfallen, sondern die Kinder in der Berechnung dazu kommen? Oder etwa nicht?

Ich würde ein Familiensplitting für gerecht halten, aber wäre die Zusammenveranlagung der Gehälter und damit Verteilung auf beide Ehepartner dann nicht weiterhin integraler Bestandteil?

Gizmo
20.09.2007, 17:08
Nein, pro Kind bekommen Eltern einen Steuererlass. Wer 4 KInder hat, bekommt 4 Erlasse, wer nur 1 Kind hat, bekommt 1 Erlass. Wer keine Kinder hat, bekommt keinen Erlass.

Ist doch einfach!

Historia02
20.09.2007, 17:11
Ist doch einfach!

Und die Zusammenveranlagung fällt weg??

Gizmo
20.09.2007, 17:18
Ich fände es gut, wenn jeder die Hälfte bekommt .... oder?
jeder pro Kind 1/2 ERlass ...

aber im Detail habe ich darüber noch nicht nachgedacht, das muss ich zugeben.

Historia02
20.09.2007, 17:52
Habe mal gegoogelt:

Süddeutsche.de:

"Wie funktioniert es?

Wie beim Ehegattensplitting werden zunächst die Gesamteinkünfte eines Paares ermittelt. Doch diese Summe wird nicht durch zwei geteilt, sondern – je nach Kinderzahl – durch einen höheren Divisor."


Wikipedia.de:

"* das Einkommen aller Familienmitglieder (statt nur der Ehegatten) wird zu einem Gesamteinkommen summiert
* das Gesamteinkommen wird rechnerisch auf alle Familienmitglieder (statt nur die Ehegatten) aufgeteilt. Die Aufteilung kann zu gleichen Teilen erfolgen oder Eltern und Kinder mit unterschiedlichen Faktoren berücksichtigen (z. B: Haupterwerbsträger: 1, Elternteile ohne Erwerb: 1 oder 0,75, Kinder: 1 oder 0,75 oder 0,5 gegebenenfalls altersabhängig)."

Also wäre es doch so, wie ich vermute habe, das "Ehegattensplitting" wäre weiterhin Bestandteil dieser Konstruktion, d.h. [ironieon] "die faule golfspielende Ehefrau" [/ironieoff] wird es weiterhin geben und für die Besteuerung werden beide Ehepartner zusammengerechnet.

Leider kenne ich mich mit Steuerrecht absolut nicht aus, aber ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie ein Familiensplitting aussehen soll, wenn man das Ehegattensplitting abschafft. Dann müsste man tatsächlich jeden für sich besteuern und die Kinder dann "halbe, halbe" aufteilen.

Schokoholic
21.09.2007, 07:38
Das Thema kommt ja hier immer wieder hoch. Ihr fändet es also "gerechter", wenn, sagen wir mal, ein Bankdirektor mit sehr hohem Gehalt und seine nichtverdienende Ehefrau mehr Steuern bezahlen müssen (wegen der Steuerprogression) als ein, sagen wir mal, ein Ingenieur und eine Ingenieurin, die beide gleich viel verdienen, zusammen?


Ist es gerechter, dass bei zwei Männern, die den gleichen Beruf haben und das Gleiche verdienen, einer wesentlich weniger Steuern zahlt, weil er sich ein Frauchen hält, das ihm den Hintern hinterherträgt??? Es ist mir schlicht UNBEGREIFLICH, wie frau so dämlich sein kann, auf eigene Berufstätigkeit zu verzichten, so lange keine Kinder da sind und ihre Altersvorsorge geklärt ist.

Historia02
21.09.2007, 12:24
Ist es gerechter, dass bei zwei Männern, die den gleichen Beruf haben und das Gleiche verdienen, einer wesentlich weniger Steuern zahlt, weil er sich ein Frauchen hält, das ihm den Hintern hinterherträgt???

Ich muss das jetzt nicht verstehen, oder? Bist du verheiratet?

Eine Ehe wird als Wirtschaftsgemeinschaft betrachtet und auch so besteuert. Daher zahlen am Ende beide Konstellationen - 1.) einer verdient viel, einer wenig, 2.) beide verdienen gleich viel - gleich viel Steuern.

Warum sollte in erstgenannter Konstellation die Ehefrau ihrem Mann den Hintern hinterhertragen ...? Vielleicht hat sie andere Gründe, wenig oder gar nicht zu arbeiten?

Im übrigen habe ich gestern nochmal nachgelesen, ein "Abschmelzen" des Ehegattensplittings wäre gar nicht drin, das wäre nämlich verfassungswidrig.

Schokoholic
21.09.2007, 12:35
Ich muss das jetzt nicht verstehen, oder? .

Nö, lass' es, wenn es Dir zu hoch ist.


Bist du verheiratet?. Ja.


Eine Ehe wird als Wirtschaftsgemeinschaft betrachtet und auch so besteuert. Daher zahlen am Ende beide Konstellationen - 1.) einer verdient viel, einer wenig, 2.) beide verdienen gleich viel - gleich viel Steuern..

Weil ich genau diese Betrachtungsweise Ehe = Wirtschaftsgemeinschaft = Versorgungsinstitut für Frauen nicht mehr zeitgemäß finde.


Warum sollte in erstgenannter Konstellation die Ehefrau ihrem Mann den Hintern hinterhertragen ...? Vielleicht hat sie andere Gründe, wenig oder gar nicht zu arbeiten? .

Ich schrieb ja: Wenn keine Kinder da sind, denn Kleinkindbetreuung ist ein guter Grund - weitere sehe ich allerdings nicht.


Im übrigen habe ich gestern nochmal nachgelesen, ein "Abschmelzen" des Ehegattensplittings wäre gar nicht drin, das wäre nämlich verfassungswidrig.

Das sieht die Mehrheit der Verfassungsrechtler anders! Der durch das Grundgesetz gebotene besondere Schutz von Ehe und Familie verbietet zB eine Schlechterstellung gegenüber anderen Lebensformen, schreibt jedoch nicht vor, in welcher Form eine Privilegierung zu erfolgen hat. Ein Familiensplitting würde den Verfassungsauftrag sogar viel eher erfüllen.

Das Ehegattensplitting in seiner heutigen Form fördert die reine Hausfrauenehe und drängt Frauen (weil leider oft weniger verdienend) in die ungünstige Steuerklasse V, wo sie dann feststellen, dass es sich ja eigentlich gar nicht lohnt, arbeiten zu gehen. Und der Mann darf sich als Ernährer und Bestimmer gebauchpinselt fühlen ... und dann wundern sie sich, wenn sie nach einer Scheidung die Gelackmeierten sind und die Allgemeinheit darf dafür aufkommen. Wie kann man sich nur freiwillig seiner Selbständigkeit berauben lassen???

Gizmo
21.09.2007, 13:11
Das Ehegattensplitting in seiner heutigen Form fördert die reine Hausfrauenehe und drängt Frauen (weil leider oft weniger verdienend) in die ungünstige Steuerklasse V, wo sie dann feststellen, dass es sich ja eigentlich gar nicht lohnt, arbeiten zu gehen. Und der Mann darf sich als Ernährer und Bestimmer gebauchpinselt fühlen ... und dann wundern sie sich, wenn sie nach einer Scheidung die Gelackmeierten sind und die Allgemeinheit darf dafür aufkommen. Wie kann man sich nur freiwillig seiner Selbständigkeit berauben lassen???


Das unterschreibe ich VOLL!

Weg damit!

Bine70
21.09.2007, 13:39
Ich bin eine Vollzeitehefrau ;o) ...
Und es gibt m.E. nach mehr Gründe als "nur" Kinder, als es mir gesundheitlich lange Zeit sehr schlecht ging, waren wir froh, dass mein Verdienstausfall etwas abgemildert wurde durch das Ehegattensplitting. Ich bin einschl. Reha fast 1 1/2 Jahre ausgefallen und meine Krankheit hat (und das tut sich auch heute noch) enorme Kosten zur Folge.

Das ist nur ein Bsp., es gibt bestimmt mehrere. Also etwas differenzierter sollte man es durchaus betrachten.
Eine/meine Ehe sehe ich nicht als Versorgungsgemeinschaft in meinen Augen hat es auch etwas mit der Übernahme von Verantwortung für den Partner zu tun.

Gruss Bine

Inaktiver User
21.09.2007, 13:45
Weil ich genau diese Betrachtungsweise Ehe = Wirtschaftsgemeinschaft = Versorgungsinstitut für Frauen nicht mehr zeitgemäß finde.

Dann sag mir doch bitte mal, was die Ehe ansonsten ist?

Schokoholic
21.09.2007, 14:11
Natürlich übernimmt man in einer Ehe Verantwortung für den Partner. Allerdings zwingt einen der Staat auch in nichtehelichen verfestigten Lebensgemeinschaften bei Anrechnung des Partnereinkommens auf öffentliche Leistungen in eine Quasi-Unterhaltspflicht, aber das nur am Rande.

Die Frage ist ja, muss diese eigentlich selbstverständliche Vorgehensweise (wenn ich mit jemandem lebenslänglich zusammensein möchte, lasse ich ihn doch auch ohne Steuergeschenke nicht "vor die Hunde gehen", oder???) staatlich subventioniert werden? Wiegt der in manchen Fällen (wie zB der geschilderten Krankheit) natürlich vorhandene Nutzen den "Schaden" für erwerbstätige Frauen auf? Aufgrund des besch*** Lohngefälles zwischen Männern und Frauen in Deutschland ist es fast immer die Frau, die in der ungünstigeren Steuerklasse steckt und angesichts der Bedeutung von Geld für die Machtverteilung in den Beziehungen erzähle mir keiner, dass die daraus fast zwangsläufig entstehende Betrachtung ("Familienernährer"-"Hinzuverdienerin") keine nachteiligen Folgen auf dem Weg zu Gleichberechtigung und Chancengleichheit hat...

Und, liebe Romantikerinnen: Geld IST wichtig und Geld HAT was mit Macht zu tun, auch wenn es uns vermutlich fast allen anders lieber wäre...

Schokoholic
21.09.2007, 14:13
Dann sag mir doch bitte mal, was die Ehe ansonsten ist?

Tja, ich Dummie beispielsweise habe aus Liebe geheiratet...

Inaktiver User
21.09.2007, 14:53
Tja, ich Dummie beispielsweise habe aus Liebe geheiratet...

Dazu hätte es auch eine Zeremonie mit Freunden getan und die Zivilehe wäre nicht nötig gewesen.

Schokoholic
21.09.2007, 15:27
Dazu hätte es auch eine Zeremonie mit Freunden getan und die Zivilehe wäre nicht nötig gewesen.

Nö, nötig war sie nicht, aber uns war danach. Welche Probleme hast Du mit der Ehe?

Inaktiver User
21.09.2007, 15:37
Nö, nötig war sie nicht, aber uns war danach. Welche Probleme hast Du mit der Ehe?

Ich? Gar keine. Ich frage nur, was sie nach Eurer Meinung juristisch ist, wenn keine Versorgungsgemeinschaft.

Schokoholic
21.09.2007, 15:50
Ich? Gar keine. Ich frage nur, was sie nach Eurer Meinung juristisch ist, wenn keine Versorgungsgemeinschaft.

Natürlich begründet die Ehe juristisch gesehen bestimmte Rechte und Pflichten und der Aspekt des im Notfall auch finanziell für den Partner Einstehens bekommt größeres Gewicht als in den UH- und Anrechnungspflichten einer grds. jederzeit auflösbaren nichtehelichen Wohngemeinschaft. Ich weigere mich allerdings strikt dagegen, dass es automatisch die Frau sein muss, die ein "Versorgungsfall" wird. Und auf dem Weg dahin wäre mE neben der gerechten (sprich: gleichen) Bezahlung von Männern und Frauen auch die Abschaffung des Ehegattensplittings förderlich, weil es eben oft die (Netto-)Einkommensunterschiede vergrößert und den Gedanken "Arbeiten lohnt sich nicht/sein Gehalt reicht doch für Zwei/meine Frau hat es gar nicht nötig, arbeiten zu gehen, sie soll mir lieber ein kuschliges Heim schaffen" fördert. Und dieses Modell ist schlicht überholt (bevor ich wieder Haue von Supermamas kriege: ich rede von kinderlosen Ehepaaren).

Warum sollte ein erwachsener, halbwegs gesunder Mensch mit einer Heirat die finanzielle Verantwortung für sein Leben abgeben??? Und was macht die nicht berufstätige Frau ohne Kids den ganzen Tag???

Inaktiver User
21.09.2007, 16:00
Warum sollte ein erwachsener, halbwegs gesunder Mensch mit einer Heirat die finanzielle Verantwortung für sein Leben abgeben??? Und was macht die nicht berufstätige Frau ohne Kids den ganzen Tag???

Lies in diversen Strängen dazu und dann lies parallel ein wenig in den Trennungssträngen...

Aber zu meiner Frage: wenn der Staat den Versorgungsaspekt aus der Ehe (mit Kindern) nimmt, hat sie weitestgehend Symbolcharakter und das kann es kaum sein.

Alinaluna
21.09.2007, 18:04
ich bin entschieden für die abschaffung des ehegattensplittings - und die einführung eines familiensplittings - und zwar für alle gemeinschaften, in denen kinder leben, unabhängig davon, ob man verheiratet ist oder nicht.

also eher ein "kindersplitting" :zwinker:

Historia02
21.09.2007, 18:22
staatlich subventioniert werden?

Ich sehe immer noch nicht, wo die Subvention liegt? Zwei verheiratete Personen werden zusammengerechnet. Wenn ich dich recht verstehe, möchtest du also genau DAS abschaffen?

Eine nicht-verheiratete Person hätte aber z.B. einen Anspruch auf Hartz IV, eine verheiratete Person hat einen Anspruch auf Unterhalt gegen den Ehepartner.

Im übrigen zum Thema "Dazuverdienen" mit Teilzeitjob. In Steuerklasse V zahlt man zwar einiges an Steuern, aber der Unterschied zu Steuerklasse I bzw. IV ist doch nicht so groß, als dass es sich überhaupt NICHT lohnen würde!! Es ist dann aber sicher "günstiger", einen 400-EUR-Job mit 10 Wochenstunden anzunehmen als einen 20-Stunden-Job, bei dem man nur das 1,5-fache rauskriegt. (Habe es mal für 800 EUR durchgerechnet, Steuerklasse I bzw. IV: 630 EUR netto, Steuerklasse V: 515 EUR netto. Macht einen Unterschied von 115 EUR. Oder eben dann doch gleich den 400-EUR-Job.)

Alinaluna
21.09.2007, 19:33
Eine nicht-verheiratete Person hätte aber z.B. einen Anspruch auf Hartz IV, eine verheiratete Person hat einen Anspruch auf Unterhalt gegen den Ehepartner.


eine nicht-verheiratete person, die mit einem partner zusammenlebt, hat auch keinen anspruch auf ALG 2 sondern "anspruch" auf unterhalt. und dabei profitiert dieses paar noch nicht einmal vom ehegattensplitting. günstiger wäre es in so einem fall zu heiraten (ob der staat das so nebebei gewollt hat?).

Satyr
21.09.2007, 20:03
Aber zu meiner Frage: wenn der Staat den Versorgungsaspekt aus der Ehe (mit Kindern) nimmt, hat sie weitestgehend Symbolcharakter und das kann es kaum sein.

Und warum kann es das nicht?
Wenn so viele immer schreiben das sie "aus Liebe" geheiratet haben, dann geht es doch nur um das Symbol?

Warum also nicht darauf reduzieren?

Inaktiver User
21.09.2007, 20:08
Und warum kann es das nicht?
Wenn so viele immer schreiben das sie "aus Liebe" geheiratet haben, dann geht es doch nur um das Symbol?

Warum also nicht darauf reduzieren?

Tja, das scheint vielen nicht zu reichen, sodass sie "wegen der Steuern" oder ähnlichem heiraten...

Satyr
21.09.2007, 20:18
Tja, das scheint vielen nicht zu reichen, sodass sie "wegen der Steuern" oder ähnlichem heiraten...

DESHALB geht es ja hier darum etwas an diesen Steuern zu ändern.
Eben so das es nur noch das Symbol ist.

Und ich wüsste nicht was daran so schlimm sein sollte.

Inaktiver User
22.09.2007, 01:00
DESHALB geht es ja hier darum etwas an diesen Steuern zu ändern.
Eben so das es nur noch das Symbol ist.

Und ich wüsste nicht was daran so schlimm sein sollte.

Ich weiss das auch nicht. Allerdings ist der Staat dann der Meinung, dass die Ehe nicht mehr existent wäre und das wäre wohl fatal.

Opelius
22.09.2007, 08:01
Ich möchte zu dem Thema der Pauli noch einmal meine umaßgebliche Meinung schreiben.
Alle, die hier schreiben, sind davon überzeugt, dass sie willensstarke und entscheidungsbewußte Menschen sind. Eine Heirat ist in meinen Augen eine der folgenreichsten Entscheidungen, die man im Leben fällt. Das Hintertürchen der 7-jährigen Probezeit ist in meinen Augen keine Lösung, dass man sich halt manchmal gründlich bei der Suche nach einem Partner geirrt hat.
Liebe macht blind, taub und geruchlos. Das weiß jede/r, die/der sich an seine letzte heftige Liebesgeschichte erinnert.
Irgendwann entdeckt man auch Dinge am Liebespartner, die einen stören. Wer diese Zweifel bei Seite drückt, nicht anspricht und aus lauter Liebe übersieht, bekommt in einer auf lange Zeit angelegte Beziehung Probleme, weil man irgendwann diese Schattenseiten nicht mehr ertragen kann.
Kein Mensch ändert sich in einer Beziehung grundsätzlich. Wer ein Halodri ist, wird es immer bleiben, wer ein Schlampenkopp ist auch. Und die falscheste Einstellung ist von Frauen, wenn sie sagen: "Das gewöhn ich ihm schon ab."

Alinaluna
22.09.2007, 08:08
Kein Mensch ändert sich in einer Beziehung grundsätzlich. Wer ein Halodri ist, wird es immer bleiben, wer ein Schlampenkopp ist auch. Und die falscheste Einstellung ist von Frauen, wenn sie sagen: "Das gewöhn ich ihm schon ab."

ich glaube, viele frauen haben einen hang dazu, männer "nach ihrem bilde" zu verändern, männer hingegen möchten meistens, dass die frauen so bleiben, wie sie sie kennengelernt haben - wenn man sich dessen bewusst ist, kann man konstruktiv damit umgehen. :zwinker:

ansonsten ist liebe - und nicht die verliebtheit, die du hier beschreibst - fähig, auch die fehler des anderen zu lieben.

Satyr
22.09.2007, 09:49
Ich weiss das auch nicht. Allerdings ist der Staat dann der Meinung, dass die Ehe nicht mehr existent wäre und das wäre wohl fatal.

Woher weißt Du welche Meinung "der Staat" hat? Sind WIR nicht der Staat? Du, ich, alle anderen die wählen gehen.. ? Denken WIR das denn dann?

Und was genau wäre daran so fatal?

Opelius
22.09.2007, 10:08
Woher weißt Du welche Meinung "der Staat" hat? Sind WIR nicht der Staat? Du, ich, alle anderen die wählen gehen.. ? Denken WIR das denn dann?

Und was genau wäre daran so fatal?

Ich verweise auf den Art, 6 des Grundgesetzes:
Artikel 6
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Artikel 79 Absatz 3 lautet:

„Eine Änderung dieses Grundgesetzes, durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in den Artikeln 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden, ist unzulässig.“

Der besondere Schutz der Ehe und Familie gehört zu den nicht veränderbaren Grundsätzen unserer Verfassung. Das sind die Ewigkeitsklauseln.

Und daran wird auch die mediengeile Pauli nichts ändern.

Satyr
22.09.2007, 10:55
Und das finde ich bescheuert.

Wobei es damit ja nix zu tun hat. Es geht nicht darum die Ehe komplett abzuschaffen, sondern nur die Finanzen aus der Ehe rauszuhalten und sie als rein symbolischen Akt zu behalten.

Etwas das nichts mit dem GG zu tun hat, oder?

Opelius
22.09.2007, 11:22
Und wie stellst Du Dir das vor?
Ein erfolgreicher, gut verdienender Mann, darf sein ganzes Geld für sich behalten und seine geringfügig beschäftigte Ehefrau, da Kinder, wird mit der Düsseldorfer Tabelle abgespeist?

Wenn es um Vermögen, das in die Ehe eingebracht wird, so bleibt es ja demjenigen erhalten: er kann es mit einem Ehevertrag zusätzlich absichern.
Aber wenn jemand Karriere macht und Vermögen anhäuft, so soll der Ehepartner nicht davon partizipieren?

"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau" oder umgekehrt. Der Partner leistet dabei viel, sehr viel: das ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Alinghi
22.09.2007, 11:28
Und das finde ich bescheuert.

Wobei es damit ja nix zu tun hat. Es geht nicht darum die Ehe komplett abzuschaffen, sondern nur die Finanzen aus der Ehe rauszuhalten und sie als rein symbolischen Akt zu behalten.

Etwas das nichts mit dem GG zu tun hat, oder?

Wenn der Gesetzgeber laut Grundgesetz zum besonderen Schutz der Ehe verpflichtet ist, darf und wird er aus genau diesem Grund diese Form des Zusammenlebens auch steuerlich besonders fördern. Ist das so schwer zu begreifen?

Satyr
22.09.2007, 11:49
Und wie stellst Du Dir das vor?
Ein erfolgreicher, gut verdienender Mann, darf sein ganzes Geld für sich behalten und seine geringfügig beschäftigte Ehefrau, da Kinder, wird mit der Düsseldorfer Tabelle abgespeist?


Why not? Oder sie strängt selbst eine Karriere an, wenn es ihr nicht reicht?
Wobei ich da zwischen Frau und Kinder trenne. Letztere sollten natürlich weiterhin nicht "abgespeist" werden.



Wenn es um Vermögen, das in die Ehe eingebracht wird, so bleibt es ja demjenigen erhalten: er kann es mit einem Ehevertrag zusätzlich absichern.


Kann er nicht. Ist meist sittenwiedrig.



Aber wenn jemand Karriere macht und Vermögen anhäuft, so soll der Ehepartner nicht davon partizipieren?


Nein, warum sollte er? Ich kann gern freiwillig meinen Partner daran teilhaben lassen. Würde ich sogar, selbstverständlich. Aber aus Liebe.. nicht weil der Staat das so will.



"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau" oder umgekehrt. Der Partner leistet dabei viel, sehr viel: das ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

Das hat sich längst überholt und passt heutzutage nicht mehr.
Ich bin auch ohne Frau erfolgreich. Und wenn ich jetzt heiraten würde, hätte ich mir alles ohne die Frau aufgebaut.
Warum sollte sie mehr davon haben als ich aus Liebe geben würde? Oder warum wenn die Liebe weg ist?
Sie stand eben NICHT dahinter und es war auch ohne sie möglich.

Schokoholic
22.09.2007, 11:54
Ich sehe immer noch nicht, wo die Subvention liegt? Zwei verheiratete Personen werden zusammengerechnet. ?

:unterwerf: Die Subvention des Staates liegt darin, dass ein verheirateter Mann in Steuerklasse III mit Nur-Hausfrau bzw. geringverdienender Partnerin gegenüber einem Ledigen in Steuerklasse I enorme Steuervorteile hat! Was ist denn daran so schwer zu verstehen??? Und selbst ein gutverdienender Mann mit passabel verdienender Ehefrau hat (entspr. Steuerklassenwahl vorausgesetzt) immer noch Steuervorteile gegenüber dem Single und ZWAR ZU LASTEN DER EHEFRAU, wenn nicht 100 % gemeinsam gewirtschaftet wird.


Wenn ich dich recht verstehe, möchtest du also genau DAS abschaffen?

JA!!!


Eine nicht-verheiratete Person hätte aber z.B. einen Anspruch auf Hartz IV, eine verheiratete Person hat einen Anspruch auf Unterhalt gegen den Ehepartner.

Wie Alinaluna bereits schrieb

eine nicht-verheiratete person, die mit einem partner zusammenlebt, hat auch keinen anspruch auf ALG 2 sondern "anspruch" auf unterhalt. und dabei profitiert dieses paar noch nicht einmal vom ehegattensplitting. günstiger wäre es in so einem fall zu heiraten (ob der staat das so nebebei gewollt hat?).
stimmt das nicht ganz. Bei verfestiger Lebensgemeinschaft werden auch Unverheirateten "sittliche" UH-Ansprüche auf staatliche Leistungen wie Hartz IV angerechnet.


Wenn der Gesetzgeber laut Grundgesetz zum besonderen Schutz der Ehe verpflichtet ist, darf und wird er aus genau diesem Grund diese Form des Zusammenlebens auch steuerlich besonders fördern. Ist das so schwer zu begreifen?

Falsche Aussagen werden durch Wiederholung nicht besser!!! Das GG schreibt NICHT vor, in welcher bestimmten Form Ehe und Familie zu fördern sind. Der Staat könnte sehr wohl zB die Steuervorteile abschaffen und stattdessen bsp. die Sozialabgaben senken (ist ja zB bei der kostenlosen Familienversicherung schon so) oder Kindererziehungszeiten stärker auf die Rente anrechnen oder kostenlosen Wohnraum zur Verfügung stellen oder Eheleute bzw. Eltern ein Vorrecht bei der Besetzung von Arbeitsplätzen einräumen oderoderoder. Das GG schreibt NICHT das Ehegattensplitting vor!!!

Man wird über kurz oder lang dahinkommen (müssen), dass es nicht so sehr um den Schutz der Ehe als Versorgungsinstitut geht (weil der noch bei Entstehung des GG vorherrschende Gedanke, dass verheiratete Frauen nicht arbeiten gehen sollen/dürfen, Gottseidank weitgehend überholt ist), sondern dass die heutige Zeit einen Schutz aller Lebensformen mit Kindern erfordert. (Hinweis: Ich bin gewollt kinderlos! also unterstellt mir bitte nicht wieder polemisches Eigeninteresse).

Und ich fände es in der Tat überhaupt nicht schlimm, wenn die Ehe nur noch Sysmbolcharakter "Wir wollen lebenslang zusammenbleiben" hätte!!!

Schokoholic
22.09.2007, 12:09
Und wie stellst Du Dir das vor?
Ein erfolgreicher, gut verdienender Mann, darf sein ganzes Geld für sich behalten und seine geringfügig beschäftigte Ehefrau, da Kinder, wird mit der Düsseldorfer Tabelle abgespeist?.

Für die Zeiten der Kindererziehung gelten doch heute bereits verschärfte UH-Pflichten selbst gegen den unverheirateten Vater. Und außerhalb dieser soll gefälligst jeder für sich selber sorgen.

Aber Du scheinst das Modell "einmal einen erfolgreichen Mann gefangen - Frau hat ausgesorgt!" zu bevorzugen:gegen die wand:


Wenn es um Vermögen, das in die Ehe eingebracht wird, so bleibt es ja demjenigen erhalten: er kann es mit einem Ehevertrag zusätzlich absichern.
Aber wenn jemand Karriere macht und Vermögen anhäuft, so soll der Ehepartner nicht davon partizipieren?.

Genau das wird im gesetzlichen Güterstand über den Zugewinnausgleich berücksichtigt, das Anfangsvermögen bleibt erhalten, das während der Ehe Erworbene geteilt.


"Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau" oder umgekehrt. Der Partner leistet dabei viel, sehr viel: das ist mit Geld nicht aufzuwiegen.

:gegen die wand: :gegen die wand: :gegen die wand: Ein Partner, der sich nach gemeinsamer Absprache um die KInder kümmert, leistet mit Sicherheit einen Beitrag zum gemeinsamen Lebensplan, der zu Recht durch Unterhalts- und Versorgungsansprüche honoriert wird. Ich sehe allerdings nicht, was eine kinderlose nicht berufstätige Frau zur Karriere ihres Partners "leistet". Den Haushalt? Dazu kann man(n) sich auch anderer Dienstleister bedienen.



Das hat sich längst überholt und passt heutzutage nicht mehr.
:schild genau:

Opelius, würdest Du mir mal verraten, wo Du den Zusammenhang zwischen Scheidungsfolgen/Unterhalt und dem Thema Ehegattensplitting siehst???

Opelius
22.09.2007, 12:14
Opelius, würdest Du mir mal verraten, wo Du den Zusammenhang zwischen Scheidungsfolgen/Unterhalt und dem Thema Ehegattensplitting siehst???

Sehe ich das? hab ich das so formuliert? Dann muss ich mich korrigieren:

Das Ehegattensplitting macht für mich nur Sinn, wenn es ein Familiensplitting ist.

Didi50
22.09.2007, 13:18
Ich bin aus rein egoistischen Gründen :freches grinsen: für eine Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting nach französischem Modell. Dann wäre es eine Familienförderung und keine Ehe-Förderung. Letztere ist heutzutage anchronistisch, erstere wäre zumindest im Sinne von Frau von der Leyen.


Auch aus nichtegoistischen Gründen bin ich dafür. Es sollte nicht die Ehe an sich gefördert werden, sondern die Betreuung von Familienangehörigen. Allerdings würde ich darunter nicht nur Kinder,
sondern auch Pflegebedürftige zählen.

Ich seh das aber auch als Mittel dafür, dass es sich für verheiratete Frauen besser lohnt, einer bezahlten Arbeit nachzugehen. Heute hören viele Frauen von ihren Männern: Aber das lohnt sich doch überhaupt nicht (wenn sie denn in Steuerklasse 5, halbtags arbeiten).

Alinghi
22.09.2007, 15:38
Das GG schreibt NICHT das Ehegattensplitting vor!!!

Egal ob oder was der Gesetzgeber am Ehegattensplitting ändert oder kürzt, wird anschließend garantiert jedes Mal das Bundesverfassungsgericht darüber zu befinden haben und jede mögliche Einschränkung des Ehegattensplittings, das zu einer unzulässigen Benachteiligung der Ehe führt, wieder einkassieren. Und zwar aus dem Grund, weil die Ehe nun mal im Grundgesetz verbürgt ist, egal ob dir oder mir das nun passt oder nicht.




Der Staat könnte sehr wohl zB die Steuervorteile abschaffen und stattdessen bsp. die Sozialabgaben senken (ist ja zB bei der kostenlosen Familienversicherung schon so) oder Kindererziehungszeiten stärker auf die Rente anrechnen oder kostenlosen Wohnraum zur Verfügung stellen oder Eheleute bzw. Eltern ein Vorrecht bei der Besetzung von Arbeitsplätzen einräumen oderoderoder.


So einfach geht es eben nicht. Paul Kirchhoff (Ex-Verfassungsrichter, lehrt Steuerrecht) antwortete letztes Jahr in einem Merkur-Interview auf die Frage, ob das Grundgesetz die Politikerpläne, das Ehegattensplitting zum Teil aufzugeben, zulässt:

"Artikel 6 schützt Ehe und Familie. Diese Bestimmung, so hat es das Bundesverfassungsgericht entschieden, bewahrt das Ehegattensplitting vor wesentlichen Veränderungen durch den Gesetzgeber. Zudem darf die Ehe nicht schlechter gestellt werden als alle anderen Erwerbsgemeinschaften – OHG, KG oder GmbH –, die splitten dürfen."

Auch Herr Papier (Staatsrechtswissenschaftler und Präsident des Bundesverfassungsgerichts) äußert sich dahingehend.

Nocturna
22.09.2007, 17:48
Wieso lese ich hier eigentlich immer nur vom Fremdsponsern nicht arbeitender Ehefrauen?

Vom Ehegattensplitting profitieren schließlich alle Ehepaare mit unterschiedlich hoher Einkommensverteilung.

Bine70
22.09.2007, 18:10
Ich sehe das Problem auch nicht, worum gehts? Gehts ums Missgönnen?

Es steht jeden frei zu heiraten oder es bleiben zu lassen. Will jemand nicht heiraten, gibts keine Ehegattensplitting.

So what? Freie Entscheidung.

Ausserdem, wenn ich es mir richtig überlege, ich kenne keine nur Ehefrau, die sich den Hintern wärmt. In meinem Umfeld gibt es sehr wohl nicht arbeitende Ehefrauen mit gut verdienenden Männern, allerdings haben diese fast alle 2 oder mehr Kinder und damit passt es doch wieder, oder?

Bine70

Historia02
22.09.2007, 19:35
Die Subvention des Staates liegt darin, dass ein verheirateter Mann in Steuerklasse III mit Nur-Hausfrau bzw. geringverdienender Partnerin gegenüber einem Ledigen in Steuerklasse I enorme Steuervorteile hat! Was ist denn daran so schwer zu verstehen???
Das ist für mich nicht schwer zu verstehen :freches grinsen:.

Ich sehe es so: Steuerklasse I entspricht Steuerklasse IV. Ein Paar, bei dem beide gleich viel verdienen und in Steuerklasse IV sind, zahlt damit genauso viel Steuern wie zwei Singles in Steuerklasse I.

Im übrigen: "Das Bundesverfassungsgericht habe stets betont, dass das Ehegatten-Splitting die Gleichwertigkeit von Familien- und Berufsarbeit anerkenne, so Paul Kirchhof."

Satyr
22.09.2007, 23:15
Es steht jeden frei zu heiraten oder es bleiben zu lassen. Will jemand nicht heiraten, gibts keine Ehegattensplitting.


Und meist auch keine Partnerin mehr, weil die Heiraten ja soooo romantisch findet und man sie wohl nicht WIRKLICH lieben wird, wenn man sie nicht heiraten möchte...



Ausserdem, wenn ich es mir richtig überlege, ich kenne keine nur Ehefrau, die sich den Hintern wärmt. In meinem Umfeld gibt es sehr wohl nicht arbeitende Ehefrauen mit gut verdienenden Männern, allerdings haben diese fast alle 2 oder mehr Kinder und damit passt es doch wieder, oder?


Wieso soll das dann passen? Mit 2 Vollzeit Gehältern, die durch das Splitting nicht auf der einen Seite gekürzt werden, lässt sich prima eine Kinderbetreuung finanziell organisieren, viell. sogar noch eine Reinigungskraft.
Meist übrigens DEUTLICH günstiger als das Geld, was die "nicht arbeitende Frau" zur Verfügung hat.

Inaktiver User
22.09.2007, 23:19
Na ja, dagegen sind vor allem die, wie zu erwarten, die nicht verheiratet sind und bei denen das auch in weiter Ferne ist.

Verständlich. Jeder ist sich selbst der Nächste...

Ich bin verheiratet. Und ach ja...ich wurde mal gefragt... :smirksmile:

Ich verabschiede mich allerdings jetzt, habe keine Lust mehr...:knatsch:

Das liegt allerdings nicht an diesem Thread.

Viel Glück für alle!:blumengabe:

Schokoholic
23.09.2007, 00:10
Sehe ich das? hab ich das so formuliert? Dann muss ich mich korrigieren:

Das Ehegattensplitting macht für mich nur Sinn, wenn es ein Familiensplitting ist.

Dann sind wir uns da komplett einig :lachen:


Egal ob oder was der Gesetzgeber am Ehegattensplitting ändert oder kürzt, wird anschließend garantiert jedes Mal das Bundesverfassungsgericht darüber zu befinden haben und jede mögliche Einschränkung des Ehegattensplittings, das zu einer unzulässigen Benachteiligung der Ehe führt, wieder einkassieren. Und zwar aus dem Grund, weil die Ehe nun mal im Grundgesetz verbürgt ist, egal ob dir oder mir das nun passt oder nicht.

So einfach geht es eben nicht. Paul Kirchhoff (Ex-Verfassungsrichter, lehrt Steuerrecht) antwortete letztes Jahr in einem Merkur-Interview auf die Frage, ob das Grundgesetz die Politikerpläne, das Ehegattensplitting zum Teil aufzugeben, zulässt:

"Artikel 6 schützt Ehe und Familie. Diese Bestimmung, so hat es das Bundesverfassungsgericht entschieden, bewahrt das Ehegattensplitting vor wesentlichen Veränderungen durch den Gesetzgeber. Zudem darf die Ehe nicht schlechter gestellt werden als alle anderen Erwerbsgemeinschaften – OHG, KG oder GmbH –, die splitten dürfen."

Auch Herr Papier (Staatsrechtswissenschaftler und Präsident des Bundesverfassungsgerichts) äußert sich dahingehend.

...Fein, ich sehe, Du bist Jurastudentin und hast brav alles auswendig gelernt!

Nichtsdestotrotz neigt insb. Herr Kirchhof seit mindestens 20 Jahren dazu, sehr mutige Mindermeinungen zu vertreten - oft gute Denkanstöße, aber selten praktisch verwertbar. Und zwischen einer Schlechterstellung der Ehe gegenüber anderen Lebensformen und einer Abschmelzung des Ehegattensplittings zugunsten bspw. eines Familiensplittings bestehen noch himmelweite Unterschiede.

Inaktiver User
23.09.2007, 00:20
Mir war die kirchliche Trauung die wichtigere, die ist hierzulande ohne die standesamtliche gar nicht möglich.

Natürlich wollte ich auch bestimmte juristische Dinge damit geklärt haben, z.B. dass ich damit als nächste Angehörige gelte und Einfluß habe, wenn es um Notfälle, Krankheiten was weiß ich geht.

Solange ich keine Kinder hatte, hätte ich aber auf irgendwelche Steuervorteile leicht verzichtet! Da macht es für mich keinen Unterschied, ob zwei Singles gut verdienen oder ein Ehepaar mit zwei Verdiensten, da ist doch Geld genug da. Und wenn einer der Partner derart gut verdient, dass der andere ohne Kinder zu erziehen daheimbleiben will - bitte. Aber subventionieren braucht das der Staat wirklich nicht!! Problematisch wird es doch erst, wenn nicht mehr 2 Leute von 2 Einkommen leben müssen, sondern 3,4,5 auf einmal von einem oder anderthalb!

Gizmo
23.09.2007, 10:47
So ist es Einiwiekeine,

ich werde sowieso nie Kinder bekommen, einfach weil ich keine eigenen will.
Nehme ich die KOhle deswegen gerne mit? KLAR!
Ungerecht finde ich es trotzdem, denn meine Schwester z. B. nicht verheiratet mit einem Kind steht schlechter da als ich, verheiratet und kinderlos, mal ganz abgesehen davon, dass sie mit ihrem Lebensgefährten manchmal echte Probleme wegen der Kinderbetreuung hat.
Da soll der Staat das Geld bei mir lieber sparen und meiner Nichte einen Betreuungsplatz einrichten und meiner Schwester und ihrem Lebensgefährten damit die Möglichkeit einräumen, selbst mehr Geld zu verdienen, sofern sie dies wünschen.

"Ehe" ist heute nicht mehr das, was es mal war. Heute heißt "Ehe" nicht mehr, Familie gründen.

Gesellschaften entwickeln sich dynamisch und Gesetze sollten für Menschen gemacht sein. Zur Zeit läuft es in diesem Punkt meines Erachtens aber genau daran vorbei.