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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zur falschen Zeit am falschen Ort!?!?



Kampfsau
16.08.2007, 21:50
Ich habe im Mai 07 meinen Opa durch einen Motorradunfall verloren.
Eine Frau hat Ihm die Vorfahrt genommen und er ist noch an der Unfallstelle verstorben.

Ich habe nach außen immer viel Kraft gezeigt und besonders gegenüber meiner Oma. Wir sind eine Große Familie aber meine Oma bleibt seit dem Tage nicht mehr allein. Sie gibt sich Schuld an dem Unfall... Sie hat morgens zu Ihm gesagt, fahr man heut los ist so schönes Wetter und morgen soll es schon wieder regnen. Mein Opa wollte erst nicht und sie hat ihm das noch einmal gesagt und dann fuhr er los. Das war sein Leben.

Er war auch immer so ein vorsichtiger Fahrer hatte in den ganzen Jahren nie einen Unfall.

Ich war zwei Tage später mit meinen Eltern und ein paar angehörigen an der Unfallstelle, sie ist sehr weit weg.
Bis zu dem Tage habe ich immer noch geglaubt er kommt wieder nur im gras habe ich einen Schuh von Ihm gefunden.
Vielleicht sollte ich diesen Schuh finden, damit ich es endlich begreife das er es wirklich war.
Wir haben nicht gerechnet das wir an der Unfallstelle noch kleidung oder so von Ihm finden, denn eigentlich räumt die Polizei ja immer alles auf. War es ein Zeichen?!?!

Wir haben auf der Straße auch gut gesehen das mein Opa noch ausgewichen ist aber das auto keine anstalten gemacht hat zu bremsen. In dem Gutachten steht auch drin das mein Opa nicht einmal die erlaubten 70km gefahren ist.

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich nur Weinen muss... war vorhin extra beim Ihm am Grab und dachte es wird besser... aber es geht einfach nicht mehr....!

Ich war während der Orga. sehr stark und habe meiner Familie viele Botengänge usw. abgenommen.

Er hatte eine schöne Trauerfeier und einen schönen Sarg und wurde eine Woche später in der Familie beigesetzt da er immer den Wunsch hatte und verbrannt werden wollte.

Opa wir vermissen Dich.
Wir passen auf Oma auf.
Tschüss Opa.

Inaktiver User
16.08.2007, 22:02
Nomen est omen. :in den arm nehmen: Viele hier wissen, wie weh es tut, einen geliebten Menschen zu verlieren - egal, ob Kind, Mann, Elternteil, Oma, Opa. Es ist einfach fürchterlich schwer und schmerzhaft zu akzeptieren, dass jemand nie nie wieder kommt.

Diese Trauer muss erlebt und durchlebt werden. Es wird nicht einfacher, in dem Du stark bist, dagegen ankämpfst. Du hast allen Grund, traurig zu sein, zu weinen, zu lamentieren. Deine Familie kann stolz auf Dich sein, dass Du im Mai Stärke bewiesen hast und organisiert und geholfen hast. Aber jetzt bist Du mal dran, mit schwach sein.

Kampfsau, höre auf zu kämpfen und trauere so wie Dir danach ist um Deinen Opa.

Hier ein Blümchen für Dich:blumengabe:

Kampfsau
18.08.2007, 08:05
Ich kann nur weinen wenn ich wirklich allein bin... ich denke immer ich muss stark sein.
alle Trösten den anderen aber ich weis nicht ich habe die ersten drei Tage geweint und dann war schluss.

Kampfsau
20.08.2007, 13:37
Heute nach über drei Monaten seit dem uns unser Opa genommen wurde bekam oma einen Brief erhalten, von der Frau die uns Opa genommen hat.

Ich den Brief steht geschrieben: Aus Ihrer sicht viel zu Spät meldet sie sich bei uns da sie unsere adresse erst jetzt bekam.
(Also wir haben ihre adresse schon zwei wochen nach dem Tot gehabt, a. von der Polizei b. vom Anwalt und von den Verrischerrungen. In diesen Schreiben habe wir auch unsere Adresse reingescrieben.) Naja gut ich denke das war der Form halber das Ihr Anwalt Ihr das gesagt hat.

Dann steht drin das sie sich über den Unfall hergang mit meiner Oma unterhalten würde.
Also ich denke mehr wie die Polizei und Gutachter kann sie uns auch nicht sagen. Sie sollte uns lieber sagen wie am an in eine Vorfahrtsstrasse rauf fährt ohne anzuhalten und dort auf mindestens 5 Km. frei Sicht jemanden übersehen kann.

Wer hatte auch schon dieses Problem sollte wir mit der Frau sprechen oder Briefkontakt aufnehmen oder es komplett lassen?

Nadi67
20.08.2007, 13:41
Ach herrjeh...

ersteinmal fühl Dich ganz lieb gedrückt von mir!!! Mein Beileid für Dich!

Erst einmal würde ich keinen Kontakt mit der Unfallverursacherin aufnehmen. Dafür ist alles noch zu "frisch"..., wenn ihr über den Tod Deines Opas hinweg seid, ist noch Zeit genug!!

Sei stark und steh Deiner Oma weiterhin so toll bei!

Ich schick Dir mal ein bißchen Kraft von mir rüber!!
Liebe Grüße
Nadi67

Kampfsau
28.08.2007, 07:22
Wir haben Sonntag jetzt den letzten Schritt gehen müssen und zwar das kreuz an der Unfallstelle aufgestellt.
Es war für mich dieses mal nicht so schwer dort hin zu gegen.... ich weis nicht warum alle haben geweint selbst mein Vater und Onkel.
Für mich ist es viel schwerer zum Friedhof zu gegen. Denn ich weis das dort die Urne liegt.
Zwar ist er dort verstorben und hat noch lange um sein leben kämpfen müssen... bzw. andere haben versucht um Ihn zu Kämpfen... DANKE! Aber seine Seele wollte wohl nicht mehr, wußte er schon das wenn er es schafft für uns eine ganz schwere Zeit kommt.
Wir haben nun auch erfahren das sein weiteres Leben ohne große hoffnung statt gefunden hätte. Die ärzte meinten, das er wohl nie hätte wieder nach haus kommen können und ohne geräte wer er wohl nie ausgekommen. Sein bein hätte man ihm auch abnehmen müssen. Auch wenn es schwer fällt das zu sagen aber es ist wohl besser so gewesen.
Denn das wollte OPA nie irgendwo rum liegen und hoffen das sich was verändert.

Nun haben wir auch die ganzen Gutachten gesehen und ich brenne darauf dieser Frau endlich schreiben zu dürfen. Unser anwalt hat gebeten es noch ein wenig zu lassen.
Denn sie hat schon wieder geschreiben und fragt nur nach ob sich nun mit Ihr jemand über den Unfall unterhalten möchte.
Das ist doch nur frech oder nicht?

Kampfsau
23.11.2007, 00:05
Ich bin wieder da....!!!
Sechs Monate sind nun seid dem Unfall vergangen und immer geht es allen noch nicht besser. Heute ich wieder so ein Tag an dem Ich ständig weinen muss. Ich Kann im moment nicht zum Friedhof gehen es bricht mir das Herz. Wann wird das endlich besser!

Kampfsau
04.03.2008, 21:27
Heute muss ich mal wieder etwas schreiben.... es ist nun schon ganze 10Monate her und der schmerz ist immer noch tief in meinem Herzen.

Ich weis nun das ich die Trauer zulassen darf aber es in grenzen bleiben muss... man muss sein leben weiter leben und es nicht durch die ständige trauer schleifen lassen. Ich war seit einigen Monaten nicht mehr am Grab konnte einfach nicht hin aber ich möchte so gern... aber mir fehlt zur zeit der Mut! Ich hoffe Opa du bist mir nicht Böse!

ness
12.03.2008, 13:43
Liebe Kampfsau!
dein opa ist dir bestimmt nicht böse. ich denk mir immer, mein opa ist bei mir und weiß, dass ich nicht gern aufs grab fahre. und es ist bei mir jetzt schon einige zeit her, dass er gestorben ist, aber er ist fast jeden tag in gedanken bei mir. manchmal sind es nur schöne gedanken. aber manchmal wird der tag zu einem richtigen heultag. und mittlerweile hab ich beschlossen, dass ich das dann einfach so annehme.
Liebe Kampfsau. fühl dich gedrückt...und verstanden!!!

:Sonne: