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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wirkt dieses Champix?



rapunzel965
15.08.2007, 19:23
Im großen Thread 'Nichtraucher mit Champix' fragt eine Userin nach der Wirkungsweise von Champix, und ob es sich bei Champix um ein Anti-Depressiva handelt.
Da dieser o.a. Thread mittlerweile so lang ist, ist es schwer für Interessierte, entsprechende Antworten darauf schnell zu finden.

Zunächst:
Champix ist kein Anti-Depressiva. Es gibt eine Nichtraucher-Pille, seit ca. 2000 auf dem Markt, die als Anti-Depressiva eingestuft ist. Die Pille heißt Zyban, der darin enthaltene Wirkstoff Bupropiol oder so ähnlich.

Der eigentliche Wirkstoff von Champix heißt Vareniclin. Dieses Vareniclin besetzt die Nikotin-Rezeptoren in unserem Hirn. Das heißt: wenn wir auf Champix rauchen, kann kein oder weniger frisches Nikotin in diese Rezeptoren gelangen und dort Dopamin freisetzen.
Gleichzeitig sorgt das Vareniclin in den Rezeptoren aber auch dafür, daß ähnlich wie bei Nikotin Dopamin freigesetzt wird.
Das heißt, Vareniclin ersetzt Nikotin. Der bisherige Dopaminspiegel bleibt so in etwa erhalten.

Was ist Dopamin?
Sagen wir ein Stoff im Körper (Katecholamin, Neurotransmitter), der bei Suchterkrankungen eine wesentliche Rolle spielt. Nach Einnahme eines Rauschmittels wie Nikotin, gelangt dieses über die Blutbahn in entsprechende Rezeptoren im Gehirn. Die Nikotin-gefüllten Rezeptoren schütten daraufhin Stoffe aus wie Serotonin (Glücklichmacher) oder auch Dopamin. - Ein gestörter Dopaminspiegel wird für einen Teil der Entzugssymptome verantwortlich gemacht.

Also: gestörter Dopaminspiegel = Entzugserscheinungen

So erklärt sich auch, warum frischen Ex-Rauchern auf Kalt-Entzug anfangs so oft zum Heulen zumute ist: Ihre ausgehungerten Nikotin-Rezeptoren schütten kein Serotonin (happy-maker) mehr aus. Das müssen die Rezeptoren erst wieder allmählich lernen.

Quelle: u.a. Wikipedia (Dopamin)

Inaktiver User
15.08.2007, 22:25
So erklärt sich auch, warum frischen Ex-Rauchern auf Kalt-Entzug anfangs so oft zum Heulen zumute ist: Ihre ausgehungerten Nikotin-Rezeptoren schütten kein Serotonin (happy-maker) mehr aus. Das müssen die Rezeptoren erst wieder allmählich lernen.


daran erinnere ich mich mit grauen :knatsch:. ich war anfangs 'ne echte heulsuse :peinlich: (trotz nikotinpflaster)

Inaktiver User
19.08.2007, 15:25
Danke für die tolle Erklärung! Weiss mann denn auch, wie lange diese Neulernen dauert? Wie lange ist denn mit depressiven Phasen zu rechnen?

rapunzel965
28.08.2007, 12:50
Wirklich gute Informationen erhaltet Ihr über Wikipedia.
http://de.wikipedia.org/

Schaut zuerst unter Champix, und ganz wichtig, ganz unten im Text, klickt auf Quellen wie Medical Tribune für schweizer Ärzte.

Sehr zu empfehlen ist auch 'Nikotinsucht' bei Wikipedia.

Da stand z.B.
Der Dopaminspiegel steigt nach Kokainkonsum um das 500fache mehr an als nach Nahrungsaufnahme oder Sex.

Billchen
31.08.2007, 16:09
Als ich mit dem Rauchen aufgehört habe, hatte ich auch erwartet, dass ich sehr unausgeglichen bin. Bei mir ist das aber nur geringfügig eingetreten. Die meiste Zeit war ich eigentlich sehr euphorisch. Ich habe nicht sonderlich viel geschlafen in den ersten Wochen, weil ich einfach nicht müde war. Ich würde den Zustand von damals als Aufgekratzt sein beschreiben. Ich habe sehr viel Sport gemacht. Dabei werden auch Glückshormone frei. Vielleicht blieb ich daher ja verschont vom heulenden Elend.

Aber ganz ehrlich, ich denke, es trifft einen umso härter, je mehr man sich schon im Vorfeld verrückt macht. Geht man die Sache mit Vorfreude und positiver Energie an, sind die gefühlten Entzugserscheinungen längst nicht so schlimm. Vieles dieser Sucht spielt sich nunmal im Kopf ab. Wie sonst ist zu erklären, dass viele Rückfälle erst nach Monaten eintreten?

Also mein Tipp an alle, die gerade mit dem Rauchen aufhören ist, sich nur nicht verrückt machen. Ob man mit oder ohne Hilfsmittel aufhört und ob man wirklich Medikamente nehmen möchte, die doch ziemliche Nebenwirkungen haben können, das muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Aber ein Medikament alleine kann einen nicht von der Sucht heilen. Das muss man letztlich immer selbst machen.

Billchen

Chloe1
16.10.2007, 14:51
Hallo liebe Rapunzel!

Finde es sehr interessant was Du schreibst. Allerdings:

Zyban (Bupropion) ist in der Tat ein Antidepressivum und man hatte zufällig entdeckt, dass einige Patienten während der Einnahme auch mit dem Rauchen aufgehört haben. Daher hat man es danach gern als Antiraucherpille verkauft. Was es nicht ist. Gibt es doch keinen Kausalzusammenhang und schon gar keine Garantie dafür dass man aufhört. Sehr viele Probanten haben nämlich weitergeraucht. Ganz zu schweigen von den Nebenwirkungen dieser Droge: Muskelschmerzen, Schwitzen, Kribbeln, Störung sexueller Funktionen, Kopfschmerzen, Angst, Unruhe, Gereiztheit, Sehstörungen, Halluzinationen, Mundtrockenheit, gastrointestinale Störungen, Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck, Verfolgungswahn, Abgeschlagenheit wie bei einer Grippe....etc (Syptome eines Serotoninüberschusses!) und den Todesfällen. Es ist also keine explizite Nichtraucherpille sondern eine Droge zur therapeutischen Unterstützung einer Depression die Körperliche Entzugserscheinungen zur Folge haben kann. Warum also eine weitere Droge nehmen um die Droge Nikotin, die übrigens KEIN Rauschmittel ist und keine Bewußtseinsveränderung oder Halluzinationen auslöst, loszuwerden bei der es ja KEINE körperlichen Entzugserscheinung gibt! Ein Raucher schläft 7 bis 10Stunden durch ohne vom Entzug wach zu werden. Es gibt Raucher die nur am Abend rauchen oder am Wochenende nicht. Wo bleibt da der Entzug? Es gibt keinen auf Nikotin basierenden körperlichen Entzug sondern dieser ist rein psychosomatisch durch Angst und Unsicherheit erzeugt. Gleiche "Entzugserscheinungen" haben Magersüchtige, Spielsüchtige oder Bulimiker" die auch keine Droge intus haben!

Im Gegenteil, es kann ja sogar sofort nach dem Ausdrücken der letzten Zigarette Euphorie ausgelöst werden, wie bei Billchen oder bei mir damals. Ich hatte mich wahnsinnig gefreut das Zeug entdlich los zu sein. Allein schon der Gedanke daran endlich frei zu sein lässt mein Gehirn schon Dopamine und Glückshormone ausschütten :freches grinsen:

Aber es ging ja nun um Champix:
Wenn nun Champix ein Glücksgefühl ersetzt müsste man theoretisch dann nach Champix süchtig werden und beim Absetzten widerum Entzugserscheinungen haben....:smirksmile:
Champix soll den "Kick" einer Zigarette verhindern. Welchen Kick? Welches Glücksgefühl? Nikotin kann dieses doch gar nicht erzeugen. Medizinisch betrachtet erzeugt Nikotin lediglich ein ganz leichtes Gefühl von Leere und Unsicherheit was man mit der nächsten Zigarette wiederum loshaben möchte. Nikotin wird unglaublich schnell vom Körper abgebaut. Nach einigen Stunden bereits ist kaum mehrwas vorhanden. Nach 3 Wochen bereits 99% aus dem Körper! Zündet man sich nach 4 Monaten wieder eine an hat das nichts mit dem Nikotin zu tun sondern dass man GLAUBT man bekommt etwas durch die Zigarette. Nur, vorauf muss ein Nichtraucher denn verzichten? Nikotin bringt keinen einzigen Vorteil....
Studien des Herstellers beweisen sogar: 73% rauchten nach 40 Wochen wieder! Eine Pille kann eben nicht meine Einstellung zum Rauchen ändern. Genausowenig wie ein Hypnotiseur oder Akupunktur.

Noch etwas zum Nachdenken: Würde Nikotin tatsächlich Glücksgefühle erzeugen, müssten alle Kettenraucher den ganzen Tag vor Freude auf den Tischen herumtanzen. Man bräuchte keine Antidepressiva und Therapien. Für nur 5€ am Tag wären alle glücklich. Und einem rauchenden krebskranken Menschen müsste es wesentlich besser gehen als einem nichtrauchenden, da er ja seine Glücksgefühle durch Nikotin hat...!!!!???!!!!! Die Raucher die ich kenne sind eher depremiert und unglücklich weil sie ja rauchen und wollen es liebre heute als morgen loshaben.....

Alles Liebe und allen die aufhören wollen alles Gute und keine Angst: Mit der richtigen Einstellung ist es ganz einfach!

Chloe

Inaktiver User
14.02.2008, 11:03
Hallo zusammen,

wie schon umfassend im großen Strang berichtet WIRKT CHAMPIX besser als alle anderen Mittel auf dem Markt!
Die Erfolgsquoten sind extrem gut, 30 % sind nach einem Jahr noch NIchtraucher. Welches Medikament/Pflaster/Buch kann diese Erfolgsquote aufweisen?
Natürlich ist es nur eine Krücke! 30% Champix 70% SELBST.
Ich hätte es jedenfalls ohne Champix nicht geschafft!

Grüssle

Annie:liebe:

4 Monate, 6 Tage und 13 Stunden rauchfrei
50 Tage Champix-frei und glücklich