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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rentenversicherung - nur 18 % zu versteuern?



Fax
07.08.2007, 13:21
Hallo -
ich hatte dieser Tage ein Gespräch und möchte gerne Erfahrungen hören.

Es geht um den Abschluß einer privaten Rentenversicherung - Einmalzahlung - aus versteuertem Geld - ohne Versicherungsschutz für Angehörige - also lediglich auf eine Person bezogen.
Nachteil - Geld bei frühem Tod = total futsch

Frage: Hier soll lediglich eine Versteuerung von 18% greifen ?????????? (alt 27%)

Beispiel - monatliche Auszahlung 1000€ nur 180 € zu versteuern?

Wer könnte mir hier Auskunft geben, wie sich das verhält?
Danke.
fax

Igel224
07.08.2007, 17:01
Mehrere Möglichkeiten:
1. Beim Anbieter fragen, worauf sich das begründet? Gesetzliche Fundstelle? Unterlagen hierzu?
2. Das zuständige Finanzamt fragen

Mir ist nicht klar worauf sich das begründet. Vom Lebensalter bei Rentenbezug oder ....?

Opelius
07.08.2007, 17:20
Hilft dieser Link?
http://www.br-online.de/politik-wirtschaft/mittagsmagazin/dynamisch/service/tipps/altersbezuegesteuern.htm

ich gehöre zum ersten Jahrgang, der seine Rente versteuern muss. Da meine Frau noch berufstätig ist, werden meine Bezüge als Buttoverdienst dazu gerechnet. Ich habe eine Monatsrente als Steuer für 2006 nachgezahlt und muss eine Monatsrente in drei Raten als Vorauszahlung leisten.

Opelius
07.08.2007, 17:31
dieser Link ist umfassender:
http://www.steuerrat24.de/dynasite.cfm?dssid=2050&dsmid=51865&gclid=COewrMXa440CFScJZwod8HObtA

Fax
07.08.2007, 22:40
danke erst mal für die links -

der erste Jahrgang war wohl 1945 - denke ich - wie mein GöGa.

Was ich eben trotz meiner Weisheiten nicht verstehe ist die Aussage des ...-Beraters. - ha ha alter Freund - will nur abschließen?

der Tipp mit FA fragen ist gut!

Ich werde - wenn es soweit ist - in jedem Fall nach schriftlichen Unterlagen fragen -
vielleicht kann der eine oder andere (Berater) noch seine Info dazu setzen. - Glauben kann ich es nicht, deswegen habe ich gepostet.
Erst mal noch einen schönen Abend.

fax

luzidus-mc-evil
08.08.2007, 10:42
Hallo Fax

Also mit den 18 Prozent meint dein Berater die Besteuerung des sog. Ertragsanteils bei privaten Rentenversicherungen die ab dem 31.12.2004 abgeschlossen wurden/werden. Die 18 prozentige Steuer fällt dann an, wenn du ab Alter 65 deine mtl. Rentenzahlung aus deiner privaten Rentenversicherung erhältst.

Bei Verträgen nach altem Recht - also vor dem 31.12.2004, lag die Besteuerung des Ertragsanteils bei 27 %

Dazu ein Beispiel
Ein 65-jähriger Mensch erhält eine Jahresrente aus seiner privaten Rentenversicherung in Höhe von 12 000 Euro - also 1000 Euro mtl.
Aufgrund seines Renteneintrittsalters hat er 18 Prozent von 12 000 Euro, also 2160 Euro pro Jahr, mit seinem persönlichen Steuersatz zu versteuern.
Bei einem Steuersatz von z.B. 20 Prozent würde die Steuerschuld 432 Euro p.a. betragen.

Gruß L.

Fax
08.08.2007, 22:36
das wird es sein:kuss: danke!

das bedeutet

Ertragsanteil - Beispiel diese 1000 € Auszahlung pro Monat
ist gleich
einbezahlter Betrag + evtl. Zinserträge

Ertragsanteil ist gleich
N I C H T nur die Erträge auf das eingezahlte
Kapital.

Wieviel müßte ich z.B. mit 55 Jahren einbezahlen,
um 1000€ Ertragsanteil monatlich

AB 65 Jahren

lebenslänglich???

zu erhalten???????????????

fax

Inaktiver User
09.08.2007, 11:43
Hallo.

Möchtest Du denn, daß Dein Geld im Todesfall weg ist?
Wenn dies nicht so ist, dann wurde Dir ein falsches Angebot erstellt. Dieses ist wohl für Personen ohne Angehörige. Für Personen bei denen Familienangehörige nach dem Tod versorgt werden müssen/sollen gäbe es Tarife und Optionen bei denen im Todesfall zum Beispiel

die Beitragssumme zurückbezahlt wird oder
die Rente für einen langen Zeitraum weiterbezahlt wird
oder ähnliche Konstruktionen

Kann es sein, daß Dein Berater Deine persönliche Situation nicht kennt oder nicht berücksichtigt? Oder waren das Deine Vorgaben?

Außerdem: Was machst Du denn im Notfall, wenn aufgrund Deiner persönlichen Gesundheitssituation die Wohnung/das Haus umgebaut werden müsste? Einen Kredit aufnehmen und mit der privaten Rente Tilgung und Zins abstottern, weil Dein eigenes Geld nicht verfügbar ist oder ansonsten der Vertrag mit einem immensen Verlust gekündigt werden müsste.

Ich würde zu diesem Zweck sowieso keine Rentenversicherung abschließen. Eine private Rentenversicherung ist ein sehr kostenintensives Kapitalmarkt-Produkt bei dem Verzinsung und Rendite mit zunehmender Lebenserwartung sinken weil die Überschüsse zur Deckung der längeren Rentenzahlungszeiten verwendet werden (müssen). Und daß die Lebenserwartung weiterhin ansteigt, dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Es gehen also zuerst viele tausend Euro an Provision an den Vermittler und weitere Kosten an die Versicherung. Nur vom Rest erhältst Du eine magere Rente mit dem Risiko, daß nach Deinem Tod kein Geld für Deine Familie übrig bleibt. Zumindest beim aktuellen Angebot.

Es gibt auf dem Kapitalmarkt wahrlich bessere Möglichkeiten eine gute "ewige" Rente zu erzielen, ohne daß nach Deinem Tod das Geld weg ist. Auch diese können auf die steuerliche Situation angepasst werden. Sollte es zu einem Notfall (w.o.a.) kommen, ist das Geld außerdem kurzfristig verfügbar. Wenn Du bereits kurz vor dem Rentenbeginn stehst oder diese ab sofort erhalten möchtest, sollte die Anlage selbstverständlich mündelsicher erfolgen. Alles ist möglich...!

Schöne Grüße

justii

luzidus-mc-evil
09.08.2007, 11:45
Hallo Fax...zu deiner ersten Frage wg. des Berechnung des Ertragsanteils einer privaten Rentenversicherung mit lebenslanger Rentenzahlung.

Das sieht ganz einfach so aus:

Die Rente, die man vom Versicherungs-Unternehmen enthält, besteht an sich aus zwei Teilen :

Der eine Teil sind die Sparanteile der eingezahlten Beiträge.

Von zum Beispiel 100 Euro monatlicher Einzahlung wurden immer 80 Euro angelegt. Der Rest sind Kosten.

Die Summe aller dieser Sparanteile bleibt steuerfrei.

Mit dem angelegten Geld - regelmäßig 80 Euro monatlich - hat das Versicherungs-Unternehmen hoffentlich ordentlich Gewinn erwirtschaftet.

Der Teil des Gewinns, den die Kunden erhalten, macht also den zweiten Teil der Rente aus.

Und dieser Teil wäre an sich steuerpflichtig.

Allerdings verzichtet der Fiskus hier auf eine exakte Berechnung und legt pauschal einen festen Prozentsatz der Rentenzahlung als Ertragsanteil fest.

Dieser Prozentsatz bestimmt sich aus dem Alter bei Rentenbeginn.
z.B. 18 % ab vollendetem 65. Lebensjahr oder 22 % ab 60. L.j.

Gerechnet wird das so:

Jahresrente x 18 % ( Alter 65 ) x deinem pers. Steuersatz

In einem Zahlenbsp.

12000 € ( Jahresrente ) x 18 % x z.b 20 % ( pers. St. satz ) =

432 € p.a. Steuer auf deine 12.000 € Jahresrente

Oder auf den Monat umgerechnet: bei 1.000 € mtl. Rente zahlst du hier z.B. 36 € mtl. Steuern.

Hast du einen höheren pers. Steuersatz - also z.B. 25 % oder 30 % ist es halt ein wenig mehr Steuer.

Wenn du allerdings anstelle einer mtl. lebenslangen Rente eine Kapitalabfindung zum Ablauf wählen würdest, sähe es etwas anders aus - gehört aber nicht zu deiner Frage.

So müßte dein Vertrag mind. 12 Jahre und mind. bis Alter 60 laufen. Dann kämst du in den Genuß der hälftigen Besteuerung des Ertrags ( wiederum mit deinem pers. Steuersatz ) Falls diese o.g. Parameter allerdings nicht zutreffen, müsste der Ertrag zu 100 % versteuert werden.

Gehe ich davon aus, dass du jetzt mit 55 Jahren eine RV abschließen würdest und hinterher die Kapitalabfindung wählen würdest, müsste der Vertrag bis Alter 67 laufen damit der Ertrag nur hälftig besteuert wird.

Deine 2. Fragestellung ist mir nicht so ganz klar.... meinst du wieviel Geld du mtl. einzahlen müsstest um 1.000 € mtl. Rente lebenslang zu erhalten ? Oder wie hoch deine Einmalzahlung ausfallen müsste um 1.000 € mtl. Rente zu erwirtschaften bis EA 65 ?

Gruß L.

luzidus-mc-evil
09.08.2007, 12:01
Justiis Einwurf bezüglich Todesfallabsicherung für Hinterbliebene ist natürlich richtig. Hatte mich auch schon gewundert, dass du eine " Singlerente " abschließen willst - da du in einem Posting oben deinen GöGA :smirksmile: erwähnt hattest.

Seinen übrigen Ausführungen kann ich mich nur bedingt anschließen da es natürlich auch einige Versicherer gibt, die durchaus ansehnliche Renditen - zumal wenn es sich um Einmalanlagen handelt - bei recht geringer Kostenquote erwirtschaften können.

Ob dein Berater dir diese allerdings vorgestellt hat, kann ich nicht beurteilen da ich seine Angebote nicht kenne.

Eine ewige Rente zu konstruieren außerhalb von Versicherungslösungen, ist natürlich - insofern zu Rentenbeginn ausreichend Anlagekapital vorhanden ist, möglich.

Allerdings sollte man hierbei nicht vergessen, dass hier Kenntnisse des Kapitalmarktes nebst der unterschiedlichsten Anlageformen unabdingbar sind und ein nicht unbeträchtlicher Aufwand in Sachen - Steuerung - dahintersteckt.


Gruß L.

Inaktiver User
09.08.2007, 12:22
.....

Allerdings sollte man hierbei nicht vergessen, dass hier Kenntnisse des Kapitalmarktes nebst der unterschiedlichsten Anlageformen unabdingbar sind und ein nicht unbeträchtlicher Aufwand in Sachen - Steuerung - dahintersteckt.

Gruß L.

Hallo luzidus-mc-evil.

Bei mündelsicheren Anlagen trifft dies i.d. Regel nicht zu.
Aber auch darüber hinaus gibt es durchaus Möglichkeiten, bei denen Rentenempfänger kein "Finanzmarktexperte" sein muß.


......

Seinen übrigen Ausführungen kann ich mich nur bedingt anschließen da es natürlich auch einige Versicherer gibt, die durchaus ansehnliche Renditen - zumal wenn es sich um Einmalanlagen handelt - bei recht geringer Kostenquote erwirtschaften können.
......

Gruß L.

...bei denen diese Negativ-Vorgänge noch verschwiegen werden.

Uns liegen bereits die ersten Schreiben von Versicherungsunternehmen schwarz auf weiß vor, in denen die Rentenversicherungskunden informiert werden, daß zukünftig die Überschüsse nicht mehr der Mehrung des angelegten Kapitals bzw. einer höheren Rente zugeschlagen werden sondern daß die Überschüsse zur späteren Deckung der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenzahlungszeiten verwendet werden. Die derzeitige Niedrigzinsphase tut ihr Übriges. Für die Kunden bedeutet dies im Extremfall faktisch: Lebenslange Beitragszahlung ohne Kapitalverzinsung... (ein Skandal).

Schöne Grüße

justii

luzidus-mc-evil
09.08.2007, 12:35
Zitat Justii:
...bei denen diese Negativ-Vorgänge noch verschwiegen werden.

Uns liegen bereits die ersten Schreiben von Versicherungsunternehmen schwarz auf weiß vor, in denen die Rentenversicherungskunden informiert werden, daß zukünftig die Überschüsse nicht mehr der Mehrung des angelegten Kapitals bzw. einer höheren Rente zugeschlagen werden sondern daß die Überschüsse zur späteren Deckung der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenzahlungszeiten verwendet werden. Die derzeitige Niedrigzinsphase tut ihr Übriges. Für die Kunden bedeutet dies im Extremfall faktisch: Lebenslange Beitragszahlung ohne Kapitalverzinsung... (ein Skandal).

Schöne Grüße

justii


Das ist ja unbestritten Justii... aber geh mal davon aus, dass ich derartige Versicherer in meinem obigen Posting sicherlich nicht im Sinn hatte :smirksmile:

Mal davon abgesehen hatte ich eigentlich ursprünglich nur vor, die Eingangsfrage von Fax korrekt und hoffentlich für sie verständlich, zu beantworten ... hab mich leider hinreissen lassen mehr zu schreiben als ich eigentlich wollte :freches grinsen: :freches grinsen:

Gruß L.

Inaktiver User
09.08.2007, 12:38
*ggg* passiert mir auch immer
Ich finde, Deine Antwort (http://www.brigitte.de/foren/showpost.html?p=2502960&postcount=9) ist auch absolut zutreffend.
Schöne Grüße
justii

Fax
10.08.2007, 01:10
ich danke Euch wirklich S E H R.

Habe viel dadurch gelernt und es mir auch notiert.
Was ich letztendlich machen werde, ist mir aber noch nicht klar.

OK - ich will keinen außer mir absichern. Außer GöGa gibt es niemanden, den ich mit Betrag X berücksichtigen möchte. Und GöGA schließe ich aus diesem Betrag auch aus.
Er erhält schon Rente, hat sein Haus und käme damit auch aus.

Also lediglich eine Absicherung für mich, nebst bescheidenster BfA-Rente, die ich - m.Wissens natürlich ohne Provisionskosten, da nur Auszahlung keine Versicherung, auch bei Banken als Rentenauszahlung mit Kapitalverzehr machen könnte.

Aber ich versuche eben richtige Überlegungen in Bezug auf Diversifikation (irgendwas wird dann schon gutgehen) einzuleiten.

fax


"daß zukünftig die Überschüsse nicht mehr der Mehrung des angelegten Kapitals bzw. einer höheren Rente zugeschlagen werden sondern daß die Überschüsse zur späteren Deckung der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenzahlungszeiten verwendet werden"..

das ist ja der Oberhammer

........ im übrigen finde ich es Klasse, wenn man sich auch manchmal noch zu was hinreissen läßt - positiv + anerkennend lach'

Inaktiver User
20.11.2007, 13:50
Plusminus legt es jetzt offen:


Eine aktuelle Umfrage unter 69 privaten Renten-Versicherungen ergab: 33 zahlen zurzeit überhaupt keine Überschussbeteiligung. Und bei weiteren 32 liegt sie für laufende Rentenzahlungen bei unter einem Prozent. (http://www.daserste.de/plusminus/beitrag.asp?uid=weyn6me1ystkcsdh&cm.asp)

Eines von vielen traurigen Rentenversicherungssparer-Schicksalen wird in diesem aktuellen Beitrag geschildert. Dabei wurde z.B. in Finanztest schon vor über 10 Jahren ein ebensolches Schicksal eines Dipl.Ingenieurs publiziert. Da damals die Kapitalmärkte ehrer gut gelaufen sind, dürfte es sich aktuell also um eine Ausrede handeln, wenn die Versicherungen behaupten, daß der Umstand zu niedriger oder fehlender Überschüsse auf die Aktienkrise 2001 - 2003 zurück zu führen ist (die im Übrigen bereits ausgestanden ist: die Verluste sind abgeschrieben und mit den verbliebenen Aktienpositionen wurden in den letzten Jahren gute Gewinne eingefahren).

Schöne Grüße
justii


.........

Uns liegen bereits die ersten Schreiben von Versicherungsunternehmen schwarz auf weiß vor, in denen die Rentenversicherungskunden informiert werden, daß zukünftig die Überschüsse nicht mehr der Mehrung des angelegten Kapitals bzw. einer höheren Rente zugeschlagen werden sondern daß die Überschüsse zur späteren Deckung der steigenden Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenzahlungszeiten verwendet werden. Die derzeitige Niedrigzinsphase tut ihr Übriges. Für die Kunden bedeutet dies im Extremfall faktisch: Lebenslange Beitragszahlung ohne Kapitalverzinsung... (ein Skandal).

Schöne Grüße

justii