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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : lärmangst



rosa_777
08.08.2007, 09:40
hallo an alle,

ich habe das schon in einem anderen thread angesprochen...ich leide unter geräuschüberempfindlichkeit, kennt das jemand?
es ist ja natürlich, dass man sich durch lärm, z.b. auto- und zuglärm, nachbargeräusche, etc. gestört fühlt. jedoch lösen bei mir geräusche, wenn ich sie in meiner eigenen wohnung höre, oft panikgefühle aus. ich empfinde die geräusche als bedrohlich und eingriff in meine privatsphäre. ich versuche mich, an sie zu gewöhnen. oft schlägt es fehl, und ich fixiere mich eher noch mehr auf sie. kann dann nicht schlafen, mich nicht konzentrieren. etc.
manchmal gelingt es mir schon, mich an sie zu gewöhnen, es dauert jedoch sehr, sehr lange, und diese phase bereitet mir meist grosse qualen (d.h. panikattacken, angst). vielleicht gibt es hier noch betroffene?
VG
rosa

Fussl
08.08.2007, 17:42
Hallo rosa_777,

ich bin auch sehr geräuschempfindlich...bin aber nie auf die Idee gekommen, das als lärmangst zu bezeichnen...naja, egal.

Mir macht der Lärm nicht unbedingt Angst, aber mich nervt er einfach und ich könnte da gelegntlich fast durchdrehen.
Vorallem Kindergebrüll, Bebohre bzw. einfach Lärm, den ich als solches nicht beeinflussen und abstellen kann (es sind nicht meine Kinder die da brüllen :freches grinsen:).

Ich werde da vor allem agressiv und vergesse auch gelegentlich meine gute Kinderstube. Ich versuche dann auch, das Geräusch einfach zu "überhören", aber das klappt in den meisten Fällen nicht wirklich. Das mit der Empfindung und Eingriff in die Privatsphäre kann ich gut verstehen....wie zeigen sich denn genau die Panikattacken?

Grüße
Fussl

Lizzie64
08.08.2007, 18:36
hallo rosa!

ich kenne das so ein bisschen.

ich habe ein überempfindliches gehör (hab' es mal testen lassen beim hno-arzt, es gibt einen namen dafür: hyperakousie)

sprich: ich höre "besser" als die meisten anderen. das gegenteil von schwerhörgkeit also.

das führt dazu, dass mich lärm - genau wie das bei dir der fall ist - übermäßig stört und auch nervös macht, weil dadurch immer mal wieder dauerstress erzeugt wird. lärm ist stress.

in der folge kommt bei mir auch manchmal angst auf (dass ich nicht einschlafen kann, also am nächsten tag nicht ausgeruht bin und nicht vernünftig arbeiten kann etc.)

bei mir ist die angst also eine folge der hörempfindlichkeit. ist es bei dir ähnlich?

könnte es dir helfen, wenn du weißt, dass eine übermäßige hörfähigkeit vorhanden ist? leidest zu ab und zu an tinnitus?

vielleicht hilft es dir, mal einen hörstest zu machen.

geflüsterter lizziegruß an die leidensgenossin :blumengabe:

rosa_777
09.08.2007, 11:55
hallo lizzie64,

ja, ich glaube auch, dass ich besser höre als der durchschnitt. Habe zwar noch keinen hörtest machen lassen, aber ich merke es oft, z.b. dass ich den TV nicht so laut stellen muss wie andere etc.
an tinnitus leide ich nicht.
meine mutter hat ein ähnliches problem, sie ist auch sehr lärmempfindlich, kann dann auch oft nicht gut schlafen etc.
ich weiss nicht, ob es wie gesagt, organisch ist und ich es damit geerbt habe oder es "anerzogen" ist von meiner mutter.

@fussl:
ich hatte eine mitbewohnerin, bei ihr war es wie bei dir. sie ist aggressiv bei lärm geworden, nicht unbedingt ängstlich. nachdem ich ausgezogen war, gab es in der wohnung auf einmal holzwürmer in den wänden, die klopfgeräusche verursacht haben. sie ist fast ausgeflippt und hat dann schliesslich nicht mehr in der wohnung übernachtet.

die panik und angstgefühle bei mir sind nicht normal finde ich. ich bekomme in schlimmen fällen herzklopfen, bin gelähmt vor angst, kann mich nicht konzentrieren und fixiere mich auf das geräusch. in der vergangenheit habe ich daher bei jeder gelegenheit zu ohrstöpseln gegriffen (also zum schlafen, bei der arbeit etc.), mittlerweile versuche ich aber, mich an die geräusche anzupassen, da das andere wohl eher eine flucht ist. aber diese anpassung ist oft sehr qualvoll und dauert lange. muss dabei ständig gegen meine innere unruhe und angst ankämpfen und mich zwingen, mich auf andere dinge zu konzentrieren, was oft sehr schwer ist.

LG an alle
rosa

Inaktiver User
10.08.2007, 17:45
Hyperakusis wurde bei mir auch diagnostiziert. Ich versuche auch immer irgendwie damit zurecht zu kommen, aber wie ich hier lese reagiert wohl auch jeder anders drauf.

Bei mir war es als Kind wohl schon so, meine Ma durfte immer nur saugen, wenn ich draußen war.:freches grinsen:

Ich werde von Geräuschen, sprich Lärm absolut aggressiv und fange dann auch, wenn es nicht gestoppt wird an auf irgendwas (meist auf mich selber:knatsch: ) einzuschlagen. Macht mich einfach kirre.

Lizzie, Du scheinst länger ERfahrung damit zu haben, mein Arzt sagte mir damals, dass man das nicht therapieren könne, ist das richtig? Gibt es nichts, was man tun kann?

Ansja
10.08.2007, 18:00
Hallo Rosa,

mir geht es genauso, wie du es beschreibst. Sobald ich Geräusche in meiner Wohnung höre, die aus Nachbarwohnungen oder Hausflur kommen, die lauter sind als sie sein sollten, bekomme ich Panik.

Z.B. vertrage ich kein Türenknallen. Ich habe eine starke Aversion dagegen. Vor Jahren waren Nachbarn im Haus, die mit Türen nicht umgehen konnten. Ich war auf das Geräusch fixiert, ich wartete darauf, wann das nächste Geräusch kommt. Das Warten hat mich so fertig gemacht, dass ich mich in der Wohnung kaum mehr aufhielt und nach draußen floh, hatte stets irgendetwas unternommen, um nicht zu Hause zu sein, war froh, den ganzen Tag bei der Arbeit zu sein. Ich kam dann oft am späteren Abend, um zu übernachten.

Aber auch z.B. laute Musik von Nachbarwohnungen macht mich fertig. Aber mir ist aufgefallen, es hängt davon ab, von wem der Lärm kommt. Wenn ich mit der Person ein gutes Verhältnis habe, macht es mir viel weniger aus.

Es ist wichtig, mit den Personen, also der Lärmquelle, darüber zu sprechen. Das fällt mir sehr schwer, und darin sehe ich das Problem. Es kann also auch eine soziale Phobie sein, nicht nur akustisch. Vielleicht geht es dir da ähnlich.

Ich will daran arbeiten, aber es fällt mir wahnsinnig schwer. Therapie habe ich versucht, viel geholfen hat es leider noch nicht.

Liebe Grüße
Ansja

Lizzie64
10.08.2007, 18:34
(...)
Lizzie, Du scheinst länger ERfahrung damit zu haben, mein Arzt sagte mir damals, dass man das nicht therapieren könne, ist das richtig? Gibt es nichts, was man tun kann?

hi liebe leidensgenossin!

nein, soviel ich weiß, kann man gegen die hyperakousis nichts tun. du kannst sie nur irgendwie in dein leben integrieren. (und vielleicht hoffen, dass dann, wenn andere schwerhörig werden, sich unser gehör auf "normal" einpendelt :smirksmile: . denke ich manchmal.

rosa_777
10.08.2007, 23:36
hallo ansja,

ja, das kommt mir alles bekannt vor, was du schreibst...ich habe bei mir auch festgestellt, dass es meist personen-abhängig ist. d.h., wenn z.b. meine nichte "trampelt" und ich davon aufgeweckt werde, ist es bei weitem nicht so schlimm....

türknallen kann ich auch nicht haben...und laute musik von nachbarn auch nicht; ich flüchte dann auch immer, wenn es geht. ich habe aber auch festgestellt, dass mich eher personen-verursachte geräusche stören, also nicht so sehr zuglärm oder baustellenlärm, der von aussen kommt....könnte also bei mir wirklich auch eine sozial phobie sein.
ich habe in der vergangenheit auch oft probiert, mit den entsprechenden nachbarn zu reden. man kommt sich dann immer ziemlich doof vor und will ja andere nicht terrorisieren...und viele haben auch kein verständnis für die empfindlichkeit.

ich bin auch in therapie; meine therapeutin wird es mit meditation probieren...wie wurde bei dir in der therapie agiert?

LG
rosa

Inaktiver User
16.08.2007, 17:23
hi liebe leidensgenossin!

nein, soviel ich weiß, kann man gegen die hyperakousis nichts tun. du kannst sie nur irgendwie in dein leben integrieren. (und vielleicht hoffen, dass dann, wenn andere schwerhörig werden, sich unser gehör auf "normal" einpendelt :smirksmile: . denke ich manchmal.


Stimmt, man soll ja immer nach den positiven Seiten suchen.:freches grinsen: Ich hasse übrigens ganz besonders diese extrem lauten Mopeds, die dann auch noch völlig übertourig hochgedreht werden...und Martinshörner....oh graus!!!:knatsch:

Ansja
17.08.2007, 21:57
Hallo Rosa,

dann geht es dir also recht ähnlich wie mir mit diesem unangenehmen Gefühl/Unwohlsein in der eigenen Wohnung. Und dann manchmal dieses nervige Daraufhinhören, auch wenn nichts ist, kennst du das auch? Das spannt mich dann total an.

Ich habe tiefenpsychologische Gesprächstherapie gemacht. Wir sprachen oftmals über die Empfindlichkeit und die Angst, auf den Nachbarn zuzugehen.

Ich kann es leider immer noch kaum, es fällt mir immer noch sehr schwer, anderen etwas in dieser Hinsicht zu sagen, oder einfach hörtechnisch darüber wegzugehen.

Am unangenehmsten sind mir Geräusche, denen ich nich entfliehen kann, also in der eigenen Wohnung, die Geräuschquelle ist also ganz nahe dran.

Vorüber fahrenden Dinge wie Autos sind unverbindlicher. Zwar kommen sie wieder, aber dann sind sie wieder weg, weit weg. Manchmal habe ich das Fenster aufgemacht, damit das Außengeräusch vom Geräusch des Innenbereiches des Hauses ablenkt.

Jetzt wohnen neue Nachbarn unten im Hause. Sie sind ansonsten recht ruhig, nur die Türen sind zuweilen lauter zu hören, allerdings nicht so arg wie damals. Ich kenne sie kaum, und ich mag sie nicht darauf ansprechen, es ist mir peinlich. Ich will nicht kleinlich wirken. Und so muss ich wieder sehen, wie ich damit klar komme.

Oft denke ich wieder an Therapie, auch wenn es damals nicht viel nutzte. Es ist so mühsam, jemanden zu finden. Es war damals ein Wahnsinnsaufwand, die Therapeutin zu finden. Viele haben keine Zeit.

Geht die Therapie bei dir in ähnliche Richtung, merkst du Fortschritte?

Gruß
Ansja

rosa_777
22.08.2007, 21:38
hallo ansja,

viel ist bei uns passiert in der letzten woche. wir sind umgezogen, hatten das schon lange vorgehabt wegen dem getrampel über uns. die neue wohnung ist leider geräusch-technisch auch nicht perfekt, was ich zu spät gemerkt hatte. es fahren autos und busse vorbei, die fenster sind nicht sehr gut, d.h. es kann recht laut werden in der wohnung. mir macht es leider etwas aus...(im gegensatz zu dir wie du beschrieben hast). es war dann so schlimm, ich habe mich wieder auf die lärmquellen fixiert, die neue wohnsituation war anstregend, die anstrengung durch den umzug etc., dass ich panikattacken bekommen habe und jeden tag geheult habe. gestern war ich so bei einer krisensitzung bei einem vertretungstherapeuten, da meine therapeutin gerade in urlaub ist. und - er hat mir viel geholfen! und viel hoffnung gemacht. er meinte, dass hinter der lärmempfindlichkeit eine angst steckt, die bei mir mit der aktuellen lebenssituation zu tun hat...er meinte, dass wenn sich diese situation stabilisiert, meine lärmempfindlichkeit auch automatisch abnehmen würde...ausserdem riet er mir - nein er verschrieb mir quasi jeden tag etwas zu machen, was mich positiv ablenkt UND ich sollte viel sport machen, der mich physisch auspowert, damit der geist abschaltet und stresshormone abgebaut werden...ich muss sagen, er hat viel sachverstand gezeigt und mir mehr geholfen, als meine therapeutin, die ich noch am montag gesehen habe...sie machte diese meditation mit mir, hat aber keine wirklichen auswirkungen gezeigt...

in der vergangenheit war es bei mir meist so, dass ich mich nur über einen sehr langen zeitraum an geräusche gewöhnen konnte, hat oft monate gedauert, mit allen möglichen fluchtversuchen, panikausbrüchen etc....ja - ich höre auch oft extra genau hin, auch wenn gar nichts ist...habe aber dann schon angst davor, wenn das geräusch wieder aufkommt...die anpassung ging oft leichter, wenn ich sozusagen ein ruhiges zimmer in der wohnung als zuflucht hatte.
oder wenn wir zeitweise an auszug dachten...dann haben mir die geräusche immer weniger ausgemacht und das blieb so, selbst wenn wir dann nicht ausgezogen sind...

wie ist es bei dir? kannst du dich auch auf gewisse weise gewöhnen an die geräusche?

ich habe auch mal bei einer nachbarin dadurch gehandelt, dass ich mit eis oder schokolade zu ihr gegangen bin (wusste, dass sie so etwas magt). sie war dann automatisch milder gestimmt und hörte sich an, was ich ihr höflichst vermitteln wollte (es ging damals um ihren rolladen, denn sie immer hochriss). würde das bei dir sinn machen, d.h. würde es dir so leichter fallen mit nachbarn zu reden?

gruss
rosa

Ansja
25.08.2007, 10:15
Liebe Rosa,

da hat sich bei dir ja eine Menge getan. Das "klingt" doch schon mal gut, was du über deine Vertretungstherapie schreibst.

Da seid ihr also jetzt umgezogen, ja, das ist oft mit viel Aufwand verbunden. Leider kann man vorher nicht "probewohnen". Hauptsächlich das Ungewisse, wie es sich mit Lärm verhält, hält mich vom Umziehen ab. Deine neue Wohnung scheint eher von außen etwas lauter zu sein, von innen scheint es zu gehen, oder?

Nun hast du dich also schon etwas damit arrangieren können. Das sind triftige Gründe, die der Therapeut nennt, andere Ängste, die auf Lärmempfindlichkeit projiziert werden. So wie es ggf. soziale Ängste sein können, wie bei mir zum Beispiel.

Ich habe mich noch nicht so gut mit Lärm abfinden können, höchstens bei Lärm von Leuten, die ich ein bißchen kenne und zu denen ich ein gutes Verhältnis habe. Die Türen sind auch nur ganz selten zu hören, aber leider bin ich darauf fixiert. Und diese Fixieren macht mich unkonzentriert, es ist wie ein Zwangsgedanke, den ich so gerne loswerden möchte.

Also wäre es der einzige Weg, die neuen Nachbarn etwas mehr kennenzulernen. Ich habe bisher nur die Mutter kennengelernt, die machte einen netten Eindruck. Ich muss irgendwie die Gelegenheit dazu finden. Gelassenheit ist oft das richtige Mittel, aber diese kommt leider nicht so recht.

Wie gefällt es dir sonst in der neuen Wohnung? Ist es dir jetzt inzwischen vertrauter?

Liebe Grüße
Ansja

rosa_777
31.08.2007, 19:40
hallo ansja,

ja, probewohnen kann man wirklich leider nicht. ich bereue unseren umzug mittlerweile sehr...es ist so, dass wir eine nacht in der wohnung "probeschliefen", was gut geklappt hat, und auch sonst vorher dort einige zeit verbracht hatten. mir war der verkehrslärm aufgefallen, aber ich dachte, ich schaffe es....aber es ist immer ein unterschied, ob ich eine wohnung nur "besuche", oder dort wohnen muss.
leider komme ich momentan überhaupt nicht mit dem verkehrslärm klar. hatte diese woche wieder schlimme panikattacken...ich muss mich an die tips des therapeuten halten, werde aktiv werden müssen, werde mich auch bei einem fitness center anmelden etc. bisher bin ich noch nicht dazu gekommen, zumal die wohnung auch noch ziemlich wüst und uneingerichtet ist. es wurde so schlimm, dass ich schliesslich zu meiner mutter in die stadt geflüchtet bin, von wo aus ich nun dieses hier schreibe...

bei mir ist es auch so, dass ich mich voll auf das geräusch fixiere und dadurch auch die ganze zeit unkonzentriert bin. es ist schlimm, da mich dies sehr beeinträchtigt. ich bekomme herzklopfen, brustenge, magendrücken....
ich habe nun überlegt, zwischendurch mit ohrenstöpseln in der wohnung tätig zu werden, zumindest, wenn ich lernen muss (studiere ja noch) und so zu versuchen, mich zu konzentrieren. selbst dies hat jedoch die letzten tage nur sehr selten geklappt. ich habe meine lärmempfindlichkeit so schlimm wirklich noch nie erlebt...dieser therapeut riet mir auch, zwischendurch an der uni zu arbeiten, um "pausen" von der konfrontation zu haben. ich glaube, das ist auch sehr wichtig, zumal der körper dann auch mal wieder "runterkommen" kann. ich habe zwischenzeitlich auch über das thema recherchiert. es heisst meistens, dass langfristig nur die konfrontation mit dem geräusch hilft, also keine flucht, aber eine 24h-konfrontation muss es am anfang auch nicht sein...

hast du auch solche strategien im kopf? d.h. zeitweise woanders zu sein, bei verwandten, freunden....? oder benutzt du auch ohrenstöpsel von zeit zu zeit?

LG
rosa

Ansja
02.09.2007, 20:12
Liebe Rosa,

das ist ja sehr enttäuschend, dass in deiner neuen Wohnung der Lärm nicht angenehmer ist. Wenigstens hast du kein Getrappel mehr über dem Kopf. Es ist jetzt also eher der Verkehrslärm.

Liegt die lautere Straße bei dir ganz in der Nähe? Ist es eher gleichmäßiges Rauschen oder kommen plötzliche Geräusche? Gibt es auch ruhigere Zeiten, wie abends, nachts?

Ansonsten ist das eine ganz gute Idee, das Lernen in die Bibliothek o.ä. zu verlagern. Es ist natürlich schade für dich, die eigene neue Wohnung dafür nicht nutzen zu können. Auch wenn das heimische Gefühl, die gemütliche Höhle, das Sich-zu-Hause-Fühlen fehlt, es kann zumindest eine provisorische Lösung sein.

Auch mir geht es oft so zu Hause, zunindest nicht mehr ganz so extrem wie damals, als die lauten Nachbarn dort zwei Etagen unter mir wohnten. Ich suche mir nach der Arbeit im Sommer oft Orte, an denen ich draußen sitze, ein Bistro mit schönem Blick auf dem Rhein, da fühle ich mich recht wohl. Im Herbst/Winter geht das dann natürlich nicht mehr.

Am Wochenende bin ich meist bei meinem Freund, da fühle ich mich recht wohl, wenn auch dort manchmal die Türen klappen von Nachbarn, aber es klingt anders, und ich kenne seine Nachbarn relativ gut. Es ist eine nette Hausgemeinschaft.

Ohropax sind für mich auch ein wichtiges Mittel, besonders auf Reisen. Zuhause verwende ich sie ab und zu mal nachts wg. Autogeräuschen. Am Tage nehme ich sie nicht, daran dachte ich damals mal.

Wie ist es, wenn du den Verkehr als "neutralen Verursacher" betrachtest? Die Autos kommen und gehen, natürlich kommen dann immer wieder neue nach. Für mich ist das nicht so eindringlich wie nervende Stimmen durch dünne Wände aus Nachbarwohnungen oder plötzliche Geräusche wie Türenknallen.

Dir einen schönen Restsonntag und einen guten Wochenstart.

Liebe Grüße
Ansja

Inaktiver User
02.09.2007, 20:58
Hallo !

Hier kann ich mich auch anschliessen.

Ich bin sehr Geräuschempfindlich. Bin schon öfters wegen Lärm der Nachbarn umgezogen.

Türen knallen, unbeschreiblicher Kinderlärm, wahnsinnig machende Musik.

Es ist nicht abhängig von Menschen die mir symphatisch sind,es ist ein grundsätzliches Problem.
Diese ständige Rasenmäherei in der Mittagszeit,nervt mich,bald geht die Laubsaugerei wieder los, ich muß mir auch oropax kaufen,sonst werde ich verrückt.

Bin gerade auf Wohnungssuche und hoffe etwas ruhiges zu finden.

LG Melia

rosa_777
04.09.2007, 19:59
liebe ansja,

ja, es ist sehr enttäuschend, dass die neue wohnung wieder gravierende "lärmprobleme" hat....aber zwischenzeitlich hat mich beruhigt, dass ich "notfalls" zu meiner mutter fliehen werde...hatte nicht erwähnt, dass ich gerade meine diplomarbeit mache, d.h. wirklich in der lage sein muss, mich konzentrieren zu können. meine "lärmempfindlichkeit" hat mir dahingehend extreme sorgen bereitet.

das doofe an unserer wohnung ist momentan, dass sie eigentlich sehr ruhig ist. nur - die bushaltestelle liegt direkt vor dem haus. die fenster unserer wohnung sind nicht sehr gut. wenn der bus kommt, ist es wirklich ein sehr lautes brummen, das da an einem "vorbeirauscht"...da die umgebung an sich ruhig ist, fällt es stark auf und "erschreckt" mich oft.
ein paar wohnungen im haus, die zur strasse gehen scheinen auch nicht vermietet zu sein momentan. mittlerweile glaube ich den grund zu kennen...
abends fährt der bus nicht ganz so oft, aber trotzdem durchgehend bis 0 uhr. morgens fährt er wieder ab 5 uhr. so richtige ruhezeiten gibt es also nicht.
und auch vom schlafzimmer aus, das wir extra ins zimmer zur seitlichen strasse gelegt haben (das einzige, das nicht direkt zur strasse mit der bushaltestelle geht) hört man den bus sehr deutlich, wenn er vorbeibrummt.
etwas weiter weg (ca. 200m) liegt eine sehr stark befahrene hauptstrasse. die autos von dort hört man auch. aber es kommt eher einem ständigen rauschen gleich. es stört mich so gut wie gar nicht. nur das relativ laute plötzliche brummen des busses macht mir zu schaffen.

mir geht es auch wie dir....mir ist eine gemütliche höhle sehr wichtig, in der ich mich geborgen fühlen kann....ich weiss auch nicht genau, woran das liegt. mein mann ist da nicht so drauf angewiesen...
ich finde es auch sehr schade, wenn man so eine höhle nicht hat. fühle mich dann immer viel verletzlicher.

hast du denn auch schon an umzug gedacht? oder vielleicht zu deinem freund zu ziehen? das wäre ja eine alternative, zumal du dich dort sehr wohl zu fühlen scheinst...

aber heute geht es mir generell etwas besser. die tage bei meiner mutter haben mir kraft gegeben und die gewissheit, dass ich notfalls bei ihr meine diplomarbeit machen kann, wenn alle stricke reissen.

ich habe mir übrigens vor paar monaten ohrenstöpsel anfertigen lassen, angepasst an mein ohr. ich finde sie super. hatte davor immer schaumstoff ohrenstöpsel, die ich vom material usw. aber schnell unhygienisch fand. nur als kleiner tipp.

LG
rosa

rosa_777
04.09.2007, 20:01
hallo melia,

willkommen hier in der runde...wie du siehst bin ich auch wegen meinem lärmproblem umgezogen....ich fühle mich wirklich sehr eingeschränkt dadurch....wie stehst du zu deiner lärmempfindlichkeit? siehst du es als problem an?

LG
rosa

Inaktiver User
05.09.2007, 16:31
Hallo rosa !

Vielleicht bin ich durch meine frühere Arbeit ( Altenpfl.) so empfindlich geworden.

Meine Nerven machen Lärm nicht mit,auch wenn Radio od. Fernseher so laut sind,bedeutet es für mich richtig stress.

Wenn Leute so laut reden,schrecklich.

Ich dachte bis ich hier gelesen habe,ich bin halt geräuschempfindlich.

Es ist für mich ein Problem,mich macht Lärm manchmal wütend.
Tja,wie ich schon gelesen habe,gibt es keine od. sehr aufwenige Lösung.

Gruß Melia:blumengabe:

Ansja
09.09.2007, 22:14
Hallo Rosa,

das kenne ich noch gar nicht - Stöpsel anfertigen zu lassen, ich kenne nur die klassischen Ohropax. Wo hast du sie anfertigen lassen?

Zu meinem Freund ziehen kann ich nicht, er wohnt über 100 km entfernt von mir, wir sehen uns meist nur an den Wochenenden.
Jeder hat seine Arbeit, und so ist ein Umzug nicht möglich.

Das plötzliche Busgeräusch ist für dich so wie für mich plötzliches lautes Zuklappen einer Wohnungstür, kann ich gut verstehen. Besonders schlimm, wenn man schon darauf wartet, wann es denn soweit ist.

Neue Fenster einbauen zu lassen, kann möglich sein, dafür ist der Vermieter zuständig. Der wird sich wahrscheinlich davor scheuen, da es teuer ist. Kennst du ihn, kann man mit ihm reden?

Wie ist die Wohnung deiner Mutter? Ist dort alles sehr ruhig? Wohnt sie in deiner Nähe? Das ist natürlich nur eine provisorische Lösung, aber erst mal ein gutes Gefühl, dass du zu ihr immer mal hin kannst.

Nun ist das Wochenende leider zu ende, morgen früh geht es von hier aus zur Arbeit (ich habe dort bescheid gesagt, dass ich später komme) und dann nach Hause.

Einen guten Wochenstart wünscht dir
Ansja

Ansja
09.09.2007, 22:17
Hallo Melia,

konntest du schon mal durch Sprechen mit Nachbarn etc. die Lautstärke von Fernsehern oder anderen Geräten reduzieren? Hast du da schon mal ein Erfolgserlebnis gehabt?

Gruß
Ansja

Tiana
10.09.2007, 18:51
hallo ihr lieben,

ich leide mit euch. nach einem längeren krankenhaus aufenthalt anfang diesen jahres bin ich auch sehr empfindlich. früher habe ich immer gerne laut musik gehört, vorallem im auto. das geht gar nicht mehr. bin dann einfach überfordert.
ich leide bei stress sofort an tinnitus (zum glück nur klopfgeräusche und keine pieptöne). jetzt habe ich einen nachbarn der eine anlage in der wohnung hat mit der man gut und gerne eine 3stöckige disco beschallen könnte. nicht nur musik (techno) bekomme ich zu hören sondern auch seine blöden videospile und scien-fiction filme die ständig ein brummen und krachen erzeugen. ich habe ihm und dem vermieter bereits gesagt, das es mir insgesamt zu laut ist aber es ändert sich nichts.
ich werde teilweise so rasend, dass ich mich nicht taue hinüber zu gehen weil ich wahrscheinlich komplett ausflippen würde. schlafen tue ich nur mit oropax.
ganz schlimm ist hat diese mehrfach geräuschkulisse. da läuft dann mein fernseher und die spülmaschine und von nebenan kommt dann das gebrumme und gekrache und wenns ganz arg kommt rennen noch die kinder von oben drüber durch die wohnung. das macht mich echt fertig und ich fühle mich nicht wirklich wohl. ständig lausche ich auf geräusche und mache dafür meinen fernseher leise damit ich höre was da wieder nerven könnte.
weiß mir momentan auch nicht wirklich zu helfen. ich bin dann so sauer und wütend wenn hier wieder lärm ist, dass ich keinen kühlen kopf bewahren kann.
vielleicht sollte ich nochmal meinem vermieter bescheid geben.

lg ti

Frida
10.09.2007, 19:23
hi ihr lieben,

wusste gar nicht, dass ich so viele leidensgenossinnnen habe- scheint ein weibliches phänomen zu sein..??
ich habe mich massiv mit meinen nachbarn und meinem vermieter angelegt- war richtig manisch vor lauter hinhören auf deren lärm. straßenlärm stört mich -aber nur bedingt- weil er einschätzbar ist. "menschen"-lärm ist qual- du hast keinen einfluss darauf- bist ihm ausgesetzt...
ich habe mir mit allem geld , das ich zusammenkratzen konnte ein kleines haus gebaut- ruhig gelegen und da wohn ich seit kurzem- es ist wunderbar.!! ..bis auf die heizung...die brummt:-)... aber daran versuch ich mich zu gewöhnen.
ich habe es nie als panikattacken gewertet- aber im grunde ist es das wohl: herzklopfen und die angst, damit nicht umgehen zu können. dem lärm ausgesetzt zu sein, ohne ihn beenden zu können.
lärm ist für mich das schlimmste, was es gibt. es ist ähnlich wie mein tinitus- man muss sich daran gewöhnen, um die angst davor zu verlieren. und eben die bedingungen ändern. auch wenns umständlich ist.
kürzlich lag ich auf dem sofa- alles ruhig- herrlich...da fängt es an zu bummern...erst nachdem ich festgestellt hatte, wo der lärm herkam- nämlich von einem trommelnden nachbarn mind. 50 m weiter, konnte ich das einigermaßen tolerieren. war allerdings froh, als er aufgehört hat- geht mir direkt ans herz irgendwie...

liebe grüße
frida:in den arm nehmen: :blumengabe:

Inaktiver User
10.09.2007, 21:36
Hallo Ansija !

Kein Erfolgerlebnis,wenn ich den Lärm angesprochen habe,war ich meistens schon auf 180,das ist eine schlechte ausgangsbasis.

Doch einmal,meine Nachbarin mir gegenüber,schlug beim aufschließen ihrer Haustür so gegen den Türrahmen,das ich schon ganz rappelig war. Sie hatte wohl sehr viele Schlüßel am Bund.

Mit ihr konnte ich ruhig sprechen,ihr war das garnicht bewußt.
Manche Leute,merken nicht was sie für einen Lärm verursachen.

Ich hasse Lärm,heute wieder im Bus,kreischende Kinder,in den höchsten Tönen. Schrecklich !

Einen Rat weiss auch ich nichtmihr Lieben !:blumengabe:

Grüße Melia:smile:

Ansja
14.09.2007, 20:37
Liebe Tiana,

ja, das ist ein unangenehmes hilfloses Gefühl, einfach x-beliebigen Leuten ausgesetzt zu sein, die solch Lärm machen. Aussuchen kann man sich die Nachbarn ja leider nicht. So ist das Wohnen oft ein Lottospiel.

Das ist auch für mich der Alptraum, mit irgendwelchen unsympathischen, lärmenden, rücksichtslosen Wesen zusammen Wand an Wand zu wohnen.

Wahrscheinlich würde ich versuchen, die Flucht zu ergreifen, eine neue Wohnung suchen. Aber eine Garantie ist das ja auch nicht. Ich weiß vor dem Umzug nicht, wie mein Nachbar sein wird. Und bei dir scheint der Nachbar auch gerade erst kürzlich eingezogen zu sein.

Und dann ist da der große Aufwand mit Wohnungsuche und umziehen etc. Das erfordert sehr viel Energie. Aber ich würde evtl. mit ganz großer Sorgfalt suchen.

@ Liebe Frida,

wie du es mit dem Umzug in das Häuschen gemacht hast, finde ich ganz toll. Klar, dann kann von außen schon mal Lärm eindringen, wie der Schlagzeuger. Auch dann kann man sich dem Lärm ausgesetzt fühlen, auch wenn man weiß, dass Schlagzeugspielen für eine bestimmte Zeit am Tage erlaubt ist.

Man sagt ja oft so schön, man soll es akzeptieren, mit Lärm zu leben. Ich kann es dennoch nicht, wenn Leute es ausschweifend tun, gerade mit der Gewissheit, der Lärm kommt regelmäßig wieder.

Liebe Grüße
Ansja

linka
15.09.2007, 00:37
Hallo! Das Problem mit dem Lärm kenne ich so gut... Ich wohne gegenüber einem Kinderspielplatz. Ich muss gleich sagen, dass ich Kinder sehr gerne habe. Es gibt aber einen Buben, ca. 5 Jahre alt, der bei jeder Kleinigkeit hysterisch schreit. Unter 8-10 Kids ist meist nur er zu hören. Da kriege ich Panikattaken von seinem Geschreie.
Wenn ich vergesse, Fenster zuzumachen, werde ich am Sonntag spätestens um 10 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Denn in der türkischen Familie von diesem Jüngen ist es üblich, vom Kinderplatz aus seine Baba Med im 1. Obergeschoss (Balkon von mir ist gleich nebenan) zu rufen. Dann wird zwischen dem Jungen und seinem Enkelein laut was besprochen.

Einmal war meine Geduld zu Ende und ich sagte, dass ich dieses Verhalten rücksichtslos finde. Man könnte doch dem Kind erklären, dass er im 4-stöckigen Haus nicht alleine wohnt und sich bemühen muss, wenigstens ein bißchen leiser zu sein.Jetzt habe ich einfach den Eindruck, er kennt keine Grenzen - er darf alles.

Daraufhin wurde ich als kinderfeindlich eingestuft. Obwohl ich mehr 2 Jahre noch nie was gesagt habe und mich immer freundlich verhalte. Einfach traurig und ich habe schlechtes Gewissen. Ist mein Verhalten durch diese Bemerkung wirklich feindlich? Liege ich falsch, wenn ich denke, dass ein 5-jähriges Kind schon viele Sachen versteht und an seine Mitmenschen denken könnte.
Mir wäre interessant, Ihre Meinung zu hören!

rosa_777
17.09.2007, 14:22
hallo ansja,

die ohrenstöpsel kann man in hörgeschäften anfertigen lassen. ich bin wirklich sehr zufrieden mit ihnen, verwende gar keine schaumstoff dinger mehr.
ja, zum glück kann ich zu meiner mutter fliehen, was ich auch immer noch tue...sie wohnt 1.5 stunden entfernt, geht also gerade noch. ja, sie wohnt sehr ruhig...ich bin dort aufgewachsen, auch das beruhigt mich dann immer.
neue fenster einbauen zu lassen ist definitiv zu teuer...beruhigen tut mich im moment glücklicherweise, dass wir nächstes jahr sehr wahrscheinlich wieder umziehen müssen. und dann wird gründlich gesucht, nach einem ruhigen ort!!

war nun schon länger nicht mehr hier und bin auch überrascht, wie viele leidensgenossinnen es gibt.

@linka: ich finde, es ist nicht zuviel verlangt, etwas rücksicht auch von kindern zu erwarten und nicht über hof und garten hinweg schreiend zu kommunizieren...

@frida: auch ich beneide dich um deinen umzug. das ist auch mein traum. mein eigenes häuschen, irgendwo im grünen, ruhig und geborgen...:)

@tiana: ich kann dein leiden gut nachvollziehen. mich würden solchen brumm und krachgeräusche auch extrem stören...hilft dir vielleicht auch, zeitweise aus der wohnung zu fliehen? man sollte sich mit der zeit gewöhnen, nur hat man darauf meist keine einfluss und kann es nicht herbeizwingen....ich habe die erfahrung gemacht, dass auszeiten von dem geräusch dann schon helfen...

LG
rosa

Ansja
20.09.2007, 22:14
Hallo ihr Lieben,

bei mir läuft es momentan gemischt.

Fühle mich im Moment etwas traurig, weil ich mir nicht traue, einfach mal die Nachbarn zu fragen, ob sie die Tür leiser zumachen könnten. Meist höre ich es morgens, bevor ich zur Arbeit gehe, das schreckt mich dann auf und beeinflusst meine mir so wichtige Morgenatmosphäre. Auch wenn es nicht so schlimm ist wie bei den ganz früheren Nachbarn.
Ansonsten sind die neuen Nachbarn so schön angenehm ruhig, da kann ich wirklich froh sein.

Wenn ich bloß mal über meinen Schatten springen könnte. Es heißt ja, Leute kann man nicht ändern. Und so will ich nicht in die "Belehrerrolle" kommen und micht damit lächerlich machen.
Ach, diese Grübeleien.

@Rosa,
müsst ihr sowieso umziehen oder weil du dich nicht wohlfülst? Das ist ein Ansporn, da kann ich mir vorstellen, dass du dich erleichtert fühlst. Gut, wenn du Zeit beim Suchen hast.

@Linka,
ich sehe es auch nicht als kinderfeindlich an, dass du etwas gesagt hattest. Du hast es nicht unfreundlich gesagt, der Ton ist die Musik. Nun ist das also der "Lohn", bei den anderen nicht gut damit anzukommen damit und abgestempelt zu werden. Ich finde es gut, dass du es angesprochen hast.

Gruß
Ansja

Frida
20.09.2007, 23:09
hallo ansja,

die ohrenstöpsel kann man in hörgeschäften anfertigen lassen. ich bin wirklich sehr zufrieden mit ihnen, verwende gar keine schaumstoff dinger mehr.
ja, zum glück kann ich zu meiner mutter fliehen, was ich auch immer noch tue...sie wohnt 1.5 stunden entfernt, geht also gerade noch. ja, sie wohnt sehr ruhig...ich bin dort aufgewachsen, auch das beruhigt mich dann immer.
neue fenster einbauen zu lassen ist definitiv zu teuer...beruhigen tut mich im moment glücklicherweise, dass wir nächstes jahr sehr wahrscheinlich wieder umziehen müssen. und dann wird gründlich gesucht, nach einem ruhigen ort!!

war nun schon länger nicht mehr hier und bin auch überrascht, wie viele leidensgenossinnen es gibt.

@linka: ich finde, es ist nicht zuviel verlangt, etwas rücksicht auch von kindern zu erwarten und nicht über hof und garten hinweg schreiend zu kommunizieren...

@frida: auch ich beneide dich um deinen umzug. das ist auch mein traum. mein eigenes häuschen, irgendwo im grünen, ruhig und geborgen...:)

@tiana: ich kann dein leiden gut nachvollziehen. mich würden solchen brumm und krachgeräusche auch extrem stören...hilft dir vielleicht auch, zeitweise aus der wohnung zu fliehen? man sollte sich mit der zeit gewöhnen, nur hat man darauf meist keine einfluss und kann es nicht herbeizwingen....ich habe die erfahrung gemacht, dass auszeiten von dem geräusch dann schon helfen...

LG
rosa

ja - es ist genial- manchmal kann ichs noch gar nicht glauben, dass mir keiner mehr auf dem kopf rumtrampelt oder ich ertappe mich dabei, meine kinder zur ruhe anzuhalten, musik leiser machen etc...:-) ...aber das wird sich legen, da bin ich sicher :freches grinsen: :freches grinsen: - man muss ja nicht gleich einen palast beziehen- lieber etwas weniger platz und dafür eine eingene haustür und RUHE!!
und jedem der das nicht kann- ich bin mir bewusst, dass ich rießiges glück habe - der soll zumindest unters dach ziehen!!

Ansja
21.09.2007, 21:03
Hallo ihr!

Ich bin gerade über Wochenende in der Wohnung meines Freundes. Das ist ein Haus aus den 50er Jahren. Er wohnt im Parterre. Die Nachbarn über ihn hört man so gut wie gar nicht. Manchmal kommen seine Kinder und Enkelkinder zu Besuch. Dann ist auch kaum etwas zu hören.

Wie verschieden das doch sein kann. Wahrscheinlich aus mehreren Gründen: gute Bauweise des Hauses, ggf. dicke Teppiche und ruhige Leute.

Dies alles ist Zufall, Schicksal. Ich denke immer wieder, wie schade, dass man vor einem Umzug nicht in Erfahrung bringen kann, wie hellhörig so eine Wohnung ist. Der Vormieter oder Vermieter kann ggf. subjektiv ganz etwas anderes erzählen, als man es selbst dann empfindet.

@Hallo Frida,
ja, das ist toll, wie du das geschafft hast, die Initiative zu haben, dir einen Ruck zu geben und in ein Häuschen zu ziehen.

Viele Grüße
Ansja

rosa_777
22.09.2007, 13:59
hallo ansja,

nein, wir müssen sowieso wahrscheinlich umziehen...d.h. ich mache gerade meine diplomarbeit und mein mann möchte danach umbedingt zurück in seine heimatstadt, daher...

wegen deinen nachbarn: ist doch zumindest eine erleichterung, dass sie ansonsten sehr ruhig sind, nicht wahr? mich würde das glaube ich etwas beruhigen. vielleicht wäre es eine idee, mit einem geschenk (bischen kuchen, oder so) zu ihnen runter zu gehen...sind sie denn nette leute? manchmal macht man sich ja vorher einen kopf, wie die wohl reagieren, und dann - wenn man sie nett, freundlich und locker anspricht - ist es meistens gar nicht schlimm...

ich werde bei der nächsten wohnung wirklich versuchen, vorher zu checken, wie die geräuschsituation ist. mit vormieter zu sprechen ist meiner erfahrung nach ein sehr gutes mittel! wenn man nämlich direkt nachfragt, kriegt man meist eine ehrliche antwort. bei unserer wohnung gab es leider keinen vormieter, sie stand schon lange ler, der hausmeister hat uns rumgeführt und der kannte die wohnungsgeräuschkulisse nicht gut.

LG
rosa

Ansja
26.09.2007, 21:23
Hallo,

Rosa, das stimmt, die Nachbarn sind eigentlich ganz sympathische Leute. Das ist schon ein ganz anderes Gefühl als damals vor Jahren, als die anderen Leute in der Wohnung unten lebten.

Wenn ich da weiter kommen will, muss ich mir einen Tritt geben und sie mal darauf hin ansprechen. Das ist eine Idee mit dem Kuchen o.ä. Aber ich trau mir einfach (momentan noch) nichts, weder mit noch ohne Kuchen.

Momentan ist es mir sehr angenehm hier, sie sind in den Urlaub gefahren. Das Haus ist so gut wie ausgestorben.

Momentan bin ich über die Lage meiner Schwester geschockt. Seit einer Woche sind bei ihr im Reihenhaus nebenan neue Nachbarn eingezogen. Eine Familie mit drei sehr lauten Kindern. Geschrei im Garten und lautes Trampeln auf ungedämpfter Wohnungstreppe.

Vorher lebte eine einzelne ältere Dame drin. Sie starb, das Haus stand länger leer. Das ist natürlich ein harter Kontrast - von der Ruhe zu dem Getöse. Meine Schwester, die sonst mit Lärmempfindlichkeit nichts am Hut hatte, ist fertig mit den Nerven.

Sie lebt schon seit ca. 20 Jahren in diesem Reihenhaus. Und nun das Gefühl, als ob einem das Zuhause weggenommen wird. Klar, es ist das "Zuhausegefühl", die Geborgenheit, die da angeknackst wird.

Zu ändern wird eine Familie schwer sein. Die Wände sind sehr dünn in diesen Häusern dort. Da lebt man also in einem Haus, und es kann dort lärmiger als in einer Wohnung sein.

Liebe Grüße
Ansja

Adelilah
29.03.2008, 01:30
Hallo!

Ich habe diesen Thread gerade erst entdeckt und frage mich, ob man ihn wohl wieder zum Leben erwecken kann? Ich werd's mal versuchen.

Mich plagt nämlich auch diese unerträgliche Lärmempfindlichkeit. Vieles, was hier geschrieben wurde, kenne ich aus eigener Erfahrung. Zum Beispiel fand ich es sehr interessant,
dass auch andere so empfinden, dass der Lärm von außen nicht so schlimm ist wie der aus der Nachbarwohnung. Der ist nämlich weiter weg, und man kann ja das Fenster schließen, damit es ruhiger wird. Man kann also Einfluss darauf nehmen. So paradox es klingen mag: Im Sommer ist das Leben mit Lärm für mich erträglicher, da ich dann die Fenster offen habe und die Geräusche von draußen den lauten Fernseher oder die Musik der Nachbarn übertönen.
Das führte schon oft dazu, dass ich das Fenster geöffnet habe, obwohl es eigentlich auf Dauer viel zu kalt war. Manchmal denke ich, ich drehe langsam durch! Daher tut es so gut zu lesen, dass
es noch Leidensgenossen gibt. (Verkehrslärm verabscheue ich aber auch sehr. Von der nahe gelegenen Hauptstraße hört man im Wohnzimmer auch sehr viel).
Ich finde es einfach unerträglich, dass ich in meiner Wohnung - meinem Zuhause - nicht meine Ruhe haben kann, wenn ich müde bin oder abgespannt von der Arbeit. Dass ich nicht tagsüber, wenn ich Urlaub habe, in Ruhe lesen kann. Meine jetztige Wohnung ist dermaßen hellhörig, dass ich die Telefonate meiner Nachbarin unter mir teilweise verstehe. (Holzboden...) Glücklicherweise wohne ich ganz oben. Ich mag gar nicht daran denken, wie der Krach von oben wäre. Daher ziehe ich auch grundsätzlich nur in Wohnungen, die im obersten Geschoss liegen.

Von nebenan kommen die Geräusche noch stärker durch. Der Flur und das Badezimmer sind genau aneinanderliegend. Die Wände sind sehr dünn, so dass man auch normal laute Gespräche
versteht. Leider ist nun ein junger Mann eingezogen, der keine Rücksicht nimmt. Ich höre beispielsweise in der ganzen (46 qm) Wohnung, dass er im Stehen uriniert! Das ist so widerlich! Mittlerweile hab ich schon Angst, in mein Badezimmer zu gehen, weil ich dort IMMER Geräusche aus seiner Wohnung höre (laute Musik, Gepolter etc.)
Wenn ich im Bad bin und er seines betritt, verlasse ich manchmal sogar meins und warte, bis er wieder weg ist!
Ich habe schon des öfteren mit ihm gesprochen wegen der sehr lauten Musik. Er ist zwar freundlich und macht dann etwas leiser, sieht es aber nicht so recht ein. Und am nächsten Tag ist alles wie vorher. Heute war Krach bis um 0:00 h. Auf mein Läuten hat er nicht reagiert. Ich bin einfach fertig! Ich könnte nur heulen...

Am meisten graust es mir immer vor Samstagmorgen, denn dann macht die Dame unter mir sauber. Sie steht meist schon um 8:30 h auf. Ich schlafe gern länger, auch mal bis 10 oder 11. Schließlich stehe ich während er Woche um 6:30 h auf! Wenn ich dann von ihr wach werde, was trotz Ohropax meist der Fall ist, ärgere ich mich so sehr, dass ich nicht wieder einschlafen kann. Dann bin ich für den Rest des Tage völlig genervt und unausgeschlafen.
Meist wache ich von ihr auf, wälze mich umher, und wenn ich dann irgendwann aufstehe und in meine Kühche gehe, kommt der Krach von nebenan noch dazu.
Mir geht es mittlerweile körperlich und psychisch sehr an die Substanz. Mein Tinnitus hat sich verschlechtert, bzw. er verschlimmert sich immer, wenn ich mich sehr ärgere. In der Magengegend empfinde ich einen Stich, wie wenn man Angst hat. Außerdem habe ich auch schon eine Art "Herzstolpern" bemerkt, das ich bisher nie ernst genommen habe. Aber es scheint mehr zu werden, wenn ich mich ärgere. Ich versuche ja, mich nicht so hineinzusteigern, aber es geht einfach nicht.
Wegen des Krachs hier bin ich auf Wohnungssuche. Über 3 Jahre lang war es einigemaßen okay hier, bis ich fast zeitgleich zwei neue Nachbarn bekam, an denen ich mich nun seit ca. einem 3/4 Jahr erfreuen kann. Leider sind die auch noch meist zu Hause! Besonders der junge Mann, der nicht zu arbeiten scheint.

Ich habe eine Riesenangst, dass es in der nächsten Wohnung wieder so sein wird. Daher finde ich auch keine, die mir zusagt. Ich hasse diese Wohnblocks wie die Pest!
Diese Probleme sind natürlich nicht neu, sie haben sich über die Jahre aufgebaut und verschlimmert. Angefangen hat es damals vor 15 Jahren mit einem Nachbarn, der ständig den Fernseher laut hatte. Später war einer, der jeden Tag stundenlang lautstark telefoniert hatte, usw.
Ich halte es einfach nicht aus, ständig am Leben der anderen teilhabe zu MÜSSEN! Wenn ich mitbekomme, dass die Nachbarn ihre Wohnung verlassen, ist es als fiele mir ein Zentner Steine vom Herzen. Anderherum verhält es sich, als würde mir eine Zwangsjacke angelegt und mich völlig bewegungsunfähig machen.
Ich warte dann förmlich darauf, dass sie Krach machen - was bei dem jungen Mann meist auch der Fall ist.
Wie habt ihr denn diese Angst und diese Wut in den Griff bekommen? Ich habe langsam wirklich Angst, verrückt zu werden! Ich denke sogar schon, dass es menschenunwürdig ist, in einem Mehrfamilienhaus wohnen zu müssen, da man sich hier ja nicht frei entfalten kann bzw. unbelästigt leben kann. Aber wie soll ich allein ein Haus mieten, bzw. eines kaufen?? Das ist viel zu teuer... Bin echt verzweifelt...
So, das war jetzt etwas wirr... Ich habe mich gerade sehr geärgert. Nun habe ich Angst vor Samstagmorgen. Eigentlich müsste ich längst im Bett sein, damit ich ausgeschlafen bin, wenn meine Nachbarin mich weckt...

In diesem Sinne liebe Grüße,
Adelilah

Ansja
05.04.2008, 22:26
Liebe Adelilah,

ich habe neulich hier wieder reingeschaut und gesehen, dass du diesen Thread wiederbelebt hast.

Deine Angst kann ich sehr gut nachvollziehen, da es mir auch so gehen kann, wenn ich in dieser Situation lebe, wie du beschreibst. Wie du auch triftig beschreibst, an dem Leben anderer Menschen, mit denen man sonst nichts zu tun hat, teilhaben zu müssen, ob man will oder nicht. Wegsehen geht schon eher, weghören geht nicht. Das Warten darauf, dass wieder gleich Lärm kommen kann, ist ein nervenzerreißendes Gefühl.

Es ist wichtig, mit den "Lärmquellen" in Kontakt zu kommen. Du hast ja mal den jungen Mann angesprochen, er war ja wenigstens nicht unfreundlich. Wie ist es bei der Nachbarin unter dir, was ist das für ein Typus?

Dieses Thema wird auch in einem Thread unter der Rubrik Miet-Forum angesprochen. Viele raten der Betroffenen, auszuziehen. Ich kann deine Angst gut verstehen, dass dir das gleiche in einer neuen Wohnung wieder passieren kann. Eine Frau in dem Forum schrieb, wie wohl sie sich jetzt in dem Einzelhaus lebt, in dem sie jetzt allein wohnt.

Wie wäre es z.B. in einem 2-Familienhaus, in dem z.B. unten der Vermieter wohnt, wo ggf. die Gelegenheit besteht, sich etwas mehr kennenzulernen. Denn wenn mehr Kontakt besteht, werden eventuelle Geräusche ganz anders eingeordnet, so geht es zumindest mir.

Auch ich hätte Schwierigkeiten, in irgendein anonymes Mehrfamienhaus einzuziehen, ohne zu wissen wer über, unter oder neben mir wohnt. Zudem kann sich das ja ständig ändern, du schreibst ja, dass es ein paar Jahre einigermaßen in Ordnung war.

Umzüge sind oft mit großem Aufwand verbunden. Manchmal habe ich gedacht, es wäre am einfachsten, in ein möbliertes Appartment ziehen, so dass man jederzeit wieder entschwinden kann, wenn es unangenehm laut werden sollte. Momentan ist es bei mir aber zum Glück nicht nötig.

Ich hoffe, dass du bald ein angenehmes ruhiges Zuhause finden wirst. Ruhe geht für mich vor. Lieber habe ich es dunkel, eng, aber dafür ruhig, als umgekehrt.

Liebe Grüße
Ansja

mine50
24.05.2009, 14:07
hallo

ich bin 18 und hatte schon als kind ``lärmangst`` (furcht) das was schlimmes passieren kann nur wenn ich geräusche hörte. seit paar jahren ist es nicht mehr vorgekommen .
Letzte woche als ich im zug saß bekamm ich plötzlich angst weil es so laut wurde ich hab nur noch dieses qwischen von den rädern gehört hab angefangen zu zittert. Ich weis nich was ich machen soll zurzeit passiert es 1-3 mal am tag. kann mir jemand weiter helfen :niedergeschmettert:

Amanlu
01.06.2009, 12:52
Hallo, liebe Lärmgeplagte!

Ich bin auch sehr geräuschempfindlich, kann aber wie Ansja sagen, dass das vor allem Menschen betrifft.

Straßenlärm oder der Sport- bzw. Festplatz in der Nähe stören mich überhaupt nicht. Möglicherweise einfach deshalb, weil ich weiß, dass solche Einrichtung tatsächlich die Lärmgesetze einhalten und zu ziviler Zeit Schluss machen müssen.
Privatleute müssten das natürlich auch, tun es aber oft nicht.

Was in mir speziell diese Panik auslöst, ist der innere Konflikt zwischen "Geh dich beschweren!" und "Hab dich nicht so!"

In der ersten Wohnung habe ich mich beschwert, erst freundlich, und die Leute waren auch freundlich. Nur der Lärm wurde nicht weniger.
Nach weiterem standhaften Beschweren (das mich UNGLAUBLICH Überwindung gekostet hat), bekam ich dann zu hören, ich solle mir einfach einen Mann und Kinder anschaffen und mehr lachen, dann wäre ich sicher auch nicht mehr so hysterisch.
Das hat mich damals sehr genickt und mir war dann auch klar, dass ich nichts anderes machen kann als auszuziehen.

In der zweiten Wohnung lebten über mir alle paar Monate neue Mieter, der Lärm nahm also nie ein Ende, selbst wenn ich mich mal wieder zum "Beschweren" zwang.

In der dritten Wohnung hätte ich vor Einzug nur mal die WC-Spülung hören müssen, dann wäre ich nie eingezogen: mittleres Bombengeschwader.
Die Küche des einen Nachbarn lag direkt neben meinem Schlafzimmer und leider musste er morgens um 5 Uhr raus. Man hat alles gehört und immer das Gefühl, der nächste Nachbar sitzt direkt hinter einer Pappwand.

Nr. 4 ist nun eine Dachgeschosswohnung in einem 3-Familienhaus. Vom Ehemann des älteren Pärchens unter mir wurde ich gleich mit den Worten begrüßt: "Ach, Sie sind das also, die uns in Zukunft auf dem Kopf rumtrampeln wird!"
Für sich gesehen ist das natürlich wahnsinnig uncharmant, aber mir war dann gleich klar, dass ich hier am richtigen Ort war (die Leute hatten auch ein paar schlimme Erfahrungen mit meinen Vormietern hinter sich). Ich muss dafür zwar absolut maue Einkaufsmöglichkeiten hinnehmen, aber das ist es allemal wert :smile:

Fazit: Nach dem, was ich selbst erlebt habe und auch von anderen Leuten so höre, sind die Fälle, in denen das Gespräch mit dem Nachbarn tatsächlich permanent hilft, in absoluter Minderzahl.
Die meisten Menschen kommen aus diesem pubertären "Ich-bezahle-dafür-also-kann-ich-hier-machen-was-ich-will" ihr Lebtag nicht raus.

Und ich wünschte, Lärm würde mich so aggressiv machen, dass ich nachts im Schlafanzug jemanden zusammenstauchen könnte! :freches grinsen: Denn eigentlich sind die Lärmenden im Unrecht, nicht die Leidenden (mal ausgenommen Leute mit ernshaften psychischen Problemen, die sich eventuell tatsächlich Dinge einbilden, die gar nicht passieren.).

Liebe Grüße
Amanlu

Inaktiver User
21.06.2009, 14:44
war nun schon länger nicht mehr hier und bin auch überrascht, wie viele leidensgenossinnen es gibt.
Dito :lachen:

Bin schon 3x umgezogen deswegen, aber bin immer noch nicht zur Ruhe gekommen. Irgendwas ist immer - im EG das Gewimmere der Katzen in der Nacht - im DG die Hitze im Sommer und die Vögel auf dem Dach und das Regengeplätscher -
Jetzt wohne ich wieder im 2. Stck. und ich habe meine Vormieterin ganz irre gemacht mit meiner Fragerei, ob die Whg. auch wirklich ruhig sei (sie wohnte bereits 12 Jahre hier und meinte, sie schlafe jeden Tag bis 8:30 Uhr durch).

Wie Ihr Euch denken könnt ... ich empfinde diese Wohnung als hellhörig und als absoluten Billigbau, was auch andere Mieter wiederum bestätigen....

Wirklich schade, dass es hier kein Wohnen auf Probe gibt :zwinker:




@frida: auch ich beneide dich um deinen umzug. das ist auch mein traum. mein eigenes häuschen, irgendwo im grünen, ruhig und geborgen...:)


Hi Frida, wirklich beneidenswert. Ich bin zwar auch eine Sparerin, aber ein Häuschen in Bayern würde alle Rahmen sprengen. Wo wohnst Du denn?

Inaktiver User
21.06.2009, 15:12
Achja, je nach Gemütslage empfinde ich Geräusche (vor allem nächtliches Türenschlagen) mehr oder weniger belästigend und ängstigend (teilweise liege ich schweißgebadet im Bett und kann nicht wieder einschlafen)
Wenn ich eher weniger alltägliche Sorgen habe, geht das Einschlafen gut und versuche mir gute Gedanken zu machen, was sooooo schwer ist...

Auf alle Fälle denke ich, dass diese übertriebene "Wachsamkeit" in der Kindheit entstanden ist oder andere traumatische Hintergründe hat...
Achje....

Lukulla
22.06.2009, 01:49
Da sagst Du was, Luna, (übertriebene) Wachsamkeit.

Das erinnert mich an eine Bemerkung, die vor langer Zeit mal hörte: Man scannt im Einschlafen die Umgebung ab. Das Zimmer, die Wohnung, das Haus, die Strasse.

Das hat mir viel zu denken gegeben. Das tue ich. Ich höre alles, merke alles, und wenn alles im Lot ist, das heisst, die Geräusche sind zuordbar, aber nicht laut, und alles insgesamt ruhig ist, dann kann ich schlafen.

Ich gehe sozusagen mit meinem Ohr durch die Wohnung und die nähere Umgebung "spazieren". Ich bin quasi draussen und lese dort. Ich muss erfassen, wo welches Geräusch her kommt, um damit leben zu können.

(ich wär ein prima Wolf geworden. Der erste, der die Meute weckt, weil ein Feind im Revier ist...)

Inaktiver User
22.06.2009, 09:52
(ich wär ein prima Wolf geworden. Der erste, der die Meute weckt, weil ein Feind im Revier ist...)

Ich auch :freches grinsen:
Bin auch die Einzige, die niemals einen Wecker braucht :knatsch:

Ich hab schon mehrmals meine Nachbarn angesprochen, dass sie die Türen nicht so knallen sollen. Die Reaktionen waren unterschiedlich, meist aber freundlich... Der Mieter unter mir zeigte mir, dass seine Türe wirklich ziemlich hängt.
Na, immerhin kann man mit manchen Leuten reden.
Generell denke ich aber, dass die Gesellschaft an sich immer rücksichtloser wird... "mich störts ja nicht"

Die Leute vergessen es auch schnell wieder, denn wie hier schon geschrieben wurde, Menschen kann man nicht wirklich ändern und wollen auch nicht bevormundet werden. So versuche ich meine Einstellung dazu zu ändern, was nicht einfach ist.

Ich wünsche mir soooooo sehr meine eigene 8 Wände ... Wer macht mit? :smirksmile: :lachen: Please!!! Ich habe auch schon lange nicht mehr die Energie, die ich hätte, wenn ich nicht ständig von äusseren Umständen gestört würde.... für einen weiteren Umzug graut mir auch, da man ja nie weiß, worauf man sich einlässt...

Lukulla
22.06.2009, 17:02
Also ich bin da in der Regel Kämpferin in eigener Sache. Auch, wenn es mir schwer fällt, überwinde ich lieber mein Unwohlsein und rede mit den Leuten, egal ob das Partylärm, der Betrieb einer Abluftanlage oder Türenknallen ist.

Wenn ich das nicht mache und der Lärm dauert an, werde ich so unglücklich, dass ich wie ein zusammengekauertes Kaninchen in der Wohnung sitze.

Dazu muss ich sagen, dass so gut wie alle Menschen bisher sehr kooperativ reagiert haben. Gut, einen lauten Menschen kann ich nicht ändern, wenn der durch die Wohnung trampelt mit durchgedrückten Knien, dass der Boden vibriert, wird der nicht ab sofort auf Zehenspitzen gehen. Aber wenn erst mal das Bewusstsein dafür da ist, dass man Lärm verursacht, ist Rücksicht mindest Nachts oder Abends möglich. Ausserdem kann man dann, wenn's wieder mal schlimm wird, an das nette Erstgespräch anknüpfen.

Lärm, der sein *muss* und dem ich nicht entfliehen kann, ist grausam. Bohrmaschine, Presslufthammer......

Ich brauch auch keinen Wecker!

Ausserdem habe ich so eine innere Weckfunktion. Muss ich um 7.00 aufstehen, bin ich garantiert um 6.30 wach. :knatsch:

Lukulla
22.06.2009, 17:11
Auf alle Fälle denke ich, dass diese übertriebene "Wachsamkeit" in der Kindheit entstanden ist oder andere traumatische Hintergründe hat...
Achje....

Mir wurde erzählt, dass ich schon als Kind sehr lärmempfindlich war und mein Vater meinte immer, ich hätte das absolute Gehör. Leider hatte ich eine laute Mutter. Wenn die in der Küche gewirtschaftet hat, klirrten mir die Ohren. Sie knallte auch gerne Türen. Oder schrie mal eben durch das ganze Haus, wenn sie an einem eine Frage hatte.

Vielleicht kommt es auch daher, dass ich bis zu meinem 8. Lebensjahr mit 2 Geschwistern in einem Zimmer schlief. :wie?:

Ich weiss noch, als ich endlich von zuhause auszog und meine erste eigene (winzige) Wohnung hatte, habe ich echt vor lauter Glück geheult.

Was meinst du mit traumatische Hintergründe? Oder führt das zu weit? Möchte nicht aufdringlich sein.

Inaktiver User
22.06.2009, 17:18
Also ich bin da in der Regel Kämpferin in eigener Sache. Auch, wenn es mir schwer fällt, überwinde ich lieber mein Unwohlsein und rede mit den Leuten

Ich denke auch, dass es sehr wichtig ist, für die eigene Sache einzustehen und nicht wie das berüchtigte Kaninchen vor der Schlange zu stehen und sich als Opfer fühlen zu müssen.
Und wenn es dann mal wieder lauter wird, kann man wenigstens sagen, ich habe versucht, etwas dagegen zu unternehmen.



Ausserdem habe ich so eine innere Weckfunktion. Muss ich um 7.00 aufstehen, bin ich garantiert um 6.30 wach. :knatsch:


Kenne ich nur zu gut :grmpf:

Inaktiver User
22.06.2009, 17:26
Was meinst du mit traumatische Hintergründe? Oder führt das zu weit? Möchte nicht aufdringlich sein.

ja, das führt jetzt etwas zu weit hier in der Öffentlichkeit, aber ich bin der Meinung, dass Jeder dazu seine entspr. Geschichte hat. Sonst hätte ja jeder diese Ängste und Hellhörigkeit, ausser es gibt dazu physische Ursachen.

Wenn Du mit 2 Geschwistern zusammen ein Zimmer geteilt hast, kann es durchaus sein, dass dort die Ursachen liegen (je nachdem wie Euer Verhältnis untereinander war).



Vielleicht kommt es auch daher, dass ich bis zu meinem 8. Lebensjahr mit 2 Geschwistern in einem Zimmer schlief.


Ich musste mit meiner Schwester noch länger ein Doppel-Bett teilen :-(

Noodie
22.06.2009, 19:12
Ich habe auch Lärmangst, aber meine Kindheit war sehr ruhig. Bin nur mit meiner Mutter aufgewachsen, hatte mein eigenes Zimmer seit ich 4 Jahre alt war. Wir wohnten in einer Dachwohnung, neben uns eine alte Frau. Ich habe immer wie ein Stein geschlafen, es war sehr ruhig ... ich denke manchmal, gerade daher dass es immer so ruhig war hab ich nie eine Lärmtoleranz aufbauen können. Klingt das plausibel?

Jetzt wohne ich schon seit 13 Jahren in Indien, und es ist hier eigentlich fast immer irgendein Lärm ... Ich habe gemerkt dass ich etwas toleranter geworden bin, ich schlafe jetzt meist durch, da mein Gehirn das meiste jetzt wohl als unwichtig einstuft. Klappt aber nicht immer, heute morgen zB nicht und ich quäle mich heute mit 4 Std Schlaf durch den Tag :knatsch: Habe jetzt auch schon wieder Angst dass ich morgen auf die gleiche rüde Art geweckt werde - hämmern gegen meine Schlafzimmerwand. :ooooh:

Ich habe die Nachbarn gebeten, nicht morgens gegen die Wand zu hämmern und sie haben einfach abgestritten dass sie da irgendwas gehämmert hätten. Tja, was soll man da machen? :wie?:


Ich musste mit meiner Schwester noch länger ein Doppel-Bett teilen :-(

Darüber musste ich jetzt gerade etwas schmunzeln - hier ist es nicht unüblich dass die ganze Familie in einem Bett schläft, und die Grosseltern, Tanten, Onkel etc auch noch mit im Zimmer irgendwo. Ich wünsche mir immer die Lärmtoleranz eines Inders zu haben - neben meinem Ex Mann konnte ein LKW anfahren und er hat weitergeschlafen. Auch das Hämmern heute morgen hätte ihn nicht geweckt. Auf Wecker und Telefon etc reagiert er aber sofort. Schon komisch unser Gehirn, nicht?

Inaktiver User
24.06.2009, 10:58
Hallo liebe Leidensgenossinnen :blumengabe:



Ich habe immer wie ein Stein geschlafen, es war sehr ruhig ... ich denke manchmal, gerade daher dass es immer so ruhig war hab ich nie eine Lärmtoleranz aufbauen können. Klingt das plausibel?

Das ist durchaus plausibel. Wir wohnten auch alle in einem Einfamilienhaus und Störungen gab es kaum, außer der Agrarflieger jeden Samstag morgen :ooooh:



Ich habe gemerkt dass ich etwas toleranter geworden bin, ich schlafe jetzt meist durch, da mein Gehirn das meiste jetzt wohl als unwichtig einstuft.

Ich denke, dass ist ein ganz wichtiger Punkt... Wenn auch das UNTERBEWUSSTSEIN endlich kappiert hat :freches grinsen:, dass man nicht in Gefahr ist, würde es einen auch nicht so stören. Der Verstand alleine reicht hier nicht aus.



... und ich quäle mich heute mit 4 Std Schlaf durch den Tag :knatsch: Habe jetzt auch schon wieder Angst dass ich morgen auf die gleiche rüde Art geweckt werde - hämmern gegen meine Schlafzimmerwand. :ooooh: ... sie haben einfach abgestritten dass sie da irgendwas gehämmert hätten.

Hoffentlich bist du trotzdem einigermaßen gut durch den Tag gekommen? Schlimm, wenn Nachbarn nicht einsichtig sind :nudelholz:

Bin heute auch schon wieder 7:00 Uhr wach geworden durch einen Türknaller. Könnte die Woche ausschlafen, aber geht nicht :wie?: Manchmal kann ich nachher auch wieder einschlafen, nur wenn man vieles im Kopf hat, geht das leider nicht auf Kommando.



... hier ist es unüblich dass die ganze Familie in einem Bett schläft, und die Grosseltern, Tanten, Onkel etc auch noch mit im Zimmer irgendwo. Ich wünsche mir immer die Lärmtoleranz eines Inders zu haben...


Ich denke, die Erziehung der Inder ist total anders als bei uns. Die Bindung zur Familie ist eine viel innigere und die Mutter trägt ihre Kinder meist eng am Körper mit einem Tuch - das Urvertrauen der Menschheit wird dem Kinde quasi in die Wiege gelegt!!! Sie hören sicher nicht, wenn irgend ´ne Türe schlägt, weil sie nicht gelernt haben, dass dies gefährlich sein könnte...

Ich hoffe, ich gehe jetzt nicht zu weit, aber in vielen von uns sind sicher auch noch Erinnerungen an die Schrecken des Krieges vorhanden. Meine Grosseltern und mein Vater waren 1945 in Gefangenschaft und haben schreckliche Dinge erlebt und nie verarbeitet. Diese Ängste werden unbewusst an Kinder übertragen.



neben meinem Ex Mann konnte ein LKW anfahren und er hat weitergeschlafen. Auch das Hämmern heute morgen hätte ihn nicht geweckt.... komisch unser Gehirn, nicht?
Ja, beneidenswert. Alle meine Ex Freunde konnten schlafen wie ein Stein... die Frauen scheinen da sensibler zu sein.

Liebe Grüsse
Luna

Inaktiver User
24.06.2009, 11:08
die ohrenstöpsel kann man in hörgeschäften anfertigen lassen. ich bin wirklich sehr zufrieden mit ihnen, verwende gar keine schaumstoff dinger mehr.


Hallo rosa_777

Was sind das denn genau für Stöpsel und was kosten die? Sind die ähnlich wie die Wachsstöpsel aus der Drogerie? Im Sommer werden die immer sehr weich im Ohr und helfen somit nicht durch die ganze Nacht.
Danke :blumengabe:

Noodie
24.06.2009, 11:23
Hallo!


Wenn auch das UNTERBEWUSSTSEIN endlich kappiert hat :freches grinsen:, dass man nicht in Gefahr ist, würde es einen auch nicht so stören. Der Verstand alleine reicht hier nicht aus.

Nein, der Verstand reicht nicht aus, ist aber glaub ich ein brauchbares Werkzeug. Was der Verstand wiederholt lernt, erreicht auch irgendwann das Unterbewusstsein. Da kann man dann mithelfen, indem man sich bei Lärm sagt "Das ist jetzt nur der Türknaller Nachbar, hat nichts mit mir zu tun, und ist auch völlig ungefährlich."

Ist aber bei plötzlichen und heftigen Geräuschen wirklich schwierig :knatsch:


Hoffentlich bist du trotzdem einigermaßen gut durch den Tag gekommen? Schlimm, wenn Nachbarn nicht einsichtig sind :nudelholz:

Ja, danke, ich lebe noch :smirksmile: Das Gehämmere hat sich zum Glück auch nicht wiederholt. *schnell auf Holz klopf!*


Bin heute auch schon wieder 7:00 Uhr wach geworden durch einen Türknaller. Könnte die Woche ausschlafen, aber geht nicht :wie?: Manchmal kann ich nachher auch wieder einschlafen, nur wenn man vieles im Kopf hat, geht das leider nicht auf Kommando.

Genau, dann springen gleich die Sorgen hoch und wollen Aufmerksamkeit, nicht? Das geht mir auch manchmal so. Selbst wenn alles wieder ruhig ist kann ich dann nicht mehr einschlafen.


Alle meine Ex Freunde konnten schlafen wie ein Stein... die Frauen scheinen da sensibler zu sein.

Das ist ja auch wichtig, denn wir müssen Gefahren von unseren Babies und Kindern fernhalten. Von daher können wir vielleicht nie so tief und unbesorgt schlafen wie Männer. Leider! Aber das scheint im Alter wieder besser zu werden, meine Mutter schläft jetzt wieder besser als damals als ich noch klein war. :erleuchtung:

Inaktiver User
24.06.2009, 15:55
LärmANGST habe ich nicht, aber auch eine große Lärmempfindlichkeit, besonders gegen Nachbarschaftslärm, Straßenlärm, Kinderlärm, Maschinenlärm, eigentlich alles, was laut ist.
Mein Fernseher ist auch leiser eingestellt, als der von anderen und wenn Werbung kommt, muss ich immer den Ton ausschalten.

Habt Ihr auch noch andere Empfindlichkeiten?
Ich bin auf allen Sinnesgebieten hochsensibel.
Hitze, Kälte, Schmerz, Helligkeit, Gerüche...gibts noch was?
Als mir das vor ein paar Jahren bewusst wurde, dass, genetisch bedingt, meine Reizschwelle niedriger liegt, als beim Großteil der Menschen, konnte ich mir einiges aus meinem Leben besser erklären, z.B. warum ich Diskos früher nichts abgewinnen konnte.
Aber auch viel gewichtigere Dinge in meinem Leben...

Für LeidensgenossInnen gibt es ein Forum:
empfindsam.de (http://www.empfindsam.de/login.php?do=logout&logouthash=e1492129494d8c9a2f4b659569d12866)
Da werdet Ihr mit Euren "Eigenarten" verstanden!

Noodie
24.06.2009, 16:01
Ich denke, die Erziehung der Inder ist total anders als bei uns. Die Bindung zur Familie ist eine viel innigere und die Mutter trägt ihre Kinder meist eng am Körper mit einem Tuch - das Urvertrauen der Menschheit wird dem Kinde quasi in die Wiege gelegt!!! Sie hören sicher nicht, wenn irgend ´ne Türe schlägt, weil sie nicht gelernt haben, dass dies gefährlich sein könnte...

Mir fiel dazu noch etwas ein was ich ganz erstaunlich und auch amüsant fand. Ein indischer Freund von mir ist vor Jahren mit seiner deutschen Frau nach Deutschland gezogen. Als er dann eine Weile später wieder hierher nach Indien kam um Familie zu besuchen, erzählte er dass er am Anfang gar nicht gut schlafen konnte in Deutschland - weil es so still ist! :zwinker:

Und anscheinend ist seine Frau ab und zu mal beruflich über Nacht weg und das war auch sehr gewöhnungsbedürftig für ihn, da er noch nie allein in einem Bett/Zimmer geschlafen hatte. Da war ihm zu Anfang ganz unbehaglich zumute.

Es gibt sogar einen Werbespot hier in Indien für Handys, wo ein in Europa reisender Inder seine Mutter in Indien nachts anruft, weil er nicht schlafen kann. Sie hält dann ihr Telefon aus dem Fenster so dass er die typischen indischen Nachtgeräusche hören kann, und dabei schläft er dann selig ein :freches grinsen:

Was wir als unangenehme oder sogar beängstigende Geräuschkulisse empfinden scheint also viel mit tiefsitzender Gewohnheit zu tun zu haben.

Lukulla
24.06.2009, 16:23
Mein Fernseher ist auch leiser eingestellt, als der von anderen und wenn Werbung kommt, muss ich immer den Ton ausschalten.


Lach, ist bei mir genauso. Manchmal ist der Fernseher so leise eingestellt, dass ich es kaum verstehe. Dann muss ich über mich selbst lachen.

Ja, sonst sind alle Empfindsamkeiten sehr ausgeprägt, ich vermeide jegliches Geschirrgeklapper, wenn ich abwasche oder abtrockne; vor allem Besteck, was gegeneinander schlägt, verursacht mir Klirren im Ohr. Das geht gar nicht.

Es gibt aber Geräusche, die ich sehr liebe und die laut sein können: Vögelgezwitscher, Kirchenglockengeläute und Regen.

Es ist also nicht die pure Lautstärke, die mich schreckt, sondern die Frequenz (?), und die Höhe des Tons. Surrende Geräusche kann ich auch nicht ab, z.B bei Abluftanlagen. Wenn Menschen in einem hohen Falsett - also immer einen Ton zu hoch - laut reden, da klirrt mein Ohr auch.

Der Thread war ja mal eröffnet worden mit dem Thema Angst vor dem Lärm. Bei mir geht das soweit, dass mir fast schlecht wird und ich kriege Herzrasen, wenn der Lärm da ist. Wenn ich beispielsweise nach Hause komme und irgendeine Anlage ist noch an, obwohl sie aus sein sollte, dann bin ich in voller Panik. Weil ich nichts dagegen machen kann, ich muss das aushalten und weil ich es persönlich nehme. Man gönnt mir die Ruhe nicht. Ich muss immer dafür kämpfen.

Ich bekomme mich da nur runter, wenn ich mit mir selbst rede: es ist jetzt so, morgen kannst Du da anrufen und was sagen, Du stirbst davon nicht, mach das Fenster zu, dann ich es wesentlich leiser usw. Vor allen das Mantra, dass Lärm der beginnt, auch irgendwann wieder aufhört, hilft mir da.

Dieses Herzrasen und diese Übelkeit sind aber schlimm. Ich hasse das.

Mich würde mal interessieren, wir Ihr seid oder Euch einschätzt? Leise Menschen, lärmvermeidend, oder doch auch mal polterig? Lauft Ihr leise durch die Zimmer oder hört man Eure Schritte? Kontrolliert Ihr Eure Bewegungen, um Lärm zu vermeiden?

Amanlu
24.06.2009, 16:39
Hi!

Meine Mutter arbeitete als Gemeindekrankenschwester und hielt, da sie um 5 Uhr aufstehen und gegen Abend nochmals eine Runde machen musste, immer Mittagsschlaf.
Meine Schwester und ich sind also von Kindesbeinen an "Ruhezeiten" gewöhnt. Wir schlichen dann wirklich auf Zehenspitzen rum und haben nur still gespielt. Und wir wussten, dass es sich dabei um das Prinzip "Rücksicht" handelt.

Das habe ich beibehalten. Wenn es nicht sein muss, mache ich auch keinen Lärm. Ich gehe in meiner Wohnung nicht mit Absatzstraßenschuhen - schon gar nicht auf Parkett - ich räume, wasche und dusche zu normalen Zeiten, trampele keine Treppen runter und knalle keine Türen.
Wenn ich laute Musik hören will, nehme ich Kopfhörer dazu, und mein TV ist auch so eingestellt, dass er nur EIN Zimmer beschallt, nicht die ganze Wohnung.

Dass ich mir mein Leisesein nicht nur einbilde, merkte ich, als meine Nachbarn unter mir mich auf der Straße trafen und fragten, ob ich länger weg gewesen sei. Die merken also gar nicht, ob ich da bin oder nicht.

Also, wer von euch "Empfindlichen" möchte später in die Alters-WG mit mir ziehen? :freches grinsen:

Liebe Grüße
Amanlu

Inaktiver User
24.06.2009, 16:49
Es gibt aber Geräusche, die ich sehr liebe und die laut sein können: Vögelgezwitscher, Kirchenglockengeläute und Regen.
Jaaa! Das ist schön!

Ich habe festgestellt, dass mir natürliche Geräusche, so wie die oben viel angenehmer sind als die künstlichen von Maschinen.
Ich glaube, ich sollte in der Natur leben.
Aber manchmal nervt mich auch eine hysterisch warnende Amsel!
Oder Hundegebell.

Hardrock und Freejazz machen mich aggressiv.
Klassische Musik macht mich traurig.
Jede Art von Musik erzeugt bei mir Gefühle irgendeiner Art.


Ich bekomme mich da nur runter, wenn ich mit mir selbst rede: es ist jetzt so, morgen kannst Du da anrufen und was sagen, Du stirbst davon nicht, mach das Fenster zu, dann ich es wesentlich leiser usw. Vor allen das Mantra, dass Lärm der beginnt, auch irgendwann wieder aufhört, hilft mir da.

Dieses Herzrasen und diese Übelkeit sind aber schlimm. Ich hasse das.



Wenn ich Stress habe oder nachts nicht wieder einschlafen kann, mache ich aus dem Yoga die tiefe Bauchatmung. Ganz tief in den Bauch einatmen und ganz komplett langsam wieder ausatmen.
Dann werde ich ganz ruhig.


Mich würde mal interessieren, wir Ihr seid oder Euch einschätzt? Leise Menschen, lärmvermeidend, oder doch auch mal polterig? Lauft Ihr leise durch die Zimmer oder hört man Eure Schritte? Kontrolliert Ihr Eure Bewegungen, um Lärm zu vermeiden?
Ich bin eine "Leisetreterin" und kann Menschen nicht verstehen, die polterig sind.


Also, wer von euch "Empfindlichen" möchte später in die Alters-WG mit mir ziehen?

Ich zieh mit ein, aber nur wenn es ein Haus im Grünen ist und ich meine eigene kleine abgeschlossene Wohnung hab!

Amanlu
24.06.2009, 16:56
Ich zieh mit ein, aber nur wenn es ein Haus im Grünen ist und ich meine eigene kleine abgeschlossene Wohnung hab!
Na klar, Grünes mag ich auch, und ich bin viel zu quengelig, um meine Wohnung mit anderen zu teilen! :blumengabe:

Promethea71
24.06.2009, 17:26
Hallo,

ich bin gerade durch Zufall auf diesen Strang gestoßen und bin fasziniert.

Ich bin hinsichtlich meiner Empfindsamkeit das genaue Gegenteil von euch. Ich merke immer wieder, dass ich tendenziell eher geräuschunempfindlich bin bzw. Geräusche fast gezielt ausblenden kann.

Ich habe schon direkt neben einer Kirche gewohnt mit Gebimmel - gehört habe ich es aber nur beim Fernsehen oder telefonieren, also wenn es ein gewolltes Geräusch übertönte, inzwischen wohne ich direkt an der S-Bahn .... Ich konnte auch immer gut in der Bibliothek arbeiten, oder auch jetzt im Büro, wenn ich mich auf meine Arbeit konzentriere höre ich wenig anderes. Man muss mich dann ganz gezielt ansprechen, damit ich zuhöre, ansonsten ist es meinem Freund schon passiert, dass ich ihn plötzlich mitten in seinen Sprachfluss anschaue und frage "redest du mit mir ?" Als wenn ich von irgendwoher auftauchen würde.

Mein Gehör ist lt. HNO völlig in Ordnung, mein Fernseher, meine Musik im Normalbereich und meine Nachbarn höre ich kaum .... außer irgendetwas stört mich und ich konzentriere mich darauf. Klar Renovierungslärm, schlagende Türen, überlaute Musik höre ich und wenn es anhält stört es mich auch.

Und die Beobachtung Lärm von mir sympatischen Menschen ist weniger schlimm als der von unsympatischen.

Es ist daher interessant für mich, mal ausführlich die andere Seite zu lesen.

Wobei ich auch bei Babys immer fasziniert beobachte, dass sie im größten Trubel und Lärm oft gut schlafen und erst aufwachen, wenn es plötzlich ruhig ist. Mir wurde u.a. erklärt, dass ja auch im Mutterleib quasi eine ständige Unruhe herrsche.

Ist es also (neben dem tatsächlich feineren Gehör) auch eine Frage von Urvertrauen und Traumata ? Die Frage wurde hier ja auch schon gestellt.

Liebe Grüße

promethea

Lukulla
24.06.2009, 21:29
Amanlu, Alters-WG für Lärmempfindliche klingt gut.

Wir müssen uns nur gegenseitig versprechen, immer den Kopfhörer zu benutzen, wenn wir mit nachlassendem Gehör Fernsehen gucken. :zwinker:

Ich bin auch eine leise. Ich trample weder, noch klapper ich mit Geschirr, meine Fenster mache ich leise zu, usw. Ich kann sogar staubsaugen, ohne dass man was hört (ausser dem Sauger natürlich).

Es gibt ja so Spezialisten, die mit dem Sauger an jedes Möbelstück andozzen und mit dem Sauger auf dem Boden rauf und runter rappen. Dabei wird es viel einfacher und besser sauber, wenn langsam und sanft saugt.


Promethea71, das mit dem Urvertrauen hat bei mir wohl nicht geklappt. :freches grinsen:
Keine Ahnung, woran es wirklich liegt. Kann es sein, dass ein Embryo empfindlich ist, das Geräusche von aussen, die der lauten Mutter, das Kind so sehr traumatisieren, dass es ein Leben lang auf Geräusche als Störung reagiert?

Ich sprach von einem Scannen der Umgebung: Geräusche oder Lärm bedeuten ein Eindringen in meine Welt und Gefahr (mal übertrieben ausgedrückt)

Für Dich nicht. Das heisst, Du hast dieses Urvertrauen, dass Dir nichts passiert. (?)

Meine unausgegorenen Gedanken dazu.

Promethea71
25.06.2009, 09:39
Promethea71, das mit dem Urvertrauen hat bei mir wohl nicht geklappt. :freches grinsen:
Keine Ahnung, woran es wirklich liegt. Kann es sein, dass ein Embryo empfindlich ist, das Geräusche von aussen, die der lauten Mutter, das Kind so sehr traumatisieren, dass es ein Leben lang auf Geräusche als Störung reagiert?

Ich sprach von einem Scannen der Umgebung: Geräusche oder Lärm bedeuten ein Eindringen in meine Welt und Gefahr (mal übertrieben ausgedrückt)

Für Dich nicht. Das heisst, Du hast dieses Urvertrauen, dass Dir nichts passiert. (?)


Keine Ahnung, woran erkenne ich, dass es sich um Urvertrauen handelt ?

Ich habe auch einen sehr guten und festen Schlaf, den auch so leicht nichts stören kann - böse Zungen behaupten, man könne mich immer noch problemlos wegtragen im Schlaf - wie auch als kleines Kind.

Habe ich ein Vertrauen, dass mir nichts passiert ? Ja eigentlich schon.

Ich war mal kurzfristig mit einem Mann liiert, der im Krieg gewesen ist und seitdem nicht mehr ruhig schlafen konnte, weil er bei jedem Geräusch (das in der Kriegssituation seinen Tod hätte bedeuten können) aufgeschreckt ist - dem war durch die Kriegssituation jedenfalls dieses Vertrauen in die Friedlichkeit der meisten Geräusche abhanden gekommen. Er konnte deswegen nicht bei mir schlafen (fremde Umgebung) und hatte es auch am liebsten, wenn ich nicht die ganze Nacht bei ihm blieb.

Die Frage, die sich mir stellt, kann man das (wieder) trainieren ? Könnt ihr mit anderen (vertrauten oder unvertrauten) Menschen in einem Raum schlafen ?

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
26.06.2009, 11:34
... Da kann man dann mithelfen, indem man sich bei Lärm sagt "Das ist jetzt nur der Türknaller Nachbar, hat nichts mit mir zu tun, und ist auch völlig ungefährlich."

Danke Noodie, ich versuch mein Bestes. Letzte Nacht war er nicht da - herrlich !!!

Inaktiver User
26.06.2009, 11:50
Keine Ahnung, woran erkenne ich, dass es sich um Urvertrauen handelt ? Ich habe auch einen sehr guten und festen Schlaf, den auch so leicht nichts stören kann


Genau daran erkennt man, dass Du dieses besagte Urvertrauen besitzt. Dein Unterbewußtsein weiss, du bist nachts nicht in Gefahr und schläfst wie ein Stein. - beneidenswert -
Als Säugling und Kleinkind wird diese Fähigkeit "angelegt". Eine Mutter, die Ihr Kind nicht liebt und keine Nähe aufbauen kann/will wird diesem Menschen dieses Vertrauen nicht vermitteln können ...

Natürlich gibt es auch Menschen, die im Krieg traumatisiert wurden durch schlimme Erfahrungen und weil sie ständig auf der Hut sein mussten, weil wirklich Lebensgefahr bestand.


Die Frage, die sich mir stellt, kann man das (wieder) trainieren ? Therapie :wie?:

Achja, bei dem gemeinsamen Häuschen mit eigener Wohnung melde ich mich schon einmal an :smile::Sonne:

Inaktiver User
26.06.2009, 15:09
LärmANGST habe ich nicht, aber auch eine große Lärmempfindlichkeit, besonders gegen Nachbarschaftslärm, Straßenlärm, Kinderlärm, Maschinenlärm, eigentlich alles, was laut ist.
Mein Fernseher ist auch leiser eingestellt, als der von anderen und wenn Werbung kommt, muss ich immer den Ton ausschalten.


Und ich dachte, ich wäre alleine mit diesem Problem! *SteinvomHerzenfall*

Ich ertrage Lärm auch nicht. Wenn ich nach einem Arbeitstag im Büro mit dem Zug heimfahre (1 Stunde Fahrtzeit), benutze ich auch oft Ohrstöpsel, weil ich das Gerede der anderen Passagiere und den Zuglärm nicht aushalte. Bei der Werbung im Fernsehen mache ich auch meistens den Ton aus.

Ich habe das Glück, dass wir im Dachgeschoss wohnen und sehr ruhige "Untermieter" haben, die ich nur ab und zu (das leider sehr regelmäßig) husten höre und manchmal auch reden, aber sehr leise. Das WC ist unter dem Schlafzimmer, ich höre es dann kurz vor dem Einschlafen auch manchmal, wie sich der Mann (wohl im Stehen :smile: ) "erleichtert". Nur die Nachbarskinder spielen abends und am Wochenende manchmal recht laut draußen (Kiesplatten und darauf wird dann mit einem Bobbycar herumgefahren etc.).

Was mich dann so aggressiv macht, ist glaube ich auch die Tatsache, dass ich mich nicht traue, dann etwas zu sagen. Das ärgert mich - zumindest zuhause - manchmal fast mehr, als das Geräusch an sich. Was bisher das Schlimmste war: Ein früherer Nachbar hat es sich im Sommer, sobald er von der Arbeit nach Hause kam, auf der Terrasse gemütlich gemacht, die Terrassentür weit aufgemacht und dann die Musikanlage aufgedreht. Ein gemütliches Draußen-sitzen und zur-Ruhe-kommen war (mir) somit unmöglich. :knatsch:

Was ich vor kurzem bemerkt habe: an den Tagen, an denen ich besonders geräuschempfindlich bin (das variiert), knistert es in meinem Ohr, wenn ich meine Wange berühre. Keine Ahnung, was DAS nun wieder zu bedeuten hat :wie?:

Inaktiver User
26.06.2009, 15:17
Mich würde mal interessieren, wir Ihr seid oder Euch einschätzt? Leise Menschen, lärmvermeidend, oder doch auch mal polterig? Lauft Ihr leise durch die Zimmer oder hört man Eure Schritte? Kontrolliert Ihr Eure Bewegungen, um Lärm zu vermeiden?

Hm...direkt kontrollieren kann ich nicht sagen. Ich achte aber zuhause schon darauf, dass ich möglichst mit Hausschuhen unterwegs bin, das dämpft meine Schritte schon ziemlich. Wenn ich barfuß gehe, dann versuche ich schon, nicht so arg aufzustampfen (ich kann mir ja vorstellen, wie es denen unter uns gehen muss, und es ist nun wirklich keine große Einschränkung, wenn ich versuche, leiser aufzutreten).

Polterig bin ich weniger. Ich knalle nicht mit den Türen (es sei denn, ich streite mit meinem Mann :freches grinsen: ), und im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass wir sehr ruhige bzw. nicht-Lärm-verursachende Mieter bzw. Menschen sind. Ich glaube, dass ich das schon als Kind gelernt habe; mein Vater hatte früher eine zeitlang Schichtdienst, und da musste ich schon als Kind immer sehr leise sein, damit ich ihn tagsüber nicht störte.

Inaktiver User
26.06.2009, 15:20
Also, wer von euch "Empfindlichen" möchte später in die Alters-WG mit mir ziehen? :freches grinsen:


Ich ich ich! :freches grinsen: Aber nur, wenn Du dann immer noch leise bist :freches grinsen::freches grinsen:

Inaktiver User
26.06.2009, 15:23
Wenn ich nach einem Arbeitstag im Büro mit dem Zug heimfahre (1 Stunde Fahrtzeit), benutze ich auch oft Ohrstöpsel, weil ich das Gerede der anderen Passagiere und den Zuglärm nicht aushalte.

Das mach ich auch mit den Ohrstöpseln, ich habe auch 40 min Fahrt, im Winter. Im Sommer nehm ich das Rad.

Hast du meinen Link gesehen?
Da haben fast alle Leute diese "Probleme". Ist sehr erleichternd und bestärkend zu lesen, dass man kein absoluter Außenseiter ist.
Hältst du dir auch beim Martinshorn die Ohren zu oder wenn die Schienen beim Bremsen quietschen?
Ich steh inzwischen dazu.

Das mit dem Urvertrauen hab ich schon mal gehört, als Theorie für die Wachsamkeit.
Aber das erklärt ja nicht die sonstige Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen oder Schmerz. Das hat was mit einer angeborenen niedrigeren Reizschwelle zu tun.
Außerdem gibt es ja auch positive Aspekte der Hochempfindsamkeit.
Die Intuition ist dann auch oft besser, weil man insgesamt mehr wahrnimmt. Und das hat ja vielleicht nicht unbedingt was mit mangelndem Urvertrauen zu tun.

Inaktiver User
26.06.2009, 15:28
uIch glaube, dass ich das schon als Kind gelernt habe; mein Vater hatte früher eine zeitlang Schichtdienst, und da musste ich schon als Kind immer sehr leise sein, damit ich ihn tagsüber nicht störte.
Interessant! Da bist du ja schon die Dritte hier! Wir mussten auch tagsüber leise sein, wenn mein Vater schlief, weil er Nachtdienst gehabt hatte..

Noodie
26.06.2009, 15:31
Ich musste immer sehr leise sein wenn meine Mutter Migräne hatte. Da litt sie dann immer drei Tage lang, u.a. hat ihr dann Licht, jede Berührung und eben auch jedes Geräusch weh getan. Das war ganz schlimm für sie, und auch für mich.

Inaktiver User
26.06.2009, 15:33
Hast du meinen Link gesehen?
Da haben fast alle Leute diese "Probleme". Ist sehr erleichternd und bestärkend zu lesen, dass man kein absoluter Außenseiter ist.
Hältst du dir auch beim Martinshorn die Ohren zu oder wenn die Schienen beim Bremsen quietschen?
Ich steh inzwischen dazu.

Ja, Deinen link habe ich schon angeklickt. Ich hatte mir vor einigen Monaten auch schon mal ein Buch zu dem Thema "Hochsensible Personen" (oder so ähnlich) gekauft.

Und ja, die Ohren halte ich mir bei Martinshörnern generell zu, zumindest, wenn sie in unmittelbarer Nähe vorbeifahren :smile: Das tut mir dann körperlich richtig weh, dieser durchdringende Lärm. Was ich aber noch schlimmer finde, ist, wenn jemand beim Essen mit seinem Besteck (Messer) auf dem Teller herumkreischt...da könnte ich zum Tier werden :knatsch:


Das mit dem Urvertrauen hab ich schon mal gehört, als Theorie für die Wachsamkeit.
Aber das erklärt ja nicht die sonstige Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen oder Schmerz. Das hat was mit einer angeborenen niedrigeren Reizschwelle zu tun.
Außerdem gibt es ja auch positive Aspekte der Hochempfindsamkeit.
Die Intuition ist dann auch oft besser, weil man insgesamt mehr wahrnimmt. Und das hat ja vielleicht nicht unbedingt was mit mangelndem Urvertrauen zu tun.

Also schlafen tu ich auch wie ein Stein, dazu muss es aber (zumindest beim Einschlafen) einigermaßen ruhig sein. Schlimm sind für mich auch Menschenaufläufe (z.B. München Kaufingerstraße an einem Samstag Nachmittag...). Ich habe dann das Gefühl, als würde ich die Energien der Menschen direkt und ungefiltert aufnehmen, und das überfordert mich nach recht kurzer Zeit extremst und ich werde dann auch extrem aggressiv (also nicht dass ich schon mal jemanden körperlich oder verbal angegriffen hätte!). Sobald ich dann wieder aus der Stadt herausfahre, atme ich auf. Was für eine niedrige Reizschwelle spricht. Ich bin z.B. (ganz im Gegensatz zu meiner Mutter und meiner Oma) auch sehr schmerzempfindlich. Ich war also für die beiden immer so ein bisschen ein Weichei, weil vor allem meine Oma immer dachte, ich würde mich einfach nur "anstellen". Wie soll man so jemandem erklären, dass man das nicht mit Absicht macht und selbst darunter leidet? *seufz*

Inaktiver User
26.06.2009, 15:35
Interessant! Da bist du ja schon die Dritte hier! Wir mussten auch tagsüber leise sein, wenn mein Vater schlief, weil er Nachtdienst gehabt hatte..

Vielleicht hat das dann wirklich damit zu tun; man saugt es also sozusagen mit der Muttermilch auf, leise und rücksichtsvoll zu sein. Wobei ich ohnehin kein besonders lärmendes oder lautes Kind war. Also Gene + Erziehung? Möglich.

robertinho
03.07.2009, 03:39
Hallo an alle mit dem gleichen Problem, das ich habe. Ich habe mich eben neu angemeldet. Ich bin ein Mann und 40 Jahre alt. Die habe extreme Probleme mit Türenknallen. Ich werde krank davon. Bekomme Aggressionen und Ängste zugleich.
Was ich buchstäblich dann mache, ist, ins Kissen zu schreien. Ich muss diese Aggressionen loswerden. Ich könnte denjenigen, der nicht in der Lage ist, seine Tür leise zuzumachen, umbringen. Mach ich natürlich nicht.

Ich bin unter anderem deshalb nachts wach, weil dann einfach Ruhe ist. Tagsüber fliehe ich aus dem Haus. Zum Schlafen gehe ich manchmal zu meiner Mutter. Richtig entspannen kann ich mich nur bei meiner Freundin, weil die in einer in einer Kleinstadt wohnt und dort ist es auch im Haus ruhig. Nur muss ich da jedes Mal 6h mit der Bahn hinfahren. Und da ich auch eine Sozialphobie habe, kriege ich bei vollen Zügen Schwierigkeiten und flüchte mich ins Bistro und trinke Alkohol, um die Angst vor den ganzen Menschen zu bekämpfen. Alles also sehr ungünstig...

Allein, dass ich hier grade über dieses Thema schreibe, führt schon zu Schweissausbrüchen bei mir.

Hat es jemand schon mal mit Hypnose versucht? Ich mag Hypnose eigentlich überhaupt nicht, aber ich weiss nicht mehr, was ich machen soll. Bin ziemlich verzweifelt.

Vielen Dank, robertinho.

Inaktiver User
03.07.2009, 11:29
Ich bin auch sehr lärmempfindlich... ich hab immer meine Oropax dabei. Urlaub im Hotel geht gar nicht - also vieles was ihr auch kennt. Ich weiß seit 2 Jahren das ich ADS habe.. und seit ich das weiß, wird mir vieles klar. Auch meine spezielle Lärmempfindlichkeit ... da ich die Umweltreize nicht filtern kann - nehme ich Lärm natürlich besonders war - und wenn mein Speicher "voll" ist - dann brauch ich eine Lärmpause. Heute weiss ich was ich habe. Ich bin nicht mehr so aggressiv und kann mich bei Zeiten zurückziehen.. Ich weiß heute das meine Lärmempfindlichkeit nur duch mein ADS entseht... Gruß stern69:lachen:

Noodie
03.07.2009, 13:31
Hallo Robertinho! Hast du denn schon mal eine Therapie gemacht damit du deine Angst besser kennenlernst und besser mit den Situationen umgehen kannst?

Ich bin auch am liebsten nachts aktiv, weil ich dann ungestörter bin.

Und Gedanken dass man den Lärmern das Schlimmste wünscht kenne ich auch. Ist denke ich ganz normal.

Lieben Gruss :in den arm nehmen: Noodie

robertinho
03.07.2009, 15:13
Hallo Robertinho! Hast du denn schon mal eine Therapie gemacht damit du deine Angst besser kennenlernst und besser mit den Situationen umgehen kannst?

Ich bin auch am liebsten nachts aktiv, weil ich dann ungestörter bin.

Und Gedanken dass man den Lärmern das Schlimmste wünscht kenne ich auch. Ist denke ich ganz normal.

Lieben Gruss :in den arm nehmen: NoodieIch habe schon sieben Jahre Therapie hinter mir, von 1994-2001. Wobei es damals noch nicht um das Thema ging.
Seit ich meine Freundin habe, geht es wieder aufwärts und ich investiere wieder Energie in mein Leben, für mich und für uns.

Deshalb habe ich mich auch erneut einem Psychologen zugewandt, der mir sehr hilft. Bei nächsten Termin will ich das Lärmproblem ansprechen.

Gleichzeit hab ich halt zum ersten Mal im Netz nach Leuten gesucht, die das auch kennen und die das so wie mich fertig macht.
Ich komme mittlweile mit vielen meiner Problem besser klar.

Mit dem Lärmproblem halt leider nicht. Vor allem nicht, weil ich nicht weiss, woher es kommt. :regen:

http://civforum.de/images/smilies/frown1.gif

edit: Das Zitat von Hirschhausen kenn ich, das is genial. *gg*

Lukulla
03.07.2009, 21:29
Also Gene + Erziehung? Möglich.

Auf jeden Fall auch die Gene. Wäre es nur die Erziehung müssten ja meine Geschwister genauso lärmempfindlich bzw. geräuschempfindlich sein. Vor allem mein Bruder kann selber lärmend sein.

Lukulla
03.07.2009, 21:42
JSchlimm sind für mich auch Menschenaufläufe (z.B. München Kaufingerstraße an einem Samstag Nachmittag...). Ich habe dann das Gefühl, als würde ich die Energien der Menschen direkt und ungefiltert aufnehmen, und das überfordert mich nach recht kurzer Zeit extremst und ich werde dann auch extrem aggressiv (also nicht dass ich schon mal jemanden körperlich oder verbal angegriffen hätte!). Sobald ich dann wieder aus der Stadt herausfahre, atme ich auf. Was für eine niedrige Reizschwelle spricht.

Hm, es spricht vielleicht dafür, dass man sich nicht gut abgrenzen kann und andere Menschen die eigenen Grenzen überschreiten können durch die blosse Anwesenheit.

Ich spüre die Energien anderer Menschen sehr stark, egal ob kraftvoll, aggressiv oder lähmend. Ich muss mich auf jeden Fall abgrenzen, um das nicht zu nah an mich rankommen lassen.

Diese Menschenmassen und vielen Reize, in einem Kaufhaus beispielsweise überfordern mich auch nach einer Weile. Maximal 2 Stunden in einem Kaufhaus, - und das ist schon viel - dann bin ich fix und fertig und brauche Ruhe und Alleinsein. Es ist natürlich auch die Luft in diesen Häusern, die extrem Lebensenergie aussaugt. Alles klimatisiert, künstliche Luft versetzt mit Millionen Teilchen von Energien anderer Menschen.

Fussgängerzone ist Nachts um 2.00 angenehm, wenn nur ein paar Flaneure und Wahnsinnige unterwegs sind. :zwinker:

Noodie
05.07.2009, 11:24
Ich habe schon sieben Jahre Therapie hinter mir, von 1994-2001. Wobei es damals noch nicht um das Thema ging.
Seit ich meine Freundin habe, geht es wieder aufwärts und ich investiere wieder Energie in mein Leben, für mich und für uns.

Deshalb habe ich mich auch erneut einem Psychologen zugewandt, der mir sehr hilft. Bei nächsten Termin will ich das Lärmproblem ansprechen.

Gleichzeit hab ich halt zum ersten Mal im Netz nach Leuten gesucht, die das auch kennen und die das so wie mich fertig macht.
Ich komme mittlweile mit vielen meiner Problem besser klar.

Mit dem Lärmproblem halt leider nicht. Vor allem nicht, weil ich nicht weiss, woher es kommt. :regen:

http://civforum.de/images/smilies/frown1.gif

edit: Das Zitat von Hirschhausen kenn ich, das is genial. *gg*

Hi robertinho! Das hört sich doch schon sehr positiv an! :allesok: Ich wünsche dir dass der neue Psychologe das Thema Lärm mit dir aufschlüsseln kann und du auch da Fortschritte machen kannst.

Ich bin heute morgen zweimal geweckt worden. Einmal von den Nachbarskindern die sehr früh morgens im Garten Fussball spielten, und einmal von jemandem der dort etwas später anscheinend Holz hackte oder sowas. Beidesmal hab ich mir gesagt "hat nichts mit mir zu tun" und hat mir das Kissen über den Kopf gezogen. Hab tatsächlich noch weiter schlafen können! :engel:

Ich empfinde es ähnlich wie Lukulla beschreibt, ich scheine manchmal keine Haut zu besitzen, alles geht rein. Ich kann Geräusche schlecht ausblenden. Daher ist das Mantra "hat nichts mit mir zu tun" für mich so wichtig und hilfreich.

Allen Lärmgeplagten einen ruhigen Sonntag :blumengabe: Noodie

PS: ja, das Hirschausen Zitat ist super, ich fühlte mich so ertappt, als ich das las :freches grinsen: (bin 47)

Inaktiver User
08.07.2009, 10:13
Ich bin ein Mann und 40 Jahre alt. Die habe extreme Probleme mit Türenknallen. Ich werde krank davon. Bekomme Aggressionen und Ängste zugleich.


Hallo robertinho,

schön, dass sich hier auch ein Mann zum Thema meldet. Ist also nicht NUR ein Frauenleiden.



Ich könnte denjenigen, der nicht in der Lage ist, seine Tür leise zuzumachen, umbringen. Mach ich natürlich nicht.

Kann ich gut nachvollziehen. :freches grinsen: Ich könnte auch zur Kettensäge greifen und auf den Störenfried losgehen...

:blumengabe: an alle Leidensgenossen/innen

caotica
31.08.2011, 18:32
So, ich wisch hier mal den Staub von dem Thread weg ...

Ist denn hier noch jemand mit dem Problem aktiv? Würde mich nämlich interessieren, ob das ganze einen richtigen Namen hat, mit dem man das anderen auch erklären kann, damit sie dann (hoffentlich) mehr Rücksicht nehmen.

Ich reagiere nämlich auch sehr empfindlich auf jeglichen Lärm, kann mich dann auf nichts konzentrieren. Abgesehen vom Lernen (bin Studentin), nicht mal auf Kleinigkeiten wie einen Einkaufszettel schreiben o.ä. Lesen oder Schreiben geht schon mal gar nicht. Und nachts hält mich auch so einiges wach :/

Allerdings habe ich weniger Probleme mit hohen Tönen, bei mir ist es eher die Lautstärke.

Hmm, meine Schwester hat auch Probleme bei ganz lauten Geräuschen, das ist irgendwas mit im Ohr, Knochensplitter oder so. Aber ihr wird dann eher schwindlig, bei mir dagegen gehts leider eher ins Aggressive :(

BRIGITTE Community-Team
01.09.2011, 17:27
Liebe caotica,

schauen Sie doch einmal im Parallelstrang "Phonophobie (http://bfriends.brigitte.de/foren/aengste-panik-phobien/128549-phonophobie.html)", dort müssen Sie nicht erst Staub wischen :smile:.

Viele Grüße
Ihr Bfriends-Team

Manuhena
10.10.2011, 18:36
Hallo Rosa,
das Problem kenne ich gut, ich habe mir darauf hin eine ruhigere Wohnung gesucht. Wenn ich umziehe, achte ich immer darauf, das es ruhig ist.
Aber schau mal im Internet über Hochsensible Menschen, könnte Dir vielleicht weiter helfen.
Liebe grüße von Manu.