PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Deutsche unhöflich?



Twinkie
15.08.2007, 06:50
:wie?: Bin mal wieder in Deutschland nach einiger Zeit in Kanada- und mir fällt ganz arg auf wie unfreundlich manche Leute hier sind. Vor allem beim Einkaufen könnte ich manchmal anfangen zu weinen, da ist nicht mal ein "Guten Tag" von der Verkäuferin drin! Drängeln, Schubsen, böse Blicke auch Standard, denke da so an Bushaltestellen und Warteschlangen. Auch Autofahren ist in CDA wesentlich entspannter, so ohne Gedrängel, Schneiden und Gehupe.
Ist das jetzt so ein Kulturschock-Ding? Oder kommt das auch anderen so vor?!? Vielleicht ist das auch einfach Mentalität, aber selbst als ich noch hier gelebt hab war ich - glaub ich zumindestens- nicht so unfreundlich und grantig.

Karla48
15.08.2007, 08:23
Kanada kenne ich nicht - aber andere Länder. Ich finde auch, dass es hier oft sehr ruppig zugeht. Freundlichkeit, ein Lächeln - das scheint für manche zu teuer zu sein, um es an Fremde zu verschenken. Traurig!!! Wir haben da so einen Trauerkloß in unserer Hausbank, Katastrophe...Warum so jemand ausgerechnet im Service arbeiten darf, ist mir rätselhaft.

Der Deutsche an sich soll ja sehr "sorgenvoll" und "gestresst" sein, so vom Typus her "Leben ist Kampf!!".
Dafür haben wir andere Qualitäten ;-)), um die uns andere Länder beneiden. Aber das Weiche, Liebenswerte, das geht hier echt immer mehr den Bach runter. Man sehe sich die (jungen) tollen coooooolen Typen an: Ernst ist in, kurz hingerotzte Phrasen definieren einen als voll angesagt. Ich beneide die Eltern nicht, die dagegen zuhause anarbeiten müssen.

Ich glaube, man sollte es einfach nicht persönlich nehmen - klar, ist nicht immer so einfach. Gutes Einleben trotzdem wünsche ich Dir! Es dauert eine Weile, bis man wieder klarkommt. Und auch die Vorteile in unserem Land wieder sieht ;-)

LG Karla

sedna
15.08.2007, 08:47
Ich hab auch längere Zeit im Ausland verbracht, in Frankreich und Island.
Ich finde die Hektik und die Unfreundlichkeit hier furchtbar. Mein Schlüsselerlebnis war, als ich gerade aus Island wieder da war, beim Bäcker war und danach wieder ausgeparkt hab. Ich war nicht schnell genug, eine Frau hinter mir musste etwa 10 sek warten bis sie weiterfahren konnte, und hat richtig sauer angefangen zu gestikulieren. Da hats mir gleich mal gelangt.

Vorgestern bei Ikea: Meine Mama und ich waren zusammen einkaufen, bei der Kasse habe ich einen Artikel aufs Band gelegt, ohne zu sehen, dass noch ein älteres Paar vor mir dran war. Die hat dann auch gleich angefangen zu keifen, als meine Ma meinte "Das kann man aber auch freundlicher sagen", gings erst recht los. Manchmal frage ich mich, sind die Deutschen einfach grundsätzlich schlecht drauf oder einfach total schnell genervt??

Inaktiver User
15.08.2007, 08:59
Also ich werde beim Einkaufen immer freundlich und mit einem Lächeln begrüßt. Es liegt auch an einem selbst, nicht immer nur an den Anderen.

Und Rundumschläge gegen eine ganze Nation liebe ich ja besonders... *Augenroll*

Besonders bei Expatriots fällt mir immer wieder auf, dass sie wohl ihre Entscheidung dadurch rechtfertigen müssen, dass sie ihr Herkunftsland möglichst schlecht machen. Nervig.

Opelius
15.08.2007, 09:14
Ich denke, unhöfliche Leute gibt es überall auf der Welt. In Deutschland gibt außerdem starke regionale Unterschiede. Für einen wie mich, der sein Leben im wesentlichen in Norddeutschland verbracht hat, ist die Plappersucht der Frankfurter und Rheinländer ein wirkliches Gräuel. Aber ich kann mir vorstellen, dass unsere distanzierter Umgang für viele Menschen als unfreundlich erscheint.

Nur in einem gebe ich den "Rückkehrern" recht, was sich bei uns auf den Straßen abspielt, erinnert eher an Bürgerkrieg als an Miteinanderauskommenwollen. Schon mein alter Fahrlehrer hat seine Fahrschüler immer wieder mit seinem Spruch erheitert: Auf der Hälfte aller deutschen Grabsteine müßte stehen "Aber ich hatte Vorfahrt!".

Inaktiver User
15.08.2007, 09:15
Ich denke, unhöfliche Leute gibt es überall auf der Welt. In Deutschland gibt außerdem starke regionale Unterschiede. Für einen wie mich, der sein Leben im wesentlichen in Norddeutschland verbracht hat, ist die Plappersucht der Frankfurter und Rheinländer ein wirkliches Gräuel. Aber ich kann mir vorstellen, dass unsere distanzierter Umgang für viele Menschen als unfreundlich erscheint.



Hihi, das geht mir ganz genauso. :smirksmile:

Twinkie
15.08.2007, 09:46
ja, da hat Inka schon recht-es liegt gemeinhein an beiden Seiten. Aber ich muss sagen dass ich sehr freundlich bin, da ich das einfach gewöhnt bin. Es ist sehr roh und eine der schlimmsten Unsitten in Nordamerika unhöflich zu sein. Damit macht man sich keine Freunde und gilt ganz schnell als nucht nett. Wenn ich also einkaufen gehe sage ich Guten Tag zur Verkäuferin und schicke ein Lächeln hinterher- schon dass irritiert so manchen an der Kasse. Als Antwort bekomme ich meisten ein gegrunztes Morgen bzw.Tag. Das nervt mich. Des weiteren sage ich in der Regel sowas wie "Bitteschön" wenn ich der Kassierin das Geld gebe. Darauf gibts dann aber schon gar keine Antwort mehr. Und während ich daran gewöhnt bin, dass die Verkäuferin mir als Kunden noch einen schönen Tag wünscht wenn ich den Laden verlasse, muss ich das in Deutschland dann schon selber machen.

Ich kann dieses muffelige, verkniffene Verhalten nicht mehr leiden. Traurigerweise werden manche Leute argwöhnisch wenn jemand freundlich ist- schlimm.

Alemanita
15.08.2007, 09:47
Na, da warst du noch nicht in Spanien. :)

Ich bin immer wieder überrascht wie freundlich die Deutschen sind, wenn ich da hinkomme.

Es gibt solche und solche, aber insgesamt finde ich die Deutschen netter - gerade in Restaurants und Geschäften. Liegt sicher an dem fehlgenden Trinkgeld (Kellner) und der mangelnden Ausbildung (meist ungelernte Kräfte, verdienen ca. 600 Euro). Für die stand "Freundlichkeit" nicht auf der Aufgabenliste...

Inaktiver User
15.08.2007, 09:58
Gerade bezüglcih Nordamerika: ja, das ist ein Kulturschock.
Ich könnt drüben immer heulen, wie nett (fremde) Leute zu mir in USA sind... sowas bin ich gar nciht gewohnt.

Autofahren liegt m.E. am Geschwindigkeitslimit, der hohen Spurenanzahl und dem speed control - wenn du diese drei Sachen hast, kannst du gar nciht drängeln müssen, weil's eh nichts bringt. Hier dagegen Chaos.

Reg dich nicht auf, hier sind sie halt so....

Inaktiver User
15.08.2007, 09:58
Ich bin je zur Hälfte irischer und belgischer Herkunft und habe die deutsche Staatsangehörigkeit.
Warum ? Weil ich gerne deutscher bin.

Muffelige, unfreundliche und rücksichtslose Menschen findet man überall. Die nüchterne und manchmal geschäftsmäßige Art mancher Deutscher wirkt vielleicht kalt. Wobei es da auch, wie schon erwähnt regionale Unterschiede gibt. Aber eins steht auch fest, in Deutschland gelten Zusagen im allgemeinen mehr.
Die superfreundliche Art insbesondere der US-Amerikaner ist auch eine Oberflächlichkeit und oft nur aufgesetzt.

Meine Erfahrung ist, eine Vertrag in Deutschland gilt, in den USA ist eroft das Papier nicht wert auf dem er steht. Und an Rechthaberei stehen andere Völker den Deutschen m.E. in nichts nach.
Gerade während der WM letzten Jahres hat sich Deutschland doch als ein super Gastgeber gezeigt.

Es gibt keinen Grund sich selbst und sein Land selbst so niederzumachen.

:blumengabe:

Inaktiver User
15.08.2007, 10:04
ja, da hat Inka schon recht-es liegt gemeinhein an beiden Seiten. Aber ich muss sagen dass ich sehr freundlich bin, da ich das einfach gewöhnt bin. Es ist sehr roh und eine der schlimmsten Unsitten in Nordamerika unhöflich zu sein. Damit macht man sich keine Freunde und gilt ganz schnell als nucht nett. Wenn ich also einkaufen gehe sage ich Guten Tag zur Verkäuferin und schicke ein Lächeln hinterher- schon dass irritiert so manchen an der Kasse. Als Antwort bekomme ich meisten ein gegrunztes Morgen bzw.Tag. Das nervt mich. Des weiteren sage ich in der Regel sowas wie "Bitteschön" wenn ich der Kassierin das Geld gebe. Darauf gibts dann aber schon gar keine Antwort mehr. Und während ich daran gewöhnt bin, dass die Verkäuferin mir als Kunden noch einen schönen Tag wünscht wenn ich den Laden verlasse, muss ich das in Deutschland dann schon selber machen.

Ich kann dieses muffelige, verkniffene Verhalten nicht mehr leiden. Traurigerweise werden manche Leute argwöhnisch wenn jemand freundlich ist- schlimm.

Das kann ich für hier nicht bestätigen. Man wird begrüßt und mit einem netten Wunsch verabschiedet.

Tahnee
15.08.2007, 10:45
Also ich finde, daß Deutsche nicht unfreundlicher oder freundlicher sind als andere.

Tahnee
15.08.2007, 10:46
Ich denke, unhöfliche Leute gibt es überall auf der Welt. In Deutschland gibt außerdem starke regionale Unterschiede. Für einen wie mich, der sein Leben im wesentlichen in Norddeutschland verbracht hat, ist die Plappersucht der Frankfurter und Rheinländer ein wirkliches Gräuel. Aber ich kann mir vorstellen, dass unsere distanzierter Umgang für viele Menschen als unfreundlich erscheint.

:allesok: :allesok: :allesok:

C-Bird
15.08.2007, 10:52
Verdammt, ich bin Deutscher und ich bin extrem freundlich!

Immer diese Sch...* Vorurteile das wir Deutschen das nicht könnten. Pah! Was andere können ... "Die" können doch alle nur besser schleimen! Wenn mir einer sagt ich wäre unfreundlich, der schließt besser 'ne Lebensversicherung ab!

Scherz bei Seite - mir fällt es auch sehr häufig auf das man grundlegende Umgangsformen einfach vergisst, oder vielleicht gar nichts mehr davon hält. Bedauerlich, wo ein Lächeln und ein freundlich gesagtes "Guten Tag" oder "Vielen Dank" doch auch dem Gegenüber ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können.

Es kann so angenehm sein wenn andere Menschen auf freundliche Behandlung reagieren...

Inaktiver User
15.08.2007, 10:52
Hallo,
zuerst, Die Deutschen! Das kann ich schon mal gar nicht ab !!
In jedem Land gibt es Menschen, die keine Manieren,oder ähnliches gelernt haben, ich lebe seid 14 jahren in den Niederlanden, hier gibt es freundliche,und unfreundliche, deswegen sind nicht alle so !
Franzosen sind sehr Stolz auf ihre Spache, einige weigern sich Englisch zu sprechen,ist das nicht auch eine unhöfliche form ?
Menschen sind verschieden, wir in Europa! Leben wie es uns gefällt,und erwartungen nicht zu hoch setzen, man sollte ab und an in den Spiegel schauen, und darüber nachdenken ob es nicht vieleicht auch an mir selbst liegt !
Wenn ich in meiner Heimat bin, fühle ich mich Pudelwohl,und wenn ich meine Supermärkte abklappere, werde ich AUCH freundlich bedient.
Liebe Grüsse ILONKA.:liebe:

Fender
15.08.2007, 10:56
Also ich werde beim Einkaufen immer freundlich und mit einem Lächeln begrüßt. Es liegt auch an einem selbst, nicht immer nur an den Anderen.

Och... Oft liegt's aber doch an den anderen. Ich z.B. habe nie schlechte Laune, bin immer freundlich. Laut Aussage meiner Frau eben "ein echter Sonnenschein".
Und manchmal kommt's mir so vor, als ob viele Menschen in Deutschland bereits davon genervt sind und umso mehr schlechte Laune verbreiten wollen.


Und Rundumschläge gegen eine ganze Nation liebe ich ja besonders... *Augenroll*

Ich mag das eigentlich auch nicht. Aber in dem Fall stimmt's leider oft schon...


Besonders bei Expatriots fällt mir immer wieder auf, dass sie wohl ihre Entscheidung dadurch rechtfertigen müssen, dass sie ihr Herkunftsland möglichst schlecht machen. Nervig.

Ich bin kein Expat, und macnhmal reicht's ja schon, wo im Urlaub gewesen zu sein... Ich erinnere mich gern an den letzten Interkontinentalflug, wo alle Reisenden eigentlich recht entspannt am Flughafen ankamen - und dann durch die Zollkontrolle mussten... Keine Ahnung, was den Jungs da über die Leber gelaufen war. Jedenfalls sagte einer der Uniformierten auch irgendwas ziemlich unfreundliches, und plötzlich tönte es vernehmlich von hinten aus der Warteschlange "Willkommen zurück in Deutschland!"
:freches grinsen:
Das Gelächter war groß, die schlechte Laune der Zolljungs wurde womöglich noch größer, aber das machte uns dann schon nichts mehr aus...
:freches grinsen:

Blondine
15.08.2007, 10:57
Richtig, freundliche und unfreundliche Menschen gibt es überall auf der Welt ... aber ich habe auch schon im Urlaub immer wieder die Erfahrung gemacht, woanders sind Servicekräfte von einer professionelleren Freundlichkeit!

Ob jetzt im England im indischen Supermarkt oder in den USA oder in den Emiraten ... überall waren die Leute wesentlich hilfsbereiter und pflegten einem mit freundlichen Phrasen zu begegegnen.. und vieles davon war echt herzlich und nicht nur Routine!!! Doch, mir ist es auch schon aufgefallen, gerade in so Alltagssituationen, so ruppig und hart wie bei uns, geht es nicht überall zu!!!

Hier hat mich noch kein Lebensmittelhänler gehoneyt und gedarlingt ... als mir das zum 1. mal passiert ist, dachte ich noch "na hoppla" und wollte losrüffeln, weil das war mir dann doch too much ... aber, dann hab ichs gelassen, und es ist mir weltweit dann noch öfter beim Einkaufen passiert, nur hier noch nie, nicht mal ansatzweise!!!!

Gruß, B.

Inaktiver User
15.08.2007, 11:04
Wie es in den Wald hineinruft...

Manchmal ist das auch so - da muffelt man vor sich hin und wird entsprechend muffelig behandelt. Gehe ich lächelnd auf jemanden zu der böse guckt, ändet sich sein Ausdruck sofort!

Das in anderen Ländern die Leute im Service so freundlich sind, ja fast schon dienern, liegt auch daran, das es dort häufig nur einen Grundlohn gibt und der Rest mit Trinkgeld erhört wird. Wer nicht freundlich, nicht serviceorientiert ist bekommt kein Trinkgeld.

In Beirut fiel es mir extrem auf - 5 Kellner um einen Tisch?
Luxus pur - leider ist das heute in Beirut ja etwas anders - vor 5 Jahren gings dem Land gerade wieder gut.

Ich mag auch keine Verallgemeinerungen, es sind ja auch nicht alle Franzosen die kein englisch sprechen wollen. Und dann ist es wohl auch besser wenn sie es nicht sprechen - habt ihr schon mal in Frankreich mit einem Franzosen englisch gesprochen? *grusel* *g*

Ich erlebe sehr selten Unfreundlichkeit - weil ich freundlich auf die Menschen zugehen - und das in Bremen! Wo wir Bremer doch alle so stur sind :freches grinsen: :zwinker:

Inaktiver User
15.08.2007, 11:15
Aus Dietmar Schwanitz : BILDUNG :

"Regel Nr. 1 für Deutsche um nicht unangenehm duch schlechte Manieren aufzufallen :

"Erhöhe im Umgang mit Ausländern die Dosierung von Liebeswürdigkeiten in deinem Verhalten um das Vielfache bis zu dem Punkt, an dem du es wahnsinnig übertrieben hältst. Erst dann findet dein Gesprächspartner es normal.."

:-))

Der kultivierte Ausländer ist wirklich oft etwas erstaunt über die Unhöflichkeit, die der Deutschländer ja gar nicht selbst fühlt..

Und ich spüre in mir ein kleines amüsiertes Glucksen, wenn ich hier gerade von Usern lese, die mir als schroff und unhöflich auffielen und andere, die ich besonders höflich fand ( huhu MauriceB.: gerne hätte ich es gehabt, dass Du das Deutschenbild hättest schönen können, aber nun schriebst Du von Deiner Herkunft : und ich sehe wieder manches bestätigt )

Es gibt auch hier in D. äußerst höfliche Menschen..aber " Kultur " ist das hier nicht im Lande derer , die im Kulturbeutel eben Zahnpasta und Nagelschere haben :-)))

Inaktiver User
15.08.2007, 11:19
Deutschland ist groß und auch hier gibt es schon beeindruckende Unterschiede.

Ich wohne in NRW und bin ursprünglich eine Badnerin.
Dies soll keine Verallgemeinerung sein, schließlich ist jeder Mensch anders. Jedoch fiel mir gerade jetzt auf, dass es schon ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Regionen gibt.
In Karlsruhe angekommen, fühlte ich mich wirklich im "Süden" Deutschlands. Alles war plötzlich eine Spur sonniger und lebendiger.

In Norden sind die Menschen aus meiner Sicht doch etwas mehr in sich gekehrt und wirken dadurch nach außen eher muffig und unfreundlich. Auf Freundlichkeit wird hier sehr erstaunt reagiert, manchmal fühle ich mich hier wie ein Alien.

Jo68
15.08.2007, 11:30
Ich wollte auch gerade die Unterschiedlichkeit der Regionen betonen. Wo bist Du denn, Twinkie?

Hier, wo ich wohne (im Südwesten), ist es schon immer normal, dass Verkäuferinnen einem einen schönen Tag wünschen und gern noch ein bisschen Smalltalk halten.

Als ich Opelius' Posting gelesen habe, musste ich grinsen, denn im Rheinland fühle ich mich wohl, während ich mir im Norden oft bewusst sagen muss "die meinen das nicht böse, das ist deren Variante von Höflichkeit".

Was aber tatsächlich allgemein in Deutschland furchtbar ist, ist der Verkehr - Nach einem Semester in England (mit Auto) ist es mir das erste Mal so richtig aufgefallen. Auf der Insel war das Autofahren viiiiel entspannter, hier herrscht echt Krieg auf den Straßen - Grauenhaft.

Ach und noch was: Die viel gelobte amerikanische Freundlichkeit fand ich persönlich schrecklich. Mir ging dieses Getue tierisch auf die Nerven. Irgendwann habe ich auf "you're very welcome" allergisch reagiert ... Ist halt auch Geschmackssache, aber mir war's einfach zu viel des Guten.

Fender
15.08.2007, 13:37
Und ich spüre in mir ein kleines amüsiertes Glucksen, wenn ich hier gerade von Usern lese, die mir als schroff und unhöflich auffielen

Och, da würde ich mir jetzt keinen Kopf drüber machen.

In Diskussionen fallen uns oftmals diejenigen als besonders unfreundlich/unhöflich auf, welche eine andere Meinung vertreten als die unsere, selbst wenn diese mit ausgesuchter Höflichkeit/Sachlichkeit/Freundlichkeit vorgetragen wird.
Im Gegenzug solidarisieren wir uns oft mit Menschen (und finden sie höflich/freundlich), die unsere Meinung haben, selbst wenn sie andere Diskussionsteilnehmer aggressiv und offensiv angehen.

Das potenziert sich in Online-Foren ja durch die fehlende Körpersprache noch.

Inaktiver User
15.08.2007, 13:56
In Diskussionen fallen uns oftmals diejenigen als besonders unfreundlich/unhöflich auf, welche eine andere Meinung vertreten als die unsere, selbst wenn diese mit ausgesuchter Höflichkeit/Sachlichkeit/Freundlichkeit vorgetragen wird.
Im Gegenzug solidarisieren wir uns oft mit Menschen (und finden sie höflich/freundlich), die unsere Meinung haben, selbst wenn sie andere Diskussionsteilnehmer aggressiv und offensiv angehen.

Wer ist uns und wir? :freches grinsen:

Vielleicht solltest du doch lieber mal nur für dich sprechen....:freches grinsen:

Inaktiver User
15.08.2007, 14:25
Och, da würde ich mir jetzt keinen Kopf drüber machen.

In Diskussionen fallen uns oftmals diejenigen als besonders unfreundlich/unhöflich auf, welche eine andere Meinung vertreten als die unsere, selbst wenn diese mit ausgesuchter Höflichkeit/Sachlichkeit/Freundlichkeit vorgetragen wird.
Im Gegenzug solidarisieren wir uns oft mit Menschen (und finden sie höflich/freundlich), die unsere Meinung haben, selbst wenn sie andere Diskussionsteilnehmer aggressiv und offensiv angehen.

Das potenziert sich in Online-Foren ja durch die fehlende Körpersprache noch.

natürlich stimmt das, aber dennoch ist es sicher nicht nur so..

wenn man hier lange schon angemeldet ist, hat man völlig unabhängig von der dargelegten Meinung doch auch einen kleinen Einblick in die Art wie Menschen mit anderen mit Worten , hier getippten umgehen.. Mancher auch mit dem nassen Feidel ins Gesicht.. ;-))))

Ja, mancher hat eine sehr schroffe Art, die vielleicht als nette persönliche Eigenheit gelten soll, ich mir aber vorstellen kann, dass
genau eine solche Art wirklich im Ausland auf größtes Unverständnis stößt..

Ich zitierte hier Dietrich Schwanitz und ich glaube, dass er im Kern Recht hat..

Ich selbst fühle mich, die sich eigentlich für einen freundlich höflichen Menschen hält ;-).. in Gesprächen mit Briten und Australiern doch etwas ungelenk :-)) weil deren mir überbordend erscheinende, aber gar nicht unangenehm anmutende Freundlichkeit und Höflichkeit, offene Neugierde und Interesse am Gegenüber, mir für mich ! unnatürlich und übertrieben und FREMD escheint..Ich selbst das aber nicht als unangenehm empfinde. Im Gegenteil eigentlich : da ich eher auch ein Zusammenzucker im Alltag bin, wenn der Deutschlander meint mal eben so was hinrotzen *pardon -aber genau so empfinde ich es * zu müssen, was er noch für höflich hält..

Blaffen, kurz angebunden, wenns nicht grad das Eigengewächs, Gatte oder Anverwandte odere Vorgesetzter ist : der Fremde, der einfach ein wenig respektlos behandelt wird..Angerempelt..wortlos..egozentrisch..ausgrenz end..hauptsächlich aber ignorant und indifferent..

Ich finde selbst Floskeln hilfreich um zu Vergegenwärtigen : da ist ein MENSCH..und nicht ein Etwas, das irgendwie zu stören scheint..

Ja, ich gebe zu : Ich bin ein Weichei : ich leide manchmal unter der ihm angeborenen " Natürlichkeit des Deutschländers..obwohl ja hier auch höfliche wohnen..

Der Deutsche ;-).. verwechselt Freundlichkeit oft noch mit jovialer Vertraulichkeit und Distanzlosigkeit, die er wohl befürchtet : es kennt wohl oft das was dazwischen ist nicht..den Zwischenraum zwischen Vertraulichkeit, die nur unter " guten Bekannten " gepflegt wird und der Distanzlosigkeit...

Und es gibt recht viel dazwischen..etwas mehr davon wünsche ich mir im Alltag : und jajaja : Nicht alle sind so , aber es ist auch keine üble Nachrede : der Deutsche an sich , hat sie oft noch nicht so raus.. : die Zwischentöne zwischen Ignoranz und jovialer Vertraulichkeit..

Fender
15.08.2007, 14:57
Ich selbst fühle mich, die sich eigentlich für einen freundlich höflichen Menschen hält ;-).. in Gesprächen mit Briten und Australiern doch etwas ungelenk :-)) weil deren mir überbordend erscheinende, aber gar nicht unangenehm anmutende Freundlichkeit und Höflichkeit, offene Neugierde und Interesse am Gegenüber, mir für mich ! unnatürlich und übertrieben und FREMD escheint..Ich selbst das aber nicht als unangenehm empfinde. Im Gegenteil eigentlich : da ich eher auch ein Zusammenzucker im Alltag bin, wenn der Deutschlander meint mal eben so was hinrotzen *pardon -aber genau so empfinde ich es * zu müssen, was er noch für höflich hält..

Blaffen, kurz angebunden, wenns nicht grad das Eigengewächs, Gatte oder Anverwandte odere Vorgesetzter ist : der Fremde, der einfach ein wenig respektlos behandelt wird..Angerempelt..wortlos..egozentrisch..ausgrenz end..hauptsächlich aber ignorant und indifferent..

Ich finde selbst Floskeln hilfreich um zu Vergegenwärtigen : da ist ein MENSCH..und nicht ein Etwas, das irgendwie zu stören scheint..

Genau das ist der Punkt. "Der Engländer" :freches grinsen: entschuldigt sich bei mir auf der Straße, wenn ich ihn (versehentlich natürlich!) angerempelt habe.
Hier bekomme ich ein "Pass doch auf, Idiot!"
:zwinker:

Und natürlich ist das eine Floskel des angerempelten Engländers, er weiß ja ganz genau, dass ich es war, der nicht aufgepasst hat. Aber er lässt mir mein Gesicht - und wir gehen friedlich auseinander. Schöne Sache eigentlich...

Lilith
15.08.2007, 15:41
Deutsche unhöflich?

So ein Quatsch!

:cool:

Lilith
15.08.2007, 15:43
In Norden sind die Menschen aus meiner Sicht doch etwas mehr in sich gekehrt und wirken dadurch nach außen eher muffig und unfreundlich. Auf Freundlichkeit wird hier sehr erstaunt reagiert, manchmal fühle ich mich hier wie ein Alien.
Seltsam. Wenn ich Besuch aus Süddeutschland bekomme -lebe zur Zeit in Hamburg- ist dieser immer sehr erstaunt und erfreut darüber, wie nett die Menschen, gerade im Dienstleistungsbereich, hier sind.

Regenwurm
15.08.2007, 15:51
Bei meinen zweimaligen Besuchen in Deutschland pro Jahr kann ich nicht nicht beklagen. Überall höre ich Bitte, Danke, Guten Tag, Schönes Wetter heute nicht war, etc. Ich finde Passanten, Nachbarn und Verkäufer hier in Norddeutschland sehr nett und höflich (ein paar Griesgrame gibt’s natürlich auch).

Und obwohl ich mir hier in England auch schon unbewusst angwöhnt habe mich zu entschuldigen, wenn mir jemand auf den Fuss tritt, finde ich jedoch die Frage „Hello, how are you today?“ mehr und mehr nervig, wenn ich doch nur meine 3 Sachen an der Schnellkasse bezahlen will.

Inaktiver User
15.08.2007, 15:52
Die superfreundliche Art insbesondere der US-Amerikaner ist auch eine Oberflächlichkeit und oft nur aufgesetzt.

Das stimmt mit Sicherheit - ist mir aber egal.
Ich will, wenn ich in einen Laden gehe und dort mein Geld lasse, z.B. begrüßt und verabschiedet werden. Ich will, dass sich die Verkäuferinnen um mich kümmern (oder zumindest bei Fragen reagieren).
Ob sie das nun machen, weil's in der Betriebsrichtlinie steht, weil sie's in der Morgen-Motivation gehört haben oder weil sie ein sonniges Gemüt haben, ist mir relativ wurscht.

Mirage
15.08.2007, 15:58
:wie?: Bin mal wieder in Deutschland nach einiger Zeit in Kanada- und mir fällt ganz arg auf wie unfreundlich manche Leute hier sind. Vor allem beim Einkaufen könnte ich manchmal anfangen zu weinen, da ist nicht mal ein "Guten Tag" von der Verkäuferin drin! Drängeln, Schubsen, böse Blicke auch Standard, denke da so an Bushaltestellen und Warteschlangen. Auch Autofahren ist in CDA wesentlich entspannter, so ohne Gedrängel, Schneiden und Gehupe.
Ist das jetzt so ein Kulturschock-Ding? Oder kommt das auch anderen so vor?!? Vielleicht ist das auch einfach Mentalität, aber selbst als ich noch hier gelebt hab war ich - glaub ich zumindestens- nicht so unfreundlich und grantig.

Hallo Twinkie,
ich erlebe das ganz ähnlich wie du. Hier in Frankreich ist es einfach normal, dass man sich Guten Tag sagt und bedankt, egal ob man im Haus (auch großen Mietshäusern) am Nachbarn vorbeigeht, jemanden völlig Unbekannten auf irgendeinem Behördernflur begegnet oder einer Verkäuferin seinen Kram aufs Band legt.
Und das ist in Deutschland nicht Usus, ganz allgemein, auch wenn es sicher "höflichere" Deutsche als andere gibt. Ich bin hier am Anfang ziemlich oft angeeckt und wurde gerne mal ganz explizit mit BONJOUR Madame darauf aufmerksam gemacht worden.
Ich will damit übrigens überhaupt nicht sagen, dass Deutsche oder Deutschland irgendwie ganz allgemein blöd sind, nur ein höfliches Völklein sind die Deutschen wirklich nicht. Das erlebt man vielleicht aber auch erst dann, wenn man mal was anderes gesehen hat.

Inaktiver User
15.08.2007, 16:03
Das stimmt mit Sicherheit - ist mir aber egal.
Ich will, wenn ich in einen Laden gehe und dort mein Geld lasse, z.B. begrüßt und verabschiedet werden. Ich will, dass sich die Verkäuferinnen um mich kümmern (oder zumindest bei Fragen reagieren).
Ob sie das nun machen, weil's in der Betriebsrichtlinie steht, weil sie's in der Morgen-Motivation gehört haben oder weil sie ein sonniges Gemüt haben, ist mir relativ wurscht.

Das ist hier aber auch der Normalfall.
Ich habe es hier, im Rheinland, noch nie anders erlebt. Tut mir leid.

Besonders Polizisten sind nach meiner Erfahrung nirgendwo so freundlich und hilfsbereit wie in Deutschland.

Inaktiver User
15.08.2007, 16:15
Das ist hier aber auch der Normalfall.
Ich habe es hier, im Rheinland, noch nie anders erlebt. Tut mir leid.

Besonders Polizisten sind nach meiner Erfahrung nirgendwo so freundlich und hilfsbereit wie in Deutschland.

Ich habe einmal , dereinst jung und dumm , den Fehler begangen und mich an einen Polististen gewandt, weil mir ein rüpelhafter Typ die Parklücke geklaut hat und mich dann blöde Idiotin etc etc beschimpft hat, der Schnauzbartträger hat mich behandelt wie : eine blöde Idiotin ;-))..

Als Studentin wurde mir in einer fremden Stadt die Handtasdche geklaut, ich damals, jung und dumm ;-)..weinte..der Schnauzbarttyp auf der Wache sagte dann wirklich :"Papi kauft neu..Mädelchen "entließ mich ohne einen Groschen zum Telephonieren, die ich mir dann erbetteln durfte, um wirklich "Papi "anzurufen, der dann nämlich das Lenkradschloss von meinem R4 aufbrechen musste..denn einen Schlüssel hatte ich ja nicht..

Der Freund der Freundin meiner Tochter wurde als er mit ihr an der Haltestelle stand von einem Betrunkenen geschlagen und genötigt, das Mädel rief bei der Wache an :" Wir ham keinen Wagen frei.." war die Antwort..Zu Fuß gingen sie dann blutend selbst dorthin, nachdem der Schläger nochmal zugeschlagen hatte..

Nein, diese Schnauzbarträger in Khakigrün hier sind oft Machos und behandeln gerade Frauen wie dumme Gören.. Höflich ist was anderes..

Nun ja : aber bei Verkehrskontrollen drückt Machoman in Khakigrün dann mal gerne ein Auge zu, wenn ihm das Auge und etc. der Mädels gefällt.. hat auch Vorteile ja.. aber toll finde ich die meisten nicht..

So..:lachen:

Das wollte ich immer schonmal loswerden..

Inaktiver User
15.08.2007, 16:17
Ich habe einmal , dereinst jung und dumm , den Fehler begangen und mich an einen Polististen gewandt, weil mir ein rüpelhafter Typ die Parklücke geklaut hat und mich dann blöde Idiotin etc etc beschimpft hat, der Schnauzbartträger hat mich behandelt wie : eine blöde Idiotin ;-))..

Als Studentin wurde mir in einer fremden Stadt die Handtasdche geklaut, ich damals, jung und dumm ;-)..weinte..der Schnauzbarttyp auf der Wache sagte dann wirklich :"Papi kauft neu..Mädelchen "entließ mich ohne einen Groschen zum Telephonieren, die ich mir dann erbetteln durfte, um wirklich "Papi "anzurufen, der dann nämlich das Lenkradschloss von meinem R4 aufbrechen musste..denn einen Schlüssel hatte ich ja nicht..

Der Freund der Freundin meiner Tochter wurde als er mit ihr an der Haltestelle stand von einem Betrunkenen geschlagen und genötigt, das Mädel rief bei der Wache an :" Wir ham keinen Wagen frei.." war die Antwort..Zu Fuß gingen sie dann blutend selbst dorthin, nachdem der Schläger nochmal zugeschlagen hatte..

Nein, diese Schnauzbarträger in Khakigrün hier sind oft Machos und behandeln gerade Frauen wie dumme Gören.. Höflich ist was anderes..

Nun ja : aber bei Verkehrskontrollen drückt Machoman in Khakigrün dann mal gerne ein Auge zu, wenn ihm das Auge und etc. der Mädels gefällt.. hat auch Vorteile ja.. aber toll finde ich die meisten nicht..

So..:lachen:

Das wollte ich immer schonmal loswerden..

Dann sprich mal einen franz. Gendarm an oder einen NYPD-Beamten.

Never ever.

Inaktiver User
15.08.2007, 16:23
Dann sprich mal einen franz. Gendarm an oder einen NYPD-Beamten.

Never ever.

.. ja die französischen können schlimm sein : ich erlebte in der Metro z. B.schockierendes..nur weil ein junger Typ die Fußspitze an einem Sitz hatte..

Aber höflich wurde mir immer geholfen, mit freundlicher Distanziertheit, die ich angenehm fand.

Ich möchte auch gar nix wertend gegeneinander setzen, ich denke einfach, dass es einfach so ist : mancher Deutsche tut sich schwer mit der Balance der Vertraulichkeit und freundlich höflicher Distanzietheit, die das Miteinander aber angenehmer machen kann..angenehmer als mit ignoranter indifferenten Lässigkeit..die mancher noch für " ehrlich " hält..

Tabea
15.08.2007, 16:27
Hier, wo ich wohne (im Südwesten), ist es schon immer normal, dass Verkäuferinnen einem einen schönen Tag wünschen und gern noch ein bisschen Smalltalk halten.
Ich behaupte mal, das hat nichts (oder wenig) mit der Region zu tun, sondern mit dem Laden, in dem ich einkaufe. Gehe ich zur Bäckerei und es steht niemand hinter mir, dann wird noch ein bissel über´s Wetter und den anstehehnden Urlaub geschwätzt. Stehe ich beim Aldi an der Kasse und hinter mir noch ungefähr 145 andere, dann hat die Kassierin außer einem "guten Tag!" am Anfang und dem "Karte oder bar?" am Ende natürlich nichts für mich übrig - das sehe ich aber nicht als Unfreundlichkeit.

Ich denke auch, es hat was mit dem Wald zu tun, in den man hineinruft.

Und manchmal kann es helfen, wenn jemand sehr unfreundlich ist, diesen einfach mal darauf aufmerksam zu machen...

Tabea

Feinsinn
15.08.2007, 16:39
Das ist schon was dran Twinkie. War gerade wieder einige Wochen in Kanada (B.C. und Alberta) und die Umstellung merke ich schon. Vor allem
beim Auto fahren. Beim Einkaufen ist es unterschiedlich.
Manche Firmen / Geschäfte haben ihr Personal wohl angeleitet,
höflich zu sein. In Kanada kam es mir oft zu aufgesetzt
höflich rüber in den Geschäften.

In den Bussen war es letztes
Jahr wirklich sehr entspannt und keiner drängelte, die Busfahrer
waren hilfsbereit, im Bus wurde gelacht und untereinander
gesprochen. Der Nebensitzer hat einen meist nicht aufdringlich
angesprochen. Wetter ist ja ein gutes Einstiegsthema, ob jung
ob alt - es gab dann für die Busfahrt meist gute Gespräche.
In einem gemütlichen Cafe sprach mich eine Dame an wegen
meiner Tasche, wegen der Tasche wurde ich schon letztes
Jahr in Kanada oft angesprochen. Dann kam ihr Mann dazu und
schon war ein lockeres Gespräch da. In einem Bus-Taxi
saßen Mutter und Tochter und ich einige Sitze weiter vorne.
Sie sagten mir, dass ihnen meine Jacke gefalle. Weiß nicht, ob
das Zufall war, aber vielleicht sind so kleine Nettigkeiten
am Anfang ganz gut, um ein Gespräch mit Fremden zu
beginnen.

Wir waren letztes Jahr in Vancouver im Bus, der von der
Fähre kam und da sahen wir einen Mann mit einer tollen
Tasche und er wurde angesprochen und erzählt uns
von Peru und seinen Reisen und der Tasche und es war
entspannt.

In einem vollbesetzten Bus letztes Jahr berührte ich eine
Kanadierin, die sofort nett reagiert und mir begeistert von
der Fussball WM in Deutschland berichtete und ihren
Besuch als Solarspezialistin.

Ich habe noch nie so viele Elektrorollstühle auf einem
Fleck gesehen wie in Victoria. Mechanische Rollstühle
gab es dort im Stadtbild garnicht. In den Bussen kommen die
problemlos rein mit Elektrorampen und auch Kinderwägen.
Hilfsbereitschaft ist riesengroß.

Hab neulich bei Ehrensenf einen Beitrag gesehen, da
berichtete ein Deutscher, wie er auf Heimatbesuch war aus
Kanada und mit seiner Mutter bei Aldi einkaufte und die
Kassiererin fragte: Wo sind Sie die letzten zwei Jahre gewesen,
im Knast oder was...?

hier mal reinhören:

http://www.ehrensenf.de/2007/06/18/man-spricht-deutsch/?vid=flv



Sowas gibt es in Kanada nicht, da stehen freundlich lächelnd
zwei Verkäufer/innen am Ende, der / die eine packt ein, der
andere fragt: how are you today. Man antwortet: fine / good.

Dann kommt: you are welcome.

Beim Autofahren werde ich im Moment einige Deutsche
nerven, weil ich etwas ruhiger fahre in der Stadt, kanadisch
halt.

Tochter war neulich in Neapel. Dort sollte man alle roten
Ampeln ignorieren, weil es alle tun. Alles fährt kreuz und
quer und hupt. Ampeln sind nur Deko
dort. Hörte es auch von Sao Paolo so.

Ich habe mich nur einmal geärgert neulich in Kanada.
Wir waren in einem sehr schönen großen Campground
in den Rockies mit dem Wohnmobil und er war auch nicht
überfüllt und ging zu den sanitären Anlagen, die am nächsten
waren morgens, wir wollten bald weiterfahren. Es gab zwei
Duschen und dort war eine Kandierin mit zwei 14-15jährigen
Töchtern und duschte 30 Minuten, dann kam sie raus und
sah mich und ich habe nochmals 10 Minuten gewarten, bis
die zwei Teenager zum xtenmal die Brause angemacht hatten.
Hatte aber davor schon durch die Türe gefragt, ob es frei
wäre.
Derweil hatte man schon fast eine Vermisstenanzeige gemacht
wegen mir und mein Duschvorgang war dann 3 Minuten lang.

Sonst waren aber alle Duscher sehr rücksichtsvoll und
haben sich nicht wie zuhause gefühlt und zu lange geduscht.

In Deutschland habe ich bei manchen Dienstleistern das
Gefühl, mich zu entschuldigen müssen, weil ich sie anspreche.
So geschehen am Flughafen am frühen Morgen, wo kaum
jemand da war und zwei Beamte missmutig ihre Arbeit machten
und sich fast nicht bewegten, um meine Gepäckstücke
durchzuleuchten. Außer mir war weit und breit niemand um
9.30 h. Die Dame blieb sitzen und ihren Gesichtsausdruck
habe ich nicht vergessen. Ich muss sie wohl gestört haben
und ihren Kollegen auch.


Grüße nach Kanada

Feinsinn

Inaktiver User
15.08.2007, 16:48
Ich denke auch, es hat was mit dem Wald zu tun, in den man hineinruft.

Und manchmal kann es helfen, wenn jemand sehr unfreundlich ist, diesen einfach mal darauf aufmerksam zu machen...



Meistens halte ich den Mund und ärgere mich trotzdem.
Neulich beim TÜV: Kleines Büro zur Anmeldung, ich öffne die Tür, sage laut und vernehmlich und freundlich Guten Morgen, die Dame hinterm Thresen sagt - nichts.

Da sie mit dem Herrn, der gerade fertig war, sehr nett geschäkert hatte, wußte ich, dass sie nicht taubstaumm sein konnte.
Also - was tun in solchen Situationen?
Ich weiß es wirklich nicht! :smile:

Tabea
15.08.2007, 16:51
Also - was tun in solchen Situationen?
Ich weiß es wirklich nicht! :smile:
Je nachdem...

Neulich hat mir eine Frau gesagt, dass ihre Freundin mich für ziemlich überheblich halten würde, da ich sie ja nie grüßen würde - ich kann mich aber nicht an eine Situation erinnern, wo ich die besagte Dame nicht gegrüßt hätte - ich war wohl schlicht und ergreifend in Gedanken! Deshalb im o.g. Fall vielleicht einfach nochmal "guten Tag" sagen? Und wenn dann nichts kommt ein "na, schlechten Tag gehabt?" oder "na, schlecht geschlafen?" hinterherschieben...

Tabea :smirksmile:

Inaktiver User
15.08.2007, 18:09
Also ich werde beim Einkaufen immer freundlich und mit einem Lächeln begrüßt. Es liegt auch an einem selbst, nicht immer nur an den Anderen.

Und Rundumschläge gegen eine ganze Nation liebe ich ja besonders... *Augenroll*

Besonders bei Expatriots fällt mir immer wieder auf, dass sie wohl ihre Entscheidung dadurch rechtfertigen müssen, dass sie ihr Herkunftsland möglichst schlecht machen. Nervig.

Und das ist auch wieder eine Verallgemeinerung !! Ich lebe in Spanien und wenn ich Fragen gestellt bekomme wegen Deutschland, dann gebe ich immer Negatives, aber auch sehr viel Positives ueber mein Heimatland zum Besten. Ich war jetzt gerade erst 5 Tage daheim und man hat mir in fast allen Geschaeften einen schoenen Tag gewuenscht, ich schenke aber auch Fremden ein Laecheln, wenn mir danach ist ... ich bin in Aschaffenburg daheim und dort lebt ein froehlicher Schlag Menschen, hilfsbereit und offen.

Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht, dieses Mal in Deutschland.

Lunita

bonjour
15.08.2007, 18:50
Ich - als Französin - finde die Deutschen im allgemeinen sehr freundlich, es wird immer gegruesst und gelächelt und ich bin sehr gern und regelmässig in Deutschland..... ich habe eher Schlechtes über die Franzosen gehört, dass sie z.B. mit den Touristen ziemlich unfreundlich seien :knatsch:, auch von Leuten aus Südamerika gesagt.... schade, es ist immer sehr unangenehm, sowas über das eigene Land zu hören, zum Glück sind nicht alle so.....

Gruss,
bonjour :smile: :smile:

Asphaltblume
15.08.2007, 21:35
Berlin gilt ja gemeinhin als Hochburg der Ruppigkeit - aber in den Geschäften kenne ich es nicht anders, als dass die Kassiererinnen jeden Kunden grüßen, bitte und danke sagen, lächeln und meistens auch noch einen schönen Tag/Feierabend/Wochenende wünschen.
Und nur weil ich es natürlich auch immer mal erlebe, dass sich jemand kommentarlos an mir vorbeidrängelt, "pass doch uff wo de hintrittst" ranzt, wenn ich ihn anremple oder die lieben Nachbarn (übrigens aus Sachsen) generell nicht grüßen (auch nicht, wenn ich zuerst gegrüßt habe - was ich aufdringlicherweise immer tue), würde ich "die Deutschen" auch nicht generell als unhöflich bezeichnen.
Ja, wir sind meistens direkter als es anderswo üblich ist, aber das finde ich nicht eigentlich unhöflich.

xanidae
15.08.2007, 22:34
they must be germans, they never say please!

o-ton des barkeepers bei meinem ersten besuch in einem londoner pub. :freches grinsen:

Twinkie
15.08.2007, 23:15
Es ist ja um Gottes Willen nicht so dass ich hier ganz Deutschland niedermachen will... ist ja immerhin auch mein Land. Deutsche sind in der Regel sehr nette Leute, bloss ist das-um es mal vorsichtig auszudrücken- so auf den ersten Blick für Außenstehende wohl eher schwer zu erkennen. Was für uns angemessene Distanz ist wird vor allem von Amis als kühl und distanziert empfunden.

Diesen Unterschied kann allerdings nur derjenige erkennen der mal eine Zeit nicht hier war und auch mal andere Kulturen kennengelernt hat. Denn die eigene Definition von "höflich" muss nicht zwangsläufig die von Amerikanern, Spaniern oder Russen sein.

In einem der vorherigen Beiträge wurde gesagt dass diese amerikanische Art der Höflichkeit wohl doch eher aufgesetzt sei. Allerdings finde ich nicht dass es Heuchelei ist. Es geht mehr darum seinem Gegenüber ein gutes Gefühl zu geben. Es ist eine Art von Respekt: freundlich sein, auch wenn einem vielleicht nicht danach ist. Und das finde ich gut, denn nach einem Sch...tag im Büro ist man vielleicht grantig-das ist aber nicht die Schuld von den Leuten in der Straßenbahn oder der Warteschlange im Supermarkt. Das berühmt-berüchtigte "How are you doing?" wird Kindern in Nordamerika beigebracht wie Bitte und Danke. Gehört einfach dazu.

Karla48
15.08.2007, 23:18
Das stimmt mit Sicherheit - ist mir aber egal.
Ich will, wenn ich in einen Laden gehe und dort mein Geld lasse, z.B. begrüßt und verabschiedet werden. Ich will, dass sich die Verkäuferinnen um mich kümmern (oder zumindest bei Fragen reagieren).
Ob sie das nun machen, weil's in der Betriebsrichtlinie steht, weil sie's in der Morgen-Motivation gehört haben oder weil sie ein sonniges Gemüt haben, ist mir relativ wurscht.

:schild genau:

Wurscht. Richtig wurscht. Höflichkeit ist, wenn man nett ist, ohne daß man einen supertollen Tag hatte und ohne daß es einem selbst super geht.

Wo es unhöflich zugeht - kaufe ich früher oder später nicht mehr. Je nachdem, ob ich das substituieren kann. Ganz einfach.

Aber das kapiert der deutsche Handel ja nicht. Lieber leben sie mit völlig entnervten 400 Euro-Kräften, die einfach keine Lust mehr haben, als einen geschulten Menschen zu beschäftigen. Könnte ja die Gewinnmarge schmälern.

Die paar Euro mehr beim Einkauf bin ich mir wert, die Freundlichkeit und Höflichkeit kostet. Ich habe inzwischen gelernt, dass das auch auf Restaurants natürlch zutrifft. Entweder, wir gehen zu Bekannte, oder geben richtig Geld aus - oder ich koche selbst. Aber geschultes Personal ist durch nichts zu ersetzen!

Im übrigen kann ich denen, die meinen "wie es in den Wald hineinschallt..." nur sagen: Nee, ist so nicht. Selbst, wenn man freundlich ist und lächelt, wird manchmal nur gegrummelt. Viele Verkäuferinnen haben es nicht leicht. Aber - wer sagt, dass ich es leicht habe? Kann man nicht einfach nur nett sein (ok, wenn einen gerade rasende Kopfschmerzen plagen, ist das schwer...das würde ich wirklich verstehen...)

LG Karla

Marilie33
15.08.2007, 23:30
Ich bin je zur Hälfte irischer und belgischer Herkunft und habe die deutsche Staatsangehörigkeit.
Warum ? Weil ich gerne deutscher bin.

Muffelige, unfreundliche und rücksichtslose Menschen findet man überall. Die nüchterne und manchmal geschäftsmäßige Art mancher Deutscher wirkt vielleicht kalt. Wobei es da auch, wie schon erwähnt regionale Unterschiede gibt. Aber eins steht auch fest, in Deutschland gelten Zusagen im allgemeinen mehr.
Die superfreundliche Art insbesondere der US-Amerikaner ist auch eine Oberflächlichkeit und oft nur aufgesetzt.

Meine Erfahrung ist, eine Vertrag in Deutschland gilt, in den USA ist eroft das Papier nicht wert auf dem er steht. Und an Rechthaberei stehen andere Völker den Deutschen m.E. in nichts nach.
Gerade während der WM letzten Jahres hat sich Deutschland doch als ein super Gastgeber gezeigt.

Es gibt keinen Grund sich selbst und sein Land selbst so niederzumachen.

:blumengabe:

Dem kann ich mich nur anschliessen.

Ich habe selbst eine Weile in Nordamerika gelebt und hätte die Verkäuferinnen oftmals gerne, wegen ihrer schlecht aufgesetzten Freundlichkeit, vor das Schienbein getreten.

Mich nervt hier manchmal dieses oberkorrekt und sture, aber wo gibt es das nicht....

In Canada und Schweden, das sind wohl die mir bekannten Länder, in denen tatsächlich vieles liebenswerter und lockerer, ohne chaotisch zu werden , zu handeln ist.

Aber Deutschland ist gar nicht so übel, Du musst sie nur zu nehmen wissen, die Sauertöpfe.....:freches grinsen:

Es lebe 2006

Marilie

Inaktiver User
16.08.2007, 00:00
Hmmm...
Wenn ich mir die Beiträge hier so durchlese, frage ich mich, ob ich im selben Deutschland lebe.
Ja, es gibt sie, die unfreundlichen, dem guten Service abgeneigten Deutschen. Mir fällt da eine (!) ganz bestimmte Kassiererin in einer ganz bestimmten Aldi-Filiale ein oder die Abteilung Damen-Oberbekleidung einer bestimmten Karstadt-Filiale. Was soll's, in meiner Nähe gibt es zahlreiche Aldi-Filialen mit sehr netten Kassiererinnen, und Gerry Weber, Betty Barclay und Esprit bekomme ich nicht nur in dem einen Karstadt-Haus.

Ansonsten habe ich aber keineswegs so viele so schlechte Erfahrungen in Deutschland gemacht, eher im Gegenteil - und das republikweit. Nach Euren Beiträgen frage ich mich, woran das liegt. Ich habe eher Probleme, Handwerker u.ä. davon zu überzeugen, dass für mich als berufstätige Frau Termine zwischen 11.00 und 14.00 Uhr nicht gerade optimal sind, auch wenn Heizungsablesen nicht lange dauert.



Ich - als Französin - finde die Deutschen im allgemeinen sehr freundlich, es wird immer gegruesst und gelächelt und ich bin sehr gern und regelmässig in Deutschland..... ich habe eher Schlechtes über die Franzosen gehört, dass sie z.B. mit den Touristen ziemlich unfreundlich seien :knatsch:, auch von Leuten aus Südamerika gesagt.... schade, es ist immer sehr unangenehm, sowas über das eigene Land zu hören, zum Glück sind nicht alle so.....

Gruss,
bonjour :smile: :smile:

@bonjour
Das Vorurteil habe ich auch schon von vielen meiner deutschen Landsleute gehört und kann es aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Ich war schon sehr oft in Frankreich und kenne bis auf Bretagne und Normandie das ganze Land: Egal, ob in Strasbourg, Toulouse, Poitiers, Arles oder Besançon; ich habe keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Einzige Ausnahme ist meiner Ansicht nach Paris: Freundlichkeit ist nicht unbedingt eine typisch Pariser Eigenschaft, aber auch anderen Franzosen gegenüber strotzt der Pariser nicht unbedingt vor Freundlichkeit (mit Ausnahmen, klar!). Na ja, Paris, c'est pas la France!

Auf der anderen Seite benehmen sich manche Touristen aber auch wie die Axt im Walde. Fällt mir besonders bei meinen Landsleuten auf; Touristen aus anderen Ländern mögen da nicht unbedingt besser sein. Typisch deutsch ist es in meinen Augen, in Frankreich zu sechst in ein Restaurant zu gehen, sechs getrennte Rechnungen haben zu wollen und am dritten Abend immer noch nicht zu kapieren, dass das in Frankreich (und vielen anderen Ländern) vollkommen unüblich ist. Oder zu meckern, dass Rindfleisch nicht komplett durchgebraten wird, bis es keinen Mucks mehr von sich gibt. (Recht haben sie, die Franzosen!) Oder über das französische Bier zu meckern... Ich gebe zu, dass ich leidenschaftlich gerne Bier trinke und Verfechterin des deutschen Reinheitsgebotes bin, doch ich fahre nicht nach Frankreich, um Bier zu trinken, weil ich mich ohne Probleme zu einem Bordeaux überreden lasse...

Inaktiver User
16.08.2007, 09:14
Hmmm...
Wenn ich mir die Beiträge hier so durchlese, frage ich mich, ob ich im selben Deutschland lebe.
Ja, es gibt sie, die unfreundlichen, dem guten Service abgeneigten Deutschen. Mir fällt da eine (!) ganz bestimmte Kassiererin in einer ganz bestimmten Aldi-Filiale ein oder die Abteilung Damen-Oberbekleidung einer bestimmten Karstadt-Filiale. Was soll's, in meiner Nähe gibt es zahlreiche Aldi-Filialen mit sehr netten Kassiererinnen, und Gerry Weber, Betty Barclay und Esprit bekomme ich nicht nur in dem einen Karstadt-Haus.



So ist es. Ich frage mich immer, wie diese Leute sich verhalten, dass sie so viele negative Erfahrungen - und dann noch bundesweit! - machen.

Twinkie
16.08.2007, 12:32
Wie verhalten uns alle wie die Axt im Wald und sind so verblendet dass wir nicht mal merken dass das Alles ausschließlich unsere eigene Schuld ist. :zwinker:

Mocca
18.08.2007, 09:44
Es sagten ja schon einige, aber ich wiederhole es lieber noch mal:
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder raus.

Freundliches Lächeln wirkt schon in den meisten Fällen, ein "danke!" wenn ein Fußgänger mir als Radlerin ausweicht auf dem gemeinsam benutzten Weg, ein "schönen Tag noch!" zur Kassiererin im Supermarkt, ein freundliches "Guten Morgen!" zum Nachbarn, und schon läuft es mit den Mitmenschen. Muffelköppe werden angelächelt, ein einfaches "bitte" bringt oft den gewünschten Erfolg.

Meine Schwester erzählte mir von ihren USA- Aufenthalten, dort würde mit Komplimenten nur so um sich geworfen. Sorry, das hat in meinen Augen etwas Falsches... Ich möchte nicht einfach nur so, und weil alle es machen, mit freundlichen Anmerkungen über einen Pulli oder mein Aussehen eingedeckt werden. Die von mir erwähnte Freundlichkeit ist etwas ganz Anderes.

Mocca

Inaktiver User
18.08.2007, 13:55
Ich bin kein Expat, und macnhmal reicht's ja schon, wo im Urlaub gewesen zu sein... Ich erinnere mich gern an den letzten Interkontinentalflug, wo alle Reisenden eigentlich recht entspannt am Flughafen ankamen - und dann durch die Zollkontrolle mussten... Keine Ahnung, was den Jungs da über die Leber gelaufen war. Jedenfalls sagte einer der Uniformierten auch irgendwas ziemlich unfreundliches, und plötzlich tönte es vernehmlich von hinten aus der Warteschlange "Willkommen zurück in Deutschland!"
:freches grinsen:
Das Gelächter war groß, die schlechte Laune der Zolljungs wurde womöglich noch größer, aber das machte uns dann schon nichts mehr aus...
:freches grinsen:

So ist es. Wir leben in Asien und alleine wenn wir in Frankfurt aus dem Flieger steigen, schlaegt uns schon die Unfreundlichkeit verbal und auch optisch entgegen. Und diese Draengelei. Ich hatte mich waehrend unserem 1 Jahr in D nicht wieder einleben koennen. Die Unhoeflichkeit Kindern gegenueber, die unfreundlichen Bedienungen etc etc.

Woanders ist auch nicht alles Gold was glaenzt, aber hier werde ich wenigstens mit einem Laecheln begruesst und mein Laecheln wird beantwortet. In D habe ich nur in verbitterte Gesichter geschaut.

Ach ja, waehrend der Fussball WM war D so, wie man es sich wuenschen wuerde. Da durften wir das erste Mal stolz auf uns sein.

gruss chrissi

Chinaladen
18.08.2007, 14:50
Ich habe mir gerade vorgestellt, welche Folgen die angelsächsische Version von Freundlichkeit in Deutschland hätte. Scheidungen ohne Ende! Wenn hier alle Verkäuferinnen anfingen meinen Mann Schatz, Liebling und mein Herz zu nennen - nicht auszudenken :freches grinsen: .

Inaktiver User
18.08.2007, 23:49
Meine Schwester erzählte mir von ihren USA- Aufenthalten, dort würde mit Komplimenten nur so um sich geworfen. Sorry, das hat in meinen Augen etwas Falsches... Ich möchte nicht einfach nur so, und weil alle es machen, mit freundlichen Anmerkungen über einen Pulli oder mein Aussehen eingedeckt werden. Die von mir erwähnte Freundlichkeit ist etwas ganz Anderes.

Mocca

Das empfinde ich ähnlich, obwohl ich - zugegeben - noch nie in den USA war. Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen freundlich und sch...freundlich. Eine eindeutige Grenze zwischen beiden lässt sich nicht objektiv festlegen, das mag Einstellungssache sein. Wenn aber jemand mit Komplimenten nur so um sich wirft, wirkt das auf mich eher aufgesetzt denn freundlich.

Polarstern
20.08.2007, 09:49
Ich bin kein Expat, und macnhmal reicht's ja schon, wo im Urlaub gewesen zu sein... Ich erinnere mich gern an den letzten Interkontinentalflug, wo alle Reisenden eigentlich recht entspannt am Flughafen ankamen - und dann durch die Zollkontrolle mussten... Keine Ahnung, was den Jungs da über die Leber gelaufen war. Jedenfalls sagte einer der Uniformierten auch irgendwas ziemlich unfreundliches, und plötzlich tönte es vernehmlich von hinten aus der Warteschlange "Willkommen zurück in Deutschland!"

Während im Gegenzug natürlich gerade die amerikanischen immigration officers kleine Sonnenscheinchen mit einem Lächeln auf den Lippen sind... :zwinker: :freches grinsen:

Mir geht es wie schon einige hier geschrieben haben: mir ist eine Höflichkeit weniger lieber als das aufgesetzte Gesäusele amerikanischer Verkäuferinnen. Ich wohne zwar mittlerweile in einer Ecke Deutschlands, in der wirklich jeder unhöflich zu sein scheint, aber daran habe ich mich irgendwie gewöhnt. :smirksmile:

Woran ich mich nicht gewöhnen kann (und will), ist die übertriebene Höflichkeit, die in Unehrlichkeit ausarten kann. Irgendwo habe ich gerade den Spruch gelesen: Deutsche sind zu ehrlich, um höflich zu sein, Engländer sind zu höflich, um ehrlich zu sein. Es ist mir lieber, jemand läßt mir gegenüber durchblicken, daß ich ihm wirklich völlig egal bin, als daß man mich zum Tee einlädt und dabei denkt "Gott, die blöde Kuh schon wieder".

Es gibt überall "sone und solche". Generell zu sagen, Deutsche seinen unhöflich, finde ich falsch.

LG
Polarstern

tomatosalato
20.08.2007, 09:57
Das kann ich für hier nicht bestätigen. Man wird begrüßt und mit einem netten Wunsch verabschiedet.

Kann ich bestätigen. Besonders auffällig ist es bei der Post. Da kannte ich von früher her nur muffige, mundfaule Leute. Jetzt sind sie unglaublich nett und hilfsbereit dort.

Opelius
20.08.2007, 10:09
Ich habe mir gerade vorgestellt, welche Folgen die angelsächsische Version von Freundlichkeit in Deutschland hätte. Scheidungen ohne Ende! Wenn hier alle Verkäuferinnen anfingen meinen Mann Schatz, Liebling und mein Herz zu nennen - nicht auszudenken :freches grinsen: .

Oh Mann, das wäre mir ziemlich peinlich! Ich müsste mir ebenfalls eine Menge Fragen meiner Frau anhören.

Inaktiver User
20.08.2007, 10:21
Deutsche sind zu ehrlich, um höflich zu sein, Engländer sind zu höflich, um ehrlich zu sein.

ja, und solange derartiges Denken rumspukt in Deutschländers Kopf, bleibt Deutschländer ein seltsamer Geselle über den mancher den Kopp schüttelt..

Er schafft es sich nicht vorszustellen, dass die Bandbreite dazwischen unendliche Weiten darbietet, wo er einfach nur NORMAL freundlich sein kann..normal freundlich, was den Umgang miteinander angenehm macht . normal freundlich distanziert..:smile:

Ehrlich ? Höhöhö..

Bollerig grob : das versteht hier mancher unter Ehrlichkeit..
Ich finde das oft unschön..

Wer wirklich nicht erkennt, dass etwas dran ist daran, dass der Deutsche als unhöflich gilt, fokussiert zu sehr auf " künstlich , übertriebene Höflichkeit "

Aber das ist genau das, was ich von Schwanitz zitierte : das empfindet mancher Deutsche so.. für andere ist es Normalität..die den Umgang miteinander wärmer und freundlicher macht..

Mancher Deutsche möchte sich natürlich wiedereinmal als besonders tiefgründig und EHRLICH fühlen..anders als andere Nationen : und das ist doch an den Haaren herbei gezogen..

Warum klagt mancher aus anderen Ländern über KÄLTE hier in D. und meint nicht das Wetter ?
Fehlende Freundlichkeit und Höflichkeit wenigstens als Form und Haltung würde das ein wenig verändern..

Die alte Frau, die den ganzen Tag mit niemandem spricht erfreut die Höflichkeit der Kassiererin, der sie auf einen Gruß erwidern kann und da diese ein Mensch ist, sogar zurücklächeln KANN..und es sogar manchmal macht.
Das hätte sie aber wahrscheinlich nicht getan, wenn diese kleine Floskel nicht Raum dafür gegeben hätte...und die Verkäuferin ihr nur ohne Blick alles hingeworfen hätte..
Ja . ich bin dafür, dass Höflichkeit kultiviert wird..nicht inhaltsleer sein muss..sondern etwas bewirkt..

Da es erwiesen ist, dass sogar ein Lächeln, das man nur ohne Grund ins Gesicht formt, schon das Innere erhellt..finde ich es nicht schlecht, ein wenig Freundlichkeit in die Welt zu schicken :

Diese grobe Bollerigkeit mancher Deutscher geht mir vielleicht manchmal auf den Keks..:lachen:

Und ich fands nett in den USA von mütterlichen Damen gefragt zu werden, wie es mir, honey ;-) geht.. und unter der Rechnung von einem Kaffee ein:smile: zu sehen..und einen Wunsch für einen schönen Tag..
Muss nicht sein : brachte mir aber ein Lächeln..

Polarstern
20.08.2007, 11:20
Er schafft es sich nicht vorszustellen, dass die Bandbreite dazwischen unendliche Weiten darbietet, wo er einfach nur NORMAL freundlich sein kann..normal freundlich, was den Umgang miteinander angenehm macht . normal freundlich distanziert..:smile:

Ehrlich ? Höhöhö..

Bollerig grob : das versteht hier mancher unter Ehrlichkeit..
Ich finde das oft unschön..

Ach Linwen,

wie immer erst mal draufgehauen, ohne nachzudenken. Das mal so als wirklich grobe Unhöflichkeit von meiner Seite.

Ansonsten: ich lebe in Partnerschaft mit einem Briten, arbeite häufig und gern (auch mal für länger) in den USA sowie anderen Ländern, und bin gemeinhin freundlich im Umgang mit meinen Mitmenschen.
Tatsächlich ist mir schon aufgefallen, daß es alle möglichen Menschen mit ihren dazugehörenden Macken, schlechten Tagen und liebenswürdigen Verhaltensweisen gibt. Immer. Und überall.

Aber ich bin sicher, daß Herr Schwanitz dazu etwas Fundiertes zu sagen hat, wenn Frau Linwen schon keine eigene Meinung zum Thema vorbringen kann...

Bollerig deutschdumpfe Grüße
Polarstern

Tabea
20.08.2007, 11:34
Woanders ist auch nicht alles Gold was glaenzt, aber hier werde ich wenigstens mit einem Laecheln begruesst und mein Laecheln wird beantwortet. In D habe ich nur in verbitterte Gesichter geschaut.
Liebe Chrissi,
ich weiß ja nicht, in welchem Teil Deutschlands Du warst, aber das ist mir viel zu pauschal und verallgemeinernd.

Tabea

Inaktiver User
20.08.2007, 12:52
Aber ich bin sicher, daß Herr Schwanitz dazu etwas Fundiertes zu sagen hat, wenn Frau Linwen schon keine eigene Meinung zum Thema vorbringen kann...



Tatsächlich kann ich mich auch an die Äußerungen des Herrn Schwanitz erinnern, obwohl es schon einiges her ist, dass ich es gelesen habe. Obwohl ich diesen Autor ansonsten überhaupt nicht schätze, (vorallem nicht seine Romane) fand ich diesen Beitrag lesenswert.
Deutsche lieben das Ehrliche, Authentische besonders. Leicht wird man übertriebener Höflichkeit geziehen und misstrauisch vermuten sie Falschheit oder Hinterhältigkeit. Kein Wunder dass bei solchen Einstellungen der Benimm auf der Strecke bleibt.

@polarstern: Nicht nur Meinung haben, auch mal was lesen, Lesen bildet!

(diesen Rat kann ich mir jetzt mal nicht verkneifen)

pir.

Inaktiver User
20.08.2007, 13:43
Ich bin Hessin und war soeben eine Woche im Bayern.
Was soll ich sagen? Ich bin noch nie so zuvorkommend und höflich behandelt worden wie eben in Bayern. Ausgesprochen zuvorkommender Service in den Geschäften, hilfsbereites, sympatisches unaufdringliches Personal im Hotel - und selbst die Leute, denen man in "freier Wildbahn" begegnet grüßen und haben zeit für ein kurzes Schwätzchen.

Hier in Hessen in Freundlichkeit sehr relativ ;-) - bloß kein überflüssiges Gebabbel, zuviel Nettigkeit erregt hier tiefes Mißtrauen (was will dann der von mir?). Wer zuviel redet, gilt aus "Schlechtschmus-Schwätzer" oder "Dummbabbeler" - und das ist ganz übel. Einschleimen tut sich der Hesse aus Prinzip nicht.
Da donnert man "Ei Guude!" und flötet nicht "Griaß Gott".
Ohne Grund lächeln? Kommt für einen gestandenen Vogelsberger oder Frankfurter nicht in die Tüte. Man will sich ja nicht lächerlich machen, gell.
Der Hesse ist eher derb und urtümlich - aber deshalb noch lange kein schlechter Mensch...
Ruby

Polarstern
20.08.2007, 14:07
@polarstern: Nicht nur Meinung haben, auch mal was lesen, Lesen bildet!

(diesen Rat kann ich mir jetzt mal nicht verkneifen)

pir.
Danke! :kuss: DARAUF wäre ich nie von selbst gekommen.

Ich habe übrigens außer reichlich Auslandserfahrung auch eine recht umfangreiche Bibliothek, in die ich ab und an mal reinschaue. Vielleicht sollte ich sie doch mal um mehr als nur Comics erweitern? Damit mein grobes Gemüt auch die Verfeinerung erfährt, die hier einige Fortgeschrittene haben.

Inaktiver User
20.08.2007, 14:18
Danke! :kuss: DARAUF wäre ich nie von selbst gekommen.

Ich habe übrigens außer reichlich Auslandserfahrung auch eine recht umfangreiche Bibliothek, in die ich ab und an mal reinschaue. Vielleicht sollte ich sie doch mal um mehr als nur Comics erweitern? Damit mein grobes Gemüt auch die Verfeinerung erfährt, die hier einige Fortgeschrittene haben.


:wangenkuss:

Inaktiver User
20.08.2007, 14:19
Danke! :kuss: DARAUF wäre ich nie von selbst gekommen.

Ich habe übrigens außer reichlich Auslandserfahrung auch eine recht umfangreiche Bibliothek, in die ich ab und an mal reinschaue. Vielleicht sollte ich sie doch mal um mehr als nur Comics erweitern? Damit mein grobes Gemüt auch die Verfeinerung erfährt, die hier einige Fortgeschrittene haben.

Aber nich wahllos lesen!
:wangenkuss:

Pir.

Polarstern
20.08.2007, 14:45
Aber nich wahllos lesen!
:wangenkuss:

Pir.
O.k. Versprochen! :knicks:

Feinsinn
21.08.2007, 20:22
In Kanada kam mir die Freundlichkeit oft übertrieben, aufgesetzt
vor, selbst meinem kanadischen Begleiter, der manchmal stutzte,
wenn er an der Kasse stand mit einem Mini-Gegenstand und
gefragt wurde wie es ihm heute so geht. Er machte kurz eine
Pause und sagte "gut" und fragte nicht zurück, was ich wiederum
höflich fände, wenn wirklich jemand von mir wissen will, wie
es mir geht, aber die wollen das garnicht wissen, sondern
er erklärte mir, dass es ihnen so beigebracht wurde und es
einfach Gewohnheit wäre inzwischen.

In Kroatien z.B. sind die Menschen freundlich und locker,
herzlich und das ist nicht aufgesetzt. Da wird man schnell
nach Hause eingeladen und in den Lokalen oder wo auch
immer ist nicht so ein distanzierter Umgang wie in D.

Mir wird aber immer wieder gesagt, wie freundlich und
offen die Kanadier wären. Sie meckern nicht so schnell
laut wie mancher Deutsche, aber so herzlich und offen
wie in Kroatien sind sie nicht. Ein "hello" würde genügen,
wenn ich mir eine Zahnbürste kaufe in einem riesigen
Supermarkt. Wäre ich in einem Bekleidungsgeschäft und
würde lange anprobieren und erklären, für was ich die
Kleidung brauche und hätte Small Talk, dann könnte ich
es noch eher verstehen, wenn mich jemand fragt, wie
es mir geht. Eher noch: Gefällt es Ihnen in Kanada.

Meine Tasche ist so, dass ich auch in Deutschland
immer wieder darauf angesprochen werde, auch auf meine Jacke Aber dann eher im Kollegenkreis oder Bekanntenkreis auf die Jacke.

Wir haben ja auch den Mann auf seine Peru-Tasche in Vancouver
angesprochen, weil sie wirklich uns ins Auge fiel. Da haben wir
nicht lange darüber nachgedacht, sollen wir oder nicht und
so gab es einen regen Austausch über Peru, ganz ungezwungen.

Vielleicht finde ich es heraus, wer wirklich wissen will,
wie es mir geht und wer es nur so sagt und bei wem ich
wirklich willkommen bin und nicht nur "you are welcome".

Mein kanadischer Freund konnte es mir auch nicht genau
erklären, nur das es ein Brauch dort ist, ob es Sinn macht,
war er sich nicht ganz sicher.

Was mir gerade einfällt, in Kroatien melden sich die
Leute mit "Bitte" (Molim) am Telefon, kaum jemand sagt
seinen Namen, nur bei Behörden / Banken. Ich rege mich
schon viele Jahre darüber auf. Ich muss dann herausfinden,
wer Herr oder Frau Bitte ist. Ist auch so eine Gewohnheit,
die ich unhöflich finde.

luna_llena
21.08.2007, 22:18
Ich habe ganz interessiert Eure Beiträge gelesen und möchte nun auch mal meinen ausländischen Senf dazu geben:
als ich von Deutschland wegging, war selbiges eine Servicewüste! Es gab damals sehr viele Läden, die ich deshalb boykottierte. Ich wollte ja keinen roten Teppich ausgerollt bekommen aber doch zumindest mit einer angemessenen Höflichkeit behandelt werden. So machte ich mir einen „Spaß“ daraus, bei größeren Anschaffungen in meiner Studentenkluft (sauber aber „alternativ“) aufzutreten. Da sagte man mir dann z.B. (mit kritischem Blick auf meine Kleidung): „ich habe keine Lust mehr, Ihnen noch mehr zu zeigen, Sie kaufen ja doch nichts“. Meine 10.000 DM bekam damals eine Firma, die bereit war, meine Fragen zu beantworten und auf meine Wünsche einzugehen. Das Verhältnis unwillig zu willig war ca.10 zu 1.

Also kann ich nur zustimmen: in Dtl. gibt es auch höfliche, ja zuvorkommende Menschen.

Andererseits ist hier in Spanien das Verhältnis 2 zu 1 (zuungunsten der Spanier gerechnet)


Ich behaupte mal, das hat nichts (oder wenig) mit der Region zu tun, sondern mit dem Laden, in dem ich einkaufe.
Gehe ich zur Bäckerei und es steht niemand hinter mir, dann wird noch ein bissel über´s Wetter und den anstehehnden Urlaub geschwätzt. Stehe ich beim Aldi an der Kasse und hinter mir noch ungefähr 145 andere, dann hat die Kassierin außer einem "guten Tag!" am Anfang und dem "Karte oder bar?" am Ende natürlich nichts für mich übrig - das sehe ich aber nicht als Unfreundlichkeit.

Ich denke auch, es hat was mit dem Wald zu tun, in den man hineinruft.

Und manchmal kann es helfen, wenn jemand sehr unfreundlich ist, diesen einfach mal darauf aufmerksam zu machen...

Tabea


@ Tabea
ja, das ist eben der Unterschied. Auch hier kringeln sich die Schlangen um sämtliche Regale, wenn mal nur eine Kasse bei Lidl Aldi gibts hier nicht) offen hat. Trotzdem hat die Kassiererin noch die Zeit (und auch das Bedürfnis), freundliche Worte mit Dir zu wechseln und Dir beim Einpacken zu helfen. Das könnte sie natürlich nicht, wenn 145 Menschen aus der Schlange lautstark protestieren würden. Tun sie hier aber nicht! Hier empfindet man das Einkaufen eben nicht nur als lästige Pflicht, sondern zum Leben dazugehörend , ja als Unterhaltungswert an sich. Und das, obwohl hier die Frauen (Männer findet man zugegebenermaßen selten in der Einkaufsschlange) auch voll berufstätig sind und ihre Zeit gut einteilen müssen. Es ist eben ein Unterschied, ob man innerlich kochend, von einem Fuß auf den anderen trippelnd in der Schlange steht – und damit nichts beschleunigt- oder ob man die unabwendbare Wartezeit damit füllt, sich nett (wenn auch unverbindlich) mit dem Vorder- oder Hintermenschen zu unterhalten.

Oder meine Vermieterinnen, das war nicht nur Freundlichkeit, das war immer Herzlichkeit:

Gracia lud mich jedes Jahr zum Mietvertragsverlängern zu sich zum Essen ein (mindestens 5 Gänge). Ihr Mann (Zahnarzt) erzählte mir dann immer von seinem deutschen Kollegen in Konstanz, dessen Arbeit er sehr bewunderte, nur..... schon um 7 Uhr 30 wie jener anfangen zu arbeiten, für ihn unvorstellbar! Wo bleibt da die Lebensqualität?

Esperanza: als Witwe war sie genötigt, Ihre Finca zu vermieten. Und sie ging das Risiko ein, sie an uns Ausländer zu vermieten. Trotz aller eventuellen Vorbehalte uns gegenüber kam sie an den diversen Feiertagen vorbei, um uns das jeweilige Traditionsgebäck zu bringen. Und „natürlich“ durften wir uns von den Feigen-, Mandel-, Zitronen- und Mandarinenbäumen auf dem 7000qm großen Grundstück nach Herzenslust bedienen. Als wir auszogen, ging das nicht ohne Tränen ab und wir sind weiterhin in Verbindung.

Und jetzt wohnen wir seit 1,5 Jahren im vermieteten Haus von Francisca. Auch sie und ihr Mann – eine Seele von Mensch! Vom Blumenkohl bis zu den Zitronen aus ihrem Garten, von den Eiern ihrer Hennen bis zu zum selbstgemachten Engelshaar (Kürbismarmelade), alles wird uns über den Gartenzaun gereicht/geschenkt. Von tatkräftiger Hilfe und entgegengebrachter Freundschaft ganz zu schweigen.

Ich hatte in Dtl. auch sehr nette Vermieter.....

Wenn ich heute im Jahr 2007 in Dtl. Zu Besuch bin, fällt mir auf, dass z.B. die Verkäuferinnen, besonders in den großen Märkten sehr viel freundlicher sind als noch vor 12 Jahren. Die Busfahrer sind allerdings noch genauso muffelig wie früher und zu keiner Auskunft bereit.
Und im Winter geniesse ich da eine mollig warme Wohnung mit Teppichboden und ohne Schimmel in den Ecken.

Ja, und natürlich gilt: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. In Dtl. zu 80% , in Spanien zu 98%. Das ist eben der Unterschied, mal ganz abgesehen vom Klima und dem Mittelmeer in unmittelbarer Nähe.....Das macht das Leben federleicht.

Das alles darf man natürlich nicht pauschalieren (nicht „alle xxx schei.....en in allen Flugzeugen auf alle Plätze“) ich kann nur für die diversen Orte, in denen ich in Dtl. und in Spanien gewohnt habe/wohne sprechen. Ich hatte in Dtl. viel Glück, in Spanien unbeschreibliches Glück.
Warum soll ich mir die 20% unfreundlichen Widerhalls in Dtl. antun?

Saludos :liebe:

luna_llena

Inaktiver User
21.08.2007, 22:25
Feinsinn kein englischsprachiher Mensch fragt doch auf : " How are you " dann weiter : "Und wie geht Dir. Du siehst etwas blass aus..ich war gestern zum Fischen, heute gehe ich Kanufahren..ich hoffe Du hast noch viel Spaß.."

:smile:

Daraus abzuleiten, dass der Kandier das selbst " strange " fand, finde ich seltsam..

Ich finde die Vorstellung immer lustig, dass ein anderer, der das nicht gewohnt ist so losbrabbelt und WIRKLICH en detail erzählt wie es ihm denn so geht..:lachen: wenn jemand das freundliche : " How are you " sagt..

Es ist Erziehung und " usus "..schrieb doch hier schon jemand..
Wer darüber stutzt, das sind doch nur die Fremden..

Feinsinn
21.08.2007, 23:07
Hallo Linwen

Natürlich weiß ich, dass

How are you today - so der O-Ton

übersetzt = hallo

heißt und nicht wie es mir geht.

Trotzdem antwortete mein Freund und alle anderen
"good" oder "fine".

Nicht, wie es uns geht. Eigentlich müsste dann auch
eine Gegenfrage gestattet sein, ist doch einseitig, wenn
die Dame an der Kasse fragt: how are you today
und ich darf sie nicht fragen.... sie ist doch auch ein Mensch.
Hörte aber nie, dass jemand irgendwas sagt zu ihr, außer
"good oder fine".

Ich fragte immer wieder meinen Begleiter, wie der genaue
Wortlaut heißen würde, wenn sich wirklich mal jemand
für mich interessieren würde. Wie es mir wirklich geht.
Darauf konnte er mir keine passende Antwort geben.

You are welcome = gern geschehen....

Was heißt dann: schön, dass du da bist
gut, dass du da bist
du bist herzlich willkommen
usw.

In anderen Ländern z.B. Holland und Kroatien, sogar
in Russland war es einfach für mich, das herauszufinden,
in Kanada eben nicht, auch wenn ich schon vorher wusste,
dass es Sitte ist, das "how are you today" 1000 mal am
Tag zu sagen. Es klingt so abgedroschen.
Als ob hinten jemand gedreht hätte. Meine Kinder hatten
mal eine Petra-Puppe, die immer wieder zwei gleiche
Sätze sagte, so hört sich das an.

Ein ganz normales "hello" und "thank you" oder "bye"
wäre ok. Außer man kauft dort im Dorfladen regelmässig und
kennt sich gut und schwätzt oft und ist vertraut. Dann
passt es, nach dem echten Befinden zu fragen. Es sind
für mich nur Phrasen meist, das sehe ich am Gesichtsausdruck
und es wurde mir auch so bestätigt immer wieder
von der kanadischen Seite. Dort gibt es ja viele, die
ursprünglich woanders herkommen.

Niemand brabbelt los, wenn jemand "how are you today"
beim Wal-Mart oder sonst wo fragt, aber es kommt die
Standard-Antwort "good". Keiner sagt "schlecht" oder
garnichts.

Wenn ich wenigstens den Sinn dahinter verstehen könnte,
aber es ist halt Sitte, dass nur einer fragt und es
die Standardantwort gibt.

Mein Freund sagte mir, dass es sich irgendwann so
eingebürgert hat, aber so richtig verstehen kann er es
auch nicht, er ist Kanadier.

Es ist ein tolles Gefühl, egal in welchem Land, wenn man
wirklich offenen und herzlichen Menschen begegnet, die
es auch so meinen und zeigen.

Inaktiver User
22.08.2007, 00:52
In Kanada kam mir die Freundlichkeit oft übertrieben, aufgesetzt
vor, selbst meinem kanadischen Begleiter, der manchmal stutzte,
wenn er an der Kasse stand mit einem Mini-Gegenstand und
gefragt wurde wie es ihm heute so geht. Er machte kurz eine
Pause und sagte "gut" und fragte nicht zurück, was ich wiederum
höflich fände, wenn wirklich jemand von mir wissen will, wie
es mir geht, aber die wollen das garnicht wissen, sondern
er erklärte mir, dass es ihnen so beigebracht wurde und es
einfach Gewohnheit wäre inzwischen.


Hmmmpf.
Es gibt in einigen Sprachen einige Ausdrücke, die mit der ursprünglichen Bedeutung nicht mehr viel zu tun haben oder Ausdrücke, die inzwischen zu Floskeln geworden sind.

(Ich denke hier gerade an den Ausdruck "Da sieht's aus wie bei Hempels unterm Sofa", obwohl das mit dem Strangthema nichts zu tun hat. Ich habe noch nie eine Familie Hempel kennen gelernt, trotzdem verbinde ich mit dem Hempelschen Sofa große Unordnung.)

Ich mag "Wie geht's" als Begrüßung trotzdem nicht. Das ist eine Frage, die ich nur stelle, wenn ich den betreffenden Menschen kenne und wirklich genauer wissen will, wie es ihm geht.

Anderen Menschen wünsche ich natürlich auch, dass es ihnen gut geht, aber man hat nun einmal nicht für alle Menschen ein gleich tief gehendes Interesse.

Von daher verwende ich "Wie geht's" oder "How are you" niemals als Begrüßung. Werde ich so begrüßt, sage ich ergeben "Danke, gut / Thanks, fine", weil Grundsatzdiskussionen in so einem Fall nichts bringen. Aber ich mag diese Floskel trotzdem nicht. Mir wäre es lieber, ich würde so etwas nur von Menschen gefragt, die sich wirklich für mich interessieren.

Es gibt auch Menschen, die interessiert und einfühlsam tun, aber nie wirklich zuhören. Manchmal bin ich geneigt, auf deren Frage nach meinem Wohlbefinden zu antworten: "Mir geht's bescheiden - Durchfall, Fußpilz, und das Girokonto ist überzogen!" :freches grinsen: (Trifft aber alles nicht zu! Ich habe das auch noch nie gesagt.)

Fender
22.08.2007, 09:56
Es ist mir lieber, jemand läßt mir gegenüber durchblicken, daß ich ihm wirklich völlig egal bin, als daß man mich zum Tee einlädt und dabei denkt "Gott, die blöde Kuh schon wieder".

Nun macht sich die "allgemeine Volkshöflichkeit" ja nicht daran fest, ob ich jemanden zum Tee einlade.

Reden wir hier nicht von der alltäglichen Höflichkeit, gerade im Umgang mit unbekannten Menschen?
Mir ist jedenfalls nicht lieber, jemand läßt mir gegenüber durchblicken, daß ich ihm wirklich völlig egal bin, wenn der jemand bspw. ein Verkäufer in einem Geschäft ist, indem ich etwas kaufen möchte...
:zwinker:

Mir fällt jedenfalls auf, dass Reisende, wenn sie nach Deutschland zurückkehren, oftmals die fehlende Höflichkeit in Deutschland negativ feststellen.
Komisch finde ich, dass doch auch bspw. Verkäuferinnen sicher gelegentlich in den Urlaub fahren...

Meine Frau meint jedenfalls, dass die deutsche Griesgrämigkeit im Umgang mit anderen viel mit dem Wetter zu tun hat. Wenn der Himmel grau und regnerisch ist, fällt es eben schwerer, ein lustiges "Guten Morgen, wie geht es Ihnen heute? ... Einen schönen Tag noch!" zu flöten. Ich finde, da ist was dran...
:zwinker:

Opelius
22.08.2007, 10:19
Meine Frau meint jedenfalls, dass die deutsche Griesgrämigkeit im Umgang mit anderen viel mit dem Wetter zu tun hat. Wenn der Himmel grau und regnerisch ist, fällt es eben schwerer, ein lustiges "Guten Morgen, wie geht es Ihnen heute? ... Einen schönen Tag noch!" zu flöten. Ich finde, da ist was dran...
:zwinker:

Genau, bei dem gestrigen schweren Regenfällen bin ich zweimal durchgeweicht. Da hatte ich richtig schlechte Laune. Als ich dann in meinen Supermarkt fahren wollte, war der voll Wasser gelaufen und ich wurde nicht einmal auf den Parkplatz gelassen. Das arme Personal musste putzen und schippen ohne Ende, die waren ebenfalls sehr schlecht gelaunt.

Und das verstehe ich.

Inaktiver User
22.08.2007, 15:55
finde ich jedoch die Frage „Hello, how are you today?“ mehr und mehr nervig, wenn ich doch nur meine 3 Sachen an der Schnellkasse bezahlen will.

Jaaa, am Telefon!
Ich denk mir dann immer: du willst doch was, Junge, also sprich deine Wünsche aus.
Trotzdem flöte ich immer zurück "laberschwafel .. and what can I do for you?"

Latona
23.08.2007, 21:38
Was mir in letzter Zeit vermehrt in Berlin aufgefallen ist: Etliche Leute schaffen es nicht, eine Beschwerde in höflicher und sachlicher Weise anzubringen, sie giften gleich los. Oft ist sich der "Missetäter" nicht mal einer Schuld bewußt, gerät dadurch natürlich unter Rechtfertigungsdruck und wird entsprechend aggressiv. Und schon ist die schönste Keiferei im Gange. Und selbst wenn die Sache sich dann zwischen den Kontrahenten (notgedrungen) erledigt hat, wird innerhalb der Streitparteien noch ewig drauf rumgeritten.

blackdog
23.08.2007, 22:26
Mir fällt jedenfalls auf, dass Reisende, wenn sie nach Deutschland zurückkehren, oftmals die fehlende Höflichkeit in Deutschland negativ feststellen.


Hallo!

Warst du nicht der, der im londoner Pub nicht bitte gesagt hat? Klar, dass dann das Vorurteil, dass Deutsche unfreundlich sind, aufrechterhalten wird....:zwinker:

Wenn ich von Reisen zurückkomme, bin ihc übrigens immer überrascht von der Freundlichkeit hier! Hier ist jede Verkäuferin sowas von nett... fremde Leute grüßen einen unterwegs...

Dagegen bin ich in England (vor allem in Manchester) absolut oft inder vollen Innenstadt angerempelt worden, da hat sich keiner umgedreht, geschweige denn entschuldigt!

Meiner Meinung nach sind das alles nur Vorurteile. Es gibt immer solche und solche, überall!

Viele Grüße,
blackdog

laura-ca
24.08.2007, 00:17
Andere Laender, andere Sitten - ich denke nicht, das "der Deutsche" bewusst unhoeflich ist. Ich habe sehr sehr viele freundliche Menschen in Deutschland getroffen und auch schon den einen oder anderen Muffel hier in USA.

Es hat sehr lange bei mir gedauert Fragen oder Vorschlaege in Meetings nicht einfach mit einem knackigen deutschen Nein - geht nicht - zu beantworten sondern mit einer freundlichen Beschreibung, das ich den Vorschlag gut aber einfach nicht fuer derzeit und unter den Umstaenden umsetzbar halte. Gleiche Antwort, aber sicher angenehmer fuer mein Gegenueber.

Kein Mensch erwartet hier auf ein How are you? eine lange Beschreibung des Allgemeinzustands, in Bayern erwartet auch keiner das ich den lieben Gott persoenlich gruesse.

Die unterschiedlichen Umgangsformen erlebe ich am besten bei meinen Kindern. Zwei leben seit laengerem in USA, zwei sind waehrend der Ferien hier. Alle vier jedoch in Deutschland geboren, gleiche Erziehung, Familie etc. Meine USA Kids auf die Frage im Restaurant, was sie trinken moechten - "Koennte ich bitte eine Cola haben" , meine deutschen Kids "Cola". Erst nach einer Woche ist die Assimilation erfolgt und die Kids merken, das freundlicher Umgang nicht weh tut.

Laura CA

Feinsinn
24.08.2007, 17:12
ich glaube, dass könnte hier reinpassen


Stranger in a Strange (Deutsch)land (http://www.strangerinastrangedeutschland.blogspot.com/)

If you're new at all this, just remember - don't listen to what other foreigners say about the Germans. Germans are really horribly misunderstood. Come with an open mind and experience it for yourself - you'll be surprised at the outcome.

Chinaladen
25.08.2007, 14:12
Ich halte Deutsche nicht für unhöflich. Bei meinem letzten Deutschlandbesuch war ich eigentlich erstaunt wie nett die Leute waren.

Was mir persönlich fehlt ist Hilfsbereitschaft. In den USA hat mal ein LKW-Fahrer einen 2stündigen Umweg gemacht, um sicher sein zu können, dass mein Auto auch am Ziel ankommt nachdem er es wieder flott gemacht hatte.

In China ist das Sprachproblem natürlich akut. Aber jedesmal rennen die Chinesen auf die Strasse und suchen englischsprechende Landsleute. Wie z.B. in der Post, wenn ich das derzeitige Problem nicht kapiere. Oder jemand Schriftzeichen für mich schreiben muss. Oder im Laden, wo wir einen Badmintonschläger neu bespannen lassen wollen und die wichtige Frage des Tages nicht beantworten können.

Das fehlt mir in Deutschland. Die Bereitschaft von sich aus tätig zu werden.

Wie man das ändern kann? Ganz einfach: wenn jeder der/die diesen Strang liest, mich eingeschlossen, ab morgen mit offenen Augen durch die Gegend läuft, freundlich zur Umwelt ist und wenn man sieht, dass jemand Probleme hat seinen Einkäufe im Baumarkt ins Auto zu stapeln ohne Aufforderung hilft. Vielleicht beginnt ja damit ein Trend...

Feinsinn
25.08.2007, 15:22
Wie man das ändern kann? Ganz einfach: wenn jeder der/die diesen Strang liest, mich eingeschlossen, ab morgen mit offenen Augen durch die Gegend läuft, freundlich zur Umwelt ist und wenn man sieht, dass jemand Probleme hat seinen Einkäufe im Baumarkt ins Auto zu stapeln ohne Aufforderung hilft. Vielleicht beginnt ja damit ein Trend...

Hach, diese Woche gleich in die Tat umgesetzt. Freundin
hatte Geburtstag, sie war mit mir mal in Kanada und
hatte im Regenwald immer abgelehnt, Tramper oder sonstige
Inselbewohner mit unserem Mietwagen mitzunehmen. Es
passiert ja sooooo viel in der Welt, überall lauert ein Bösewicht.
Auch im entlegendsten Regenwald.

Wir waren also diese Woche am späten Nachmittag auf der Suche nach einem Ausflugslokal, aber unser Favorit hatte noch zu - mitten in den Weinbergen und Grünen, aber in der Großstadt.
Ein fremder Mann ruft mir zu auf dem Parkplatz des geschlossenen
Ausflugslokals, zwei Damen in Begleitung und ich lasse
das Fenster runter. Sie suchen eine mir unbekannte Straße.
Als sie was von einem Schmuckhändler sagen, ist mir alles
klar, davon habe ich gehört, kannte aber nicht genau das
Gebäude/Standort, auch sehr abgelegen. Ich lud alle drei in mein
Auto ein, obwohl meine Freundin Geburtstag hatte, und fuhr
ca. 2 km eine Straße ohne Gehweg entlang und es hat
geklappt. Die drei Suchenden hätten lange gebraucht, um
dorthin zu kommen, weite Umwege zu laufen.... Sie stiegen dankend schnell aus und
meine Freundin, die sowas sonst nie machen würde, war ganz locker.
Keine Vorwürfe etc. Und wir fanden sogar in der Gegend ein
super schönes Ausflugslokal mit Blick auf unsere Stadt
im Grünen. Na ja, jeden würde ich auch nicht mitnehmen, mmmh.

Chinaladen
25.08.2007, 15:38
@Feinsinn

Genau das meine ich! Ganz wunderbar :blumengabe:

Und das Tollste ist doch, dass man sich anschliessend irgendwie auch selbst wieder richtig gut fühlt!

Jeden würde ich da aber natürlich auch nicht mitnehmen, da muss man sich natürlich auch auf sein Bauchgefühl verlassen können.

Ich finde es aber schön, wenn man selbst aktiv wird. Nur so kann die Welt besser und Deutsche freundlicher werden. :freches grinsen:

Sugarnova
26.08.2007, 21:59
Hm, ich glaube, typisch deutsch ist die Einstellung, dass man als Kunde ständig ein schlechtes Gewissen zu haben hat, wenn man angepampt wird, weil man ja
a) nicht höflich genug war
b) die Angestellte zu wenig verdient (hatte auch schon mies bezahlte Jobs, aber WÄHREND der Jobs habe ich niemals mies gearbeitet)
c) die Arbeitsbedingungen unter aller S... sind (dito, siehe oben).

Ich denke schon, dass man mittlerweile gelernt hat, dass ein gewisses Mindestmaß an Höflichkeit zuträglich ist. Ich finde es für meinen Teil "einfacher" in einem Land zu leben, in dem man auch mal grundlos angelächelt wird, als ständig in "Kampfstimmung" zu leben. Deutschland ist mit Sicherheit keine Servicewüste mehr, andere Länder sind da schon viel mehr eine Servicehölle... und Stoffel gibt es überall, wie ein europäisches Vier-Sterne-Hotel in einer Metropole, wo die Zimmer um 17 Uhr nachmittags noch nicht geräumt waren, obwohl man telefonisch zugesichert hatte, das Zimmer wäre bis 11 Uhr frei. Keine Entschuldigung übrigens.

Ich kann mich an ein Erlebnis in D erinnern - erster Einkauf, ich hatte blöderweise vergessen, das Obst abzuwiegen (das zu einer Zeit, wo manche Supermärkte durchaus schon integrierte Waagen in der Kasse hatten). In Amiland ist es absolut üblich, dass das schnell die Kassiererin macht - ohne zu murren, ohne mit den Augen zu rollen. In D wurde ich mit einem "Schnell, schnell" durch den mir unbekannten Supermarkt gejagt. Der einzige Supermarkt übrigens, der am Ein- und Ausgang Kassen hatte... Alle waren schön genervt, mir war es damals superpeinlich. Heute würde ich ohne Ware aus dem Supermarkt gehen. Püh, wer mich doof behandelt, hat auch mein doofes Geld nicht verdient. Ganz einfach.

Zu der vielzitierten Amerikanischen "Oberflächlichkeit": Ich finde es merkwürdig, dass die deutsche Pampigkeit als "authentischer" gesehen wird als die amerikanische Höflichkeit.

Chinaladen
27.08.2007, 04:43
Ich kann mich an auch Beispiele unfreundlichen Verkaufspersonals in den USA erinnern. Nicht vieler allerdings.

Nun stellt sich die Frage: sind Angelsachsen im allgemeinen freundlicher an Kassen oder haben sie nur Angst vor der "Hire and Fire" Mentalität der dortigen Arbeitgeber?

Im einer Warenkette Süddeutschlands hat man eingeführt, dass die Kunden an der Kasse gefragt werden: "Waren Sie mit Ihrem Einkauf zufrieden?". Das ist nett. So die ersten 10 Mal. Aber irgendwann fragt man sich, was passiert wenn man "Nein, gar nicht" antwortet. Die Mädels an der Kasse fühlen sich dabei spürbar unwohl, weswegen ich ihnen diese Antwort auch nicht antun möchte.

Die Chinesen gelten als unhöflich, weil sie ein paar unserer Regeln nicht einhalten (Schlange stehen z.B. klappt überhaupt nicht). Aber man kann ihnen kaum böse sein, denn wenn man in ihre Gesichter guckt, dann lachen sie. Nicht das zu Tode zitierte ewige asiatische Lächeln. Dementsprechend empfinde ich dieses Völkchen als sehr freundlich und oft als höflich.

In Deutschland ist es der etwas abweisende verinnerlichte Gesichtsausdruck, der an Unfreundlich denken lässt. So wirken selbst freundlich gedachte Gesten immer noch ruppig.

Interessant fand ich auch, dass oft diejenigen Bekannten, die sich über das ach so unfreundliche Deutschland beklagen, selbst auch wahrlich nicht zu den taktvollsten Menschen gehören. Eventuell bekommt man oft einfach auch das wieder, was man selbst gibt.

Polarstern
27.08.2007, 12:06
Zu der vielzitierten Amerikanischen "Oberflächlichkeit": Ich finde es merkwürdig, dass die deutsche Pampigkeit als "authentischer" gesehen wird als die amerikanische Höflichkeit.
Warum ist man, wenn man kein Fan der amerikanischen Überfreundlichkeit ist, automatisch pampig? Und wer hat hier je behauptet, daß man damit authentischer sei?

Ich kann nett und freundlich sein, bitte und danke sagen und muß deshalb noch lange nicht in die dauergrinsende amerikanische Variante verfallen. Ich habe während meiner Studienzeit als Verkäuferin gearbeitet und es eigentlich immer geschafft, die allgemeinen Höflichkeitsformen beizubehalten und auch zu lächeln, ohne mich deshalb zum Affen zu machen.

Was mir in den Staaten aufgefallen ist, ist der extreme Unterschied zwischen wirklicher Freundlichkeit, zb die vielzitierte ältere Dame im Diner, die einen selbstverständlich Honey nennt und charmant ist, und den extrem aufgerüschten Verkäuferinnen, die ein festgewachsenes Lächeln im Gesicht tragen und einen mit Fragen überhäufen, die sie nicht stellen wollen (was sie sich auch durchaus anmerken lassen), die aber zu ihrem Jobtraining gehören.

Ersteres ist klasse und Teil dessen, was ich an den USA mag. Zweiteres ist einfach unnötig, geht allen auf die Nerven (auch meinen amerikanischen Kollegen) und fehlt mir in Deutschland keine Sekunde.

LG
Polarstern

Inaktiver User
28.08.2007, 10:03
Also, als ich diesen Monat in Deutschland war, da wurde ich in allen Laeden begruesst und mir wurde ein schoener Tag gewuenscht, das Personal angenehm freundlich, egal in welchem Laden und auch sonst konnte ich mich ueberhaupt nicht beklagen :smile: war eine schoene Erfahrung .....

Fender
29.08.2007, 10:46
Warst du nicht der, der im londoner Pub nicht bitte gesagt hat? Klar, dass dann das Vorurteil, dass Deutsche unfreundlich sind, aufrechterhalten wird....:zwinker:

Nein, da verwechselst Du mich.
Mein zweiter Vorname ist "Höflichkeit". Danach ist diese Eigenschaft bei anderen Menschen überhaupt benannt worden.

Asphaltblume
29.08.2007, 22:01
Ich bin gelegentlich als Testkundin unterwegs, und auch wenn ich oft einiges zu bemängeln finde, das Verhalten des Personals den Kunden (mir) gegenüber ist fast nie dabei.

Inaktiver User
30.08.2007, 10:52
Es ist für mich weniger die amerikanische Freundlichkeit, die mir hier fehlt, als die amerikanische Kontaktfreudigkeit. Ich war in den USA viel allein unterwegs und bin auch oft alleine in Bars gegangen. Nach spätestens 10 Minuten allein an der Theke wurde ich von irgendwem angesprochen oder zu einer Gruppe an einen Tisch eingeladen. In Deutschland dagegen kann ich locker 3 Stunden alleine in einer Bar hocken und nicht mal der Barkeeper hält es für nötig mich anzusprechen.


Brumby

Tabea
30.08.2007, 14:47
Ich bin gelegentlich als Testkundin unterwegs,
*auchwerdenwill* :freches grinsen:

Irish_girl78
14.09.2007, 14:36
Ich bin je zur Hälfte irischer und belgischer Herkunft und habe die deutsche Staatsangehörigkeit.
Warum ? Weil ich gerne deutscher bin.

Muffelige, unfreundliche und rücksichtslose Menschen findet man überall. Die nüchterne und manchmal geschäftsmäßige Art mancher Deutscher wirkt vielleicht kalt. Wobei es da auch, wie schon erwähnt regionale Unterschiede gibt. Aber eins steht auch fest, in Deutschland gelten Zusagen im allgemeinen mehr.
Die superfreundliche Art insbesondere der US-Amerikaner ist auch eine Oberflächlichkeit und oft nur aufgesetzt.

Meine Erfahrung ist, eine Vertrag in Deutschland gilt, in den USA ist eroft das Papier nicht wert auf dem er steht. Und an Rechthaberei stehen andere Völker den Deutschen m.E. in nichts nach.
Gerade während der WM letzten Jahres hat sich Deutschland doch als ein super Gastgeber gezeigt.

Es gibt keinen Grund sich selbst und sein Land selbst so niederzumachen.

:blumengabe:

Ich finde einige der deutschen sehr unfreundlich und unhöflich, sorry!

In meinem Heimatland bin ich noch nie von irgendeinem Fremden angeschnauzt / Stinkefinger gezeigt / oder angeschrien worden, sorry.

Wer das Gegenteil behauptet (dass die Mehrheit der Menschen hier freundlich sind) läuft hier mit Scheuklappen herum.

Ich bemühe mich immer sehr freundlich zu sein, ich bin eine nette Person und lache viel, aber es ist mir so oft passiert, dass ich schlecht behandelt worden bin, dass ich denke, dass die Menschen die hier freundlichen sind (leider) die blöden sind.

Ich weiss, dass es an mir liegt mich zu integrieren, aber manchmal fällt es schwer hier zu leben / hier leben zu wollen.

Ich stecke gerade in einer Krise.... warum tue ich mir den Stress in diesem Land eigentlich an?

Ich entschuldige mich im voraus, wenn ich Gefühle durch meinen Äußerungen verletzt habe.

Polarstern
14.09.2007, 15:33
Ich weiss, dass es an mir liegt mich zu integrieren, aber manchmal fällt es schwer hier zu leben / hier leben zu wollen.

Ich stecke gerade in einer Krise.... warum tue ich mir den Stress in diesem Land eigentlich an?

Ich entschuldige mich im voraus, wenn ich Gefühle durch meinen Äußerungen verletzt habe.
Hallo Irishgirl-

Meine Gefühle verletzt Du sicher nicht, aber ich frage mich ernsthaft, warum Du noch hier bist. Dies ist jetzt schon der zweite Strang, in dem Du die Unfreundlichkeit der Deutschen beklagst. Dabei bist Du natürlich immer ein Wunder an Höflichkeit und Lächeln...
Mein Freund ist Brite und kommt hier sehr gut klar. Er würde uns sicher nicht gerade den Höflichkeitspreis verleihen, lebt aber gern in Deutschland und hat auch kein Heimweh. Wir waren gerade wieder eine Woche in seiner Heimatstadt und ich kann nicht sagen, daß die Leute dort höflicher oder unhöflicher waren als sie es hier sind. Es war ziemlich genau der gleiche Level von Lächeln, angerempelt werden oder einen schönen Tag gewünscht bekommen.

Ich denke, Du solltest vielleicht mal einen genauen Blick auf Dein eigenes Leben werfen und Dich fragen, ob es wirklich die Deutschen sind, die es Dir hier so schwer erträglich machen...

Liebe Grüße :blumengabe:
Polarstern

Massashi
14.09.2007, 16:09
.... warum tue ich mir den Stress in diesem Land eigentlich an?

Und? Warum tust Du Dir den Stress an?

Massashi

Inaktiver User
14.09.2007, 19:59
Ich denke das ist so ein allgemeines Phänomen. Ich kenne glühende Italienliebhaber, die endgültig dorthin übergesiedelt, inzwischen von dem dortigen Schlendrian nur noch genervt sind. Wo ist die ganze Begeisterung hin? So sehr kann sich doch das Land nicht verändert haben.

Ich denke der Mensch neigt dazu vor allem Negatives zu sehen nach dem Motto "früher war alles besser" oder "Wo ich nicht bin, da ist das Glück", wird alles ins Negative gezogen. So macht man sich das Leben mies, vor allem wenn man nach der Rückkehr erkennen muss, dass es im Heimatland auch nicht besser ist.

Nun hat sich ja einiges gebesser (Ironie an:) Zum Beispiel wird man in den Call-Centern ungeheuer zuvorkommend behandelt. Mein Gott sind die Leute nett, reden mich ganz persönlich an und sind begierig was für mich zu tun. (Ironie aus) Mit der Durchführung hapert's dann aber meistetens und im
Endeffekt bin's dann ich's, der unhöflich ist. Da ist mir doch ein effizient arbeitender Mitarbeiter lieber, mit dem ich mich in wenigen Worten sachlich austauschen kann.

Pirlipat

Inaktiver User
14.09.2007, 20:08
Da ist mir doch ein effizient arbeitender Mitarbeiter lieber, mit dem ich mich in wenigen Worten sachlich austauschen kann.

Pirlipat
Danke, das finde ich auch. Lieber unfreundlich und zuverlässig (übertrieben gesagt) als jemand, der alles verspricht und nichts hält.

Und was die amerikanische Freundlichkeit angeht, so sollte man die leicht dahin gesagten Einladungen, etc. wirklich nicht zu ernst nehmen. Die werden aus einer Höflichkeit heraus ausgesprochen, die uns in der Form eben fremd ist.

Irish_girl78
15.09.2007, 11:00
Und? Warum tust Du Dir den Stress an?

Massashi

Gute Frage :-)

Sooo ich bin ein bisschen direkt gewesen. Ich entschuldige mich. Es gibt manchmal Tage, man weiss nicht weiter.

Ich bin genervt gewesen, da ein Mann mich angeschrien hatte, da er meinte dass ich auf falsche Seite vom Fahrradweg gewesen bin. Sorry!

Mein Freund ist deutscher und er findet es auch schwer hier manchmal, er ist wirklich Sonnenschein in Person.

Ich komme von einem kleinen Land, das nicht unbedingt mit Großbritannien zu vergleichen ist (sagen die Briten auch).

Als Ausländer ist es nirgendwo einfach, und es wird auch bestimmt zum Teil an mich liegen.

Mit meinen Kollegen und Studienkollegen bin ich immer sehr gut ausgekommen, nur mit Fremden nicht. Ich glaube, die Leute wären ganz anders, wenn ich die mal richtig kennenlernen würde.
Ich bin nicht immer Sonnenschein in Person, aber der Fremde kennt mich nicht, oder?

Sorry dass ich mich so negativ geäußert habe.

Scintilla
19.09.2007, 04:59
Meine Schwester erzählte mir von ihren USA- Aufenthalten, dort würde mit Komplimenten nur so um sich geworfen. Sorry, das hat in meinen Augen etwas Falsches... Ich möchte nicht einfach nur so, und weil alle es machen, mit freundlichen Anmerkungen über einen Pulli oder mein Aussehen eingedeckt werden. Die von mir erwähnte Freundlichkeit ist etwas ganz Anderes.

Mocca

Na... da gibt es aber auch in USA regionale Unterschiede. Ich lebe in Boston und hier haelt es sich mit der uebertriebenen Freundlichkeit in Grenzen. East Coast eben. Die Leute hier gelten im Rest des Landes als reserviert und ruppig. Mir als Norddeutscher entgeht das allerdings voellig. :smirksmile:

Wobei mir in den letzten Jahren bei Besuchen in meiner Heimatstadt aufgefallen ist, dass einem Verkaeuferinnen neuerdings einen schoenen Tag wuenschen. Ungewohnt, aber sehr nett und erfrischend, weil ueberraschend.

Hmm... ansonsten habe ich noch 3 Jahre in Paris verbracht und die Menschen dort groesstenteils nun ja, nicht als unhoeflich, aber auch nicht hoeflicher als die Deutschen empfunden. Und das Autofahren war dort fast so schlimm wie in D. In der Hinsicht lobe ich mir, wie schon viele schrieben, tatsaechlich die angelsaechsischen Laender.

LG,
Scintilla

Scintilla
19.09.2007, 05:36
Ich halte Deutsche nicht für unhöflich. Bei meinem letzten Deutschlandbesuch war ich eigentlich erstaunt wie nett die Leute waren.

Was mir persönlich fehlt ist Hilfsbereitschaft. In den USA hat mal ein LKW-Fahrer einen 2stündigen Umweg gemacht, um sicher sein zu können, dass mein Auto auch am Ziel ankommt nachdem er es wieder flott gemacht hatte.

In China ist das Sprachproblem natürlich akut. Aber jedesmal rennen die Chinesen auf die Strasse und suchen englischsprechende Landsleute. Wie z.B. in der Post, wenn ich das derzeitige Problem nicht kapiere. Oder jemand Schriftzeichen für mich schreiben muss. Oder im Laden, wo wir einen Badmintonschläger neu bespannen lassen wollen und die wichtige Frage des Tages nicht beantworten können.

Das fehlt mir in Deutschland. Die Bereitschaft von sich aus tätig zu werden.

Wie man das ändern kann? Ganz einfach: wenn jeder der/die diesen Strang liest, mich eingeschlossen, ab morgen mit offenen Augen durch die Gegend läuft, freundlich zur Umwelt ist und wenn man sieht, dass jemand Probleme hat seinen Einkäufe im Baumarkt ins Auto zu stapeln ohne Aufforderung hilft. Vielleicht beginnt ja damit ein Trend...

DAS stimmt allerdings!! Neulich, als meine Ma (bei mir in Boston) zu Besuch war und wir mit der Bahn in die Stadt wollten, stellte ich fest, dass ich meine fare card vergessen hatte. Bahn rollte gerade ein, da drueckte mir eine Frau ihre Karte in die Hand, und liess sie uns beide benutzen. Ich wollte ihr das zurueckzahlen, aber sie winkte ab und lief weiter. Also, da habe ich mal wieder gestaunt und noch mehr meine Ma, die auch meinte, so was wuerde einem in D nie passieren.

Ich versuche eigentlich auch (meist), hilfsbereit zu sein, mit anzupacken in entsprechenden Situationen. Kann da aber sicher noch sehr an mir arbeiten, vor allem an griessgraemigen Tagen, wo ich mit iPod und Sonnenbrille durch die Gegend laufe und moeglichst alles ausblende. Hmm... Das stimmt mich gerade nachdenklich... Danke fuer die Anregung, Chinaladen! :blumengabe:

LG,
Scintilla

Feinsinn
19.09.2007, 06:49
Ein Freund von mir erzählte mir, dass er zu einem Konzert
von Victoria nach Montreal wollte. Er hat eine große Familie, eigene und Pflegekinder und ist keiner armer Mann, aber jeder Cent fehlt. Trotzdem versuchte er, sich nach Montreal durchzuschlagen, weil er zu diesem Traumkonzert unbedingt
wollte.
Er fuhr mit der Fähre nach Vancouver (ca. 70 $) und
versuchte dann in Vancouver ein günstiges Flugticket zu
erstehen. Auf dem Flughafen drückte ihm plötzlich ein
wildfremder Mann ein Flugticket in die Hand...ob er
nach Montreal fliegen wollte, er bräuchte es nicht, da
sein Termin geplatzt wäre.... Hocherfreut nahm er das
Ticket und landete in Montreal. Da war er noch nie zuvor,
ist ja auch eine Ecke weg. In Montreal im Bus saß neben
ihm ein fremder Mann, sie unterhielten sich. Er erzählte,
dass er zu einem bestimmten Konzert wollte, aber noch nicht
wüsste, wo er übernachten sollte. Der Mann nahm ihn mit
in sein Haus. Mein Freund hat sich das Konzert angesehen und
seinen Aufenthalt in Montreal um einige Tage verlängert und
war der glücklichste Mensch.

Sowas ähnliches ist mir in Kanada mehrmals passiert, in
noch schönerer Weise..... erst kürzlich im Juli.

Inaktiver User
19.09.2007, 10:01
Ein Freund von mir erzählte mir, dass er zu einem Konzert
von Victoria nach Montreal wollte. Er hat eine große Familie, eigene und Pflegekinder und ist keiner armer Mann, aber jeder Cent fehlt. Trotzdem versuchte er, sich nach Montreal durchzuschlagen, weil er zu diesem Traumkonzert unbedingt
wollte.
Er fuhr mit der Fähre nach Vancouver (ca. 70 $) und
versuchte dann in Vancouver ein günstiges Flugticket zu
erstehen. Auf dem Flughafen drückte ihm plötzlich ein
wildfremder Mann ein Flugticket in die Hand...ob er
nach Montreal fliegen wollte, er bräuchte es nicht, da
sein Termin geplatzt wäre.... Hocherfreut nahm er das
Ticket und landete in Montreal. Da war er noch nie zuvor,
ist ja auch eine Ecke weg. In Montreal im Bus saß neben
ihm ein fremder Mann, sie unterhielten sich. Er erzählte,
dass er zu einem bestimmten Konzert wollte, aber noch nicht
wüsste, wo er übernachten sollte. Der Mann nahm ihn mit
in sein Haus. Mein Freund hat sich das Konzert angesehen und
seinen Aufenthalt in Montreal um einige Tage verlängert und
war der glücklichste Mensch.

Sowas ähnliches ist mir in Kanada mehrmals passiert, in
noch schönerer Weise..... erst kürzlich im Juli.

Finde ich ja schoen, was dir da widerfahren ist, aber es doch nix mit dem Thema zu tun, oder ??

Inaktiver User
19.09.2007, 13:11
Auf dem Flughafen drückte ihm plötzlich ein
wildfremder Mann ein Flugticket in die Hand...ob er
nach Montreal fliegen wollte, er bräuchte es nicht, da
sein Termin geplatzt wäre.... Hocherfreut nahm er das
Ticket und landete in Montreal. .

Ich will deinem Freund nicht zu nahe treten, aber mich würde schon interessieren, wie man ein Flugticket benutzen kann, das auf einen anderen Namen ausgestellt ist.

Brumby

Feinsinn
19.09.2007, 16:26
Ich will deinem Freund nicht zu nahe treten, aber mich würde schon interessieren, wie man ein Flugticket benutzen kann, das auf einen anderen Namen ausgestellt ist.

Brumby

Er hat es mir letztes Jahr erzählt, werde ihn anmailen, wenn
du die Details wissen willst. Wenn ich mich richtig erinnere,
wurde das Ticket umgeschrieben auf ihn auf dem Vancouver
Flughafen.

Feinsinn
19.09.2007, 16:40
Finde ich ja schoen, was dir da widerfahren ist, aber es doch nix mit dem Thema zu tun, oder ??

Hatte den Beitrag von Scintilla gelesen.....

In Kanada hatte ich öfters den Eindruck, dass Wildfremde
viel aufgeschlossener und hilfsbereiter waren und höflich,
außer ein Cop in Nanaimo. Es gab einige Situation, die
mich zum Staunen brachten. Natürlich fiel mir in den
Läden die aufgesetzte Freundlichkeit auf, über die ich
schon berichtete.

Trotzdem kann ich das meist gut unterscheiden. Ein Riesenunterschied
das Flughafenpersonal / Zollbeamte in Stuttgart
im Gegensatz zu Vancouver und Victoria in Kanada. Das sind
Welten (selten so entspanntes Flughafenpersonal gesehen, auch
untereinander), obwohl die Briten jetzt wiederum von den Deutschen die Freundlichkeit übernehmen sollen....

Vielleicht bin ich gerade denjenigen über den Weg gelaufen,
die sich keine Mühe gaben, einigermaßen freundlich zu sein....

Ich war neulich zweimal in London und es war wie immer
******* .... liegt wohl an Heathrow....und in Stuttgart
war es auch nicht besser....obwohl da wiederum die
BA-Angestellte sehr hilfsbereit war. Es war außer mir
aber niemand dort zu dem Zeitpunkt. Aber die zwei
Zollbeamte 2 m daneben haben den Unfreundlichvogel
abgeschossen, nicht zum ersten Mal.


http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,506195,00.html
Freundlichkeit lernen....


Gruss Feinsinn

http://www.canada-board.de/FUDforum/index.php?t=msg&th=801&start=0&rid=0

Inaktiver User
19.09.2007, 16:54
Hatte den Beitrag von Scintilla gelesen.....

In Kanada hatte ich öfters den Eindruck, dass Wildfremde
viel aufgeschlossener und hilfsbereiter waren und höflich,
außer ein Cop in Nanaimo. Es gab einige Situation, die
mich zum Staunen brachten. Natürlich fiel mir in den
Läden die aufgesetzte Freundlichkeit auf, über die ich
schon berichtete.

Trotzdem kann ich das meist gut unterscheiden. Ein Riesenunterschied
das Flughafenpersonal / Zollbeamte in Stuttgart
im Gegensatz zu Vancouver und Victoria in Kanada. Das sind
Welten (selten so entspanntes Flughafenpersonal gesehen, auch
untereinander), obwohl die Briten jetzt wiederum von den Deutschen die Freundlichkeit übernehmen sollen....
[/url]

Zoll und Grenzschutzbeamte sind sowieso eine Sache für sich und kaum representativ. Habe da in USA und Kanada ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Der Typ bei der Einreise in New York JFK war super-ätzend, der US Beamte in Vancouver am Bahnhof bei der Ausreise war super cool aber auch sehr gründlich mit seiner Befragung.
Bei der Einreise nach Kanada fand ich nur den Anblick des Kanadischen Beamten mit Schussweste und MP5 etwas befremdlich, der mir gesagt hat wo ich hin muss und was ich tun soll - aber nett war er auch.

P.S. Vielleicht war der Cop in Nanaimo ja wegen seiner Stadt so sauer. Nanaimo ist ja sowas von häßlich. Nach Vicoria bin ich leider nicht gekommen, aber soll ja sehr schön sein, oder?

Feinsinn
19.09.2007, 17:08
Ich war mehrmals in Nanaimo und dieses Hochhaus am
Inner Harbour verschandelt die schönste Stelle...
Die Inseln bei Nanaimo sollen wunderbar sein.... habe
es dieses Jahr nicht geschafft, sie zu besuchen, gibt ja
tausende....

In Victoria ist der Inner Harbour schön, die Stadt selber
ist normal kanadisch. Das Parlamentsgebäude und
das Empresshotel sind schon eindrucksvoll. Auch die
putzmunteren Seehunde, die verspielt sich am Hafen
rumtrollen und das ganze Drum Herum mit den
Wasserflugzeugen, Schiffen, Kreuzfahrtschiffen, die
Kunst der Natives, die weißen Pferdekutschen, die
fast schöner sind als in Wien, die Rikschas usw.
Whalewatching-Teams....

Ich werde in einigen Tagen in einer Radiosendung über
meine Eindrücke in Kanada erzählen.... , wenn du Interesse hast....

bin ich wieder am Thema vorbei....

sorry


Die coolsten Zollbeamte habe ich in Moskau erlebt....mmmh

Wimperntusche aufmachen, Kugelschreiber deklarieren und öffnen
usw. aber sie haben trotzdem ganz klasse reagiert bei
einer Extremsituation...mit Dänen....

Ich war mal bei Filmaufnahmen im Stuttgarter Flughafen einen
ganzen Tag und da waren ca. 10 oder 15 Zollbeamte und
Sicherheitspersonal ganz nah an uns dran. Keiner von denen
hat nur einmal gelächelt, wird wohl verboten sein.
Ein wichtiges ernstes Gesicht machen. Seriös halt.

Neben mir saß stundenlang eine Dame, die in einem
James Bond Film gepasst hätte von früher, aber nicht
bei den Guten.... manchmal machte ich absichtlich
ruckartige Bewegungen und stand auf und sie reagierte
sofort. Meist lächelte ich das Flughafenpersonal an und
sie waren tapfer wie die Palastwache der Queen und
zeigten fast keine Regung..... war schon interessant.

Lisa_S
19.09.2007, 17:14
Freundlichkeit und Manieren haben nichts mit der Nationalität, sondern sehr viel mit der Kinderstube zu tun. :zwinker:

Inaktiver User
19.09.2007, 17:24
Freundlichkeit und Manieren haben nichts mit der Nationalität, sondern sehr viel mit der Kinderstube zu tun. :zwinker:

.." die Kinderstube "

Ein Allgemeinplatz..

Ersetze ich das mit " Kultur " so gibt es in meinen Augen einfach in Deutschland weniger von dieser Kultur /
in Deutschlands Kulturbeutel weniger als anderenorts..

Zig Menschen " aus dem Ausland " klagen über Kälte hier und meinen nicht das Wetter..

Wer sich aber selbst für höflich hält und demonstriert grob und unhöflich und ignorant zu sein, der wird sicher nicht bemerken, dass es Unterschiede gibt..

Ein Blick über den Tellerand genügt oft : viele Menschen unterschiedlchster Kulturen zu kennen, zu erleben..dann fühlt man auch, was wahr ist an dem Vorwurf, auch wenn es hier in Deutschland auch warme und auch höfliche Menschen gibt..

Aber das, was mancher Deutschländer für höflich hält, ist GROB..

Und mir fällt ein Kuriosum auf : gerade die, die mir hier in dieser Onlinecomunity als sehr grob und unhöflich erschienen, weisen
den Vorwurf an die Deutschen weit von sich..ÜBERLAUT. Das ist doch bezeichnend..und bestätigt mir, dass meine Vermutung richtig ist : die Wahrnehmung scheint anders zu sein..ver-rückt ;-))

Nolita
19.09.2007, 18:07
Aha, und dein Ausspruch

"Aber das, was mancher Deutschländer für höflich hält, ist GROB..!"

ist sicher höflich und zeugt von Kultur?

Du wirfst anderen Menschen negative Eigenschaften vor und wirfst sie alle in einen Topf. Das ist in meinen Augen auch nicht gerade vorbildlich.

Polarstern
19.09.2007, 20:40
Zig Menschen " aus dem Ausland " klagen über Kälte hier und meinen nicht das Wetter..
Zig Menschen aus dem Ausland fühlen sich hier pudelwohl und das wohl kaum wegen des Wetters...


Wer sich aber selbst für höflich hält und demonstriert grob und unhöflich und ignorant zu sein, der wird sicher nicht bemerken, dass es Unterschiede gibt..

Ein Blick über den Tellerand genügt oft : viele Menschen unterschiedlchster Kulturen zu kennen, zu erleben..dann fühlt man auch, was wahr ist an dem Vorwurf, auch wenn es hier in Deutschland auch warme und auch höfliche Menschen gibt..

Aber das, was mancher Deutschländer für höflich hält, ist GROB..
Linwen,
mit wievielen Ausländern hast Du eigentlich so täglich zu tun? Weil Du Dir da ja so sicher bist. Ich arbeite mit sehr vielen Menschen vieler Nationen täglich zusammen, verbringe einen Großteil meiner Freizeit mit ihnen, habe jetzt drei ausländische Mitbewohnerinnen verschlissen - und keiner von diesen vielen Menschen findet Deutsche besonders grob oder unhöflich.


Und mir fällt ein Kuriosum auf : gerade die, die mir hier in dieser Onlinecomunity als sehr grob und unhöflich erschienen, weisen
den Vorwurf an die Deutschen weit von sich..ÜBERLAUT. Das ist doch bezeichnend..und bestätigt mir, dass meine Vermutung richtig ist : die Wahrnehmung scheint anders zu sein..ver-rückt ;-))
Weil ja auch jede hier so schreibt, wie sie sich auch im wahren Leben verhält, man ist ja nie unter Zeitdruck hier und hat immer eine Menge Zeit, jeden Beitrag bis ins kleinste Detail auszuformulieren ...

Linwen, gerade Du hast die Augen so gar nicht auf für Neues, unerwartetes, vom Schema abweichendes.

Träum weiter süß...
Polarstern

Polarstern
19.09.2007, 20:45
Ich war neulich zweimal in London und es war wie immer
******* .... liegt wohl an Heathrow....und in Stuttgart
war es auch nicht besser....obwohl da wiederum die
BA-Angestellte sehr hilfsbereit war. Es war außer mir
aber niemand dort zu dem Zeitpunkt. Aber die zwei
Zollbeamte 2 m daneben haben den Unfreundlichvogel
abgeschossen, nicht zum ersten Mal.

Mach Dir nicht zu viele Gedanken über Heathrow, Feinsinn. Die meisten Engländer, die ich kenne, würden alles tun, um nicht von dort fliegen zu müssen. Mr. Polarstern ist Brite aus dem Londoner Umland und meidet den Flughafen wo er nur kann. Die Horrorgeschichten in unserem Umfeld sind Legion...

LG
Polarstern

blackdog
22.09.2007, 23:56
Nein, da verwechselst Du mich.
Mein zweiter Vorname ist "Höflichkeit". Danach ist diese Eigenschaft bei anderen Menschen überhaupt benannt worden.

...hab's jetzt erst gelesen... sorry, dass ich dich verwechselt habe!

Chinaladen
23.09.2007, 06:07
Eigentlich ist es doch goldig! Da sitzen die grobschlaechtigen, ungehobelten Teutonen mal wieder beisammen und gruebeln darueber, dass sie ja so unhoeflich sind...

Eigentlich sind wir doch schrecklich selbstkritisch, oder? Welche andere Nationalitaet macht sich eigentlich solch unsinnigen Gedanken?

Ich war dieses Wochenende mit Amerikanern konfrontiert, deren Komisston mir gegenueber so ungeheuerlich war, dass mir der Mund jetzt noch offensteht. Aber hallo!

Gleichzeitig standen die freundlichsten Amis direkt daneben.

Das ist in Deutschland ebenso. Der UNTERSCHIED ist nur der, dass Deutsche sich nur die negativen Erlebnisse im eigenen Land merken. Im Ausland machen wir dann auf tolerant und nehmen jede noch so oberflaechliche, nicht ernst gemeinte Freundlichkeit todernst.

Ich bleibe dabei: jeden Tag an sich selbst arbeiten und selbst freundlich sein. Dann ersparen wir uns diese Diskussion eigentlich ganz!

:blumengabe:

Inaktiver User
23.09.2007, 06:28
Sorgen gibts.

Wolfgang60
26.09.2007, 17:51
Zu Höflichkeit habe ich zwei Geschichten:
1. In den USA: Da wird man immer superhöflich angelächelt, dass es einem irgendwann mal richtig doll auf den Keks geht. Und dann noch: Es ist nur Fassade und nichts dahinter:
Ankunft in einem besseren Hotel in Boston: Vormittags: Das warme Wasser ging nicht. Die Frau an der Reception superfreundlich und richtig nervtötend entschuldigt und Besserung versprochen. Dann mittags immer noch kein warmes Wasser: Der nächste, supersüß lächelnd, versprach sofort jemanden zur Reparatur herzuschicken. Abends, richtig Streit, dann lächelte niemand mehr so superblöde, nachdem ich mit sofortigem Auszug gedroht habe, wurde die Sache dann geregelt.

Nächste Geschichte: Spielte sich wieder in einem Hotel ab. In Berlin. Wieder mal im Bad, dort funktionierte das Licht nicht. An der Reception war man eher berlinerisch kalt, aber in 10 Minuten war die Sache in Ordnung.
Also: Mittlerweile hasse ich die saublöde Dummlächelei der Amerikaner, und liebe die eher unterkühlte, jedoch auf den Kunden weit mehr eingehende Art der Europäer.
Wolfgang

blackdog
26.09.2007, 18:14
Eigentlich ist es doch goldig! Da sitzen die grobschlaechtigen, ungehobelten Teutonen mal wieder beisammen und gruebeln darueber, dass sie ja so unhoeflich sind...

Ich bleibe dabei: jeden Tag an sich selbst arbeiten und selbst freundlich sein. Dann ersparen wir uns diese Diskussion eigentlich ganz!


ich finde es nicht freundlich, wenn du hier alle grobschlaechtige und ungehobelte teutonen nennst...

also bitte auch etwas mehr freundlichkeit von dir, gell :zwinker:

.... wieso eigentlich teutonen, ich dachte wir stammen von den barbarischen germanen ab...? :freches grinsen:

Inaktiver User
27.09.2007, 08:33
Ich von den Kelten (Blutgruppe 0, rh -).
Mit französischer, polnischer, griechischer und vor allem fränkischer Beimischung.

Inaktiver User
04.10.2007, 12:37
Ich von den Kelten (Blutgruppe 0, rh -).
Mit französischer, polnischer, griechischer und vor allem fränkischer Beimischung.


Höflichkeit ist eine Frage der Erziehung, nicht der Abstammung.

Pirlipat

Inaktiver User
04.10.2007, 13:57
Ich war nicht die, die das Benehmen an der Zugehörigkeit von Nationalität oder Gruppen festmacht.

Asphaltblume
05.10.2007, 12:46
Ich war jetzt gerade in Paris, und da hab ich mehrfach mit Menschen gesprochen, die ganz begeistert von Berlin und den freundlichen Menschen dort waren. *staun* Andererseits hab ich einige feste Rempler mit dem Ellbogen in der Métro auch darauf zurückgeführt, dass wir (Exkursionsgruppe) an unserer Unterhaltung als boches erkennbar waren, sonderlich eng wars da nämlich nicht...

Das allgemeine Höflichkeitsniveau empfand ich aber als ähnlich wie zuhause. Und mein gebrochenes Französisch traf durchaus auf Verständnis, früher war das wohl anders. (Ich habs immerhin versucht, nä?)

Dani
06.10.2007, 17:20
Ich finde Deutsche nicht weniger nett, als wenn ich z.B. im europäischen Ausland bin.

Viele Deutsche gerade im Norden wirken nur im Moment muffelig.
Aber wenn man sie freundlich anlächelt und selbst ein paar nette Worte sagt, geht auch da die Sonne auf.

Auch meine ich festgestellt zu haben, dass das auch mit dem Wetter bei uns im Norden zusammenhängt.

Je mehr die Sonne scheint, desto lockerer und fröhlicher benehmen sich die Menschen.

Cassis
08.10.2007, 12:30
Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist dass sich die Leute nicht gern bedanken.
Ich werde sehr häufig nach dem Weg gefragt (wohne in der Nähe einiger Museen) und viele Deutsche bedanken sich nicht. Sondern kucken sich um und traben in die angegebene Richtung.
Einmal musste ich mir sogar eine Tirade auf Schwäbisch anhören wie schlecht hier alles ausgeschildert ist.

Chinaladen
08.10.2007, 12:35
Freu Dich doch, Cassi! So kannst Du Deine Schwäbischkenntnisse umsonst auffrischen...

Cassis
08.10.2007, 12:47
:lachen: Soll ich jetzt schimpfend durch Stuttgart ziehen? :zwinker:

Da werde ich bestimmt zum Thema eines Stranges

Inaktiver User
08.10.2007, 13:02
Was mir in letzter Zeit aufgefallen ist dass sich die Leute nicht gern bedanken.
Ich werde sehr häufig nach dem Weg gefragt (wohne in der Nähe einiger Museen) und viele Deutsche bedanken sich nicht. Sondern kucken sich um und traben in die angegebene Richtung.
Einmal musste ich mir sogar eine Tirade auf Schwäbisch anhören wie schlecht hier alles ausgeschildert ist.

Auch wenn ich dafür hier bei Bri schon sowas von z.S. gemacht wurde, ich sag dann immer sehr freundlich: Danke, dass ich Ihnen helfen durfte (oder konnte)! :freches grinsen:
Jeden Tag eine gute Tat!!!

Chinaladen
08.10.2007, 13:05
@Cassis:

Hm... vielleicht fällst Du unter Stuttgarts Bruddler gar nicht so auf? :smile:

Mit Schwaben ist es mit Hunden:
Der meint es doch gar nicht so, der will nur spielen!

Wolfgang60
08.10.2007, 14:40
Dann denke ich wieder mal an den Spruch (aus Karlsruhe). Es gibt Badische und Unsymbadische.
Ok. Ich muß ganz ruhig sein, bin mittendrin geboren im Lande der "unsymbadischen".
Wolfgang

Inaktiver User
09.10.2007, 12:07
Dann denke ich wieder mal an den Spruch (aus Karlsruhe). Es gibt Badische und Unsymbadische.


... und dann gibt es noch die Schwürtis.

Herzliche Grüße aus Unterfranken

Pir

Wolfgang60
09.10.2007, 16:25
... und dann gibt es noch die Schwürtis.

Herzliche Grüße aus Unterfranken

Pir
ganz dumm gefragt. who the fuck are "schwürtis"

Inaktiver User
10.10.2007, 08:37
..... fragt sich eine Mittelfränkin.

Inaktiver User
10.10.2007, 10:01
Schwürti = Sch****würtenberger :fg engel:

Dramateuse
10.10.2007, 11:07
Schwürti = Sch****würtenberger :fg engel:

Diese Aussage ist dann bezeichnend für die Badener Mentalität? Dann will ich dort nicht hin! :ooooh:

Inaktiver User
10.10.2007, 11:49
Ihr müsst zumindest zugeben, dass Schwürti irgenwie "lieb" klingt, höflicher jedenfalls als Sch** würtenberger.

Pir

Dramateuse
10.10.2007, 12:03
Aber wenigstens hat das ganze Thema eine lustige unerwartete Wendung genommen!

Nicht mehr: Deutsche unhöflich?
Sondern: Welche Deutsche unhöflich?

:freches grinsen:

Inaktiver User
10.10.2007, 12:16
Auf den ersten Blick: Mittelfranken.
Das liegt aber nur daran, dass wir nicht aufdringlich sein wollen.
Wenn wir dann mal "warm" werden, hat man einen Freund für's Leben.

Dramateuse
10.10.2007, 12:21
Genau das macht man den armen Württenbergern zum Vorwurf!

Es muss der Neid sein, seufz....:smirksmile:

Inaktiver User
10.10.2007, 14:01
Oh - Ihr kennt uns Hessen nicht!!
In diesem schönen Landstrich glaubt man, daß Freundlichkeit was mit Einschleimen zu tun hat. Wer freundlich ist, wird erst mal mißtrauischst beschnuffelt, denn man hegt den Verdacht, der will irgendwas von einem.
Ganz anders in Bayern: da grüßen einen wildfremde Menschen, lächeln einen an, wollen ins Gespräch kommen.
Das würde einem in Hessen niemals passieren. Hier muss man schon froh sein, wenn jemand bitte oder danke formulieren kann und man auf ein freundliches "guten Tag" überhaupt eine Antwort erhält.

Ist mir kürzlich im tiefsten Wald beim joggen passiert: mir kommt ein älteres Ehepaar entgegen und ich grüße.
Statt einer Antwort irritiertes Stirnrunzeln und ich konnte noch hören, wie sie ihn säuerlich fragte: "Warum grüßt die dann? Kennst Du die etwa???"
Tja...

Inaktiver User
10.10.2007, 20:02
Oh - Ihr kennt uns Hessen nicht!!
In diesem schönen Landstrich glaubt man, daß Freundlichkeit was mit Einschleimen zu tun hat. Wer freundlich ist, wird erst mal mißtrauischst beschnuffelt, denn man hegt den Verdacht, der will irgendwas von einem.
Ganz anders in Bayern: da grüßen einen wildfremde Menschen, lächeln einen an, wollen ins Gespräch kommen.
Das würde einem in Hessen niemals passieren. Hier muss man schon froh sein, wenn jemand bitte oder danke formulieren kann und man auf ein freundliches "guten Tag" überhaupt eine Antwort erhält.

Ist mir kürzlich im tiefsten Wald beim joggen passiert: mir kommt ein älteres Ehepaar entgegen und ich grüße.
Statt einer Antwort irritiertes Stirnrunzeln und ich konnte noch hören, wie sie ihn säuerlich fragte: "Warum grüßt die dann? Kennst Du die etwa???"
Tja...




Ruby,

Du lebst offenbar in einem ganz anderen Hessen als ich.


Vor einiger Zeit hast Du schon einmal etwas Ähnliches geschrieben:




Ich bin Hessin und war soeben eine Woche im Bayern.
Was soll ich sagen? Ich bin noch nie so zuvorkommend und höflich behandelt worden wie eben in Bayern. Ausgesprochen zuvorkommender Service in den Geschäften, hilfsbereites, sympatisches unaufdringliches Personal im Hotel - und selbst die Leute, denen man in "freier Wildbahn" begegnet grüßen und haben zeit für ein kurzes Schwätzchen.

Hier in Hessen in Freundlichkeit sehr relativ ;-) - bloß kein überflüssiges Gebabbel, zuviel Nettigkeit erregt hier tiefes Mißtrauen (was will dann der von mir?). Wer zuviel redet, gilt aus "Schlechtschmus-Schwätzer" oder "Dummbabbeler" - und das ist ganz übel. Einschleimen tut sich der Hesse aus Prinzip nicht.
Da donnert man "Ei Guude!" und flötet nicht "Griaß Gott".
Ohne Grund lächeln? Kommt für einen gestandenen Vogelsberger oder Frankfurter nicht in die Tüte. Man will sich ja nicht lächerlich machen, gell.
Der Hesse ist eher derb und urtümlich - aber deshalb noch lange kein schlechter Mensch...
Ruby


Ob man "Ei guude, wie?" oder "Griaß Gott!" donnernd oder flötend empfindet, ist Geschmackssache. Ich bin übrigens im Vogelsberg aufgewachsen, habe lange in Frankfurt gelebt und bin immer noch in Hessen ansässig.
(Im Vogelsberg sagt man übrigens eher "No, wei dann?" statt "Ei guude, wie?" - letzteres ist Südhessisch.)


Es kann gut sein, dass die Menschen gesprächiger sind / eher mit Fremden Smalltalk machen, je weiter man in Deutschland gen Süden reist.

Allerdings habe ich nicht die Erfahrung gemacht, dass Freundlichkeit hier in Hessen Misstrauen erregt. Bitte und Danke habe ich schon häufig aus hessischen Mündern gehört. Ich glaube Dir das Erlebnis mit den Joggern, doch zumindest in kleineren Städten und Dörfern werden beim Spazieren gehen und Joggen in aller Regel auch Unbekannte gegrüßt. In Großstädten ist das wohl allgemein nicht üblich, weder in Frankfurt noch in München oder anderswo.
Und ich bin hierzulande auch schon oft mit Fremden (aber der Sprache nach eindeutig Hessen!) sehr nett und unverbindlich ins Gespräch gekommen.


Zu Bayern - und ich meine jetzt den Volksstamm, nicht das Bundesland!
Ich bin dienstlich öfter in München. Schöne Stadt, und die Leute sind meist sehr freundlich. Mir kommt's aber manchmal sehr oberflächlich vor. So lange man nur zu Gast ist bzw. auf der Durchreise, ist das in Ordnung. Bei näherem Kontakt entdecke ich bei Bayern aber sehr häufig eine ganz spezifisch bayerische Form von Arroganz, die den Eindruck der (vordergründigen) Freundlichkeit ganz schnell wieder zunichte macht:

Ich habe beruflich auch mit einigen Bayern zu tun, und zwar mit den meisten immer wieder. Bei aller vordergründigen Freundlichkeit fallen früher oder später immer wieder Sprüche wie "Bei uns ist es schön, aber hier doch nicht!" (Auch schon von Bayern gehört: "Ich würde nie in die neuen Länder oder nach Norddeutschland fahren, ich weiß doch, dass es dort nicht schön ist." Aha. Mit so viel vorausschauender Allwissenheit ist der doofe Durchschnittshesse natürlich nicht gesegnet.) Die Krönung, die früher oder später immer kommt: "Wir Bayern müssen Euch endlich mal Kultur beibringen!"
Diese Äußerung haben Bayern in meiner Gegenwart auch schon gegenüber Berlinern, Rheinländern, Hamburgern usw. gemacht.

Und das ist für mich viel schlimmer als alle Unhöflichkeit: In einer solchen Äußerung zeigen sich für mich der Unwille bzw. die Unfähigkeit, andere zu achten. Es steht jedem frei, bestimmte Gegenden und Städte schön oder nicht schön zu finden. Aber zu sagen, "wir müssen Euch endlich Kultur beibringen" impliziert, dass man dem Gegenüber abspricht, selbst eine Kultur zu haben. Damit greift man auch seine Würde an. Diese spezifische Mischung aus Arroganz und Sendungsbewusstsein habe ich bisher wirklich vor allem bei Bayern erlebt. Nicht bei allen, aber bei sehr, sehr vielen.
Wohlgemerkt: Bayern, nicht Franken!

Da ist mir das hessisch-liberale "lärwe irn lärwe losse" ("leben und leben lassen) allemal lieber.

Im Gegensatz zu den Erfahrungen mit vielen Bayern habe ich mit den ach-so-drögen-und-muffeligen Norddeutschen keine solchen Erfahrungen gemacht. Sie lieben ihre Heimat (Pommern, Holstein, Mecklenburg, Hamburg, Lübeck, Greifswald,... was auch immer), lassen anderen aber auch die Würde, deren Heimat zu lieben und schön zu finden. Das hat weniger mit Höflichkeit als mit Achtung zu tun.

Ich will damit das, was ich in früheren Beiträgen geschrieben habe, keineswegs negieren. Ich fühle mich nach wie vor von den meisten Menschen in Deutschland höflich behandelt. Allerdings fühle ich persönlich mich wohler, wenn jemand zwar vielleicht anfangs zurückhaltender ist (Hessen, Norddeutsche), aber nicht von so viel teilweise selbstgerechtem Sendungsbewusstsein erfüllt ist, wie ich es bei einigen Bayern erleben durfte.

Giuliana
20.10.2007, 19:12
Hallo zusammen,

auch ich finde, dass die meisten Deutschen keinen Anstand haben und unhöflich sind. Beim Einkaufen fällt es mir auch immer wieder auf wie unfreundlich Verkäufer/innen sind. Es wird z. B. kein nettes "Guten Tag", "Danke" oder "Auf Wiedersehen" erwidert.

Dieses Jahr haben wir eine Kreuzfahrt gemacht und wenn wir z. B. im Aufzug waren und Leute eingestiegen sind, haben diese es in den meisten Fällen nicht mal für nötig gehalten "Guten Morgen" oder "Guten Tag" zu sagen. Wenn ich dann kurze Zeit später sie freundlich angeschaut habe und "Guten Tag" sagte, schaute man mich auch total verdattert an, so nach dem Motto "Was will die denn???".
Auf dem Schiff gab es in den Restaurants Tische für 4, 6 oder 8 Personen. Wenn sich jemand zu uns an den Tisch saß wurde zwar gefragt, ob schon besetzt ist oder nicht, aber auch dort begrüßten uns die Wenigsten oder sagten "Guten Appetit".

Mich hat das Verhalten vieler Leute sehr gewundert. Meist waren es wirklich auch "ältere Leute" (ich bin 26 und mein Mann 30) wo man meinen könnte, dass diese ja ein bisschen Anstand und Knigge besitzen.

Tja mit Geld kann man wohl nicht alles kaufen - Gott sei Dank -.

Tahnee
21.10.2007, 09:23
Also ich würde, wenn ich in den Fahrstuhl einsteige, auch nicht unbedingt grüßen. Deswegen bin ich aber noch lange nicht unhöflich.

Megan_Rose
21.10.2007, 18:17
Bei mir käme es auf den jeweiligen Fahrstuhl an. In einem Kaufhausfahrstuhl mit ausschließlich fremden Leuten würde ich nicht grüßen. In der Firma dagegen auf jeden Fall, auch wenn ich nicht alle Kollegen persönlich kenne.

Polarstern
22.10.2007, 13:22
Dieses Jahr haben wir eine Kreuzfahrt gemacht und wenn wir z. B. im Aufzug waren und Leute eingestiegen sind, haben diese es in den meisten Fällen nicht mal für nötig gehalten "Guten Morgen" oder "Guten Tag" zu sagen. Wenn ich dann kurze Zeit später sie freundlich angeschaut habe und "Guten Tag" sagte, schaute man mich auch total verdattert an, so nach dem Motto "Was will die denn???".
Auf dem Schiff gab es in den Restaurants Tische für 4, 6 oder 8 Personen. Wenn sich jemand zu uns an den Tisch saß wurde zwar gefragt, ob schon besetzt ist oder nicht, aber auch dort begrüßten uns die Wenigsten oder sagten "Guten Appetit".

Ich grüße auch nie, wenn ich einen Fahrstuhl betrete, und finde mich deshalb noch lange nicht unhöflich.

Wenn ich mir mit jemandem zwangsweise einen Tisch teilen muß, begrüße ich diejenigen, fange aber auch kein Gespräch an oder wünsche guten Appetit.

Außerdem ist es in vielen anderen Ländern nicht üblich, "Guten Appetit" zu wünschen, es gibt dort nicht mal einen Ausdruck dafür - soviel mal zu der Unhöflichkeit der Deutschen... :freches grinsen:

LG
Polarstern

Giuliana
24.10.2007, 08:13
Hallo,

also es ist schon so, dass ich auch im Kaufhausaufzug nicht grüße. Aber dort wo wir die Kreuzfahrt gemacht haben, da sieht man die Leute und kennt viele schon vom sehen und da finde ich es einfach höflich, wenn man grüßt. Kostet es soviel Überwindung einfach mal ein nettes "Hallo" oder "Guten Tag" zu sagen???

Inaktiver User
24.10.2007, 08:54
Ich würd mir schon Gedanken machen, wenn alle so unhöflich zu mir sind. Wer nicht zu viel erwartet, wird nicht zu arg enttäuscht.

Warum diese Erwartungshaltung, wenn die Deutschen kein Benehmen haben und unhöflich sind? Diese Einstellung strahlt doch aus, die Reaktion der Umwelt ist nicht überraschend.
Ich vermute, dass die paar, die nicht gegrüsst haben, sehr praktisch die Vorurteile bedient haben.

Twinkie
02.11.2007, 12:59
Hab mal wieder in meinen eigenen Strang von August geschaut... find ich ja cool dass der immer noch genutzt wird.
Beim Lesen faellt auf: Diejenigen die am meisten davon ueberzeugt sind, dass Deutsche nicht unhoeflich sind fallen zum Einen durch Unhoeflichkeit und zum anderen durch offensichtlich fehlende Auslandserfahrung auf.. . um den Unterschied zu sehen muss man naemlich auch mal woanders gewesen sein, und ich rede nicht vom Robinsonclub auf Kreta oder zwei Wochen Pauschalurlaub auf Malle:zwinker:
nach zwei Monaten heimaturlaub bin ich wieder in Vancouver- vieeeel besser. Mein persoenliches Fazit ist, dass meine kanadisch angehauchten Umgangsformen (ist im Endeffekt einfach eine Gewohnheit) sehr gut angekommen sind. Das obligatorische Laecheln wenn man mit jemandem spricht kam immer gut an, Leute lachen zurueck und sind freundlicher. Wie es in den Wald hineinruft....
Schlimmstes Erlebnis in D war folgendes: Stehe an der Kasse bei Schlecker und brauche eine Nanosekunde zu lange um mein Deodorant in meine Tasche zu stopfen. Als ich gehe und keine zwei Meter weg bin faengt die Frau die hinter mir stand an, sich ueber meine Langsamkeit zu beschweren, und man koenne das ja auch auf dem Weg nach draussen machen und wie unverschaemt das sei. und ich war wohlbemerkt nicht im Halbschlaf oder so als ich meine Einkaufe eingepackt hab! Ja, bin ich denn Deo kaufen oder auf der Flucht?!?!?!?!? Habe der Frau dann in ruhigem und freundlichen Ton gesagt dass ich es eigentlich nicht nett finde so unschoen ueber mich zu sprechen und hab ihr noch einen entspannten Tag gewuenscht. Auf die eigene Unhoeflichkeit angesprochen war sie dann auf einmal sprachlos.
Was mir gerade heute im Supermarkt aufgefallen ist; folgende Situation: Es ist eine lange Schlange an der Kasse. Nach einer Weile oeffnet die Nachbarkasse. Moeglichkeit A: Alles rennt wie bekloppt zu neuen Kasse -wir befinden uns in... ja, richtig Deutschland. Moeglichkeit B: Diejenigen die in der Warteschlange vorne standen- sprich im Vorfeld am laengsten gewartet haben- gehen zuerst, der Rest folgt in gleiche Reihenfolge.
Aehnlich ist Busfahren. Hier in Kanada stehen die Leute in Reihe am Haltestellenschild bevor der Bus ueberhaupt da ist. Wenn er da ist steigen alle ruhig ein, ohne zu draengeln oder zu schubsen.

Bin echt froh dass ich es mal wieder fuer eine Weile hinter mir hab:freches grinsen:

Amely
02.11.2007, 13:23
Ich habe auch schon gehört, dass die Kanadier viel entspannter und freundlicher sind.

Es könnte auch mit dem dünnbesiedelten Land zusammenhängen und der Natur außenherum. Einige gute Bekannte von mir leben in Kanada (Vancouver). Meine Eltern haben sie auch besucht (meine Vater wollte früher immer dorthin auswandern).

Ich würde auch lieber in Kanada wohnen als hier in diesem dichtbesiedelten Mitteleuropa.

bonjour
03.11.2007, 12:00
Beim Lesen faellt auf: Diejenigen die am meisten davon ueberzeugt sind, dass Deutsche nicht unhoeflich sind fallen zum Einen durch Unhoeflichkeit und zum anderen durch offensichtlich fehlende Auslandserfahrung auf..

Bin echt froh dass ich es mal wieder fuer eine Weile hinter mir hab:freches grinsen:

Hallo Twinkie !

Da bin ich gar nicht einverstanden.... ich war vor kurzem wieder in Deutschland und habe wieder an dieses Thema gedacht und beobachtet, ob die Deutschen wirklich unhöflich (und/oder unfreundlich) sind.... keine Spur davon! Überall, wo ich war, fand ich die Leute sehr freundlich und höflich... und fehlende Auslandserfahrung habe ich bestimmt nicht, da ich eine Ausländerin bin (und nicht in Deutschland lebe)...

Viele Grüsse,
bonjour :smile:

Polarstern
03.11.2007, 12:40
...
Beim Lesen faellt auf: Diejenigen die am meisten davon ueberzeugt sind, dass Deutsche nicht unhoeflich sind fallen zum Einen durch Unhoeflichkeit und zum anderen durch offensichtlich fehlende Auslandserfahrung auf.. . um den Unterschied zu sehen muss man naemlich auch mal woanders gewesen sein, und ich rede nicht vom Robinsonclub auf Kreta oder zwei Wochen Pauschalurlaub auf Malle:zwinker:
...

Bin echt froh dass ich es mal wieder fuer eine Weile hinter mir hab:freches grinsen:
Da sich das wohl auch auf mich bezieht: ich bin beruflich viel im Ausland (auch für Monate), lebe und arbeite mit Ausländern hier in Deutschland und reise recht gern.
Trotzdem finde ich Deutsche nicht auffällig unhöflicher. Ich bin selten so aggressiv angepampt worden wie in den letzten Tagen in Washington.

Was ich mich aber schon frage: wenn Dich die Unfreundlichkeit so sehr stört, warum kommst Du dann für zwei Monate auf Heimaturlaub? :wie?:

LG
Polarstern

Twinkie
03.11.2007, 15:55
Masochismus:freches grinsen:Familie, und so.

Inaktiver User
04.11.2007, 07:38
ganz ehrlich..
ich finde die Deutschen überhaupt nicht unhöflich nur etwas steif! und gefühlskontrolliert:freches grinsen:

man lebe mal in Griechenland od. in Honkong..
da ist man froh, wieder zu Dtl. zu sein..:smirksmile:

Dobermann
04.11.2007, 09:13
Hallo Twinkie !

Da bin ich gar nicht einverstanden.... ich war vor kurzem wieder in Deutschland und habe wieder an dieses Thema gedacht und beobachtet, ob die Deutschen wirklich unhöflich (und/oder unfreundlich) sind.... keine Spur davon! Überall, wo ich war, fand ich die Leute sehr freundlich und höflich... und fehlende Auslandserfahrung habe ich bestimmt nicht, da ich eine Ausländerin bin (und nicht in Deutschland lebe)...

Viele Grüsse,
bonjour :smile:


:blumengabe: bonjour
somos europeos

:Sonne: dobermann

bonjour
04.11.2007, 09:25
:blumengabe: bonjour
somos europeos

:Sonne: dobermann

Ahi te doy toda la razón... así me siento yo!... y para que discutir sobre pequeñeces?!

Un saludo muy especial,
bonjour :Sonne: :smile:

Feinsinn
04.11.2007, 11:19
Was mir gerade heute im Supermarkt aufgefallen ist; folgende Situation: Es ist eine lange Schlange an der Kasse. Nach einer Weile oeffnet die Nachbarkasse. Moeglichkeit A: Alles rennt wie bekloppt zu neuen Kasse -wir befinden uns in... ja, richtig Deutschland. Moeglichkeit B: Diejenigen die in der Warteschlange vorne standen- sprich im Vorfeld am laengsten gewartet haben- gehen zuerst, der Rest folgt in gleiche Reihenfolge.
Aehnlich ist Busfahren. Hier in Kanada stehen die Leute in Reihe am Haltestellenschild bevor der Bus ueberhaupt da ist. Wenn er da ist steigen alle ruhig ein, ohne zu draengeln oder zu schubsen.

Bin echt froh dass ich es mal wieder fuer eine Weile hinter mir hab:freches grinsen:

Hallo twinkie

Bevor ich zum erstenmal nach Vancouver oder British
Columbia oder Alberta kam, sagten mir Bewohner von dort
(vor allem Deutsche, die dort längere Zeit lebten und arbeiteten),
dass die Bewohner aller Nationen von Vancouver Island und
B.C. besonders freundlich / höflichwären, aber es wäre schon spürsam anders in Alberta, wo der große Ölboom ist und in den
Ballungszentren dort. Dort wäre es teils auffällig anders.
Großes Business / Hektik.

Obwohl ich die Menschen auf Vancouver Island (die größte Insel Nordamerikas....) als die freundlichsten Menschen (Busfahrer, Servicepersonal, Verkaufspersonal....) empfand, habe ich dort auch anderes erlebt - erst vor kurzem.

Die Cops scheinen dort härter und gnadenloser zu sein in
Kanada. Ein Cop hat meine deutsche Begleiterin in Nanaimo
total ignoriert. Er saß in seinem Polizeifahrzeug im Park vor
dem Touristzentrum in Nanaimo, Fenster offen. Wir parkten
neben ihn. Nichts war los dort. Sie hat ihn zigmal angesprochen:
Hello Sir....! Sie war Luft für ihn.

Andere Situation. Mein Handy war defekt
und ich hatte einige heftige Situationen davor und brauchte es
dringend. Telefonieren ist in Kanada manchmal ziemlich
kompliziert, wenn man unterwegs ist. Bin in einen Handyladen von Telus in Duncan
(vor kurzem). Ein nicht gerade freundlicher junger Mann
ließ mir kaum die Chance, dass mein Handy wieder funktioniert.
Ich sollte lieber mal eben in Kanada einen neuen Handyvertrag
abschließen. Zum Glück bekam eine ältere Telus-Mitarbeiterin
das mit und meine beharrliche Frage: Geht es nicht doch
zum reparieren. Sie griff beherzt ein und in zwei Minuten
war mein Handy wieder benutzbar und ich konnte nachts
um 24 h um Hilfe rufen nach Deutschland, als jemand 20
Minuten an meine Moteltüre bockelte, ohne was zu sagen....

Und um mich herum waren so viele Geräusche von unhöflichen
Menschen....

schönen Gruß nach Vancouver

Feinsinn

Dobermann
04.11.2007, 11:22
Ahi te doy toda la razón... así me siento yo!... y para que discutir sobre pequeñeces?!

Un saludo muy especial,
bonjour :Sonne: :smile:

pienso como tú... discutir sobre esta tema no vale la pena.
Hay gente en todo el mundo asi o asi.

muchisimas saludos a ti :blumengabe: :zwinker:

:Sonne: dobermann

Polarstern
04.11.2007, 14:25
Masochismus:freches grinsen:Familie, und so.
Versteh' ich... :freches grinsen:

Twinkie
04.11.2007, 19:13
Die Cops scheinen dort härter und gnadenloser zu sein in
Kanada.

Feinsinn

Ja, das stimmt zweifelsohne. Da wird auch nicht lange gefackelt wenns irgendwo mal Ärger gibt. Bestes Beispiel ist Vancouver Samstagabends. Wenn da mal jemand angetrunken rumläuft, ein wenig Lärm macht... in D würden die Polizisten wahrscheinlich es mit gut zureden probieren. Hier in Van werden Laute mal fix mit fiesem Polizeikarate auf den Boden befördert und in Handschellen gestopft.
Nicht so freundlich!:freches grinsen:

bonjour
04.11.2007, 20:59
Ja, das stimmt zweifelsohne. Da wird auch nicht lange gefackelt wenns irgendwo mal Ärger gibt. Bestes Beispiel ist Vancouver Samstagabends. Wenn da mal jemand angetrunken rumläuft, ein wenig Lärm macht... in D würden die Polizisten wahrscheinlich es mit gut zureden probieren. Hier in Van werden Laute mal fix mit fiesem Polizeikarate auf den Boden befördert und in Handschellen gestopft.
Nicht so freundlich!:freches grinsen:

Also ist doch nicht alles so rosig in Kanada...

Gruss aus Paris,
bonjour :blume:

Inaktiver User
05.11.2007, 08:56
Zitat:
Zitat von bonjour
Ahi te doy toda la razón... así me siento yo!... y para que discutir sobre pequeñeces?!

Un saludo muy especial,
bonjour

pienso como tú... discutir sobre esta tema no vale la pena.
Hay gente en todo el mundo asi o asi.

muchisimas saludos a ti

dobermann



weil wir beim Thema sind:

Ist es eigentlich höflich, sich in einem deutschsprachigen Forum auf spanisch auszutauschen?

pirlipat

bonjour
05.11.2007, 10:00
weil wir beim Thema sind:

Ist es eigentlich höflich, sich in einem deutschsprachigen Forum auf spanisch auszutauschen?

pirlipat

Ok, pirlipat, du hast recht, sorry.

Gruss,
bonjour

Dobermann
05.11.2007, 10:04
weil wir beim Thema sind:

Ist es eigentlich höflich, sich in einem deutschsprachigen Forum auf spanisch auszutauschen?

pirlipat


entschuldige mich ganz auf deutsch, wo du recht hast, haste recht :blumengabe:

:Sonne: dobermann

Twinkie
05.11.2007, 16:38
Also ist doch nicht alles so rosig in Kanada...

Gruss aus Paris,
bonjour :blume:

Nö, alles ist sicherlich nirgendswo rosig!

Twinkie
05.11.2007, 17:15
und ich hab auch kein Problem damit diese Dinge beim Namen zu nennen.

Inaktiver User
06.11.2007, 07:26
@dobermann und bonjour: :blumengabe: :blumengabe:

Pirlipat

Inaktiver User
06.11.2007, 13:01
Die Deutschen und unhöflich, das ich nicht lache, ( Willkommen bei Freunden Fussball WM)
ich lebe auch in einem anderen land, da sind die menschen genauso freundlich, als auch unfreundlich,das ewige gelästere !!
Deutsche sind vorbildlich, diszipliniert und Strukturell,dadurch wirken wir etwas streng, aber keinesfalls unhöflich.

yanasa
13.11.2007, 02:50
Ich genieße es jedes Mal wieder nach Deutschland zu kommen.
Ehrlich!
Denn ich kann hier normal einen Fahrstuhl im Kaufhaus betreten ohne auf die Seite geschubst zu werden.
Ich kann bei 'grün' über die Straße gehen ohne um mein Leben rennen zu müssen.
Wenn mich jemand anlächelt, dann kommt es von Herzen.
Mir spuckt niemand vor die Füße.
Ich werde in der Fußgängerzone nicht ständig angerempelt.
Beim Autofahren brauche ich keinen Beifahrer, der als 'Radargerät' funktionieren muss.
Ich muß nicht ständig das Wechselgeld aufs Genaueste kontrollieren in der Angst, Falschgeld angedreht oder zu wenig Geld zu bekommen.

Ja, ich lebe in einem anderen Kulturkreis. Und jedes Mal, wenn ich 'nach Hause' komme freue ich mich. Vielleicht merkt man mir das an und ich werde DESHALB in Kaufhäusern, Restaurants, Cafés etc. zuvorkommend behandelt.

bonjour
14.11.2007, 10:25
Ich genieße es jedes Mal wieder nach Deutschland zu kommen.
Ehrlich!
Denn ich kann hier normal einen Fahrstuhl im Kaufhaus betreten ohne auf die Seite geschubst zu werden.
Ich kann bei 'grün' über die Straße gehen ohne um mein Leben rennen zu müssen.
Wenn mich jemand anlächelt, dann kommt es von Herzen.
Mir spuckt niemand vor die Füße.
Ich werde in der Fußgängerzone nicht ständig angerempelt.
Beim Autofahren brauche ich keinen Beifahrer, der als 'Radargerät' funktionieren muss.
Ich muß nicht ständig das Wechselgeld aufs Genaueste kontrollieren in der Angst, Falschgeld angedreht oder zu wenig Geld zu bekommen.

Ja, ich lebe in einem anderen Kulturkreis. Und jedes Mal, wenn ich 'nach Hause' komme freue ich mich. Vielleicht merkt man mir das an und ich werde DESHALB in Kaufhäusern, Restaurants, Cafés etc. zuvorkommend behandelt.

Hallo yanasa!

Was du beschreibst, erinnert mich genau an das Land, wo ich vorher gelebt habe.... dort konnte ich noch nicht mal die Strasse überqueren (wenn die Fussgängerampel grün war), ohne von den Abbiegern gehupt zu werden, falsche Geldmünzen und Geldscheine waren keine Seltenheit, was das Fahren oder Mitfahren anging, war es ein Grusel...... und Höflichkeit war auch nicht immer zu spüren........ was bin ich froh, nicht mehr dort zu leben!!.... und geniesse wieder das Leben in Europa!...

MrsBlonde
15.11.2007, 16:20
Ich muss sagen dass ich die Deutschen an sich nicht so schlimm finde. Ich seh auch immer unfreundlich aus wenn ich durch die Straßen laufe, aber so sehe ich eben aus, wenn ich nicht lächle.
Ich denke das wird oft überbewertet.
Manchmal stößt man auch hierzulande noch auf richtig nette Menschen.
Gestern Abend trat auch ein älterer Herr zur Seite um mir und meinem Fahrrad Platz zu machen, verbeugte sich und wünschte mir einen guten Abend.
Bei solchen Erlebnissen freu ich mich richtig und sie sind nicht allzu selten.

joleni
29.11.2007, 14:03
Ich lebe seit 18 Jahren in Griechenland und muss sagen, es ist eine richtige Wohltat ab und zu nach Deutschland zu kommen.

- kein Vekehrschaos auf den Strassen und man kann sich (einigermassen) darauf verlassen, dass die Verkehrsregeln bekannt sind und man nicht vom Zebrastreifen geputzt wird

-keine rauchenden und kaffeetrinkenden Bankangestellten, die einen ignorieren, bis sie mit dem Kollegen zu Ende geplauscht haben

-zuvorkommende und hilfsbereite Angestellte in den Behoerden, die es nicht als persoenliche Beleidigung ansehen, wenn man eine Bescheinigung oder eine Auskunft braucht

Tja, ist alles relativ, oder?

Gruss, joleni

Alemanita
30.11.2007, 12:04
Ich freue mich auch, wenn ich in Deutschland bin, ich finde die meisten Deutschen gerade in Geschäften und so höflich. Klar, gibt es solche und solche, aber es gibt trotzdem allgemeine Unterschiede.
Wenn mich in Spanien einer fragt, ob es geschmeckt hat, dann war er Südamerikaner. Rauchende Angestellte, die erst fertig diskutieren müssen sind auch keine Seltenheit. Einen extremen Unterschied habe ich festgestellt, als ich von Brasilien direkt nach Portugal kam.
Ich kann mich ganz gut verständigen. In BR wurde ich immer sehr freundlich aufgenommen, auch wenn ich sie mal nicht verstanden habe.Merkt man schon an den Höfligkeitsformeln. Alles gut?
fragte mich in Portugal keiner, und auf ein Danke, kam höchstens ein Mmmh. Woher ich komme und was ich hier mache, fragte auch keiner,
aber das schiebe ich auf die vielen Touristen, die es in der Gegend in Brasilien nicht gab. Generell war ich ziemlich überwäligt von der Brasilanischen Höflichkeit (und überfallen wurde ich auch nicht ;)) ).
Sehr aufgeschlossen und höflich finde ich auch die Australier, wo ich ein Jahr gelebt habe. Die Amis sind zwar irgendwie freundlich und sind auch an einem interessiert, aber es wirkt trotz allem aufgesetzt.

Was ich in Deutschland nicht so mag sind die Meetings. In der deutschen Runde wirkt alles ziemlich steif, in anderen Ländern ist es moistens lockerer, sei es die Kleidung oder der Umgangston.
Ich bin jediglich dankbar, dass man einem in Deutschland ausreden lässt. *smile*

Inaktiver User
30.11.2007, 12:25
Ich bin jediglich dankbar, dass man einem in Deutschland ausreden lässt. *smile*
Wir kennen uns noch nicht persönlich, oder? :zwinker: :zwinker: :zwinker: :zwinker: :zwinker:
Das wurde offensichtlich noch nicht dem Härtetest unterzogen.

Feinsinn
30.11.2007, 19:14
Ja, das stimmt zweifelsohne. Da wird auch nicht lange gefackelt wenns irgendwo mal Ärger gibt. Bestes Beispiel ist Vancouver Samstagabends. Wenn da mal jemand angetrunken rumläuft, ein wenig Lärm macht... in D würden die Polizisten wahrscheinlich es mit gut zureden probieren. Hier in Van werden Laute mal fix mit fiesem Polizeikarate auf den Boden befördert und in Handschellen gestopft.
Nicht so freundlich!:freches grinsen:

Hallo Twinkie

Apropo kanadische Polizei....
Es häufen sich ja in Kanada die tödlichen Taser-Vorfälle.
Beispiel Flughafen Vancouver u.a.
Das macht schon nachdenklich. Bin fleissig am Mitlesen in
kanadischen Foren.... In Deutschland interessiert das wohl
kaum jemanden.


Gruss Feinsinn

Twinkie
04.12.2007, 00:08
Hallo Twinkie

Apropo kanadische Polizei....
Es häufen sich ja in Kanada die tödlichen Taser-Vorfälle.
Beispiel Flughafen Vancouver u.a.
Das macht schon nachdenklich. Bin fleissig am Mitlesen in
kanadischen Foren.... In Deutschland interessiert das wohl
kaum jemanden.


Gruss Feinsinn


Das ist hier ein großes Thema. Zumindestens hier in Vancouver, wie es im Rest von Kanada aussieht weiß ich natürlich nicht, aber die Leute hier sind sehr aufgebracht und geschockt dass so etwas in ihrem Land passiert. Für Kanadier ist es sehr wichtig gastfreundlich, offen, sicher zu sein. Eben ein Land in dem sich jeder willkommen und sicher fühlen soll. Ich habe den Eindruck dass viele Einheimische beschämt sind über diesen Vorfall.

Twinkie
04.12.2007, 00:08
Allerdings hab ich nur einem tödlichen Taservorfall gehört. Wo waren denn die anderen?

Polarstern
04.12.2007, 09:28
Allerdings hab ich nur einem tödlichen Taservorfall gehört. Wo waren denn die anderen?
Im Spiegel (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,517699,00.html) steht, daß seit 2003 18 Menschen in Kanada durch Taser Einsatz gestorben sind. Aber sie schreiben nicht, wo genau. Ich glaube, Kanada ist auch wirklich nicht das einzige Land, es sind wohgl schon fast überall Menschen gestorben, wo die Dinger eingesetzt werden.

LG
Polarstern

Twinkie
04.12.2007, 17:39
Krass! Das wusste ich nicht. Hier in Vancouver schlägt dieser eine Vorfall jedenfalls hohe Wellen. Die haben sogar das Video veröffentlicht das von einem Touristen zufällig gedreht wurde(Fall von nordamerikanischer Medienabartigkeit, ich weiss) und seitdem sind die Leute noch entsetzter.
All das ist sehr traurig- aber trotzdem: Kanada ist ein generell ein sicheres Land.

Amely
05.12.2007, 12:04
Ich hoffe auch, dass Kanada ein sicheres Land bleibt.

Twinkie
11.12.2007, 20:52
Kanada ist ein sicheres Land und wird es auch bleiben.

Inaktiver User
11.12.2007, 22:58
Hallo,
zuerst, Die Deutschen! Das kann ich schon mal gar nicht ab !!
In jedem Land gibt es Menschen, die keine Manieren,oder ähnliches gelernt haben, ich lebe seid 14 jahren in den Niederlanden, hier gibt es freundliche,und unfreundliche, deswegen sind nicht alle so !
Franzosen sind sehr Stolz auf ihre Spache, einige weigern sich Englisch zu sprechen,ist das nicht auch eine unhöfliche form ?
Menschen sind verschieden, wir in Europa! Leben wie es uns gefällt,und erwartungen nicht zu hoch setzen, man sollte ab und an in den Spiegel schauen, und darüber nachdenken ob es nicht vieleicht auch an mir selbst liegt !
Wenn ich in meiner Heimat bin, fühle ich mich Pudelwohl,und wenn ich meine Supermärkte abklappere, werde ich AUCH freundlich bedient.
Liebe Grüsse ILONKA.:liebe:

Das geht mir ganz genauso !! Ich war schon in Italien, in der Schweiz, in Mexiko und nun in Spanien am Arbeiten, jedes Land hatte muffelige Kameraden vorzuweisen und sehr freundliche Menschen. Bin ich freundlich, werde ich freundlich behandelt, das ist ueberall gleich !!

In Deutschland habe ich auch nie Probleme, dort wuenschen mir die Verkaeuferinnen auffallend oft einen schoenen Tag. Ich komme aus der Naehe des redseligen Frankfurt und ich bin froh, dass das so ist, denn mit der Kuehle des Nordens konnt ich noch nie so recht was anfangen, weshalb ich auch hier im Sueden lebe ...

Nix fuer ungut (keine Beleidigung an die Nordlichter, nein .. war wohl einfach nur so ne Tatsache, die ich anbringen wollte )

Amely
12.12.2007, 12:36
@lunalunita

Ja ich glaube Frankfurt ist die Grenze (zwischen Nord- und Süddeutschland). Gefühlsmäßig, sprachtechnisch und überhaupt .....

Übrigens Deine Signatur ist klasse!

Polarstern
12.12.2007, 13:59
Das geht mir ganz genauso !! Ich war schon in Italien, in der Schweiz, in Mexiko und nun in Spanien am Arbeiten, jedes Land hatte muffelige Kameraden vorzuweisen und sehr freundliche Menschen. Bin ich freundlich, werde ich freundlich behandelt, das ist ueberall gleich !!

In Deutschland habe ich auch nie Probleme, dort wuenschen mir die Verkaeuferinnen auffallend oft einen schoenen Tag. Ich komme aus der Naehe des redseligen Frankfurt und ich bin froh, dass das so ist, denn mit der Kuehle des Nordens konnt ich noch nie so recht was anfangen, weshalb ich auch hier im Sueden lebe ...

Nix fuer ungut (keine Beleidigung an die Nordlichter, nein .. war wohl einfach nur so ne Tatsache, die ich anbringen wollte )
Hallo lunita,

Das ist etwa genauso eine Tatsache wie die generelle Unfreundlichkeit aller Deutschen. Du schreibst oben selbst, daß Du in jedem Land mufflige und freundliche Menschen getroffen hast, aber Norddeutschen gestehst Du das nicht zu? :knatsch:

Ich fühle mich da durchaus auf den Schlips getreten. Meist höre ich solche Vorurteile von Bayern, gern kommentiert mit dem Zusatz, man könne ja hier oben auch nicht Urlaub machen, weil es hier ja auch so häßlich ist. Grundsätzlich geäußert von Menschen, die noch nie einen Fuß nach Meck-Pomm gesetzt haben, weil man weiß ja...
Ich würde zb in Frankfurt nicht tot vom Zaun hängen wollen und habe nach einem halben Jahr in Marburg die Flucht nach Hamburg ergriffen, weil ich von der hessischen Unfreundlichkeit extrem verstört war.

Ich lebe im Moment im Nordosten und muß sagen, daß der Umgangston hier wirklich schrecklich ist - aber er ist trotzdem oft nett gemeint. Ein Beispiel: "Sind Sie zu blöd, den Fahrkartenautomaten zu bedienen? Ich mach das mal für Sie". Nett gemeint, aber atemberaubend unhöflich. :freches grinsen:

In Hamburg hingegen sind die meisten Leute wirklich höflicher, ich denke aber, daß das auch eine Menge mit den besseren Lebensumständen zu tun hat.

Aber der Norden als kalt? Nö. Wirklich nicht.

Liebe Grüße
Polarstern

Valentine
13.12.2007, 06:15
hallo,

ich habe auch in jedem land höflichen und weniger höfliche menschen getroffen. und generell sehe ich es so: wie ich in den wald rein rufe, kommt es zurück!

die nordlichter als weniger höflich zu bezeichnen kann ich nicht nach vollziehen. vielleicht sollte man höflichkeit mal definieren????

und an polarstern: meine tochter lebte in mac pomm und die art der leute dort fehlt ihr sehr, auch nach vielen jahren! also können die gar net sooooo schlimm sein ;))

grüssle valentine

Amely
13.12.2007, 12:08
Aus Erfahrung (meine Verwandtschaft ist über ganz Deutschland verteilt) weiß ich, dass man die Worte im Norden anders betont und manchmal (v. a. in Berlin) schnell direkt seine Meinung sagt (Du siehst heute "beschissen aus"). Diese Ehrlichkeit finde ich aber nicht schlimm.

Die Menschen im Süden haben eben eine oft "eigene Wärme oder Herzlichkeit".

Ich denke auch die Temperaturen (an der Nordsee oder an der Ostsee oder auch in Hamburg sind anders ...brrhhh). Das Wetter und das Umfeld prägen ungemein. Auch mein Vater ist nicht aus dem Süden und wenn er mal wieder in meinen Augen "unterkühlt" reagiert, antworte ich genauso unterkühlt.:freches grinsen: