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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Befreiung GKV - wer kennt sich aus?



Milena
14.09.2007, 10:08
Hallo!
Ein Bekannter hat etwas Ärger, weil er vor Jahren privat krankenversichert war und sein alter Arbeitgeber jetzt eine Bescheinigung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht rückwirkend verlangt. Mein Bekannter hat damals die GKV ordentlich (und termingerecht) gekündigt und diese samt Bestätigung der GKV von damals als Kopie zugeschickt, doch das reicht dem alten Arbeitgeber nicht. Eine andere Befreiung hatte er aber nie geschrieben. Hätte er da noch irgendein Formular ausfüllen müssen? Und: Hätte ER sich das selbst irgendwo besorgen müssen? (Anm.: Er war AiPler) Mir scheint nämlich fast so, als hätte der Arbeitgeber da irgendwas versäumt ... Letzterer wird jedenfalls gerade steuerlich geprüft und spricht davon, dass sich ggf. eine hohe Summe als Nachforderung aus dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur Kranken- und Pflegeversicherung ergeben könnte. Stimmt das???
Ich würde mich riesig freuen, wenn ich ihm durch eure Hilfe ein wenig Mut machen könnte...
Also lieben Dank im Voraus,
Milena
:blumengabe:

Inaktiver User
14.09.2007, 12:20
Hallo Milena.

Er hat die GKV ordentlich und fristgemäß gekündigt.
Hier muß(te) eine Kündigungsbestätigung vorliegen. Diese ist gegebenenfalls nochmal von der GKV erhältlich.

Er war als AiPler privat versichert. Das heißt, er war aufgrund Einkommen über der Bemessungsgrenze aus der GKV-Versicherungspflicht gefallen (war dann freiwillig versichert) und hat sich dann privat versichert?

Er kann bei seiner PKV eine Bestätigung über die Dauer der Mitgliedschaft bis heute anfordern. Dann wäre zunächst einmal der Zeitraum geklärt in dem er gesetzlich/freiwillig in der GKV versichert war und in der er privat versichert war. Vielleicht schreibst Du mir als PN, welche PKV betroffen ist.

In beiden Zeiträumen zahlt der Arbeitgeber je zur Hälfte den jeweiligen Beitrag zur Krankenversicherung, in den letzten Jahren kommt in der GKV noch der gesetzliche Zuschlag von 0,9% hinzu, den der Arbeitnehmer allein zu tragen hat. In der PKV ist der 10%ige Zuschlag für Altersrückstellung ja bereits im Beitrag enthalten und wird geteilt.

Wenn Dein Bekannter von seiner PKV Rückerstattungen erhalten hat aufgrund " Leistungsfreiheit", geht das den Arbeitgeber nichts an. So jedenfalls wurde es in der Vergangenheit gehalten.

Grundsätzlich würde ich zunächst einmal, wie oben angeführt, entsprechende Bescheinigungen einholen. Dann würde ich abwarten, was vom Arbeitgeber kommt... während dessen würde ich die Gehaltsbescheinigungen zusammen sortieren und überprüfen, ob die Beiträge zur Krankenkasse/-versicherung ordnungsgemäß berechnet und aufgeführt sind. Alle Schreiben etc. bitte unbedingt sorgfältig aufbewahren.

Für die Zukunft würde ich darüber hinaus dafür sorgen, daß eine hochwertige Rechtsschutzversicherung für Ärzte und Heilwesenberufe vorliegt, soweit dies noch nicht geschehen ist. Die Versicherungssumme sollte dabei unbegrenzt sein und es sollte wirklich nur ein herausragender Versicherer gewählt werden. Falls eine solche Versicherung bereits vorliegt, würde ich mich, sobald man hierzu an mich heran tritt, zunächst einmal über die juristischen Hotline beraten lassen und mir einen Rechtsanwalt benennen lassen, der auf diesem Gebiet spezialisiert ist.

Schöne Grüße

justii
PS: Wo ist der Berater, der ihm damals die private Krankenversicherung ans Herz gelegt hat. Diese kennt die Gesamtsituation (sollte er zumindest) und könnte/müsste/sollte so auf jeden Fall zur Seite stehen. Schließlich kassiert er ja jedes Jahr seine Betreuungsprovision...

Mariechen44
14.09.2007, 12:29
Hallo,

verschiedenes verstehe ich da nicht.

1. als Arzt im Praktikum über der Versicherungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung, d.h. er hat über 3.400 Euro im Monat verdient? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, frag da nochmal nach.

2. Lohnsteueraußenprüfung vom Finanzamt oder Prüfung der Rentenanstalt - nur diese kann nämlich Sozialversicherungsbeiträge nachfordern, das Finanzamt mit Sicherheit nicht.

mfg

mariechen



Jedenfalls würde er - falls Versicherungspflicht in der GKV bestanden hätte - nur für den Arbeitnehmerbeitrag haften, und dass auch nur für die letzten sechs Monate.

Inaktiver User
14.09.2007, 20:26
Hallo,

verschiedenes verstehe ich da nicht.

1. als Arzt im Praktikum über der Versicherungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung, d.h. er hat über 3.400 Euro im Monat verdient? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, frag da nochmal nach.

2. Lohnsteueraußenprüfung vom Finanzamt oder Prüfung der Rentenanstalt - nur diese kann nämlich Sozialversicherungsbeiträge nachfordern, das Finanzamt mit Sicherheit nicht.



Zu 1. gebe ich Dir zwar Recht aber was solls nicht alles geben...

Zu 2. gehe ich davon aus, daß das Finanzamt evtl. Abrechnungsfehler festgestellt hat und der Arbeitgeber deshalb Nachforderungen der Kasse erwartet. Er hat dann wohl darüber informiert, daß er in diesem Fall auch auf den Arbeitnehmer zukommt.

Schöne Grüße
justii

Milena
16.09.2007, 10:47
Vielen Dank erstmal für eure schnellen Antworten. Ich hab mich da wohl etwas schlecht ausgedrückt... Sorry. Als AiP kann man sich von der GKV befreien lassen (§8 Abs. 1 Nr.6 SGB V). Die eigentlich wichtige Frage ist: Reicht eine Kündigung und die dazugehörige Bestätigung seitens der GKV aus oder muss man noch einen gesonderten Antrag auf Befreiung von der GKV stellen? Wenn ja, muss man sich selbst um ein entsprechendes Formular kümmern, ohne dass man von irgendeiner Stelle dazu aufgefordert wird?

Vielleicht könnt ihr mir da noch weiter helfen?
Herzlichen Dank,
lG,
Milena

Andorra
17.09.2007, 21:26
zu 1) : das AiP gibts schon ne Weile nicht mehr, damals gab es aber die Ausnahme, dass man sich auch mit weniger Einkommen privat versichern konnte. Mit dem Rest kenne ich mich nicht aus...