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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : In Memory an meinen Vater!



Ilse
01.09.2007, 10:56
Samstag, 25.08.2007, 9:40 Uhr der schlimmste Tag meines bisherigen Lebens!

Da ich meinen Vater nicht mehr sagen konnte, was ich für ihn empfinde und auf zureden besonders lieber Leute hier (Danke das ihr für mich da seit!!!!) , stelle ich es hier rein!

Du warst wie der Fels in der Brandung für mich,
wenn die Wogen des Alltags mich überrollten,
wenn ein Ozean von Sorgen an mir nagte
wenn heftige Stürme mich bedrängten
und dunk`le Wolken über mich aufzogen,
dann warst du hart und fest wie der Fels!
Doch wenn der Blick deiner Kleinen dich berührten,
dann warst du weich und nachgiebig
wie der Fels in der Brandung!

Deine Krankheit machte aus dem
Fels einen Kieselstein, du verlorst deine Kraft,
gabst auf, liest mich allein.
Hinterließt mir einen Berg,
einen Berg der Liebe zu dir,
die ich in meinen Herzen trage!

In liebe deine "Klane"

minouminou
06.10.2007, 22:44
Liebe Ilse,

als ich Deinen Text gelesen habe, sind mir die Tränen gekommen. Du hast genau das in Worte gefasst, was ich für meinen Papa im Herzen habe.

Auch er war mein Fels und die Krankheit machte einen Kieselstein aus ihm, aber er hinterlies einen rießigen Berg an Liebe in meinem Herzen.

Minouminou

Ilse
11.10.2007, 10:52
Liebe Ilse,

als ich Deinen Text gelesen habe, sind mir die Tränen gekommen. Du hast genau das in Worte gefasst, was ich für meinen Papa im Herzen habe.

Auch er war mein Fels und die Krankheit machte einen Kieselstein aus ihm, aber er hinterlies einen rießigen Berg an Liebe in meinem Herzen.

Minouminou

Liebe Minouminou,

fühl dich erstmal fest:in den arm nehmen:
Es ist furchtbar schlimm, wenn ein geliebter Mensch von uns geht und obwohl ich eigentlich Erwachsen bin, fühl ich mich nach den Tod meines Vaters wie ein kleines Kind in der Menge, dass herum irrt und weinend seinen Papa sucht.

Das Wissen, dass er nicht mehr wieder kommen wird ist besonders in den Stunden Hammerhart, wenn ich alleine bin.

Heute ist wieder mal ein besonders schlimmer Tag für mich. Ich sitze in der Arbeit und 2 Kolleginnen, die mehr als nur Kolleginnen für mich sind, sind ab Montag auf einer anderen Dienststelle zugeteilt.

Mag zwar seltsam klingen aber als ich erfuhr, dass die beiden versetzt werden, ging es mir unbewusst durch den Kopf, dass mich heuer viele Menschen verlassen, die eine besondere Rolle in meinem Leben eingenommen haben.

Ich bemühe mich schon den ganzen Tag, nicht einfach los zu heulen.

Aber ich bin wohl die geborene Schauspielerin, wies tief in mir drin aussieht, weiß nämlich niemand.

Hast du noch deine Mama? Wenn ja, würde mich interessieren, wie sie den Tod deines Vaters verarbeitet und wie du mit ihr umgehst.

LG
Ilse

minouminou
19.10.2007, 09:15
Liebe Ilse,

fühl Dich auch erst Mal gedrückt :in den arm nehmen: ! Da haben wir beide so kurz aufeinander unsere geliebten Väter verloren...

Ich kann Dich verstehen, wenn Du schreibst, dass es für Dich so schlimm ist, dass auch noch die Kolleginnen versetztz wurden. Hast Du Dich jetzt schon etwas daran gewöhnt, dass Deine Kolleginnen nicht mehr an Deiner Dienststelle arbeiten? Ich habe den Eindruck, dass immer wenn etwas ist, dass nicht so toll läuft oder einem weh tun, kommt die Trauer und setzt noch eins oben drauf. Gerade in den Momenten meldet sie sich danz stark und nimmt Dir noch das letzte bißchen Kraft. Das ist bei mir auch so. Immer wenn ich schwach bin und mich hilflos oder änstlich fühle, habe ich das Gefühl dass die Trauer übermächtig wird. Ich habe dann immer das Gefühl "und jetzt bin ich auch noch ganz alleine!" Es ist einfach verdammt schwer!

Liebe Ilse, Du hast noch gefragt, wie ich mit meiner Mama umgehe. Is auch nicht immer ganz einfach, da ich keine Geschwister habe. Sie will sich ganz auf mich stützen, was sie im Prinzeip auch kann. Ich kümmere mich um sehr viel organisatorisches und um all das, was mein Papa früher gemacht hat. Aber ich merke schon, dass das wieder ein ganz schönes Päckchen für mich ist. Ich habe leider zu wenig Zeit für mich. Meine Tanten (ihre Schwestern) würden sich auch gerne etwas um meine Mama kümmern aber da blockt sie total oft. Nicht weil sie ihre Schwestern nicht mag, sondern weil sie von mir erwartet, dass ich mich kümmere, das ist bequemer für sie. Ich muss sie immer ganz sanft ins selbständige schubsen. Das klappt nicht immer, da sie ihr Leben von früher wieder will, als mein Papa die verantwortung hatte und die Impulse gab. Schon während seiner Krankheit hatte sie große Schwierigkeiten die Veränderung zu akzeptieren.

Ich bin da oft in einem Dilemma, da ich sie ja sehr lieb habe und ständig Angst habe sie auch noch zu verlieren (sie ist auch nicht ganz gesund). Aber auf der anderen Seite kann ich ihr nicht den Partner ersetzen. Ich versuche einfach jeden Tag so gut wie möglich zu bewältigen. Wie ist es denn bei Euch, hast Du noch Geschwister?

Liebe Grüße, Minouminou

Ilse
23.10.2007, 16:16
Liebe Minouminou,

tja, du beschreibst gut was auch in mir vorgeht, wenns mal nicht so toll läuft. Automatisch schiebt sich dann wieder die Erinnerung an meinen Vater und die Trauer in den Vordergrund.

Als mir meine Kolleginnen sagten, dass sie ab Mitte des Monats einer neuen Dienststelle zugeteilt worden sind war mein erster Gedanken, "Klasse, jetzt lassen die mich auch noch alleine!"
Obwohl ich mich ja eigentlich mit ihnen hätte freuen sollen.

Richtig gewöhnt habe ich mich noch nicht daran, dass sie jetzt woanders sind, da wir ja immer die Mittagspausen miteinander verbracht haben, es ist richtig still geworden.

Zur Freude einiger anderen, da wir in es in den Pausen immer lustig hatten was nicht allen gefallen hat.

Wenn ich zu meiner Mum fahre, erinnert mich auch der leere Lieblingsstuhl meines Vaters daran, dass er nie wieder dort sitzen wird.

Bei meinen Kolleginnen ist es freilich was anderes, da wir noch im regen Mailverkehr stehen.

Meinen Vater hingegen kann ich weder anmailen noch anrufen und das schnürt mir oft das Herz ab.

Ja, ich habe zum Glück noch Geschwister, mein Bruder und ich fahren so oft als möglich zu meiner Mutter. Er fast jeden Tag, weil er näher als ich bei ihr wohnt und ich jeden zweiten Tag nach der Arbeit. Aber ich telefoniere täglich mit ihr.

Dein Dillemma, dass du deine Mutter sehr lieb hast und auch die Angst, dass du sie auch noch verlierst kenne ich nur zu gut.
Ich habe auch oft keine Lust zu meiner Mutter zu fahren, weil ich nach der Arbeit oft so kaputt bin aber dann fällt mir wieder ein, dass ich den letzten Freitag als mein Vater noch lebte, nicht zu ihm ins Krankenhaus gefahren bin, eben weil ich zu erledigt war.
Das verzeihe ich mir wohl nie.

Bei meiner Mum kommt auch noch dazu, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen ist und so Notgedrungenerweiße den ganzen Tag zu Hause sitzt und das macht die Sache auch nicht gerade leichter, da sie da viel zu viel Zeit zum nachdenken hat.

Geschwister oder sonstige Verwandte hat meine Mum nicht mehr, die einzigen Bezugspersonen sind jetzt meine Geschwister und ich für sie. Meine Schwester kümmert sich aber nicht wirklich viel um meine Mutter.

Liebe Minouminou, ich weiß wie hart es oft ist und das man oft denkt, "ich kann nicht mehr, es wird mir einfach zuviel." Aber in deinem Fall würde ich dir empfehlen deiner Mutter zu vermitteln, dass du auch mal eine Auszeit brauchst.

Ich weiß, leichter gesagt als getan weil man sie ja liebt ABER du sollst ja auch nicht aufhören für sie da zu sein, nur auch mal das tun wonach dir gerade ist und frag nicht lange ob sie deine Tanten sehen will oder nicht. Schick sie einfach hin, wenn sie erstmal vor der Tür stehen, wird sie deine Mum sicher nicht weg schicken.

Ich lieg oft wach und rede im Gedanken mit meinen Vater und dabei flehe ich ihn oft an, dass er einfach wieder zurück kommt, weil er schon viel zu lange fort ist und ihn meine Mum ganz besonders braucht.

Ich wünsche dir alles Liebe und viel Kraft

Ilse

LaDiva
24.10.2007, 22:27
Liebe Ilse, liebe minouminou,
auch ich habe im letzten Sommer meinen Vater verloren. Kennt ihr auch das Gefühl von Wut? Nicht darüber, was passiert ist (Das natürlich auch..).
Ich bin manchmal wütend, darüber dass mir alle erzählen, ich solle auf meine Mutter acht geben. Ist sicherlich richtig, aber die Tatsache, dass auch ich einen wichtigen Menschen verloren habe, scheint keiner wahrzunehmen. Als Tochter bin ich doch nicht nur "Angehörige" , sondern auch Trauernde. Sicher,ist es schwerer für die Ehefrau, die plötzlich allein ist.
Dennoch... das scheint niemand wahrzunehmen....

Ilse
29.10.2007, 12:58
Liebe Ilse, liebe minouminou,
auch ich habe im letzten Sommer meinen Vater verloren. Kennt ihr auch das Gefühl von Wut? Nicht darüber, was passiert ist (Das natürlich auch..).
Ich bin manchmal wütend, darüber dass mir alle erzählen, ich solle auf meine Mutter acht geben. Ist sicherlich richtig, aber die Tatsache, dass auch ich einen wichtigen Menschen verloren habe, scheint keiner wahrzunehmen. Als Tochter bin ich doch nicht nur "Angehörige" , sondern auch Trauernde. Sicher,ist es schwerer für die Ehefrau, die plötzlich allein ist.
Dennoch... das scheint niemand wahrzunehmen....

Liebe LaDiva,

fühl dich mal ganz lieb gedrückt :in den arm nehmen:
ja auch ich kenne dieses Gefühl der Wut, weil viele meinen man muss wohl als Tochter über den Dingen stehen und man vor lauter sich um Mutter kümmern, kaum Zeit hat den eigenen Schmerz raus zu lassen und zu trauern.

Aber ich denke, dass diese Menschen einem eigentlich nur damit sagen wollen "Hey, ich weiß nicht was ich dir sagen soll, außer das du noch eine Aufgabe hast" und das Leben leichter weiter geht, wenn mann eine solche Aufgabe hat.

Mit hat es jedenfalls viel geholfen, es so zu sehen. Aber ich habe auch schon los gebrüllt, dass ich mich überfordert sehe, weil ich mich zusätzlich auch noch um meine Mutter sorgen muss.

Komischerweiße haben mir dann einge gesagt, dass sie mir mit der Aussage, meine Mutter braucht mich jetzt besonders nur helfen wollten.

Manche haben eine seltsame Art und Weise, dass zu zeigen.

Allerheiligen ist dieses Jahr ein besonders Fest, dass mir Angst macht da erwartet wird, dass ich auf den Friedhof gehe, ich aber eigentlich innerlich dazu noch gar nicht bereit bin.

Ich war seit dem Begräbnis nicht mehr dort und habe auch richtige Panik davor.

Liebe LaDiva, lass die Leute reden und zeig ihnen offen deinen Schmerz, wenn sie es nicht verstehen sind sie es nicht wert, sich darüber zu ärgern bzw. zu kränken. Nimm dir Zeit für dich, dass hätte auch dein vater so gewollt.

Ganz liebe Grüße
Ilse