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Inaktiver User
11.09.2007, 22:51
Heute wird man in vielen Berichterstattungen wieder erinnert.

Ich würde mal gern wissen, wie Ihr damals selbst diesen Tag erlebt habt. Ich kann es bis heute nicht realisieren.

Damals kam ich nach Hause, hatte meine Kinder abgeholt, mein Mann war früher da und sah Nachrichten. Er sagte nur: "Der dritte Weltkrieg beginnt - schau mal." Da war erst der erste Turm gefallen. Von da an saßen wir nur noch geschockt vor dem Fernseher.

Wie habt Ihr es erlebt ?

Inaktiver User
11.09.2007, 23:42
Ich war damals bei einer der Unternehmen beschäftigt, die in den Türmen und in einem Nachbarturm ihre amerikanische Zentrale hatten. In Deutschland wurden damals auf einem Großbildschirm in einer Cafeteria (ca. 10x20 Meter!!) Reutersnachrichten rund um die Uhr gezeigt. Nach unserer Zeit war es 15.00 Uhr - Kaffeepause - als ich wie immer mit ca. 50 Kollegen vor dem Bildschirm stand. So waren wir durch die Technik mehr oder weniger life dabei.

Beim ersten Flugzeug dachten wir an einen Unfall, beim 2. Flugzeug war schon bekannt, dass es ein Anschlag war, weil zwischendurch ein 3. Flugzeug in der Nähe des Pentagons abgeschossen worden war.

Als das 2. Flugzeug in das WTC raste, versagten uns die Knie. Es war entsetzlich zuzuschauen, wie die beiden Türme begannen zu schmelzen, wie die ersten Menschen aus den obersten Etagen sprangen und wie dann beide Türme zusammenbrachen und "unseren" Turm mitrissen. Bis heute hat niemand von diesen Kollegen diese Bilder aus dem Kopf bekommen.

Ich habe in den Tagen darauf, immer wieder diese Bilder im Fernsehen gesehen - es war wie ein Muss, sich das immer wieder anszuschauen. Dieses Entsetzen der Menschen, die schreiend gesprungen sind, nachdem sie realisiert haben, dass sie nicht zu retten sind. Und noch entsetzlicher war für mich persönlich dann, dass mein Lebensgefährte, der mit mir die Bilder gesehen hat, 6 Wochen später genau diesen Tod für sich selbst gewählt hat und auch aus einem Hochhaus gesprungen ist.

Nichts in der Welt ist mehr wie vor dem 11.9.2001 - für mich hat es mein gesamtes Leben so derartig beeinflußt, dass dieser Kalendertag wohl nie wieder ohne Erinnerung an mir vorbeigehen wird.

Asphaltblume
12.09.2007, 09:33
Ich war an dem Tag zuhause und hab ihn teils vor dem Computer (chattend und in einem Forum schreibend), teils vor dem Fernseher und am Telefon verbracht. Gechattet hab ich mit einem Freund in Franken, der sich um mich sorgte, weil er meinte, in Berlin wäre ich auch gefährdet. Man erinnert sich vielleicht, eine Zeitlang hieß es in den Nachrichten, ein entführtes Flugzeug sei auf dem Weg nach Europa.
Nun wohne ich am Stadtrand und weit weg von spektakulären Anschlagszielen und sträubte mich gegen seine Beschwörungen, ich solle machen dass ich aus der Stadt komme, notfalls (ich hatte kein Auto) zu Fuß oder auf dem Fahrrad.
Es war furchtbar, die Ereignisse im Fernsehen live zu sehen und zu wissen, das passiert tatsächlich, und es passiert jetzt, das ist weder ein Spielfilm noch eine Dokumentation von etwas, von dem man den Ausgang bereits kennt.
Und die Ungewissheit, was noch geschehen würde, könnte, das war schon belastend.

.gerrimee.
12.09.2007, 10:05
Wir waren damals gerade umgezogen und ich war noch am Räumen, mein damaliger Mann lag im Bett und schlief. Meine Schwester rief mich an und erzählte mir ganz aufgeregt, dass was ganz furchtbares passiert sei. Ich dachte zuerst, meinen Eltern wäre was zugestossen. Als ich den Fernseher anmachte, war das erste Flugzeug in den Turm geflogen und ich bekam dann auch sozusagen "live" mit, wie das zweite Flugzeug kam, die springenden Menschen.

Ich weckte meinen Exmann, er glaubte mir erst gar nicht. Später sassen wir dann den ganzen Abend vor dem Fernseher. Ich weiss noch, dass ich eine ziemliche Angst hatte, was nun werden wird, wie die USA reagieren. Dass es Angriffe, Vergeltungsschläge gegen islamische Länder geben könnte und so wirklich ein 3. Weltkrieg entstehen kann.

Im Vordergrund standen aber auch die Schicksale der Einzelnen, über die man ja später immer wieder hörte. Dass z.B. Menschen, die dem Tod ins Auge blicken mussten, noch ihre Angehörigen anriefen, z.B. auch aus dem Flugzeug. Das erschüttert mich heute noch...

Islabonita
12.09.2007, 10:19
Ich saß damals im Büro und habe gearbeitet. Da ich noch keinen Internet-Anschluss hatte, habe ich erstmal gar nichts davon mitbekommen.

Auf einmal kam eine Kollegin, mit der ich auch befreundet bin, in mein Büro und sagte, dass Terroristen ins World Trade Center gefolgen seien und ein Turm bereits eingestürzt sei. Ich kann mich noch ganz genau an den Moment erinnern, denn ich dachte zwei Sachen fast gleichzeitig "Wann kommt die Pointe, wann sagt sie, dass das ein Witz ist?" und "Sie würde niemals so einen Witz machen.".
Wir sind dann zusammen in die Marketing-Abteilung gegangen, wo ein Fernseher stand und genau in diesem Moment stürzte der zweite Turm ein. Das war völlig unwirklich, eine Mischung aus Grauen und Weigerung des Gehirns, das Gesehene zu glauben. Ich war im Jahr zuvor noch in New York gewesen und natürlich auch auf den Twin Towers.

Den Rest des Tages habe ich vor dem Fernseher verbracht und noch heute empfinde ich diesen Tag als heftigen Einschnitt in meinem Leben.

Inaktiver User
12.09.2007, 11:15
Ich weiß auch noch ganz genau, wo ich war.
Ich saß in der Turnhalle und sah meinem Sohn beim Judo-Training zu.
Meine Freundin, die auch ihr Kind zum Training brachte, sagte:" ist ja furchtbar da in den Nachrichten." Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen und fragte blöd, was sie denn meine.
" Haste das noch nicht mitgekriegt? Ganz Amerika liegt in Schutt und Asche."
Da wurde es mir erst mal anders.
Meine Kinder, damals noch recht klein wollte ich da nicht so ohne weiteres mit konfrontieren, weil ich das Ausmaß und auch meine Reaktion darauf absolut nicht abschätzen konnte.
Erst abends hab ich dann den Fernseher eingeschaltet und meine schlimmsten Erwartungen wurden noch übertroffen.
Irgendwie hat sich die Welt, oder das Weltbild, das man hatte verändert.

Rowellan
12.09.2007, 13:20
Ich habe am 11. September Geburtstag.
Da ich im Frühjahr diesen Jahres einen neuen Job angefangen hatte, war ich noch in der Probezeit und hatte es geschafft, just an diesem Wochenende wenigstens einen Tag freizubekommen, um für 2 Tage in ein nettes Hotel nach Mallorca zu fliegen.

Ich war also gemütlich im Mittelmeer am planschen, als plötzlich mein Mann kam und meinte: Da ist ein Flugzeug ins Pentagon gestürzt.
Ich sagte nur: Erzähl keinen Blödsinn und komm ins Wasser...
Erst viel später im Hotelzimmer haben wir dann Nachrichten gesehen und die Bilder der einstürzenden Türme als Aufzeichnung. Immer und immer wieder.
Es war eine völlig absurde Situation: Eigentlich wollten wir feiern, das Hotel hatte eine Flasche Sekt spendiert, aber wir saßen irgendwie nur gebannt vor dem TV und konnten es nicht fassen.

Später erfuhr ich dann, daß in den Flugzeugen, die in die Türme geflogen sind, sogar Mitarbeiter unseres (internationalen) Unternehmens saßen.

Inzwischen muss ich allerdings gestehen - so furchtbar die ganze Geschichte war/ist; es ist auch ein klein wenig nervig, jedes Jahr am eigenen Geburtstag wieder mit diesem schrecklichen Drama konfrontiert zu werden

Inaktiver User
12.09.2007, 13:42
es ist auch ein klein wenig nervig, jedes Jahr am eigenen Geburtstag wieder mit diesem schrecklichen Drama konfrontiert zu werden

Das kann ich mir vorstellen!

Inaktiver User
12.09.2007, 13:52
Ich war fleißig beim Studieren in der Bibliothek, und ein mit mir befreundeter Soziologe kam dahergeschwallt mit diesen Nachrichten und einem Vergleich von Bastian im Elfenbeinturm. Keiner hat ihm geglaubt, der Arme. Alle dachten, er habe wohl zuviel Foucault gelesen.
Ehrenpreis

Inaktiver User
12.09.2007, 13:54
Ich saß damals, als die ersten Nachrichten im Radio durchkamen im Auto, auf dem Weg nach Hause.
An dem Tag war ich wie so oft in die Stadt gefahren, in der ich ab Oktober leben und arbeiten wollte.
Ich hatte also noch gut 140 Km zu fahren und im ersten Moment musste ich an das Hörspiel von Orson Welles denken.

Es dauerte einen Moment bis ich das Ausmaß der Tragödie erfasste und bemerkte das es sich um bittere Tatsachen handelte.
zu Hause angekommen, fragte ich meinen Exmann ob er es schon mitbekommen hätte, auch er hatte noch nix davon mitbekommen.
Wir schalteten den Fernseher an und saßen wie gebannt davor, auch heute noch bekomme ich eine Gänsehaut wenn ich an die schrecklichen Bilder der in den Tod springenden Menschen denke.

Auch die Spätfolgen der Helfer vor Ort sind schrecklich, viele sind daran schon gestorben, viele können nicht mehr arbeiten.

Es ist erschreckend wie sich innerhalb von Sekunden das Leben so vieler Menschen verändern kann und das alles im Namen eines heiligen Krieges, den doch eigentlich keiner gut heissen kann und will.

Margali62
12.09.2007, 14:12
Ich war zufällig an dem Tag eher zuhause und hatte die Flimmerkiste laufen.
Ich stand wie erstarrt und habe das erste Hochhaus brennen sehen. Ich WUSSTE sofort, das ist nicht normal, ein Anschlag, da passiert gerade was ganz schreckliches.
Ich rief meinen Mann und sagte, Du mußt sofort kommen, ich glaube in NY hat es einen Anschlag gegeben.
Dann haben wir zusammen gesehen, wie die zweite Maschine in die Twintowers flog.
Bei uns lief glaube ich der Fernseher drei Tage lang Tag und Nacht.

.gerrimee.
12.09.2007, 14:16
Ein Gedanke: Wie das Leben so ist, überholt es sich selbst. Dachte man damals nicht "schlimmer geht nicht"? Dann kam die Flutkatastrophe in Asien. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das, was da passierte, noch viel schlimmer fand, mich das viel mehr schockierte, obschon ich dachte, das geht gar nicht....

Inaktiver User
12.09.2007, 14:16
Ich war im Büro als ein Kollege uns bescheid gab. Das ganze Ausmaß habe ich erst nach einigen Tage so richtig begriffen.

Die Bilder im TV kamen mir wie ein Kinofilm vor.

Für mich ist das heute noch unglaublich! Genauso wie der Tzunami vor einigen Jahren zu Weihnachten.

Ob sich ähnliches wiederholen kann? Ob wir den Terrorismus je in den Griff bekommen?

Lilie

Inaktiver User
12.09.2007, 14:24
Ein Gedanke: Wie das Leben so ist, überholt es sich selbst. Dachte man damals nicht "schlimmer geht nicht"? Dann kam die Flutkatastrophe in Asien. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das, was da passierte, noch viel schlimmer fand, mich das viel mehr schockierte, obschon ich dachte, das geht gar nicht....

Du hast Recht, solche Gedanken hatte ich auch.:blumengabe:

Islabonita
12.09.2007, 14:53
Du hast Recht, solche Gedanken hatte ich auch.:blumengabe:

Mir ging es nicht so. Natürlich war der Tsunami auch schrecklich, aber es war eine Naturkatastrophe, die wir Menschen nicht beeinflussen können. 9/11 dagegen war bewusst von Menschen ausgelöst, das hat mich wahnsinnig geschockt.

fiorina
12.09.2007, 15:09
damals hatte ich dienst und habe in unserem aufenthaltsraum cnn geschaut. es war furchtbar. vor allem, weil ich fluglotsin bin und noch stunden arbeiten musste bevor ich feierabend hatte.
es war für mich sehr schwierig, professionell bei der sache zu bleiben und die eigene bestürzung hintenanzustellen.
es gibt in meinem beruf nichts schlimmeres, als ein flugzeug voller menschen zu verlieren.

lg, fio.

Inaktiver User
12.09.2007, 17:00
Mir ging es nicht so. Natürlich war der Tsunami auch schrecklich, aber es war eine Naturkatastrophe, die wir Menschen nicht beeinflussen können. 9/11 dagegen war bewusst von Menschen ausgelöst, das hat mich wahnsinnig geschockt.

Da stimme ich zu.

polar
16.09.2007, 11:15
Zuerst habe ich in einem Cafe per Radio davon gehört- als die erste Maschine eingeschlagen war.
Wir waren zwar alle betroffen, dachten aber noch es sei ein Unfall. Irgendwie war auch nicht rübergekommen, WAS es für eine Maschine war- also dachten alle irgendwas Kleines.

Als von der zweiten Maschine berichtet wurde war klar, das es kein Unfall war und ich fuhr sofort nach Hause, um den Fernseher anzumachen........und war sprachlos.

Den Moment dem der erste Tower einstürzte werde ich nie vergessen......... irgendwie dachte ich bis dahin mit einem bösen Feuer ist alles vorbei.

Als dann der zweite fiel, nachdem die Bilder von den Menschen in den Fenstern, die auf Hilfe warteten und sprangen vorher gelaufen waren, sackte bei mir langsam ein, was da vor sich geht.

Auf der einen Seite war alles sehr real, auf der anderen surreal.
Es war furchtbar.

Den Nachmittag habe ich die meiste Zeit am Telefon verbracht. Mein damaliger Freund hatte Freunde, die im WTC arbeiteten- er war natürlich völlig auf. Zwei starben, einer hat überlebt.
Eine andere Freundin wußte, das ihr Freund, mein Ex und andere, die wir kennen, an dem Tag eigentlich in Manhatten sein sollten- natürlich konnten wir niemanden erreichen, später fanden wir heraus, das ihre Reise an dem Morgen gecancelt worden war. Schicksal.

Was ich nie vergessen werde, ist das Gefühl der Angst an dem Tag. Gar nicht Panik- sondern innere Kälte. Viele in meinem Bekanntenkreis- auch ich- dachten initial "Das wird der dritte Weltkrieg, Bush wird abdrehen!". Dazu wusste man ja auch noch nicht wirklich, wer dahinter steckt.............

Schätze mal es gibt in jeder Generation einen Tag der prägt- wie zum Beispiel den Tag, an dem JFK erschossen wurde in der Generation meiner Eltern.
Ich denke 9/11 wird der Tag sein, der meine Generation prägt.

Bine0369
16.09.2007, 11:18
Mein Mann und ich haben zusammen Urlaub in Hamburg gemacht. Auf dem Weg von den "Dungeons" ins Hotel haben wir eine erste Meldung im Radio gehört. Wir haben dann noch an der Bar einen Kaffee getrunken und sind dann auf unser Zimmer, um uns für einen netten Abend mit Freunden umzuziehen und vorher noch auszuruhen. Ich habe zufällig den Fernseher angemacht und habe gesehen, wie das Flugzeug in den 2. Turm einschlug. Ab da sass ich weinend vor dem Fernseher. Eine solche menschenverachtende Brutalität hatte ich nicht erwartet. Ich war so geschockt und die Bilder von den springenden Menschen hat mich ständig verfolgt.

Tage später auf der Arbeit war nichts mehr, wie es war. Wir haben beide zu der Zeit in amerikanischen Unternehmen gearbeitet. Mein Mann hat einen Kollegen verloren, der in dem Flugzeug saß, dass die Passagiere haben abstürzen lassen. Ich selbst musste tagelang Polizeikontrollen passieren, da direkt neben uns in dem Haus eine amerikanische Fluggesellschaft arbeitete und die völlig am Rad gedreht haben.

Sicher, die Tsunami-Katastrophe war schlimm und das Schicksal der Menschen dort hat mich auch erschüttert. Was mir aber mehr zu schaffen gemacht hat ist die Tatsache, dass Terroristen tatsächlich inzwischen zu solchen Methoden greifen.

Inaktiver User
16.09.2007, 11:32
Ich saß in meinem Büro in der Presseagentur, in der ich arbeitete.
Im Büro des Chefs liefen sowieso den ganzen Tag zwei Fernseher, so rief er uns zusammen und wir sahen alle in seinem Büro live, wie die zweite Maschine in den Turm krachte. Mein Chef sagte zu uns: "Das werden Sie alle noch Ihren Enkeln erzählen!"

Mein damaliger Freund hatte ein Meeting in einem der Frankfurter Hochhäuser, und ich versuche ihn auf dem Handy zu erreichen (was er abgeschaltet hatte), weil ich Angst hatte, dass so etwas in Frankfurt mit seiner auffälligen Skyline vielleicht auch passieren könnte.
Endlich hatte ich ihn an der Strippe, es ging ihm natürlich gut.

Seine Cousine lebt nur vier Kilometer von Shanksville entfernt, wo die vierte Maschine runterkam. Wir versuchten, sie telefonisch zu erreichen. Zum Glück ging es ihr und ihrer Familie auch gut.

Tage später rief dann ein Kollege meines Freundes an, der ein Büro in einem der Twin-Tower hatte. Er erzählte, dass er auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei an diesem Morgen des 11. September, und dass er seine U-Bahn verpasst hatte. So kam er zu spät am WTC an, was ihm das Leben rettete.

Inaktiver User
16.09.2007, 12:00
Ich wollte ganau in diesem Jahr in New York zwei Wochen Urlaub machen und hatte mir schon eine kleine Ferienwohnung gesucht. Im letzten Moment entschied ich mich dagegen und buchte La Gomera.

An dem Tag, als mein Urlaub begann, machte ich früher Feierabend und war noch bei Hugendubel nach Urlaubslektüre stöbern. Hinter dem Regal, das ich gerade durchsuchte, standen zwei Frauen die sich darüber unterhielten, dass in New York ein Unglück passiert war. Sie sagten, dass wohl aus Versehen ein Flieger ins WTC flog. Das war so unfassbar, dass ich erst an einen Scherz glaubte.

Danach fuhr ich mit der S-Bahn nach hause und schaltete N-TV ein. Ich konnte fast live miterleben, wie das zweite Flugzeug in den Wolkenkratzer raste und von da an saß ich drei Tage und Nächte vor dem Fernseher. Vor lauter Entsetzen konnte ich nichts anderes mehr tun.

Nach den drei Tagen begann mein Urlaub auf La Gomera.

Inaktiver User
16.09.2007, 13:21
Ich habe es im Supermarkt, bevor ich meine dreijährige Tochter aus dem Kindergarten abholte, gehört. Mein Mann war auf einer(seiner einzigen) Wehrübung. Zuerst habe ich gedacht, Mann, diese Amis, kaum passiert ein Unfall, schon werden die paranoid.

Zuhause habe ich sofort CNN angemacht und da haben meine Tochter und ich zusammen gesehen, wie das zweite Flugzeug in den zweiten Turm geflogen ist. Ich konnte damals vor lauter Entsetzen nicht verhindern, daß meine Tochter mitschaut, konnte nur noch dafür sorgen, daß sie zumindest den Text nicht versteht. Völlig unpädagogisch, ich weiß!
Danach haben wir dann den Fernseher ausgemacht und lange zusammen gekuschelt (ihre Idee, nicht meine) und sie hat mir von ihrem Kindergartentag erzählt und daß ein Junge auch die von ihr gebauten Türme immer umschmeißt...und das man die immer wieder aufbauen kann. Mit Bauklötzen geht das, habe ich gedacht...

Nach dem Abendessen, sie war schon im Bett und eingeschlafen, habe ich hektisch versucht, meinen Mann zu erreichen. So gegen 22 Uhr ist mir das auch gelungen und wir konnten kurz reden und er meine Sorge um ihn etwas beruhigen.

Als ich im Bett lag, hörte ich die letzten landenden Maschinen auf dem Düsseldorfer Flughafen über unser Dorf fliegen und bekam eine Gänsehaut.

Und die bekomme ich heute auch noch oft, wenn ich im Bett liege und die Maschinen übers Haus fliegen...

Meine Tochter hat das ganze auf unspektakulär kindliche Art verarbeitet und zum Glück keinerlei Folgeschäden erlitten.

Eine der wenigen..