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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Morgen ist es 1 Woche her



kerstin0364
29.08.2007, 16:48
Hi,

morgen 10.00 Uhr ist es genau 1 Woche her, dass mein Mann ganz friedlich eingschlafen ist. Für ihn die Erlösung, für mich die Hölle.

Die ersten 2 Tage dachte ich noch, ich verkrafte es gut..............

Seit dem 3. Tag geht es mir immer schlechter - Sehnsucht, Alpträume, Schmerzen am ganzen Körper - jeden Tag etwas schlimmer. Ich bin nur noch am heulen. Total antriebslos!!!!

Ich muss doch an die Kinder denken, wieso ging es die erstsen 2 Tage?????

Wie soll ich weitermachen, ich muss doch, ich kann mich doch nicht gehen lassen.

Okay die letzten Monate waren schwer für alle, aber immerhin t´rotz aller Hoffnungslosigkeit hat man immer noch auf ein Wunder gehofft.

Worauf soll ich jetzt noch hoffen.

Kerstin

knuffi
29.08.2007, 17:40
Lass DICH mal in den Arm nehmen.

Inaktiver User
29.08.2007, 17:41
Lass DICH mal in den Arm nehmen.

Von mir auch, es bleibt mir sonst nicht viel zu geben ... mir fehlen einfach die Worte !!

knuffi
29.08.2007, 17:46
Von mir auch, es bleibt mir sonst nicht viel zu geben ... mir fehlen einfach die Worte !!

mir auch luna, es ist unbeschreibbar

Inaktiver User
29.08.2007, 17:48
Ich wuerde so gerne helfen ... knuffi. Ich mag nichts sagen, weil das alles abgedroschen klingen wuerde, ich moechte troesten, einfach troesten, das geht mit der Umarmung noch am allerbesten ...

marko
29.08.2007, 23:23
ich bin im Gedanken bei Dir!

Inaktiver User
29.08.2007, 23:59
Ich wünsche Dir ganz ganz viel Kraft!!!!
Wenn Du das Gefühl hast, unter Dir bricht der Boden, wende Dich ruhig an Jemanden, der Dich mit durch die Zeit bringt, das kann sehr helfen!

kerstin0364
30.08.2007, 13:46
Mein lieber Schatz,

heute vor einer Woche hast du nach einem Atemaussetzer nicht mehr angefangen zu atmen. Endlich nach wochenlangem Kampf konntest du loslassen.

Ich habe heute eine Trauerkarte bekommen, auf der steht: "Ihr Mann ist angekommen" - diese Worte sagen sooo viel.

Du fehlst mir soooo sehr.

In Liebe Kerstin

Lyanna
30.08.2007, 17:33
Liebe Kerstin

Auch ich nehm dich ganz sanft in den Arm und fühle mit dir.

Mein Tommy ist am 16. März diesen Jahres von jetzt auf gleich gegangen, ohne sichtbaren Grund, ohne irgendeine Auffälligkeit, eigentlich im Moment seiner grössten Freude ...er wollte zum Angeln.
Er ging fröhlich schlafen, ich sollte ihn gegen 4.00 wecken.
Um 22.00 war fand ich ihn mit einem Schlaganfall, den er nicht überlebte.
Ich stand lange unter Schock, schon seit der Sekunde, in der ich ihn so vorfand!
Ich war "sprachlos", "ausser mir", nichts kam an mich ran.
Kein Trost, keine Worte von anderen, nichts, ich empfand alles nur als schwer und lästig.
Ich fühlte nur Schmerz und Verzweiflung!

Was ich aber wusste, fühlte ...er ist angekommen, er ist frei!

Vor ein paar Tagen las ich die Worte:

Wenn die Seele bereit ist, dann geht sie und nichts hält sie auf!
Wenn sie nicht bereit ist, dann bleibt sie unter allen Umständen, sie hat dann noch eine Aufgabe zu erfüllen hier auf Erden.
DAS fand ich tröstlich für mich.

Mein Mann hatte seine Aufgabe beendet, ich weiss das,
aber ich konnte es in meinem Schmerz nicht fühlen.
Ich wollte ihn unbedingt wiederhaben, so, wie ich ihn kannte,
so, wie er war.
Er ist meine Liebe, mein Leben, mein Ein und Alles.
Er bleibt es auch, das fühle ich heute, denn ich spüre ihn, er ist da.

Er hat mir so viel hinterlassen an Liebe, an Worten, an Gesten ...
er hat das Wertvollste von sich hiergelassen ...
die Erinnerung an ihn.
Ich lebe mit ihm, ich rede mit ihm und er antwortet mir,
indem ich Gedanken habe, die von ihm sein "könnten".

Heute, nach gut 5 Monaten lache ich mit ihm, über ihn
und wenn ich ganz furchtbar traurig bin, spüre ich manchmal einen Lufthauch, als wenn er mir in den Nacken pustet (hat er zu Lebzeiten oft gemacht.)

Dann antworte ich ihm unter Tränen:
"Tommy, du alter Schelm,
ich fühle dich, ich freu mich, dass du da bist ...
Jetzt bleib ich noch ein bisschen hier auf Erden und erledige das,
was ansteht, was immer das auch ist!
Und dann komme ich auch!
Irgendwann, wenn meine Seele HIER fertig ist."

Wann das sein wird, weiss ich natürlich nicht.
Inzwischen fühle ich mich wieder etwas stärker in mir.
Ich lache hin und wieder, ich weine auch, ich bin stiller als früher,
aber ich nehme auch wieder am Leben teil,
in welcher Form auch immer.
Ich rede gern mit meinen Freundinnen und meinen Kindern über Tommy.
Er ist unvergessen und soll durch uns weiterleben,
indem wir "für ihn" weitermachen.
Das hätte er gewollt ....

Ich habe mir auch Hilfe bei meiner Therapeutin geholt und sehr schnell eine Trauergruppe gefunden.
Ob ich mich sonst schon so mit mit "arrangiert" hätte, weiss ich nicht.

Niemals hätte ich vor 5 Monaten gedacht, dass es so mit mir weitergehen könnte,
denn auch ich fühlte mich "tot", gestorben".

Ob ich dir ein wenig Mut machen kann und ein wenig Hoffnung zurückgebe, liebe Kerstin, das weiss ich nicht.
Ich weiss heute nur: es geht immer weiter!
Auch wenn ich anfangs überhaupt nicht verstehen konnte,
wieso die Welt sich weiterdreht?
Für mich blieb sie stehen, für mich war Tommys Weggang das Ende, vor 5 Monaten.
Nichts und niemand hätte mich je auf das vorbereiten können, was dann über mich hereinbrach, an Gefühlen und Hoffnungslosigkeit.
Und nun fühlt es sich für mich an, als lebte er in mir und durch
mich weiter.

Alles alles Liebe und viel Kraft für dich, liebe Kerstin

wünscht dir aus ganzem Herzen
Lyanna

kerstin0364
30.08.2007, 19:50
Hallo Lyanna,

mir laufen die Tränen beim lesen deines Briefes. Du sprichst mir mit allem dermaßen aus dem Herzen.

Ich danke dir für deine lieben Zeilen.

Kerstin

Lyanna
30.08.2007, 20:46
Liebe Kerstin

Ich danke dir, dass ich dich in deinem Herzen berühren durfte.

Mir hat wohlgetan, wenn man mich hat so sein lassen,
wie ich sein musste, wie ich mich grad fühlte und auch noch oftmals fühle.
Ich hab mir nix wegreden lassen.

Umarmungen taten mir körperlich weh und stoppten meinen Schluchz- und Tränenfluss.
Ich weiss überhaupt nicht, woher all die dumpfen Töne kamen, die aus mir herausquollen?
Sie tun es noch gelegentlich, es ist ein ganz tiefes und dumpfes Stöhnen!
Als ich feststellte, dass körperliche Umarmungen mich irgendwie blockierten,
habe ich drum gebeten, mich vorerst nicht zu umarmen,
jedenfalls nicht mit dem Ziel, mir dadurch den Schmerz nehmen zu wollen.
Das hat bei mir nicht funktioniert.

Ich wusste, alles was in mir ist, muss irgendwie raus, je eher,
je besser.

Liebe Kerstin, ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft für das,
was du irgendwann in Angriff nehmen wirst.
Das Leben, DEIN Leben!

Für mich ist nichts mehr wie es war.
Tag X hat stattgefunden.
Alles ist anders, aber es geht weiter ...ganz sicher.

Sei, wie du dich wirklich fühlst, Liebes, lass alle Gefühle raus.

Vielleicht magst auch du eines Tages dir eine professionelle Begleitung in Form von Therapie und/ oder Trauergruppe suchen.

Bis dahin schrei oder schreib dir alles von der Seele, was rauswill ....
mir hat es geholfen, es hat mich irgendwie erleichtert.

Ich fühle dich und ich fühle mit dir.
Alles Liebe
Lyanna

Trambambuli
30.08.2007, 23:17
Liebe Kerstin,
die erste Zeit ist immer die schlimmste Zeit und Du solltest Dich evtl. einer Trauergrupe anschließen, die in Deinem Umfeld ist. Ich trauere um meine Mutter und mache dies schon seit einigen Monaten im Trauercafe ELISA in Ludwigsburg. Das hilft mir sehr. Es sind dort nur Trauernde, die einen geliebten Menschen verloren haben und man kann dort über alles sprechen unter fachmännischer Leitung.

Ansonsten gebe ich Dir mit auf den Weg:

"Die Schönheit des Todes"

lass mich schlafen,
denn meine Seele ist trunken vor Liebe.
Bedecke nicht meine Brust mit Weinen
und Seufzen, sondern schreibe mir
mit deinen Fingern auf sie
das Zeichen der Liebe und der Freude.
Lass dein Herz mit mir frohlocken
im Gebet um Unsterblichkeit und ewiges Leben.
Trage keine schwarze Trauerkleidung,
sondern erfreue dich mit mir
in weißer Kleidung.
Sprich nicht voller Kummer von meinem
Weggehen, sondern schließe deine Augen,
und du wirst mich unter euch sehen,
jetzt und immer.

Khalil Gibran

Ich bin jeden Tag am Grab meiner geliebten Mutter, die ich bis zu ihrem Tod gepflegt habe und kann so meiner Trauer Ausdruck verleihen. Auch helfen mir sakrale Konzerte (Messen),die jetzt im Herbst wieder überall aufgeführt werden.

Ich wünsche Dir viel Kraft, die Gott im Gebet Dir verleihen möge.

Gott Schütze Dich!

Renate

kerstin0364
06.09.2007, 13:39
Hallo mein Schatz,

jetzt sind es schon 2 Wochen ohne dich.

Die Kinder und ich vermissen dich. Deine Kleinste fragte gestern, wann Papa nach Hause kommt, obwohl ich ihr erklärt habe dass du im Himmel bei den Engeln wohnst. Wahrscheinlich denkt sie, dass du da mal trotzdem kurz zu Hause zu Besuch kommen kannst. Sie ist ganz traurig abends in ihrem Bettchen.

Bloß gut dass der Kiga sie jetzt schon aufgenommen hat, da ist sie unter Kindern und kommt auf andere Gedanken.

Du fehlst uns so sehr.

Tausend kussis von mir und den Kindern.

Kerstin

kerstin0364
10.09.2007, 22:51
:kerze: Am kommenden Donnerstag ist es schon 3 Wochen her und die Beerdigung. Heute hatte ich ein Gespräch mit dem Pfarrer deswegen. Mir graut so davor!!!

Kerstin

kerstin0364
23.09.2007, 17:08
Jetzt ist es schon ein ganzer Monat und der Schmerz wird immer schlimmer.

Ich mache nur für die Kinder weiter, die brauchen mich - ich halte durch, du kannst dich auf mich verlassen.

Kerstin

Inaktiver User
23.09.2007, 17:50
Liebe Kerstin,

:in den arm nehmen: ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht!

LG,
malea

fuechsine
23.09.2007, 20:25
Liebe Kerstin,
das verstehe ich sehr gut. Auch bei mir hat der Schmerz in den ersten Monaten immer mehr Raum ergriffen und war manchmal schier unerträglich:gegen die wand: . Heute, nach zwei Jahren, lebe ich mit einem gleichmäßigen, ruhigem Schmerz, der erträglich ist.
Du brauchst noch viele Tränen und viel Kraft. Und wenn Du für die Kinder da sein mußt - ach Gott. Du wirst über Dich hinauswachsen. Versuch, einen Tag nach dem anderen zu leben. Ich hab mir immer wie ein Mantra vorgesagt: das Schlimmste ist schon passiert und ich habe es überlebt. Vor was soll ich mich jetzt noch fürchten.

Ganz liebe Grüße:kuss:

wolfsmond
24.09.2007, 17:50
Liebe Kerstin,

ich schicke Dir ein ganz, ganz großes Kraftpaket und drück' Dich mal!!!

vlg
wolfsmond