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Sternzeit2506
16.08.2007, 17:16
Hallo zusammen,

morgen ist es 7 Wochen her, dass Frank tot ist. 7 Wochen, die mir zum einen wie eine Ewigkeit und zum anderen wie ein Windhauch vorkommen. Es war der Tag der Abschiedsfeier für meinen Chef. Wochenlang hatte ich diese Überraschungsparty geplant, die Kollegen haben Abschiedslieder gedichtet und eingesungen, alles war perfekt. Morgens unter der Dusche sang Frank noch Passagen aus diesen Liedern, um mich zu ärgern. Er hasste schlechten Gesang und musste sie nun schon seit Tagen diese Lieder von mir anhören. Wir haben gelacht und als wir uns verabschiedeten, sagte er noch, ich solle nicht zu viel auf der Party weinen.

Um Mitternacht telefonierten wir. Frank war gerade nach Hause gekommen und sagte, er würde noch auf mich warten und dass er sich schon auf mich freut. Er fragte noch, ob ich viel geweint hätte und ich war stolz zu sagen, dass keine Träne geflossen war. Als ich eine Stunde später mit dem Taxi nach Hause kam, fand ich ihn tot in seinem Musikkeller. Seitdem laufen meine Tränen in einem nie versiegenden Bach. Der Notarzt sagte, es muss ein Sekundentod gewesen sein. Ich muss die genaue Todesursache bei der Kripo abfordern, traue mich aber nicht. Was ist, wenn ich es hätte verhindern können, wäre ich nur früher nach Hause gekommen? Das ist für mich ein unerträglicher Gedanke.

Im Oktober wäre ich 20 Jahre mit Frank zusammengewesen. 11 Jahre davon waren wir glücklich verheiratet. Frank war mein Traummann und wir galten bei vielen als Vorzeigepaar. Das ist jetzt alles vorbei. Ich bin 39 und Witwe! Ich vermisse Frank so unendlich und es tut so wahnsinnig weh. Ich weiß nicht, wie ich es alleine aushalten soll. Wir haben einen großen und wirklich sehr guten Freundeskreis, aber so sehr sich auch alle bemühen, meinen Schmerz und diese Sehnsucht kann mir keiner nehmen.

Ich bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben. Hier haben alle einen großen Verlust zu beklagen und ich bin nicht allein. Danke schon jetzt an Alle, die mir „zugehört“ haben.

stine38
16.08.2007, 17:29
Liebe Sternzeit,

Deine Worte berühren mich so sehr. Ich weine mit Dir Tränen.
Ich wünschte ich könnte Deinen Schmerz lindern :blumengabe:

Stine

wolfsmond
16.08.2007, 17:53
Liebe Sternzeit,

fühl' Dich gedrückt. Es tut mir sehr leid, dass Du Deinen Mann auf so schreckliche Art verloren hast. Das muss ja ein Riesenschock für Dich gewesen sein ihn so vorzufinden!
Aber mach' Dir bitte keine Vorwürfe!

Wünsche Dir viel, viel Kraft in dieser schweren Zeit!!!

vlg
wolfsmond

P.S.:
Ich an Deiner Stelle würde die Ursache erfragen. Aber das musst Du ganz allein entscheiden, da kann und darf Dir keiner reinreden!

Giselle
16.08.2007, 18:05
Liebe Sternzeit,

mein herzliches Beileid! Es tut mir so leid, was Dir passiert ist und mir stehen jetzt auch die Tränen in den Augen. Irgendwie fehlen mir die Worte... Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

Liebe Grüße
Giselle :in den arm nehmen:

Inaktiver User
16.08.2007, 22:19
Liebe Sternzeit,
auch ich muss mit den Tränen kämpfen, wenn ich Deine Geschichte lese. Das ist wirklich so schrecklich, da gibt es keine passenden Worte, kein Trost. Die Zeile des Themas erinnert mich auch an meine eigene Trauerzeit - mein Partner war auch ohn Vorwarnung, ohne Verabschiedung, ohne ein letztes Wort von jetzt auf gleich einfach tot. Es ist 6 Jahre her - die Zeile erinnert an ein Gedicht, dass ich damals auch als das einzig passende empfand:

"Begräbnis-Blues"

Haltet alle Uhren an,
laßt das Telefon abstellen,
Hindert den Hund daran,
den saftigen Knochen anzubellen,
Klaviere sollen schweigen,
und mit gedämpften Trommelschlag,
Laßt die Trauernden nun kommen,
tragt heraus den Sarg.

Laßt Flugzeuge kreisen,
klagend im Abendrot,
An den Himmel schreibend
die Botschaft Er ist tot;
Laßt um die weißen Hälse der Tauben
Kreppschleifn schlagen,
Und Verkehrspolizei schwarze
Baumwollhandschuh' tragen.

Er war mein Nord, mein Süd,
mein Ost und mein West,
Meine Arbeitswoche
und mein Sonntagsfest,
Mein Gespräch, mein Lied,
mein Tag, meine Nacht,
Ich dachte, Liebe währet ewig:
Falsch gedacht

Die Sterne sind jetzt unerwünscht,
löscht jeden aus davon,
Verhüllt auch den Mond
und nieder reißt die Sonn',
fegt die Wälter zusammen
und gießt aus den Ozean,
Weil nun nichts mehr
je wieder gut werden kann

April 1936 (W.H. Auden)

Ich stelle es Dir hier ein, um Dir damit zu zeigen, dass Du mit Deinem Schmerz nicht alleine bist, nicht sonderbar bist. 7 Wochen sind so kurz. Mein Partner starb im November - ich hätte im Frühjahr am Liebsten alle Blumen rausgerissen, alle frisch grünenden Bäume gefällt. Ich fand es so ungerecht, dass es noch ein Leben gab.

Aber ich kann Dir versichern, es wird besser. Ich will da jetzt noch nichts zu schreiben, es ist noch zu früh. Siehe es nur als kleines flackerndes Licht am Horizont.

Ich würde an Deiner Stelle die Todesursache erfragen. Vielleicht kannst Du es Dir zuschicken lassen und öffnest dann, wenn Du das Bedürfnis und die Kraft hast. Aber Du wirst Dir die Frage, die Du Dir jetzt stellst - ob Du es hättest verhindern können - ein Leben lang stellen, wenn Du nicht die Antwort weißt.

Du wirst hier fast rund um die Uhr jemanden finden, mit dem Du Deine Gedanken teilen kannst. Das tut gut - wir haben hier wirklich erlebt, dass geteilter Schmerz nicht halber Schmerz ist, aber wesentlich besser zu ertragen ist. Und wir haben fast alle erfahren, dass Menschen, die vergleichbares durchleben mußten, anders damit umgehen, als Freunde und Familie, die manchmal hilflos davor stehen.

Für Dich ein Blümchen:blumengabe:

Sternzeit2506
17.08.2007, 10:02
Hallo Ihr Lieben,
ich wusste, dass es gut sein wird, mich hier anzumelden und zu schreiben. Vielen lieben Dank für die lieben Worte und dir, Kranich, für das superschöne Gedicht. Es hat mir jetzt schon ein wenig geholfen, Kontakt zu euch zu haben. Nächste Woche Donnerstag habe ich einen Termin bei einer Therapeutin. Ich hoffe sehr, dass sie mich noch einen kleinen Schritt weiterbringen kann und dass die "guten" Tage häufiger werden.

Jeden Morgen wache ich auf und es trifft mich die Keule, die mir bewusst macht, dass Frank nicht mehr bei mir ist. Ich bin sehr froh, dass ich meine beiden Katzen habe (für Frank die bessten Tüddels der Welt, wie er immer sagte), die mir sehr helfen und dass ich eine supertolle Schwiegermutter habe, die trotz ihres eigenen Schmerzes alles für mich tut und immer für mich da ist.

Wie habt ihr es gehandhabt in Sachen Wohnung? Frank und ich wohnten in einem Doppelhaus zur Miete. Wunderschön, super ruhig und ein Paradies für uns und Lucky und Tapsi. Ich fühle mich dort noch immer sehr, sehr wohl, obwohl ich Frank dort gefunden habe. Mein Kopf sagt mir aber, dass es blöd ist, ein so großes Haus für eine Person zu haben und eine so hohe Miete zu zahlen. Jeder, den ich frage, sagt etwas anderes. Die Mutter meiner Freundin ist innerhalb von 5 Woche ausgezogen und fühlt sich noch immer gut damit. Eine andere gute Bekannte von mir sagte, es sei für sie unvorstellbar gewesen, das Haus zu verlassen. Denkt ihr, ich mache mir zu früh darüber Gedanken? Gehen Bauch und Verstand irgendwann konform?

Ich drücke euch Alle ganz herzlich und freue mich, so liebe Menschen kennenzulernen.

Inaktiver User
17.08.2007, 10:08
:kerze:

:in den arm nehmen: mein Beileid!

Mir fehlen die Worte - alles Gute für Dich

Lilie

Inaktiver User
17.08.2007, 10:15
Hallo Ihr Lieben,
ich wusste, dass es gut sein wird, mich hier anzumelden und zu schreiben. Vielen lieben Dank für die lieben Worte und dir, Kranich, für das superschöne Gedicht. Es hat mir jetzt schon ein wenig geholfen, Kontakt zu euch zu haben. Nächste Woche Donnerstag habe ich einen Termin bei einer Therapeutin. Ich hoffe sehr, dass sie mich noch einen kleinen Schritt weiterbringen kann und dass die "guten" Tage häufiger werden.

Jeden Morgen wache ich auf und es trifft mich die Keule, die mir bewusst macht, dass Frank nicht mehr bei mir ist. Ich bin sehr froh, dass ich meine beiden Katzen habe (für Frank die bessten Tüddels der Welt, wie er immer sagte), die mir sehr helfen und dass ich eine supertolle Schwiegermutter habe, die trotz ihres eigenen Schmerzes alles für mich tut und immer für mich da ist.

Wie habt ihr es gehandhabt in Sachen Wohnung? Frank und ich wohnten in einem Doppelhaus zur Miete. Wunderschön, super ruhig und ein Paradies für uns und Lucky und Tapsi. Ich fühle mich dort noch immer sehr, sehr wohl, obwohl ich Frank dort gefunden habe. Mein Kopf sagt mir aber, dass es blöd ist, ein so großes Haus für eine Person zu haben und eine so hohe Miete zu zahlen. Jeder, den ich frage, sagt etwas anderes. Die Mutter meiner Freundin ist innerhalb von 5 Woche ausgezogen und fühlt sich noch immer gut damit. Eine andere gute Bekannte von mir sagte, es sei für sie unvorstellbar gewesen, das Haus zu verlassen. Denkt ihr, ich mache mir zu früh darüber Gedanken? Gehen Bauch und Verstand irgendwann konform?

Ich drücke euch Alle ganz herzlich und freue mich, so liebe Menschen kennenzulernen.
Liebe Sternzeit,

nimm Deine Gedanken so an, wie sie kommen. Sie sind nie zu früh oder zu spät, sondern immer richtig. Darüber nachdenken heißt ja noch lange nicht in hektischer Betriebsamkeit dann auch schnell etwas umsetzen.

Eine sehr gute Freundin von mir hat vor 5 Jahren ihren Mann verloren. Sie hat an deren gemeinsamen Haus zunächst nichts verändert, lebt auch noch heute in den vielen Räumen alleine. Wer setzt den Massstab, ob das Haus zu groß für Dich ist: Du, Deine Umgebung, die Gesellschaft? Wenn es Dich finanziell nicht zu sehr belastet, bleibe, wenn es Dir gut tut, gehe, wenn es zu sehr schmerzt. Aber das kannst nur Du für Dich entscheiden.

Meine Freundin hat die ersten 2 Jahre nichts an dem Haus und dem Innenleben verändert. Danach fing sie so langsam an hier und da etwas zu verändern. Heute ist es ihr Haus, das viele schöne Erinnerungen beinhaltet, aber eindeutig ihre Spuren trägt und ihr heutiges, wieder schönes Leben spiegelt. Und es ist stets offen für Freunde, was bei einer kleinen Wohnung so auch nicht gehen würde.

Ach so - gehen Bauch und Verstand irgendwann konform? Nein, nie - das hat aber mit Trauer nichts zu tun. Während der Trauer sind wir nur so dünnhäutig und feinfühlig, dass es uns mehr auffällt, und wir uns hin- und hergerissen fühlen.

Dir ein wenig :Sonne: und eine :blume:

Sternzeit2506
17.08.2007, 12:20
Wahrscheinlich hast du recht. Irgendwann werde ich wissen, was richtig ist und was ich tun soll. Ich hoffe nur, dass ich dann die richtige Entscheidung treffen werde und nichts bereue.

Franks Tod hat mir auch den Tod meiner Mutter vor fünf Jahren wieder sehr deutlich vor Augen geführt. Es hat sehr lange gedauert, bis ich das verkraftet hatte. Mein Vater ist gestorben, als ich 11 Jahre alt war. Gerade geht’s einem wieder besser und dann schwupp… Der Tod von Frank ist für mich allerdings noch sehr viel schwerer zu verkraften. Niemals hätte ich gedacht, dass ein Herz sooooo wehtun kann und dass Erinnerungen einem den Hals zuschnüren.

Kennt ihr eigentlich das Lied von Glashaus „Haltet die Welt an“? Momentan eines meiner Lieblingslieder, wobei ich so gut wie keine Musik höre und der Fernseher auch seit sieben Wochen nicht an ist.

Alles Liebe!



"Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt
auf allen Millionen und Millionen Sternen,
dann genügt es ihm völlig, dass er zu ihnen hinaufschaut, um glücklich zu sein.
Er sagt sich: Meine Blume ist da oben, irgendwo ...
Wenn aber das Schaf die Blume frisst,
so ist es für ihn,
als wären plötzlich alle Sterne ausgelöscht!“
(Antoine de Saint-Exupéry)

Lorolli
17.08.2007, 12:34
Es weht der Wind ein Blatt vom Baum, von vielen Blättern eines,
das eine Blatt, man merkt es kaum, denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein, war Teil von meinem Leben,
darum wird das eine Blatt allein mir immer wieder fehlen.


Wünsche Dir ganz viel Kraft. :blume:

Inaktiver User
17.08.2007, 21:03
Das Lied von Glashaus kannte ich nicht. Ich habe es mal hier (http://youtube.com/watch?v=DHNTnjpVW4s) eingestellt. Einfach das "hier"anklicken.

Es ist wirklich sehr schön und passt gut.:in den arm nehmen: Ich habe das auch so gemacht - Lieder gehört, die mich noch trauriger machten und zum Weinen brachten. Ich fand mein Leben weinend am Erträglichsten. Ich bin froh gewesen, so viel zu weinen. Die Tränen machten irgendwie Platz und irgendwann waren es nicht mehr so viele Tränen, und ich merkte, dass es anfing besser zu werden.

Das (http://youtube.com/watch?v=VRsJlAJvOSM) gehörte auch dazu und auch Evertime I close my eyes von Vanessa Amarosi.

Es hört sich vielleicht seltsam an, aber ich wünsche Dir wirklich viele Tränen, denn wenn Du weinen kannst, kannst Du auch Deine Seele heilen. Wenn Du die traurigen Gefühle zulassen kannst, kommen auch die schönen Gefühle wieder:in den arm nehmen:

Sternzeit2506
17.08.2007, 21:51
Und ich dachte schon, ich bin die einzige, die sich mit solchen Liedern, Gedichten etc. selbst runterzieht. Weinen ist das einzige, was ich im Moment wirklich gut kann. Ich sitze in Meetings über wirklich wichtige Dinge und sehe plötzlich Frank und mich, irgendwo in einer banalen Situation. Da rettet mich dann nur der Weg aufs Klo. Heute Abend wurde ich nun endlich einmal nicht verabredet (meine Freizeit wird zurzeit fremdgesteuert. Das ist ja alles gut gemeint, aber man muss auch mal für sich sein) und was habe ich bis eben getan? Alte Mails von Frank gelesen, die er bekommen oder verschickt hat. Auf seinem Handy sind kleine Videos, in denen er sich selbst gefilmt hat, z.B. beim Frisör, damit er mal sieht, wie das so gemacht wird :smile: . Frank war wirklich ein verrückter Kerl. Auf der Trauerfeier, auf der nur seine Freunde gesprochen haben, wurde auch ein Text von seinem Patenkind vorgelesen: Frank immer soooo lustig und Frank war immer gut drauf. Ein anderes Kind schrieb: Frank war der coolste Erwachsene, den ich kenne. Und genau so war er auch. Lustig und immer gut drauf.

Vor drei Wochen habe ich versucht, mir unser Hochzeitsvideo anzuschauen und ich war sehr froh, als nach 10 Minuten das Telefon klingelte.

Ich frage mich, wie ihr diese Zeit durchgestanden habt. Ich hatte in den ersten drei Wochen massive Selbstmordgedanken und bin durch das Freitodforum nun wirklich schlau, was nicht funktioniert. Von diesem Gedanken bin ich nun zum größten Teil befreit, nur noch an ganz schlechten Tagen - wenn es überhaupt eine Steigerung gibt - denke ich noch daran.

In zwei Stunden ist es sieben Wochen her, dass ich das letzte Mal mit Frank gesprochen habe. In drei Stunden ist er sieben Wochen tot. In den letzten zwanzig Jahren war ich längstens mal eine Woche von ihm getrennt. Immer dann, wenn ich meine Frauen-Urlaubswoche hatte. Nun sind es schon sieben Wochen! In zwei Wochen haben wir Hochzeitstag; ich mag gar nicht daran denken.

Nochmals ganz lieben Dank für eure Unterstützung und euch allen einen "schönen" Abend.

Lorolli
17.08.2007, 22:17
Liebe Sternzeit2506 wenn ich dich hier so lese möchte ich dich nur in den arm nehmen und trösten. Leider geht es hier ja nur virituell, aber ich schicke dir ganz viele liebe Gedanken.

Inaktiver User
17.08.2007, 22:23
Ich weiß auch nicht, ob es "normal" war, wie ich getrauert habe. Aber wir wären jetzt jedenfalls schon mal 2, die sich mit solchen Liedern zum Weinen gebracht haben. Und weil ich ca. 5 3/4 Jahre weiter bin, kann ich Dir nur sagen: Richtig so. Mir hat es geholfen - für mich war es ein Schritt in die Richtung Weiterleben. Ich kam so an meine Gefühle dran, konnte weinen, schreien, wüten, toben.

Die Selbstmordgedanken hatte ich auch. Aber da bin ich nicht sicher, ob wir da in einer ähnlichen Situation sind/waren. Mein Partner hatte sich das Leben genommen und danach ist man sehr viel gefährdeter - das habe ich aber erst später erfahren. Ich habe mir nicht das Leben genommen, bin auch sehr glücklich darüber, denn heute lebe ich wieder unglaublich gerne.

Ich würde Dir gerne etwas sehr tröstliches sagen, aber ich weiß selbst, wie hohl das klingen würde. Es ist einfach fürchterlich, und da helfen auch keine gut gemeinten Worte. Was hilft ist die Auseinandersetzung damit - komm vorbei, wenn Du reden/schreiben willst. Du wirst merken, dass Du Stunde für Stunde, Du Tag für Tag, Woche für Woche weiterkommst.

Stell doch eine virtuelle Kerze auf, wenn Du heute nacht noch da bist. Das hilft auch ein wenig, weil man bewußt daran denkt. Ich stelle heute noch Kerzen für ihn auf - auch hier, am Geburtstag und am Todestag.:blumengabe:

Sternzeit2506
17.08.2007, 23:02
Lieben Dank für eure Worte. Ich habe gerade wieder lange mit meiner Schwiegermama telefoniert und morgen früh treffen wir uns zum Frühstück. Die Kerze habe ich aufgestellt und im Hintergrund das Lied von Eric Clapton gehört.

Liebe Kranich, wie du das überstanden hast - den Selbstmord deines Mannes - Hut ab. Ich glaube nicht, dass ich das durchgestanden hätte, weil man sich wahrscheinlich ständig Gedanken darüber macht, warum man es nicht verhindern konnte. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dadurch wirklich noch gefährdeter ist, als alle anderen, was einen Selbstmord angeht. Toll, dass du es geschafft hast und wieder gerne am Leben teilnimmst.

Es geht mir für heute schon wieder etwas besser. Ich werde jetzt zu Bett gehen, meine beiden Tüddels liegen schon drüben und warten auf mich.

Bis bald, ich freue mich schon auf euch!

Inaktiver User
17.08.2007, 23:21
Lieben Dank für eure Worte. Ich habe gerade wieder lange mit meiner Schwiegermama telefoniert und morgen früh treffen wir uns zum Frühstück. Die Kerze habe ich aufgestellt und im Hintergrund das Lied von Eric Clapton gehört.

Liebe Kranich, wie du das überstanden hast - den Selbstmord deines Mannes - Hut ab. Ich glaube nicht, dass ich das durchgestanden hätte, weil man sich wahrscheinlich ständig Gedanken darüber macht, warum man es nicht verhindern konnte. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dadurch wirklich noch gefährdeter ist, als alle anderen, was einen Selbstmord angeht. Toll, dass du es geschafft hast und wieder gerne am Leben teilnimmst.

Es geht mir für heute schon wieder etwas besser. Ich werde jetzt zu Bett gehen, meine beiden Tüddels liegen schon drüben und warten auf mich.

Bis bald, ich freue mich schon auf euch!
Liebe Sternzeit,
ich habe es genauso überstanden, wie alle anderen hier und wie Du es auch überstehen wirst: Erst gar nicht vorstellbar, dann gar nicht gewollt und irgendwann arrangierst Du Dich mit dem Schicksal und dann siehst Du plötzlich einen Lichtstrahl, an dem Du Dich ganz langsam ans Tageslicht hangelst. Ich habe damals ein Buch darüber geschrieben - 3 Monate nach seinem Tod habe ich angefangen. Und wenn ich das heute lese, denke ich: 'Mein Gott war ich traurig. Wie konnte ich das überstehen'

Schlaf gut mit Deinen beiden Tüddels. :schlaf gut: :zauberer:

Sternzeit2506
19.08.2007, 22:27
Ich habe ein katastrophales Wochenende hinter mir und komme daher auch jetzt erst dazu, mich wieder zu melden.
Ich weiß nicht, wann dieser Schmerz und diese Sehnsucht jemals besser werden. Der gestrige Tag war noch einigermaßen gut zu überstehen, ich war viel abgelenkt. Gestern Abend kam es dann aber wieder, obwohl ich noch Besuch hatte, und seit heute Morgen weine ich eigentlich fast ununterbrochen. Ich war mit unserem Trauzeugen beim Sport und danach mit Freunden an der Elbe, aber das hat alles nicht geholfen. Manchmal tut es mir schon leid, dass ich unseren Freunden mit meiner Trauer und meinen Tränen das verdiente Wochenende vermiese, aber sie sagen, es stört sie nicht und sie haben mich gern bei sich. Wer weiß, wie lange da noch anhält und wann ich vielleicht doch lästig werde.

Ich wünsche euch allen eine gute Nacht und einen guten Wochenstart. Vor allem aber viel Kraft!

Lorolli
19.08.2007, 22:36
bestimmt nie, freue dich darüber, dass du so gute Freunde hast

Inaktiver User
19.08.2007, 23:29
Egal, was ist und wie es Dir geht - hier bist Du immer willkommen:in den arm nehmen:

Sternzeit2506
22.08.2007, 23:31
Hallo Ihr Lieben,
nun vernachlässige ich schon fast meinen eigenen Strang, weil ich mich immer in andern aufhalte.

Nachdem das Wochenende sehr schlecht war, hatte ich durchaus zwei gute Tage. Gestern lief einiges gut: meine bestellten Bücher sind gekommen, ein lange bestelltes Geschenk für meine Schwiegermom ist angekommen und ich habe ein Bild von Frank auf Leinwand ziehen lassen, welches auch gestern geliefert wurde. Ich habe mit meinen Chefs gesprochen, dass ich morgen eine Therapie beginne und daher einige Zeit in der Agentur fehlen werde. Sie waren supernett und sagten, ich soll mir alle Zeit der Welt nehmen, die ich brauche. Ferner hatte ich einen supernetten Abend mit meiner besten Freundin und meinen Schwiegereltern. Wir haben zusammen zu Abend gegessen und es war schön.

Heute war eigentlich auch ein guter Tag, bis auf das tränenreiche Ende am Abend. Meine Freundin kam aber sofort zu mir, als sie am Telefon an meiner Stimme hörte, wie schlecht es mir geht, und das war sehr schön. Wir haben von Frank und von Gott und der Welt gesprochen und das tat gut.

Jetzt werde ich gleich schlafen gehen und hoffe auf eine gute Nacht. Diese wünsche ich euch allen auf jeden Fall auch und uns allen einen guten neuen Tag morgen.

Es kann nur besser werden!

Liebe Dank dafür, dass ihr einfach hier seid.
sternzeit

Lorolli
23.08.2007, 00:05
Wünsche Dir eine gute Nacht und schicke Dir ganz viele gute tröstende Gedanken.

Sternzeit2506
24.08.2007, 17:27
Mensch ich pack das nicht. Ich sitze im Büro und komme gerade aus einem langen Meeting und schon ist diese Angst vor dem Wochenende wieder da und diese Trauer schnürt mir den Hals zu. Kennt ihr diese Übelkeit, die einen dann überfällt, wenn die Trauer zu groß ist? Mein Wochenende ist zwar schon wieder komplett ausgefüllt, daber das war das letzte Wochenende auch und trotzdem hatte ich einen totalen Zusammenbruch.

Oh man, ich will hier nicht immer nur über mich schreiben, aber ihr seid so ziemlich die einzigen, die mich wirklich verstehen.

Ich hatte gestern meine erste Therapiestunde. Das ist eine sehr nette Dame. Sie rät mir schon dazu, ein paar Therapiestunden zu nehmen, sagt aber auch, dass das, was ich gerade durchmache völlig normal ist und zum Trauerprozess dazu gehört . Ich habe auf jeden Fall ein ganz gutes Gefühl und lass mich mal überraschen. Es fällt mir halt schon schwer, darüber zu sprechen oder überhaupt mit einer fremden Person zu sprechen. Aber vielleicht lerne ich das ja dann auch. Montagabend habe ich meinen nächsten Termin. Mal schauen.

Und ansonsten habe ich ja immer noch euch :lachen:

Alles Liebe!

Inaktiver User
24.08.2007, 18:14
Und ansonsten habe ich ja immer noch euch :lachen:


Genau.

Ich kann dir nur raten, dich am WE mal in die Trauer und Einsamkeit hineinfallen zu lassen. Du musst es lernen, dieses auszuhalten. Muss ja nicht den ganzen Tag sein, aber letztlich kann keiner von uns vor diesen schrecklichen Gefühlen davonlaufen.

Klammer dich an irgendwas, und wenn es ein Kissen ist. Weine, klage, bis es nicht mehr geht.
In der Erschöpfung, die dann folgt, wirst du eine Art Entspannung fühlen.
Mir erging es jedenfalls so, und ich vermute dass das bei anderen auch so ist/sein könnte.
Leider "gönnte" ich mir diese heftigen Traueräußerungen erst viel zu spät. Das hat den ganzen Prozeß hinausgezögert und den Stress verstärkt.

"Danach" brauchst du Schokolade oder Kakao oder was in der Art. Und Ruhe!

Und einen PC :smirksmile:


herzliche mitfühlende Grüße :blumengabe:

Lorolli
24.08.2007, 18:15
Alles hat seine Zeit.
Es gibt eine Zeit der Stille,
eine Zeit des Schmerzes und der Trauer,
aber auch eine Zeit
der dankbaren Erinnerung.





Wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Du wirst auch dieses Wochenende überstehen. Schreibe Dir einfach alles von der Seele, das wird Dir bestimmt helfen.

Liebe Grüsse
Lorolli :in den arm nehmen:

Inaktiver User
24.08.2007, 19:46
Liebe Sternzeit,
viel Kraft für´s Wochenende - hier ist immer jemand, der antwortet und das virtuelle Taschentuch reicht und tröstet:in den arm nehmen:

Mache Dir keine Gedanken, wie viel und wie oft Du schreibst. Wir sind hier alle in ganz unterschiedlichen Lebensabschnitten. So können wir uns auch wirklich immer wieder auffangen: Es gibt immer welche, denen es so gut geht, dass Sie trösten aus der Erinnerung heraus. Anderen tut es gut, Deine Worte zu lesen, weil sie so merken, dass sie nicht alleine sind in ihrer Trauer, dass sie nicht sonderbar sind oder übertrieben reagieren.

Ich will Dir wirklich ganz laut sagen: Gehe Deinen Weg, lass Dirvon niemandem sagen, wie dieser Weg gehen soll und wie lange er währt. Zu einer Trauerberaterin kannst Du Vertrauen haben - sie wird Dich in Deiner Art mit Deiner Trauer umzugehen unterstützen und auffangen. Ich spreche da auch aus Erfahrung -es hat gut getan, nach dem ich die Scheu überwunden hatte, vor einem wildfremden Menschen so bitterlich zu weinen und mein Herz auszuschütten.

Und Lavendelmond hat recht - Du wirst Dich irgendwann in die Trauer einfinden müssen, ohne Dich mit Aktivitäten abzulenken. Das alleine Weinen und mit dem Schicksal hadern tut weh, aber wenn Du Deinen Kummer herausgeschrieen hast, wird es anfangen, dass es Dir ein klein wenig besser geht.

Viele Grüße von Kranich

Sternzeit2506
28.08.2007, 15:45
Hallo Ihr Lieben, da bin ich wieder!

Das Wochenende war – wie befürchtet – wieder schlimm. Ich habe zwischenzeitlich aber auch die Erkenntnis gewonnen, dass ihr Recht habt. Ich muss mich mal auf mich selbst besinnen und nicht immer jeden Termin annehmen, der mir angeboten wird. Für nächstes Wochenende habe ich bisher nur 2 x Frühstück und alle wissen, dass ich wirklich nur frühstücken werde und keine Nachmittagsaktivität plane. Mal sehen, ob ich standhaft bleibe.

Am Samstag hatte ich ein grauseliges Erlebnis. Ich wollte gegen 20:00 Uhr das Haus verlassen und zu einer Freundin fahren und ganz plötzlich schnürte sich mein Hals zu und es ging mir richtig schlecht. Ich hatte wahnsinnige Angst, später wieder in das Haus zurückzukommen. Das hatte ich noch nie. Bisher hatte ich das Haus als mein Reich empfunden, in dem ich Frank ganz nah bin, wo mir niemand etwas böses kann, und dann dies. Ich war lange bei meiner Freundin und achtete nicht auf die Uhrzeit. Und was ist passiert? Ich bin zu ziemlich genau derselben Zeit nach Hause gekommen, als in der Nacht, in der ich Frank gefunden habe. Wie vor acht Wochen war das Haus dunkel. Es ging mir sehr, sehr schlecht, das könnt ihr mir glauben. Um alles perfekt zu machen hatte eine meiner Katzen in mein Bett gespuckt (ihr geht es seit Franks Tod sehr schlecht mit Durchfall und Erbrechen :niedergeschmettert: ) und ich musste in den Keller gehen, um neue Wäsche zu holen! Der Keller, SEIN Keller, der Ort, wo ich ihn gefunden habe. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, wie es mir ging. Jetzt mache ich immer Licht und Musik an, bevor ich das Haus abends verlasse. Das hilft etwas.

Heute war es bei uns morgens schon ein wenig herbstlich. Die Sonne schien, es war tolle Luft, aber es war etwas kühl. Das ist genau so ein Wetter, wie Frank es gerne mochte. Der Herbst war seine Lieblingsjahreszeit und wir sind im Oktober immer nach Sylt gefahren. Ich überlege jetzt, ob ich das in diesem Jahr vielleicht alleine machen sollte. Keine ganze Woche, sondern vielleicht 3 Tage. Aber halt ganz alleine, denn ich könnte nicht in „unserem“ Appartement sein, wenn ich eine Freundin dabei hätte. Denkt ihr, das wäre gut oder ist das vielleicht noch zu früh? Ich bin sehr unentschlossen. Denke halt, dass es mir vielleicht gut tut und ich Frank dort sehr, sehr nahe sein kann, denn dort haben wir unsere schönsten Zeiten verbracht. Aber ich habe auch große Angst vor dem Schmerz!!

Aber nun genug von mir geredet, ich hoffe euch geht es „gut“ und habt eine halbwegs schöne Zeit.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.
Bis bald, Sternzeit

Inaktiver User
28.08.2007, 17:41
Liebe Sternzeit,
schoen, dass Du Dich meldest. Zu Sylt: Im Oktober kannst Du das doch spontan entscheiden. Es ist ja nicht mehr so trubelig. Lass es auf Dich zu kommen und zwing Dich nicht, den Heilugnsprozess zu treiben. Mir ging es am besten, wenn ich morgens wach geworden bin und erstmal gefuehlt habe, wie es mir ging.

Dass Du das nach Hause kommen, gruselig fandest, kann ich gut verstehen. Ich finde es aber auch eine bemerkenswerte Leistung von Dir, dass Du Dir selbst hilfst, dass es sich so nicht wiederholen wird. Dass macht mich sicher, dass Du Dein Leben wieder in ruhigere Bahnen lenken wirst, auch wenn die Trauer und der Verlust Dich noch lange begleiten werden.

Ich persoenlich finde nach 6 Jahren solche Erinnnerungsmomente sogar wohltuend. Ich bin heute morgen bei sonnigem Wetter gfroh gestimmt mit Radiosender im Ohr gejoggt. Es kam ein Bericht ueber Vollmond - ist die kommende Nacht. Bei Vollmond vor 5 Jahren und 9 Monaten habe ich meinen Partner das letzte Mal gesehen - wir sind nachts spazieren gewesen. Heute morgen schossen mir die Traenen in die Augen und ich bin nach Hause geschlichen. Als ich mich wieder berappelt hatte, fand ich es wohltuend zu wissen, dass mein Leben wieder schoen ist, ich ihn aber trotzdem nicht vergessen werde.

Liebe Gruesse von Kranich

fuechsine
29.08.2007, 05:42
Liebe Sternzeit,
bei Dir ist es Sylt, bei uns war es Greetsiel. Und ja, ich habe es gemacht, obwohl mich alle daran hindern wollten. Wir waren dort immer sehr glücklich und ich mußte für mich nachsehen, ob ich das auch verlieren muß. Bei mir ging es gut - viel Weinen und Trauer. Aber das paßte zum tosenden Meer.Zu den schreienden Möwen und den Schiffen, die am Horizont verschwanden. Und liebevolle Erinnerungen an schöne Tage. Kranich hat recht, laß es auf Dich zukommen im Oktober.
Liebe Grüße

Inaktiver User
29.08.2007, 17:39
Liebe Sternzeit2506 wenn ich dich hier so lese möchte ich dich nur in den arm nehmen und trösten. Leider geht es hier ja nur virituell, aber ich schicke dir ganz viele liebe Gedanken.

Ich schliesse mich Lorolli an und nehme dich mal in den Arm, es macht mich unendlich traurig, das zu lesen ... ich denke wieder einmal: Die Guten sterben zuerst ...

Auch von mir ganz viele gute Gedanken, es ist sehr schwer ... !!

Lunita

Sternzeit2506
31.08.2007, 15:51
Heute ist unser 11. Hochzeitstag!!

Ich war eigentlich ganz gut abgelenkt, durch höllisch viel Arbeit in der Agentur, bis dann eben eine Kollegin mir erzählte, dass sie heute zur Goldenen Hochzeit eingeladen ist. Wusch! Da war der Hammer! Tja, wie es mir jetzt geht, könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Jetzt habe ich auch Angst vor heute Abend. Aber vielleicht wird es auch gut sein, heute Abend viel zu weinen und alleine zu sein. Auch wenn meine Therapeutin davon abrät.

Vielen Dank für eure Kommentare zu Sylt. Ich bin zwischenzeitlich gedanklich so weit, dass ich wohl fahren werde. Keine ganze Woche, nur ein paar Tage und das auch ganz alleine. Ich glaube, mir wird das gut tun. Genau das erleben, was Fuechsine erlebt hat. Für mich hört sich das gut und richtig an. Außerdem ist Sylt nicht so weit weg. Wenn es ganz schlimm wird, dann schnappe ich mir den nächsten Autozug.

Muss ins nächste Meeting, melde mich wieder!!

Sternzeit2506
04.09.2007, 21:37
Hallo zusammen,
unseren Hochzeitstag habe ich relativ gut verbracht. Ich war ganz alleine, wollte auch niemanden sehen und habe mich mit putzen abgelenkt. Das ging ganz gut. Mein Samstag war auch relativ o.k. Ich hatte Besuch von meiner Schwester und habe mit ihr im Keller aufgeräumt. Dort sieht es jetzt wieder gut aus. Da es ein für mich "guter" Tag war (diese sind leider noch recht dürftig gesäat), habe ich mich von Franks Schuhen trennen können. Kleidung geht noch nicht, aber Schuhe haben irgendwie für mich nichts persönliches. Am Sonntag hätte ich das wahrscheinlich schon wieder nicht geschafft und deshalb bin ich froh, dass ich die gute Zeit genutzt habe. Ich musste dabei an Wolfsmond denken, die gerade den alten Schrank entrümpelt und entsorgt hat. Eine starke und mutige Leistung von ihr!!

Ich hoffe bei euch ist alles o.k. und ihr habt die Sonne heute ein wenig genießen können.

Alles Liebe, Sternzeit

Inaktiver User
04.09.2007, 23:14
Liebe Sternzeit,

ich finde es gut, wie Du das machst. Ich meine die Sache mit den Schuhen und so. Auch mit Sylt. Traue Deinen Gefühlen, lass Dich von ihnen leiten. Ich habe es bisher auch so gemacht, dass ich die Zeit genutzt habe, in der es mir mal besser geht. Schuhe waren für mich jetzt komischerweise sehr schwer, aber das ist bei jedem anders. Ich muss darüber nur irgendwie gerade schmunzeln, weil es doch zeigt, wie unterschiedlich wir sind, sogar bei solchen "Kleinigkeiten". Und jeder macht seine eigenen kleinen Schritte. Ich denke, so muss es auch sein. Für mich gibt es auch so einen Ort an dem ich jedes Jahr wieder mit Rainer zusammen war. Allerdings waren wir da nie alleine, wir waren in einer größeren Gruppe unterwegs. Deshalb passt das bei mir irgendwie nicht. Ich könnte mit diesen Leuten da nicht wieder mitgehen, es würde nicht passen. Aber ich habe mir schon überlegt einfach so da irgendwann mal wieder hinzugehen. Momentan könnte ich es auf gar keinen Fall. Der Gedanke daran zerreisst mir ja schon das Herz. Aber wenn es sich für Dich gut und okay anfühlt, warum nicht.

Ich schicke Dir ein ganz großes Kraftpaket.
Liebe Grüße,
Vonna

Inaktiver User
05.09.2007, 22:53
Liebe Sternzeit,

bei mir ist es jetzt 3 1/2 Jahre her, dass mein Freund gestorben ist. Ich hatte das Glück, Abschied nehmen zu können.

Was ich dir gerne sagen möchte: Gib dir einfach ganz, ganz viel Zeit. Ich finde es so hart, dass du schon nach sieben Wochen das Gefühl bekommst, deinen Freunden "auf den Wecker" zu gehen mit der Trauer. Das erinnert mich an mich selbst, ich hatte dieses Gefühl auch. Es gab ja auch nichts Neues zu sagen, sondern immer nur das Gleiche: "Er fehlt mir so." Wenn ich jetzt mit Abstand auf dieses erste halbe Jahr zurückschaue, dann finde ich es eigentlich brutal, dass es so ist (im Beruf, eigentlich überall): man bekommt ein paar Wochen Auszeit und dann soll man wieder funktionieren.

Was man, glaube ich, selbst akzeptieren lernen muss, ist, dass man "anders" ist als andere, dass eben nichts mehr ist wie vorher. Man ist auch tatsächlich anders mit dieser Trauer. Andere denken über ihren Garten nach oder über eine bevorstehende Party, du kennst das ja selbst. Ich glaube, je besser man das selbst akzeptieren kann, dass man (obwohl man das ja nicht wollte) außerhalb gestellt ist, desto leichter kann das gehen.

Ich hatte Gottseidank ein paar Freunde, denen ich das so sagen konnte: "Ich habe Angst, langweilig und schwierig zu werden, weil ich immer nur wieder das Gleiche fühle und denke und immer nur traurig bin." Bei manchen ging das. Da konnte ich sagen: "Ich komm gerne zu deinem Geburtstag oder X oder Y, aber wenn es mir zuviel wird, gehe ich. Das liegt nicht an dir, manchmal wird es mir nur zuviel." Manchmal wollte ich einfach nur irgendwo mit dabei sein, ohne etwas zu müssen, ohne gefragt werden.

Ach, Mensch, ich finde, du machst das so gut, wie man es irgendwie machen kann. Ich finde klasse, dass du dir eine Therapeutin gönnen kannst, das konnte ich erst viel später. Und es war genau die richtige Entscheidung.

Das, was mir am meisten geholfen hat, ist das Trauern zuzulassen, so, wie hier schon viele geschrieben haben.

:blumengabe:

PS: Knuddel deine Katzen mal von mir!

Anita66666
06.09.2007, 11:37
Liebe Sternzeit

Erstmal möchte ich dich einfach nur :in den arm nehmen: , den was dir passiert ist ist schrecklich. Ich fühle echt mit Dir.

Wie du weißt, habe ich am 28.05.07 meinen Freund verloren und weiß wie es dir geht.
Das du das Gefühl hast, dass du deinen Freunden auf den Wecker gehst, kann ich vollkommen nachvollziehen. Ich denke mir immer dasselbe. Den irgendwie möchte man immer nur darüber reden (so geht es mir zumindest) aber wie Zitronenmond sagt, es gibt nichts mehr neues als nur das Gleiche zu sagen. Und ich finde es auch wahnsinnig, dass bei allen das Leben normal weiter geht - das für viele das ganze "vorbei" und geschehen ist und daher nicht mehr darüber geredet wird. Doch leider ist es so,.... mir geht es vollkommen gleich. Auch das funktionieren bei der Arbeit, das stimmt. Man muss einfach funktionieren, es wird keine Rücksicht genommen. Und das schlimme ist, viele meinen, es ist eh schon 3 Monate her, jetzt müsste es dir ja wieder gut gehen. :wie?: Hääh?? Solche Aussagen machen mich wütend. Nur weil ich mich ablenke, bei der Arbeit gegenüber dem Kunden läche und nett und freundlich bin soll es mir gut gehen?? Soll ich denn heulen und jedem sagen wie schlecht es mir geht? Das geht doch auch nicht. Aber so ist es leider nicht nur bei der Arbeit, auch beim Freunden- u. Bekanntenkreis. Aber Gottseidank habe ich wie Zitronenmond Freunde und Familie denen ich sagen kann, dass ich zwar gerne mitgehe aber nicht weiß wie lange ich es aushalte. Kommt leider noch sehr oft vor, dass ich es nicht lange aushalte. Den die anderen haben natürlich einen Spass, sind verliebt, verlobt oder frisch verheiratet, sind schwanger oder haben einfach eine glückliche Familie. Nicht das ich es denen nicht gönne, nein ich freue mich für alle die glücklich sind. Aber es ist halt auch nicht einfach sowas zu sehen. Aber auch oft habe ich ein schlechtes gewissen gegenüber Johannes, wenn ich auch mal Spass habe, wenn ich lache und wenn ich was unternehme. Und meistens ist das dann der Zeitpunkt andem ich nach Hause gehe.

Naja, sorry für mein vieles Schreiben, für mein Geschwafel.... :peinlich: aber prinzipiell kann ich auch das gleiche sagen wie Zitronenmond, den die hat meine Gedanken auf den Punkt gebracht.

Ganz liebe Grüße :blumengabe:
Anita

Inaktiver User
06.09.2007, 11:43
Liebe Anita,

mir wird auch bewusst: Es spricht bei uns ja auch kein Mensch über das Trauern. Jeder weiß erst genau dann, was das eigentlich bedeutet, wenn es ihn/sie selbst erwischt. Wir haben keine Trauerkultur mehr.

Früher trug eine Witwe (ein jahr lang?) schwarze Kleidung.
Das hat ja was, wenn man es sich genau überlegt. Jeder sieht sofort, was los ist, wenn man sich mal komisch benimmt, weiß sofort jeder Bescheid und kann entsprechend Rücksicht nehmen.

Schwarze Trauerkleidung (die ich selbst auch nur kurze Zeit trug) als Hinweis: Achtung! Hier ist jemand neben sich und der Welt. Solange man die Sachen trägt, wäre dann alles klar.

Ich glaube, das Trauerjahr ist das mindeste, was man braucht, um halbwegs normal funktionieren zu können. Damit meine ich nicht, dass nach einem Jahr alle Trauer weg ist, aber dieses "out of" dauert bestimmt mindestens ein Jahr.

Anita66666
06.09.2007, 15:56
Liebe Zitronenmond,

ja da hast du vollkommen recht. Früher war das so mit der schwarzen Trauerkleidung. Ich finde es keine schlechte Idee, habe mir das am Anfang auch überlegt.
Nur dann habe ich mich an Johannes Worte erinnert, als wir mal - wie man ab und zu über solche Themen redet - über Tod sprachen, dass er es nicht möchte das man nur in schwarzer Kleidung herum rennt. Er war ein sehr fröhlicher und lebenslustiger Mensch, ....er wollte leben und soviel noch machen. Und daher fand ich das in meiner Sicht dann nicht angebracht bzw. wollte es für ihn und für mich nicht.

Aber wie gerne würde ich mir einen Hinweis auf die Stirn picken, wo drauf steht: Achtung - Trauernde!! Naja, leider geht das nicht ...:knatsch:

Naja mit dem Trauerjahr das denke ich mir schon auch so. Kann es natürlich nicht sagen, wenn ich es mir jetzt überlege kann ich es mir garnicht vorstellen das es irgenwann mal anders ist. Aber mal schauen..

Inaktiver User
06.09.2007, 16:07
...wenn ich es mir jetzt überlege kann ich es mir garnicht vorstellen das es irgenwann mal anders ist. Aber mal schauen..

Es wird auch nie aufhören. So meinte ich das nicht.

Aber man hat ein Jahr geschafft (alle Jahreszeiten, alle Feiertage einmal durch) ohne den geliebten Menschen. Zumindest hat man im zweiten Jahr etwas mehr "Routine", so blöd sich das jetzt anhört.

Ich wollte sagen: das erste Jahr ist einfach sauschwer. :blumengabe:

Inaktiver User
06.09.2007, 21:12
Es gibt ein schönes Buch - ich hatte es schon mal irgendwo gepostet, aber ich stelle es nochmals in einige Stränge ein, weil es mir wirklich geholfen hat:
Carol Staudacher:
Tage der Trauer,
Tage der Heilung

ISBN 3-502-15696-4

aus der Serie: Meditationsbücher für Frauen
Scherz-Verlag (stimmt wirklich, auch wenn es makaber zu dem Thema ist)

Mir ist es von einem Mann empfohlen worden, dessen Frau es ihm kurz vor ihrem Tod geschenkt hat. das Buch ist in 3 Trauerphasen aufgeteilt: sich zurückziehen, Verarbeiten, Überwinden. Es besteht aus kurzen Gefühlsbeschreibungen und Erklärungen dazu auf ca. 350 Seiten.
Z.B. - ich habe es grade neben mir liegen:

Sie sagen, sie wollen mir helfen, aber ich weiß nicht, was ich ihnen sagen soll.
oder
Manchmal weiß ich nicht, wie ich die Nacht bis zum nächsten Morgen überstehen soll.
oder
Nein, er leidet nicht mehr, ich bin es die leidet
oder
Ich kann nicht aufhören zu fragen, warum ist er gestorben.

Das Buch ist ungefähr postkartengroß und hat mich lange begleitet. Man muss es fast immer bestellen.

Sternzeit2506
06.09.2007, 21:34
Liebe Zitronenmond, liebe Anita,

es klingt zwar hart, dass ich denke, meinen Freunden auf den Wecker zu gehen, aber ich gehe ihnen ja nicht auf denselbigen. Sie sind immer für mich da, wenn es mir schlecht geht kann ich sicher sein, dass 5 min. später jemand vor meiner Tür steht. In den ersten 5 Wochen ist eine Freundin von mir komplett bei mir geblieben, hat also auch hier geschlafen, damit ich nicht alleine bin (es hatten auch alle Angst, dass ich mir etwas antue - was ich wahrscheinlich auch gemacht hätte, wäre ich alleine gewesen). Aber ich möchte ihnen halt nicht zur Last fallen. Das ist halt wieder dieser Komplex von mir, dass ich alles alleine schaffen muss und niemanden um HIlfe bitten möchte. Meine Therapeutin sagte mir, es liegt daran, dass meine Mutter eine sehr starke Persönlichkeit war. Alleinerziehend mit vier Kindern und sehr, sehr krank. Sie hat uns aber nie spüren lassen, dass es ihr schlecht geht oder sie nicht mehr kann, sondern sie war immer stark für uns und hat sich nicht beklagt. Wahrscheinlich bin ich deshalb auch so stark. Ich bin auch der Mittelpunkt meiner Geschwister, obwohl ich die Jüngste bin. Als meine Mutter vor 5 Jahren starb, standen alle bei mir und fragten, was wir denn jetzt tun sollten. Da meine Mutter in ein künstliches Koma versetzt wurde, wurde ich - als Jüngste - vom Gericht zum Vormund ernannt und musste entscheiden, wann welche Untersuchung gemacht wird oder wann die Geräte abgestellt werden. Damals hatte ich Frank an meiner Seite, der immer für mich da war, sich sachkundig gemacht hat und mich in allem beraten hat. Aber nun...

Frank war die Person, bei der ich mich fallen lassen konnte und mal nicht die Starke sein musste. Frank war immer für mich da, genau wie ich für ihn da war.

Die Gedanken an ein Trauerjahr finde ich auf der einen Seite ganz schrecklich, weil ich nicht glaube, dass ich das so lange schaffe, auf der anderen Seite kann ich mir - wie bei Anita - gar nicht vorstellen, dass es mir irgendwann besser gehen wird. Ehrlich gesagt, will ich das auch gar nicht :heul: Es soll mir nicht wieder gut gehen. Manchmal habe ich auch eine Wut, weil ich gerne mit Frank tauschen würde. Ihm geht es sicherlich gut, wo auch immer er sein mag, aber ich...

Liebe Wolfsmond,
danke für den Buchtipp. Es klingt sehr schön und ich werde es mir auf jeden Fall am Samstag bestellen. Ich habe nun schon einige Bücher gelesen, aber nachdem sich irgendwie alles wiederholte, lese ich nun die Biographie vom Dalai Lama. Das hängt auch damit zusammen, dass Frank - er war Eventmanager - den Besuch des Dalai Lama im Juli in Hamburg organisiert hat. Naja, zumindest zu 90 %, bis ihm leider etwas dazwischen kam :niedergeschmettert:

Ich hoffe, ihr hattet einen halbwegs erträglichen Tag und ich wünsche euch eine angenehme Nachtruhe :schlaf gut:

Alles Liebe, ich denk an euch!
Sternzeit

Sternzeit2506
06.09.2007, 21:36
Achja, Anita, ich höre momentan sehr viel die CD von Glashaus "Drei". Ich kann sie dir nur empfehlen, mir tut sie sehr gut (wenn es du es magst, Lieder zu hören, die traurig machen, ansonsten lass es lieber).
Schlaf gut, Sternzeit

Anita66666
07.09.2007, 09:52
Hallo Sternzeit

Danke für den CD Tipp. Ich höre momentan fast nur traurige Lieder.... sie bringen mich zwar fast immer zum weinen aber sie tun - wie auch bei dir - sehr gut. Kennst du zufällig das Lied von Avril Lavigne - When you were gone?? Ist ja neu rausgekommen und seitdem höre ich es öfter, den es trifft einfach so zu. Auch ein schönes Lied ist vom Musical We will rock you (Queen) - No one but you (Only the good die young)..wurde aber von Brian May geschrieben. Ist auch ein sehr sehr schönes Lied. Naja, es gibt so viele schöne Lieder....

Mir geht es genauso wegen dem "ich möchte ihnen halt nicht zu Last fallen". Aber ich weiß, dass wenn ich jemand brauche immer jemand da ist. Bei mir meinen auch viele das ich so stark bin, das ich das alles so super mache aber leider wissen sie alle nicht wie es in mir drinnen ausschaut. Ich meine auch das ich keine Hilfe benötige und es alleine schaffe. Aber viele hier im Forum raten mir eine Therapie zu machen.... irgendwie kann ich mich damit noch nicht so anfreunden.

Dasselbe wir bei dir (das Frank immer für Dich da war und die in allen Lebenslagen zur Seite stand) war bei mir auch... ich habe alles wirklich alles mit meinem Freund besprochen, diskutiert und nach seiner Meinung gefragt. Jetzt z.b. habe ich meinen Job gekündigt, da ich es hier einfach nicht mehr aushalte. So gerne würde ich Johannes Meinung darüber hören, was er denkt und wie ich weiter machen soll. Generell einfach, ich habe alles was mein Leben betrifft mit ihm besprochen. Er war einfach auch mein bester Freund. Und jetzt,....!

Da geht es mir genau gleich. Ich habe so Angst vor der Zukunft, vor dem Trauerjahr, einfach vor der Zeit des alleine seins. Ich habe einfach Angst, dass es niemals wieder schön wird. Ich habe auch irgendwie eine Wut auf Johannes und möchte auch mit ihm tauschen. Er würde das alles sicher besser verkraften und besser weiter leben. Viele sagen aber wieder, dass wenn ich nicht mehr hier wäre, das Johannes das niemals verkraftet hätte. Wobei aber er doch die stärkere Persönlichkeit und Person von uns beiden ist. Ich bin die sensible, die schüchterne und überhaupt nicht starke...naja...!

Hallo Zitronenmond

Ich weiß schon was du meinst...hab dich schon nicht falsch verstanden. :smirksmile:
Ich meinte damit nur, dass ich es im jetzigen Zustand einfach nicht vorstellen kann, dass es irgendwann nicht mehr so wahnsinnig weh tut und meine, dass ich das nicht mehr aushalte. Aber natürlich denke ich mir das es sicher irgendwann - wie du sagt - die Routine da ist und es vielleicht mal wieder was schönes im Leben gibt. Nur momentan kann ich mir das einfach noch nicht vorstellen...:heul:

Naja, ich wünsch euch noch ein dementsprechend schönen Tag.
Ganz liebe Grüße
Anita

Sternzeit2506
08.09.2007, 21:16
Hallo Ihr Lieben,
nach einem total vollen Tag (Aufstehen um 7:30 Uhr, einkaufen, frühstücken, Möbel gucken mit der ersten Freundin, Gitarrenkonzert unseres Trauzeugen und dann mit der Trauzeugin stundenlang bei Ikea Möbel für das Kinderzimmer ihrer Tochter gekauft) bin ich völlig erschöpft nach Hause gekommen und fühlte mich eigentlich "gut". Als ich etwas essen wollte, schaute ich auf das Foto von Frank und seitdem sitze ich hier und heule mir die Augen aus dem Kopf. Man, ich fühl mich gerade sooooo allein und vermisse ihn soooo sehr, es tut so weh. Franks Mom schickte mir per Mail ein Foto vom Apfelkuchen, den sie heute gebacken hat. Mit Äpfeln, die wir heute von seinem Apfelbaum geerntet haben. Das erste Jahr, in dem der Baum richtig dicke Äpfel hat, und mehr als nur einen, und Frank kann das nicht erleben. Er war immer so stolz auf diesen Baum und so glücklich, als er im Frühjahr sah, dass er dieses Jahr richtig viele Äpfel haben wird. Und nun... Nun essen wir einen Apfelkuchen ohne Frank!! Wenn ich denn davon essen kann.

Ich versteh das nicht. Tagsüber, wenn man abgelenkt wird, dann denke ich manchmal "Mensch, es ist alles wie immer. Du bist mit Freunden unterwegs und es ist nett. Dir kann das gar nicht passiert sein. Es ist bestimmt nicht so. Frank organisiert bestimmt gerade ein Fest und kommt heute Nacht nach Hause." Pustekuchen, es ist mir passiert und es geht mir hundsmiserabel.

Oh man, eigentlich wollte ich sowas hier nicht mehr schreiben und nun bricht es auch mir heraus. Aber es tut halt so gut, hier zu schreiben, weil ihr die einzigen seid, die mich wirklich verstehen.

Ich würde eigentlich gerne in die Badewanne gehen und ein wenig relaxen, aber das geht auch nicht. Immer wenn ich baden ging, saß Frank auf dem Klodeckel und wir haben tolle Gespräche geführt. Es war wirklich immer so. Wie kann ich da jemals wieder baden gehen, ohne an ihn zu denken und zu weinen?

Wie ist es bei euch eigentlich mit Fernsehen? Bei mir ist der Fernseher seit Frank Tod aus. Also nunmehr seit 10 Wochen. Ich habe letzten Sonntag - mein erster Sonntagabend ohne Ablenkung von Freunden - versucht, fernzusehen, aber es ging nicht. Ich fühle mich absolut nicht gut damit. Unser Haus ist meistens still. Musik mache ich nur an, wenn ich Besuch habe und auch dann nur leise.

Sorry, es tut mir leid, dass ich heute nichts anderes schreiben kann. Morgen gehts mir hoffentlich besser und dann melde ich mich ohne Tränen wieder.

Eure Sternzeit

Inaktiver User
08.09.2007, 21:41
Liebe Sternzeit,

lass Dich mal ganz schnell ganz doll drücken :in den arm nehmen:

Es ist so krass, gerade eben haben bei mir zwei Freunde nacheinander angerufen, ich konnte aber nicht rangehen (war aufm Klo :peinlich: ) und beide haben auf das Band gesprochen. Eine sagte mir, dass sie nun nicht mehr anrufen wird, weil sie mich einfach nicht erreicht und denkt, dass ich gerade nicht mit ihr reden will (stimmt auch irgendwie, dennoch hatte ich vor zwei Tagen sie versucht zu erreichen und es ging auch niemand ran). Sie wäre es leid nur mit dem AB zu reden. Ich stand da und wusste nicht, was ich als erstes fühlen sollte. Und da ging es wieder los... warum ist er weg, warum bin ich so alleine, warum ist das alles nur nötig. Dann habe ich mich aufgerafft und nach Mails geschaut, vielleicht würde mir ja wenigstens irgendwer schreiben. Dabei habe ich Deine Nachricht gesehen und nur gedacht... siehste, da ist noch jemand, dem geht es (leider) gerade genauso wie Dir. Die Tage sind auszuhalten, alles wirkt fast wie wenn es normal wäre. Und dann die Abende... und das auch noch am Wochenende. Oh ich kann Dich so gut verstehen. Ich wünschte mir, wir könnten uns jetzt einfach gegenseitig Trost spenden, nicht nur virtuell. Aber auf jeden Fall wollte ich es zumindest virtuell versuchen.

Ich kann auch voll verstehen, dass Du nicht in die Badewanne willst. Mir geht es gerade mit dem Baden so ähnlich. Rainer hatte dann manchmal so lustige Ideen. Er kam einmal mit einem Handquirl ins Bad, als ich in der Wanne lag und hat mich gefragt, ob ich gerne einen Whirlpool hätte, er könnte mir das Wasser aufqirlen. Ich musste so lachen... geendet hat es damit, dass ich dann doch nicht mehr alleine gebadet habe. Ich kann auch nicht mehr in die Wanne liegen.

Mein Fernseher war auch lange Zeit aus. Inzwischen schau ich hin und wieder was an. Es geht, aber ganz oft erwischt es mich hinterher ganz massiv mit meiner Traurigkeit. Ich habe das Gefühl, dass das fernsehen dann so sehr abgelenkt hat, dass es hinterher umso schlimmer ist, ins harte Leben zurückzukehren. Keine Ahnung. Aber ich kann es verstehen. Ich habe allerdings viel das Radio an oder höre Musik, das habe ich mir ganz schnell angewöhnt, weil sonst die Wohnung so verdammt still ist.

Ich habe mir seit einiger Zeit mal überlegt, ob es nicht vielleicht auch nett und hilfreich wäre mit der einen oder anderen von Euch die Telefonnummern auszutauschen. Gerade für solche Abende. Natürlich dann nur über eine persönliche Nachricht. Was hältst Du oder was haltet Ihr generell von sowas?

Jetzt nochmal ganz liebe Grüße und einen festen Drücker :in den arm nehmen:

Vonna

Anita66666
09.09.2007, 20:30
Liebe Sternzeit

Auch von mir...lass dich mal drücken:in den arm nehmen:

Irgendwie wollte gerade niemand über Johannes reden, oder das es bald einen Termin für die Gerichtsverhandlung gibt. Ich sitze gerade auf der Couch und fühle mich so leer und einsam....so einsam, dass ich hier die Beiträge las und mir überlegte ob ich überhaupt schreiben soll. Weiß auch nicht, irgendwie habe ich gerade so einen Tiefpunkt das ich glaube, niemand wirklich hört mir zu oder intressiert sich für mich. Aber trotzdem schreibe ich hier rein..... vielleicht deswegen, weil ich weiß es liest jemand egal ob es ihn intressiert oder nicht. Ach man, weiß auch nicht was ich hier gerade schreibe.... :wie?:

Ich war heute den ganzen Tag mit einer Freundin unterwegs, hatte es lustig und wurde gut abgelenkt. Zuhause schaltete ich den Fernseh ein (er hilft mir zum abschalten und lenkt mich ab - wobei es wie bei euch mir danach ziemlich schlecht geht) und konnte mich trotzdem irgendwie nicht konzentrieren. Jetzt vorhin, wollte meine Mutter meiner Tante u. Onkel mitteilen, dass der Gerichtstermin bald fest steht und dass das Gutachten nun fix belegt, dass der Lenker schuld ist. Aber interessiert es sie???? Sie sagten nur ach ja?? und noch irgendwas...aber dann wars auch schon wieder vorbei. Mir kommts vor, es intressiert sie einfach nicht??? Auch nicht wie es mir geht und wie ich mich fühle... allen ist es einfach sch... egal.

Mensch, muss mich für das Schreiben entschuldigen. Bin gerade am überlegen ob ich alles wieder löschen soll. Doch irgendwie kann ich es nicht, den es sind meine Gedanken und möchte sie mitteilen. Es ist mir auch egal ob es jemanden intressiert oder nicht.

Sorry, bin gerade in einem tiefen Loch und naja...kann nichts mehr sagen. :heul:

..außer das ich euch trotz allem einen schönen Abend wünsche

Anita

Sternzeit2506
09.09.2007, 21:17
Hallo Ihr Lieben,
eigentlich wollte ich heute weder gucken noch schreiben, weil es mir echt nicht gut geht - ihr wisst schon, einer dieser Tage, an dem gar nichts geht, aber irgendwie zieht es mich doch immer wieder hierher. Und jetzt bin ich froh...froh, dass ich für dich da sein kann, Anita, auch wenn es mir genauso schlecht geht wie dir. Aber gerade das verbindet uns alle ja. Hätte ich auch nie gedacht, dass ich mal in einem Trauerforum schreibe.

Mensch Anita, ich kenne das Gefühl, dass man denkt, man ist so allein und keinen interessiert der Tod vom Partner mehr. Aber ich glaube, so ist das nicht. Ich sage mir dann immer, dass die anderen es ja nicht so meinen und es trotz allem ja lieb mit einem meinen. Als ich gestern mit meiner Freundin unterwegs war, war auch alles ganz normal, wir sprachen gar nicht drüber. Erst auf der Rückfahrt von Ikea kam das Thema kurz auf und meine Freundin sagte, dass sie beim Gitarrenkonzert Sorge um mich hatte, weil man ein Lied von Depeche Mode gespielt hat (Franks und meine Lieblingsband). Da sieht man mal, dass sich doch alle Sorgen und Gedanken machen, es nur nicht so zeigen, sondern versuchen, so normal wie möglich mit einem umzugehen. Aber das "Thema" ist schon immer präsent. Auch bei den anderen. Und wie du ja weißt, sind wir immer für dich da :zwinker: .

Liebe Vonna, danke für deine Umarmung von gestern. Ich hatte noch einmal kurz reingeschaut, konnte aber mit den verquollenen Augen nicht mehr antworten. Leider war es dann heute morgen auch nicht besser, denn es ist etwas merkwürdiges passiert.

Ich hadere ja immer mit mir, ob ich Franks Kleideschrank ausräumen soll, oder nicht. Hatte ja aber bisher beschlossen, es nicht zu tun. Da ich in seinen T-Shirts schlafe, machte ich gestern Abend seinen Schrank auf und ... die Kleiderstange mit allem was drauf hing, lag unten im Schrank!! Das ist doch bestimmt ein Zeichen, oder!?! Ich meine, der Schrank steht seit 6 Jahren dort und ich habe die Kleiderstange in den letzten Wochen nicht berührt, sondern war nur an den Schubladen. Und warum sollte diese nun ausgerechnet jetzt aus der Verankerung brechen???? Ich finde das alles sehr merkwürdig. Ich habe mich dann also heute morgen dran gemacht und habe alle Sachen von der Stange genommen und zusammengelegt und wieder in den Schrank gepackt. Dass ich dabei vor lauter Tränen fast nichts gesehen habe, kannst du dir sicherlich denken. Oh man... Es wurde dann leider auch nicht besser. Ich war auf dem Friedhof bei meiner Mutter und habe neu gepflanzt. Dann war ich mit Franks Eltern verabredet - zum besagten Apfelkuchen essen und abends waren wir noch im Steakhouse. Und natürlich 2 x auf dem Friedhof bei Frank. Vor dem Apfelkuchen und nach dem Steakhouse. Manchmal brauche ich es, mehrmals am Tag dort zu sein.

Und schon rede ich wieder nur von mir. Wie geht es dir? Hattest du einen halbwegs erträglich Tag bei diesem wunderschönen Wetter?

Ich finde es schon lustig, wie gleich wir uns teilweise sind und dann machen wir Dinge komplett anders, als der andere. Über die Telefonat können wir wirklich mal nachdenken. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, schreibe dir dann eine persönliche Nachricht. Schreiben ist halt häufig leichter, als reden. Wieder etwas, wo ich mir unschlüssig bin ... hilfe!!

So meine Lieben, ich muss jetzt noch den Schreibtisch putzen (Tränen hinterlassen schlimme Flecken auf Glasplatten :smile: ) und muss mich dann um meine beiden Tüddels kümmern.

Euch eine gute Nacht und vor allen Dingen einige "Stärke-Drücker". Anita, lass dich nicht unterkriegen und Vonna, alles Liebe für dich!!

Sternzeit

Inaktiver User
09.09.2007, 21:45
Liebe Sternzeit,

es tut mir leid, dass es heute morgen gleich so weiter ging, wie es bei Dir gestern Abend aufgehört hat. Mir ging es schon wieder ähnlich. Habe einen schlechten Abend gehabt, bin erst um 2:30 Uhr ins Bett gegangen, wollte eigentlich mal wieder nicht. Man merkt morgens dann immer an den sich komisch anfühlenden Augen, wieviel mal wirklich geweint hat am Abend davor. Und auch bei mir ging es morgens gerade so weiter. Habe mir Frühstück gemacht, auf das ich dann eigentlich keine Lust hatte. Habe mir die Zeitung geholt, die immer noch zusammengefaltet und ungelesen auf dem Esstisch liegt. Bin dann am Esstisch gesessen und habe schon wieder geweint. Irgendwann habe ich angefangen ein bisschen was zu essen und meinen Kaffee zu trinken. Dann dachte ich mir, ich muss raus, ich muss laufen gehen, sonst geht das den ganzen Tag so weiter. Eigentlich war ich aber nachmittags mit einer Freundin verabredet, die sich gegen Mittag wegen der Uhrzeit nochmal melden wollte. Den Anruf wollte ich noch abwarten. Schließlich haben wir telefoniert und das mit dem Kaffee nachmittags hat nicht mehr geklappt, aber wir haben dann einfach ein bisschen am Telefon gequatscht. Dabei hat sich rausgestellt, dass sie gerade etwas Liebeskummer hat und sie hat angefangen zu weinen am Telefon. Das fällt mir nur deshalb ein, weil ich an meinen Vorschlag dachte, mit dem telefonieren. Zum einen hast Du recht, Schreiben fällt oft leichter. Ich dachte nur, manchmal sind eben diese Umarm-Smileys einfach auch zu wenig und geschriebene tröstende Worte eben auch. Manchmal will man vielleicht auch einfach eine Stimme hören. Aber es ist selbst da dann am Telefon schwer, wie ich heute Mittag merken musste. Damit will ich meinen Vorschlag keinesfalls revidieren, von meiner Seite aus können wir das gerne immer noch tun, wenn wir wirklich wollen. Das ergibt sich, denke ich noch. Vielleicht mag sich ja auch Anita hier irgendwie anschließen. Ich habe keine Ahnung, es war einfach so eine Idee. Ich hätte Euch gerne viel mehr getröstet oder mein Mitgefühl ausgedrückt, dass mir das eben so in den Sinn kam. Umgekehrt... mir tut es auch gut, wenn ich hier Eure lieben Worte lese, aber manchmal würde ich es gerne einfach auch hören. Vielleicht bedeutet es mir eben gerade so viel, weil bei mir leider niemand mehr übrig ist, den ich in so einem Fall anrufen könnte. Keine Ahnung.... lasst uns einfach machen, wonach uns ist. Angebot bleibt bestehen und ansonsten mal schauen.

Irgendwie ist die Bricom heute komisch. Ich bekomme die Benachrichtigungsmails in 5facher Ausfertigung und die Webseiten selbst sind total langsam. Von daher stelle ich die Nachricht auch mal lieber rein, bevor noch irgendwas schief geht.

Ich wünsche Euch einen gute Nacht, erholt Euch so gut es geht. Und morgen einen guten Start in die neue Woche und vor allem ganz viel Kraft für die Abende! Wir hören wieder voneinander.

Liebe Grüße,
Vonna :blumengabe:

Anita66666
10.09.2007, 09:34
Guten Morgen!

Vielen lieben Dank Sternzeit. Wenn ich jetzt meinen Beitrag lesen, denke ich mir schon ... meine Güte was hast da nur wieder geschrieben. :ooooh: Aber ich bekomme von Euch eine Antwort...und das ist so schön. Aber ich bin auch froh das ich in einer Art und Weise für Dich bzw. Euch da sein kann. :in den arm nehmen: Tut mir echt leid, dass es dir so schlecht geht. Ich hoffe heute ist es einigermaßen besser?

Ja im nachhinein denke ich mir dann schon auch, die intressieren sich schon dafür und denken an mich aber gestern kam es mir nicht so vor. Es gibt so Tage wie gestern, da denke ich echt... niemand wirklich niemand intressiert sich für mich bzw. wie es mir geht. Dann schreibe ich aber hier rein, und siehe da... ich bekomme ziemlich schnell eine Antwort. :kuss:

Liebe Vonna, auch dir nochmals vielen Dank das du so schnell geschrieben hast. Das mit dem telefonieren finde ich sehr nett, und kann man sich wirklich überlegen. MIr fällt das schreiben auch leichter aber vielleicht ist es ja schön. Nur das Problem bei mir, ... ich komme aus Österreich - ihr aus Deutschland oder? Mein Freund kam zwar von Deutschland, wir wohnten auch in Deutschland aber ich bin ein Özzi :zwinker: Das eigentliche Problem, ... hab natürlich ein Österreichisches Handy, und da würde das telefonieren glaub ich ziemlich teuer werden :knatsch:

Naja, aber vielleicht hat ja jemand Skype? Da könnte man ja mal mit schreiben (chaten) beginnen und dann irgendwann ins telefonieren rüber schreiten. Aber ist natürlich nur eine Idee. Mir hilft es schon sehr hier schreiben zu können ...

So, ich glaube ich sollte langsam zu arbeiten beginnen :zwinker:
Wünsch euch alles liebe.

Anita

Sternzeit2506
10.09.2007, 19:54
Guten Abend wünsche ich!

Wie ist es bei euch? Vonna, hat das Yoga geholfen? Habe mir auch schon mal überlegt, ob ich damit anfangen soll. Oder Meditation oder ähnliches. Schaden kann es ja auf jeden Fall nicht.

Mir geht es leider noch nicht besser. War tagsüber eigentlich ganz gut motiviert und drauf und wollte sogar eine Relaxliege für das Wohnzimmer kaufen. Dachte mir, ich schmeiße den Fernseher in das Gästezimmer und packe dieses tolle Teil von Liege (Platz für mich und meine Tüddels) vor den Kamin, den Frank mir vor drei Jahren geschenkt hat. Tja, und als ich dann vor dieser Liege stand, mit dem festen Entschluss zu kaufen, stiegen mir die Tränen in die Augen und ich bin schnell nach Hause gefahren. Oh man, hoffentlich wird das irgendwann mal besser...

Vonna, als ich deine Zeilen las mit dem Frühstück, da sah ich mich. Mir geht es ganz genau so. Ich mache alles fertig, setze mich hin, habe einen Gedanken und schmeiße dann mein Essen weg. Heute Abend fällt es wohl auch aus. Geht einfach nicht. Habe mich heute mir einer ganz lieben Person unterhalten, die mir sagte, sie hätte nie wieder am Esstisch gegessen, sondern auf dem Sofa oder wo auch immer. Nur nicht so, wie sie es immer mit ihrem Herbert getan hat. Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren, denn mein Esstisch ist alleine viiiiiiel zu groß. Ist vielleicht auch für die Figur besser, denn ich habe schon 10 kg abgenommen :niedergeschmettert: . Alleine schmeckt es aber halt auch nicht.

Schaue mich jetzt nohmal in den anderen Beiträgen um. Dort sehen wir uns bestimmt wieder.

Alles Liebe und bis ganz bald, Sternzeit

Inaktiver User
10.09.2007, 23:28
Langsam komme ich schon etwas durcheinander mit den unterschiedlichen Strängen von uns dreien (Anita, Sternzeit und mein eigener). Habe in meinem eigentlich mehr auf diese Nachricht geantwortet.

Bei Yoga war ich ursprünglich skeptisch, ob ich das ertrage, gerade wegen dem vielen ruhig durchatmen. Und wenn die Yogalehrerin dann solche Sachen gesagt hat wie "wir lassen alles los", dann hätte ich manchmal einfach nur weinen können. Aber ich habe bald gemerkt, dass es mir doch gut tut, selbst wenn ich dann und wann ein Tränchen vergießen muss dabei.

Schade, dass Du die Relaxliege nicht kaufen konntest. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal. So ein bequemer Rückzugsort ist nämlich bestimmt auch nicht schlecht. Aber ich hoffe für Dich, dass das noch kommt und Du Dir dann was schönes kaufen kannst zum Entspannen.

Nochmals liebe Grüße,
Vonna

Anita66666
11.09.2007, 08:26
Guten Morgen!

Ja ich komme langsam auch ein wenig durcheinander mit den vielen Beiträgen, aber man bekommt ja eine E-Mail. :zwinker:

Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich Yoga machen soll. Es hat mich vorher schon interessiert und jetzt noch viel mehr. Nur hätte ich Angst, dass wenn ich "mich loslasse" anfange zu heule und einen Heulkrampf bekomme. Aber irgendwie denke ich mir, ist es sicher entlastend.

Ja schade Sternzeit, dass du die Relaxliege nicht gekauft hast. Aber wie Vonna sagt, vielleicht klappt es bei nächsten Mal und ansonsten beim übernächsten Mal. Aber hoffe auch für DIch das du was findest zum relaxen.

Na dann, ich wünsche euch noch einen schönen Dienstag. Schau jetzt auch mal die anderen Beiträge an :zwinker:

Liebe Grüße
Anita:blumengabe:

Sternzeit2506
18.09.2007, 14:42
Hallo Ihr Lieben,

nun war ich eine Woche gar nicht im Forum. Es ging mir nicht besonders gut und da ich es leid bin, immer nur davon zu sprechen, wie schlecht es mir geht, habe ich mich etwas zurückgehalten.

Wie ich aber so gelesen habe, erging es euch auch nicht sehr viel besser. Wie auch?!

Liebe Anita, ich erlebe manchmal genau dasselbe wie du. Ich sitze im Auto, es geht mir „ganz gut“ und ich denke, wie schön mein Leben doch eigentlich ist. Super Job, tolles Haus, Traum-Ehemann… Tja, und dann ist es wieder da. Ich bin alleine!!!! Da ist heute Abend niemand, der auf mich im Türrahmen wartet, wenn ich die Auffahrt hochfahre. Niemand der schon von irgendwo nach mir ruft und sich freut, dass ich endlich nach Hause komme. Niemand, der am Esstisch sitzt, seine Zeitung liest und Unordnung macht. Es ist einfach niemand da. Und das habe ich bis heute noch nicht realisiert. Ich gucke manchmal aus meinem Bürofenster auf die Kreuzung und sehe mittags Kollegen, die fröhlich quatschend über die Straße gehen. Wie gerne möchte ich das auch mal wieder tun. Einfach sorglos durchs Leben gehen und Spaß haben.

Liebe Vonna, das mit dem Ende der Kräfte kann ich gut nachvollziehen. Ich komme mir momentan vor, als wäre ich das kleine rosa Duracell-Häschen, das trommelt und trommelt und trommelt. Ich bin halt rund um die Uhr beschäftigt. Im Job ist es momentan recht stressig und abends und am Wochenende bin ich immer verabredet, so dass ich gar nicht zur Ruhe komme. Wenn ich am Wochenende wirklich mal 2 Stunden für mich habe, dann schrubbe ich das Badezimmer oder räume irgendwas auf. Bloß ablenken und keine Zeit zum Nachdenken haben. Das ist langsam wirklich krank und ich merke, dass meine Kräfte langsam schwinden, kann das aber irgendwie nicht abstellen. Vielleicht muss es wirklich irgendwann zu einem Zusammenbruch kommen, so dass man nicht mehr weitermachen kann und sich vielleicht ein paar Tage Auszeit gönnt. Momentan kann ich mir das noch nicht vorstellen und der Gedanke an Urlaub macht mich krank. Was soll ich mit Urlaub?

Stelle gerade fest, dass ich mich auf Beiträge von euch aus anderen Strängen beziehe. Naja, da wir ja eh immer überall unterwegs sind, wird das schon passen.

Im Haus ist übrigens schon wieder etwas Merkwürdiges passiert:

Nachdem ja schon die Kleiderschrankhälfte von Frank „zusammengebrochen“ ist, ging ich letzte Woche ins Arbeitszimmer und aus dem Regal fiel – mir direkt vor die Füße – ein kleines Reisespiel. Dieses hatte Frank mir zu meinem Geburtstag – vier Tage vor seinem Tod – geschenkt, als Zeitvertreib für die Überfahrt nach Helgoland. Wenn ich in das Arbeitszimmer gehe, komme ich nicht so nah an das Regal, als dass ich dagegen stoßen könnte. Ich finde das alles sehr merkwürdig. Erst der Schrank, dann das Spiel und auch sonst kippen Dinge um in Räumen, in denen sich gerade niemand aufhält etc. Ich habe mich schon gefragt, ob das Frank ist, der mir doch vielleicht sagen will, dass ich mich von seinen Sachen trennen soll. Wer weiß?!

Vergangenen Samstag war in Hamburg „Lange Nacht der Kirchen“. Ich war mit meiner Freundin unterwegs und wir waren auch in der Kirche, in der der Pastor „arbeitet“, der Frank und mich getraut und die kleine Tochter meiner Freundin getauft hat. Es war sehr schön, auch wenn es sehr schwer war. Rainer ist damals in den Traugeprächen zu einem guten Freund geworden. Er war auch mit seiner Frau auf unserer Hochzeitsfeier und wir haben auch später noch einiges privat gemacht. Dies verlief sich dann, als wir wegzogen. Rainer war sehr geschockt über Franks Tod und wir haben gemeinsam Kerzen für ihn angezündet und Rainer hat noch Maraika und mich gesegnet. Ich bin zwar nicht mehr in der Kirche und ich hatte auch zunächst ein ungutes Gefühl, aber letztlich hat es mir sehr gut getan. Es war auch schön, mit Rainer über Frank zu sprechen und über seine verrückte Ader zu lachen. Wir wollen uns jetzt nochmal in Ruhe treffen. Vielleicht wird ja wieder etwas mehr daraus.

Gut meine Lieben, ich sollte jetzt mal wieder arbeiten. Ich wünsche euch alles Gute und hoffe, dass auch bei euch ein paar Sonnenstrahlen sind.

Alles Liebe, Sternzeit


:liebe:

Inaktiver User
18.09.2007, 16:40
Liebe Sternzeit,

dass du euren Traupastor und guten Freund wiedergetroffen hast ist toll. Es wird dir bestimmt gut tun, mit ihm Gespräche über Frank zu führen!
Vielleicht kannst du mit ihm auch über deine Geschichten, die in deinem Zuhause so passieren (Frank`s Sachen betreffend) reden. Ich kann gut verstehen, dass dich das erst sehr erschreckt, du dann aber die Überlegung anstellst, Frank könnte dir was dadurch mitteilen. Solche Gedanken hab ich selber auch oft! Und man traut sich ja kaum mit jemandem darüber zu reden.
Vielleicht ist er "da" um auf dich aufzupassen!

Liebe Grüße :blumengabe:

malea

ellebaer
18.09.2007, 17:32
oh was soll ich schreiben oder sagen ...

Ich habe meinen Mann vor fast 11 Jahren durch einen Verkehrsunfall verloren ... und damit zunächst irgendwie alles.
Es ging weiter, irgendwie, aber es hat lange gedauert, bis ich den Weg zurück ins Leben gefunden habe. Mich wieder getraut habe, weiter als bis morgen zu denken, mich getraut habe, mich wieder zu freuen, mich getraut habe, zu leben.

Auch jetzt fange ich noch manchmal unvermittelt an zu weinen, im Auto, wenn ich alleine bin, jetzt auch, dann wird die Erinnerung und Sehnsucht sooooooo übermächtig ...

Aber es geht vorbei.
Gelernt habe ich, dass die Phasen zwischen der tiefen Trauer immer länger wurden, der Schmerz stumpfer ...

Ich liebe ihn noch immer, er ist Teil meines Lebens und trotzdem lebe ich weiter und freue mich und und und ...

Das Trauerjahr hat seinen Sinn, jeder braucht seine Zeit, ... , bei der einen länger, bei der anderen kürzer.
7 Wochen ... was ist das schon, ein Nichts.
Ich habe nach 7 Jahren eine "Abrechnung" geschrieben über die 7 schlechten Jahre ... es war befreiend, letztendlich.

Fühlt Euch alle gedrückt, ich bin durch dieses Tal gegangen, haltet durch, es wird besser, irgendwann und irgendwie.

ellebaer

Anita66666
19.09.2007, 09:48
Hallo liebe Sternzeit

Ja wie gerne würde ich das auch wieder einmal haben... einfach nur Spass haben am Leben und denken "Ja, ich lebe gerne"! Kann ich momentan noch nicht wirklich behaupten, dass ich das denke.

Genau das kenne ich auch. Ich habe momentan soviel Stress, (Arbeiten, neue Jobsuche, Abendmatura-Prüfungen, usw.) hab immer was zu tun und möchte mich bestmöglichst irgendwie ablenken, dass ich mir vielmals denke woher ich diese Kraft nur nehme. Nur langsam merke ich, dass sie weniger wird und ich weiß nicht was ich dagegen tun soll. Ich werde aber Mitte/Ende Oktober mit einer Freundin ein Wellnesswochenende verbringen,... das wird sicherlich schön und sehr entspannend.

Schön das du deinen guten Freund und Pastor wieder getroffen hast. Ich hoffe für dich, dass der Kontakt wieder enger wird und du jemanden zum reden hast.
Bezüglich den Dingen die dir so passieren, kann ich mir gut vorstellen das dich das sehr beängstigt bzw. das du es merkwürdig findest. Aber wenn ich mir das so überlege, muss der Gedanke das dein Frank bei dir ist und dir vielleicht was mitteilen möchte, schön sein. Vielleicht will er dir damit sagen, dass du dich von den Sachen trennen sollst oder vielleicht will er dir nur irgendwie mitteilen, dass er bei dir ist und dich unterstützt. Die Vorstellung ist irgendwie beruhigend, aber sicherlich auch schmerzlich - den man möchte ihn ja hier bei sich haben und spüren. :in den arm nehmen:

Liebe Ellebaer

Zuerst einmal tut es mir leid, dass du das schon alles so durchmachen musstest.
Es ist schön zu wissen, dass es irgendwann besser wird. Kann es mir noch nicht wirklich vorstellen aber es wird wohl so sein. Aber wie du sagst, die Trauer und den Verlust werden wir sicher das Leben lang mit uns mittragen. Aber hoffentlich ist es so wie du sagst und es wird irgendwann und irgendwie besser.

Alles Liebe
Anita[/FONT]

Inaktiver User
19.09.2007, 09:57
Ich habe mir damals ein Buch zugelegt und so eine Art Tagebuch geführt. Da kann man ja ruhig dreimal das Gleiche schreiben.

Mir hat das sehr geholfen, auch das Lesen darin.

Sternzeit2506
20.09.2007, 18:01
Liebe Zitronenmond,
ich habe auch von einer Freundin ein Buch bekommen. Ich schreibe dort drin Briefe an Frank und es tut mir gut. Dort schreibe ich auch Dinge, über die ich sonst mit niemanden sprechen mag. Halt persönliche Dinge, die nur Frank und mich etwas angehen.

Liebe Anita, bezüglich der Dinge, die im Haus passieren habe ich komischerweise kein Angst, sondern mache mir eher keine Gedanken. Ich glaube halt schon, dass es irgendwie mit Frank zu tun hat, aber es ängstigt mich nicht. Ich nehme es ganz gelassen hin. Komisch eigentlich.

Liebe Ellebaer, manchmal ängstigt mich der Gedanke, dass man auch noch nach vielen Jahren diese tiefe Trauer verspürt, auch wenn diese einen nur zeitweise überkommt. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, aber nach wie vor kann ich mir ja auch nicht vorstellen, dass Frank nicht mehr bei mir ist. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit ja super gering, dass mir sowas passiert. Haha...so dachte man ja immer. Und dann spielt einem das Leben einen ganz bösen Streich. Mich macht der Gedanke ganz krank, dass ich noch einmal jemanden verlieren werde. Egal, ob Mensch oder Tier. Aktuell glaube ich nicht, dass ich das durchstehen würde. Aber es wird ja auf jeden Fall irgendwann so kommen, dass einen wieder jemand verlässt, der einem sehr, sehr nahe steht. Hilfe, ich mag nicht daran denken und hoffe, dass das noch sehr lange auf sich warten lässt.

Gut meine Lieben, ich muss leider noch etwas arbeiten und bekomme heute Abend Besuch von einer lieben Freundin. Euch wünsche ich einen entspannten Abend.

Alle Gute für euch, Sternzeit

Inaktiver User
20.09.2007, 21:01
Ich glaube halt schon, dass es irgendwie mit Frank zu tun hat, aber es ängstigt mich nicht. Ich nehme es ganz gelassen hin. Komisch eigentlich.

Ich finde das gut, wenn du da gelassen bist.
Ich glaube übrigens auch, dass sowas mit deinem Frank zu tun hat.

Mir ging es so, dass mich mein verstorbener Freund besucht hat. Sehr oft sogar. Er war da. Ich weiß, wie bescheuert das klingt. Aber es war so. Und ich freue mich drüber.

Irgendwann hatte ich einen Traum, den ich jetzt nicht näher beschreiben will, aber dieser Traum hat mir klar gemacht, dass er gut angekommen ist auf der anderen Seite, dass es ihm gut geht da, dass alles in Ordnung ist - für ihn. Das hilft nicht bei meinen Verlustgefühlen, aber irgendwie ist es doch beruhigend. Seit diesem Traum war er übrigens nie mehr "da". Komisch. Oder auch nicht.

Inaktiver User
20.09.2007, 22:08
Hallo Ihr!

Bin irgendwie in Euren Strang gerutscht ....

Ich möchte Euch mein Mitgefühl ausdrücken, Euch umarmen und Euch viel Kraft wünschen!

Liebe Grüße
Shonagon

Anita66666
21.09.2007, 08:23
Liebe Sternzeit,

finde es nicht komisch, sondern auch sehr gut, dass du dir darüber keine Gedanken machst bzw. das du dich nicht beängstigt fühlst. Ist ja schön zu wissen, dass Frank bei dir ist - und das ist er sicher irgendwie.

So einen Traum wie Zitronenmond hätte ich auch gerne... irgendwie muss es erleichternd gewesen sein zu wissen, dass es ihm gut geht. Ich denke, dass es für mich wahrscheinlich noch zu früh ist, da der ganze Unfall von Johannes noch nicht komplett abgeschlossen ist. Vielleicht passiert es ja in einer ähnlichen Art, wenn die Gerichtsverhandlung vorbei ist und sonst alles geklärt wurde. Oh man, ich wünsche es mir so das endlich alles fertig ist.

In letzter Zeit kommt es mir so vor, dass ich das ganze wahnsinnig verdränge. Ich will nicht daran denken müssen, dass er nicht mehr kommt und das ich nun alleine da bin. Ich verstehe es einfach noch nicht, dass er tot ist - irgendwie habe ich das am Anfang besser "verstanden" bzw. akzeptiert als jetzt. Irgendwie wirds schlimmer bzw. anders... Ich habe Angst, dass ich ihn verdrängen will, damit ich nicht mehr Leiden muss. Ich will ihn aber garnicht verdrängen usw., ich will nur nicht mehr leiden. Ist das irgendwie zu verstehen?:wie?:

So, ich beginn jetzt mal zu arbeiten... ist ja schon Freitag. Wünsche Euch, falls man sich nicht mehr schreibt, ein schönes und hoffentlich einigermaßen erholsames Wochenende.

Alles Liebe
Anita

Inaktiver User
21.09.2007, 08:38
"In letzter Zeit kommt es mir so vor, dass ich das ganze wahnsinnig verdränge. Ich will nicht daran denken müssen, dass er nicht mehr kommt und das ich nun alleine da bin. Ich verstehe es einfach noch nicht, dass er tot ist - irgendwie habe ich das am Anfang besser "verstanden" bzw. akzeptiert als jetzt. Irgendwie wirds schlimmer bzw. anders... Ich habe Angst, dass ich ihn verdrängen will, damit ich nicht mehr Leiden muss. Ich will ihn aber garnicht verdrängen usw., ich will nur nicht mehr leiden. Ist das irgendwie zu verstehen?:wie?: "

Liebe Anita,

das ist sogar sehr gut zu verstehen! Manchmal gibt es bei mir Zeiten, da kann ich die Fotos nicht wirklich ansehen, die ich von meiner Freundin im Wohnzimmer stehen habe. Und dann habe ich auch Angst, dass ich sie verdrängen will, nur damit ich nicht leide. Dann denke ich aber wieder, NEIN, ich will sie ja anschauen! Das ist wirklich schwer! Ein Gefühls-Wirr-Warr!! Manchmal habe ich sogar die Gedanken, wenn ich die Fotos jetzt wegstelle oder umdrehe oder was auch immer, dann kann Andrea mich nicht mehr sehen :ooooh:! Ist das verrückt? Oder bin ich verrückt?

Ein Glück, dass es euch gibt. Es zeigt einem immer wieder, dass die noch so verrücktesten Gedanken ein Teil der Trauer sind.

Danke :blumengabe:
malea

Anita66666
21.09.2007, 10:36
Liebe Malea

Bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht. Ich dachte echt, ...weiß auch nicht.. ich spinne. Ich hoffe dieses jetzige Gefühl geht wieder weg?? Wobei es mir auch irgendwie besser bzw. anders geht, seitdem ich so fühle?! Ach echt einfach nur komisch. Ich will ihn doch garnicht verdrängen, geschweige den vergessen oder so. Ich halte es einfach nur nicht mehr aus!?

Nee du bist ganz und garnicht verrückt. So gehts mir vollkommen gleich. Ich muss jeden Abend - wirklich jeden Abend bevor ich ins Bett gehe Johannes Foto anschauen, sonst denke ich ist er sauer bzw. meint, dass ich nicht an ihn gedacht habe. Es ist einfach nur merkwürdig, was für Gedanken in einem herum schwieren..:ooooh:

Was auch ganz komisch ist (ich weiß garnicht wie ich es sagen soll) ich sehne mich so nach Zärtlichkeit und Liebe, dass ich oft denke - wie kannst du nur an sowas denken? Dein Freund ist tot und du denkst an Zärtlichkeit? Ich verstehe mich selber nicht. Ich weiß nicht wohin mit meiner Liebe, meiner Sehnsucht und meinen Zärtlichkeiten, die Johannes normalerweise bekommen hat. Irgendwo muss ich es hin tun, nur wohin?
Ach Mensch, was geht nur in mir vor???

:wie?:
Anita

Inaktiver User
21.09.2007, 12:10
Liebe Anita,


Ich muss jeden Abend - wirklich jeden Abend bevor ich ins Bett gehe Johannes Foto anschauen, sonst denke ich ist er sauer bzw. meint, dass ich nicht an ihn gedacht habe.

Ich glaube, wenn jemand so plötzlich wegen Unfall o.Ä. gestorben ist, ist es besonders schwer, Abschied zu nehmen. Ich habe ja vorher (wegen einer schweren Krankheit) Abschied nehmen können. Das ist einfacher. Weil man praktisch gemeinsam Auf Wiedersehen gesagt hat, weil der Tod nicht so von jetzt auf gleich ins Leben gekracht ist, weil man Anlauf hatte und Vorbereitungszeit. Naja, vor allem Abschiedzeit.

Glaubst du das wirklich, dass dein verstorbener Mann sauer auf dich ist, wenn du nicht jeden Tag an ihn denkst?

Denk mal genau nach:
Was würde er - mal ganz ehrlich jetzt - zu seinem besten Freund sagen, wenn er dich jetzt so sehen könnte?


Was auch ganz komisch ist (ich weiß garnicht wie ich es sagen soll) ich sehne mich so nach Zärtlichkeit und Liebe, dass ich oft denke - wie kannst du nur an sowas denken? Dein Freund ist tot und du denkst an Zärtlichkeit?

Kenne ich! :smirksmile:

Ich hatte in der ersten Zeit mal einen Abend, da habe ich gedacht, so, jetzt gehe ich da runter in die Kneipe (wohne neben einer Szenekneipe), nehm mir IRGENDEINEN KERL mit ins Bett, Hauptsache atmende Haut spüren und Blut, dass warm fließt. Hab ich mich dann doch nicht getraut, aber ich dachte, ich halte das jetzt grade nicht aus, wenn ich nicht wirklich Haut, Atem und fließendes Blut fühlen kann. Ich habe sowas vorher NOCH NIE gedacht, ich war bestürzt über mich.
Und ich will noch eins sagen: Ich verstehe jeden Frischtrauernden, der sich in andere Arme stürzt. Würde ich NIEMALS drüber lästern oder unterstellen, dass die Trauer nicht echt ist. Im Gegenteil.

Es hilft euch vielleicht nicht, aber jetzt, nach dreieinhalb Jahren, kann ich sagen: Ich habe sehr viel gelernt durch die Trauer, über mich und über das Leben an sich.

Ich bin dann mal 14 Tage weg.
Haltet die Ohren steif und sammelt ein paar schöne Herbstblätter! :in den arm nehmen:

Anita66666
21.09.2007, 13:49
Liebe Zitronenmond

Ich glaube auch, dass es sicher "einfacher" ist, wenn man noch Abschied nehmen kann. Wenn man auf Wiedersehen sagen kann. Wobei der Schmerz sicher trotzdem der gleiche ist. Nur leider war es bei mir von heute auf morgen anders, komplett anders.

Ich denke nicht, dass Johannes auf mich sauer ist wenn ich mal nicht an ihn denken würde. Ich hoffe es! Momentan gibt es auch keinen Tag, andem ich nicht an ihn denke - aber ich komme mir dann so schäbig vor, wenn ich nicht einmal sein Foto anschauen kann und denke, ne ich will jetzt nicht daran errinnert werden - ich will jetzt nicht an dich denken.

Wie meinst du das "was er sagen würde, wenn er mich jetzt so sehen könnte"? Meinst du wie ich momentan drauf bin? das ich totunglücklich bin oder das ich versuche ihn zu verdrängen bzw. nicht ihn, sondern das was passiert ist?
Ich denke Johannes möchte sicher nur, dass ich glücklich bin... das ich weiter lebe. Aber ich glaube ich habe den Sinn was du meinstest bzw. sagen wolltest, nicht richtig verstanden?:knatsch:

Bin ich froh, dass es Dir auch so ging. Ich hatte schon solch eine Angst. Genau wie du, denke ich mir momentan nur - ich will Haut, Atem und fließendes Blut spüren - ich will Leidenschaft, Zärtlichkeit fühlen. Ich komme mir aber so falsch vor. Zwar bin ich jetzt ja eigentlich "Single" aber gefühlsmäßig, bin ich noch mit meinem Freund zusammen. Ich liebe ihn doch so - wie kann ich dann nur an einen anderen Mann denken bzw. an S** denken? Als Johannes noch da war, hatte ich nie solche Gedanken und wäre nie auf die Idee gekommen mit einem anderen Mann was zu haben ... und jetzt? Ich habe solche Schuldgefühle.. weiß auch nicht was los ist... :heul:

Danke Dir liebe Zitronenmond, ich fühle mich schon ein wenig besser.

Na dann, ich wünsche dir schöne 14 Tage, wo auch immer du bist.
Alles Liebe
Anita

Inaktiver User
21.09.2007, 14:32
Ich denke Johannes möchte sicher nur, dass ich glücklich bin... das ich weiter lebe.

Das glaube ich auch!
Und genau das meinte ich.


...wäre nie auf die Idee gekommen mit einem anderen Mann was zu haben ... und jetzt? Ich habe solche Schuldgefühle.. weiß auch nicht was los ist... :heul:

Lass die Schuldgefühle sausen. Bitte.

Vielleicht hätte ich das früher auch gedacht? Ich glaube schon, ich hätte das auch nicht verstehen können, ehe es mir selbst passiert ist.

Weißt du, ich habe im Bekanntenkreis auch einen Mann, dem die Frau mti 42 Jahren gestorben ist. Der ist durch alles (Krebskrankheit, Krankenhaus, Hospiz am Schluss) voll mit durchgegangen, der hat alles gegeben für seine Frau. Er hat sogar eine alternative Trauerfeier organisiert, er ist bis heute für ihre Söhne ein Ersatzvater...
Und dieser Mann hat 14 Tage nach dem Tod der Frau auf einer Fete mit einer Frau geflirtet. Hörmal, du kannst dir vorstellen, was die Leute darüber sagen! Kann man praktisch hören, das aufgeregte Geflatter, nicht?

Ich sag dir mal was: Heute weiß ich genau, was das war bei ihm. Und ich weiß ebenso genau, dass das keinesfalls darauf schließen lässt, dass er seine Frau nicht geliebt hat. Quatsch!

Es ist nicht fehlende Trauer, sondern ein Festklammernwollen am Leben.

(Aber das hätte ich früher womöglich ebenso fehlinterpretiert wie die meisten anderen, die sich das Maul zerfetzt haben)

Heute weiß ich, dass es ein unglaublicher Schock ist, das anfassbare Leben - und ich meine das jetzt mal ganz körperlich - zu verlieren an den Tod. Dass nichts mehr atmet, nichts mehr Geräusche macht, keine Stimme, keine Härchen, nichts. Ich wusste das vorher nicht, wie schockierend der Verlust des Körpers sein kann.

Vergiss deine Schuldgefühle.
Den Tod kann man eigentlich gar nicht begreifen.
Aber wenn man halt dadurch muss, dann ist das so, man "begreift" es in vielen verschiedenen Phasen.
Wenn man einen Liebhaber verloren hat - mit dem man ja Körperliches teilte - ist das einfach so, dass man einen besonderen Schock bekommt. Wenn der Nachbar stirbt, erlebt man das halt nicht, sondern eine andere Art von Verlust.

Ich wünsch euch alles Gute! :in den arm nehmen:

Anita66666
24.09.2007, 09:37
Und dieser Mann hat 14 Tage nach dem Tod der Frau auf einer Fete mit einer Frau geflirtet. Hörmal, du kannst dir vorstellen, was die Leute darüber sagen! Kann man praktisch hören, das aufgeregte Geflatter, nicht?

Genau das hätte ich wahrscheinlich auch gedacht. Und jetzt passiert es mir selber. Und das schlimme, ich verstehe es nicht einmal. Ich kann mich selber nicht verstehen, wieso, weshalb und warum.

Ach was rede ich. Momentan habe ich einfach eine komische Phase... generell, ich kann nicht einmal jemanden beantworten wie es mir geht. Ob gut oder schlecht. Ich weiß es nicht. :wie?:

Ich habe Angst, dass die Trauer, der Schmerz mich als Mensch kaputt macht. Mich noch sensibler macht wie ich schon eigentlich bin und das ich nicht mehr stark bin. Das ich daran einfach nur zu Grunde gehe.

Inaktiver User
24.09.2007, 15:43
Ach Anita,

ich würde euch soooo gerne helfen! :in den arm nehmen:

Der Mann meiner Freundin hat mich nach ca. 5 Monaten angerufen und mir gesagt, dass er geflirtet hat und wollte, dass ich es von ihm selbst erfahre und nicht durch Gerede anderer. Und er war von seinen Gefühlen genauso überrumpelt wie du es beschreibst. Spontan hab ich mich eigentlich für ihn gefreut, dass er endlich mal was erfreuliches erlebt hat.
Aber es hat ihn hin und hergerissen, weil meine Freundin doch seine ganz große Liebe war! Er hat deshalb sogar einen Psychologen gefragt, ob seine Gefühle normal sind. Es hat sich gezeigt, dass er es einfach alleine nicht ausgehalten hat und diesen Flirt brauchte, um seine schlimmste Trauerphase überhaupt durchzustehen. Und genau deshalb wird meine Freundin ihm das auch verzeihen.

Anita, du bist die einzige die weiß was dir gut tut und was nicht. Du hast so sehr gelitten, dass es dir auch zusteht genau das zu machen, was dir in der jeweiligen Situation am meisten hilft. Wer dich kennt und wer dich mag wird dich verstehen.

Alles Liebe,
malea

Inaktiver User
24.09.2007, 16:59
Liebe Anita

Ich möchte dir nur sagen, dass ich all diese Gefühle, die du hier beschreibst, GENAU nachfühlen kann, weil ich sie GENAU selber so erlebt habe. Bitte hör' auf, an deiner Liebe zu Johannes zu zweifeln.

Entschuldige bitte, ich muss gleich los; war mir einfach wichtig, dir dies noch mitzuteilen - dass du mit diesen "Zuständen" nicht alleine bist...

(Vielleicht kannst du dich an mich erinnern, wir haben vor ein paar Tagen kurz Gedanken ausgetauscht. Mein allerliebster Schatz ist am 15.9.06 an einem plötzlichen Herzversagen verstorben).

Ich umarme dich ganz fest
Martina

Anita66666
25.09.2007, 10:07
Hallo Liebe Malea, liebe Martina!

Damit wir Sternzeit´s Strang nicht klauen, habe ich euch in meinem geantwortet.

Alles Liebe Anita

ellebaer
26.09.2007, 12:13
Liebe Ellebaer
Zuerst einmal tut es mir leid, dass du das schon alles so durchmachen musstest.
Es ist schön zu wissen, dass es irgendwann besser wird. Kann es mir noch nicht wirklich vorstellen aber es wird wohl so sein. Aber wie du sagst, die Trauer und den Verlust werden wir sicher das Leben lang mit uns mittragen. Aber hoffentlich ist es so wie du sagst und es wird irgendwann und irgendwie besser.
[/FONT]

letztlich entscheidest Du irgendwann, dass Du Dein Leben wieder in die Hand nimmst. Ich war so "getrieben", so unruhig, konnte nirgends länger als 1 Stunde bleiben ...
Ich habe es damals auch nicht geglaubt, ich habe funktioniert, von Tag zu Tag, habe die Gefühle verdrängt, um funktionieren zu können, mir hat eine Gesprächstherapie sehr geholfen, wenn auch erst nachdem sie beendet war :zwinker:
Erzwingen kann man hier nichts, "alles hat seine Zeit ..."

LG, ellebaer

ellebaer
26.09.2007, 12:28
Liebe Ellebaer, manchmal ängstigt mich der Gedanke, dass man auch noch nach vielen Jahren diese tiefe Trauer verspürt, auch wenn diese einen nur zeitweise überkommt. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, aber nach wie vor kann ich mir ja auch nicht vorstellen, dass Frank nicht mehr bei mir ist. Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit ja super gering, dass mir sowas passiert. Haha...so dachte man ja immer. Und dann spielt einem das Leben einen ganz bösen Streich. Mich macht der Gedanke ganz krank, dass ich noch einmal jemanden verlieren werde. Egal, ob Mensch oder Tier. Aktuell glaube ich nicht, dass ich das durchstehen würde. Aber es wird ja auf jeden Fall irgendwann so kommen, dass einen wieder jemand verlässt, der einem sehr, sehr nahe steht. Hilfe, ich mag nicht daran denken und hoffe, dass das noch sehr lange auf sich warten lässt.


Es braucht Dich nicht ängstigen, die Trauer und der Verlust sind Teil Deines Lebens, Du wirst merken, wie sich die Trauer verändert.

Oh ja, den Gedanken, noch einen solchen Verlust zu erleiden, kenne ich zu gut. Auch heute nach dieser langen Zeit bin ich davon nicht frei. Mein "neuer" Partner weiß das und versucht dem möglichst immer Rechnung zu tragen.
Alles was man dazu sagt sind letztlich Plattitüden ... und doch oft so wahr. Liebe und Trauer sind so starke Gefühle, ich konnte erst richtig trauern (und das meine ich wirklich mit allem drum und dran), als ich mich traute, überhaupt wieder zu fühlen und das war letztlich, als ein neuer Mann in mein Leben trat. Das war aber bedeutend später als nach 7 Wochen :smirksmile:

Ich habe jede Sekunde Glück mit ihm mit 1 Stunde Unglück bezahlt ... und doch war es jede Sekunde wert!
Ich schaue von meinem Schreibtisch aus auf sein Foto und weine. Und es ist ok, gleich werde ich runter gehen, meinen Garten vom Unkraut befreien und mich an dem erfreuen, was mein jetztiger Mann und ich gemeinsam geschaffen haben.

Es geht nebeneinander, ich bin traurig, dass ich ihn verloren habe, ich bin glücklich, viele glückliche Erinnerungen an ihn zu haben, ich bin ihm dankbar für sein uneingeschränktes Vertrauen in mich, ich vermisse ihn ... und trotzdem lebe ich heute ein glückliches und sehr zufriedenes Leben.

Vertrau mir und all den vielen anderen (sowenig sind es nämlich nicht), es wird besser, es dauert, aber es wird.

LG, ellebaer

Sternzeit2506
26.09.2007, 18:48
Ach Ellebaer, das klingt so gut, aber ich kann es mir trotzdem noch nicht vorstellen. Gerade flogen einige Heißluftballons hier am Bürofenster vorbei und schon war der Schmerz wieder unerträglich. Der Gedanke, irgendwann vielleicht einmal mit einem anderen Mann glücklich zu sein, ist ganz weit weg, obwohl ich in den letzten Wochen festgestellt habe, dass ich definitiv kein Mensch bin, der alleine leben kann und will. Sobald ich zuhause bin und gerade mal keinen Besuch habe und ich auch nirgends zu Besuch bin, greife ich zum Telefonhörer, nur um nicht allein zu sein.

Heute habe ich wieder mal eine schicke Wohnung gefunden, die mir gefallen könnte. Ich war zunächst richtig begeistert und habe mir im Geiste schon ausgemalt, wie man die Möbel stellen könnte, aber dann war wieder dieser Gedanke da, dass ich ja gar nicht umziehen will. Schon gar nicht alleine. Ohne Frank. Ich weiß aber auch, dass ich irgendwann umziehen muss. Das Haus ist alleine zu viel Arbeit für mich, da ich keinen nine to five Job habe, sondern in der Regel nicht vor 20.00 Uhr zuhause bin. Wenn dann noch im Garten gearbeitet und die Böden gewischt werden müssen, dann bleibt halt gar keine Zeit mehr für andere Dinge. Momentan bekomme ich auch noch viel Unterstützung von Freunden und Familie, aber auch das wird sich irgendwann geben. Und ich möchte auch nicht immer auf andere Menschen angewiesen sein. Aber wie gesagt, alleine in einer fremden Wohnung...das wird nicht leicht für mich. Leider kann einem ja auch niemand einen Rat hierzu geben, denn jeder empfindet es anders. Na, ich hoffe, ich werde die richtige Entscheidung treffen, wenn ich vielleicht die richtige Wohnung gefunden habe, in der ich mich wohlfühlen kann.

So meine Lieben, ich muss leider noch etwas arbeiten. Ich wünsche euch einen schönen Abend und eine gute Zeit.

Dicken Drücker von Sternzeit

ellebaer
27.09.2007, 10:50
Ach Ellebaer, das klingt so gut, aber ich kann es mir trotzdem noch nicht vorstellen. Gerade flogen einige Heißluftballons hier am Bürofenster vorbei und schon war der Schmerz wieder unerträglich. Der Gedanke, irgendwann vielleicht einmal mit einem anderen Mann glücklich zu sein, ist ganz weit weg, obwohl ich in den letzten Wochen festgestellt habe, dass ich definitiv kein Mensch bin, der alleine leben kann und will. Sobald ich zuhause bin und gerade mal keinen Besuch habe und ich auch nirgends zu Besuch bin, greife ich zum Telefonhörer, nur um nicht allein zu sein.

Ja das kenne ich nur zu gut, laß Dir die Zeit, die Du brauchst. Es wird immer Menschen in Deiner Umgebung geben, die sagen: "Das ist viel zu früh ..." und welche, die sagen, "Das hat aber gedauert ...."
Ich habe es langsam angehen lassen :smirksmile: : erst mal eine Affäre, dann noch eine, dann gab es mehrere Männer gleichzeitig ... und es war ok so. Weil es nämlich verhinderte, dass ich mich wirklich einlassen mußte auf einen anderen Mann.
Für die Männer wars ok, erst mein jetztiger Mann hat dann irgendwann klargestellt, das er "the one and only" sein will und das ich mich entscheiden muß. Und das habe ich getan und nicht bereut.


Heute habe ich wieder mal eine schicke Wohnung gefunden, die mir gefallen könnte. Ich war zunächst richtig begeistert und habe mir im Geiste schon ausgemalt, wie man die Möbel stellen könnte, aber dann war wieder dieser Gedanke da, dass ich ja gar nicht umziehen will.

Vor allem zieht man von "groß" in "klein" bei mir waren es von 120qm auf 65qm. Wohin mit den ganzen Sachen?! Daran bin ich fast verzweifelt ... und doch war es gut, als ich dann umgezogen war und entrümpelt habe. Es tat weh, es hat gedauert, ...
Ich bin nach ca. 5 Monaten umgezogen und habe mir bewußt eine Wohnung ausgesucht, die ganz anders war.

Du wirst merken, wenn es für Dich der rechte Zeitpunkt ist.

LG, ellebaer

Sternzeit2506
27.09.2007, 11:03
Oh ja, von "groß" in "klein". Wie recht du hast. Und vor allem wieder in eine Wohnung. Mal schauen, wie ich das verkrafte. Frank und ich waren uns immer sicher, nie wieder in eine Wohnung ziehen zu wollen. Und in dem jetzigen Haus sind wir halt auch so glücklich gewesen. Frank sagte immer "Hier wird man mich mal raustragen müssen." Das es dann so schnell ist, das hat er bestimmt nicht gedacht :niedergeschmettert: .

Aber heute lass ich mich nicht unterkriegen. Mir geht es nämlich endlich mal etwas besser. Ich hatte gestern einen superschönen Abend mit seinem Chef und heute scheint die Sonne. Ich werde heute mal alle schlechten Gedanken bei Seite schieben.

Euch einen ebenso guten Tag und liebe Grüße, Sternzeit

Sternzeit2506
27.09.2007, 18:23
War wohl nichts mit dem "heute lasse ich mich nicht unterkriegen". Gerade überkommt ich mich wieder diese Übelkeit, die immer dann kommt, wenn meine Trauer zu groß wird. Mitten in der Arbeit sehe ich gerade plötzlich alles wieder wie im Film vor mir ablaufen. Die Party von meinem Chef, Frank, wie ich ihn im Keller finde, die ganzen Menschen in unserem Haus, der Gang zum Bestattungsunternehmen, die Freunde und Verwandten, die Trauerfeier....hilfe es wird mir gerade viel zu viel. Das kann doch einfach nicht wahr sein. Bitte sagt mir, dass ich nur träume. Ich will so nicht leben, nicht ohne Frank!!!

Sorry, ich musste das schnell schreiben, weil es mir gerade echt bes....n geht.
Sternzeit

Inaktiver User
27.09.2007, 18:32
Hallo liebe Sternzeit,

lass dich ganz herzlich :in den arm nehmen:

Ich denk an dich,
malea

Tirina
27.09.2007, 20:13
Liebe Sternzeit, das alles, was du jetzt durchmachst, habe ich vor Jahren durchgemacht. Es ist einfach nur unfassbar, selbst wenn einen der Verstand sagt, dass es so ist. Es reicht einfach nur ein Musikstück, ein Geruch oder eine besonders schöne Blume. Meine Mann liebte seinen Garten (ich nicht) und als ich im Frühjahr auf der BUGA war, dachte ich mir, dass ihm das sicher gefallen wird, wird... und nicht würde, wenn.... Das sind dann die Stunden, in denen es mir nicht so gut geht.

Wie manche es aushalten, denen ein geliebter Mensch gestorben ist, alles so zu belassen, wie es bis zum Tode dessen war, kann ich nicht begreifen. Für mich war es absolut unmöglich, das Schlafzimmer länger als 5 Minuten zu betreten, solange noch alle Sachen drin waren. Ich hab drei Tage nach der Beerdigung die gesamte Schlafzimmereinrichtung auf den Sperrmüll und mir neue gekauft, was zum Glück auch gleich am nächsten Tag geliefert wurde. Alle Anziehsachen hab ich in große Kleidersäcke gesteckt und sie vom DRK abholen lassen. Mir ging es beim Ausräumen so schlecht, dass ich mehrmals unterbrechen musste, sonst hätte ich wahrscheinlich angefangen zu schreien. Die Säcke standen fest verkeilt im Schlafzimmer, aber merkwürdigerweise sind sie alle umgefallen. Das fand ich wie du mit der Kleiderstange auch sehr komisch und für mich war das auch ein Zeichen.

Ich hab ein Urlaubsvideo, welches 14 Tage vor seinem Tod aufgenommen wurde. Bis heute bin ich nicht in der Lage, dieses Video anzusehen, jeder Versuch endete nach wenigen Minuten damit, dass ich wie ein Häufchen Elend in der Ecke saß und wie ein Schloßhund geheult habe.

Die Gedanken an ihn sind immer da, mal mehr mal weniger und manchmal tun sie auch noch ziemlich weh, obwohl ich inzwischen einen neuen Partner habe und mein Leben vollständig verändert habe (aber nicht deswegen). Heute reg ich mich nicht mehr über alles auf, eine umgedrehte Socke, die mich damals (wie schwachsinnig) ziemlich genervt hat, läßt mich kalt. Meine wichtigste Erkenntnis aus alldem ist, dass das Leben sehr sehr kurz sein kann und man es nicht mit Nebensächlichkeiten verschwenden sollte.

Sei ganz lieb gegrüßt und umarmt. :in den arm nehmen:

Tirina

Sternzeit2506
27.09.2007, 22:30
Hallo Ihr Lieben,
oh man, ich hatte einen recht guten Abend mit meinen Schwiegereltern. Ich mag die beiden so sehr. Wir waren essen, weil sie morgen in den Urlaub fahren und davor habe ich solche Angst. Der Abend war echt o.k. und jetzt haben sie vor 10 min. das Haus verlassen und nun sitze ich hier wieder und weine.

Liebe Tirina, wie auch dein Mann den Garten liebte, so hat auch Frank seinen Garten gemocht. Er hat eine Wildblumenwiese angelegt und Teiche und sobald es morgens trocken war rief er immer "Runde". Das hieß für mich und unsere Katzen, dass wir jetzt eine Runde durch den Garten gehen und uns die Blumen angucken. Ich bin jetzt so gut wie nie mehr im Garten. Ich erledige so schnell wie möglich die Dinge, die getan werden müssen und dann bin ich wieder drinnnen. Die Katzen sind auch nicht mehr so viel draußen wie früher; ich glaube, es belastet sie auch sehr. Nein, ich weiß es, weil beide sehr abgenommen haben und viel anhänglicher als früher sind.

Ich habe auch Angst, dass die beiden einen Umzug in eine Etagewohnung nicht so gut überstehen. Wie war es bei dir? Bist du umgezogen und haben deine Katzen das gut verkraftet?

Ich wünsche euch eine gute Nacht und ich danke euch dafür, dass ihr immer da seid. Und Malea und Tirina, danke für die Drücker, die kann ich gut gebrauchen.

Alles Liebe, Eure Sternzeit

Tirina
28.09.2007, 04:46
Ich hab den Garten, der zum Glück außerhalb war, nur noch selten betreten. Einmal wollten wir dort schlafen, weil die Gartennachbarn irgendeine Fete feierten. Wir alle, also meine Kinder und ich, haben so beschissen geschlafen, wir wurden sehr früh wach. Wir haben uns alle angesehen und fast gleichzeitig gesagt, dass wir jetzt sofort heimfahren wollen, was wir dann auch gemacht haben. Danach haben wir den Garten niemals wieder betreten, es ging einfach nicht.

Kurioserweise bin ich zwei Jahre später in den Ort gezogen, wo sich der Garten befand. Ich meide die Straße, die zum Glück nur eine Nebenstraße ist, wie der Teufel das Weihwasser.

Umgezogen bin ich auch aus dem Grund, weil ich einfach nicht mehr dort wohnen wollte. Alles hat mich zu sehr an ihn erinnert. Schlimm waren einige Nachbarn, weil ich nicht in dem Rahmen blieb, in dem trauernde Witwen (vor 50 Jahren) sich so zu bewegen haben.

Liebe Grüße

Tirina

Sternzeit2506
28.09.2007, 17:02
Liebe Tirina,

ich kann das gut verstehen mit dem Garten, denn ich meide unseren ja auch, obwohl er direkt am Haus ist. Und in meinen guten Momenten bin ich auch schwer davon überzeugt, dass ich umziehen muss und dass es mir damit gut gehen wird. Ein Umzug macht die "Sache" aber so endgültig und klar. Dann kann ich nicht mehr verdrängen und denken, naja, er ist halt nicht zuhause. Ach man, wenn einem doch nur jemand sagen könnte, was gut für einen ist und wenn man doch bloß nur 1x in seinem Leben die Zeit zurückdrehen könnte.

Ich wünsche allen ein gutes Wochenende und sende ganz liebe Grüße, Sternzeit

Sternzeit2506
22.10.2007, 18:07
Hallo Ihr Lieben,
ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen und ich kann gar nicht genau sagen, warum nicht. Ich habe zwar im Forum gelesen, hatte aber irgendwie nicht das Bedürfnis, zu schreiben.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass einfach alles zuviel wird. Das mir das Thema langsam leid wird. Klingt blöd, aber seit Wochen dreht sich mein gesamtes Leben nur noch um den Tod von Frank und was aus mir wird. Ich möchte einfach nur wieder glücklich sein und das Leben genießen, und zwar mit Frank. Ich weiß, dass das nicht geht und dass ich es endlich realisieren sollte, aber es fällt mir noch immer sehr, sehr schwer. Ich vermisse ihn so wahnsinnig doll, dass es richtig weh tut.

Ich habe gerade eine sehr harte Woche hinter mir. Es ging Sonntagabend los und zog sich bis Freitag durch. Mein Körper war von den ganzen Tränen schon richtig erschöpft und ich habe in der Nacht von Freitag auf Samstag auch prompt 10 Stunden geschlafen. Nun geht es mir wieder besser, ich habe eine „gute Phase“. Ich hoffe, sie hält etwas länger an.

Aktuell bin ich mal wieder intensiv mit der Wohnungssuche beschäftigt, da ich festgestellt habe, dass ich in dem Haus nicht mehr bleiben kann. Wenn ich abends nach Hause komme, dann füttere ich schnell die Katzen und verkrieche mich dann in das 1. OG. Sitze am PC oder liege auf dem Bett und lese. Bloß nicht alleine im Wohnzimmer sitzen und diese Leere spüren. Und ich glaube, dies ist das richtige Zeichen, dass ich ausziehen muss. Letzte Woche habe ich den Gartenschuppen aufgeräumt und viele Dinge entsorgt. Dabei wurde mein Herz ganz schwer, als ich im Sonnenschein an einen Baum gelehnt im Garten stand. Der Garten war Frank. Sein Reich. Täglich musste ich mit ihm einmal die „Runde“ gehen und alles anschauen, was neu gewachsen war. Wir haben den Garten geliebt und Frank hat viel Zeit und Energie in ihn gesteckt. Und jetzt tut der Garten so weh. Ich habe zwar auch Angst davor, ihn zurückzulassen, ihn von fremden Menschen verändert zu sehen, aber ich alleine kann dort nicht mehr bleiben. War es am Anfang für mich unvorstellbar, dieses Haus und den Garten zu verlassen, so hoffe ich nun sehr, bald die richtige Wohnung für mich und Tüddels zu finden. Das Haus war unser Leben, aber unser Leben ist nicht mehr. Es gibt nur noch mich.

Liebe Vonna, liebe Anita, ich freue mich sehr für euch und eure neuen Bekanntschaften und ich finde es toll, dass ihr schon den Mut für eine Beziehung aufbringt. Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr nicht enttäuscht werdet und ihr eine schöne Zeit vor euch habt. Ihr habt es verdient, also genießt es!!

Bezüglich der Daten auf den Handys und PCs (sorry, dass ich jetzt auf mehrere Themen hier eingehe, aber sonst muss ich in sooooo vielen Strängen schreiben) finde ich es bemerkenswert, dass Vonna schon alles löschen kann. Mir geht es da eher wie Anita, ich horte alles, was ich nur kriegen und sichern kann und bete, dass diese Sachen niemals verloren gehen. Vielleicht habe ich auch irgendwann einmal den Drang, diese Dinge zu löschen, aber aktuell ist es für mich noch unvorstellbar. Wenn ich mich „quälen“ möchte, dann lese ich den letzten Mailverkehr zwischen uns, der immer lustig war und der immer ein paar nette Worte enthielt. Dann sitze ich am PC und mir laufen die Tränen runter. Gestern habe ich alte Fotos angeschaut und – um den Ganzen noch einen aufzusetzen – im Kondolenzbuch gelesen. Es gibt für mich nichts schlimmeres, aber manchmal brauche ich das. Ich habe mir auch noch einmal eine Sicherungskopie von unserem Hochzeitsvideo machen lassen, damit dies bloß niemals verloren geht.

Liebe Malea, die Geschichte mit dem Zeichen von Andrea ist wirklich schön und ich habe mich sehr für dich gefreut. Ich habe leider noch kein solch schönes Zeichen bekommen. Bei mir sind es eher Dinge wie der Schrank von Frank, der kaputtgegangen ist, obwohl ihn lange keiner berührt hat etc. Aber irgendwann bekomme ich bestimmt auch ein solche schönes Zeichen, ich hoffe da sehr drauf.

Anita, du hast deinen Job fast geschafft. Als ich von der Reaktion deines Chefs gelesen habe, war ich fassunglos. Ein solches A…loch. Dem kann man doch nur wünschen, dass ihm eines Tages etwas Ähnliches passiert und man ihn dann auch so behandelt. Ich habe zwei supertolle Chefs, die riesiges Verständnis für mich und meine Situation haben und die mir sogar mehr Urlaub geben würden dieses Jahr, wenn meiner nicht ausreicht (habe allerdings noch meinen gesamten Jahresurlaub, denn warum sollte ich denn Urlaub machen wollen…haha). Und dabei ist der eine Chef noch ganz neu. Freitag, am Todestag von Frank, haben wir meinen alten Chef verabschiedet und am Montag hat der neue angefangen. Er kennt mich also noch gar nicht so gut und ist trotzdem soooooo furchtbar lieb zu mir. Da kann ich echt froh sein. Aber wie gesagt, du hast nur noch wenige Tage und dann bist du „frei“ und hast schöne Reisen vor dir. Hoffentlich meldest du dich auch von unterwegs, denn sonst würdest du uns bestimmt fehlen.

Nungut, ich werde jetzt nochmal geschäftlich in die Tasten hauen und dann irgendwann nach Hause gehen. Ich wünsche euch einen schönen Abend und Malea ganz schnell eine baldige Genesung.

Macht’s gut ihr Lieben!!

Inaktiver User
22.10.2007, 18:33
Liebe Sternzeit,

wie schön, dass du dich meldest und danke für deine Wünsche.

Aber ich kann absolut verstehen, dass man auch hierfür mal eine "Auszeit" braucht. Ich bin auch nicht immer hier, manchmal ärgere ich mich dann, wenn`s einem von euch ausgerechnet da schlecht ging.
Aber wir sollten untereinander nicht böse sein, sollte mal einer mehrere Tage nicht da sein. Hab ich absolutes Verständnis für.

Deine Zeichen von Frank (waren es nicht mehrere?) sind auch Zeichen von ihm. Nur das zählt. Wie sie letztlich aussehen, ist egal. Er denkt an dich und will dir das mitteilen. Sieh mal, bei mir ist es nun schon 2 1/2 Jahre her und ich habe erst jetzt dieses Zeichen bekommen.

Sorry, nu wird mir wieder kalt, das Bett ruft!

Bis später, mach`s dir gemütlich :buch lesen: !
LG,
malea

Inaktiver User
22.10.2007, 19:11
Liebe Sternzeit,

ich freue mich immer, wenn ich etwas von dir lese. Ich finde auch die ganzen Kleinigkeiten interessant, du schreibst so schön detailreich und so nachvollziehbar. Es ist, so komisch sich das anhören mag, auch für mich etwas heilsam, die Prozesse, die jemand anders durchläuft und die auch ich durchlaufen habe, noch einmal mit-zuempfinden.

Ich wollte noch etwas zu den Dingen sagen, die man behält. Ich habe genau vier Gegenstände von meinem verstorbenen Freund, ein Bild (hängt in der Küche), einen Ring (hüte ich wie meinen Augapfel und ziehe ich immer an, wenn ich Kraft brauche), ein blaues Stück Papier (brauchte er bei seiner Arbeit) und einen Korkenzieher, den er mir mal geschenkt hat, damit ich jede Flasche aufkriege. Diesen habe ich im Urlaub verliehen an Leute, die länger blieben als ich, Freunde. Ich habe zwar gesagt, dass es mir extrem wichtig ist, den wiederzubekommen, aber als er dann nach zwei Wochen immer noch nicht da war, bekam ich fast einen Herzriss. Klar kann man den nachkaufen, aber das ist es eben nicht. Und das geht mir nach inzwischen fast vier Jahren immer noch so.

Inzwischen ist der Öffner wieder hier, aber ich werde ihn nie wieder verleihen, auch wenn mich alle für bescheuert halten. Manche Eigensinnigkeiten möchte ich mir auch einfach erhalten.

britte
23.10.2007, 19:33
Manchmal habe ich das Gefühl, dass einfach alles zuviel wird. Das mir das Thema langsam leid wird. Klingt blöd, aber seit Wochen dreht sich mein gesamtes Leben nur noch um den Tod von Frank und was aus mir wird. Ich möchte einfach nur wieder glücklich sein und das Leben genießen, und zwar mit Frank....

Liebe Sternzeit,
auch ich habe dich im Forum vermisst. Du bist in etwa zu gleichen Zeit ins Forum gekooen und ich habe immer verfolgt, wie´s dir grad so geht.
Aber ich kann gut verstehn, dass dir manchmal "das Thema" zu viel wird. Mir gehts oft genauso. Irgendwie lebt man seit Wochen wie in einem schlechten Traum. Immer der Schmerz in einem drin, immer dieses veränderte Leben. Alles ist anders, fühlt sich anders an. Manchmal wünsche ich mir nur, aus diesem Traum aufzuwachen und ganz normal und unbeschwert zu leben mit all den Alltagssorgen, die früher mein Leben bevölkerten, und mit all dem Schönen und Leichten und dem Gefühl, dass mir nichts wirlich schlimmes passieren kann.
Ja, aber dieser Traum wird nicht aufhören. Alles ist anders geworden und Menschen, wie Kranich, Malea, Zitronenmond,... zeigen, dass irgenwann das Leben wieder lebenswert werden kann. Ich finde, das macht Hoffnung. Ich finde es auch gut zu lesen, dass du Schritte mit deiner Wohnungssuche tust. Ich denke, jede von uns merkt mit der Zeit was sie neu angehen muss. Kleine Schritte auf einem neuen Weg. Mal sehn wohin er jede von uns führt. Ich bin froh, dass ich ein bischen an deinem Weg teilhaben darf.
Liebe Grüße
Britte

Sternzeit2506
23.10.2007, 21:15
Ach, ich merke, wie sehr ich es doch vermisst habe, hier zu schreiben, auch wenn es mir eigentlich nicht so bewusst war und mir die Auszeit vielleicht auch ganz gut getan hat.

Liebe Malea,
ich hoffe, es geht dir schon wieder etwas besser mit deiner Erkältung. Ich habe heute auf dem Weg vom Büro nach Hause über die Zeichen nachgedacht. Diese Zeichen...ist es nicht vielleicht auch so, dass wir uns diese Dinge zurechtlegen, so dass wir das Gefühl haben, dass unsere Lieben noch irgendwo sind? Mir tut es ja selber sehr gut, das zu denken, aber vielleicht ist es auch nur eine Flucht und noch vor kurzer Zeit wäre es ganz normal gewesen, dass ein Schrank kaputt geht, Dinge umkippen oder uns eine Feder vor die Füße weht. Alles ganz normale Dinge, denen wir keinerlei Bedeutung geschenkt hätten. Das soll jetzt nicht so klingen, wie es klingt, denn wie gesagt, auch mir tut es sehr, sehr gut zu glauben, dass Frank an mich denkt, aber.... Habe heute ein Lied von Christina Stürmer gehört, "Weißt du wohin wir gehen", das mich eigentlich erst nachdenklich gemacht hat. http://www.youtube.com/watch?v=ji37ayjIQAw

Liebe Zitronenmond,
ich kann mir so gut vorstellen, wie es dir mit dem Korkenzieher ging. Ich wäre auch schier ausgerastet, denn gerade wenn man "nur" vier Dinge behalten hat, dann sind einem gerade diese, so banal sie auch sein mögen, besonders wichtig. Ich horte ja wie gesagt momentan noch alles, weiß aber auch, dass ich mich über kurz oder lang von vielen Dingen werde trennen müssen, wenn ich nicht irgendwann in einem Museum leben möchte. Ich habe mir eine große Holztruhe gekauft. Diese werde ich mit den wichtigsten Dingen von Frank füllen, wenn ich umziehe. Sie wird dann einen Platz irgendwo in der Wohnung bekommen - wahrscheinlich im Schlafzimmer - und ich kann mir die Dinge dann anschauen und sie anfassen, wenn mir danach ist, aber sie sind aus dem direkten Blickwinkel verschwunden, so dass man nicht jeden Tag an die "Sache" erinnert wird. Natürlich ist Franks Tod omnipräsent, aber irgendwann wird es ja vielleicht mal leichter und dann ist es gut, nicht jeden Tag direkt damit konfrontiert zu werden. Sein Bild bekommt aber natürlich einen Ehrenplatz.

Liebe Britte,
oh ja, ganz normale Alltagssorgen, wie die Tageszeitung, die nicht weggeräumt wird oder der Teller, der neben der Spüle steht. Wie gerne hätte ich das. Ich erwische mich schon dabei, dass es mich tierisch nervt, dass das Haus nun immer so aufgeräumt und sauber ist. Dinge sind banal geworden. Früher war es mir wichtig, dass Sonntagabend die Wäsche komplett gewaschen und gebügelt ist, damit ich gut in die Woche starten kann. Wie lächerlich. Wie unwichtig. Es gibt tausend wichtigere Dinge im Leben und nun geht es doch plötzlich auch, dass Dinge durchaus mal liegen bleiben.

Ach man Ihr Lieben, ich bin wirkich soooo froh, dass ich durch einen Zufall auf dieses Forum gestoßen bin und hier merke, dass es uns allen gleich geht und zu lesen, dass es scheinbar wirklich irgendwann wieder o.k. ist, das Leben. "Es wird wieder schön, aber ander", wie eines meiner Trauerbücher heißt. Noch mag ich nicht daran glauben, denn das Leben ist so leer und sinnlos, aber trotzdem gebe ich den Funken Hoffnung nicht ganz auf. Es gibt ja durchaus auch jetzt schon gute, fast sogar schöne, Momente. Am kommenden Freitag hat unser Patenkind Geburtstag, sie wird 10. Ich werde sie abends abholen und dann mit ihr zur Harry Potter Nacht gehen. Erst gucken wir den letzten Film und um Mitternacht kaufen wird das Buch. Das wird bestimmt ein netter Abend und ich freue mich durchaus schon ein wenig darauf.

Aber nun wünsche ich erstmal euch einen schönen Abend und süße Träume. Ich drück euch :in den arm nehmen: .
Eure Sternzeit

Inaktiver User
23.10.2007, 22:59
Diese Zeichen...ist es nicht vielleicht auch so, dass wir uns diese Dinge zurechtlegen, so dass wir das Gefühl haben, dass unsere Lieben noch irgendwo sind?

Die verstorbenen sind noch eine Weile auf der Erde und bei ihren Lieben. Genau so lange, wie es braucht.

Das ist so.

Ich habe dir etwas Längeres per PN geschrieben.

Sternzeit2506
25.10.2007, 16:00
Hallöchen,

gestern hatten Frank und ich unseren 20sten Jahrestag und was soll ich sagen - ich habe den Tag ganz gut verbracht, obwohl ich erst etwas Angst davor hatte. Meine beste Freundin kam zu Besuch und wir haben superlecker gekocht und viel guten Wein getrunken. Sie hat dann auch bei mir geschlafen und es war ein wirklich netter Abend mit vielen Gedanken an Frank, aber ganz ohne Tränen. In diesen Momenten denke ich dann immer, dass es doch Stückchen für Stückchen vorwärtsgeht. Ich habe das auch dringend gebraucht, nach der letzten katastophalen Woche. Hoffen wir mal, dass due "gute Phase" etwas länger anhält, als die letzte.

Euch noch einen schönen Tag mit positiven Gedanken!

Eure Sternzeit

Sternzeit2506
04.11.2007, 01:24
Hallo Ihr Lieben,

ich bummele gerade so durchs Forum, nachdem ich gerade nach Hause gekommen bin, und irgendwie schmerzen heute alle neuen Beiträge ganz besonders doll. Ich weiß gar nicht genau warum, aber heute ist das Leid ganz besonders deutlich rauszulesen. Aber wahrscheinlich empfinde nur ich so, denn schließlich ist unsere Trauer jeden Tag sehr schrecklich ist und vielleicht empfinde ich es auch nur heute so - warum auch immer.

Ich habe mir gestern eine weitere Wohnung angeschaut. Eine sehr schöne Wohnung. Direkt an einem See gelegen und mit Kamin. Eine wirklich tolle Wohnung. Wenn man denn umziehen will. Ich habe nun für mich beschlossen, dass ich vielleicht doch noch nicht soweit bin. Ich werde jetzt den Winter und diese trübe Jahreszeit doch noch in "unserem" Haus verbringen und vielleicht bin ich im Früher, wenn alles draußen freundlicher wird und wieder ein halbes Jahr vergangen ist, eher soweit, mir ein neues Zuhause zu suchen.

Nungut meine Lieben, ich wünsche euch eine gute Nacht bzw. hoffe, dass ihr diese bereits habt. Morgen einen guten Sonntag für euch und alles, alles Liebe!

Eure Sternzeit

Sternzeit2506
12.11.2007, 17:29
Ach man, irgendwie fällt mir momentan alles wieder furchtbar schwer und die Trauer ist wieder soooo groß.

Wann wird dieser Schmerz bloß aufhören und wann werden die Erinnerungen zu schönen Erinnerungen und nicht zu schmerzhaften Stichen im Herzen?

Heute saß ich im Board Meeting (Meeting von der ersten Führungsriege der Agentur) und es wurde über Resturlaube gesprochen. Prompt sprach mich unser Finanzchef an, dass ich ja nun noch meinen gesamten Jahresurlaub hätte. Autsch...ich erwiderte nur, dass dies ja wohl ein besonderer Fall wäre und habe danach 10 Minuten mit meinen Tränen kämpfen müssen. Er tat mir dann richtig leid, weil ich merkte, dass er mehrmals zu mir rüberschaute und ein megaschlechtes Gewissen hatte. Es ist ihm halt so rausgerutscht und er hat erst hinter gemerkt, was er angerichtet hat. Andererseits kann man ja auch verstehen, dass die Leute denken, nach 4 1/2 Monaten muss es ja nun mal besser werden. Denke ich ja auch, aber Theorie und Praxis sind leider himmelweit voneinander entfernt.

Am Donnerstag kommt meine Freundin aus Irland für ein paar Tage zu Besuch. Darauf freue ich mich sehr. Mit ihr kann ich stundenlang quatschen und sie ist eine der wenigen, der ich wirklich alles erzählen kann. Das mache ich nämlich nicht bei jedem, selbst nicht bei einigen guten Freunden. Meine Fassade klappt nämlich zwischnzeitlich fast perfekt. Dass es mich innernlich fast zerreißt vor Schmerz und dass ich zwischnzeitlich wieder sehr häufig darüber nachdenke, welchen Sinn mein Leben noch haben soll, das weiß so gut wie niemand.

Ist es euch eigentlich auch passiert, dass ihr jetzt das Leid an euch zieht? Bei mir kommt nun so ziemlich jeder an, dem es nicht gut. Die eine, die von ihrem Ex-Freund wegen des gemeinsamen Kindes tyrannisiert wird, die andere, bei der Verdacht auf Krebs besteht und die auf ihr Untersuchungsergebnis wartet, die nächste, die Stress im Job hat und kündigen will. Alles wird derzeit bei mir abgeladen. Und das sind alles Personen, zu denen ich vorher so gut wie keinen Kontakt hatte. Hilfe, lasst mich damit doch in Frieden. Aber natürlich höre ich geduldig zu und gebe Ratschläge um mir dann hinterher noch sagen zu lassen, dass ich es ja viel schwerer hätte etc. Genau Leute, ich habe es schwer. Verdammt schwer sogar und ich jammere auch nicht allen die Ohren voll - außer euch im Forum vielleicht :zwinker: .

Nungut, nun habe ich mir mal wieder etwas von der Seele geschrieben und ich muss nun auch schnellstens mal wieder arbeiten.

Euch alles Gute und etwas Sonnenschein in dieser dunklen, trübseeligen Jahreszeit.

Eure Sternzeit

Inaktiver User
12.11.2007, 17:57
Hallo liebe Sternzeit,

ich habe vorhin schon gelesen, was du bei Rita geschrieben hast und möchte dir ersteinmal sagen, wie total schön du Frank´s Beerdigung organisiert hast!! Wirklich wunderschön!

Mir ist es auch so gegangen, dass kurz nach dem Tod meiner Freundin alles auf mich reingeprasselt ist.

Noch am gleichen Tag habe ich erfahren, dass die Tochter meiner Pflegeschwester Leukämie hat, kurz darauf erkrankte ein guter Freund an Krebs, dann mein Schwiegervater und dann mein Schwager. Allen geht es eigentlich ganz gut im Moment aber der Schock saß tief!! Dann wurden nacheinander noch meine Eltern krank, da war ich echt bedient. Mir ist es auch unheimlich schwer gefallen, mir das anzuhören. Am liebsten hätte ich mir wie ein Kleinkind die Ohren zugehalten.

Man muss echt lernen irgendwann für sich selbst da zu sein.

Ich wünsch dir, dass es dir bald wieder besser geht :blumengabe:

LG,
malea

Inaktiver User
12.11.2007, 23:18
Liebe Sternzeit,



Ach man, irgendwie fällt mir momentan alles wieder furchtbar schwer und die Trauer ist wieder soooo groß.


Das kann ich so gut nachvollziehen, das geht mir gerade ganz ähnlich. Auf einmal sind da wieder Gedanken, die ich eigentlich schon als "ausgedacht" vermutete. Auf einmal ist es bei mir so, dass ich ihm wieder alles erzählen will. Dass ich dauernd in die Falle tappe und denke "ach, was ich ihm wieder schönes erzählen kann, wenn ich daheim bin". Oder auch "oh, das wird ihn interessieren, das muss ich mir merken". Dann dauert es einen Moment und ich realisiere das Ganze. Die Auswirkung ist dann zwar nicht mehr ganz so heftig wie früher, aber es fließen gerade wieder sehr viele Tränen. Vielleicht ist das eine weitere Phase, vielleicht wird das immer mal wieder so kommen und nur eben dieser letzte Teil, dass die Auswirkung nicht ganz so heftig ist, wird anders werden, weniger werden. Ich weiß es nicht. Ich hoffe es für uns, dass es weniger wird., dass es bald mal weniger wird.

Schicke Dir ein Kraftblümchen für diese Momente :blumengabe:
Schöne Grüße,
Vonna

Inaktiver User
12.11.2007, 23:45
Liebe Sternzeit,

habe gerade mein Buch rausgekramt. Das von damals.
Seine Schwester hat es mir geschenkt damals, es hatte lauter leere Seiten. Alle voll inzwischen.
Es tut mir gut, darin zu lesen.

Wäre das eine Idee? Du gehst in einen Laden und kaufst dir ein richtig schönes Buch mit leeren Seiten, so ein herzlich zurecht gemachtes, und da schreibst du ab und an alles rein, was dich umtreibt? Du kannst auch Frank schreiben darin. (Ich habe viel im direkten Gespräch geschrieben, stelle ich heute fest)

Vielleicht versuchst du das mal?
Nur so eine Idee...

Inaktiver User
12.11.2007, 23:52
Andererseits kann man ja auch verstehen, dass die Leute denken, nach 4 1/2 Monaten muss es ja nun mal besser werden. ....

Meine Fassade klappt nämlich zwischnzeitlich fast perfekt. Dass es mich innernlich fast zerreißt vor Schmerz und dass ich zwischnzeitlich wieder sehr häufig darüber nachdenke, welchen Sinn mein Leben noch haben soll, das weiß so gut wie niemand.

Ehrlich: Ich kann das nicht verstehen, dass es nach 4 1/2 Monaten wieder "besser" werden muss.

Früher gab es diesen Brauch, dass Witwen schwarz trugen. Ich habe mir das damals gewünscht: ein deutlich sichtbares Zeichen für jeden, dass es mir nicht gut geht, dass ich nicht normal funktioniere, dass ich nicht da bin für alle anderen, dass ich in einer Zeit bin, in der ich mit meinem Schmerz zurechtkommen muss - nicht ansprechbar! Oder auch: Verzeihen, wenn eine Witwe zickig wird, komisch wird, ätzend reagiert, weil sie eben im Ausnahmezustand ist.

schwarze Kleidung = Achtung! Hier lebt jemand im Ausnahmezustand! Bitte Rücksicht nehmen!

Das hätte ich soo gerne gehabt.
Aber heute ist es kitschig? Witwenkleidung zu tragen.

Die alten Frauen trugen schwarz bis ins Grab, meistens.
Die jüngeren Witwen trugen mindestens ein Jahr schwarz.
Und ein Jahr finde ich mindestens eine angemessen Zeit für Rücksichtnahme.

Überfordere dich nicht, Sternzeit.
Im Moment ist Rückzug wohl die beste Möglichkeit, um klarzukommen. Und wenn es ganz schlimm kommt mit den anderen, die dir ihr Päckchen auch noch aufhalsen: lass sie ruhig ab und an stehen damit. Du musst nicht alles tragen.

*legt Sternenzeit eine Wärmflasche an die Füße und deckt sie zu*

Sternzeit2506
13.11.2007, 18:28
Liebe Zitronenmond,
ein solches Buch habe ich von einer lieben Freundin geschenkt bekommen und ich schreibe ab und zu Briefe an Frank darin. Mein Problem ist aber, dass ich viel zu wenig Zeit für mich habe. Und das liegt auch an mir selbst. Letztes Wochenende z.B. hatte ich mich bewusst mal nicht verabredet. Ich wollte endlich mal zu mir kommen, mit meinen Tüddels schmusen, lesen und Dinge sortieren und prompt klingelte das Telefon und ich war wieder das ganze Wochenende unterwegs. Ich muss lernen, mit meiner Trauer auch einmal alleine zuhause zu sein und nicht immer in die Ablenkung flüchten. Seit 4 1/2 Monaten bin ich unter Dauerstrom. Früher war ich bei weitem nicht so viel unterwegs und ich habe die ruhigen Zeiten zuhause genossen. Allerdings waren diese Zeiten mit Frank zusammen und jetzt sitze ich dort alleine :knatsch: .

Liebe Malea,
ja, Franks Beerdigung war wirklich schön. Es waren ca. 130 Leute da und das hat mir noch einmal mehr gezeigt, was für ein toller Mensch Frank war. Und das schreibe ich nicht, weil er mein Mann war :smile: . Und du hast Recht, genau wie Zitronenmond, wir brauchen mehr Ruhezeiten, weil die Trauer doch wahnsinnig Kräftezehrend ist.

Liebe Vona,
oh ja, sie fehlen so, die Gespräche und diese Gedanken "das muss ich ihm heute Abend erzählen" tun so schrecklich weh. Ich habe schon in deinem Strang gelesen, dass es dir momentan auch nicht so dolle geht und dann immer noch diese Ungewissheit mit deinem neuen Freund. Warum ist das Leben nur so ungerecht? Und wenn alles einen Sinn hat, dann frage ich mich, worin dieser bei uns allen liegen soll.

Ihr Lieben, ich wünsche euch einen schönen Abend und knutsche euch alle ganz herzlich :kuss: .

Eure Sternzeit

Sternzeit2506
10.12.2007, 21:53
In welchem besch.....n Albtraum befinden wir uns eigentlich gerade? Ich begreife einfach nicht, dass mir das passiert ist. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mir Frank fehlt und wie unwirklich mir das alles vorkommt. Ich gehe zur Arbeit, komme nach Hause, kümmere mich um die Dinge, die getan werden müssen. Und bei allem und in jedem Moment vermisse ich Frank. Ich halte das nicht aus und ich will das so auch alles nicht. Ich hatte doch so ein tolles Leben mit einem tollen Partner an meiner Seite und nun soll das alles vorbei sein? Hilfe...ich halte das nicht aus. In der einen Stunde noch mit dem Liebsten, was ich in der Welt habe, telefoniert und eine Stunde später ist mein Leben komplett zerstört. Bin ich ganz alleine!

Inaktiver User
10.12.2007, 22:53
Und bei allem und in jedem Moment vermisse ich Frank.

Ich habe jetzt immer noch, nach vier Jahren, sehr, sehr viele Momente, in denen ich meinen Freund vermisse. Im Prinzip könnte ich es genauso sagen wie du, nur dass es nicht ganz stimmt, weil die Zeit doch einiges ändert - weil man mit anderem beschäftigt ist. Der Grönemeyer-Satz ist sehr treffend, finde ich: "Es tut gleichmäßig weh". Aber ich hatte zum Beispiel im letzten Urlaub so eine Zeit, wo er mir wirklich dauernd gefehlt hat. Da war es wieder sehr schmerzend.



Bin ich ganz alleine!


Nein, bist du nicht.
Du bist ohne Frank. Aber du bist nicht ganz alleine. :blumengabe:

Haferflocke
11.12.2007, 13:04
Liebe Sternzeit,
alles was Du beschreibst, kenne ich ganz genau. Ich habe mich die ganze letzte Woche so gefühlt, diese Woche ist es ein wenig besser. Das ist das, was mich aufrecht hält. Das Wissen, dass es nicht immer so schlimm ist. Nach den schrecklichen Phasen wird es zwischendurch auch immer wieder leichter, aber das kennst Du ja von Dir selbst, denke ich. Das Wissen macht die Zeiten der Hoffnungslosigkeit und der absoluten Sinnlosigkeit nicht leichter, sie tun furchtbar weh, man kann es nicht aushalten, egal man sich mit seinem Schmerz wendet und dreht...Aber das Wissen, dass es auch wieder vorbeigeht, läßt mich durchhalten und nicht aufgeben. Was hätte Frank dazu gesagt, wenn Du aufgeben würdest? Wir müssen durchhalten. Für uns und für die, die wir verloren haben. Sie hätten sich gewünscht, dass wir irgendwie weitermachen. Auch wenn es sehr schwer ist und manchmal unmöglich erscheint.
Bei mir ist es jetzt 3 1/2 Monate her, seit mein Freund verunglückt ist...mit 28.
Liebe Grüße,
Haferflocke

Inaktiver User
11.12.2007, 15:27
Das ist für euch

:in den arm nehmen: :engel: :blumengabe: :engel: :in den arm nehmen:

und das (http://www.bindungsenergetik.de/graphics/ZfB_web_Herz_Kerzen.jpg) für unsere Lieben

Liebe Grüße,
malea

Sternzeit2506
14.12.2007, 15:15
Hallo Ihr Lieben,

bei mir ist es die letzten Tage noch nicht sehr viel besser geworden mit der Stimmung. Wahrscheinlich hängt es auch mit der Jahreszeit und den ganzen festlichen Lichtern draußen zusammen. Und dazu noch der Gedanke, dass alle wild durch die Stadt flitzen, um Geschenke für ihre Lieben zu kaufen. Dass alle ein schönes Fest haben werden, nur wir nicht. Die Unsicherheit, wie man Weihnachten oder Silvester verbringen soll oder möchte. Dazu habe ich noch megastress im Job, so dass ich tagsüber nicht zum Nachdenken komme, dafür aber abends alles um so heftiger auf mich einprasselt. Ach man....ich weiß ja, dass auch wieder gute Phasen kommen, aber trotzdem ist momentan alles sehr schwer.

Ich bin immer wieder froh, hier im Forum zu sein und von euch aufbauende Worte zu bekommen. Denn ihr seid ja doch die einzigen, die wirklich nachvollziehen könnt, wie es uns so geht. Und ich finde es auch immer sehr tröstlich zu sehen, z.B. am Beispiel Frain, dass es irgendwann auch wieder gut werden kann, das Leben.

Ich sende euch gaaaaaanz viele dicke Drücker!!
Sternzeit

wolfsmond
15.12.2007, 10:16
Liebe Sternzeit,

ich drück Dich mal und halte Dich eine Weile fest, wenn ich darf!
:in den arm nehmen:

Wir schaffen das schon irgendwie, diese Feiertage zu überstehen.
Meine Tochter hat kürzlich zu mir gesagt: "Weißt Du Mama, Papa wird uns zwar immer fehlen, aber ich denke, wenn das erste Jahr ohne ihn überstanden ist, wird es besser."
Nun nüssen wir das erste Weihnachten und den ersten Jahreswechsel ohne ihn überstehen. Danach folgt noch einmal die schlimme Zeit, in der er ins KH eingewiesen wurde und die Diagnose und und und ... Am 20. März 2008 wird er dann bereits ein Jahr tot sein.

Es klingt vielleicht blöd, aber irgendwie tröstet es mich auch, dass ich mit diesem Schmerz nicht alleine bin. Ich habe meine Tochter an meiner Seite und ich habe Euch!!!

vlg
wolfsmond

Sternzeit2506
04.02.2008, 17:30
Hallo Ihr Lieben,

mein Gott, wie schnell die Zeit vergeht auf der einen Seite und wie lange sie einem vorkommt, andererseits.

Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, das ich mich soo lange nicht mehr gemeldet habe, aber irgendwie ging es nicht. Ich habe mir zwar tagtäglich eure Beiträge durchgelesen, aber mir fehlte irgendwie die Motivation, mich selbst mal wieder zu Wort zu melden, und das, obwohl ich viele Gedanken zu einigen Themen hatte. Heute habe ich aber in einem Strang gelesen, man soll nicht sang- und klanglos verschwinden und das finde ich eigentlich auch. Außerdem will ich ja auch gar nicht verschwinden.

Die letzten zwei Monate waren sehr anstrengend und ereignisreich für mich. Im Job weiß ich vor lauter Arbeit nicht, was ich zuerst machen soll und gesundheitlich geht es mir auch nicht besonders. Bei mir wurden starke Nierenprobleme festgestellt und die linke Niere wird mir nun in Kürze entnommen, da sie nicht mehr arbeitet. Eine meiner beiden Katzen war sehr krank und ich war ständig mit ihr beim Tierarzt (es geht ihr aber jetzt wieder besser J). Mein Schwiegervater hatte letzte Woche eine schwere OP, hat dieser aber gut überstanden. Ihr seht, es wird nicht langweilig. Und dabei hatte ich in 2008 echt große Hoffnungen gesetzt. Aber das einzig gute ist ja, dass es nach dem 30.06.2007 nicht mehr schlimmer kommen kann. Schlimm schon, aber nicht schlimmer. Hat doch auch was für sich …haha…..

Leider bin ich mit meiner Wohnungssuche auch noch nicht weiter gekommen. Momentan fühle ich mich wieder sehr wohl in dem Haus, weiß aber, dass ich über kurz oder lang ausziehen muss, weil es zum einen wirklich blöd ist, soviel Geld alleine für Miete zu zahlen und zum anderen geht bald die Gartensaison wieder los und ich weiß nicht, wie ich das alleine wuppen soll. Ist halt schon ganz schön viel Arbeit und wenn man abends selten vor 19:30 / 20.00 Uhr zuhause ist, verlagert sich alles auf das Wochenende.

Liebe Orenda, falls du das hier lesen solltest: ich bin sehr froh lesen zu können, dass es dir etwas besser geht. Ich beneide dich um deine Kraft, Dinge von Rainer auszusortieren und neue Möbel zu kaufen. Hut ab. Ich finde, da gehört ganz schön viel Kraft zu und dass du diese jetzt hast, finde ich toll, da du ja sehr lange an dir selbst gezweifelt hast. Ich hoffe, ich bin auch irgendwann soweit, wobei ich mich vor einigen Tagen langsam mit dem Gedanken angefreundet habe, mich so langsam von seiner Kleidung zu trennen. Natürlich würde ich ein paar wenige Dinge behalten, aber ansonsten handelt es sich ja um recht neue Sachen und es wäre doch ein Jammer, wenn sie nicht einem anderen Menschen Freude machen könnten. Es gibt ja genügend Menschen, die nur wenig haben. Ich hoffe sehr, dass ich diese Kraft auch noch am nächsten Wochenende habe und die Sachen dann wirklich aussortiere.

Nungut, ich muss leider noch etwas arbeiten, sonst liegt morgen früh noch so viel auf meinem Tisch. Ich wünsche allen einen schönen Abend und weiterhin viel Kraft und alles gute für die kommende Zeit.

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
04.02.2008, 20:38
Liebe Carmen,

ich hab immer in deinem Strang mitgelesen. Schön, dass Du Dich mal wieder meldest.
Es ist seltsam, wir kennen uns alle nicht und doch habe ich das starke Gefühl, dass hier eine echte Gemeinschaft ist.
Ich wünsche Dir für deine Operation wegen der Niere alles Gute.

Melde dich mal wieder.

Liebe Grüße,
Haferflocke

marko
04.02.2008, 20:45
Liebe Carmen,

ich hoffe es wird alles Gut und drück Dir zur Sicherheit die Daumen!
Du hast eine innerliche Stärke die kann ich nur bewundern, wie Du mit Deinem Krankheitsbild umgehst und dabei noch Deinen Mann ( Deine Frau) im Beruf stehst davor nehme ich den Hut ab.
Schicke Dir ein paar von meinen Kraftpaketen und hoffe sie helfen Dir.

Liebe Grüße
Birgit mit Marko im Herzen :liebe: :blumengabe: :liebe:

orenda
04.02.2008, 22:50
Hallo liebe Carmen,

ich habe es gelesen :smile: , danke :blumengabe: .
Ich finde es auch schön, dass Du Dich mal wieder meldest. Nicht schön finde ich, dass es Dir gesundheitlich nicht so gut geht. Ich wünsche Dir alles alles Gute und dass Du bald wieder gesund wirst. :liebe:

Ich kann Dich mit allem schon wieder so gut verstehen. Viel los bei der Arbeit, spät heimkommen, keine Zeit Sachen auszumisten - was man aber auch noch nicht wirklich will. Meine besten Ausmistaktionen sind aber die spontanen. Manchmal habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich dann so spontan bin, dass manche Sachen im Restmüll landen, die man eigentlich extra wegbringen müsste, aber wenn es noch Platz hat in der großen Tonne, dann kommen sie einfach da rein. Ich habe von Rainer auch die Klamotten aufgehoben, in denen er mir am besten gefallen hat, die ich an ihm mochte. Neulich dachte ich, ich schau mal wieder in den Schrank, langsam wäre es Zeit das Zeug wegzugeben. Ich stand vor dem Schrank und habe geheult. Also habe ich ihn wieder zu gemacht und mir gesagt "okay, dann halt noch nicht". Ich weiß, dass ich es eines Tages tun werde. Es kann auch ganz spontan schon morgen passieren. Aber heute eben nicht und das ist okay. Vielleicht muss man das mit etwas mehr Gelassenheit sehen. Hört sich komisch an, aber wenn es hilft.

Ich würde mich freuen mal wieder von Dir zu hören und ich halte Dir ganz fest die Däumchen, dass alles gut geht und Du wieder gesund werden kannst.

Liebe Grüße,
orenda

Sternzeit2506
05.02.2008, 18:03
Hallo zusammen,
lieben Dank für eure ganzen guten Wünsche bezüglich der bevorstehenden Nierensache. Ich gehe da ganz locker ran, mache mir eigentlich gar keine Gedanken, ob alles gut geht, sondern bin mir sicher, dass es so oder so gut sein wird. Keine Angst, ich wäre nicht froh, wenn es vorbei wäre, aber ich bin mir halt auch sicher, dass jeder seinen Todestag schon in die Wiege gelegt bekommt und außerdem würde ich ja freudig erwartet werden, wo auch immer :freches grinsen: .

Ich glaube, diese Art der Stärke habe ich von meiner Mutter geerbt, die immer sehr krank war, aber nie ihre Angst gezeigt hat, sondern immer für ihre Kinder da war. Ich bin ganz einfach so aufgewachsen. Der Professor meinte auch, ich würde das ja ganz schön locker hinnehmen, aber ich denke, es bringt ja nichts, deswegen in Depressionen zu verfallen. Es ist wie es ist und ich kann es nicht ändern. Also kann ich nur optimistisch in die Zukunft blicken, das hilft mir mehr, als alles andere.

Ohja, die Sache mit "ich guck mal kurz in den Schrank" kenne ich auch und habe es deswegen auch einfach schon ein paar Wochen nicht mehr gemacht. Seine Schrankhälfte ist einfach nicht mehr in meinem Fokus, ich sehe sie eigentlich gar nicht. Komisch.

In zwei Wochen fahre ich übrigens für vier Tage nach Oslo. Franks alte Agentur hat mich eingeladen. Sie machen jedes Jahr anstelle einer Weihnachtsfeier eine kleine Tour und dieses Jahr geht es nach Oslo. Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut und spontan zugesagt, habe jetzt aber doch Angst vor meiner eigenen Courage. Ich habe von den 20 Kollegen gerade mal die beiden Geschätsführer und eine Kollegin von Frank seitdem gesehen, weil ich mich bisher noch nicht getraut hatte, dort vobeizugehen. Nun habe ich etwas Bammel, dass mich alle zu sehr an Frank erinnern werden. Andererseits möchte ich den Kontakt dorthin nicht verlieren, denn ich kenne die meisten schon seit ca. 14 Jahren. Sie waren schon auf unserem Polterabend. Damals haben Frank und ich nebenberuflich in dieser Eventagentur gearbeitet, bevor Frank dann vor zwei Jahren ganz dort eingestiegen ist. Achwas, das wird schon klasse werden und ich werde das Ganze gut überstehen.

Ich finde übrigens auch, genau wie Haferflocke, dass dieses Forum eine echt starke Gemeinschaft bildet. Man leidet genauso mit den anderen, wie man sich auch freut, wenn es etwas Positives zu berichten gibt. Ich denke häufig an viele hier aus dem Forum und an ihre Geschichten. Und so krank wie es ja eigentlich ist, es tut gut "nicht alleine" zu sein mit seinem Schicksal. Ich ertappe mich auch manchmal auf dem Friedhof dabei, wie ich auf die Todesdaten schaue um zu sehen, ob noch jemand in Franks Alter dazugekommen ist. Man darf das gar nicht erzählen...

Meine Lieben, ich wünsche euch einen guten Abend und sende gaaaaaaaaaanz liebe Grüße.
Carmen

Sternzeit2506
30.04.2008, 10:11
Hallo Ihr Lieben,

habe in Orendas Strang gelesen, dass Haferflocke mich vermisst. Da bin ich. Habe in den letzten Wochen nur mitgelesen und hatte keine große Motivation, mich zu melden, weil es irgendwie auch nichts zu erzählen gibt.

Nichts, was eh nicht schon alle wissen. Und wie ich schon mal geschrieben habe, ich bin es langsam leid, immer nur von meiner Trauer zu sprechen, von dem Schmerz, den ich immer noch so sehr verspüre, wenn ich an Frank denke. Von den Tränen, die manchmal nur noch nach innen fließen, weil kein anderer sie mehr sehen soll. Müde von allem. Mein Leben hat seinen Sinn verloren und ich weiß nicht, wie es weitergehen wird. Kann mir gar nicht vorstellen, wie ich ohne Frank leben können soll, obwohl ich es natürlich schon seit 10 Monaten praktiziere. Ich lebe. Wie, ist dabei unwichtig.

Das klingt jetzt alles sehr dramatisch und sehr verzweifelt, aber ihr müsst euch keine Sorgen machen. Zwischendurch geht es ja auch mal ganz gut, dann kommt glatt ein Fünkchen Lebensfreude zurück. . Die meisten denken dann sicherlich auch, dass es mir schon wieder „gut“ geht, weil ich mich halt fast normal verhalte. Ich lache zwar nicht mehr ganz so oft und auch nicht mehr so ausgelassen, wie noch vor einem Jahr, aber ich lache. Und ich mache Unternehmungen. Und ich treffe mich mit Freunden. Und ich esse und schlafe. Aber wie heißt es schon bei „Ich & Ich“ „…ist alles nur Fassade, schau mal genauer hin…“ (http://de.youtube.com/watch?v=oxfuXVTvxyA&feature=related). Und genau diese Fassade ist verdammt gut und ich bin froh, sie zu haben.


Mit meiner Niere geht es leider auch noch nicht besser. Sie wurde mir zwar noch nicht entnommen, aber sie funktioniert definiert nicht mehr und der Urin staut sich. Nun war ich schon 3 x im Krankenhaus und habe viele Eingriffe und Untersuchungen hinter mich gebracht, lief wochenlang mit einem Beutel am Bein rum, aber die Ursache, warum das alles so ist, haben sie noch immer nicht rausgefunden und sind nach wie vor ratlos. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Krankheit auch psychische Ursachen hat und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich den Ärzten auch nicht erzählt habe, dass Frank gestorben ist. Sie sehen die fröhliche junge Frau, die immer gut drauf ist und immer einen Spruch auf den Lippen hat. Die, die an alles positiv ran geht. Mein Professor sagte schon mehrmals, wie sehr viel Spaß es mit mir machen würde und er es toll findet, wie ich das alles meistere. Seht ihr, das meine ich damit, dass meine Fassade top ist. Ich glaube er wäre geschockt, wenn er erfahren würde, was ich die letzten 10 Monate durchgemacht habe und immer noch durchmache.

All das sind Gründe, warum ich nur täglich mitlese, aber mich nicht mehr zu Wort melde, obwohl ich viele Gedanken zu euren Beiträgen habe und den Dialog mit euch auch fast ein wenig vermisst habe. Wie ja immer wieder gesagt wird, wir sind fast so etwas wie eine Familie. Eine sehr harmonische Familie, die versteht, wovon die anderen Familienmitglieder sprechen.

Liebe Haferflocke, habe heute Morgen gelesen wie schwer dir die Begegnung mit den Bergen fällt und ich kann dich so verdammt gut verstehen. Bei mir ist dieser besondere Ort Sylt. Dort war ich mindestens zweimal im Jahr mit Frank und dort haben wir unsere schönsten und intensivsten Urlaube verbracht. Ich hatte vor ca. 4 Wochen die Gelegenheit, das erste Mal wieder den Fuß auf diese Insel zu setzen. Ich musste geschäftlich mit meinen Chefs für zwei Tage nach Sylt. Wir saßen zwar fast nur im Konferenzraum, aber ich war auf der Insel. Und es war gut. Ich habe abends auch kurz unsere Vermieter besucht. Als Überraschung und die haben sich riesig gefreut mich zu sehen. Die beiden sind schon fast so etwas wie Freunde geworden, schreiben regelmäßig Mails und erkundigen sich nach mir. Wie gesagt, der erste Schritt ist getan und ich fand es gut, beim ersten Mal in einer Begleitung zu sein, die nicht weiß, wie sehr ich an Sylt hänge. Ich habe mich tapfer geschlagen, nur ganz wenige Tränen, und ich hatte das Gefühl „nach Hause“ zu kommen. Nun bin ich gewappnet für einen ersten Urlaub auf Sylt, den ich auch alleine dort verbringen werde, um von allen Orten, die uns wichtig waren, Abschied zu nehmen. Sabine, die Vermieterin, erzählte mir von einer Frau, die ganz plötzlich bei ihnen auf dem Hof stand. Auch sie hatte ihren Mann verloren und war nun dabei, im ersten Jahr alle Orte aufzusuchen, die ihnen wichtig waren. Sie kommt nun wieder regelmäßig nach Sylt.

Ich habe mir das ein bisschen zum Vorbild genommen und war zum Beispiel am letzten Wochenende auf dem Milchhof, bei dem wir immer unsere frische Milch gekauft haben. Auch ein ganz besonderer Ort, weil wir dort jedes Wochenende waren und Frank immer die Kühe gekrault hat. Diesen Samstag hat Franks Vater Geburtstag und wir gehen zu unserem Stamm-Italiener, auch schon fast ein Freund. Ich war seit 10 Monaten nicht mehr dort. Zuletzt an meinem Geburtstag am 25.06, 5 Tage vor Franks Tod. Es wird schwer werden, aber auch da muss ich durch. Sonntag treffe ich einen alten Freund von Frank, den ich seit der Trauerfeier nicht mehr gesehen habe. Er hatte Angst, sich bei mir zu melden, hat es nun aber doch getan. Wird auch schwer, aber ich gehe es an.

Was ich sagen möchte, liebes Flöckchen, dass wir da wohl durch müssen, auch wenn es noch so sehr weh tut. Aber auf der anderen Seite wäre es doch schade, wenn wir diese Dinge, die uns so sehr mit unseren Partnern verbunden haben und noch immer verbinden, verlieren würden. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und werde in Gedanken bei dir sein, wenn du im Spätsommer in die Berge fährst. Du wirst sehen, es wir dir gut tun.

So, genug geschrieben, ich muss dringend weiter arbeiten. Ich wünsche euch einen guten, sonnigen Tag und einen schönen Feiertag morgen!

Fühlt euch gedrückt!
Carmen

P.S.: Liebe Orenda, es freut mich übrigens sehr, dass es dir besser geht. Habe mit zeitweise echt Sorgen gemacht und bin froh zu lesen, dass es aufwärts geht. Vielleicht gehts dir auch besser, weil du viel zu tun hast und dadurch sehr gut abgelenkt wirst (so geht es mir immer), aber der Grund ist ja egal. Du hast eine Pause, in der du mal wieder Luft holen kannst, und das ist gut. Ich freu mich für dich.

Haferflocke
30.04.2008, 13:27
Liebe Carmen,

schön, dass Du Dich mal wieder meldest.
Ich kann Dich so gut verstehen, wenn Du von der Fassade schreibst...Und es leid zu sein, anderen die Trauer zu zeigen. Je länger ich trauere, desto weniger bin ich bereit, sie nach aussen zu verbalisieren (ausser ganz engen Freunden und meiner Mutter gegenüber). Wohl weil man sich den Schuh der "Gesellschaft" anzieht und es den anderen nicht immer zumuten will, "weil es ja langsam mal leichter werden könnte". Ich habe keine Lust, mich schief anschauen zu lassen oder gar zu rechtfertigen....Da behalte ich meine wahren Gefühle lieber für mich....
Wichtig ist, dass sie trotzdem ein Ventil haben, denke ich mir. Ich schreibe viel Tagebuch und öffne mich meiner Mutter gegenüber.
Sprichst Du mit gar niemandem?

Dass das mit Deiner Niere noch nicht besser ist, tut mir leid. Vielleicht solltest Du dem Arzt doch sagen, was in deinem Leben passiert ist? Körper und Seele gehen nunmal Hand in Hand und wenn Du dem Arzt quasi nur die körperliche Seite zeigst, dann schmälert es vielleicht die Chancen, dass es mit der Niere bald wieder gut wird? War so ein Gedanke.

Was Du über die besonderen Orte gesagt hast, damit hast Du sicher recht. Wir sollten nicht noch die Orte verlieren, die uns mit unseren Liebsten verbinden und wo wir sie "finden" können. Aber die Angst vor dem Schmerz ist doch sehr groß. Ich habe schon bald nach dem Tod meines Freunden eine kleine "Abschiedstour" zu bestimmten Orten gemacht. Dort geweint und ihm in meinem Tagebuch geschrieben. Das war traurig, aber auch gut.
Ich hoffe, dass es mir mit den Bergen ähnlich ergeht, wenn ich mich im Sommer überwinden kann....ich sehne mich nach den Bergen und habe gleichzeitig Angst...

Ach, liebe Carmen, während ich hier so schreibe und daran denke, wie Du über den immernoch so großen Schmerz über Franks Tod schreibst, dann kann ich das sooo gut verstehen...
Auch ich frage mich oder besser gesagt meinen Freund an manchen Tagen: "Und jetzt, M.? Wie soll ich bitteschön weitermachen ohne Dich?"
Ich kann so oft nicht mehr und doch geht es immer weiter....
Oft muss ich an Heine denken: "Manchmal wollt ich fast verzagen und ich glaubt ich trüg es nie. Und dann hab ich’s doch getragen. Frag mich nur nicht, wie.“

Machs gut, Carmen, und melde Dich wieder einmal.
Traurige Grüße,
Haferflocke

Haferflocke
25.06.2008, 09:54
Liebe Carmen,

wenn ich es an anderer Stelle recht verstanden habe, dann hast Du heute Geburtstag:blumengabe:
Dazu wünsche ich Dir alles, was Du brauchst, um vielleicht irgendwann wieder glücklich zu werden. Vor allem Gesundheit,Zufriedenheit und Kraft, deinen Weg mutig weiter zu gehen...

Ganz liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
25.06.2008, 10:17
Liebe Haferflocke,

lieben Dank für deine Geburtstagswünsche und dir noch alles Liebe nachträglich :kuss: .

Heute ist ein harter Tag für mich und ich habe schon sehr viele Tränen vergossen. In 5 Tagen ist Franks erster Todestag und diese Kombination passt so gar nicht. Eigentlich soll man sich doch an seinem Geburtstag erfreuen. Irgendwann geht das bestimmt auch wieder, aber noch nicht in diesem Jahr. Habe jetzt meine Bürotür fest verschlossen und arbeite still und leise vor mich hin, so dass meine Augen in Ruhe abschwellen können :knatsch: .

Ich hoffe, dir geht es soweit ganz gut. Ich lese immer noch ganz intensiv bei euch allen mit, mag aber nicht mehr so richtig schreiben. In Gedanken bin ich aber ständig bei euch. Und vielleicht packt mich irgendwann auch mal wieder die Lust, denn ich merke jetzt auch gerade, dass es mir doch gut tut.

Alles Liebe und nochmals vielen Dank,
Carmen

Haferflocke
25.06.2008, 12:02
Liebe Carmen,

ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich fühlen magst. Der erste alleine-Geburtstag an sich ist schon hart und dann der erste Todestag von Frank so nah...Klar, dass da die Tränen fließen. Ich wünsche Dir, dass sich der Tag für dich vielleicht doch noch wendet und Du noch etwas Schönes vorhast und liebe Menschen um Dich.

Ich habe ja am Wochenende auch gelitten. Konnte mich dem nicht entziehen, nichts verdrängen, war gezwungen die Traurigkeit auszuleben. Jetzt, wo die Woche wieder begonnen hat und der Alltag ein wenig Ablenkung bringt, geht es mir wieder besser. Aber trotzdem, nichts ist mehr wie bisher, weil er immer fehlt. Alles ist anders geworden.

Schreib nur, wenn Dir danach ist und es Dir gut tut, oder lies einfach nur still mit. Ich hab auch manchmal keine Lust zu schreiben und dann doch wieder.

Lieben Dank auch für Deine Geburtstagsgrüße,
Haferflocke

orenda
25.06.2008, 12:51
Liebe Carmen,

auch ich wünsche Dir alles Gute zum Geburtstag. Ich schicke mal einen kleinen Glückskäfer (http://cards.guweb.com/seelenfarben/create?image=http://www.seelenfarben.de/pk/postkarte1388.jpg) bei Dir vorbei mit meinen Geburtstagswünschen. :smile:

Gerade heute morgen dachte ich es auch wieder - alles ist anders geworden. Ich habe ein neues Leben, eins das ich mir nicht selbst ausgesucht habe, aus dem ich erst schaue, was ich machen kann und will. Aber ich habe eins und ein intensives noch dazu. Manchmal vielleicht schon zu intensiv :freches grinsen: .

Ich wünsche Dir zu Deinem Geburtstag, dass die schönen Momente immer mehr und länger werden und die traurigen Momenten immer weniger und kürzer.

Alles Liebe,
orenda

Sternzeit2506
25.06.2008, 17:15
Hallo Ihr Lieben,

es geht zwischenzeitlich etwas besser, weil die Anrufe und persönlichen Glückwünsche langsam nachlassen. Heute Abend werde ich mir das Fußballspiel beim Fanfest Hamburg anschauen. Frank's Agentur organisiert dies (Frank war vor 2 Jahren verantwortlich für die WM) und daher habe ich eine VIP-Ausweis, so dass ich nicht in der Menge, sondern auf der Tribüne stehen werden, umgeben von lieben Menschen, die nicht wissen (bis auf 3 und die verraten nix), dass ich heute Geburtstag habe. Das wird bestimmt sehr nett. Und morgen ist ein neuer Tag und der erste "alleine-Geburtstag" liegt hinter mir. Dann heißt es nur noch, den Montag irgendwie zu überstehen und dann kann langsam wieder nach vorne geschaut werden. Heute Abend schaue ich mir noch eine Wohnung an; wer weiß, vielleicht wird der Tag ja doch noch gut :smile: .

Liebe Haferflocke, das stimmt, sie fehlen immerzu. Ich habe in Lyanna's Strang gelesen von deiner Begegnung mit den beiden Mädchen im Supermarkt. Diese Situation kenne ich. Plötzlich fühlt man sich noch alleiner, als man es eh schon ist und das Herz schmerzt noch mehr als sonst. Irgendwann mal wieder unbeschwert durchs Leben gehen - vielleicht irgendwann einmal auch mit einem neuen Partner - das wäre doch wirklich schön.

Orenda, lieben Dank für den tollen Käfer. Meine Schwiegerma ist der totoale Marienkäfer-Fan. Sie hat in 1 1/2 Wochen Geburtstag und da werde ich diesen doch gleich nutzen. Deine Sätze über dein intensives, neues Leben klangen so positiv und dann habe ich in deinem eigenen Strang gelesen, dass du gestern wieder so sehr traurig warst. Es holt uns halt doch immer wieder ein und wir können davor nicht weglaufen. Seufz....

Ich werde jetzt langsam meinen Rechner runterfahren und die heiligen Hallen hier verlassen, um pünktlich bei der Besichtigung zu sein. Drückt mir die Daumen, dass ich endlich mal ein gutes Gefühl habe und mir vorstellen kann, dort alleine zu wohnen.

Euch noch einen schönen Rest-Tag und weiterhin viele Sonnenstrahlen :Sonne:

Lyanna
25.06.2008, 18:58
Liebe Carmen :blumengabe:

Zum Geburtstag auch von mir die herzlichsten Glückwünsche :blumengabe:
und viel Spass heute abend auf dem Heiligengeistfeld ...
oder bist du woanders?

Ich wünsche dir von Herzen eine netten und spannenden Abend
und den richtigen Blick und Griff für deine neue Wohnung!
Wenn sie dir gefällt ...dann "Zack und Schnapp"!:freches grinsen:
Ich drück dir sämtliche Däumchen.:smile:

Alles Liebe für dich :wangenkuss: :blumengabe:

:liebe:
Lyanna

Sternzeit2506
26.06.2008, 15:21
Liebe Lyanna,

vielen Dank für die lieben Wünsche, ich habe mich sehr darüber gefreut. Ja genau, ich war auf dem Heiligengeistfeld. Das Spiel und die Stimmung waren ziemlich klasse und ich habe glatt vergessen, dass ich Geburtstag habe. Also Ziel erreicht.

Habe neulich schon gedacht, dass du aus "meiner Gegend" kommen musst, weil du vom Harley Treffen gesprochen hast - klar war ich dort auch, habe ich schließlich die letzten Jahre zusammen mit Frank organisiert :smile: .

Die Wohnung war eigentlich ganz schön. Tolle Aufteilung und ich sah meine Möbel schon stehen. Der Vermieter, mein Schwippschwager glaube ich (der Schwager von Franks Bruder), ist sich allerdings noch nicht ganz klar, ob er sie wieder vermieten möchte oder ob sie erstmal leer bleibt. Insofern ist noch alles offen und ich schaue mich weiterhin nach einer schönen Bleibe um. Er ruft mich in den nächsten Wochen an und dann schauen wir weiter. Aber vorstellen könnte ich mir schon, dort mit Tapsi, meiner Katze, zu wohnen.

Liebe Grüße an Alle,
Carmen

Sternzeit2506
27.06.2008, 22:16
Heute ist wieder alles so schwer. Er fehlt so sehr, dass es weh tut. Furchtbare Schmerzen im Herzen. Ich mag nicht mehr trauern, es geht irgendwann an die Substanz.

Am 7. Juli gehe ich wieder einmal ins Krankenhaus (das fünfte Mal seit Februar) und dann wird endlich die Niere entfernt. Und ich bin erstaunt, wie ruhig ich bei diesem Gedanken bin. Aber ich habe ja auch nichts zu verlieren. Mein Wichtigstes wurde mir genommen.

Gerade in Zeiten wie dieser fehlt mir meine Mutter so unendlich und ich fühle mich so furchtbar alleine, obwohl ich es nicht bin. Meine Geschwister, meine Schwiegereltern und mein toller Freundeskreis sind immer für mich da. aber wie lange mag man ihnen noch die Ohren volljammern?

Ach man, heute ist die ständige Frage dieses "WARUM". Warum er, warum ich, warum überhaupt? Und niemand kann einem eine Antwort geben. Und nichts ändert sich.

Ich wünsche euch eine ruhige Nacht.
Eure Carmen

Lyanna
27.06.2008, 23:59
Liebe Carmen :blume:

:in den arm nehmen: In stillem Mitfühlen und Verstehen :in den arm nehmen:

Lyanna

Haferflocke
28.06.2008, 07:48
Ach, liebe Carmen, auch ich fühle mit Dir. :in den arm nehmen: Ich kann Dich so gut verstehen. Man ist nicht allein, aber es fühlt sich so an, weil einen keiner mehr so in den Arm nimmt, wie er. Es ist etwas anderes, wenn andere einen umarmen. Keiner hört mehr so zu...

Auch mich hat gestern das Gefühl angeschrieen, das so oft nur einen Inhalt hat: "Er ist weg und das ist so unfair!!!! Ich will das nicht!!!!!"
Ein Kollege erzählte, dass er mit seiner Freundin in den Urlaub fährt, nach Österreich zum Wandern und Biken. Das wäre auch ein Urlaub meinen Freund und mich gewesen gewesen. Ähnliches hatten wir für letzten September geplant und dann kam er einfach nicht aus dem Urlaub zurück....Ich dachte, warum darf der Kollege das noch? Oder andersrum: Warum kann ich nicht mehr mit meinem Liebsten fahren? Ich hab mich ins Bett geflüchtet, um zu vergessen, leider hat mich die Traurigkeit in meine Träume verfolgt. Schon im Traum habe ich darüber gegrübelt, warum die Traurigkeit mich nicht losläßt und ich habe überlegt, ist das heut ein besonderer Tag? Ist es heute schon ein Jahr? Aber nichts dergleichen. Das liegt noch vor mir....Wegen der traurigen Träume war es auch nicht so schlimm, heute schon sehr früh zur Arbeit zu müssen....

Am Montag, liebe Carmen, werde ich an Dich denken. Dann ist das erste Jahr für Dich um. Bei all der Trauer solltest Du nicht vergessen, auch ein wenig Stolz auf Dich zu sein, dass Du dieses Jahr alleine gemeistert hast. Ich denke, Frank wäre oder ist auch stolz auf Dich...Es ist eine große Leistung, zu überstehen, was uns passiert ist. Es erfordert Mut und Kraft und sicher auch Lebenswillen. Oft spüre ich den selbst nicht, aber irgendwie muss er wohl da sein, denn sonst wären wir vielleicht auch schon nicht mehr auf dieser Erde...

Liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
01.07.2008, 16:18
Lieber Haferflocke,

nun liegt das erste Jahr hinter mir und was soll ich sagen? Ich habe diesen Tag erstaunlich gut rumgekriegt. Ich hatte ja ein wenig Angst davor, dass Frank noch weiter weg rückt, aber ich war eigentlich gestern ganz gut drauf und bin es heute auch noch. Wenn ich bedenke, wie schwer die letzten Tage waren - vor und nach meinem Geburtstag - und wieviel ich da wieder geweint habe, bin ich wirklich positiv überrascht, dass es mir grade jetzt gut geht. Vielleicht ist es aber auch das Gefühl, dass ich jetzt alles einmal ohne ihn erlebt habe und dass jetzt so langsam nichts mehr auf mich zukommen kann, was ich nicht schon einmal alleine erlebt habt. Natürlich wird Frank weiterhin an jeder Ecke fehlen, aber irgendwie wird es jetzt anders. Zumindest hoffe ich das und ich hoffe, dass das gute Gefühl endlich mal etwas länger anhält.

Das Gefühl mit dem "ich will das auch mit meinem Partner machen" (in Urlaub fahren, Essen gehen, Spazieren etc.) kenne ich soooooo gut. Wie häufig ich denke das und wie häufig schüttel ich insgeheim den Kopf darüber, wenn sich Päarchen über belanglose Dinge streiten. Dann denke ich immer, sie sollten doch froh sein, dass sie sich haben und dass es doch viel wichtigere Dinge im Leben gbit. Aber wahrscheinlich denke ich das nur, weil ich etwas so unvorstelbar Schreckliches erlebt habe, denn schließlich gab es auch bei Frank und mir belanglose Diskussionen, wie wohl überall.

Ich habe vergangenen Samstag Urlaub mit meiner Freundin gebucht. Der erste Urlaub seit März 2007, ich habe noch meinen gesamten Resturlaub, weil ich immer Angst hatte, alleine Urlaub zu haben. Aber nun freue ich mich auf Ägypten. Da macht es sich dann doch bezahlt, wenn man ein paar Single-Freundinnen hat :freches grinsen:

Ich wünsche euch weiterhin veil Sonnenschein und einen guten Tag.

Carmen

orenda
01.07.2008, 16:27
Liebe Carmen,

das hört sich doch ganz gut an, finde ich. War bei mir ähnlich, dass die Tage vor dem Jahrestag schlimmer waren und da Du gerade da noch Geburtstag hattest, dann kommt da schon was zusammen. Umso besser, wenn das dann durchgestanden ist. Du weißt, es geht, es kann schlimm sein, aber es geht vorbei.

Das mit dem Urlaub finde ich toll, bin ganz neidisch. Sollte mich auch endlich darum kümmern, wollte doch auch so gern wegfahren diesen Sommer. Aber vielleicht mache ich eine Radtour mit einer Freundin um den Bodensee, mal schauen. Es muss ja nicht jedes Mal was weiß ich wohin gehen :smirksmile: . Und vielleicht klappen die paar Tage Italien ja auch noch. Wäre toll...

Als erstes hoffe ich aber mal, dass ich mein momentanes Tief endlich überwinde. Mir geht es gerade irgendwie nicht so toll. Ohne dass ich genau weiß, warum eigentlich. Habe gerade mein Schlafzimmer umgeräumt, ein Zeichen dafür, dass es mir nicht so gut geht, das habe ich meistens dann gemacht, wenn ich ein deutliches äußeres Zeichen brauche, um mir zu sagen "Schluss mit der Trauerphase, mit dem Loch". Hoffentlich hilft es.

Ich wünsche Dir noch einen sonnigen Tag, wann geht es denn in den Urlaub?

Liebe Grüße,
orenda

Sternzeit2506
01.07.2008, 17:45
Nun ist es auch mir das erste Mal passiert, dass alles, was ich geschrieben habe, weg ist. Also gut, dann nochmal von vorne:

Hallo Orenda,
schön dich zu lesen :freches grinsen: !

Wollte dir auch schon in deinem Strang schreiben, aber du bist mir glatt zuvor gekommen. Daher nun hier, bei mir.

Ich habe gelesen, dass es dir leider gerade mal wieder nicht so klasse geht. Dass du diese eine Frage immer wieder im Kopf hast: WARUM! Ich habe gerade letzte Woche meiner Schwiegermama eine SMS mit nur diesem einen Wort geschickt. Weil auch ich es nicht wahrhaben kann und will, dass uns allen etwas so Schreckliches passiert ist. Dass da abends niemand mehr ist, der auf einen wartet, sich freut und einen in den Arm nimmt, dass niemand mehr da ist, der zuhört und gute Tipps gibt, dass niemand morgens neben einem liegt und verschlafen aus der Wäsche guckt, keiner mehr da, der seine kalten Füße unter meine Bettdecke schiebt. Dass einem einfach das Liebste auf Erden genommen wurde. Das ist so unvorstellbar und tut immer wieder weh, egal, wann ich daran denke. Es gibt Tage, da kann man das gut beiseite schieben und diese Gedanken einfach nicht zulassen. Und dann wieder überrollt es einen mit einer solchen Kraft, dass es einem fast die Luft zum Atmen nimmt. Und dann ist da wieder dieses eine Wort: WARUM??

Ich hoffe sehr, dass du bald aus diesem Tief wieder rauskrabbeln wirst und wieder so positiv nach vorne schauen kannst, wie du es so häufig tust, wofür ich dich häufig bewundere. Ich bin in Gedanken auf jeden Fall bei dir, vielleicht hilft das ja ein wenig.

Ja, auf meinen Urlaub freue ich mich auch riesig. Es geht am 7. August los. Ich hoffe sehr, dass ich bis dahin wieder fit bin (habe ja am 7.7. meine Nieren-OP), aber die Ärzte und ich sind da sehr zuversichtlich. Wir machen erst eine Woche Nilkreuzfahrt und in der zweiten Woche werden wir faul am Roten Meer liegen und uns unsere Bäuche verbrennen lassen. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass es nur noch 5 Wochen sind. Yippieh! Endlich entspannen, mal an was anderes denken, gut essen, leckeren Wein trinken. Ach, wäre doch bloß schon August. :Sonne:

Alles Liebe zurück und noch ganz viele Sonnenstrahlen, damit Licht in dein Tief kommt.

Carmen

orenda
01.07.2008, 18:09
Liebe Carmen,

danke für Deine Worte. Es ist schon ein wenig Licht in meinen Tag gekommen, so genau kann ich gar nicht sagen woher. Manchmal ist das aber das beste Licht. Ich bin zwar alles andere als zufrieden mit meinem Tag heute, weil ich, wenn ich schon krank daheim bleibe, eigentlich so viel tun wollte und nichts davon gemacht habe. Ich Dummerchen, dabei wusste ich doch genau, dass es so kommen würde. Aber ich habe viel nachgedacht, habe viel in einem interessanten Buch gelesen und vor allem ein Kapitel entdeckt, in dem ich mich sehr wieder gefunden habe. Das hat mich zum Nachdenken angeregt und ich glaube, ich habe einige Entschlüsse, Entscheidungen oder so in der Art vorangetrieben oder sogar getroffen, die mich weiter bringen könnten. Ich will das nachher für mich noch unbedingt aufschreiben, sonst habe ich das Gefühl, es zieht alles nur irgendwie an mir vorbei, das ist nicht gut.

Ich halte Dir ganz ganz fest die Daumen und werde an Dich denken zu Deine OP. Ich hoffe, dass alles gut geht und dass Du dann einen Monat später deinen Urlaub genießen kannst. Ich wollte auch schon immer mal nach Ägypten, grüß mir die Pyramiden, dass das klar ist :freches grinsen: ! Mir wäre es nur gerade zu heiß dort, was das angeht bin ich keine so heiße :freches grinsen: .

So und nun werde ich mal noch ein paar Mails beantworten und dann die Weisheiten des Tages für mich zusammen schreiben. Vielleicht bleibt danach sogar noch etwas Zeit zum Malen übrig.

Liebe Grüße,
orenda

Haferflocke
02.07.2008, 05:31
Liebe Carmen,

es freut mich zu hören, dass der erste Jahrestag nicht soooooo schlimm war und Du ihn gut überstanden hast. Ich hab nicht geschrieben, aber an Dich gedacht...Ich freu mich auch, dass Du schöne Pläne hast. Jetzt musst Du "nur" noch die OP hinter dich bringen, ich werde Dir ganz fest die Daumen drücken.

Ich weiß garnicht so richtig , welches für mich der Tag sein soll oder ist. Der Tag, als er in den Urlaub flog und wir uns zum letzten Mal sagen? Der Tag, von dem wir annehmen, dass der Unfall passiert ist? Oder der Tag, als die Suche nach ihm und seinem Begleiter ergebnislos beendet wurde? Ich werde es wohl fühlen.
Langsam bekomme ich richtig Angst vor der Reise in das Land, in dem alles passiert ist. In weniger als 4 Wochen ist es soweit. Ich fahre mit seinen Eltern dorthin. Alles wird ganz nah sein. Ich hasse dieses Land jetzt schon, auch wenn das Land für das alles nichts kann. Das wird kein Urlaub im eigentlichen Sinne werden und ich wäre froh, wenn ich es schon hinter mir hätte. Seinen Eltern gehts genauso. Ich habe Angst und gleichzeitig habe ich das Gefühl dorthin zu müssen. Einmal sehen, was er zuletzt gesehen hat. Einmal nochmal irgendwie in seiner Nähe sein. Auch wenn ich nicht weiß, wo er genau ist und es ja doch nurnoch seine Hülle ist...Ich muss das sehen um mir selber die Chance zu geben, irgendwann ein wenig Frieden zu finden, auch wenn ich dafür, dramatisch ausgedrückt, nochmal durch die Hölle gehen muss. WARUM das alles?

Liebe Grüße von einer traurigen Haferflocke

orenda
02.07.2008, 09:05
Ach Flöckchen, das tut mir so leid... ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist, den genauen Tag nicht zu wissen und diesen Unsicherheitsfaktor auch noch mit sich rumzuschleppen. Ich werde ganz doll an Dich denken und hoffe, dass Du und seine Eltern das so überstehen, wie es Euch gut tut und auf lange Sicht Erleichterung verschaffen kann. :blumengabe:

Liebe Grüße,
orenda

Haferflocke
16.07.2008, 22:33
Liebe Carmen,

ich wollte Dir einen lieben Gruss da lassen und hoffe, dass Du Deinen Krankenhausaufenthalt gut hinter dich gebracht hast. Ein "gute Besserung" und ein :blumengabe: kann sicher nicht schaden.

Liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
20.07.2008, 14:26
Liebes Flöckchen,
lieben Dank für deinen netten Gruß. Ich bin seit letztem Samstag aus dem Krankenhaus zurück und es geht mir schon wieder relativ gut. Der Eingriff war doch schwerer als gedacht und es gab Komplikationen wegen irgendwelcher Vernarbungen am Harnleiter (wo auch immer die herkommen), so dass die OP 5 ½ Stunden gedauert hat, sehr viel länger als geplant. Aber jetzt komme ich so langsam wieder auf die Beine.

Am letzten Tag im Krankenhaus wurde ich richtig ein wenig traurig. Man darf es gar nicht sagen, aber ich habe mich recht wohl dort gefühlt. Ich kenne die Leute dort nun schon seit 6 Monaten, weil ich insgesamt im letzten halben Jahr 5 x im Krankenhaus lag. Nun ist das vorbei. Früher, als Frank noch bei mir war, hätte ich gar nicht schnell genug nach Hause gekonnt, aber diesmal hat ja niemand auf mich gewartet. Ich bin allein zu Haus, im Krankenhaus war ich nicht allein. Ich lag zwar im Einzelzimmer, aber regelmäßig schauten irgendwelche supernetten Ärzte und Krankenschwestern bei mir vorbei. Ich fühlte mich nicht alleine. Ich hatte kein gutes Gefühl, nach Hause zu gehen.

Zwischenzeitlich hat sich das Gefühl gelegt, aber ich merke auch, dass ich langsam soweit bin, hier auszuziehen und unsere gewohnte Umgebung hinter mich zu lassen. Ich habe mir Freitag eine Wohnung angeschaut, bin total begeistert, richte sie in Gedanken schon ein und will sie unbedingt haben. Das erste Mal, dass ich mich fast drauf freuen könnte, „meine“ Wohnung einzurichten.

Wie geht es dir? Nun steht dein „Urlaub“ ja schon bald kurz bevor, richtig? Ich wünsche dir – und den Eltern deines Freundes – hierfür ganz viel Kraft. Ich hoffe sehr, dass es euch gut tun wird und ihr trotz allem eine schöne Zeit dort verbringen könnt. Ich werde auf jeden Fall ganz doll an dich denken und dir viele positive Gedanken schicken.

So, nun kommt gleich meine Schwiegerma. Wir wollen zu Frank fahren und dort "heimlich" (er liegt ja im Ruhewald, wo man keine Blumen pflanzen darf) vorgezüchtete Pflanzen einsetzen. Wildblumenwiese, die er so sehr mochte. Das wird auch gar nicht auffallen, weil es ja keine Margerite oder ähnliches ist, sondern wilde Blumen, die überall wachsen könnenl. Und wenn diese nun "zufällig" bei Frank wachsen, dann kann ich ja nichts dafür :freches grinsen: .

Einen schöne Rest-Sonntag und alles, alles Liebe.
Carmen

Haferflocke
20.07.2008, 22:33
Liebe Carmen,

die Blumen-Piraterie von Dir und Deiner Schwiegerma gefällt mir. Und dass Du heile aus dem KH raus bist und auf dem Weg der Besserung auch.
Ich freue mich auch, dass Du so etwas wie "Aufbruch" empfindest. Eine neue Wohnung, das wäre doch ein toller Anfang und ich hoffe, dass Du die Wohnung bekommst.

Ich kann mir noch nicht vorstellen, aus dieser Wohnung in der er war (wir haben nicht zusammen gewohnt) auszuziehen. Ich habe heute, nachdem ich dein Posting las, darüber nachgedacht, wie ich mich fühle. Und ich bin zu dem Ergebnis gekommen: ich fühle nichts, ausser ein wenig Traurigkeit, aber die ist oft da. Es könnte besser gehen, aber auch schlechter. Heute in einer Woche steht nun die Reise an in "sein" Land an. Jetzt um diese Zeit bin ich schon da. Ich danke Dir und den anderen schon jetzt für all die stärkenden Gedanken, die seine Eltern und mich dorthin begleiten werden. Vor eineinhalb oder zwei Wochen ging es mir wegen der Reise richtig dreckig, jetzt geht es. Ich denke, das kommt mir ganz gelegen, Kraft schöpfen für die große Konfrontation mit allem.

Es ist seltsam, nun ist es bald ein Jahr, dass ich ihn das letzte Mal gesehen habe, 11 Monate, seit die Suche nach ihm beendet wurde und der letzte Hoffnungsfunke starb. Er ist wohl schon viel eher gestorben... Oft weiß ich nicht, wo das Jahr geblieben ist und wie ich es überlebt habe. Ich habe einfach nur "gemacht". Leben war das nicht. Dafür fehlte und fehlt er einfach noch zu sehr. Ich weiß nicht, was das zweite Jahr ohne ihn bringen wird.
Oft wünsche ich ihn mir immernoch zurück, dabei weiß ich, dass das eigentlich nicht der Weg ist. Ich sollte meine Wünsche auf etwas richten, was realistisch ist. Zum Beispiel darauf, dass ich wieder glücklich werde - eines Tages. Aber vielleicht kommen diese Wünsche später. Jetzt kann ich eigentlich nicht weiter denken als bis zu dieser Reise. Ich hoffe, dass diese Reise mir und seinen Eltern ein wenig Frieden bringen kann. Sofern man mit dem Tod seines Sohnes und seines Partners jemals Frieden schließen kann.

Ich schicke Dir viele liebe Grüße,
Haferflocke

orenda
20.07.2008, 23:14
Liebe Carmen,
schön, dass Du alles gut überstanden hast. Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung. Auch sonst hört sich das ja nicht schlecht an. Das Leben ändert sich, nicht wahr, aber es kann auch wieder Schönes bereit halten.

Liebes Flöckchen, an Deiner Stelle würde ich erstmal diesen Urlaub durchstehen und ich glaube, danach kann es für Dich wirklich anders werden... besser. Und ich denke, gerade dann kann man Frieden finden, denn die anderen Menschen, denen so was noch nie passiert ist, die wissen vielleicht gar nicht, was Frieden wirklich ist. Nur so eine Vermutung.

Ich wünsche Euch einen schönen Abend,
orenda

Sternzeit2506
05.08.2008, 12:33
Hallo liebes Flöckchen,
habe gerade in einem Strang gesehen, dass du wohl wieder zurück bist. Da du keinen "eigenen" Strang hast, hoffe ich, dass du die Nachricht hier bei mir findest.

Wie geht es dir? Wie habt ihr die Reise überstanden? Konntest du jetzt gedanklich noch einmal Abschied nehmen? Habe viel an dich gedacht und immer gehofft, dass es dir gut geht.

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
05.08.2008, 13:05
Liebe Carmen,

vielen lieben Dank für deine Nachricht.
Ich habe in Lyannas Strang einen kleinen Reisebericht geschrieben und beschrieben, wie es mir geht. Ich hatte schöne Erlebnisse, aber einem Frieden bin ich noch nicht nähergekommen. Das kommt wohl erst später, denke ich. Die Begegnung mit "seinem" Ort hat jetzt erstmal alles wieder aufgewirbelt, in einer Intensität, die schwer auszuhalten war und auszuhalten ist. Es hat mich hilflos und ohnmächtig gemacht, ihm auch örtlich so nahe zu sein und gleichzeitig die Grenze zwischen unseren Welten so schmerzhaft und unüberwindlich zu spüren. Manchmal fühlt es sich an, wie schon lange nicht mehr. Zwischendurch weiß ich wieder nicht, wie ich ohne ihn leben soll.
Und trotz dieses Schmerzes möchte ich nicht auf das Erlebte in seinem Land verzichten. Ich musste alles einmal sehen, jetzt weiß ich, wo ich mich hindenken kann. Weiß, wo an ihn erinnert wird, habe gesehen, was er in seinen letzten Tagen und Stunden gesehen hat...
Auch für seine Eltern war die Reise wichtig, aber auch für sie war es sehr schwer. Natürlich, er ist ja ihr Sohn. Im Endeffekt konnte keiner den anderen trösten , aber das Wissen über die Gefühle des anderen und das Verständnis dafür, half doch. Ich denke, meine Schweigsamkeit auf dieser Reise wäre fnur für sehr wenige erträglich gewesen. Sie konnten das verstehen, weil sie wissen, wie schrecklich es sich anfühlt. Es ist seltsam, vor einem Jahr um diese Zeit war mein Freund schon tot, seine Eltern und ich wußten noch nichts davon und hatten uns noch nie gesehen und dieses Jahr haben wir nun diese Reise gemeinsam gemacht. Wer hätte das gedacht. Ich weiß, dass M. sagen würde, das habt ihr alles gut gemacht.
Ich hoffe nun, dass die Reise und die Begegnung mit seinem Ort irgendwann ihre positive Wirkung entfaltet. Das Leben geht nunmal nur vorwärts.

Wie geht es denn Dir auf deiner Reise vorwärts durchs Leben?
Hast Du eine neue Wohnung gefunden? Ich finde es sehr mutig und einen wichtigen Schritt auf deinem Weg, dass Du bereit bist, eure gemeinsame Wohnung zu verlassen.

Freue mich, von Dir zu hören.

Viele liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
05.08.2008, 22:51
Liebes Flöckchen,
schön, von dir zu hören. Ich habe deinen Bericht in Lyannas Strang gelesen und habe viel über deine Reise nachgedacht.
Ich weiß nicht, wie es mir ergangen wäre, wenn ich in das Land gereist wäre, in dem mein Partner gestorben ist, aber ich glaube schon, dass es mir geholfen hätte. Und letztlich hat es dir ja auch geholfen, auch wenn du jetzt noch auf die positive Wirkung wartest. Aber allein schon das Gefühl, dass du ein Zeichen von ihm bekommen und dich ihm sehr nahe gefühlt hast, ist doch sehr viel wert.

Ich finde es auch sehr schön, dass ihr eine Gedenktafel anbringen konntet. Vielleicht ist dies jetzt ein Ort für dich, an den du in regelmäßigen Abständen fahren kannst und dich ihm sehr nahe fühlen kannst. Ich fahre auch gerne zum Friedhof, auch wenn ich mich oft nur ein paar Minuten dort aufhalte, aber manchmal ist das Bedürfnis so stark, dass ich so losfahre, wie ich gerade bin, also auch ungeföhnt und in Schlumpfklamotten, aber das ist dannn egal. Das ist für dich natürlich nicht machbar, aber vielleicht schaffst du es einmal pro Jahr. Und auch das Wissen, dass du jetzt einmal gesehen hast, was auch seine Augen zuletzt gesehen haben, ist bestimmt sehr schön und wohltuend. Ich wünsche mir für dich, dass du nun einen Ort hast, wenn auch vielleicht nur in Gedanken.

Wie es mir auf meiner Reise vorwärts durchs Leben geht? Nicht so gut. Übermorgen fahre ich nach 1 1/2 Jahren das erst mal wieder in den Urlaub. Das erste mal, dass ich überhaupt Urlaub nach Franks Tod habe. Auf der einen Seite brauche ich diesen Urlaub, weil ich wirklich am Ende meiner Kräfte bin. Franks Tod, die Trauerphase, die Niere, all das hat doch sehr geschlaucht. Noch dazu habe ich mich förmlich in meine Arbeit gekniet. Ich habe zwar schon immer sehr gerne und sehr viel gearbeitet, aber was ich seit einem Jahr mache, ist schon nicht mehr normal. Heute zum Beispiel war ich um 20:00 Uhr zuhause und saß um 20.30 Uhr schon wieder am Rechner, weil ich ja nur noch morgen habe. Das Wochenende sah ähnlich aus. Von 17.00 Uhr bis 00:30 Uhr. Das kann es irgendwie auch nicht sein. Aber nun habe ich ja Urlaub und ich fliege mit meiner Freundin in den Urlaub. Mit meiner Freundin, mit der ich seit vielen Jahren jedes Jahr eine Woche Urlaub alleine mache, aber auch nicht mehr. Ich habe Angst, dass mir Frank bei dieser Reise sehr fehlen wird. Mit Silvia habe ich bisher immer Städtereise gemacht (New York, Rom, Barcelona etc.), aber diesmal fahren wir eine Woche auf dem Nil und liegen danach eine weitere Woche am Strand. Halt mal ein ganz anderer Urlaub. Ich lass mich überraschen und weiß auch, dass Silvia es verstehen wird, wenn ich mich mal zurückziehe, um allein mit mir und meinen Gedanken zu sein.

Meine Wohnungsssuche. Tja. Nun war ich mal hochmotiviert, mir eine neue, eigene Wohnung zu suchen und dann war sie nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und nun ist mein ganzer Elan wieder vorbei. Jetzt habe ich wieder diesen Gedanken, wie ich überhaupt darauf kommen kann, hier auszuziehen. Frank fehlt mir gerade wieder so unendlich, dass es schmerzt. Ich saß eben an seinem Laptop, um für die Agentur zu arbeiten. Darauf sind Bilder von unserem letzten Sylt Urlaub im März 2007 sowie ein kleiner Videofilm, in dem wir beide Handpuppen spielen und einen kleinen Dialog führen. Autsch....das tat soooo weh. Und der Gedanke an Sylt bringt mich auch gerade um. Sylt....die schönsten Zeiten, die wir in unseren 20 Jahren zusammen verbracht haben. Sylt war immer eine ganz spezielle, sehr innige Zeit und wir beide haben sie sehr genossen. Aber das ist nun vorbei.

Im Oktober werde ich wieder mit meinen Chefs zwei Tage auf Sylt verbringen und ich muss es nun endlich einmal schaffen, eine längere Zeit dort zu verbringen, damit ich Sylt für mich genießen kann. Sylt kann ich nicht mit Freunden machen und es ist auch mein Ziel, dass ich auf Sylt - so wie früher mit Frank - ein paar ganz intensive Tage pro Jahr verbringe, und zwar ganz für mich alleine. Nur muss ich einmal den Anfang starten, damit ich es auch jährlich genießen kann. Unsere Vermieter sind in all den Jahren ja auch zu sehr guten Freunden geworden und auch diese möchte ich nicht verlieren.

Oh man, jetzt habe ich doch mehr geschrieben, als ich wollte, aber hier, in meine "realen Welt", will ich momentan nicht über meine Schmerzen und meine Trauer sprechen. Ich mag einfach nicht mehr, auch wenn meine Freunde natürlich immer für mich da sind, aber irgendwann ist es gut. Genau deswegen habe ich auch die Zeit im Krankenhaus genossen, weil mich dort keiner als Witwe, sondern nur als Carmen kannte. Und niemand konnte den Gedanken haben "diese arme, junge Frau", weil es einfach niemand wusste. Eine richtig erholsame Zeit, wenn du weißt, was ich meine. Ich habe übrigens gerade ein Buch in meinem Regal wiedergefunden, dass ich mir vor sechs Jahren gekauft habe, als meine Mom im Sterben lag. Krankheit als Weg. Dort steht unter "Nieren", dass diese die Partnerschaft verkörpern, genau wie die anderen Paar-Organe wie Lunge, Hoden und Eierstöcke. Die Lunge steht für allgemeine Kontakte, Hoden und Eierstöcke für das Sexualleben und die Nieren für sehr enge, zwischenmenschliche Beziehungen. Passt. Frank und ich waren sehr eng miteinander verbunden und da ist es wahrscheinlich ganz klar, dass ein Teil dieses Paares jetzt auch von mir gegangen ist, genau wie Frank.

Nungut, das soll es denn auch gewesen sein. Genug gejammert und wieder nach vorne geschaut. Das Leben geht weiter und auch wir werden die nächste Zeit überstehen. Irgendwie. Jetzt springt gerade mein Kätzchen auf den Schreibtisch und weint. Ihr geht es auch immer noch schlecht, seit Frank und auch ihr Bruder verstorben sind....sie fehlen ihr doch auch sehr.

Gute Nacht und alles Liebe an Alle.
Ich bin sehr froh, dass es euch gibt!!!!

Carmen

Haferflocke
06.08.2008, 12:38
Liebe Carmen,

ich bin auch so froh, dass es diese Gemeinschaft hier im Netz gibt. Es ist etwas anderes hier von seiner Trauer zu sprechen, als mit den Freunden. Es ist nicht so, dass sie nicht auch immernoch bereitwillig zuhören, aber irgendwann will man selbst nicht mehr.

Ich find es schön, dass Du auf diese Nil-Reise gehst, aber ich verstehe auch die Angst davor. Es ist wieder ein Stück, das man alleine erlebt und nichts gemeinsames mehr. Miljah hat das neulich so treffend beschrieben. Ich habe auch oft Angst vor zuviel Gesellschaft, am besten kann ich mich meinem Freund nahe fühlen, wenn ich alleine bin. Und wenn dann viel los war am Tag, so wie auch auf meiner Reise, dann brauche ich richtig die Zeit, um mich zurück zu ziehen und um meine Gedanken in meinem Tagebuch mit ihm zu teilen. Es ist gut, wenn Deine Freundin dafür Verständnis hat, wenn Du Dich zurückziehst. Vielleicht hilft der Gedanken, dass Du alles, was Du auf dieser Reise erlebst, auch für ihn erlebst? Mir hat es zumindest geholfen. Ich war immer hin und hergesrissen zwischen den Gedanken "Scheiße, das ist so schön hier, ich will dass er das auch sehen kann" und "Ich schau es mir ganz genau an und versuche es zu genießen, weil ich es für ihn MITtue." Letzteres ist mir nicht immer ganz gelungen. Vieles habe ich als schön erkannt aber nicht so richtig fühlen können...
Wenn ich aus meiner Wohnung wegfahre, sei es zu meinen Eltern, seinen Eltern, auf eine Reise, dann nehme ich immer ein paar Fotos von ihm mit, die sonst auf meinem Nachttisch stehen. Das ist irgendwie tröstend.

Schade, dass es mit der Wohnung, die Du Dir vorgestellt hattest, nun erstmal nicht geklappt hat. Aber dann sollte es jetzt vielleicht einfach noch nicht sein. Wenn Dir jetzt dein Gefühl sagt, dass Du doch in der alten Wohnung bleiben willst, dann hör darauf. Ich finde, das ist etwas, was man in der Trauerzeit lernt, oder? Sich von seinen eigenen Gefühlen leiten lassen und sie ernstnehmen. Das hab ich früher nicht immer gemacht. Heute mach ich fast nie mehr Dinge, die ich eigentlich nicht will. Und wenn ich mich mal hüh, mal hott umentscheide, dann ist es eben so.

Dass Dir das Video, dass Du Dir von Dir und Frank angeschaut hast, so wehtat, oh, das kann ich so gut verstehen. Ich habe auch ein paar Videos von meinem Freund, aus der Zeit, als wir uns noch nicht kannten. Er war mal mit ein paar Freunden zum Skilaufen und da haben sie gefilmt. Ausserdem gibt es einen Film von einem Klassentreffen, auf dem mit jedem ein kleines Interview geführt wird. Am Anfang habe ich mir das oft angeschaut und wusste schon vorher, dass ich hinterher am Boden liegen würde. Heute hüte ich diese Videos wie einen Schatz, aber habe sie lange nicht mehr angeschaut. Es kommt mir vor, als würde ich mich selbst vor dem Schmerz schützen wollen. Aber wehe, die Sachen wären plötzlich weg, ich würde durchdrehen. Habe alles nicht nur auf dem Rechner, sondern auch auf CD gebrannt, falls der Rechner mal kaputt geht. Schön, diese Dinge zu haben? Nicht jeder Trauernde hat die Stimme und bewegte Bilder seines verlorenen Menschen konserviert, da sind wir in einer sehr glücklichen Lage. Ich hätte sonst große Angst irgendwann den Klang seiner Stimme zu vergessen und sein Lachen. In einem Video lacht er, wie es so typisch für ihn war und das zieht mir immer das Herz zusammen, weil ich sein Lachen so liebe und es nun nie wieder in Natura hören werde...

Ach ja, liebe Carmen, nun wünsche ich Dir eine schöne Reise und dass Du sie trotz allem genießen kannst und Kraft tanken. Komm gesund wieder, wir warten schon auf deine Erlebnisse.

Ganz liebe Grüße,
Flöckchen

Haferflocke
19.08.2008, 22:21
Liebe Carmen,

ich denke mir, dass Du bald aus deinem Urlaub zurück sein müßtest und wollte Dir einen kleinen Gruss hinterlassen.:blumengabe:
Ich hoffe, dass Du es schön hattest.

Liebe Grüße,
Flöckchen

Sternzeit2506
23.08.2008, 15:40
Hallo liebes Flöckchen,

da bin ich wieder und ich habe mich sehr über deinen Gruß gefreut. Ich bin gestern aus Ägypten wiedergekommen und fast froh, dass es heute den ganzen Tag regnet. Ägypten - und ganz besonders die Nilkreuzfahrt - war supertoll aber höllisch heiß. Wer fährt auch schon freiwillig im August in dieses Land? :freches grinsen:

Es ging mir während der Reise ganz gut, ich hatte nur einen Abend mit einem richtigen Tiefpunkt. Die andere Zeit hatte ich gar keine Zeit, über meine Trauer nachzudenken, weil wir tagtäglich sehr viel erlebt haben und viele tolle Leute kennengelernt haben, die nichs von meiner Geschichte wissen. Auf die Frage, ob mein Mann zuhause sei (ich trage ja noch meinen Ehering) habe ich nur genickt. Ich wollte die Stimmung nicht verderben und letztlich geht es "Fremde" auch nichs an.

Ich hatte aber auch wieder dieses Gefühl, das ich auch schon vor 7 Wochen im Krankenhaus hatte, dass ich eigentlich nicht nach Hause will, weil dort ja niemand mehr auf mich wartet. Wenn ich früher mit meiner Freundin eine Woche unterwegs war, hatte ich spätestens nach drei Tagen wieder dieses Gefühl, dass ich dringend nach Hause möchte, weil Frank ja auf mich wartet. Das ist nun vorbei. Ich fühle mich auch nach zwei Wochen noch o.k. und habe kein Heimweh. Während der Reise fragte ich mich manchmal auch, warum ich eigentlich so viele Fotos mache, ich kann sie ja eh niemandem zeigen. Ist natürlich völliger Blödsinn, denn ich habe genügend Freunde und Verwandte, die schon sehnsüchtig auf die Bilder warten, aber irgendwie ist das etwas anderes.

Wie geht es dir? Ich habe schon in Tutsies Strang gelesen, dass es dir seit deiner Rückkehr von der Reise irgendwie besser geht. Das ist schön und ich hoffe sehr für dich, dass dieses Gefühl möglichst lange anhält und du vielleicht einige kleine Zukunftspläne schmieden kannst. Ich wünsche es mir so sehr für alle von uns hier.

Heute Abend gehe ich mit einer Freundin in die Speicherstadt zum Hamburger Jedermann. Ich weiß noch gar nicht was ich anziehen soll bei diesem Regen, denn es handelt sich um eine Open Air Veranstaltung. :regen: Auf jeden Fall werde ich mir einen dicken Pulli schnappen, damit ich nicht friere und mich dann noch in Franks Regenjacke schmeißen, dann ist er irgendwie auch dabei.

Ich wünsche ein schönes Rest-Wochenende und hoffentlich noch ein paar Sonnenstrahlen.

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
23.08.2008, 22:52
Liebe Carmen,

schön, dass Du wieder hier bist und vor allem eine gute Reise ohne viele traurige Momenten hattest. Hört sich wirklich an, als hättest Du es richtig schön gehabt. Das freut mich für Dich.

Mir geht es gerade leider nicht so toll. Die Ruhe und der Frieden nach meiner Reise hat sich in den letzten Tagen verflüchtigt und ich war irgendwie so nah am Wasser gebaut, dass mich ein Lied im Radio, das ich auf dem Weg zur Arbeit hörte und über das mein Freund und ich uns mal unterhalten hatten, in Tränen ausbrechen liess. Dabei war es noch nicht mal ein Liebeslied. Die Erinnerung an das gemeinsame Hören reichte schon. Immerhin weiss ich inzwischen, dass diese Phasen vorübergehen, wie nach dem Regen irgendwann wieder die Sonne hervorkommt. Ich wehre mich nicht gegen die Trauer, sie gehört zu mir, mal mehr, mal weniger. Nächste Woche kann alles schon wieder anders sein.

Und trotz der immer wiederkehrenden Traurigkeit habe ich zarte Pläne: Morgen in einer Woche fahre ich für ein paar Tage ins Allgäu, in die Berge. Das erste Mal in die Berge ohne ihn. Ich schwanke hin und her zwischen Angst und Vorfreude. Ich weiß noch nicht, wie es ohne ihn sein wird. Es kann schrecklich werden, aber genauso gut schön. Die Berge waren einfach seine Welt und vielleicht kann ich ihm dort besonders tief begegnen. Habe oft das Gefühl, ihn in der Natur zu finden und eigentlich sollte es dann in den Bergen erst recht so sein. Diese Begegnung kann schön sein und vielleicht auch gleichzeitig sehr weh tun. Ich lasse mich überraschen, ich muss es jetzt einfach ausprobieren, wie es sein wird....Die Berge sind für mich, was für Dich Sylt ist...
Ich werde in jedem Fall berichten.

Viele liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
25.08.2008, 16:47
Hallo Flöckchen,
antworte erst heute wieder, da mich irgendwie am Wochenende die Beiträge der vergangenen zwei Wochen etwas runtergezogen haben. Irgendwie war plötzlich alles wieder so sehr präsent. Der Tod, die Trauer, die Einsamkeit. Ich ging die Treppe ins Obergeschoss und hatte so Gedanken wie "diese Treppe wird Frank nie wieder gehen und seinen letzten Spuren sind schon hundertmal übergewischt worden". Echt blöd und so unnütz. Warum zieht man sich manchmal selbst in so eine Stimmung, wo es einem doch kurz vorher noch gut ging. Heute ist es aber schon wieder besser und ich versuche, meinen Schreibtisch von seinen O-Beinen zu befreien. Brauche aber irgendwie gerade mal ne kleine Ablenkung.

Ich hoffe sehr, dass es dir zwischenzeitlich schon wieder etwas besser geht und du das Tief überwunden hast. Warum bloß reißen einen solch kleine Dinge immer wieder runter? Und wann hört das endlich mal auf? Dies wird uns niemand beantworten können, ich weiß, weil es bei jedem anders ist, aber ich wünsche mir so sehr, mal wieder unbeschwert einen Tag genießen zu können und vor allem positiv in die Zukunft blicken zu können.

Das mit den Bergen und toll und mutig. Hoffentlich kannst du die Zeit trotzdem etwas genießen. Fährst du alleine oder in Begleitung? Ich denke ja, dass man diesen schweren Schritt das erste Mal alleine machen sollte, damit man alle Gefühle frei ausleben kann, ohne vielleicht auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Und um in Ruhe noch einmal Abschied nehmen zu können. Ich habe Sylt ja bisher - bis auf diesen kleinen geschäftlichen Tripp - auch bisher noch nicht geschafft, will es aber unbedingt kurzfristig machen. Auch, um Sylt nicht zu verlieren. Dies war halt ein sehr wichtiger Ort für uns und ich möchte ihn irgendwann alleine - mit Frank in Gedanken - genießen können. Ich werde auf jeden Fall nächste Woche gedanklich bei dir sein, vielleicht hilft es ja etwas.

Alles Liebe, Carmen

Inaktiver User
25.08.2008, 18:25
Hallo ihr Lieben! :blumengabe:

Ich schreibe in letzter Zeit nicht mehr soviel mit, weil der normale Alltag mich ganz schön fordert. Ich lese aber ab und an mit und möchte doch kurz etwas einwerfen:


...aber ich wünsche mir so sehr, mal wieder unbeschwert einen Tag genießen zu können und vor allem positiv in die Zukunft blicken zu können.

Das kann ich sehr gut verstehen!

Weißt du, was ich eben gedacht habe? Vielleicht ist das - also genau die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit, die Lust darauf, Pläne zu schmieden - etwas, was du dir unbewusst verbietest. Weißt du, was ich meine?

Mal angenommen, du würdest das tun, z.B. mit Feuereifer Pläne für den nächsten Urlaub aushecken oder z.B. mit einer Freundin zusammenziehen und unter viel Lachen die Wohnung renovieren, oder z.B. in eine andere Stadt ziehen.... wäre das dann nicht so, als wenn du Frank vergessen hättest?

Ist das überhaupt möglich, mit Leichtigkeit und Spaß irgend etwas zu erleben, wenn du doch eigentlich immerzu trauern "musst"? Also, ich kenne das von mir selbst, dass ich mir teilweise Fröhlichkeit verboten habe, denn es wäre ja wie ein Beweis des Vergessens gewesen.

So, Mädels, und ich sage euch was: Das ist nicht gut.
Das hätten unsere Lieben auch niemals, niemals, niemals so gewollt. Seid ehrlich zu euch selbst! Was hätten eure Liebsten denn gesagt in dieser Situation? Hätte Frank gesagt: "Zieh dir bloß meine Regenjacke an, wenn du da auf ein Fest gehst, ich will immer mit dabei sein und lass bloß nie den Ehering ab, nachher flirtet noch einer mit dir!"

Ich hoffe, ihr nehmt mir meine direkten Worte nicht übel. Ich weiß, wie schwer das alles ist. Aber ich denke, das eigene Leben, die eigene Lebensfreude und das Lachen müssen auch Gewicht haben dürfen. Dafür haben wir das Leben geschenkt bekommen! Es ist schlimm genug, wenn jemand, den man liebte, und der dem eigenen Leben Sinn gegeben hat, gestorben ist. Aber wenn man dann praktisch aufhört zu leben, wäre das so, als wenn der Tod gewinnt und nicht das Leben und die Liebe. Das wäre fatal.

Man muss sich nicht in jemand Neues verlieben, aber man muss das Leben weiterhin lieben, und dazu gehören die kleinen Krabbeltierchen und die Pflanzen, und die Steine, und das Meer, und ein gutes Essen, und ein freundliches Lächeln und all die anderen Menschen, die einen auch noch brauchen.

Weinen kann man sowieso immer noch genug. Ganz sicher. :blumengabe:

Haferflocke
25.08.2008, 19:04
Liebe Zitronenmond,

was Du geschrieben hast, hat mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht.
Danke :blumengabe:

Liebe Grüße,
Haferflocke

Haferflocke
25.08.2008, 19:08
Liebe Carmen,

ja, ich fahre allein in die Berge. Und ich finds gut so. So muss ich mich nach niemandem richten und bin niemandem verpflichtet.
Heute habe ich auch wieder Lust auf den kleinen Urlaub. Habe mir noch ganz viele Infos ausgedruckt und das Wetter scheint auch besser zu werden dort unten.
Es geht mit meiner Stimmung also bergauf, und ich weiß, er fände es gut, würde sich freuen und sagen: Ist gut, dass Du in die Berge fährst....

Es paßt ein bißchen zu dem, was Zitronenmond heute geschrieben hat...

Ganz liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
25.08.2008, 22:12
Hallo Zitronenmond,
schön, mal wieder von dir zu hören :smile: .

Ich nehme dir deine Wort überhaupt gar nicht übel. Aber so ganz kann ich nicht zustimmen. Es ist nicht so, dass ich mir Spaß und Freude verbiete. Ich habe zwischenzeitlich durchaus viele gute Tage und gerade der Ägypten-Urlaub war wirklich klasse und bis auf einen kurze Durchhänger auch nicht von Trauer geprägt. Natürlich habe ich viel an Frank gedacht, aber es war meistens echt o.k. Ich habe viel daran gedacht, dass er die Hitze nicht augehalten und mit dem Essen echte Probleme gehabt hätte, aber dabei musste ich eher ein wenig schmunzeln, als dass ich traurig darüber war.

Ich glaube vielmehr, dass mich häufig das Forum "runterzieht". Wenn ich von den schlechten Tagen hier lese, die einige verbracht haben, von den schlechten Erlebnissen aus ihrem Umfeld oder einfach nur der tiefen Trauer, dann wird mir mein Schicksal auch wieder sehr, sehr bewusst. Und dann kann ich es wieder einfach nicht fassen, dass ausgerechnet mir so etwas passiert ist. Das ich alleine bin, dass ich diesen tollen Menschen verloren habe. Aber irgendwie kann ich mich auch nicht von diesem Forum fernhalten, auch wenn es manchmal bestimmt besser für mich und mein Gemüt wäre. Manchmal braucht man es ja auch, dieses bewusste runterziehen, z.B. wenn man bewusst traurige Lieder hört oder sich das Kondolenzbuch und die Trauerkarten duchliest. Ist ja schon fast eine Form von Masochismus.

Auf jeden Fall glaube ich schon, dass ich auf meinem Weg der Trauer schon ein ganzes Stück vorwärts gekommen bin. Tage wie das letzte Wochenende wird es immer wieder geben und das ist auch gut so. Wäre ja auch echt traurig, wenn meine Trauer um Frank schon vorbei wäre. Die Trauer um den Menschen, der mich mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet hat und auf den bisher wichtigsten Stationen in meinem Leben dabei war.

Liebes Flöckchen,
dass es mit deiner Stimmung bergauf geht ist doch klasse, denn schließlich fährst du ja in die Berge :smile: (kleiner Scherz am Rande). Aber es freut mich wirklich sehr zu lesen, dass es dir wieder besser geht und du die Reise langsam planst und dich auf die Auszeit freust. Ich bin wirklich gespannt auf deinen Bericht und wünsche dir schon heute ganz, ganz viel Spaß und viel innere Ruhe und Zeit. Ich beneide dich richtig ein wenig, denn ich habe es bisher noch nicht geschafft, alleine irgendwo hin zu fahren.

Alles Liebe euch Allen und eine gute Nacht.
Carmen

Haferflocke
25.08.2008, 23:00
Ich bin wirklich gespannt auf deinen Bericht und wünsche dir schon heute ganz, ganz viel Spaß und viel innere Ruhe und Zeit.


Dankeschön:blumengabe:
Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es war.

Gute Nacht,
Flöckchen

Lyanna
26.08.2008, 00:03
Ich werde auf jeden Fall berichten, wie es war.

Flöckchen


Darauf feu ich mich auch schon, Flöckchen :blume:

Schöne Urlaubstage und lass es dir gutgehen.:blumengabe:

Lyanna

Inaktiver User
26.08.2008, 09:36
Tage wie das letzte Wochenende wird es immer wieder geben und das ist auch gut so.

Das sehe ich auch so.
Vielleicht war es ja auch einfach doof von mir, so zu antworten, weil man natürlich in einem Trauerforum dann schreibt, wenn man gerade in der Trauer ist.

Naja, aber wer weiß, vielleicht war es doch auch ein guter Beitrag von mir...


Flöckchen, ....ich beneide dich richtig ein wenig, denn ich habe es bisher noch nicht geschafft, alleine irgendwo hin zu fahren.

Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, dies mal anzugehen?
Das würde ich dir wirklich wünschen, dass du z.B. mal alleine wegfährst und dies mit Spaß machen kannst.


Wäre ja auch echt traurig, wenn meine Trauer um Frank schon vorbei wäre.

Diese Trauer wird nicht vorbei gehen, da brauchst du dir, denke ich, keine Sorgen machen.

Ich kann mir aber wirklich gar nicht vorstellen, dass dein Frank, nehmen wir mal an, wir könnten jetzt (!) mit ihm sprechen, wollen würde, dass du dein Leben nicht genießen kannst. Das würde ihn traurig machen, oder?

Es ist verdammt schwer zu akzeptieren, dass Menschen sterben können. Ich glaube, diejenigen, die tatsächlich gestorben sind, können das viel leichter akzeptieren und wünschen uns, wenn sie von ihrer Wolke auf uns herunter sehen, dass wir unser Leben leben, solange es dauert. Ich finde den Gedanken sehr tröstlich, dass man sich im Himmel wiedersieht, woran ich übrigens fest glaube.

Raus in den Wald! Ab in die Berge! Schöne Urlaube wünsche ich!

Tutsi
26.08.2008, 11:50
Liebes Flöckchen,
mach es gut und komm bald wieder - wir freuen uns auf deine Erzählungen!!!!:wangenkuss:

Sternzeit2506
29.08.2008, 22:00
Heute, oder eigentlich schon die ganze Woche über, zerreißt mich die Trauer mal wieder. Sobald ich alleine bin, weine ich und hänge in alten Erinnerungen mit Frank. Ich glaube es ist mal wieder so krass, weil mir nach meinem Urlaub und dem "Nach-hause-kommen" mal wieder so richtig bewusst wurde, dass ich alleine bin. Ich weiß, ich bin nicht wirklich alleine, aber es fühlt sich halt so an, weil der liebste Mensch, der Mensch, der mich in den Arm genommen hat, der immer für da war, der mit mir alles durchstanden hat, der mir Zärtllichkeiten gegeben hat, nicht mehr da ist.

Gestern bekam ich einen Newsletter, dass Depeche Mode nächste Jahr auf Tour gehen. Unsere Lieblingsband. Wir haben uns das allererste Mal auf einem Depeche Mode Fan Treff (Gott, was waren wir da jung :freches grinsen: ) gesehen. Natürlich werde ich mir Karten kaufen, aber wahrscheinlich wird es ein sehr trauriges Konzert werden. Und plötzlich musste ich an dieses Lied denken "Somebody (http://de.youtube.com/watch?v=Nw9JurR-fcw)". Spricht mir irgendwie aus der Seele.

Sehr traurige und tränenreiche Grüße von Carmen

Haferflocke
29.08.2008, 23:36
Liebe Carmen,

erst habe ich Dein trauriges Posting hier gelesen und wußte nicht recht, was ich schreiben sollte. Ich kenne doch all das zu genau und trotzdem fehlen mir manchmal die richtigen Worte...
Dann hab ich gesehen, was Du bei Miljah geschrieben hast. Ich finds toll, dass Deine Freundin sich gemeldet hat. Da war deine Freundin mal ein richtiger Engel, oder? Das hab ich gemerkt, man begegnet öfter Engeln und sie haben keine Flügel. Vielleicht erkennen manche Leuet sie deshalb nicht....
Ich hoffe, dass Du morgen einen schönen Abend im Theater hast. Es wird die Traurigkeit nicht wegnehmen können, aber zumindest für ein paar Stunden für Ablenkung sorgen und das ist es ja, was wir tun, von Tag zu Tag weiterkämpfen und manchmal auch von Stunde zu Stunde....

Ich versteh so sehr, was Du mit dem Geschirr meintest und die Gedanken, was könnt ich kochen, wohin könnte man schönes in den Urlaub fahren...Mir fehlen die Gespräche mit meinem Freund auch so sehr. Und oft wünsche ich mich in seine Arme, möchte einfach nur gehalten sein und in seinen starken Armen versinken. Ich fühl mich so oft so kraftlos...Solche Gedanken, vor allem wegen dem Urlaub, kommen mir vor allem jetzt, vor diesem ersten kleinen Urlaub ohne ihn. Ich dachte eben, ich werde Sonntag meine Sachen packen, ins Auto tragen und losfahren, allein. Ich glaub, manche können sich garnicht vorstellen, wieviel Energie und Überwindung das kosten kann. Wieviel leichter wäre es, wenn ich wüßte, ich fahre zu ihm oder würde ihn dort treffen? Das Allgäu ist nicht weit von seinem Wohnort und er war dort öfter zum biken....Und nun fahr ich allein. Ich bin traurig darüber, aber ich werde fahren. Was bleibt mir denn auch? Zudem soll auch noch das Wetter ziemlich mies werden. Ich hoffe aber, dass ER noch was dran drehen kann. Als seine Eltern und ich das Land besucht haben, in dem er gestorben ist, hat er es auch geschafft, für sehr gutes Wetter zu sorgen, obwohl die Prognosen eher schlecht waren. Wenn ich schon die Kraft aufbringe, allein in die Berge zu fahren, dann könnte er wirklich mal bei Petrus ein gutes Wort einlegen...

Falls wir uns nicht mehr hören, oder besser, lesen, melde ich mich, wenn ich zurück bin.

Ich wünsche Dir, dass die Traurigkeit sich bald ein wenig lichtet. Zumindest wissen wir, dass wir aus jedem dunklen Loch bisher irgendwann wieder rausgefunden haben, oder? Mir macht das Mut, am Anfang dachte ich, ich würde mich in diesen schlimmen Phasen irgendwann auflösen und es vielleicht nicht schaffen. Seit ich weiß, ich überlebe das, kann ich die Traurigkeit besser annehmen.

Ganz liebe Grüße,
Flöckchen

Tutsi
30.08.2008, 00:52
Ich weiß eigentlich mal wieder gar nicht, was ich schreiben soll - Carmen und Flöckchen - ich sitze hier und weine über das, was ihr geschrieben habt. ich weine, weil es mir so leid tut, dass ihr so etwas fühlen müsst - und ich weine auch, weil ich jedes einzelne gefühl ebenso empfinde und nachvollziehe.

Bei uns hat immer Simon gekocht - ich konnte nicht kochen. Wie oft durfte ich im Internet nach Rezepten suchen und wir sind dann Samstag einkaufen zusammen gefahren und abends hat er mich schön bekocht...ich musste dann natürlich die Riesensauerei in der küche wieder aufräumen. Nie mehr werde ich fragen können: Hase, kochst du mir das..."
Unser kleiner Kater hat immer sein Nassfutter zerdrückt bekommen, ...kurz vor seinem tod meinte er, er stellt es ihm jetzt nur noch ganz hin, er will ja nicht sein leben lang das futter zerdrücken müssen. Jedesmal muss ich daran denken und nie wieder wird er fluchen, wenn er es dann letztendlich doch zerdrücken muss...
diese bescheuerten kleinigkeiten, die die liebe zum partner doch letztendlich ausmachen, die kleinen diskussionen, wer als erster ins bad darf oder wer nochmal aufsteht, um das licht auszumachen, was wir im wohnzimmer vergessen haben...ach bescheuert...

ich würde euch allen irgendwie so gerne etwas schreiben, was endlich mal nicht nur ein rumgejammer von mir ist...es tut mir so leid!

Liebes Flöckchen, ganz bestimmt wird er dir ganz viele Sonnenstrahlen schicken! (und wenn es nur warme Strahlen in deinem Inneren sein werden)..du wirst es auf jeden Fall spüren!
Pass auf dich auf und melde dich bald wieder...

Inaktiver User
30.08.2008, 10:17
ich würde euch allen irgendwie so gerne etwas schreiben, was endlich mal nicht nur ein rumgejammer von mir ist...es tut mir so leid!

Den Partner zu verlieren, ist ein Riesenverlust, vor allem wenn es viel zu früh ist. Das kann man nicht mal eben wegstecken.

Ich finde das sehr schön, wenn man von dem Partner erzählt. Eben musste ich über die Geschichte mit dem Katzenfutter wirklich lachen, ich habe deinen Mann praktisch vor mir gesehen und fand seinen kleinen Kampf um die Autonomie gegenüber der Katze so sympathisch. :blumengabe:

In solchen Geschichten bleiben die Gestorbenen lebendig, finde ich. Ich erzähle ziemlich oft von meinem Freund, allerdings jetzt nach viereinhalb Jahren nur noch ausgewählten Leuten - "Fremden", die ihn gar nicht kannten, nicht mehr.

Was mir wirklich hilft: Ich kann mit meinem verstorbenen Freund reden. Echt jetzt. Hört sich vielleicht blöd an, ist aber so. Er freut sich immer, wenn ich rausgehen kann ins Leben und lache usw., das ist sehr beruhigend. Er ermuntert mich sogar dazu, denn er weiß ja, wie kurz das Leben sein kann. Und wenn ich ihn mal brauche, dann ist er eben auch verlässlich da und ich kann ihn mir wie eine Sturmjacke überziehen. :smile: Also habe ich inzwischen beides. Ich bin immer noch ab und zu total traurig, und ich meine total traurig, aber das weiterleben mit dem Verlust ist inzwischen auch normal geworden, das weiterleben gestattet dunkle und lustige Momente, wenn ihr versteht, was ich meine.
:blumengabe:

Macht euch einen schönen Tag!
Hier scheint die Sonne!

Haferflocke
06.09.2008, 16:57
Liebe Carmen und alle anderen,

seit gestern bin ich aus dem Urlaub zurück und wollte euch berichten.
Ich habe gestern im Auto drüber nachgedacht, ob es ein guter Urlaub war und war mir gar nicht sicher. Toll hat er sich nicht angefühlt, aber er war sicher wichtig. Ich war zum Wandern und Bergsteigen weg. Habe zum ersten mal allein gemacht, was früher unser gemeinsames war. Ohne die Leidenschaft für die Berge hätten mein Freund und ich uns nicht kennen gelernt. Und ohne diese Leidenschaft würde er wahrscheinlich noch leben.

Ich bin stolz, dass ich es gemacht hab. Das ist wohl die größte Leistung, aber…na ja, er hat eben doch immer gefehlt. Die ersten 2 Tage habe ich mich gut gehalten, dann ging es bergab. Plötzlich hab ich es nicht mehr ertragen können, im Restaurant oder auf den Hütten immer wieder erstaunt gefragt zu werden, „sind Sie ganz allein da?“ Ja, verdammt, ich wollte es auch anders. Ist es denn so was besonderes, allein unterwegs zu sein? Mein Freund, der jetzt bei mir sein sollte, ist tot! Das hätt ich den Leuten manchmal gern einfach vor den Kopf genagelt. Stattdessen hab ich gelächelt und scheinbar stark und selbstbewusst gesagt, „Ja“…

Während ich in den Bergen unterwegs war, konnte ich gut abschalten und habe einmal sogar gedacht, ich bin zwar allein unterwegs, aber nicht einsam. Die Einsamkeit und Traurigkeit kamen dann nach den Touren. Wenn man seine Erlebnisse und Leistungen erzählen will. Stattdessen bleibt alles in einem stecken und kann es nicht teilen. Ich habe nach den Touren oft geweint. Ich habe viel „geschafft“ und Touren gemacht, die mich früher froh und stolz gemacht hätten. Jetzt war die Freude darüber sehr getrübt, irgendwie fad. Oder ich habe einfach keine Gefühle gehabt, keine positiven, nur Muskelkater und Vermissen, da war sie dann da, die Einsamkeit.

Ich habe an einem Tag eine Tour mit einer Gruppe und Bergführer gemacht. Nach solchen Touren trinkt man anschliessend öfter noch was, als Ausklang. Jetzt war es so, dass alle Familie hatten und nach der Tour gleich zu denen wollten, der Gedanke, noch irgendwo einzukehren, kam gar nicht auf. Und so trennte man sich einfach und ich bin dann allein zurück ins Hotel. Angefüllt mit den Erlebnissen des Tages. Hätte so gerne erzählt, wie anstrengend, krass, aufregend alles war. Hätte so gerne die interessanten Dinge erzählt, die der Bergführer so erzählt hat. Es hätte meinen Freund alles sehr interessiert…

Ich habe im Cafe gesessen und die Menschen auf der Strasse beobachtet, hätte meine Beobachtungen gerne geteilt. Eigentlich banales Zeug…aber es sind eben auch die unwichtigen Gespräche, die mir fehlen. Ich hätte gerne mit ihm geplaudert, das gemacht, was für andere Paare ganz selbstverständlich ist. Und als ich dort allein saß, sprachlos, da fühlte ich mich aus der Welt der anderen ausgeschlossen…

An einem Tag sass ich auf einem Gipfel und war in dem Moment ganz zufrieden mit meiner Leistung beim Aufstieg, grad war es okay, da kam der nächste Tiefschlag. Ein junges Päarchen, etwa so alt wie mein Freund und ich, suchte jemanden, der ein Foto von ihnen unterm Gipfelkreuz machen könnte. Genau so ein Foto gibt es von meinem Freund und mir auch. Und schlagartig wurde mir wieder bewusst, was ich alles verloren habe. Von einem Moment auf den anderen hätte ich in Tränen ausbrechen können und kam mir plötzlich so allein vor.

Ich war vier ganze Tage dort und am Ende war es genug mit Alleinsein. Ich war froh, dass ich nach Hause konnte. Und auch wenn es sich nicht gut angefühlt hat, bin ich froh, dass ich gefahren bin. Besser, diese auch oft traurigen Erfahrung machen, als von Anfang an zu kneifen.

Die letzten Tage bin ich ziemlich weinerlich. Manchmal, auch nach über einem Jahr, frag ich mich immer noch, ist das wirklich alles war? Kommt er wirklich nicht zurück? Ich habe auch wieder von meinem Freund geträumt und da war er mal wieder endlich, endlich zurückgekommen. Manchmal bin ich immer noch fassungslos darüber, dass ich jetzt wirklich ohne ihn durch dieses Leben gehen muss.
Ich habe im Urlaub über die Zukunft nachgedacht und dachte, ich will nicht eine von diesen Frauen sein, die immer, für den Rest ihres Lebens allein in den Urlaub fahren…Ich will das nicht. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemals wieder ein anderer Mann Platz an meiner Seite haben kann. Dieser Gedanke ist mir jetzt genauso fremd und beinahe zuwider, wie vor 12 Monaten. Ich fühle mich ihm immer noch so stark verbunden….

Tja, das war mein Urlaubsbericht und jetzt, nachdem ich das alles geschrieben habe, fühle ich mich ganz leer und ausgelaugt.

Wie geht es denn Dir, liebe Carmen? Hat sich die Traurigkeit, die sich nach deinem Urlaub so fett breit gemacht hatte, wieder verzogen? Ich hoffe es und wünsche es Dir. Was machen eigentlich deine Umzugspläne? Hast Du sie erstmal auf Eis gelegt?
Und wie war dann noch dein Hochzeitstag?

Ich freue mich, bald wieder von Dir zu lesen.

Dir und allen anderen noch ein schönes Wochenende,
Eure Haferflocke

Sternzeit2506
06.09.2008, 19:24
Liebe Flöckchen,
heute morgen beim Aufwachen habe ich an dich gedacht und mich gefragt, ob du wohl nicht schon wieder da sein müsstest. Und prompt...da ist sie. Ich freu mich, dass du wieder da bist und danke dir für deinen ausführlichen Bericht.

Es tut mir sehr leid zu lesen, dass es dir nicht besonders gut ging auf deiner Bergtour, aber vielleicht war es auch nicht anders zu erwarten. Ich denke, wenn man das erste Mal das alleine tut, was man ansonsten immer zu zweit getan hat und wenn es auch noch das ist, was man am liebsten hatte, dann kann es nur sehr schwer werden. Ich beneide dich darum, dass du diesen Schritt nun hinter dich gebracht hast und ich ihn noch immer vor mir habe (Sylt).

Deine ganzen Gefühle kann ich so gut verstehen. Dieses Gefühl, nicht dazu zu gehören und alleine zu sein. Bei mir kommt auch häufig - in letzter Zeit wieder sehr viel häufiger - dieses Gefühl hoch, wenn ich glückliche Paare sehe, die in unserem Alter sind und denen es richtig gut geht. Heute im Einkaufscenter war ein Paar vor mir auf der Rolltreppe, das sich gerade richtig anzickte, er würde kein Interesse zeigen, sie muss alles alleine machen, und selbst da hatte ich plötzlich dieses traurige Gefühl, dass ich mich nicht mehr streiten kann. Und so blöd muss es auch bei dir nach der geführten Tour gewesen sein. Alle sind zurück zu ihren Famillien und du bist alleine ins Hotelzimmer gegangen und konntest mit niemandem über die Erlebnisse des Tages sprechen.

Ach man, auch wenn es schon tausend Mal gesagt wurde, aber wir haben das definitiv nicht verdient. Niemand hat das verdient.

Mir geht es auch noch nicht sonderlich viel besser. Im Job ist es o.k., weil ich ziemlich busy bin und mit meinen Chefs viel Spaß habe, aber wenn ich nach Hause komme, ist es wieder schlimm. Ich bin genau wie du grad sehr weinerlich und auch mir kommt "es" immer wieder soooo unwirklich vor. Das kann doch alles nicht wirklich passiert sein. Liegt vielleicht auch an der Jahreszeit. Es wird wieder dunkler und kälter. Und der Herbst war eh immer unsere Zeit. Frank liebte Pflaumenkuchen und Federweißer und wenn ich diese Dinge jetzt überall sehe, trägt das nicht gerade zu einer guten Stimmung bei mir bei. Von daher sind auch - wie du schon richtig vermutet hast - die Umzugspläne gerade wieder mal auf Eis gelegt worden. Vor meinem Urlaub war ich hochmotiviert und habe schon Möbelkataloge gewältzt, um mit einigen neuen Dingen einen etwas anderes Stil hinzubekommen, um nicht alles eins zu eins zu übernehmen und dann den gleichen Effekt zu haben, den ich hier im Haus habe, dass ich Frank überall sehe. Ich habe mir zwar letzte Woche eine Wohnung angeschaut, die echt ganz schön war und die ich auch bekommen hätte, aber die Stimmung war die falsche und insofern habe ich es auch nicht gemacht. Vielleicht ärgere ich mich in ein, zwei Wochen, aber nun ist es, wie es ist.

Mein Hochzeitstag war ganz o.k., da ich rund um die Uhr abgelenkt war. Morgens bei einer Freundin zum Frühstück, die nichts vom Hochzeitstag wusste, und abends war ich bei den New Yorker Philharmonikern im Konzert. Etwas, wo Frank nie mit hingekommen wäre :smile: . Ich habe es genossen, es war traumhaft schön und ich habe viele interessante Menschen getroffen, da dieses Konzert mit einem Empfang verbunden war. Es war ein wirklich schöner Abend.

Ach Flöckchen, das Leben ist echt schwer und ich hoffe so sehr für alle von uns, dass es bald mal wieder leichter wird. Dass wir vielleicht doch irgendwann das Glück haben, einen neuen Partner zu finden, auch wenn es für mich genauso wie für dich, eigentlich nicht vorstellbar ist, dass man mit einem anderen Menschen nochmal glücklich werden kann. Es wird auf jeden Fall anders werden - und das ist bestimmt auch gut so. Aber für den Rest meines Lebens alleine bleiben? Nein, das kann und sollte nicht das Ziel sein. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, alleine zu sein.

Ich wünsche dir noch einen angenehmen Abend und freue mich schon, wieder von dir zu hören.

Alles Liebe, Carmen

Sternzeit2506
08.09.2008, 20:43
Autsch...heute ist es nach sehr langer Zeit mal wieder passiert. Ich sitze gerade an einem sehr umfangreichen Projekt in der Agentur und war heute so am rumplanen, als ich plötzlich den Gedanken hatte, dies heute Abend mal mit Frank zu diskutieren. Ich fühlte mich richtig gut dabei und es hat wirklich einen Augenblick gedauert bis mir aufging, dass ich das nicht mit Frank diskutieren kann. Oder zumindest nicht verbal, sondern wenn überhaupt, dann nur in Gedanken. Und das tat heute so verdammt doll weh, dass es mich gleich wieder ein Stückchen mehr runtergezogen hat. Ist grad wirklich nicht meine Zeit und ich habe - auch seit wirklich sehr langer Zeit - mal wieder darüber nachgedacht, was ich hier eigentlich noch soll.

Ich hoffe sehr, dass ich aus diesem Loch ganz bald wieder rauskomme, denn es kostet mich zu viel Kraft. Ich muss meinen Kopf mal wieder leer kriegen von diesen wirren, traurigen Gedanken. Es ging doch schon mal besser, warum reißt es einen immer wieder runter?

Liebe Grüße, Carmen

Haferflocke
08.09.2008, 21:19
Liebe Carmen,

es tut mir leid zu lesen, dass es Dich heute mal wieder so sehr erwischt hat. Ich würde dir so gerne etwas tröstendes sagen, aber ich weiß nicht recht was. Ich weiß doch, dass es so wirklich etwas tröstendes nicht gibt. Ich kenn das auch, diese Hoffnungslosigkeit, dass ich denke, ach scheisse, was hat das alles ohne ihn für einen Sinn. Ich weiß, ich muss durch diese Täler einfach durch und Du weißt ja auch, dass es für dich auch nur so geht. Was bleibt uns denn? Wir können nichts ändern, können nicht rückwärts gehen, nur vorwärts, auch wenn wir jetzt nicht wissen, wofür und auch das Gefühl zu haben, nicht voran zu kommen.

Was mir in den letzten Tagen viel Zuversicht gegeben hat ist, wie
es Orenda jetzt geht. Ich habe noch so sehr im Kopf, wie sehr sie am Ende war und ohne Hoffnung und nun spürt sie jede Menge neue Lebenslust und auch wieder Glück....

Ich würde Dir so gerne helfen, liebe Carmen, aber ich kann nichts tun, als Dir zu sagen, dass ich an dich denke, deine Gefühle so gut verstehen kann. Und ich kann Dir sagen, morgen ist ein neuer Tag und vielleicht sieht es morgen wieder ein wenig heller aus in Dir. Ich wünsche es Dir.

Schlaf gut,
Haferflocke

orenda
08.09.2008, 21:25
Ich hoffe sehr, dass ich aus diesem Loch ganz bald wieder rauskomme, denn es kostet mich zu viel Kraft. Ich muss meinen Kopf mal wieder leer kriegen von diesen wirren, traurigen Gedanken. Es ging doch schon mal besser, warum reißt es einen immer wieder runter?

:in den arm nehmen:
Gute Frage, ich habe heute auch einen eher schwarzen Tag und war viel traurig. Es war so gar nicht mein Tag und genau dann wird man sowieso nachdenklicher, grüblerischer und bräuchte eigentlich Trost und Hilfe, da fehlt er dann umso mehr. Aber die Abstände zwischen diesen Löchern werden größer und das ist das, was mich dann wieder ein wenig aufbaut. Ich kenne die Löcher inzwischen doch. "Hallo Loch, was willst Du denn schon wieder hier... wie, du hast dich jetzt mal zwei Wochen nicht blicken lassen? Ist mir gar nicht aufgefallen. Na gut, dann erinner mich halt kurz daran, dass es dich noch gibt, aber dann verschwinde wieder". Vielleicht tickt Dein Loch ja auch so, versuchs doch mal. Jetzt muss ich schmunzeln über meine eigene Albernheit... ob ich womöglich tief in meinem Inneren doch eher ein HalbVoll und kein HalbLeer Mensch bin?

Ich schicke Dir auf jeden Fall ein paar Mutmach Zauber :zauberer:

Liebe Grüße,
orenda

Sternzeit2506
08.09.2008, 21:55
Liebe Orenda,
danke, diesen Mutmach-Zauber kann ich grad wirklich gut gebrauchen und ich hoffe, dass er ganz schnell seine Wirkung zeigt.

Es stimmt ja, dass die Abstände zwischen diesen Löchern größer werden, aber dafür ziehen sie mich manchmal umso heftiger wieder runter. Es tut heute wirklich ganz besonders doll weh und jegliche Zuversicht hat mich verlassen. Aber ich werde den Dialog zu meinem Loch gleich mal aufnehmen und mal schauen, was es mir antwortet. Vielleicht kann ich es ja überzeugen, schnell vorüberzuziehen. Würde mich echt freuen und mir auch gut tun.

Ich wünsche dir noch einen netten Abend und hoffe, dein Loch-Dialog ist für heute schon beendet :lachen: .

Danke!!
Carmen

Sternzeit2506
09.09.2008, 09:16
Guten Morgen lliebes Flöckchen,
ups, das habe ich dich doch gestern Abend glatt überlesen, lag wohl an den dicken Augen. Aber heute sind diese schon wieder etwas klarer, so dass ich deine Antwort gesehen habe. Sorry....

Und du hattest Recht. Der heutige Tag sieht sehr viel heller aus. Hier scheint heute morgen schon so sehr die Sonne, dass es mir gleich etwas besser geht. Habe heute Nacht ganz intensiv von Frank und Lucky geträumt. Alles war, wie immer. Also mehr ein Traum aus der Vergangenheit, als dass es ein blöder Traum war über Tod und Trauer. Das tut mir grad auch ganz gut.

Du hast Recht, Orenda ist schon ein ganzes Stückchen weiter als wir und ich freue mich so für sie. Auch für ihre neue Liebe. Aber selbst sie hat immer wieder diesen dummen dunklen Löcher. Allerdings mit größeren Abständen und das sollte uns wirklich ein Ansporn sein.

Ich wünsche euch allen einen guten, sonnigen und positiven Tag. Das gute ist ja, dass es eigentlich nur besser werden kann bei uns. Ist doch auch was, oder :zwinker: ?

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
09.09.2008, 11:07
Liebe Carmen,

schön, dass es heute heller ist und die Augen abgeschwollen sind:freches grinsen:
Hier ist es auch hell, nicht zur draußen, sondern auch in mir drinnen. Nicht strahlend, aber dunkel ist nun wirklich was anderes.

Wünsche euch auch allen einen schönen Tag,
Alles Liebe,
Euer Flöckchen

Sternzeit2506
23.09.2008, 09:20
Hallo Ihr Lieben,

vergangenen Freitag hatten wir unser Sommerfest in der Agentur. Da ich die Feste hier immer organisiere fühle ich mich auch etwas „verpflichtet“ dafür zu sorgen, dass sich die Tanzfläche füllt. Gehe also zum DJ und sage, dass wir jetzt starten, danach zur Tanzfläche und welches Lied wird gespielt? „Enjoy the silence“ von Depeche Mode. Wusch….das Lied haben Franks Freunde und Kollegen mit Gitarren und Gesang auf seiner Trauerfeier gespielt. Ich habe ja selbst schuld. Ich habe dem DJ gesagt, dass für mich alles von Depeche Mode super ist, hätte vielleicht erwähnen sollen, dass dieses Lied nicht unbedingt dazu gehört, zumindest nicht, wenn ich Spaß haben möchte. Meine „Kollegenfreundin“ kam dann gleich zu mir auf die Tanzfläche, sie war auch auf der Trauerfeier und muss nun auch jedes Mal weinen, wenn sie dieses Lied irgendwo hört. Aber ich habe mich ganz wacker geschlagen und der Abend war noch sehr nett und ein voller Erfolg.

Das Wochenende an sich dann leider nicht so. Hatte mal wieder eine Tiefphase und habe mich verkrochen. Am Sonntag habe ich dann die Bilder vom Fest von der Kamera gezogen und mich das erste Mal seitdem wieder auf einem Foto gesehen. Und ich habe mich richtig etwas erschrocken. Ich war richtig dünn. Klar, ich weiß ja, dass ich 12 Kilo abgenommen habe, war aber auch vorher nicht dick oder pummelig, sondern ganz normal schlank. Aber jetzt sehe ich echt nicht besonders gut aus. Habe das im Spiegel bisher nicht so gesehen und mich immer nur gewundert wenn die Leute sagten, ich könnte auch mal wieder ein oder zwei Pfund zunehmen, aber jetzt weiß ich, was sie meinen. Ich bin zwar nicht dürr, aber im Gesicht sehe ich echt nicht besonders gut aus. Daran werde ich jetzt arbeiten, esse eh viel zu schlecht und das wird jetzt geändert.

Gestern Abend hatte ich mal wieder ein Erlebnis. Vielleicht war ich auch nur verwirrt, mag sein, aber komisch war es schon. Ich war im Bad und habe meine Kontaktlinsen in das Behältnis getan. Beim Einfüllen der Flüssigkeit fiel mir der Deckel der Kontiflüssigkeit runter und ich konnte ihn nicht wiederfinden. Habe die Flasche dann so in den Schrank zurückgestellt und bin wieder nach unten ins Wohnzimmer gegangen. Meine Katze lag auf dem Boden und ich habe mich bäuchlings flach dazugelegt. Plötzlich drückte mich etwas und als ich in die Tasche griff, war dort der Deckel von der Flasche. Der Deckel, der definitiv runtergefallen war, ich hab es ja auch gehört. Nun war Frank, was die Kontaktlinsen anging, immer sehr penibel. Alles musste supersauber sein und der Flaschenhals durfte nirgends rankommen, damit nichts in die Augen gerät, was dort nicht hingehört. Mir geht’s ja momentan eh nicht besonders und ich denke sehr, sehr viel an Frank. Tja und dann dies. Als wenn er mal eben kurz von Oben eingegriffen hat, damit Carmen sich besser um ihre Kontis kümmert. Klingt blöd, ich weiß, aber ich hatte gestern das Gefühl, als wenn es so gewesen ist.

So, nun muss ich aber schnell mal anfangen zu arbeiten. Wünsche euch einen guten Tag!
Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
23.09.2008, 10:04
Liebe Carmen,

tut mir leid zu hören, dass es Dir nicht so gut geht. Vielleicht ist das ja der Grund, warum Frank Dir mit dem Deckel der Kontiflüssigkeit ein kleines Zeichen schicken wollte. Ich würde es auch so so sehen, wie Du. Ist schon sehr seltsam, dass der Deckel einfach so da drin gelandet ist. Wenn Du keine Clownstaschen an deinen Hosen hast, kann ihn fast nur jemand reingesteckt haben, oder? Nimm es das, als was es sich anfühlt. Vielleicht wollte er einfach zeigen, ich pass auf dich auf.

Dir auch einen schönen Tag und liebe Grüße,
Haferflocke

Inaktiver User
23.09.2008, 11:03
Daran werde ich jetzt arbeiten, esse eh viel zu schlecht und das wird jetzt geändert.

Da würde sich dein Frank sicher freuen drüber, was? :blumengabe:

Haferflocke
25.09.2008, 10:16
Liebe Carmen,

ich wollte Dir einen kleinen Gruss schicken und hoffe, dass es Dir vielleicht schon wieder ein wenig besser geht? Ein paar :Sonne: -Strahlen können sicher auch nicht schaden.
Ich habe neulich beim Sport an dich gedacht, denn da habe ich seit sehr langer Zeit mal wieder Depeche Mode gehört und fand die Musik wieder so gut...

Alles Liebe,
Haferflocke

Sternzeit2506
26.09.2008, 09:20
Guten Morgen liebes Flöckchen und lieben Dank für deinen netten Gruß!!

Geht es mir besser? Ich weiß es nicht wirklich. Ein wenig schon, habe zumindest schon drei Tage nicht mehr geweint, aber diese tiefe Traurigkeit ist zurückgekehrt. Weißt du, was ich meine? Ich bin immer traurig, klar, aber es gibt ja durchaus Zeiten, in denen man die Traurigkeit relativ gut verträgt und sie nicht ganz so prominent ist. Aktuell sitzt sie wieder sehr, sehr tief und ich denke nahezu ununterbrochen an den Tod und Frank. Liegt bestimmt auch am Wetter, daran, dass es jetzt wieder düsterer wird und man abends mit Kerzen dasitzt, was man aber definitiv mit Partner machen sollte und nicht alleine. Und auch daran, dass diese Herbsttage so toll sind und ich doch eigentlich jetzt auf dem Friedhof Kastanien mit Frank sammeln sollte (klingt makaber, aber der Friedhof hier ist der größte Parkfriedhof der Welt und man kann dort ganz toll spazieren gehen - und Kastanien sammeln :zwinker: ) - das haben wir nämlich jeden Herbst dort gemacht. Stattdessen gehe ich jetzt sein Grab dort besuchen.

Tja und dann werde ich übernächste Woche wieder mit meinen Chefs für zwei Tage nach Sylt fahren. Ich freue mich ein wenig drauf und habe zugleich auch wieder ein wenig Bammel. Aber das wird schon werden.

Wie geht es dir? Was treibst du so? Freue mich, dass du das mit dem Sport jetzt schaffst und gebe zu, dass ich das auch dringend wieder angehen sollte. Bin irgendwie nur noch zahlendes Mitglied, aber nicht wirklich aktiv. Hatte ja ein halbes Jahr die Ausrede mit der Niere, aber nun sollte ich dazu stehen, dass ich keine Ausrede mehr habe. Vielleicht gehe ich dieses Wochenende, denn da habe ich noch keine weiteren Pläne und will eigentlich auch nichts machen. Also...ich werde mir Sport vornehmen und dabei an dich denken.

Einen schönen Tag wünsche ich und sende liebe Grüße,
Carmen

Haferflocke
26.09.2008, 10:53
Liebe Carmen,

ich weiß, was Du meinst mit der tiefen Traurigkeit. Und ich glaube auch, dass es an der Jahreszeit liegt. Der Herbst ist so wunderbar. Wenn ich bei der Arbeit aus dem Fenster schaue, dann sehe ich wunderschöne bunte Bäume und jede Schönheit, die ich sehe, tut mir weh. Ich weine in der letzten Zeit wieder sehr viel.

Ich habe kommende Woche Urlaub und fahre ab morgen bis Dienstag zu meinen Eltern. Es ist eine Abwechslung und ich freue mich vor allem auf meine Mutter. Am Wochenende wollen sie und ich uns in der Nähe von Kassel eine Ausstellung ansehen und es geht um "unser" Thema: Tod und Sterben im Wandel der Zeit. Vom Mittelalter bis heute. Der Vater von meinem Freund meinte, was schaust Du Dir denn für eine komische Ausstellung an, Du sollst Dich wieder mit dem Leben beschäftigen...! Aber wie lebt man, wenn der Liebste tot ist? Ich will mich mit diesem Thema beschäftigen, immer und immer wieder. Es ist die Beschäftigung mit seinem Tod und meiner eigenen Sterblichkeit. Ich sehe all das als Schritt auf meinem Weg zu lernen mit dem Tod meines Freundes zu leben...Sein Vater meinte, das ist noch zu früh, sich mit dem Thema zu beschäftigen - im Sinne von "Du bist noch jung, wirst noch lange leben". Ich sagte: Wann ist es denn dann Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen? Wie schnell alles vorbei sein kann, haben wir ja alle schmerzlich am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das sah er ein. Und diese Ausstellung wird mich auch nicht trauriger machen, als ich eh schon bin. Nur nachdenklicher vielleicht. Ich bin froh, dass ich eine Mutter habe, mit der ich so ein wichtiges Thema wie Tod und Vergänglichkeit teilen kann....

Schön, wenn Du wieder zum Sport gehst und auch an mich denkst. Aber fühl dich nicht allzu schlecht, wenn Du daran denkst, dass Du lange nicht warst. Ich bin zwischendurch auch immer mal wieder ganz faul. Eigentlich wollte ich heute nach der Arbeit gehen, aber ich habe keine Energie. Zum Glück zwingt mich ja niemand. Nur zum Leben bin ich gezwungen. Und das ist manchmal ganz schön schwer. Wie schwer es sein kann, das hab ich "vorher" nicht gewußt...

Viele liebe Grüße,
Haferflocke

Inaktiver User
26.09.2008, 12:09
Liebe Carmen, liebe Haferflocke,

dass der Herbst uns beeinflusst, glaube ich auch. Kälte und Dunkelheit nehmen zu und auf Schritt und Tritt erlebt man die Vergänglichkeit, kann sie sehen, riechen, fühlen. Dass sie sich in so farbenprächtigem Gewand zeigt - wie kann Vergänglichkeit so schön sein...? - macht wehmütig.

Trotzdem bin ich froh, dass der Herbst da ist. Irgendwie kehrt mit ihm ja auch Ruhe ein, es wird stiller. Und das tut mir gut.

Ein paar Tage nach dem Tod habe ich ein Buch über Sterben und Tod im Mittelalter gelesen. Es hat mir geholfen - das Thema war ja ohnehin in mir, und so habe ich mich auch durch die Lektüre damit beschäftigt. Ich kann nicht genau sagen, warum ich es als hilfreich empfand... Vielleicht, weil es so deutlich machte, dass der Tod ein völlig "normales" Ereignis ist, dass aber im Gegensatz zu früheren Zeiten in unserer Zeit verdrängt wird. Ein weiteres Buch zur Geschichte des Todes, dass ich auch damals gekauft habe, habe ich noch nicht gelesen. Ich habe es mir aber jetzt hingelegt, weil mir wieder danach ist, darin zu lesen. Deshalb kann ich sehr gut verstehen, Haferflocke, dass Du in diese Ausstellung gehen wirst. Das "Thema" ist ohnehin da - also besser verarbeiten als verdrängen.

Ich wünsche Euch gute Tage auf Sylt und in Kassel

Miljah

Haferflocke
26.09.2008, 13:47
Ich wünsche Euch gute Tage auf Sylt und in Kassel


Danke, liebe Miljah. Übrigens: Schönes neues Benutzerbild. So schmerzhaft der Herbst ist, ich find es auch schön, wenn es ruhiger wird....

Mach Dir noch einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende,
Haferflocke

orenda
26.09.2008, 20:58
Hallo Ihr Lieben,

ich bin wieder zu Hause und irgendwie weiß ich gar nicht, in welchem Strang ich als erstes antworten soll. Ich fange mal hier an und vielleicht lasse ich auch gleich alles hier raus, keine Ahnung... einfach mal entwickeln lassen :smirksmile: .

Es ist schon sehr seltsam, dass es uns allen gerade irgendwie wieder schlechter zu gehen scheint. Ich muss mich da leider mit einschließen. Ich bin gerade sehr weinerlich drauf und ich tue es auch ständig. Ich ertappe mich wieder dabei, wie ich in meinem Büro sitze und weine und heute ertappte ich mich dabei, dass ich traurig war, weil die Sonne rauskam, da es bei schlechtem Wetter einfacher ist traurig zu sein :ooooh: . Wie seltsam... also denke auch ich, dass dieser Jahreszeitenwechsel damit zu tun hat. Es ist Herbst, wieder, der zweite ohne ihn, die Zeit läuft weiter - unglaublich. Ich kann es gar nicht richtig fassen und beschreiben. Es fühlt sich aber auch gerade so an, als wolle es dieses mal nicht so schnell verschwinden, als würde die Traurigkeit wieder sehr tief sitzen und sich einnisten. Auf einmal erscheinen Dinge auch wieder sinnlos. Eben regte ich mich noch darüber auf, dass mein neuer Freund vieles so pessimistisch sah und war deshalb gar nicht so böse, dass es vorbei ist, und nun bin ich selbst irgendwie pessimistisch. Hmm... nein, das trifft es nicht ganz. Ich bin den "normalen" Dingen gegenüber immer noch so postitiv aufgeschlossen wie zuvor, nur hat sich diese Grundtraurigkeit wieder eingeschlichen. Und irgendwie... will ich nicht, dass sie wieder verschwindet? Heiße ich sie momentan gerade gar willkommen? Brauche ich sie, weil ich selbst eine Auszeit von so vielem anderen bräuchte? Oder ist es wirklich nur ganz banal die Jahreszeit? Ich glaube, dass es mehr ist, dass mehrere Faktoren zusammen kommen.

Bei Lyanna habe ich heute gelesen, dass es hier schon um Weihnachten ging und wie man es verbringen wird. Ich habe mir dazu auch schon Gedanken gemacht. Vor einigen Wochen noch dachte ich, na das nächste Weihnachten wird nicht so schlimm werden. Jetzt denke ich "oh weh, bloß nicht wieder Weihnachten". Zunächst sah es ja auch danach aus, dass ich dann wieder in einer Beziehung sein werde, nun ist das aber auch wieder weg. Das hätte schon was geändert, was genau, weiß ich auch nicht, aber es wäre nicht diese Einsamkeit gewesen, die Traurigkeit hätte trotzdem da sein können. So bin ich nun wieder planlos, ziellos, fühle mich alleine, bekomme Angst vor Weihnachten. Kein Freund, keine Freunde, die auch Weihnachten alleine sind und mit denen man sich zusammen tun kann, auf Weihnachten mit meinern Eltern habe ich dieses Jahr genauso wenig Lust wie letztes Jahr... ich habe keine Ahnung. Vielleicht versuche ich auch einfach mal alleine zu bleiben oder ich suche nach einem Urlaub über Weihnachten. Wegfahren, wenn schon so schräg, dann richtig schräg. Hmm... eigentlich würde mir das ja am meisten entsprechen, glaube ich. Die Idee kommt mir gerade erst. Es wird genauso weh tun, aber es würde zu der "neuen orenda" passen. Keine Ahnung, ist ja noch eine ganze Weile hin :smirksmile: , der Satz ist auch nicht ganz neu, was?

Was ist es nur, was gerade wieder so traurig macht? Auch mein Sport leidet, das mag ich gar nicht und das muss ab nächster Woche wieder anders werden. Aber ich bin gerade auch wahnsinnig erledigt und merke auch wieder, wieviel Kraft es kostet, wenn man traurig ist. Es kommt mir alles so vor wie schonmal da gewesen und doch anders. Die Kraftlosigkeit macht mir etwas Angst, ich war doch schon weiter, ich hatte doch meistens die Kraft mich rauszuziehen, war aktiv, trotz allem. Das kann nicht weg sein, das glaube ich nicht, aber wieso will mir das gerade nicht gelingen? Versuche ich es zu sehr, sehne ich es zu sehr herbei? Vorhin hatte ich den Gedanken, dass es fast so ist, als ob ich am liebsten einen Winterschlaf machen würde. Einfach mal nur schlafen... das wäre schön. Ich bin auch dauernd müde, schlafe wieder recht schlecht, bin unzufrieden mit mir und dem was ich tue, nichts reicht. Obwohl es nicht anders ist als zuvor. Ich habe den Vortrag in dem Seminar gut hin bekommen, die Reaktionen waren frustrierend, wie ich es allerdings bereits erwartet hatte, aber ich kann damit leben. Ich muss meine Konsequenzen daraus ziehen. Aber die bedeutet, dass ich Energie in die Jobsuche stecken muss und die habe ich gerade nicht. Oder ist es umgekehrt? Weil ich vor der Jobsuche Angst habe, schiebe ich lieber den Energieverlust vor? Ich weiß es schon gar nicht mehr, aber eigentlich ist im Moment egal wie es ist, es ist so. Ich bin müde, meine Augen sind geschwollen vom vielen weinen und mein Blick ist trüb. Das ist Tatsache. Eine Ratlosigkeit macht sich gerade breit... warum ist das so, was tue ich diesmal, um wieder rauszukommen? Ich habe das Gefühl, diesmal ist es nicht so leicht. In mir kreisen die Gedanken... ich könnte dies, ich könnte jenes... aber dann... kraftlos.

Ich glaube nicht, dass ich es schön finde, wenn es ruhiger wird, ich bin für diese Ruhe noch nicht bereit. Zwar ging es hin und wieder einmal, es mir gemütlich machen und so, aber im Moment überwiegt wieder das einsam sein, das sich so sehr alleine fühlen, ihn sich so sehr herbeiwünschen. Oh wie gern würde ich ihn spüren, ihn umarmen, mich an ihn kuscheln. Was habe ich da nur verloren? Ich fange an alles zu idealisieren. Habe ich doch früher auch erkannt, dass nicht immer alles rosig war und ich auch gar nicht weiß, wie unsere Beziehung weiter gegangen wäre, doch das blende ich aus. Will nur das sehen was mir fehlt. Warum weiß ich auch nicht. Wenn er jetzt hier wäre, würden wir denn überhaupt auf den Gedanken kommen, wie gut wir es haben und gemeinsam auf dem Sofa in den Herbst kuscheln? Vermutlich nicht... nicht, ohne diese Erfahrung. Oh Mann... dabei könnte ich doch auch darauf verzichten. Allerdings habe ich auch schonmal das Gegenteil gesagt, also zumindest fast. Ich habe doch daraus gelernt, wo ist das hin?

Die letzten beiden Tage waren super anstrengend (ich glaube, jetzt schreibe ich einfach doch alles hier, ich hoffe, ihr seht es mir nach, dass es dadurch länger wird, es muss auch einfach gerade raus aus mir...). Ich habe mich gestern wieder so fehl am Platz gefühlt in diesem Seminar. Es war zwar interessant, ich konnte mich auch oftmals einlassen auf die Vorträge und einigen sogar folgen, aber ich gehörte gefühlsmäßig nicht richtig dazu. Dann kam der Abend, mir ging es immer schlechter. Ich saß beim Abendessen mit den Kollegen und hätte am liebsten gleich geheult. Ich wusste, dieses mal werde ich wieder ganz alleine sein. Ich war froh, dass ich mir das Zimmer mit niemandem teilen musste. Aber ich wusste auch "er" würde diesmal nicht abends noch heimlich vorbei kommen, "er" hat jetzt eine Neue, ist glücklich verliebt, hat das was ich mir auch wünschen würden. Obwohl... weiß ich es denn... ach keine Ahnung. Auf jeden Fall bin ich nach dem Essen aufs Zimmer, habe ihm eine SMS geschrieben und gesagt, dass ich zu der Abendveranstaltung nicht mitgehe. Er rief sofort an, fragte, ob alles okay wäre, ob er was tun könnte und ich habe nur nein gesagt. Ich habe mich aufs Bett gelegt und geheult wie ich schon lange nicht mehr geheult habe. Dann telefoniert, noch etwas an meinem Vortrag gemacht und wieder geheult. Bin spät ins Bett, konnte kaum schlafen und bin schon wieder weinerlich aufgewacht. Schrecklich. Der Vortrag selbst lief an sich gut, die Diskussion danach war recht hitzig und für mich weniger erbaulich. Der einzige der ausnahmsweise mal hinter mir stand war mein Chef, aber bei der Sache hilft mir das nicht viel. Die Mitarbeiter müssen das umsetzen und wenn ich da was mache wovon sie nicht überzeugt sind, sind sie nicht motiviert dabei und ich habe es einfach zu schwer. Das muss ich mir nicht antun, wirklich nicht. Ich kann ihre Bedenken auch gut verstehen, aber ich sehe es auch nicht ein den Buhmann zu spielen. Das macht zwar keiner, denn alle waren super nett und haben sachlich ihre Bedenken geäußert. Sie wissen auch, dass das nicht alles alleine auf meinem Mist gewachsen ist und dass ich sehr gerne bereit bin ihnen da viel abzunehmen, dafür bin ich ja (noch) da. Aber wenn ich mal weg bin (und das kann früher der Fall sein, als es ihnen lieb ist), dann müssen sie selbst damit zurecht kommen. Hmm... alles verständlich. Aber so... so bin ich nun demotiviert. Es geht da ja "nur" um diese "Nebensache" und nicht um das hauptsächliche (hier kann ich jetzt einfach nicht genauer werden). Sie sind mit so vielen anderen Dingen beschäftigt, haben andere Ziele, da ist das was ich will nur ein Zeitdieb und es bringt sie nicht weiter. Wenn Chef sagt, sie müssen es tun, machen sie es halt. Aber darauf kann ich verzichten. Ich mag nicht mehr, das ist so anstrengend, so ein Kampf gegen Windmühlen. Und das ist nicht nur da so, das ist immer so auf dem Gebiet, zumindest habe ich das Gefühl, dass dem so ist. Ich fürchte fast, es wird auch wo anders nicht viel anders sein. Es ist eben ein Bereich, den viele nicht einsehen, dass es sinnvoll ist. Es soll genutzt werden, aber bitte mit so wenig Aufwand wie möglich. Da sein ist schön, aber bitte nichts dafür tun oder ändern müssen. Sorry, aber das geht einfach nicht. Ach herrjeh, ich bin sauer. Diese sturen Böcke... sorry, aber das macht so definitiv keinen Spaß. Klar, gibt es wo anders auch, oftmals kämpft man doch mit neuen Ideen gegen Windmühlen. Aber vielleicht wäre zur Abwechslung ein Job gut, bei dem man nicht kämpfen muss, sondern einfach was tun muss, was erwartet wird und gern gesehen ist. Ach keine Ahnung...

Das tut auf jeden Fall gut diesen Frust rauszulassen. Macht den Herbst zwar auch nicht frühlingshafter, aber immerhin steckt es nicht mehr so in mir. Ich weiß, dass der Großteil meiner Kollegen mich sehr gern hat und es nicht so gern sehen würde, wenn ich gehe, das tut auch gut. Aber ich bin mir nicht sicher, ob mir das auf Dauer gut tut gegen diese Windmühlen anzukämpfen. Entweder ich schaffe es eine andere Position dort zu bekommen, so dass ich in der gleichen Liga kämpfe wie die anderen oder ich wechsel den Job. Ich denke, das ist meine Aufgaben für den Oktober, mir darüber klar werden, Gespräche führen, die mich da weiter bringen und im November wird dann richtig danach gehandelt. Das klingt mal nach einem Plan.

Ach je, ich brauch mich nicht wundern. Es ist so viel... wieder einmal, immer noch. Ich weiß nicht... viele Dinge, die neu sind, Sorgen machen können, Angst machen könnten (sie tun es komischerweise nicht wirklich, denn es gibt ja schlimmeres), über die man nachdenken muss - aber man ist doch eh schon so traurig und ausgelaugt, jetzt auch noch so was denken. :knatsch: .

Nun denn, ich glaube, ich versuche jetzt doch mal noch den gemütlichen Abend zu machen, den ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Auf den ich mich eigentlich gefreut hatte, wenn das Seminar vorbei ist. Eine DVD anschauen, Tee trinken oder ein Gläschen Wein (oder beides :freches grinsen: ), dann noch in die Badewanne liegen und dann schlafen bis ich von alleine aufwache.

Ich wünsche Euch allen einen guten Start in das Wochenende. Oh, noch eine Anmerkung: Ich glaube ja auch, dass mir persönlich die Bewegung im Freien fehlt, gerade jetzt, wo es wieder länger dunkel ist. Will sich jemand zum draußen joggen oder sonst irgendwie laufen für morgen mit mir virtuell verabreden? Können wir uns gegenseitig motivieren oder anspornen...

...fragt sich orenda

Sternzeit2506
30.09.2008, 13:46
Hallo Ihr Lieben,

momentan scheint wirklich gerade wieder die Zeit des Nachdenkens gekommen zu sein. Zumindest habe ich den Eindruck hier im Forum. Wir alle hängen gerade wieder dem Vergangenen nach und dem, was wir hatten, bevor Tag X eingetreten ist. Ich bin momentan jeden Abend sehr weinerlich drauf. Tagsüber geht es, da ich durch den Job mehr als abgelenkt bin, aber abends, alleine bei Tee und Kerzen, tut es nur noch schrecklich weh. Und Orenda, ich stimme dir zu. Ein Winterschlaf wäre zurzeit das absolut Richtige. Einfach mal abschalten, nichts und niemanden hören und sehen und einfach mal tief durchatmen können, die Trauer ausatmen im Schlaf. Das wäre schick.

Aber ich arbeite dagegen an. Ich tue mir zurzeit nur gute Sachen. Kaufe mir schöne Dinge (z.B. letzten Freitag einen DVD-Rekorder …. tolle Sache J ), tue nur, wozu ich Lust habe, schmuse viel mit meinem Kätzchen und sage mir selbst, dass es so nicht weitergehen kann. Ich will nicht wieder zurückfallen in dieses tiefe, tiefe Loch. Eine kleine Kuhle muss einfach mal reichen.

Eure Weihnachtsgedanken haben mich auch zum Nachdenken angeregt und ich kann Orenda nur zustimmen, dass das zweite Jahr irgendwie schlimmer ist. Der Gedanke, dass ich wahrscheinlich bei meiner Schwester und ihrer Familie sein werde und danach nach Hause fahre und am Heiligabend alleine auf dem Sofa sitze – auch wenn es dann schon später Abend ist – macht mich ganz krank. Auch das Aufwachen am nächsten Morgen, in einem Haus, das ganz bestimmt nicht weihnachtlich sein wird und alleine am Frühstückstisch sitzen. Hilfe…ein ganz gruseliger Gedanke!!!

Ein paar Tage wegfahren wäre wirklich eine tolle Idee, aber andererseits kann ich es meinen Schwiegereltern auch nicht antun, sie ganz alleine zu lassen. Ich weiß, ich sollte mehr an mich denken, aber sie sind doch auch so alleine. Gestern – sie sind gerade im Urlaub – rief meine Schwiegerma mich an und erzählte mir, dass eine Urlaubsfreundin sie gefragt hätte, ob sie sich nicht vielleicht lieber eine Tochter gewünscht hätte, weil sie ja so viel mit mir telefonieren würde. Was für ein blöder Spruch, oder? Ich finde das so unterhalb der Gürtellinie…wie kommen Menschen bloß dazu, so etwas zu sagen?

Flöckchen, kommst du nicht heute zurück von deinen Eltern? Hattest du eine schöne Zeit? Ich wünsche es dir sehr. Was hast du die restlichen Urlaubstage noch vor?

Miljah, wie weit bist du mit deinem Buch? Ist es „gut“, kannst du es empfehlen?

Ach, etwas Positives muss ich noch berichten. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass Frank im Ruhewald liegt, man dort keine Blumen pflanzen darf und ich versucht habe, dort mit Wildblumensaat etwas zu machen, was ja bisher jämmerlich gescheitert ist. Aber was soll ich euch sagen: letzten Sonntag saß ich in der Sonne bei Frank und las in meinem Sylt-Krimi, als ich sie plötzlich entdeckte. Eine orangegelbe Blume aus meiner Wildblumensaat. Yippieh! Nun bin ich zuversichtlich, dass im nächsten Jahr vielleicht noch ein paar dazukommen, so dass es endlich etwas bunter wird.

So meine Lieben, ich bin die nächsten zwei Tage auf Seminar. „High Stake Gespräche führen“. Grrh…was das wohl wird. Ich gehe Konfliktgesprächen ja ganz gerne mal aus dem Weg, finde es aber toll, dass ich nun lerne, damit besser umzugehen und diese Gespräche gelassener zu sehen. Werde euch berichten, wie es war.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und ein paar Sonnenstrahlen in dieser düsteren Zeit.
Carmen

Haferflocke
30.09.2008, 21:26
Liebe Carmen und alle anderen,

stimmt, ich bin heute wiedergekommen und nun bist du, Carmen, erstmal auf dem Seminar, macht nichts, liest Du diese Nachricht später.

Ich kam wieder von diesen Tagen bei meiner Familie und ich war dort ganz gut abgelenkt. Aber im Hintergrund lauerte immer die Trauer. Sobald sie eine Chance sah, kam sie raus und an den Abenden war sie dann immer da, die Trauer, die Mutlosigkeit und die Sinnlosigkeit. Die Frage, was ist das für ein Leben ohne ihn? Wird diese Frage denn nie aufhören? Ich kam nach Hause und sass wie immer in der Küche und hatte endlich wieder die Ruhe, ihm in meinem Tagebuch zu schreiben und da kam die Traurigkeit dann auch gleich wieder hervor.
Dann hab ich mit einer Freundin telefoniert und wir haben über die Möglichkeit gesprochen, vielleicht über Silvester in den Skiurlaub zu fahren. Und die traurige Stimmung, die eben noch da war, wich diesen Zukunftsplänen. Und plötzlich war da wieder ein wenig Zuversicht. Das Gefühl, es geht weiter, da sind Pläne, die in die Zukunft weisen. Es ist beängstigend, wie diese Stimmungen hoch und runtergehen. Jetzt höre ich das neue Rosenstolzalbum und die traurigsten Lieder kommen noch. Gleich werde ich wieder traurig werden, ich weiß es jetzt schon…

Die Ausstellung über Tod und Sterben, die ich mir mit meiner Mutter angeschaut habe, war nicht so toll und sehr klein. Der Tod wurde eigentlich nur im Zusammenhang mit der christlichen Sicht behandelt. Damit konnte ich nichts anfangen. Mir geht es wie Tutsi, ich hab mit Gott „seitdem“ nichts mehr am Hut….

..und da bin ich schon beim nächsten Punkt: Ich habe heute alles gelesen, was hier in den letzten Tagen im Forum los gewesen ist. Und ich war mal wieder erstaunt, wie sehr mir die Postings aus der Seele sprechen. Sei es eben die Aussage von Tutsi, dass der verlorene geliebte Mensch mehr zur leitenden und schützenden Kraft geworden ist, als Gott; Der Kommentar von Melissa, dass sich die Angst um die Eltern (bei mir vor allem meine Mutter) immer mehr an ihr festklammert. Genauso geht es mir auch. Ich weiß nicht, wie ich das überleben sollte. Ich habe sogar schon mal gedacht, ich will das nicht erleben müssen. Ich will vor ihr sterben. Und dann denk ich, ich darf diesen Gedanken nicht denken. Wie sollte sie ohne mich leben? Wie sollte sie die Trauer um mich ertragen? Sie hat mir einmal als ich so schrecklich am Boden war und sie vielleicht gedacht hat, ich könnte an meinem Kummer sterben, das Leben aufgeben…da schrieb sie mir, dass sie sich versucht hatte vorzustellen, wie es wäre, wenn ich nicht mehr da wäre. Und sie hatte es sich nicht vorstellen können. Mir tat allein schon der Gedanke so weh, dass sie sich darüber nachgedacht hatte…Und bevor meine Mutter die Trauer um mich ertragen muss, will ich es lieber auf mich nehmen, die Trauer um sie zu ertragen. Auch wenn ich das vielleicht nicht kann….Und wie es dann kommt, sie zuerst oder ich, im Endeffekt haben wir dann doch keinen Einfluss...Und jetzt laufen die Tränen…
Orenda und Carmen, wie ihr frage ich mich, ist das jetzt das Leben? Das frag ich mich so oft. Und ich frag mich manchmal, wozu das Leben überhaupt da ist. Es klingt so negativ, so alles-verneinend. Aber manchmal stellt sich mir die Frage. Wozu ist da dieses Leben, in dem es soviel Schmerz und Trauer gibt? Und am Ende steht der Tod. Und gleichzeitig weiß ich, das Leben ist da, um dieses Glück zu fühlen, das wir alle einmal gefühlt haben. Aber dieses Glück ist einem Schmerz gewichen, der so schwer zu ertragen ist….
Aber ich hab auch schönes, hoffnungsvolles hier gelesen, ich fand so schön, was Miljah geschrieben hat, das mit dem Zweig am Apfelbaum….

Ihr hier in diesem Forum seid mir so wichtig geworden. ist schön, dass ich hier schreiben kann und hier verstanden werde. Ich wollte euch allen einfach mal danke sagen...

Eure jetzt wieder so traurige Haferflocke

orenda
30.09.2008, 22:53
Oh jajaja, ich kann so vieles so gut verstehen, was ihr schreibt. Aber erstmal hoffe ich, Du Carmen hast die nächsten beiden Tage ein erfolgreiches Seminar!

Wir könnten wohl gerade einen Strang "der Trauerkloß-Eintopf" aufmachen oder so. Ich bin froh, dass ich meinen Humor habe, ehrlich. Irgendwas witziges versuche ich selbst aus der beschissensten Situation rauszuholen und wenn es noch so dämlich ist. Egal... ich glaube, das hat mich über Wasser gehalten in den letzten 1 1/2 Jahren, dass ich diese Art an mir habe. Aber in letzter Zeit frage ich mich wirklich oft, was es mit dem Leben auf sich hat. Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht, ich meine es nicht negativ, ich halte das Leben für etwas sehr schönes. Sonst würde es ja nicht so weh tun, dass Rainer seines verloren hat. Es tut mir nämlich auch so für ihn weh, dass er nur 38 Jahre davon hatte. Das ist einfach zu wenig. Bestürzt stelle ich fest, wie ich mich seinem Alter nähere. Habt ihr daran schon mal gedacht? Sofern es möglich ist und ihr jünger seid, als er war. Es ist so seltsam, er wird nicht mehr älter, ich hole ihn irgendwie ein. Das klingt jetzt komisch, aber es fühlt sich auch einfach komisch und falsch an, finde ich. Auf jeden Fall... am Ende dieses eigentlich sehr schönen Lebens, dieses wertvollen Lebens, steht der Tod. Damit komme ich nicht klar. Ich will so viel tun, so viel erleben, wollte auch so viel mit ihm tun, will es aber dennoch auch für mich noch oder mit jemand anderem eben, aber irgendwann und ich weiß nicht wann, ist es zu Ende. Ich darf da gar nicht daran denken, das macht mich wahnsinnig. Wie? Wann? Ich will es nicht wirklich wissen, aber ich verstricke mich oft in diesen Gedanken. Und dann denke ich, er hat es "hinter sich", er weiß nun wie es ist (na ja auch wieder nicht mehr, denn er ist ja nicht mehr). Verdammt, da soll man keinen Knoten ins Hirn bekommen? Ich glaube, diese Art von Gedanken darf man sich nicht zu oft und zu intensiv machen, sonst dreht man durch. Außerdem ist es ja auch ein Wiederspruch... ich will ja leben und nicht mein Leben mit dem über den Tod nachdenken "verschwenden". Aber genau dazu werde ich doch gezwungen, weil ich ihn verloren habe, ich kann mich nicht rauswinden, wie all die anderen, sie so was nicht erlebt haben, ich kann dem in einem gewissen Maß nicht entrinnen. Das finde ich... arghh... ich könnte schreien. Und dennoch hat es mein Leben wertvoller gemacht auch darüber nachzudenken. Nur hätte ich gern noch den Ausknopf, eine Art Not-Aus, wenn ich merke, nein, jetzt muss Schluss sein mit diesen Gedanken. Ich habe übrigens vergessen was ich alles sagen wollte, aber es floss eben mal wieder.

Nun denn... soviel zu den Gedanken für diesen Tag. Ich muss langsam mal ins Bett. Gut, dass ich die Gedanken noch loswerden durfte, dann bleiben sie jetzt hier und ich nehme sie nicht mit ins Bett. Ha, Schnippchen geschlagen, ihr dummen Gedanken :smirksmile: .

Schlaft schön!

Inaktiver User
01.10.2008, 12:34
Schön, dass Du wieder da bist, liebe Haferflocke!

Die Angst, noch einen Verlust zu erleiden, noch einen Tod verkraften zu müssen - die kenne ich auch... Und sofern man nicht selbst "als nächstes" stirbt, ist es ja sicher, dass dies kommen wird. Und da hört dann mein Denken auf, vielleicht ist es eine innere Schutzfunktion, vielleicht ist es der "Ausknopf", liebe Orenda - ich denke einfach nicht weiter darüber nach. Wer weiß schon, was morgen sein wird...

Das war für mich vielleicht das Hilfreiche oder Tröstliche an dem einen Buch, liebe Carmen, dass so klar wurde, wie alltäglich der Tod ist. Insofern tat es mir vor Monaten gut. Ob es heute noch die gleiche Wirkung hätte, vermag ich nicht zu sagen. Das andere Buch habe ich mir ja herausgelegt, habe es aber noch nicht begonnen.

Da ich heute nicht arbeiten muss, mache ich es mir gemütlich. Mir ist egal, ob ich an den Tod denke und traurig bin oder nicht. Ich nehme es, wie es kommt, bin ganz gelassen.

Euch einen guten Tag mit möglichst viel Gelassenheit

Miljah

Inaktiver User
05.10.2008, 15:20
Hallo,Ihr Lieben,bin wieder in ein ganz tiefes Loch gerutscht.Wenn ich raus in den Garten konnte,habe ich mich abgelenkt,habe es irgenwie besser ertragen.Aber nun regnet es den ganzen Tag und ich kann nur heulen.Hatte kaum die Kraft,Essen für mich und die Jungs zu kochen.Würde mich am liebsten ins Bett legen und nie mehr aufwachen,nicht mehr leiden,bei ihm sein.

Ich weiß,ich muss durchhalten,irgenwie,für meine Kinder,meine Eltern,meine Schwester,sie alle leiden mit mir,weil ich leide.Wollen mir helfen und können es nicht,
Auch stehe ich Todesängste aus,wenn meine Kinder unterwegs sind,kann erst schlafen,wenn sie heil wieder da sind oder ich eine SMS bekommen habe.Wenn es etwas später wird, bin ich jedesmal krank vor Sorge.Ich habe solche Angst, dass auch ihnen etwas passieren könnte,dass ich einen schlimmen Anruf kriege oder die Polizei wieder vor der Tür steht.

Wann wird es endlich besser,ich weiß auch ihr könnt mir darauf nicht antworten ,so vergrabe ich mich heute in meinem Schmerz und hoffe das es morgen durch die Arbeit etwas erträglicher wird.

Eure todtraurige Andrea

Haferflocke
13.10.2008, 21:23
Liebe Carmen,

ich wollte mal fragen, wie es Dir geht? Steht nicht jetzt irgendwann die Reise nach Sylt an, auch wenn es eher Arbeit als Reise ist? Oder war es am Ende schon? Ich stelle es mir schön vor, sich vom Wind durchpusten zu lassen und dann in der Sturmhaube in Kampen oder in der Kupferkanne einen heißen Friesentee trinken. So kenne ich Sylt aus meinen Kindertagen, wenn wir mal im Herbst da waren, nur war es da wohl eher Kakao als Tee....

Viele liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
14.10.2008, 09:48
Liebes Flöckchen und hallo alle Anderen,

denke schon seit einigen Tagen daran, dringend mal wieder zu schreiben, aber momentan ist soviel los, dass ich gar nicht dazu komme. Muss mich auch erstmal durch alle neuen Beiträge lesen. Am Wochenende wurde mein Bruder 50 und ein sehr guter Freund 40. Die Woche davor war auch sehr stressig. Eigentlich komme ich seit meinem Workshop zu gar nichts mehr.

Auf Sylt war ich vergangenen Donnerstag und Freitag. Es war echt harte Arbeit, denn wir saßen bis abends um halb neun im Konfi, aber ich bin morgens ganz früh aufgestanden und habe mir den Sonnenaufgang vom Strand aus angesehen. Bin dann ne Stunde spazieren gegangen, dann zum Frühstück und wieder ab in den Konfi. Also wirklich etwas von Sylt hatte ich nicht, aber ich habe wieder einmal gespürt, wie nah Frank mir dort ist. Viel näher, als sonst irgendwo. Ich werde nun im November noch einmal ein paar Tage hinfahren. Ganz alleine für mich, mit vielen Gedanken, vielen Spaziergängen und dem Tee in der Sturmhaube :freches grinsen: .

Ich habe übrigens zu 95 % eine neue Wohnung für mich und mein Kätzchen. Die Sache ist fast ein wenig mysteriös. Ich habe vor drei Wochen geträumt, dass ich eine Wohnung gefunden habe, die mir richtig gut gefällt und die ich auch bekommen habe. Diese Wohnung hatte irgendwie eine Verbindung zu einem Restaurant. Meine Freunde sagten gleich, wir sollten losziehen und diese Wohnung in Hamburg suchen. Haben wir natürlich nicht gemacht, aber jetzt habe ich eine Wohnung, die mir traumhaft gut gefällt, die nach meinen Wünschen renoviert wird, ich kann meinen Kaminofen mitnehmen, den Frank mir vor vier Jahren zum Geburtstag geschenkt hat, sie bauen mir eine Dachterrasse. Alles perfekt. Und…unter der Wohnung war bis vor kurzem ein Restaurant. Was sagt ihr denn dazu? Ich finde das echt strange und bin mir sicher, dass Frank mir den Traum geschickt hat und das dies definitiv die richtige Wohnung für mich ist. Sie ist auch nur ca. 400 m vom jetzigen Haus entfernt. Ich bleibe also in der vertrauten Umgebung und muss "nur" damit klarkommen, dass irgendwann andere Menschen in unserem Haus wohnen. Aber ich muss nicht durch die Straße durchfahren, sondern kann sie erstmal meiden, bis ich soweit bin. Jetzt heißt es aber ab sofort für euch, Daumen drücken, dass ich die Wohnung bekomme. Der Makler will mich, aber ob der Vermieter mich auch haben möchte? Also ich würde mich nehmen :krone auf:

Nun stehe ich aber natürlich auch an dem Punkt, dass ich mich von Franks Sachen trennen muss. Wie habt ihr das denn alle so gehandhabt? Habt ihr die Sachen noch? Wenn nicht, was habt ihr damit gemacht (z.B. Kleidung)? Das wird echt ein schwerer Schritt für mich. Ich schaue mir die Sachen zwar nicht mehr häufig an, aber die Tatsache, dass ich mich davon trennen muss, macht mir Angst. Ich habe vor ca. 9 Monaten eine große Holztruhe gekauft, in die ich die wichtigsten Dinge von Frank packen möchte, sobald ich umziehe. So eine Erinnerungstruhe. Ich glaube aber auch, dass die Auswahl der Sachen recht schwierig wird. Uff….da steht mir mit dem Umzug und dem Aussortieren der Dinge echt noch eine riesige Hürde bevor.


Was habt ihr so getrieben? Wie geht es euch? Ich habe übrigens festgestellt, dass ich meine tiefen Phasen immer dann habe, wenn ich kurz vor und mitten in meiner Regel bin. Hängt also bei mir definitiv auch mit den Hormonen zusammen. Schon komisch, was der Körper so mit einem macht.

Ich sollte mal wieder etwas arbeiten. Ich wünsche euch einen sonnigen Tag und sende liebe Grüße,
Carmen

Inaktiver User
14.10.2008, 23:39
Liebe Carmen,

wie schön, dass Du diese Wohnung gefunden hast, auf die Du Dich freuen kannst! Ich drücke die Daumen, dass alles klappt.

Die Erinnerungstruhe finde ich sehr schön. Ich habe mir auch überlegt, eine solche Truhe oder Kiste mit den Dingen zu füllen, die ich immer behalten möchte. Noch habe ich keine gefunden, die mir gefällt. Bis dahin werden die Dinge eben anders aufbewahrt. Ich habe anfangs nur wenig abgegeben bzw. aussortiert. Ich hatte einfach nicht das Bedürfnis, da kein Platzmangel ist, konnte alles so bleiben. Inzwischen habe ich aber schon einiges abgegeben. Immer so, wie mir danach war und wie es auskam. So habe ich bisher nichts bereut, wenn ich etwas weggegeben habe, dann ist es mir auch nicht schwer gefallen. Ich lasse mir weiterhin Zeit damit. Aber ich möchte auch nicht in einem "Museum" leben - und das tue ich auch nicht.

Bei einem Umzug ist das natürlich etwas anderes, da muss man aussortieren. Aber auf die Masse der Erinnerungsstücke kommt es nicht an, finde ich. Du wirst schon genau das Richtige für die Truhe auswählen, da bin ich sicher :blumengabe:. Und wenn Du Angst hast, etwas "zuviel" weg zu tun, dann kannst Du ja vielleicht doch noch einen oder mehrere Umzugskartons füllen und sie ungeöffnet im Keller oder auf dem Speicher lagern, falls Du solch einen Speicherraum hast. Und irgendwann weißt Du dann, ob Du die Sachen endgültig weggeben möchtest oder doch lieber behalten möchtest.

Ich wünsche Dir eine gute Nacht und hoffentlich berichtest Du bald, dass Du die Wohnung bekommen kannst

Miljah

Sternzeit2506
16.10.2008, 12:21
Hallo Miljah und alle Anderen!

Soeben rief der Makler an:

ICH HABE DIE WOHNUNG BEKOMMEN. :allesok:

Vielen, vielen Dank für's Daumendrücken. Ich werde heute noch den Mietvertrag unterschreiben und kann dann sofort starten, mich um den Umzug zu kümmern. Ich bin mir sicher, dass es jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist. Ich brauchte diese lange Zeit im Haus noch und bin jetzt soweit, mich auf die neue Wohnung zu freuen. Die ist wirklich superschön und ganz individuell. Und sie wird noch viel schöner, wenn ich erstmal Hand angelegt habe. Ich freu mich wirklich riesig.

Jetzt muss ich schnell weiterarbeiten, weil ich schon um 14.00 Uhr gehen muss. Wollte das nur schnell mitgeteilt haben.

Alles Liebe für euch,
Carmen

Inaktiver User
16.10.2008, 12:32
Oh, Carmen,

ich freu mich für Dich!:yeah:

Und ich freue mich, dass Du uns das sofort mitgeteilt hast, danke!

Tapsis Wünsche wirst Du doch sicher bei der Wohnungsgestaltung besonders berücksichtigen, oder? :smirksmile:

Liebe und mitfreuende Grüße

Miljah

Haferflocke
16.10.2008, 13:25
Liebe Carmen,

ich freue mich auch sehr für Dich! Vor allem, weil Du das Gefühl hast, dass es genau der richtige Zeitpunkt ist. Ich glaube, dass das kein Zufall ist, dass es jetzt so geklappt hat. Es war dann wohl einfach Zeit. Sicher wird dich dieser Umzug ein großes Stück nach vorn bringen!!!

Liebe Grüße,
Haferflocke

Lyanna
16.10.2008, 13:52
O wie toll, Carmen,

ich freu mich riesig mit dir.

Vielleicht trinken wir ja dann doch mal irgendwann Kaffee oder Tee
bei dir in deinem neuen Zuhause oder bei mir?

Viel Freude beim Realisieren deiner Einrichtungs-und Gestaltungspläne.:blumengabe:

Lyanna

Sternzeit2506
16.10.2008, 18:01
Oh hilfe, was habe ich bloß getan? Nun habe ich den Vertrag unterschrieben und sitze zuhause und heule mir die Augen aus dem Kopf. Warum ist das bloß so? Ich weiß doch, dass ich das Richtige mache und dass 1300 € Miete mich allein zu viel sind und man ja nicht nur dafür arbeiten kann. Ich weiß, dass der Garten viel zu groß ist und ich ihn nicht alleine bewältigen kann. Ich weiß, dass die neue Wohnung toll wird und ich mich bestimmt irgendwann auch dort wohl fühlen werden, aber jetzt gerade tut es sooooo sehr weh. Meine Euphorie von heute morgen ist vollkommen weg. Ich habe Angst, mich von Frank zu trennen, wenn ich hier ausziehe. Von unserem Leben, das es ja nicht mehr gibt. Warum macht der Bauch das mit mir? Mein Kopf weiß doch, das alles schön wird und es die richtige Entscheidung ist. Oh man. Und dann fehlt mir meine Schwiegermama gerade so sehr. Sie ist noch zwei Wochen in Amerika - Flöckchen, vielleicht trifft sie ja deine Mom :smile: - und es fehlt mir, mit ihr lange Gespräche zu führen. Franks Eltern sind ja sozusagen zu meinen geworden. Sie haben ihren Sohn verloren und meine Eltern sind auch schon tot. Franks Vati war mit zur Vertragsunterzeichnung und plötzlich schossen ihm die Tränen in die Augen und er sah so furchtbar traurig aus. Das tut alles so weh....

Ihr Lieben, ich bin so froh, dass ich euch auch noch dazu habe und ich möchte euch nicht missen. Ich denke immer wieder daran, wie toll es ist, dass es dieses Forum gibt, dass es euch gibt.

Eine sehr, sehr traurige Carmen

Haferflocke
16.10.2008, 20:25
Oh liebe Carmen, es tut mir leid, dass die Euphorie von heute früh weg ist. Ich kann es so gut verstehen...Vielleicht hilft es Dir, Dir vorzustellen, was Frank sagen würde? Er würde Dir vermutlich sagen, was Du eigentlich selber weißt, zu teuer etc. Aber ich verstehe deinen Schmerz, es ist wieder ein kleiner Abschied von diesem gemeinsamen Leben - das nicht mehr da ist. Und eine neue Wohnung ist ein Schritt weiter weg von dieser schönen gemeinsamen Vergangenheit. Aber ich denke mir, Frank würde all das gut finden. Dass Du beginnst, etwas neues anzufangen. Dass Du anfängst, dein eigenes Leben zu leben. Aber es ist klar, dass das nicht ohne Tränen geht. Sicher ist, Du wirst Frank durch den Umzug nicht verlieren. Er wird immer bei Dir sein. Egal wo Du bist. Auf der Gedenktafel meines Freundes und seines Kameraden steht: Ihr seid nicht mehr dort, wo ihr wart, aber ihr seid überall, wo wir sind. Und ich glaube, so ist es einfach...Sie gehören zu uns, wo wir auch sind.

Alles Liebe,
Haferflocke

Inaktiver User
16.10.2008, 20:56
Liebe Carmen,ich kann deine Angst so gut verstehen,aber Flöckchen hat es schon so schön gesagt.Es ist zwar ein großer Schritt den du mit dem Umzug wagst,du verabschiedest dich von einem großen Stück
Vergangenheit,aber es wird kein Abschied von deinem Frank sein
Egal wohin du gehst,er ist in dir und wird überall bei dir sein.
Ich wünsche dir,dass deine Traurigkeit bald der Freude über die neue
Wohnung weicht und viel viel Kraft für die sicher anstrengende nächste Zeit.
Ganz liebe Grüße Andrea:blumengabe:

Sternzeit2506
17.10.2008, 08:56
Guten Morgen Flöckchen,
guten Morgen Andrea!

Lieben Dank für eure Nachrichten. Ich bin gestern Abend völlig erschöpft und mit dicken Augen auf dem Sofa eingeschlafen und leider heute morgen auch mit dicken Augen aufgewacht. Habe auch heute morgen schon wieder viel geweint und frage mich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich dreh mich im Kreis mit meinen Überlegungen. Ich weiß doch, dass ich aus dem Haus raus muss, weil zu teuer, zu groß, zu viele Erinnerungen. Aber es ist halt das Haus, in dem wir tolle Jahre verbracht haben und in dem Frank gestorben ist. Und ich weiß, dass ihr Recht habt. Frank ist überall, wo auch ich bin und bich bin mir sicher, dass er sagen würde, ich soll dort ausziehen. Und wann findet man schon mal eine Wohnung, bei so vieles stimmt (Größe, Preis, Lage, Dachterrasse, Kamin)?

Ich hoffe, dass sich meine Stimmung bald wieder bessert. Vielleicht ist es ja auch wieder diese Hormonsache und außerdem trägt dieser permanente Dauerregen auch nicht grade zu einer besseren Stimmung bei. Ich werde versuchen, am Wochenende alle blöden Gedanken beiseite zu schieben und mich auf die neue Wohnung konzentrieren. Vielleicht klappt es ja.

Nochmals lieben Dank für eure Worte und alles Gute für euch.
Carmen

P.S.: Lyanna, das Kaffeetrinken können wir wirklich mal angehen.

Lyanna
17.10.2008, 10:31
Ja, liebe Carmen, das tun wir in deiner neuen Wohnung.
Darauf freue ich mich!

Ich kann so gut verstehen, wie du dich JETZT fühlst,
weil , es ist wieder ein Abschied!

Das Leben besteht aus ewigen Abschieden
und manche schmerzen halt besonders,
da sie mit unendlichen Erinnerungen verhaftet sind.

Dabei ist es dann unwichtig, ob es ein Ortwechsel,
ein Wohnungswechsel oder ein Abschied von Freunden,
Partnern, Eltern, Kindern oder auch Tieren ist.
Es tut einfach nur weh!

Das Leben ist ein ewiges Loslassen von wem oder was auch immer!

Der Kopf weiss, dass es so richtig ist, der Bauch kann sich nicht lösen.
Da ist Zwiespalt, nichts geht zusammen und dann ist da Trauer,
tiefe Trauer, die gelebt werden muss!

Ich kann dich so gut verstehen, liebe Carmen, und es ist gut so,
dass du deine Trauer lebst!
Wo sollte sie denn auch hin?

Ich erinnere mich, dass es mir den Boden unter den Füssen wegzog ...wohl in erster Linie wegen Tommy,
aber etwas später auch,
weil ich nicht übersehen konnte, ob ich in "unserer" Wohnung bleiben kann.
Es würde auch mich zutiefst schmerzen, wenn ich jetzt hier rausmüsste.
Liesse sich aber nicht ändern, wenn es denn so wäre.
Da muss ich dann durch, wie durch alles andere auch.

Ich finde es toll, dass du d e i n e Traumwohnung gefunden hast!
Es wird noch eine Weile dauern, bis du diese deine Wahl akzeptieren und geniessen kannst.

Und derweil trauere und nimm Abschied von "eurer" Wohnung!
Von jedem einzelnen Teil, das dich an Gemeinsamkeiten erinnert,
sprich mit den Gegenständen, mit allem, was dir bislang Sicherheit,
Geborgenheit gegeben und Erinnerung an "gemeinsame Zeiten" bedeutet.
Verabschiede dich mit Worten oder Gedanken und danke allem, was dich bislang umgeben hat!
Es ist ein Stück Loslassarbeit auf dem Weg in dein neues Leben,
es kann für dich innere Freiheit beinhalten,
loslassen und Aufbruch in ein neues Leben sein.

Und es dauert, solange es dauert.
Du musst ja nicht von jetzt auf gleich deine Zelte dort abbrechen,
du hast doch sicher Kündigungszeit und kannst es so nach und nach angehen.
Diesmal mit dem Wissen ...
auch das ist ein "endgültiger" Abschied eines Lebensabschnitts.
So wie es war, wird es nie wieder sein!

Aber es ist gleichzeitig eine Chance für dich, für einen Neuanfang,
für das, was das Leben dir noch bieten möchte.
Und das wird noch so einiges sein, da bin ich sicher!

Ja, und dann freu ich mich auf ein Kaffeetrinken bei dir,
in deiner neuen Wohnung ...
irgendwann, wenn es uns beiden passt!

Bis dahin werden noch viele Gefühle in dir wachgerufen und empfunden sein,
"sone und solche" ...

Du hast eine Entscheidung getroffen und dazu möchte ich dir gratulieren. :blume:
Jede Entscheidung für dich selbst ist so oder so ok.

Ich denk an dich und wünsche dir weiterhin Kraft, Mut und Vertrauen in dich und deine Entscheidungen.

Alles Liebe :blumengabe:

Lyanna

Sternzeit2506
17.10.2008, 17:51
Liebe Lyanna,
du hast wieder mal mit allem, was du schreibst Recht. Es ist ein riesiger Abschied und es ist ein Abschied, den ich gehen muss, auch wenn der Weg noch so hart und steinig wird. Aber irgendwann wird es auch wieder besser sein und dann werde ich die neue Wohnung genießen können und mit positiven Gedanken an das Haus und mein altes Leben zurückdenken können.

Ich hoffe, dass ich "Lust" auf die Wohnung bekomme, wenn ich sehe, wie schön sie wird. Als ich gestern noch einmal dort war fand ich einfach alles nur noch schrecklich und habe nur die alten Tapeten etc. gesehen. Aber es wird ja toll und ich habe auch schon genaue Vorstellungen.

Ich habe heute ein Zitat von Kafka gelesen:

Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.

Vielleicht stimmt das und vielleicht ich sollte meine Zeit nicht mit doofen Gedanken vergeuden. Seufz....wenn doch alles nur viel einfacher wäre. Wenn ich die Zeit schon nicht zurückdrehen kann, warum dann nicht wenigstens vor. So ein Jahr weiter würde mir schon ganz gut gefallen. Dann wäre ich mit meiner Trauer sehr viel weiter und ich würde mich in der neuen Wohnung pudelwohl fühlen.

So, jetzt werde ich gleich Feierabend machen. Endlich mal ein Tag, an dem ich pünktlich rauskomme und dann habe ich regelrecht ein ungutes Gefühl, "so früh" zuhause zu sein. Viel zu viel Zeit für diese doofen Gedanken. Und heute hat auch keiner Zeit. Ich werden einfach gleich schon mal den Wochenendeinkauf erledigen und die Putztour heute Abend noch starten. Dabei höre ich laut Musik und vertreibe alles, was mir auf die Stimmung schlagen könnte.

Euch einen netten Freitagabend und einen guten Start in das Wochenende.

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
17.10.2008, 20:50
Verbringe nicht die Zeit mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da.

Liebe Carmen,

ich kann fast nicht glauben, dass es Zufall war, dass du heute auf dieses Zitat gestoßen bist!

Ich hoffe, dass Deine Augen inzwischenwieder ein bißchen abgeschwollen sind :freches grinsen: und Du die traurigen Gedanken mit lauter Musik und dem Putzlappen verscheuchen konntest.

Ich wünsche dir für die nächste Zeit ganz viel Kraft und Energie. Du hast mal gesagt, du hat Respekt davor, dass ich allein in die Berge gefahren bin, die mich so sehr erinnern. Diesmal bin ich diejenige, die Dir ihren Respekt aussprechen möchte, für diesen Schritt, den Du jetzt machst. Ich finds sehr mutig und richtig gut.

Ganz liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
18.10.2008, 16:41
Liebes Flöckchen,
heute geht es mir schon etwas besser. War heute Mittag in der neuen Wohnung und habe mit Freunden die Farben und die Böden ausgesucht. Das war schon ganz nett, obwohl immer ein fahler Beigeschmack dabei ist.

Gestern Abend war ich bei den Nachbarn (wir wohnen in einer Doppelhaushälfte - ups - ich wohne in einer Doppelhaushälfte) und habe "gebeichtet". Sie waren sehr traurig, freuen sich aber, dass ich nicht weit weg ziehe und sie haben auch versprochen, weiterhin auf Tapsi aufzupassen. Das sind zwei ganz tolle, liebe Menschen. Zwar schon 71 und 81 Jahre alt, aber superfit und supergut drauf. Richtig tolle Nachbarn. Aber so ganz werde ich sie ja nicht verlieren.

Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende. Hoffentlich hast du etwas Schönes vor. Ich werde heute Abend zum Zirkus Flic Flac gehen und morgen bin ich bei der Tarzan-Musical Premiere.

Alles Liebe, Carmen

Tutsi
21.10.2008, 17:39
Liebe Carmen,

nachdem deine letzten Einträge so traurig klangen, freut es mich sehr zu lesen, dass es dir etwas besser geht. es wäre doch komisch, wenn du es nicht seltsam fändest euer haus zu verlassen. alles hat sich verändert seit unsere liebsten weg sind....was sollten wir an Mauern festhalten? ja wir haben dort zusammen mit ihnen gelebt, gelacht, gestritten....aber es war nicht die wohnung oder das haus - es war die person und die kommt schließlich sowieso mit - egal wo wir hingehen....freue dich auf das Neue!

Und ganz viel Spaß beim Zirkus und ganz besonders bei "Tarzan" - da wäre ich gerne dabei ;)
Liebe Grüße

Sternzeit2506
21.10.2008, 18:02
O.k., es ist soweit. Ihr dürft mich feige oder Looser nennen: Ich habe den Mietvertrag heute rückgängig gemacht. Nachdem ich seit Donnerstagnachmittag nur noch heule und es mir hundsmiserabel geht, habe ich mich gestern Abend gaaaaaaaaaaaanz lange mit meinem Schwiegervater unterhalten. Mein Bauchgefühl, was den Vermieter angeht, war plötzlich auch ganz mies, warum, das würde die Seite hier sprengen. Auf jeden Fall hat mein Schwiegerpapa die Sache in die Hand genommen und heute stundenlang mit dem Vermieter und dem Makler verhandelt und mit einem kleinen Lehrgeld komme ich aus der Sache wieder raus.

Uff...plumps....habt ihr gerade den Stein gehört?

Eine sehr erleichterte Carmen :freches grinsen:

Haferflocke
21.10.2008, 20:14
Liebe Carmen,

niemand wird dich einen Looser nennen, nicht hier! Weil wir alle wissen, wie groß der Schritt war, den Du geplant hattest, was dieser Abschied von eurem Haus bedeutet hätte. Das wichtigste ist, dass dieser dicke Stein von deinem Herzen geplumpst ist und das es für dich die richtige Entscheidung war, alles rückgängig zu machen. Um was anderes geht es nicht. Dann war es jetzt einfach noch nicht die richtige Zeit, so einfach ist das. Und ich finde es nun auch mutig, dass Du auf deinen Bauch und dein Herz gehört hast, gegen alle Bedenken, was andere denken können, gegen die Bedenken, ob Du da wieder rauskommst.

Dass dein Schwiegervater sich so für dich einsetzt finde ich toll. Sicher ist es sehr wichtig, dass Du deine Schwiegereltern an der Seite hast. Bei allem, was so schrecklich gelaufen ist, dieser Zusammenhalt ist etwas sehr Gutes. Das habe ich eben auch gedacht. Ich war so unendlich traurig und da meine Mutter noch weg ist, habe den Vater meines Freundes angerufen, der gleich hörte, was los ist. Nach dem Gespräch ging es mir besser. Es ist so erstaunlich, wie Menschen in solchen Lebenssitutationen zusammenwachsen können (dass es auch anders sein kann, haben wir ja leider in diesem Forum kauch kürzlich erst wieder gelesen), denn immerhin habe ich seine Eltern zum ersten Mal am Tag seiner Gedenkfeier persönlich getroffen...

Ich bin froh und dankbar für diesen Zusammenhalt. Und für dich liebe Carmen freu ich mich, dass Du erleichtert bist.
Lass Dich nicht entmutigen, jetzt war nicht die Zeit und wenn sie dann da ist, wirst Du es irgendwie merken.

Alles Liebe,
Haferflocke

Inaktiver User
21.10.2008, 20:41
Liebe Carmen,
ich möchte mich Flöckchens Worte anschließen.Du hast aus dem Bauch herraus entschieden und diese Entscheidungen sind nach dem Tag X fast immer das Beste für uns.
Es wird irgendwann der Tag kommen,an dem Du sagst,so jetzt ist es soweit.Ich freue mich für Dich,dass Du in der jetzigen schwierigen Zeit,liebe Menschen hast,die sich um dich kümmern.

PS.Ich hoffe der Stein war nicht zu groß,um ihn wieder wegzurollen.:zwinker:


Liebe Grüße Andrea

Sternzeit2506
21.10.2008, 22:32
Bis grad eben war Fritz, mein Schwiegervater, noch hier und hat mir in allen Einzelheiten von dem Gespräch mit Makler und Vermieter erzählt. Ich bin so froh, dass ich das Thema so erledigt habe, weil ich sicher bin, dass ich - obwohl die Wohnung wirklich schön war - dort nicht glücklich geworden wäre. Ich habe auch Tapsi schon erzählt, dass sie die Spielzeugmäuse aus ihrem Koffer wieder auspacken kann und ich glaube, sie hat mich verstanden :freches grinsen:.

Ich bin wirklich sehr erleichtert und der Tränenstrom ist auch sogleich versiekt. Ich kann sogar wieder essen und schlafen werde ich heute Nacht bestimmt auch besser.

Meine Schwiegereltern sind aber auch wirklich die allerbesten der Welt. Franziska übernimmt ständig den Katzensitterdienst und Fritz kümmert sich um den Garten. Grad eben sagte er zu mir, dass er sich wünscht, dass ich ihn auch weiterhin so in alles einbeziehe. Klar mach ich das. Die beiden kenne ich nun seit 22 Jahren und ich habe sie von Anfang an sehr gemocht. Sie haben mir immer zur Seite gestanden, auch als meine Mom auf der Intensivstation lag, und haben mir auch sehr schnell das "Du" angeboten. Das sind zwei ganz tolle Menschen, aber das ist ja auch klar, bei dem Sohn :zwinker:.

Flöckchen, wie schön, dass du auch mit deinen Schwiegereltern so reden kannst, obwohl du sie erst "so kurz" kennst und noch dazu unter so unschönen Verhältnissen kennengelernt hast. Hoffentlich behaltet ihr euer gutes Verhältnis bei. Liebe Menschen sind so wichtig.

Andrea, ich habe den Stein gerollt, auch wenn er noch so groß war. Du weißt doch, dass man in Extremsituationen über seine Kräfte hinauswächst :freches grinsen:.

Nochmals vielen Dank für euer Verständnis. Ich bleibe aber dran an der Umzugssache und Fritz und ich haben uns auch eben darauf verständig, dass wir die Wintermonate nutzen wollen, um Frank's Sachen und den Keller zu sortieren. Das ist gut so, denn dann ist irgendwann der Berg nicht mehr ganz so groß, wie er jetzt gewesen wäre.

Ich wünsche euch eine gute Nacht und lieben Dank für euren Zuspruch.
Carmen

Inaktiver User
30.10.2008, 22:03
Hallo Carmen, ich habe längere Zeit nichts von Dir gehört und wollte nur mal nachfragen,ob Du ok bist.Oder hat Dich die Schlechtwetter-Depression eingeholt und du magst nicht schreiben?
Ganz lieb Grüße von Andrea:blumengabe:

Sternzeit2506
31.10.2008, 13:19
Liebe Andrea,
doch, ich bin doch hier und habe auch den ein oder anderen Beitrag geschrieben. Ich bin aber momentan im Job sehr angespannt und schlafe auch abends immer schnell auf dem Sofa ein. Ich hoffe das ändert sich bald wieder. Ich fahre am 13.11. für vier Tage ganz alleine nach Sylt, um auszuspannen und mich auch dort noch von Frank zu verabschieden, da Sylt ja sehr wichtig für uns war. Das habe ich bisher noch nicht geschafft. Ich werden ganz viel spazierengehen, lesen und schlafen. Ich freu mich schon riesig, auch wenn ein klein wenig Bauchweh dabei ist. Aber Flöckchen hat die Berge ja auch überstanden und ich werde das mit Sylt auch schaffen.

Wie geht es dir so? Was treibst du?

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
31.10.2008, 14:15
Liebe Carmen,

sicher wird es weh tun auf Sylt, aber Du wirst Frank auch sehr sehr nah sein....Ich wünsche Dir schon jetzt, dass diese 4 Tage zu einem schönen Erlebnis werden...

Ich habe noch nicht soviel vor am Wochenende, das heißt, vor hab ich schon einiges, aber irgendwie fühlt es sich anders an als früher...ich geh heute nachmittag zum Sport, heute abend treff ich mich mit einer Kollegin, was trinken und am Sonntag gehe ich frühstücken...Und doch denke ich....Und? Wozu? Früher hat sich alles anders angefühlt...intensiver.

Ich habe gestern was im Fernsehen über die Region in den Schweizer Alpen gesehen, die meinen Freund am meisten begeistert hat, ein 4000er am anderen. Es hat mich so traurig gemacht. Im Hintergrund sah man den Berg, der sein "Abschiedsberg" wurde, wie einer seiner Kameraden einmal schrieb. Ihre letzte Hochtour, von der keiner je geahnt hätte, dass es die letzte sein würde....Ich wurde schon beim Schauen immer trauriger, aber ich konnte nicht wegschalten. Danach wars dann vorbei mit mir. Und die Traurigkeit drückt mich auch heute noch nieder. Ich hatte so eine Sehnsucht gestern, dass ich hätte durchdrehen können. Ich kann manchmal immernoch nicht glauben, dass alles wirklich passiert ist. So wie ich am Anfang unserer Beziehung nicht glauben konnte, dass ich diesen wunderbaren Menschen tatsächlich gefunden hatte. Wenn ich morgens im Bad seine Zahnbürste sah (er war nicht da, Fernbeziehung), dann dachte ich "Ist das wirklich alles wahr? Habe ich wirklich dieses unglaubliche Glück?" Und nun ist es wieder unglaublich. Aber anders.

Ich wünsche dir und allen anderen ein schönes Wochenende und weniger Traurigkeit, als gerade in mir ist...
Eure Haferflocke

Inaktiver User
31.10.2008, 14:57
Liebe Carmen,
ich wünsche Dir ein paar erholsame Tage auf Sylt.
Ja, Abschiednehmen ist sehr schmerzhaft,aber eine notwenige Hürde,
die wir alle irgendwann überspringen müssen,um weiterzukommen,in Frieden weiterzuleben. Ort des Abschiednehmens,jeden Tag aufs Neue,ist unser zu Hause,unser Garten.Mein Liebster fuhr nicht gern in Urlaub,und wenn,dann nach Oberbayern in die Berge,zum Wandern.Sein Liebster Platz war genau hier.Immer wenn ich raus gehe in den Garten,fühle ich ihn,ganz bewußt.Rede mit ihm und verabschiede mich,Stück für Stück.
Wenn Sylt ein besonderer Ort für euch war,wirst Du Dich ihm dort auch sehr nahe fühlen.Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Erholung dort.
Heute ist mein letzter Urlaubstag für sehr lange Zeit.
Ich habe viel im Haus und Garten erledigt,viel gelesen und geschlafen,Kraft getankt und über vieles nachgedacht.
Momentan geht es mir mental ganz gut,halt den Umständen entsprechend.Und das genieße ich,ich weiss,über kurz oder lang wird mich bei dem trüben November die Trauer wieder einholen.
Ihr wisst ja selber,es ist wie Achterbahn fahren,immer rauf und runter.
Also genieße ich das momentane rauf.

Liebe Grüße von Andrea:smile:

Inaktiver User
02.11.2008, 14:32
Liebe Carmen,
Ich habe schon voriges Jahr im Oktober meinem Jüngsten die Karte für DTH in Leipzig am 27.11.08 zum Geburtstag geschenkt.Er fährt mit seinem Freund.
Da mein Tommy auf Montage war und immer erst Donnerstag abends zurückkam,da ist das Konzert,habe ich für mich keine bestellt,wollte nicht ohne ihn gehen.
Jetzt bin ich sehr traurig darüber.
Mein Großer geht zum Konzert am 23.12.08 in Erfurt.Ein Freund von ihm ist jetzt beim.Bund.Wenn er nicht frei bekommt,kriege ich seine Karte.Sitze also auf der Reservebank.Mal sehen.
Sicher werden sie auch MEINE 2 Lieder spielen.
Ich stelle Dir als Sonntagsgruß dieses rein

http://de.youtube.com/watch?v=sLfPCbt2Vmw


Liebe Grüße Andrea

Sternzeit2506
02.11.2008, 22:27
Liebe Andrea,
ich würde mir sehr wünschen, dass der Freund deines Sohnes es zeitlich nicht schafft. Ich war auf einem der beiden "Aufwärmkonzerte" und weiß somit, dass es wieder richtig, richtig gut wird. Und mal wieder so richtig ausgelassen ganz laut die Lieder mitsingen können, hilft uns. Ich bin ja schon Ende November dran mit dem Konzert in Hamburg und ich werde dir dann berichten, wie es war :smirksmile:.

Alles Gute, Carmen

Inaktiver User
10.11.2008, 20:07
Liebe Carmen,
In 3 Tagen fährst Du nach Sylt in Deinen wohlverdienten Urlaub.Ich wünsche Dir entspannte,ruhige Tage.
Liebe Grüße Andrea

Sternzeit2506
12.11.2008, 21:41
Hallo Ihr Lieben,
heute komme ich endlich mal wieder dazu, mich zu melden. Die letzten Tage waren mehr als hektisch und ich bin froh, nun einige Tage ausspannen zu können.

Morgen geht es nun nach Sylt und zwischenzeitlich habe ich richtig Angst vor meiner eigenen Courage. Habe Angst, dass mir Sylt doch nicht so gut tut, wie ich zunächst dachte. Es könnte allerdings auch an meinem Hormonspiegel liegen, der gerade mal wieder verrückt spielt. Muss wieder viel an die Nacht denken, in der ich Frank gefunden habe und wenn ich mir alte Sylt-Bilder anschaue, kriege ich Panik vor dem Besuch. Aber ich ziehe das jetzt durch und das Gute ist ja, dass beinahe stündlich ein Autozug geht. Also wenn es ganz schlimm wird, dann packe ich meine Sachen und mach mich vom Acker oder besser von der Insel :zwinker:.

Liebe Andrea, natürlich habe ich mir auch schon Karten für den Juni gekauft. Habe den Newsletter erhalten und dann schnell zugegriffen. In wenigen Tagen ist ja auch schon das Hamburg Konzert und ich freue mich schon riesig. Schön, dass du nun wenigstens nächstes Jahr in den Genuss kommen wirst. Die Jungs sind schon klasse und sprechen uns sehr aus der Seele.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und ich melde mich, wenn ich wieder zuhause bin, da ich bewusst keinen Rechner mitnehmen werden. Einfach mal allein sein mit den Gedanken, dem Wind und ein paar guten Büchern.

Macht's gut und bis bald,
Carmen

Inaktiver User
12.11.2008, 22:03
Liebe Carmen,das Konzert ist doch in Gräfenhainichen.in der Baggerstadt Ferropolis,und du bist vom Norden,wenn ich das richtig verstanden habe,wenn du willst,bist du herzlich eingeladen,mit mir hinzugehen und bei mir zu schlafen,habe genug Platz in dem grossen Haus.Würde mich sehr freuen.
Aber ist noch so viel zeit,ich wünsche dir, dass der Urlaub schön wird,mit nur angenehmen Erinnerungen.Ich bewundere Dich für deine Courrage,erhole Dich ein bischen.
Liebe grüße Andrea:wangenkuss:

Tutsi
12.11.2008, 22:58
Liebe Carmen,
auch wenn du es vielleicht nicht mehr liest, ich möchte dir trotzdem eine schöne Zeit in Sylt wünschen. Eine erholsame Zeit mit vielen Gedanken, die dich aber sicher ein Stück weiter bringen werden.
Ganz viel Kraft für alles!
Tutsi

Haferflocke
13.11.2008, 09:53
Liebe Carmen,

schade, dass ich gestern nicht mehr hier reingeguckt habe, denn ich wollte Dir natürlich auch gerne noch alles Gute für diese wichtige Reise nach Sylt wünschen. Auch wenn es schwer wird, es wird sicher so eine Art Meilenstein sein, den Du passieren wirst. Und dass jede Stunde ein Autozug geht, das ist doch gut. Als ich in die Berge gefahren bin, habe ich auch gedacht, wenn es nicht geht, dann fahr ich eben wieder, aber ausprobieren muss ich es. Ich finds super, dass Du fährst oder gefahren bist, denn jetzt bist Du sicher schon auf dem Weg. Ich denke an Dich.

Ich habe auch eine enge Beziehung zu Sylt, als ich klein war hatten wir eine Wohnung in Morsum. Seit ich ganz klein war, waren wir jedes Jahr mehrmals da. Eine der Lieblingsbeschäftigungen meiner Schwester und mir war es, ans Fenster zu stürzen, wenn wieder ein Zug kam, denn die Züge konnte man sehen. Ich weiß nicht, wieviele Autozüge ich in meinem Leben habe vorbeifahren sehen...War eine schöne Zeit...

Und ich wünsche Dir ganz fest, dass Du auch eine schöne Zeit haben kann.

Ganz liebe Grüße,
Haferflocke

Haferflocke
16.11.2008, 18:59
Liebe Carmen,

ich habe heute an dich gedacht und mich gefragt, ob du wohl heute nach Hause kommst? Wie mag es Dir ergangen sein?

Ich sende Dir liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
16.11.2008, 19:42
Hallo Ihr Lieben,
da bin ich wieder und ich kann nur sagen: es war verdammt schwer und ich habe es mir nicht leicht gemacht.

Bereits auf der Fahrt nach Sylt habe ich ein Hörbuch gehört. "Weil du bei mir bist". Ein Hörbuch, das von dem Tod des Freundes handelt (und übrigens sehr zu empfehlen ist). Was habe ich auf der Autobahn geweint und habe mich damit auch gleich in die richtige Stimmung gebracht. Als ich im Appartment ankam, saß ich erstmal ca. eine dreiviertel Stunde auf dem Sofa und habe geweint. Ich war der Meinung, dass Frank jederzeit durch die Tür kommen müsste. Mit windzerzaustem Haar, weil er entweder mit dem Fahrrad auf dem Deich unterwegs war oder aber Drachen hat steigen lassen. Aber es kam niemand. Ich kam mir lange Zeit nicht mehr so einsam vor. Ich war an jedem Platz auf Sylt, an dem wir auch immer waren - also eigentlich auf der ganzen Insel - und es tat überall höllisch weh. Als am Deich spazieren war und mich der Wind so richtig duchgepustet hat, habe ich mich mehrmals umgedreht, weil ich hoffte, dass Frank vielleicht doch direkt hinter mir geht. Aber leider... :knatsch:.

Ich habe schon lange nicht mehr einen so heftigen Schmerz gefühlt, wie in diesem vier Tagen. Aber ich muss auch sagen, dass ich froh bin, dort gewesen zu sein, denn der letzte Tag war schon nicht mehr ganz so schlimm und besser auszuhalten und ich bin mir fast sicher, dass ich Sylt nun als einen besonderen Ort behalten kann. Unsere Vermieter und in all den Jahren fast Freunde von uns, haben sich auch ganz lieb um mich gekümmert. Ich war jeden Abend zum Abendessen dort und wir haben bis tief in die Nacht hinein geredet. Sehr viel auch über Frank. Und das tat gut. Sabine hat sogar Franks Foto am Schreibtisch stehen und das fand ich sehr schön.

Flöckchen, wie lustig, dass du deine Kindheit in Morsum verbracht hast. Denn genau dort bin ich immer mit Frank gewesen. Wir wohnen dort bei den Milchbauern von Sylt, Sabine und Jens Nielsen, die, die die Sylter Milch herstellen. Vielleicht kennst du ja sogar den Hof?!

Ich möchte euch auch noch für eure vielen lieben Wünsche danken. Ich habe häufig an euch gedacht und es teilweise bereut, keinen Rechner mitgenommen zu haben.

Ich habe in der Sylter Schokoladenmanufaktur eine Schokolade für meine Schwiegermama gekauft und auf der Umverpackung steht:

"Leben ist, was uns passiert, während wir uns ewas anderes vorgenommen haben."
Henry Miller

Ich finde diesen Spruch sehr schön und passend. Ich hatte mir für mein Leben definitiv auch etwas anderes vorgenommen. Was jetzt daraus wird, wird sich zeigen.

Achja, und etwas merkwürdiges ist auch passiert. Zum einen war über Sylt, als ich auf dem Autozug war, ein Regenbogen und als ich abfuhr, auch. Aber während ich auf dem Autozug war und meinem Hörbuch lauschte und mich ganz bestimmt nicht bewegt habe, ging in meinem Auto das Innenraumlicht an und ließ sich ein paar Minuten auch nicht mehr abschalten. Ob Frank vielleicht doch bei mir war????

Ganz liebe Grüße an euch Alle!!

Eure Carmen

Haferflocke
16.11.2008, 22:25
Liebe Carmen,

schön, dass Du wieder da bist. Und schön, dass es trotz des Schmerzes irgendwie auch ein gutes Erlebnis war. Ich bin mir sicher, dass es Dich auf deinem wie auch immer gearteten Weg vorangebracht hat, dass Du diese Reise an eure Orte gemacht hast. Und es wäre wirklich schön, wenn Du Sylt als euren besonderen Ort behalten kannst, der euch immer verbinden wird und den Du nicht meiden musst. Das ist so wertvoll!

Den Milchbauernhof von den Nielsens kenne ich leider nicht. Unser damaliges Haus steht schräg gegenüber des Supermarktes in Morsum, wo ich früher immer für 50 Pfennig oder so Süßes gekauft hab. Und auf dem Bahnübergang in der Nähe des Watts am Morsumkliff haben wir immer Münzen auf die Schienen gelegt, die ganz platt waren, wenn der Zug drüber gerollt war....Ach ja, das schwört gerade jede Menge Erinnerungen herauf. Gute Erinnerungen. Damals war alles so unbeschwert, da drin steckt unschwer, leicht. Damals war das Leben leicht..Wer hätte gedacht, dass das Leben einmal so traurig werden würde...?!

Dazu paßt der Spruch von Henry Miller, den ich sehr schön finde.... Danke dafür.

Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche, sei stolz auf Dich, dass Du diese Reise gemacht hast. Übrigens bin ich ganz sicher, dass Frank bei Dir war. Besonders die Regenbögen, die den Bogen in die andere Welt schlagen, sind ein wunderschönes Zeichen.

Alles Liebe,
Haferflocke

Sternzeit2506
17.11.2008, 22:33
Liebes Flöckchen,
der Milchhof ist ganz in der Nähe von "gegenüber dem Supermarkt". Eigentlich beim Campingplatz, falls es diesen früher schon gab.

Liebe Andrea,
hast du das neue Album schon? Ich hänge immer wieder an einem Song fest, wegen folgenden Zeilen:

Meine Hoffnungen und Träume
Meine Vorstellung vom Glück
All das wonach ich mich sonst sehne
Es ist wertlos ohne dich

All die Kreuzungen und Wege
Alles was so lang hinter mir liegt
Man bräuchte mich nicht zweimal fragen
Ich würde tauschen gegen dich

Jedes noch so schöne Erlebnis
Jeden Triumph und jeden Sieg
Meine allerbesten Momente
Ich würd sie tauschen gegen dich

Das spricht uns doch wieder mal aus der Seele, oder? Bin schon sehr gespannt auf das Konzert nächste Woche und werde natürlich sofort berichten.

Liebe Tutsi, ist bei dir auch alles in Ordnung? Hattest du eine halbwegs gute Zeit?

Ich wünsche euch allen einen guten Abend und süße Träume, Carmen

Inaktiver User
18.11.2008, 22:09
Liebe Carmen,
ich habe oft an Dich gedacht,wie es Dir auf Sylt wohl geht und ob Du dort bleibst,oder fahren musst.
Ich habe mich gefreut,dass Du dort richtig Abschiednehmen konntest und dieser Ort immer für Dich "Euer Ort" sein wird.Ja Abschiednehmen ist ungeheuer schmerzhaft,aber notwendig.
Das neue Album habe ich noch nicht,aber mein Sohn hat mir versprochen,es sofort runterzuladen und mir zu brennen.Bin schon sehr gespannt.Für das Konzert wünsche ich Dir ganz viel Spass,berichte mir dann davon.Ich muss wohl noch 7 Monate warten.Ja die texte gehen oft unter die Haut,bei manchen bekomme ich Gänsehaut.Aber so habe ich wieder etwas,auf das ich mich freuen kann.
Übrigens habe ich mal in deinem Strang nachgesehen und gerechnet,Dein Frank müsste am 29.06.2007 gestorben sein,mein Tommy am 28.07.2008,auch wir waren 20 Jahre zusammen.Unsere Welt ist fast auf den Tag genau mit einem Jahr Unterschied auseinandergebrochen.

Sei ganz lieb gegrüßt und umarmt:in den arm nehmen:

von Andrea:liebe:

Tutsi
18.11.2008, 22:47
Liebe Carmen,
schön, dass du wieder hier zurück bist. Musste an dich denken, wie es dir wohl ergehen wird. wie du zeit verbringen wirst. So wie du es beschreibst, war es eine Traurigkeit auf die man sich bewusst einlässt - macht es dadurch nicht einfacher - aber es ist wie ein Stufe, die man meistert. Es ist doch was schönes, wie dich Sylt begrüsst und verabschiedet hat - oder Frank?

Achja, habe mir gerade das Hörbuch bestellt und die Toten Hosen auf vorbestellung setzen lassen ;)

Wünsche dir und allen anderen eine gute Nacht
Tutsi

Sternzeit2506
19.11.2008, 14:53
Hallo liebe Tutsi,
schön, dass du dir das Album bestellt hat. Habe gerade den Song eingestellt. Ich mag den wirklich sehr, auch wenn er mich jedes Mal sehr traurig macht.

Habe schon deinen langen Beitrag gelesen und kann allen anderen nur zustimmen, dass das, was du geschrieben hast, kein Müll ist. Manchmal muss einfach alles raus und dann ist es doch sehr schön, dass wir hier einen Ort haben, wo wir das hemmunglos machen können und das immer jemand da ist, der zuhört.

Ich kann supergut verstehen, dass du die Tabletten nicht mehr nehmen möchtest. Mir hat man einigeTage nach Franks Tod eine Spritze mit Langzeitwirkung gegeben. Das Resultat war, dass ich nicht mehr weinen konnte. Als ich mich von ihm 5 Tage nach seinem Tod am Sarg verabschiedet habe, konnte ich nicht weinen (ich hatte morgens die Spritze bekommen). Das hielt auch noch einige Tage an und ich habe mich damit absolut unwohl gefühlt. Ich wollte doch weinen und traurig sein, da kann man das doch nicht einfach mit einer Spritze abstellen. Dieser Schmerz gehört doch dazu und ich denke eh, wenn man das unterdrückt, dann kommt es irgendwann viel heftiger zurück.

Liebe Andrea, im Sommer werde ich auch noch einmal ins Konzert gehen, denn dann kommen sie ja schon wieder nach Hamburg :freches grinsen: . Und wer weiß, vielleicht stehe ich ja auch im Sommer bei dir vor Tür und wir rocken gemeinsam. Das wäre doch was.

Du hast richtig gerechnet. Frank ist in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2007 verstorben. Es ist immer noch unglaublich, dass wir, nachdem wir fast ein halbes Leben mit einem Menschen verbracht haben, ganz plötzlich alleine dastehen. Das ist so nicht richtig. Meine Schwiegermama sagt mir aber immer, dass ich mich glücklich schätzen kann, 20 tolle Jahre gehabt zu haben. Viele haben das selbst nach 40 Jahren nicht, weil sie sich gegenseitig nur anöden und nur aus Gewohnheit zusammen sind. Recht hat sie ja, aber das macht es mir auch nicht leichter.

Bin leider zurzeit mega im Stress hier im Büro und muss leider auch schnell weitermachen, wenn ich heute nicht wieder bis 23.00 h hier sein will. Wollte nur schnell ein paar Grüße hinterlassen und das Lied reinstellen. Viel Spaß beim Anhören.

Alles Liebe, Carmen

Haferflocke
19.11.2008, 18:21
Meine Schwiegermama sagt mir aber immer, dass ich mich glücklich schätzen kann, 20 tolle Jahre gehabt zu haben. Viele haben das selbst nach 40 Jahren nicht, weil sie sich gegenseitig nur anöden und nur aus Gewohnheit zusammen sind. Recht hat sie ja, aber das macht es mir auch nicht leichter.


Liebe Carmen,

ähnliches sagt meine "Schwiegermutter" auch immer. Es kommt auf die Intensität an und nicht auf die Länge. Das macht es in der Tat nicht leichter im Moment, aber immerhin haben wir die Erinnerung an unsere Liebe in uns und irgendwann wird der Moment kommen, wo wir uns zumindest zeitweise einfach mit Freude daran erinnern können. Wir tragen einen Schatz in uns...

Alles Liebe,
Haferflocke

Inaktiver User
19.11.2008, 20:55
Liebe Carmen,
auch ich bin unendlich dankbar für die intensiven,schönen 20 Jahre mit ihm.Die kann mir keiner mehr nehmen und die Errinnerung daran wird ewig in meinem Herzen sein,bis ich bei ihm bin.

Das neue Lied von DTH ist wieder wunderschön.
Und nächstes Jahr gemeinsam rocken beim Konzert wäre toll!!!:zwinker:
Einen schönen Abend und nicht ganz so viel Stress auf Arbeit wünscht Dir und allen Anderen Andrea:blumengabe:

Inaktiver User
01.12.2008, 20:59
Hallo,liebe Carmen,
wie war denn das Konzert der Toten Hosen?
Wäre schön,mal wieder von Dir zu hören,vielleicht hast Du ja trotz vielen Arbeitsstresses ein wenig Zeit für ein paar Zeilen.

Es grüßt Dich ganz lieb Andrea:blumengabe:

Inaktiver User
12.12.2008, 22:38
Liebe Carmen,

geht es Dir gut????????????

Habe so lange nichts von dir gehört,fällt Dir die Vorweinachtszeit schwer ?Hast noch nicht vom Konzert der Toten hosen berichtet,würde mich über ein ganz kleines Lebenszeichen von Dir sehr sehr freuen.

Sei ganz ganz herzlichst umarmt:in den arm nehmen:

von Andrea

Tutsi
13.12.2008, 00:51
Hallo Carmen,

ja - lass mal wieder was von dir hören...hoffe, es geht dir gut :-)
und übrigens bin jetzt total zum toten hosen - fan mutiert ;)
das neue album find ich total klasse...
das 5. lied "auflösen" einfach nur genial ;)

danke nochmal :blumengabe:

Haferflocke
13.12.2008, 07:55
Ja, liebe Carmen, meld dich doch mal wieder.
Ich sende Dir viele liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
15.12.2008, 18:39
Hallo Ihr Lieben,

mich plagt schon ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe, aber irgendwie ging es nicht. Zum einen aus zeitlichen Gründen, weil ich aktuell echt nicht weiß, was ich zuerst machen soll – sowohl beruflich als auch privat, und zum anderen, weil es mir grad nicht so gut geht. Es ist halt immer diese blöde Weihnachtszeit, die mich echt noch mal wieder zurückschmeißt. Und dabei war Frank gar kein Weihnachtsfan, aber wahrscheinlich liegt es an der allgemeinen Weihnachtsstimmung. Ich werde zum Beispiel jedes Mal tieftraurig, wenn ich einen Wagen sehe, der einen Weihnachtsbaum auf dem Dach hat. Dann muss ich sofort daran denken dass dieser Mensch bestimmt nach Hause zu seiner Familie fährt und dort alle auf ihn warten, um ein schönes Fest zu verbringen. Ich weiß, dass es in vielen Familien trotz vieler Familienmitglieder kein schönes Fest geben wird, weil die Beziehung schon im Argen liegt, aber trotzdem beneide ich alle.

Vor 1 ½ Wochen hatten wir unsere Weihnachtsfeier, die ich immer organisiere. Wir sind 240 Leute und ich stecke da echt viel Arbeit rein. In diesem Jahr habe ich z.B. um Mitternacht alle Stiefel mit Leckereien gefüllt, weil ja Nikolaus war und die Tischkarten bestanden aus kleinen Lebkuchenherzen mit jedem Namen aus Zuckerguss. Das war eine höllische Vorarbeit, aber lohnt sich auch, denn alle sind immer sehr begeistert. Aber genau wie im letzten Jahr hatte ich bis zu einem gewissen Punkt eine schöne Feier und von einer Sekunde auf die nächste – und ich kann euch nicht sagen, was der Auslöser war – war ich nur noch am Weinen. Mich nervt das. Besonders weil alle es mitbekommen und sich Sorgen machen und mich trösten wollen, was dann dazu führt, dass es mir noch schlechter geht und ich gar nicht mehr aufhören kann. Warum ist das bloß so, warum passiert das ausgerechnet immer auf einer Feier, mit der Frank so rein gar nichts zu tun hatte, wo mich nichts, aber auch gar nichts an ihn erinnert. Seufz…ich mag Weihnachten nicht mehr….

Und dann war ich letzte Woche endlich beim Steuerberater, da immer noch die Erklärung von 2007 hier bei mir rumlag. Und da ich da diesmal alleine nicht mit klar komme, weil durch den Tod von Frank ja doch einiges zu beachten ist, habe ich nun endlich diesen Schritt gemacht. Und was soll ich sagen? Ich muss die Vollmacht für den Steuerberater und die Steuererklärung für Frank mit unterschreiben – im Auftrag! Wie grotesk. Aber das haben diejenigen von euch, die verheiratet waren, ja bestimmt auch schon hinter sich gebracht. Krank finde ich es aber schon.

Aber euch allen geht ist ja momentan auch ganz schön viel los, wie ich gelesen habe. Flöckchen, bei dir wieder alles in Ordnung nach der Feier? Da haben wir ja wirklich Ähnliches erlebt. Miljah, wie ich las, ist deine Heizung wieder heile (das tut den Tigern auch gut, denn meine Kleine liegt immer auf dem Fußboden, dort wo die Spiralen der Fußbodenheizung verlaufen) und du hast es moppelig warm und deine Verse gehen voran. Lyanna hat den Besuch bei ihrer Tochter erfolgreich hinter sich gebracht, Tutsi wurde zum Hosen-Fan (sehr gute Wahl..hihi) und für Andrea und ihre neue Bekanntschaft freue ich mich sehr. Hoffentlich verläuft es so, wie du es dir wünschst – in welche Richtung auch immer. Und vielleicht ist die große Entfernung eurer Wohnorte zu Beginn ganz hilfreich.

Ach Andreas, ich bin dir ja noch einen Kommentar zum Hosen-Konzert schuldig. Das Konzert war wieder einmal der Hammer, wenn auch Mit-Auslöser meiner aktuellen Phase, denn einige Lieder spielen sie halt immer und ich habe vorher schon Panik davor (z.B. Nur zu Besuch (http://de.youtube.com/watch?v=sOzMWu0awMY)). Campino war wieder supergut drauf und die Auswahl der Lieder von der neuen CD war echt gut. Nun freue ich mich schon auf den Sommer, wenn sie wiederkommen.

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mal wieder arbeite. Ich wünsche euch eine gute Zeit und ich melde mich jetzt wieder regelmäßig. Versprochen :smirksmile:.


Eure Carmen :liebe:

Lyanna
15.12.2008, 20:13
Liebe Carmen :blumengabe:

Ich freu mich ganz dolle, dass du dich "gemeldet" hast!:wangenkuss:

Klar wünsche ich dir, dass du dauerhaft "stabiler" wärst,
doch wer von uns ist das schon?

Ich kann dich so gut verstehen, gehts mir doch oft genug genau so wie dir ...
ohne ersichtlichen Grund, ohne äusseren Anlass und egal, wo.
ES überkommt mich einfach, und ich gebe dem nach.
Vielleicht ist es irgendwann mal anders, ich weiss es nicht.

Irgendwie fühlt sich dieser PLATZ hier im Forum für mich so an,
als träfe sich hier "Familie",
die fast die gleichen Erfahrungen gemacht hat und noch macht ...
natürlich jeder auf seine ganz individuelle Art und Weise ...
Und doch so vertraut!

Ganz liebe Grüsse und noch ein paar annehmbare Vorweihnachtstage
für dich und uns alle. :blume:

:in den arm nehmen:

Lyanna

Inaktiver User
15.12.2008, 21:41
Liebe Carmen,

Lyanna hat mir aus dem Herzen gesprochen,ich freue mich auch sehr,wieder von Dir zu hören.
Wenn einer von uns längere Zeit nicht da ist,vermisst man ihn,macht sich Gedanken.Irgendwie empfinde ich Euch auch als besondere Familie.Jedenfalls öffne ich mich Euch hier mehr,als bei sonst Jemanden.
Das mit der Weihnachtsfeier und dem Hosen Konzert kann ich nachempfinden.Es reicht eine Kleinigkeit,irgendwas,und man verliert die Fassung.Das geht uns allen so,damit müssen wirlLeben,ich denke,es wird irgendwann mal weniger,aber es wird nie aufhören.
Ich freue mich auch auf das Hosen-Konzert im Sommer,habe aber Angst vor den besonderen Liedern.Zu Besuch und Alles ist Eins,haben wir ja zu Tommys Beerdigung gespielt...

Jetzt wünsche ich Dir und allen Anderen noch eine angenehme,nicht so stressige Rest-Woche.

Sei herzlichst gegrüßt von Andrea:wangenkuss:

Sternzeit2506
19.12.2008, 20:02
Sie bringt mich um, diese Zeit. Der Schmerz ist wieder unerträglich und das Alles ist so unfassbar und unwirklich. Überall um mich herum nur Leute, die sich auf Weihnachten mit ihrer Familie freuen. Familie! Ha….wen habe ich denn noch?

Ich habe heute noch langem mal wieder meine Existenz in Frage gestellt und mich nach dem Sinn gefragt. Was soll ich hier? Jeden Tag 12 Stunden arbeiten, in ein leeres Haus kommen, die Arbeit im Haus und im Garten bewältigen. Und sonst? Klar, ich weiß, dass das nicht alles ist. Dass da auch viele schöne Momente mit Freunden sind, aber momentan sehe ich wieder nur, dass ich alleine bin und dass die Trauer so unsagbar groß ist. Dass der Schmerz so weh tut. Dass mir alle fehlen, Frank, meine Eltern, mein dicker Lucky Tiger. Alle fort.

Und dann hatte ich heute auf der Heimfahrt vom Büro plötzlich dieses Gefühl, dass wir hier ganz schön viele sind und wir sind ja nur ein ganz kleiner Bruchteil all der Trauernden, die es auf der Welt so gibt. Und dann denke ich manchmal, dass es die anderen doch auch alle irgendwie schaffen und dass wir es auch schaffen werden. Aber leider hielt dieser Gedanke heute nur ganz kurz an. Und dann habe ich darüber nachgedacht wie es wohl wäre, wenn wir uns alle einmal sehen würden. Also bei einem gemeinsamen Treffen. Ich weiß, dass das nicht realistisch ist, weil wir ja alle sehr verstreut wohnen, aber spannend fände ich das schon. Wir wissen so viel voneinander. Ich glaube manchmal sogar mehr, als die besten Freunde. Weil wir hier auf jeden Fall zu 100 % verstanden werden. Unsere Freunde können ja nur am Rande nachempfinden, was wir durchmachen. Und das ist ja eigentlich auch gut so.

Ach man…heute ist das Leben schwer; sehr schwer!!

Jetzt kommt gleich mein Bruder mit Croques und wir essen gemeinsam zu Abend, weil ich das alleine ja immer noch nicht unbedingt mache. Ich schaue bestimmt nachher nochmal rein und hoffe dann berichten zu können, dass es mir besser geht.

Also bis später und einen guten Freitagabend.
Carmen

P.S.: Miljah, du wirst heute leider ohne mich putzen müssen :freches grinsen:

orenda
19.12.2008, 20:48
Ach Carmen, ich weiß genau was Du meinst... diese Sinnfrage habe ich mir auch schon öfters gestellt. Was ist, wenn es vielleicht auch gar keinen Sinn gibt, wir einfach nur da sind? Aber wir können dem Leben einen Sinn geben, eben den, den wir gern hätten. Ich weiß auch nicht, vielleicht rede ich auch Müll. Ich bin immer noch total erkältet und mir geht es ziemlich mies. Gestern Abend musste ich trotz Erkältung weinen, das ist vielleicht mal bescheuert, wenn man eh schon schnieft und rotzelt, dann noch weinen. Da tut der Kopf dann doppelt weh und es geht einem noch schlechter. Also lasse ich das einfach mal lieber sein - haha, als ob man es sich aussuchen könnte. Aber bis jetzt funktioniert es. Ich habe auch etwas Angst vor der nächsten Zeit, Weihnachten, Silvester, der lange Urlaub, frei von 24.12. bis 8.1. - so viel Zeit für trübe Gedanken. Wir haben das doch aber letztes Jahr auch schon durchgestanden und nächtes Jahr kommt die Zeit wieder... dann werden wir das doch auch diesmal schaffen.

Wie war Dein Abendessen? Ist doch schön, dass Du jemanden hast, der vorbei kommt zum Essen. Ich wünschte auch, ich hätte Geschwister oder etwas mehr Familie. Nun ja... ist aber nunmal nicht so. Und im Moment bin ich eh zu erkältet, als dass ich Gesellschaft wollen würde. Ich lege mich jetzt noch in ein Erkältungsbad und danach dann ins Bett. Dann schlaf ich mich gesund - hoffe ich zumindest. Ich will an meinen beiden letzten Arbeitstage nicht krank sein. Mein Kollege hat heute schon gesagt, dass er mächtig böse wäre, wenn ich denn krank wäre am Montag. Na da muss man doch gesund werden...

Liebe Grüße an Euch alle und einen guten Start ins Wochenende - und Weihnachten und das Jahr gehen auch vorbei... ein Tag nach dem anderen. Ist so...

orenda

bayerntante
19.12.2008, 21:31
Liebe Orenda,
ich wünsche dir gute Besserung, schlaf schön, pflege dich!!:zwinker: Schöne Weihnachten, was immer du machst, wir schaffen das auch alleine, oder wir im forum alle zusammen!!
Und Du redest keinen Müll, aber ich denke das auch immer von mir!
Lass den Kopf nicht hängen, wegen der Feiertage! Alles Liebe!!:kuss:

Liebe Carmen, hatte schon früher von dir gelesen,Du warst eine Zeit weg und ich war auch ein wenig gespannt, wieder von Dir zu hören!!
Ja, du hast recht, manchmal ist das Leben echt schwer, so vieles, was Du geschrieben hast, kenne ich von mir. Ich habe gute Tage, und dann habe ich Existenzängste, finanzielle sorgen. Wie vorgestern, wo ich mal eben für mein kaputtes Ceranfeld über 300€ berappen mußte-Puuuh! Und doch geht es irgendwie weiter, und wir schaffen das! Es ist doch schön, daß wir hier nicht alleine sind.
Ich hoffe, Daß du mit Deinem Bruder ein schönes Abendessen hattest? Ich hätte meine Schwester auch so gerne in meiner Nähe, beneide Dich!
Meine Freundin sagt immer zu mir: Wenn es dir schlecht geht, gehe in die Bewegung. Vielleicht hilft dir das auch? Spazierengehen, joggen radeln od. ins Fitnesstudio? Meistens gehts danach besser!
Darf ich Dich drücken? Es wird auch wieder besser, sei nicht zu traurig!!
(Ich hab leicht reden, wahrscheinlich habe ich morgen auch das heulende Elend! )
Ein Treffen wäre nicht schlecht. Vielleicht machen wir nächstes Jahr so eine Art Klassentreffen?!

Liebe Grüße Bayerntante:lachen:

Sternzeit2506
19.12.2008, 22:42
Liebe Orenda, liebe Bayerntante,
das Abendessen mit meinem Bruder war sehr nett, aber da wir beide sehr müde von der Woche sind, ist er nun gerade wieder losgedüst. Aber das ist o.k., denn wenn ich diesen Beitrag geschrieben habe, dann mache ich mich auf ins Bett und ziehe mir die Decke ganz weit über den Kopf, damit ich alles heute mal vergessen kann.

Es geht mir aber tatsächlich besser und die Augen sind auch schon etwas abgeschwollen. Mein armer Bruder, aber da musste er halt durch. Wozu hat man denn große Brüder, oder? :freches grinsen:

Liebe Orenda, ich hoffe, dass du ganz schnell wieder auf den Beinen bist, damit du die beiden letzten Tage mit deinen alten Kollegen genießen kannst. Ich kann so gut verstehen, dass du Angst vor den neuen Job bzw. das neue Umfeld hast, aber in der Regel sind die Vorstellungen ja viel schlimmer als die Realität und auch dort wirst du wieder einige nette Leute treffen, mit denen es Spaß macht, zu arbeiten. Es ist halt immer zunächst die Angst vor der Veränderung, die sich ja aber meist als gar nicht so schlimm herausstellt. Und vor allen Dingen kannst du sicher sein, dass wir alle am 8. Januar in Gedanken bei dir sind und dir zur Seite stehen. Und natürlich auch, dass wir abends einen Bericht erwarten :freches grinsen: Aber nun erstmal gute Besserung!!

Liebe Bayerntante (ich mag diesen Namen :smile:), danke für deine Umarmung und die lieben Worte. Ja, ich bin sehr froh, dass mein Bruder in der Nähe ist. Da mag ich auch fast gar nicht sagen, dass ich auch noch zwei Schwestern habe, die ca. 25 min. entfernt wohnen. Das ist schon ziemlich klasse. Meine nächst ältere Schwester (ich bin die Kleinste) hat mir gerade Kekse gebacken, weil ich das nicht kann, und die bekomme ich morgen geliefert. Die brauche ich auch dringend als Seelentröster. Wenn wir doch nur schon zwei Wochen weiter wären und das neue Jahr hätte angefangen....seufz.

Das mit dem Ceranfeld ist echt ziemlich blöd und die Kosten dazu noch heftiger. 300 € sind echt kein Pappenstil und ich hoffe, dass deine Haushaltskasse das Loch irgendwie aushält. Das ist schon ziemlich blöd, wenn zu der Trauer auch noch finanzielle Sorgen hinzukommen. Als wenn man nicht schon genug zu tragen hätte....

Ich mache es jetzt Orenda gleich und nehme ein Bad um danach direkt unter meine Decke zu kriechen. Ich wünsche euch eine gute Nacht. Am besten ganz ohne Träume und einfach nur tief und fest. Auf dass das Wochenende besser wird, als es der Freitag war.

Dicke Drücker für alle von euch.
Carmen

Inaktiver User
20.12.2008, 12:30
Liebe Carmen und Ihr anderen,

geputzt habe ich gestern nicht mehr - wenn ja doch keiner mitmacht hier... :freches grinsen: Nein: Ich hab's einfach nicht mehr geschafft, war spät zu Hause und dann zu müde dazu.

Deine Gedanken sind mir sehr vertraut: Soviele Stunden des Tages durch Arbeit "belegt", Haus und Garten... Ist das alles? Ich habe schon vor Jans Tod sehr intensiv darüber nachgedacht, was ich aus meinem Leben machen möchte, dass der Beruf nicht alles ist. Und durch die Trauersituation habe ich auch angefangen etwas zu ändern. Zurückgeschraubt im Job - wovon ich leider zu wenig merke, von einer 40-Stunden-Woche kann ich nur träumen trotz Teilzeit... Aber dennoch: Es hat sich schon viel verändert, ich gewichte sehr bewusst, habe "aussortiert". Manchmal denke ich, ich wäre sehr glücklich mit meinem Leben, wenn nicht - tja, wenn nicht...

Und manchmal geht mir die Nachdenkerei ganz schön auf die Nerven. Dann sage ich mir: Denk' nicht soviel über's Leben nach - lebe! Funktioniert sogar manchmal. Manchmal...

Schon wieder nachdenkliche Grüße

Miljah

bayerntante
22.12.2008, 21:09
Liebe Miljah!

Ich habe ähnliche Gedanken wie Du!
War 18 Jahre verheiratet, hab nur auf 400€ gearbeitet, unseren sohn erzogen, meinem Mann den Rücken freigehalten, er war viel unterwegs. Jetzt wo er nicht mehr da ist, denke ich, ich sollte mal durchstarten, was Neues machen. Aber mein sohn macht in 5 Jahren Abitur(vorraussichtlich!), also muß ich erstmal für ihn da sein.
Mir geht es wie dir, ich grübele auch viel, aber du hast recht, man lebt auch bewusster, ich "sortiere" auch Menschen aus, die mir nicht guttun, die mir in der Trauer keine Unterstützung waren. Klingt hart, ist aber so, man muß jetzt auf sich selber schauen!

Liebe Miljah, grübele nicht soviel, ich wünsche dir schöne Feiertage, trotz allem...

Liebe Carmen, auch dir schöne weihnachten, wir alle müssen das Beste draus machen, aber unsere Männer hätten bestimmt nicht gewollt, daß wir Trübsal blasen!!

Alles Liebe Bayerntante

Inaktiver User
22.12.2008, 21:33
Liebe Bayerntante,

die Idee mit dem Durchstarten,ist gar nicht so schlecht.Wenn man arbeitet,ist man abgelenkt,das Selbstwertgefühl steigt und man lernt auch Leute kennen.Ich habe 2 Söhne,16 und 21 Jahre und arbeite seit 29 Jahren.Habe nur ein Jahr Pause nach der Geburt meiner Söhne gemacht.Ich habe ein großes Haus,großes Grundstück,Kaninchen,Hühner,2 Katzen und einen Hund.Und glaube mir,das ist alles zu schaffen,Erziehung der Kinder incl.Ich finde,Du solltest nicht warten,bis Dein Sohn das Abitur geschafft hat,aber das musst natürlich du selbst entscheiden.

Mir hat die Arbeit immer gut getan und ich hatte auch noch Zeit für Hobbies wie Sport und Motorradfahren.


Liebe Carmen,morgen geht mein großer nach Erfurt zum Hosen-Konzert.
Er freut sich schon sehr.Ist natürlich keine Karte für mich übrig,also bleibt es beim Sommer in Ferropolis.:freches grinsen:

Vielleicht sehen wir uns ja?????????

Aber erst mal die Weihnachtstage überstehen.Wir werden uns ja sicher im neuen Strang treffen.

Liebe Grüße und einen angenehmen Montagabend wünscht

Andrea

bayerntante
03.01.2009, 16:01
Liebe Andrea,
bin erst heut dazu gekommen, Dein Posting zu lesen!
Werde da mal drüber nachdenken, aber eigentlich hast du Recht.
Ich glaube, ich muß mir viel mehr zutrauen, das wird schon.
Habe im anderen Strang gelesen, daß du so schöne Tage und einen schönen Jahreswechsel hattest.
Das freut mich für dich, beneide dich fast ein bißchen.
Ich wünschte mir auch, ich hätte wieder einen Freund, das würde mein Selbstbewußtsein heben, weil da wieder jemand wäre, dem man wichtig ist, und der einen gern hat.
Es ist nicht so, daß das bei mir so gar nicht der Fall ist, aber bei einem neuen Freund/Partner ist das doch sicher wieder sehr spannend und schön.
Freue mich weiterhin von dir zu hören!
Liebe Grüße Bayerntante

Ach ja, hab grad noch von deinem Motorradkauf gelesen, pass auf dich auf und fahr vorsichtig!! aber viel Spaß dabei!

Sternzeit2506
03.01.2009, 19:38
Hallo Ihr Lieben,
also zunächst einmal möchte ich sagen, dass mir unser Weihnachts-/Neujahrsstrang fehlt. Er war so einfach, wir haben alle nur dort geschrieben und schon jetzt finde ich es wieder anstregend, mich nach zwei Tagen durch alle Stränge zu lesen und zu überlegen, was ich wo schreibe. Insofern nehme ich jetzt einfach meinen Strang und versuche, alle meine Antworten hier zu verpacken.

Als zunächst einmal: :Sonne: So, müsste ich eigentlich durch mein Haus laufen. Heute war ja meine Schwester hier und wir haben 6 Stunden lang geputzt. Hier blitzt und blinkt es, als ob ich gerade eingezogen bin. Ich freue mich darüber so wahnsinnig doll, dass könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Etwas traurig ist, dass ich in der Küche 3 große Müllbeutel voll mit abgelaufenen Sachen entsorgt habe. Dazu kommt noch ein Müllsack im Bad mit Cremes etc., die man regelmäßig geschenkt bekommt, aber doch nicht nutzt, weil man ja eigentlich seine eigenen Sachen hat. Aber ich war echt tapfer und habe jetzt wieder richtig Platz in den Schränken. Danach waren wir noch kurz beim Media Markt und danach im Steakhouse essen. Jetzt war ich in der Badewanne, habe ein Glas Wein getrunken (und dabei schon meinen Vorsatz für das neue Jahr vergessen :smirksmile:) und bin nun völlig erledigt. Morgen werde ich noch meinen Schreibtisch auf Vordermann bringen und dann soll auch erstmal gut sein.

Ja Orenda, mein Sportprogramm ist noch aktiv. Ich war zwar diese Woche erst zweimal, aber gerade rief mein Trauzeuge an und wir sind für morgen früh verabredet. Du siehst, zumindest hier halte ich mich an meinen Vorsatz.

Und eigentlich muss ich auch sagen, dass es mir gerade ganz gut geht. Wenn da nicht diese Sache von vor 1,5 Jahre in meinem Leben wäre, könnte ich grad rundherum zufrieden sein. So geht es mir einfach nur grad gut und das finde ich in Anbetracht der Umstände super. Ich denke mit einem Lächeln an Frank und kann auch - genau wie du Orenda - gut von Frank sprechen und von ihm erzählen. Ich hoffe, diese Stimmung hält recht lange an, denn es bekommt mir gerade ganz gut.

Am Neujahrstag war ich auf dem Friedhof und da am Nachbarbaum gerade Leute ankamen, bin ich erstmal weiter gegangen und habe mir andere Gräber, mit Grabstein, angeschaut. Da kam mir dann plötzlich der Gedanke, was eigentlich aus mir wird, sollte ich doch noch einmal einen Partner finden. Die meisten Gräber waren von zwei Personen belegt (es ist ein älterer Teil auf dem Friedhof). Der eine Partner ist irgendwann gestorben und zum Teil nach 30 Jahren wurde der andere im selben Grab bestattet. Frank's Grab ist auch darauf ausgelegt. Insgesamt haben wir dort 8 Urnengräber. Seine Eltern werden also definitiv dort begraben und ich weiß eigentlich auch, dass dies mein Platz ist. Ein schöner Gedanke, weil ich den Baum und den Ort sehr mag. Aber wie gesagt, was wäre, wenn ich einen neuen Partner haben sollte und irgendwann sterbe? Wo werde ich dann begraben?????

Liebe Bayerntante, die Sache mit der fehlenden Zärtlichkeit habe ich auch schon einmal angesprochen. Ich bin 40 und defenitiv zu jung, um in Keuschheit zu leben, aber andererseits genau wie du nicht der Typ für eine Nacht und schon gar nicht auf der Suche nach etwas festerem, weil mir Frank noch viel zu sehr fehlt. Ein Teufelskreis :wie?:.

Liebe Miljah, du hast geschrieben, dass du das Layout erhalten hast, aber du hast gar nichts dazu gesagt, ob es dir auch gefallen hat, ob es dich evtl. ein Stück weit stolz gemacht hat? Mich würde auf jeden Fall sehr freuen, wenn du uns sagst wie das Buch heißt, sobald es in einem Verlag erschienen ist. Ich glaube es gibt hier noch viele andere, die das interessieren würde.

So meine Lieben, ich werde jetzt noch CDs sortieren (Frank hatte leider die Angewohnheit, seine GOA CDs aus den Hüllen zu nehmen und in CD-Taschen zu packen. Nun habe ich kürzlich schon mit meiner Freundin Stunden zugebracht, diese zurückzusortieren -die sehen alle gleich aus- und habe jetzt aber noch ca. 20, die keine Hüllen haben - noch nicht, denn ich war ja beim Media Markt :freches grinsen:), mir noch ein Gläschen Rotwein gönnen :zwinker: und früh auch dem Sofa einschlafen.

Euch noch einen schönen Abend und ganz viele Grüße, Carmen

P.S.: Liebe Bayerntante, die 3Sat Konzerte habe ich aufgenommen. Ich liebe Musik DVDs und bin nun auch endlich mit dem Brennen fertig.

Inaktiver User
03.01.2009, 20:07
Ja, liebe Carmen,

das habe ich auch gedacht heute, dass man nun wieder in mehreren Strängen liest. Vielleicht "versammeln" wir uns ja mal wieder in einem Strang ohne die einzelnen aufzugeben, in denen man ja doch manchmal vertiefter seine eigene Situation und seine Gedanken dazu verfolgt - was man in einem gemeinsamen Strang dann vielleicht doch nicht täte (?).

Das ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich zum Layout gar nichts gesagt habe... Es gefällt mir sehr gut. Vor allem das Cover - das ist schon toll, das anzuschauen. Ob das so bleiben wird - wer weiß. Aber erst mal ist es einfach schön, es so zu haben. Ich hoffe sehr, dass wir einen Verlag finden. Das ist nicht einfach, das ist mir schon klar. Es gibt so viele, die etwas veröffentlichen möchten, und es sind genug dabei, die auch etwas Gutes vorzuweisen haben. Aber unsere Sache ist sehr gut, und nun ziehen wir damit los.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht, wenn ich an Jans Grab war: Werde ich auch einmal hier liegen? ... Dann gehen die Gedanken auch in die Richtung "was ist, wenn ich einen neuen Partner habe...". Aber lange halte ich mich bei diesem Gedanken dann nicht auf. Im Moment möchte ich keinen neuen Partner, das ist mir in der letzten Zeit klar geworden. Es ist noch nicht so weit.

Damit Du Deine guten Vorsätze nicht allein über den Haufen schmeißen musst, hole ich mir jetzt auch ein Glas Wein...

Liebe Grüße

Miljah

Haferflocke
04.01.2009, 18:46
Hallo ihr alle zusammen,

ich wünsche euch alles ein schönes neues Jahr, mit vielen glücklichen Momenten!

Da bin ich also wieder zurück aus dem Skiurlaub und da ja jetzt wieder in verschiedenen Strängen geschrieben wird, dachte ich mir, schreib ich heute mal bei Carmen.

Mein Skiurlaub war schön. Nicht nur, aber doch weitgehend. Wer skifährt weiß, wie schöner Pulverschnee auf den Pisten zu schätzen ist und wir hatten fast alle Tage Kaiserwetter. An einem Tag war im Tal alles vernebelt, aber auf dem Gipfel war schönstes Sonnenwetter und man hatte einen fantastischen Blick auf ein Nebelmeer, aus dem die umliegenden Berggipfel rausschauten. Das war so ein Moment, als ich dachte: Die Berge machen mich einfach glücklich.
In anderen Momenten war ich zwischendurch traurig. Es war ein schöner Skitag und plötzlich kamen mir auf der Piste die Tränen, weil er schlagartig so fehlte und ich dachte, ich bin hier, aber er kann das nicht mehr erleben...Es hätte ihm so einen Spaß gemacht. Ich habe ihn nie Skilaufen sehen. Auf Fotos, die ich von ihm habe, sieht er mit seinem Skihelm so unendlich jung aus....Ich wäre so gerne mal mit ihm zum Skilaufen unterwegs gewesen. Es tat und tut weh zu wissen, dass das nun nie sein wird.
Tja, stattdessen war ich eben mit einer Freundin unterwegs, die ich sehr schätze, aber wenn man so nah beieinander ist, dann geht man sich leicht irgendwann auf die Nerven und zwischendurch war das bei uns auch so. Wenn dann mal gespannte Stimmung in der Luft lag, hab ich mich einsam gefühlt und gedacht, mit M. wäre es jetzt viel leichter - obwohl man da, wenn man ehrlich ist, so sicher auch nicht sagen kann. Natürlich war es nicht leicht, die anderen Ski- und Snowboard-Päärchen zu sehen, natürlich war da der Gedanke, ich wäre so gerne mit ihm hier. Aber das nun so in den Vordergrund zu stellen, wäre auch falsch, denn meine Freundin und ich hatten auch viel Spaß miteinander und ich habe die Freude am Skifahren wiederentdeckt. Es war auch gut, dass ich nicht soviel Zeit hatte, mir den Kopf zu zergrübeln und in den traurigen Gedanken zu versinken. Eine Zeitlang ist es gut, sich abzulenken. Nun bin ich wieder hier und bin auf der anderen Seite froh, dass ich wieder Zeit für mich habe, Zeit für meine Gedanken an ihn und auf mein eigenes Bett freu ich mich auch. In dem sehr gemütlichen Hotel hatte die Matratze nämlich eine Mulde und davon "bekam man Rücken".

Ich freue mich, dass ihr alle gut ins neue Jahr gekommen seid. Habe mich eben erstmal durch alle Beiträge gelesen. Miljah, wenn Du einen Verlag gefunden hast, wäre ich an dem Buch auch sehr interessiert.

Einen schönen Abend euch allen und schöne Urlaubstage, für die, die noch frei haben. Ich muss morgen wieder arbeiten.

Liebe Grüße,
Haferflocke

Haferflocke
06.02.2009, 21:21
Liebe Carmen,

ich schubse mal deinen Strang wieder hoch, denn ich wollte Dir erzählen, dass ich immer, wenn Depeche Mode im Radio kommt, an Dich und Frank denken muss...
Und ich denke daran, dass mein Freund diese Art Musik auch mochte und den Song sicher kannte.
Ich hoffe es geht Dir gut und Du meldest Dich bald mal wieder.

Alles Liebe,
Haferflocke

Sternzeit2506
25.02.2009, 12:52
Hallo Ihr Lieben,
da bin ich wieder und es tut mir leid, dass ich mir eine soooo lange Auszeit genommen habe, aber in den letzten Wochen war sehr viel los bei mir.

Erst hatte ich diese beiden Riesenprojekte in der Agentur zu wuppen, die mir sehr, sehr viel Zeit – auch an den Wochenenden – abverlangt haben, aber erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten, und danach bin ich in ein großes Loch gefallen. Ein Loch gemischt aus Trauer und Zweifel daran, ob dies das Leben ist, das ich leben möchte (bezogen auf die viele Arbeit). Plötzlich hatte ich soviel Zeit darüber nachzudenken, wie blöd das doch eigentlich alles ist und überhaupt. Dann habe ich mich endlich mal dazu aufgerafft, einen Nachsorgetermin beim Urologen zu machen, der mir erstmal eins auf die Mütze gab, weil ich 7 Monate nach der OP erst bei ihm aufschlage. Resultat daraus ist, dass meine Werte nicht gut sind und ich jetzt nächste Woche – nachdem das Antibiotikum gar keine Wirkung gezeigt hat – eine Blasenspiegelung habe, bei der man hofft etwas zu finden. Denn wenn man nichts findet, ist es nicht gut, denn dann so wird vermutet, hat sich der Harnleiterstumpf entzündet, was bedeuten würde, dass ich eine sehr große OP vor mir habe. O-Ton Urologe „Ich mag gar nicht daran denken, was ihnen dann bevorsteht.“ Super!

Grrrh….warum ist das alles so? Warum kann nicht einfach mal wieder alles einfach einen normalen Weg gehen? Warum habe ich nicht schon längst eine Wohnung gefunden, den Mut gehabt, den Umzug anzugehen und bin schon seit einigen Monaten dort und fühle mich wohl. Warum, warum, warum….. Ich mag einfach nicht mehr. Früher war mein Leben so einfach und seit 1 ½ Jahren ist es nur noch anstrengend und nur in wenigen Fällen wirklich schön. Außerdem verfolgt mich irgendwie jeden Tag die Angst, dass ich auch Tapsi bald verlieren könnte. Sie wird im April 16 und das ist ja durchaus schon ein hohes Alter. Wenn sie abends, wenn ich nach Hause komme, ausnahmsweise mal nicht im Arbeitszimmer an der Balkontür sitzt und auf mich wartet, dann habe ich schon fast Angst, aus dem Auto zu steigen. Ich will sie nicht auch noch verlieren. Mein ganzes Leben lang werde ich schon von der Trauer um einen geliebten Menschen oder um ein geliebtes Tier begleitet und ich will das nicht mehr.

Es geht mir übrigens auch wie dir, liebe Miljah, ich weiß nicht mehr wirklich, worüber ich schreiben soll. Es ist, wie du schon sagtest, alles geschrieben. Es wiederholt sich in meinen Beiträgen irgendwie alles nur noch. Und interessiert das noch jemanden?

Achja, übernächste Woche fliege ich mit meiner Freundin für eine Woche nach Wien. Endlich eine Auszeit und etwas, worauf ich mich freuen kann. Hoffentlich spielt das Wetter einigermaßen mit. Drückt mir bitte die Daumen.

So, ich arbeite jetzt weiter. Wollte mich nur mal schnell gemeldet haben und ein Zeichen geben, dass es mich noch gibt und dass es mir gut geht.

Alles Liebe, Carmen

Lyanna
25.02.2009, 13:29
Liebe Carmen :wangenkuss:

Ich freu mich jetzt einfach nur, von dir zu hören.
Ich freu mich, dass du da bist!
Ich freu mich über ein Lebenszeichen von dir!
Wobei es denn wirklich keine "grosse Rolle" (mehr) spielt, was und worüber jemand berichtet.

Habe in den letzten Tagen auch öfter an dich gedacht, wie an einige, die hier schrieben ...
aber es ist voll verständlich, dass es einen nach einer gewissen Zeit nicht mehr sooo dringend hierherzieht!
Auf der einen Seite, weil keiner etwas ändern kann, an dem, was ist,
und nach einer Weile besteht vielleicht auch nicht mehr das dringende Bedürfnis, sich "auffangen" zu lassen,
weil selbst erfahren, dass JEDER durch seine Angelegenheiten "allein" durch muss.
DAS kann einem keiner abnehmen!

Es tut mir leid, zu hören, dass mit deiner Blase immer noch Probleme bestehen.
Manchmal denke ich, dass diese Dinge "uns" sagen,
sich mehr um die ganz persönlichen Dinge zu kümmern
und sich selbst tatsächlich als das Wichtigste im jeweiligen eigenen Leben zu erkennen!

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen für die anstehenden Untersuchungen
und ein Ergebnis, mit dem du für dich zufrieden sein kannst.

Vielleicht treffen wir uns in diesem Sommer ja tatsächlich mal ...
wer weiss?
Das wär doch mal was! :in den arm nehmen:

:blumengabe::blumengabe:
Lyanna

orenda
26.02.2009, 10:19
Hallo Carmen,

erstmal ist es schön von Dir zu hören, hab mich schon gefragt, wie es Dir geht. Ich glaube fast, es geht uns allen gerade ähnlich. Das Leben bekommt uns so langsam wieder... oder anders rum :ooooh: - gut möglich. Denn wir scheinen mehr ausgebucht zu sein und weniger Zeit hierfür zu haben. Eigentlich schade, denn ich vermisse auch ein wenig das Positive das berichtet wird. Dieses - ich kann trotz allem jedem Tag noch was Gutes abgewinnen - und das hat einfach mit mir und meinem Leben zu tun. Beispiel: vorgestern war ich das erste mal im Spinning in meinem Fitnessstudio - juhu, ich hab mich überwunden. Und ich habe gleich zwei neue Bekanntschaften gemacht - danke Leben, das war schön! :lachen::blumengabe:

Na ja, vielleicht übertreibe ich ja jetzt etwas - ach nööööööööööö... ist doch gut, wenn einem so was gefällt.

Aber ich schweife ab... Du brauchst gerade eine "Anti-Warum-Ladung", liebe Carmen.

Grrrh….warum ist das alles so? Keine Ahnung... warum willst du das wissen, würde es was ändern?Warum kann nicht einfach mal wieder alles einfach einen normalen Weg gehen? Was ist normal?Warum habe ich nicht schon längst eine Wohnung gefunden weil es einfach noch nicht gepasst hat..., den Mut gehabt weil Du für andere Dinge genügend Mut hattest, dass das eben nicht auch noch wichtig war..., den Umzug anzugehen und bin schon seit einigen Monaten dort und fühle mich wohl Fühlst Du Dich denn da wo Du jetzt bist unwohl? Scheint mir nicht so.... Warum, warum, warum….. Ich mag einfach nicht mehr. Das ist schlicht und einfach Erschöpfung, in meinen Augen. Und das kennt von uns vermutlicher jeder. Auszeit!!! Einfach mal was gönnen und sei es noch so klein. Früher war mein Leben so einfach und seit 1 ½ Jahren ist es nur noch anstrengend und nur in wenigen Fällen wirklich schön. Ich eröffne jetzt doch noch einen Strang: das schöne in meinem Leben, auch in Zeiten der Trauer... wir vergessen das nur leider wohl immer wieder :knatsch:

Ich weiß, wird Dir nicht unbedingt helfen... aber vielleicht ja doch, wenn mal wieder eine kleine Stimme (ich nämlich :freches grinsen:) versucht gegen Deine Warums anzukämpfen. Warums machen nur noch kaputter und müder, denn sie sind meist sinnlos. Mach doch mit mir mit - Gedankenfasten (ist doch Fastenzeit). Immer wenn bei mir in der Fastenzeit Gedanken kommen, die in einem Strudel enden könnten (wie viele warums eben auch), sage ich mir "nein, es ist Gedanken-Fastenzeit, diese Gedanken sind die nächsten Wochen unnötig". Was danach kommt ist ein anderes Thema, aber ich finde, es lohnt sich, das mal auszuprobieren.

Auf jeden Fall aber wünsche ich Dir, dass die Untersuchung nicht die Befürchtungen des Arztes bestätigt. Guck ein bisschen mehr nach Dir...

Liebe Grüße,
orenda

Sternzeit2506
03.03.2009, 15:43
Liebe Lyanna,
ja, das sollten wir in diesem Sommer wirklich mal machen, uns sehen. Wenn das Wetter toll ist und es dir gesundheitlich gut geht, dann treffen wir uns irgendwo nett auf einen Eisbecher. Und du hast Recht, dass uns der Körper durch Krankheiten Dinge sagt. Ich habe diverse Bücher über die Nieren gelesen und es ist definitv so, dass die Nieren kaputtgehen (können), wenn man den Partner verliert. Mal schauen, was morgen bei der Untersuchung raus kommt.

Liebe Orenda,
ich musste echt sehr lachen über deine Antworten :freches grinsen:. Deine Gegenfragen treffen es auf den Punkt und ich weiß ja, dass ich zum einen keine Antworten darauf bekommen werden und zum anderen auch definitiv nichts an der Situation ändern kann. Ich habe das mit dem Gedankenfasten versucht, aber leider haben sich gerade diese Woche wieder sehr viele "Warums" in mein Leben geschlichen. Als erstes habe ich Montagmorgen von einigen Kündigungen erfahren, die in diesem Jahr vollzogen werden. Leider sind da auch zwei sehr, sehr liebe Kollegen dabei, mit denen ich seit über 8 Jahren eng zusammen arbeite und die mir echt ans Herz gewachsen sind. Dann rief abends meine Steuerberaterin an, dass ich für 2007 Steuern nachzahlen muss (bedingt durch das Sterbegeld, dass ich von Franks Firma bekommen habe - grotesk). Und dann schlage ich heute morgen die Zeitung auf und fast auf der ganzen Seite sind Traueranzeigen für einen ganz lieben Ex-Kollegen von mir, der letzte Woche mit 43 Jahren plötzlich verstorben ist und eine Frau und zwei kleine Kinder hinterlässt. Das zieht mich heute gerade wirklich runter. Und dann fällt es halt schwer, nicht an die "Warums" zu denken. Ich habe mit dem Kollegen sehr eng und sehr gern zusammengearbeitet, seine Frau aber nur einmal ganz kurz kennengelernt. Und es ist schon knapp 9 Jahre her. Denkt ihr, dass ich trotzdem eine Karte an sie schreiben kann? Ich habe irgendwie das Bedürfnis, denn ich weiß ja sehr genau, wie es ihr jetzt geht. Ich mag gar nicht daran denken und bin sooooooooo froh, dass wir alle schon so weit sind.

Draußen scheint die Sonne. Ich glaube, ihr sind meine Sorgen gerade total egal.

Ich wünsche euch noch einen netten Resttag und sende ganz liebe Grüße, Carmen

Haferflocke
03.03.2009, 17:28
Liebe Carmen,

ich finde, du kannst auf jeden Fall eine Karte schreiben. Vielleicht wird sie sich gerade darüber freuen, wenn auch eine von jemandem kommt, mit dem sie nicht rechnet. Es zeigt doch einfach, dass Du deinen Kollegen nicht vergessen hast...Und das Verständnis von jemandem, der genau weiß, wie sie sich fühlt, kann tröstend sein.

Alles Liebe,
Haferflocke

Lyanna
03.03.2009, 17:32
Liebe Carmen :blumengabe:

Unbedingt solltest du ihr schreiben, wenn dein "Bauch" (Gefühl) es dir sagt.
So, wie du fühlst und so, wie du was sagen möchtest! :blume:

Ich freu mich schon auf die wärmeren Tage und auf unser Eisessen und Klönen,
wenn wir Lust dazu haben.

Ja, das sehe ich auch so: "DAS geht mir an die Nieren"!
Das kann vielerlei sein ...bei jedem etwas anderes ...bei dir trifft es das genau.
Ich drück dir die Daumen für ein "gutes" Ergebnis bei der morgigen Untersuchung.

Ich denk an dich, liebe Carmen und schick dir Kraft für all die Dinge des Lebens.:blumengabe:

:blumengabe:
Lyanna

orenda
03.03.2009, 22:17
Ach liebe Carmen, das ist ja fürchterbar... da fällt einem das Gedankenfasten nicht leicht, das ist klar. Da kommt ja wieder einiges zusammen bei Dir. Nicht schön, da fällt mir auch nichts ein, außer, Dich mal kräftig zu drücken :in den arm nehmen::in den arm nehmen:

Ich finde auch, dass Du eine Karte schreiben kannst und sollst, wenn Dir danach ist. Tu es einfach, Du wirst Dich besser fühlen. Vor allem wirst Du Dich nicht mit der Frage quälen, ob Du es nicht doch hättest tun sollen, wenn Du es einfach getan hast. Und ich glaube, es ist gar nicht so verkehrt... denn genau Du weißt ja, wie sich diese Frau nun fühlen muss.

Ich fand es überraschend, dass Du geschrieben hast, dass Du sooo froh bist, wie weit wir alle schon sind. Ich empfinde das zwar genauso und bin persönlich froh, dass ich schon so weit bin - für andere kann ich das schwer einschätzen. Aber es sind auch immer mal wieder frisch Trauernde hier und wer weiß, wieviele einfach nur mitlesen... Aber ich glaube, ich weiß, was Du meinst... es ist, als ob man den Gipfel des Berges überschritten hat. Das heißt dann nicht, dass es nicht immer noch runter und rauf geht, denn es ist ein holpriges Gelände, aber die Höchste Höhe, das Schlimmste, hat man hinter sich gelassen. Bis das nächste kommt... oder nicht? :knatsch: Wird es nicht irgendwann so sein? Gedankenfaste, Gedankenfasten, orenda... uff... nochmal Glück gehabt, gerade noch die Kurve bekommen :freches grinsen:.

Wünsche Euch allen noch einen schönen Abend,
orenda

bayerntante
07.03.2009, 16:00
Liebe Carmen!

Lass dich einfach mal drücken:in den arm nehmen:

Ist alles schon gesagt worden, was ich Dir auch sagen will!

Pass auf dich auf und hoffentlich ist bei der Untersuchung nichts Schlimmes herausgekommen. Wünsche es Dir so!!
Mein Mann hatte einen Nierentumor, ich glaube, er hat in den letzten Jahren viel geschluckt, davon kriegt man vielleicht keinen Tumor, aber krank kann man davon werden. Ich habe gelesen, Nierenprobleme sind Partnerprobleme, kann auch ein Chef, Freundin oder Mutter o.ä. sein.

Schreibe der Frau auf jeden Fall eine Karte, es tut gut, von Menschen zu hören, mit denen man gar nicht rechnet. So ist es mir ergangen.

Durchhalten, bin in Gedanken bei dir.
Bald kommt auch wieder die:Sonne:

LG Bayerntante

Sternzeit2506
08.03.2009, 15:24
Hallo Ihr Lieben,
ich hoffe, ihr verlebt alle einen guten Sonntag. Hier regnet es schon den ganzen Tag, aber gerade jetzt schaut die Sonne ein wenig hervor. Ich bin gleich mit einer Freundin auf einen Spaziergang verabredet und denke, frische Luft wird mir ganz gut tun. Habe mich irgendwie das ganze Wochenende nur verkrümelt, so dass es Zeit wird, rauszugehen.

Meine Untersuchung war leider so, wie befürchtet. Die Blase ist einwandfrei in Ordnung, so dass es heißt, dass es am Harnleiterstumpf liegen muss. Ich habe nun in ein paar Wochen eine Untersuchung im Krankenhaus mit Vollnarkose und dann wird entschieden, ob eine OP ansteht, oder nicht. Noch bin ich guter Dinge, denn eigentlich habe ich doch langsam mal Anspruch auf ein wenig Glück.

Heute habe ich einen Brief an die Frau meines Ex-Kollegen geschrieben. Ich werde ihn gleich einwerfen und hoffe sehr, dass ich die richtigen Worte gefunden habe und ihr meine Zeilen ein klein wenig helfen werden. Danke, dass ihr mir alle zugeredet habt.

Dienstag fahre ich nach Wien mit meiner Freundin und freue mich schon sehr darauf. Endlich mal wieder was anderes sehen, an andere Dinge denken und den Tag einfach so genießen. Leider habe ich nur eine Woche Urlaub, die wahrscheinlich wieder wahnsinnig schnell vorbeigehen wird, aber ich werde sie genießen und das beste daraus machen.

Euch noch einen schönen Rest-Sonntag und viel Spaß bei dem, was ihr so treibt. Lyanna bald Lindenstraße, Andrea treibt sich mit den neuen Freunden rum, Flöckchen kletter, Orenda ist hoffentlich im Fitness, Miljah holt alles auf, was die letzten Tag liegengeblieben ist und Tutsi muss hoffentlich nicht arbeiten.

Viel Spaß dabei und alles Liebe,
Carmen

orenda
08.03.2009, 17:16
Ach liebe Carmen, das tut mir leid, dass bei der Untersuchung nicht was besseres rausgekommen ist. Hoffen wir, dass trotzdem keine OP nötig ist, ich halte Dir sämtliche Daumen, die ich auftreiben kann und nehme zur Not auch einfach fremde mit dazu :smirksmile:.

Orenda ist allerdings nicht im Fitness... orenda ist vielmehr ziemlich kaputt von ein paar anstrengenden Tagen und Wochen und hat sich deshalb entschieden dieses Wochenende mal halblang zu machen. Dabei sitzt sie nun aber gerade weinend auf dem Sofa. Ich dachte nämlich gerade wirklich so - jetzt hab ich aber lange genug gewartet, jetzt muss er endlich wieder zurück kommen, wo bleibt er nur? Und das nach beinahe zwei Jahren. Es ist unglaublich, wie das Hirn einen manchmal verkohlen kann, einem etwas vorspielt. Ich weiß nicht, was das in der letzten Zeit wieder ist, seit ein paar Tagen, dass ich genau solche Gedanken immer wieder habe. Das Leben geht so lebhaft weiter, es geschieht so viel, manchmal zu viel. Das meiste ist schön und gut, mir fallen auch dauernd so kleine Glücksmomente auf, wo ich denke, Mensch, da hast Du jetzt aber mal ein kleines Fünkchen Glück gehabt, dass das gerade so passt. Aber diese Kleinigkeiten habe ich früher einfach nicht gesehen und betrachtet, glaube ich. Deshalb fällt mir das jetzt eben so auf. Und was ist mit dem großen Glück? Mit dem Mensch an meiner Seite, der da auch bleibt, bei mir, mich will und mich liebt? Dieser Mensch fehlt mir und ich fühle mich einsam. Trotz all der vielen Freunde, trotz all der vielen Ereignisse, Termine, netten Verabredungen... dieser eine besondere Mensch... fehlt mir gerade ganz schrecklich. Und es ist auch keiner in Sicht, der dafür wieder in Frage käme. Das macht mich noch trauriger, weil es mich daran zweifeln lässt, ob es dies nochmals je für mich geben kann und wird. Und der Gedanke ist schrecklich...

Vielleicht ist es gut, dass das Wochenende bald wieder vorbei ist, auch wenn ich mit meinem Job nicht gerade super glücklich bin und mir ernsthaft schon überlege, ob es nicht doch bald was anderes geben kann, ich bin zumindest ein wenig unter Menschen. Vielleicht darf man gar nicht mehr wollen... ich bin gerade zu frustriert, denke, dass das Leben vielleicht einfach nicht mehr ist und mehr bietet. Es ist doch gar nichts so großes und so besonderes, das ich mir wünschen würde...

Sorry, habe irgendwie einen schwarzen Sonntag. Ich hoffe, Eurer ist besser.

orenda

usasi
08.03.2009, 19:07
orenda :in den arm nehmen:
LG usasi

Haferflocke
08.03.2009, 22:04
Liebe Carmen,

es stimmt, ich war heute wieder klettern. Klettern ist etwas, was mich fast immer zufrieden macht....

Dass das mit deiner Untersuchung nicht wie gewünscht gelaufen ist, tut mir leid. Ich drücke Dir auch die Daumen, dass trotzdem keine Operation nötig wird. Und ich finde gut, dass du dich trotzdem nicht entmutigen läßt. Zuversicht kann vielleicht auch heilend sein....oder was Gutes bewirken. Sozusagen die Kraft der positiven Gedanken.

Für Wien wünsche ich Dir mit deiner Freundin ganz viel Spaß. Ich war mal vor bald 20 Jahren mit meiner Mutter da. Es hat mir damals gut gefallen und ich habe dort das dünnste Schnitzel meines Lebens gegessen. Es war ganz platt und ragte rechts und links über den Tellerrand hinaus...

Viele liebe Grüße,
Haferflocke

Sternzeit2506
10.03.2009, 10:30
So, nun ist es bald soweit. In 2 Stunden bringt mich meine Schwiegermama zum Flughafen und dann geht es Richtung Wien. In den Regen :knatsch:. Aber egal, ich habe ganz gute Stimmung und die lasse ich mir ganz bestimmt nicht von ein paar Regentropfen vermiesen.

Orenda, geht's dir wieder besser? Diese Gefühlszustände kennen wir wohl alle nur zu gut. Und ich denke - zumindest ist es so bei mir - dass es auch noch wieder härter wird, wenn erst das Wetter wieder besser wird. Wenn all die ganzen Päarchen draußen Hand in Hand spazieren gehen und eine gute Zeit haben. Dann fühle ich mich immer besonders alleine. Jetzt, in dieser dunklen Jahreszeit, kann man sich wunderbar zuhause verkriechen und für sich sein, aber sobald die Sonne scheint... Aber wer weiß, vielleicht hält dieses Jahr ja doch noch einiges Gutes für uns bereit. Wie schon gesagt, verdient hätten wir es.

Flöcken, ich habe neulich meinen Sportpartner angesprochen, ob er nicht mal Lust hätte, das Klettern mit mir auszuprobieren, aber ich konnte ihn noch nicht so recht überzeugen, aber ich bleibe dran und wenn ich erfolgreich war, hole ich mir von dir ein paar Tipps.
Auf das Schnitzel freue ich mich auch schon riesig. Ich liebe Wiener Schnitzel und Heurigen mag ich auch sehr gerne. Wahrscheinlich komme ich mit 5 Pfund mehr auf den Hüften zurück, aber auch egal :freches grinsen:.

So, wenn ich heute Nachmittag in Wien sein möchte, dann sollte ich jetzt endlich mal den Koffer zu Ende packen. Vorher muss ich allerdings noch Tapsi davon überzeugen, eben selbigen zu verlassen - oder ich nehme sie einfach mit. Das wär doch mal was...hihi...

Ich melde mich am Samstag oder Sonntag wieder. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit.

Alles Liebe, Carmen

Lyanna
10.03.2009, 12:28
Koffer schon gepackt, liebe Carmen?:smirksmile:

Eine wunderschöne Wiener Zeit bei Schnitzel und was du gerne magst
und mit viel Freude bei dem, was dir begegnet ...

Guten Flug ...bis die Tage ...:blumengabe:

Ich denk an dich :blume:

:blumengabe:
Lyanna

Sternzeit2506
10.03.2009, 12:57
Huhu Lyanna,
Koffer ist gepackt und nun muss ich mir nur noch vernünftig anziehen (schlumpfe gerade noch etwas faul rum). Lieben Dank für deine guten Wünsche, ich werde an dich denken, wenn ich genüsslich in das erste Schnitzel schneide.

Dir eine gute Zeit und bis bald, Carmen

Tutsi
15.03.2009, 21:34
Hallo Carmen,

...und hat das schnitzel geschmeckt? :freches grinsen:konntest du die tage genießen...?

ganz liebe grüße
tutsi

Sternzeit2506
16.03.2009, 21:06
Das Schnitzel war lecker, sehr lecker. Und schwups, bin ich schon wieder zuhause. Zwar mit kleiner Verspätung von einem Tag, weil ich mich leider in der Buchung vertan habe (echt peinlich), aber wieder zuhause. Wien war echt nett, aber leider hat es nur geregnet und es war sch....ekalt. Ich denke, bei Sonnenschein und milden Temperaturen ist das eine echt tolle Stadt, aber so unterm Regenschirm und gegen den Sturm ankämpfend war es nicht wirklich klasse. Aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und es war gut, auch mal an was ganz anderes denken zu können.

Tja und nun bin ich wieder zuhause und prompt geht der Alltag wieder los. Aber ich habe heute morgen eine wirklich schöne Wohnung im Internet gesehen, die ich mir nun noch diese Woche anschauen werde. Mal schauen, ob sie im Original auch so nett ist. Und der zweite Punkt ist dann noch den Mut zum Umzug zu haben. Mal schauen, wie es diesmal wird. Auf jeden Fall werde ich nicht wieder unterschreiben und es mir dann anders überlegen :freches grinsen:. Also wenn es ernst wird, dann werde ich noch einmal um euren Zuspruch bitten.

Bei euch ansonsten alles in Ordnung?

Schönen Abend noch und ganz liebe Grüße,
Carmen

Inaktiver User
07.04.2009, 13:52
Liebe Carmen,

einen Gruß möchte ich Dir senden - die Untersuchung ist hoffentlich gut für Dich verlaufen. :blumengabe:

Liebe Grüße

Miljah

Sternzeit2506
12.04.2009, 23:00
Hallo liebe Milja,
ich hoffe, du und deine 5 Getigerten haben ein schönes Osterfest mit vielen bunten Eiern. Das Wetter spielt ja auf jeden Fall super mit.

Danke, dass du nach der Untersuchung fragst. Ich war zwei Tage im Krankenhaus und danach noch zum CT, aber leider konnte man nichts finden. Nun muss ich nächste Woche zum Gynäkologen und danach zu einer weiteren Untersuchung. Meine Urologen sind ziemlich ratlos. Ich habe mich schon gefragt, ob es evtl. doch psychosomatische Beschwerden sind, auch wenn ich das eigentlich nicht glaube, weil es mir ja schon erheblich besser geht, als noch vor einem Jahr. Aber vielleicht mache ich mir auch nur etwas vor, weil ich das Trauer-Thema auch ziemlich häufig beiseite schiebe und es gar nicht mehr wirklich zulasse. Wer weiß....

Morgen fahren ich in einen Eselspark. Bin ja ein totaler Eeyore-Fan (der Esel von Winnie Pooh, der, der immer so traurig ist, weil sein Haus immer zusammen- und sein Schwanz abfällt). Bin schon sehr gespannt. Man kann dort auch Esel kaufen. Mit 2.800 € wäre ich dabei. Meinst du, ich kriege ihn im Cabrio mit :freches grinsen:????

Dir noch einen schönen freien Montag und ich freue mich schon, mal wieder von dir zu hören.

Alles Liebe, Carmen

Inaktiver User
13.04.2009, 08:50
Liebe Carmen,

in meinem Roadster habe ich schon erstaunlich große Dinge transportiert. Einen Esel mitzunehmen sollte also kein Problem sein. Falls der Esel nicht hinein wollen würde, läge es wahrscheinlich daran, dass ihm das Fahrzeugmodell nicht zusagt. Esel haben ja so ihren eigenen Geschmack. Aber dann sollte es selbstverständlich sein, dass Du Dir einen Wagen nach Eselsgeschmack zulegst, soviel kann man als Esel doch wohl erwarten. :freches grinsen:

Dass Deine Beschwerden psychosomatische Ursachen haben, könnte doch sehr gut möglich sein - denke ich jedenfalls nach allem, was ich so gehört und gelesen habe. Wieviel Zeit vergangen ist "seitdem" spielt da wahrscheinlich kaum eine Rolle. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass viele Trauernde nach mehr als einem Jahr der Trauer krank werden bzw. Symptome einer Krankheit entwickeln (ohne diese wirklich zu haben).

Jedenfalls freue ich mich, dass bei der Untersuchung nichts gefunden wurde, und nun drücke ich die Daumen, dass auch der nächste Arzttermin keinen Befund ergibt.

Ich wünsche Dir einen schönen Esel-Tag

Miljah

Tutsi
13.04.2009, 21:08
Hallo Carmen :)

einen Esel? das wäre doch was :)
Ich könnte mir das auch sehr gut vorstellen, dass es doch etwas psychosomatisches ist...gerade auch wenn du beschreibst, dass du die trauer oft beiseite schiebt...der Kopf kann einem dann doch etwas vorspielen, während der Körper einem dann das echte "wohlbefinden" spüren lässt...
ich hoffe, dass du zu einem "ergebnis" kommt, welches aber positiv ausfällt..so ohne "diagnose" ist es sicherlich auch nicht gerade schön von arzt zu arzt tingeln zu müssen...
wünsche dir jedenfalls von herzen das allerbeste!
tutsi

Sternzeit2506
24.08.2009, 17:30
Hallo Ihr Lieben,

ich möchte mich heute endlich mal wieder melden und endlich einmal bin ich in der Lage, nur Positives berichten zu können. Es scheint, als ob sich gerade alles zum Guten für mich wendet. Seit zwei Monaten gelingt alles. Zunächst hatte ich nun noch eine größere OP und bin nun endlich seit knapp zwei Monaten schmerzfrei. Ich weiß erst jetzt, wie mich die Schmerzen doch belastet haben, jetzt, wo sie endlich weg sind. Dann war Tapsi mal wieder sehr krank und wog nur noch 1,9 kg. Ein Häufchen Elend und die Tierärztin war ganz kurz davor, sie einzuschläfern. Sie hat ihr dann aber noch eine Chance gegeben und sie lag ein paar Tage am Tropf, hat Antibiotikum und Cortison bekommen. Ich habe dann einen Termin mit einer Ernähungsberaterin für Tiere gemacht und das Futter umgestellt. Seit 5 Wochen nun nimmt sie stetig zu, es geht ihr absolut blendend (sie tobt wieder richtig rum) und sie hat keinen Durchfall mehr….und den hatte sie immerhin jetzt 2 Jahre lang.

Tja, Punkt drei ist, dass ich jemanden kennengelernt habe (eigentlich kenne ich ihn schon seit 34 Jahren, wir sind nämlich zusammen in die Grundschule gegangen J ), der sich sehr für mich interessiert und das beruht auf Gegenseitigkeit. Und ich habe Frank gegenüber kein schlechtes Gewissen, sondern genieße momentan die Zeit. Gut ist auch, dass er zurzeit noch in Berlin wohnt und die Distanz Hamburg-Berlin für mich gerade sehr schön ist. Irgendwann wird es mir bestimmt nicht mehr reichen, aber momentan finde ich es gut, um mich langsam wieder an eine Beziehung herantasten zu können. Donnerstag kommt er nach Hamburg J

Und zu guter letzt stehe ich kurz davor, den Mietvertrag für „meine“ Traumwohnung zu unterschreiben. Es könnte jetzt nur noch daran scheitern, dass die Vormieter ihre neue Wohnung nicht bekommen und dann natürlich auch nicht ausziehen werden. Das klärt sich aber in den nächsten zwei bis drei Tagen und dann geht es los.

Es ist jetzt sooo viel passiert und es geht mir gerade so richtig gut. Ab und zu stehlen sich ein paar traurige Momente in die glückliche Zeit, aber das wird wahrscheinlich für den Rest meines Lebens so sein. Ich genieße auf jeden Fall momentan diese Glücksmomente und lasse mich auch so schnell nicht von dieser Hochphase runterholen.

Ich hoffe, bei euch ist auch alles im grünen Bereich. Es ist ja sehr still geworden im Forum. Schon komisch, dass viele von uns ja zur gleichen Zeit hier aufgetaucht und nun auch wieder abgetaucht sind.

Alles Liebe für Euch.
Carmen

Haferflocke
24.08.2009, 20:46
Liebe Carmen,

schön, dass Du Dich wieder gemeldet hast. Stimmt, es ist stiller geworden hier. Die rettende Insel des Trauerforums ist mit der Zeit nicht mehr so wichtig, wie am Anfang, als der Austausch hier fast lebenswichtig war. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass viele immernoch hier sind, mitlesen, nur das Schreiben ist weniger geworden....

Ich freue mich sehr für Dich, dass in den vergangenen Monaten sich so vieles in deinem Leben zum Guten gewendet hat und ich hoffe für dich, dass das auch so bleibt. Ich wünsch Dir auch alles alles Gute für deine neue Beziehung.

Bei mir ist kein Mann in Sicht, aber das ist auch absolut okay so. Ich glaube, in meinem Herzen ist gerade noch kein Platz für einen anderen. Ich gehe durch mein Leben mit Aufs und Abs, wie es in jedem Leben ist, nicht nur in unseren, die wir schlimmes erlebt haben. Wenn ich so auf die letzten zwei Jahre zurückschaue, dann kann ich auf vieles, was war, sehr stolz sein. Und dennoch - bei mir sind es immernoch mehr als ein paar traurige Momente. Ich vermisse ihn immernoch sehr. Ich glaube, wie Du, dass diese Gefühle für den Rest unseres Lebens bleiben, aber die Heftigkeit der Gefühle wird abnehmen und auch die Frequenz...Bei mir wird es noch ein wenig dauern. Alles im Leben hat seine Zeit.

Ich schicke Dir viele liebe Grüße und viel Glück :wangenkuss:
Haferflocke