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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lebensversicherung - Was nun?



makula
20.08.2007, 15:28
Hallo an Alle,

ich habe wie viele den Fehler gemacht und mir von einem MLP-Berater Lebensversicherungen aufschwatzen lassen. Mittlerweile weiß ich, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Nun stellt sich die Frage, was ich tun soll. Über einen Ratschlag würde ich mich sehr freuen, da ich vorhin bei der nächsten Verbraucherzentrale angerufen habe und die mir auch nicht so richtig weiterhelfen konnten.

Bei der einen Versicherung handelt es sich um die Fondgebundene Lebensversicherung der Heidelberger Leben. Bisher habe ich 2100 Euro darin eingezahlt. Die Restlaufzeit beträgt noch weitere 40 Jahre.

Bei der anderen Versicherung handelt sich um eine Kapitallebensversicherung der Standard Life. Eingezahlt habe ich bisher 600 Euro. Die Restlaufzeit beträgt ebenfalls noch 40 Jahre.

Da mir mittlerweile bewusst ist, dass diese Versicherungen eine schlechte Geldanlage sind, überlege ich sie, zu kündigen. Das eingezahlte Geld wäre dann ja fast komplett futsch. Zum Thema Verkauf habe ich bereits online recherchiert und leider keine Gesellschaft gefunden, die die Policen kaufen würde.

Zu bedenken ist bei meiner Entscheidung, dass ich gerade mein Studium abschließe und anschließend zu meinem Mann nach Nordamerika ziehe. Da ich in den nächsten zwei Jahren dort nur eine eingeschränkte Arbeitserlaubnis haben kann, würde ich im Fall einer Kündigung der LVs also kein neues Produkt abschließen können. Sollten die LVs doch sinnvoll sein, würde ich dann eben mit meinem wenigen Geld so weiterknapsen. Sollte ich also die Versicherungen kündigen würde ich erst in zwei Jahren, wenn ich Ende 20 bin, mit dem Sparen für meine Altersversorgung anfangen können. Wäre das zu spät?

Ob ich später noch eine Risikolebensversicherung abschließen kann, ist leider nicht sicher, da meine vor einigen Jahren gestellten BU-Anträge abgelehnt wurden.

Ich würde mich sehr über einen Ratschlag freuen. Danke im Voraus!

Übrigens kennt keiner meiner amerikanischen und kanadischen Bekannten eine Lebensversicherung zur Altersvorsorge! Sie investieren alle in lukrativere Anlageformen.

Inaktiver User
20.08.2007, 20:55
Hallo makula.

Vermutlich kann Dir niemand hier sagen, ob diese zum damaligen Zeitpunkt für Dich gut oder schlecht waren, da wir Deine Rahmenbedingungen zum damaligen Zeitpunkt nicht kennen.

Darum geht es wohl auch nicht, denn dies ist vorbei und kann nicht rückgängig gemacht werden. Grundsätzlich stellen sich bei mir zwei Fragen:

1) Wo ist der MLP-Berater von damals? Du verlierst kein Wort mehr über diesen...?
2) Welche Erkrankung hat zur Ablehnung der BU-Versicherung, nicht jedoch zur Ablehnung der Kapitalaufbauenden Lebensversicherungen geführt? Wurden bei diesen alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet?



Du bist damals auf MLP gestoßen - vermutlich auf Empfehlung eines Bekannten in Deutschland
Jetzt berufst Du Dich auf Ratschläge und Empfehlungen von Bekannten in Amerika (u. Kanada)


Geht es um deren Altersversorgung oder geht es um Deine Altersversorgung?
Hat einer von Deinen Bekannten hier oder dort die selben Rahmenbedingungen und das selbe Anlegerprofil wie du?

Irgendwann kommst Du aus Amerika zurück oder gehst anderswo hin und dann fängst Du wohl wieder von Anfang an? Gar weil irgendjemand die von Dir gewählte Altersversorgung nicht kennt...

Ich finde das Ganze ziemlich unselbständig und unausgegoren, was da abläuft. Es wird Zeit, daß Du Dich selbst mit der Materie beschäftigst und nicht immer hier und da abkupferst.

Du hast dafür keine Zeit?

Dann hast Du Deine Prioritäten falsch gesteckt, denn es geht um 40 Jahre Beitragszahlung und weitere 10, 20, 30 oder 40 Jahre Kapitalauszahlung (Verrentung etc.). Welche andere Sache begleitet Dich u.U. bis zu 80 Jahren? Nicht mal Dein Beruf... In der Regel auch nicht Dein Partner...

Schöne Grüße

justii

makula
20.08.2007, 21:25
Hallo Justii-g,

vielen Dank für Deine Antwort.

Zu MLP kam ich, weil ich an der Uni von Mitarbeitern angesprochen wurde. Ich muss zugeben, dass ich damals gar kein Altersvorsorgeprodukt abschließen wollte, weil als Studentin das Geld sehr knapp ist. Außerdem muss ich zugeben, dass ich mich von dem MLP-Berater sehr beeinflussen ließ, welcher mir dringend zum Abschluss dieser Lebensversicherungen geraten hat.

Seit vier Jahren zahle ich also in diese Versicherungen ein. Der MLP-Berater arbeitet auch weiterhin in der gleichen Geschäftsstelle, für mich also ohne Probleme erreichbar. Allerdings fühle ich mich von ihm nicht gut beraten. Er will mir ständig Produkte verkaufen, ohne mir zuzuhören und auf meine Situation einzugehen. Eine Cerankochfeldversicherung interessiert mich z.B. nicht, weil ich keinen solchen Herd habe.

Aus diesem Grund suche ich Rat von anderen Seiten. In der Zeitschrift Finanztest sowie in Informationen der Verbraucherzentrale las ich, dass kapitalbildende Lebensversicherungen nicht zur Altersvorsorge geeignet sind. Darum muss ich mich nun entscheiden, ob ich weiterhin diese Lebensversicherungen behalte. Wenn jemand einen Rat hat, wo ich unabhängige Beratung erhalten kann oder gute Literatur zu diesem Thema kennt, wäre ich sehr dankbar.

Zu Deiner zweiten Frage: Ja, alle Gesundheitsfragen wurden wahrheitsgemäß beantwortet. Da ich aber vor einigen Jahren eine Psychotherapie gemacht habe, konnte ich bisher keine BU-Versicherung bekommen.

Viele Grüße
Makula

Micha61
21.08.2007, 17:22
Hallo,

ich sehe das Dilemma, eine Lösungsmöglichkeit sehe ich aber leider auch nicht unbedingt. Es ist wohl in der Tat so, daß Lebensversicherungen nicht unbedingt die beste Altersvorsorge sind, in Zeiten, in denen der Garantiezins auf Sparbuchniveau abgesenkt wurde und die Erträge u.U. auch noch versteuert werden müssen, schon zweimal nicht. 40 Jahre Restlaufzeit riecht auch verdächtig danach, daß die Laufzeit möglicherweise sogar noch über dem Eintritt des Rentenalters liegt. Du müsstest u.U. selbst dann die Versicherung noch vorzeitig zurückkaufen und könntest das reguläre Vertragsende möglicherweise nicht einmal abwarten... Ich hatte selbst mal so einen Vertrag der mich bis zum 80. Lj verpflichtet hätte dank MLP, habe ihn aber innerhalb einer Woche wieder gekündigt. Warum sie das machen, weiß ich nicht mehr, möglicherweise kann man damit eine höhere Provision erreichen.
Leider ist es am Anfang so, daß vom Rückkaufwert erst einmal die ganzen Unkosten und Provisionen abgezogen werden, so daß eine frühzeitige Kündigung auf jeden Fall mit hohen Verlusten verbunden ist. Ein schwacher Trotst ist vielleicht, daß Du für diese Zeit zumindest den Versicherungsschutz gehabt hast.
Vor wenigen Jahren hieß es mal, daß diejenigen, die dreißig Jahre zuvor Allianz-Aktien gekauft hätten, eine vielfach höhere Rendite bekommen ahaben, als diejenigen, die im gleichen Zeitraum eine Kapital-LV der Allianz bedient haben. Ob das heute auch noch gültig ist, darf bezweifelt werden, einen gewissen Zynismus gegenüber den Deppen, die brav über Jahrzehnte im Vertrauen auf die Versprechen ihrer Versicherer eingezahlt haben vernehme ich da schon. Was die in ihren schönen Modellrechnungen nicht garantieren, ist auch nicht garantiert. Bei mir läuft in zwei Jahren eine Kapital-LV aus, bei der schon jetzt sicher ist, daß 10.000,- Euro weniger herauskommen, als man mir damals bei Vertragsabschluß suggeriert hat.
Im Prinzip bleiben Dir folgende Alternativen:
- Kündigung unter Verlust der bisher einbezahlten Beiträge
-beitragsfreistellen lassen unter Aufrechterhaltung eines minimalen Versicherungsschutzes
- Verkauf (schein bereits ausgeschlossen, wobei der Verkauf angeblich eine bessere Variante sein soll, als der Rückkauf durch die Versicherungsgesellschaft)
- dem bisher verlorenen Geld noch viel, viel mehr Geld hinterherwerfen...

Viele Grüße

M.

makula
21.08.2007, 20:50
Hallo Micha,

danke für Deine Antwort.
Ich habe heute einen Gesprächstermin in einer Verbraucherzentrale ausgemacht, damit ich dort mein Anliegen besprechen kann.
Mit dem Renditerechner der Stiftung Warentest kam ich für die Standard-Life-Versicherung auf eine jährliche Rendite von 0,91% für den Betrag, der mir garantiert ist. Gemäß deren Modellrechnung sollte die jährliche Rendite bei über 5% liegen, aber das werde ich wohl erst in vierzig Jahren erfahren.

Mein Renteneintritt liegt erst in mehr als vierzig Jahren, wenn ich mich nach dem gesetzlichen Renteneintrittsalter richte. Daher kann ich schon noch gegensteuern und mein Geld sinnvoll anlegen. Auf die Lebensversicherungen allein wollte ich mich noch nie verlassen. Aber da ich jetzt am Ende meines Studiums bin und meine finanzielle Situation deshalb auch nicht so rosig kann ich es mir nicht leisten, sowohl mittels einer Lebensversicherung und noch auf eine andere Weise Geld zurückzulegen. Die endgültige Entscheidung, was ich tun werde, werde ich aber auf jeden Fall erst nach dem Gespräch mit der Verbraucherzentrale klären können.

Über das falsch investierte Geld ärgere ich mich heute noch, aber vielleicht kann mein Beispiel zumindest andere User ermutigen, nicht so blauäugig an ihre Altersversorgung heranzugehen.

Das tut mir leid, Micha, dass die Auszahlung Deiner KLV deutlich niedriger sein wird als angenommen. Ich hoffe, dass Du das noch ausgleichen kannst.

Viele Grüße
Makula

Inaktiver User
22.08.2007, 23:37
......

Vor wenigen Jahren hieß es mal, daß diejenigen, die dreißig Jahre zuvor Allianz-Aktien gekauft hätten, eine vielfach höhere Rendite bekommen ahaben, als diejenigen, die im gleichen Zeitraum eine Kapital-LV der Allianz bedient haben. Ob das heute auch noch gültig ist, darf bezweifelt werden...

Viele Grüße

M.


Gar keine Frage, es gilt nach wie vor. Die Allianz-Aktie hatte in allen 20- und 30-Jahreszeiträumen eine deutlich höhere Rendite als sämtliche Allianz-KLV'n in diesen Zeiträumen. Der aktuelle Aktien-Knick dürfte auf 20- oder 30-Jahressicht im Chart kaum mehr als eine kleine Delle sein.

Schöne Grüße
justii

Micha61
23.08.2007, 10:47
[QUOTE=Justii-g]Gar keine Frage, es gilt nach wie vor. Die Allianz-Aktie hatte in allen 20- und 30-Jahreszeiträumen eine deutlich höhere Rendite als sämtliche Allianz-KLV'n in diesen Zeiträumen. Der aktuelle Aktien-Knick dürfte auf 20- oder 30-Jahressicht im Chart kaum mehr als eine kleine Delle sein.


Hallo,

ich meinte weniger den aktuellen Knick, sondern eher die Tatsache, daß der Dax insgesamt wohl fast wieder eine Höhe erreicht hat, wie vor dem letzten Crash. Ich bin überhaupt kein Börsenspezialist, sehe aber da die Grenze des Wachstums nahezu erreicht und würde mich daher eher zurückhalten, Aktien zu erwerben.

Viele Grüße

M.