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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sarg-Beigaben



wolfsmond
04.08.2007, 08:54
Das wollte ich Euch die ganze Zeit schon fragen:

Habt ihr Euren Lieben etwas mit in den Sarg gelegt?
Welche Kleidung habt ihr ausgewählt?

Meine Tochter und ich haben dem Bestatter folgende Kleidung mitgegeben:
den Lieblings-Jogginganzug, das Lieblings-T-Shirt (Geschenk von unserer Tochter), einen Slip und seine dicken Socken - er hatte oft kalte Füße! Die Socken habe ich ihm gestrickt.

Eigentlich wollten wir noch seine Lieblings-Hausschuhe mitgeben, aber der Bestatter meinte, die dürften nicht mit verbrannt werden, wegen dem Kunststoffanteil in der Sohle. Deshalb haben wir sie hier behalten.

Außerdem habe ich ein angefangenes Strickstück mitgegeben. Hätte ein Pullunder werden sollen. Er hatte sich, seit ich damit begonnen hatte, immer wieder einen Spaß daraus gemacht mir zu sagen, dass die Wolle sowieso nicht reichen würde. Hätte sie aber, ich war fast fertig geworden, als ...

Mir war es ein Bedürfnis ihm das fast vollendete Werk mit zu geben.
Auf die Anleitung habe ich noch geschrieben:
Die Wolle hätte gereicht,
die Zeit leider nicht!
Ich liebe Dich, Dein Schätzlein!

Mich hat es während der Trauerfeier ein bisschen beruhigt, weil ich wusste, dass er sich in diesen Sachen immer sehr wohlgefühlt hat. Klingt seltsam, aber es war so.

Passt auf Euch auf!

vlg
wolfsmond

Inaktiver User
04.08.2007, 09:50
Als mein Stiefvater gestorben ist, habe ich ihm ein kleines Holzpferd mit in den Sarg gelegt. Er hatte es mir als kleines Mädchen geschenkt und ich hatte es ihm für sein "Tüddelkrimskramsregal am Bett" zurückgeschenkt, als er schon alt und ich eine erwachsene Frau war. Das hört sich für Viele wohl albern an, aber ich wollte, dass er es mitnimmt, und wenn ich dann mal komme, es mir wiedergibt. Es ist ja auf Erden auch zwischen uns hin- und hergegangen.

Meine Mutter hat ihm seinen Lieblingsanzug und -krawatte anziehen lassen und gegen allen Protest haben wir auch druchgesetzt, dass seine Prothese mit dabei war - obwohl ich sicher bin, dass die Seele unverletzt, unversehrt und ohne Schmerzen weiterlebt.

Weil mein Partner sich das Leben genommen hat, und der Sarg geschlossen war, ohne dass ich ihn sehen konnte, ging es bei ihm nicht. Aber ich hätte gewußt, was ich ihm mitgegeben hätte. :liebe:

Ich finde, Deine Gedanken sehr tröstlich, Wolfsmond:in den arm nehmen:

Inaktiver User
04.08.2007, 09:53
Ich habe meiner Mama ein Foto von unserer Familie in die gefalteten Hände gesteckt.

Inaktiver User
04.08.2007, 10:23
Mein Sohn bekam auch einiges mit ins Grab.

In seiner Hand hält er die Harry Potter -Figur (Harry auf dem Besen fliegend), 2 Poster von Hogwarts (das Bild von den Fliegenden Schlüsseln und die Fahrt über den See zum Schloß bei Nacht - beides symbolisch als "Thema Übergang in eine andere Welt"), sein Beutel mit den Heilsteinen, sein kleiner Hund und noch ein Kuscheltier, ja ich glaube der Pandabär (?) aus Babyzeiten.
War da noch was? Keine Ahnung, ich kann das nur verschwommen sehen in der Erinnerung.

Sein T-Shirt mit dem Harry Potter Bild, das hat er nur 1x kurz tragen können oder nie (?) - mir fehlen da exakte Erinnerungen.
Im Krankenhaus hing es jedenfalls an der Wand, damit er es immer sehen konnte.
Als Kleidung: seine neuen Sachen, die er nur kurz trug, bevor er völlig bettlägerig wurde.

Ja, er sah gut aus auf seinem letzten Weg.

Ich frage mich, was die Bestatter gedacht und gefühlt haben, als sie diesen jungen Menschen in den Sarg legten. Mit all den Gaben, die von guten Wünschen und Liebe sprachen.

Auf seinem Grab steht eine schneeweisse Eule (Hedwig) und ich sehe zu, dass immer etwas rot-goldenes da ist (Gryffindorfarben)


Die Harry-Potter-Welt hat ihm so sehr geholfen, seine Krankheit zu ertragen. Er hat immer und immer wieder das erste Hörbuch hören wollen.


:in den arm nehmen:von mir für mich :heul:


und auch für euch: :in den arm nehmen::liebe:

Inaktiver User
04.08.2007, 10:48
Ich hätte meinem Bruder gern etwas aus unserer gemeinsamen Kindheit (wir haben zum Beispiel das Buch "Der Fänger iim Roggen" gelesen) mit in den Sarg gelegt, aber er starb in Braunschweig, und ich war nicht da.:knatsch:
Ich will meine 5 Lieblingplatten im Sarg haben, und ein Bild meiner Tochter. :blumengabe:

sabinemaria
04.08.2007, 14:23
Ich habe meiner Oma ein Foto von mir im Brautkleid mitgegeben. Sie ist drei Wochen vor meiner Hochzeit gestorben - so konnte sie mich nicht mehr als Braut sehen. Ich habe dann ein Foto vom Probieren genommen und es ihr in den Sarg legen lassen. Gesehen habe ich sie nicht mehr.

Sabine

Inaktiver User
04.08.2007, 14:55
In dem "Fach", in dem die Urne mit der Asche meiner Oma auf dem Friedhof aufbewahrt wird, liegt auch ein kleines Säckchen mit Erde aus dem Garten des Hauses, in dem sie geboren wurde und aufgewachsen ist. Da sie aus ihrer eigentlichen Heimat nach dem Krieg fliehen musste, fand ich das eine sehr schöne Geste und auch ein schönes Symbol für den Kreislauf des Lebens...

:blume:

Inaktiver User
04.08.2007, 15:13
In dem "Fach", in dem die Urne mit der Asche meiner Oma auf dem Friedhof aufbewahrt wird, liegt auch ein kleines Säckchen mit Erde aus dem Garten des Hauses, in dem sie geboren wurde und aufgewachsen ist. Da sie aus ihrer eigentlichen Heimat nach dem Krieg fliehen musste, fand ich das eine sehr schöne Geste und auch ein schönes Symbol für den Kreislauf des Lebens...

:blume:

Das finde ich auch eine sehr schöne Idee. So ist sie ihrer Heimat wieder nah...

stern2007
04.08.2007, 17:10
Ich habe meiner Mutter mal einen kleinen Schutzengel mit einer
Urkunde, die er in seiner Hand hielt, gekauft. Darin stand, dass es jetzt ihr persönlicher Schutzengel sei.

Ich habe ihr diesen Schutzengel mit auf den Weg gegeben,
damit er ihr auch in der anderen Welt zur Seite steht; sie auch
dort beschützt und immer ihr Begleiter bleibt und immer gut auf sie aufpasst. Ich bin heute froh, dass er bei ihr ist.

:Sonne: :blumengabe: :liebe: :Sonne: :blumengabe: :liebe::Sonne: :blumengabe: :liebe::Sonne: :blumengabe: :liebe: :Sonne: :liebe:

Laurinchen
04.08.2007, 22:39
Ich habe meinem Mann ein kleines Surfbrett mit in den Sarg gelegt und Bilder von seiner Enkelin.
Es hatte für mich etwas tröstliches.
Marianne

fuechsine
05.08.2007, 03:33
Meinem Mann haben wir den Kuß von Rodin, Briefe sowie die angebrochene Flasche Rotwein, die mein Sohn bei der lt. Totenwache öffnete, mit seinem Lieblingsglas in den Sarg gelegt.
Vom lt. Urlaub eine Art Fossil, einen Bernstein mit einem Schneckengehäuse, daß säuberlich in zwei Teile geschnitten war. Ein Teil blieb bei mir - und er trug seine Brille. Er haßte es, ohne seine Brille zu sein.

Bine0369
05.08.2007, 12:02
Mein Vater hat mir von seiner ersten Liebe erzählt, mit der er auch verlobt war. Sie hatten kein Geld für Verlobungsringe und so hat er zwei Eichhörnchen gekauft (ihr Lieblingstier). Als sie kurz darauf bei einem Betriebsunfall starb, hat er dafür gesorgt, dass sein Eichhörnchen in ihren Sarg kam. Ihr Eichhörnchen hat er noch heute.

Monkele
05.08.2007, 19:09
Meine Tochter hat meinem Vater die Geschichte der Regenbogenbrücke und ein Bild von sich und seinem Hund in den Sarg gelegt. Mein Bruder Bilder seiner ganzen Familie. Dazu muss ich sagen, dass mein Bruder nicht von meinem Vater ist. Er lebt schon ganz lange mit einer Frau zusammen, die zwei Kinder mit in die Beziehung gebracht hat. Der Sohn hat Zimmermann gelernt, das was mein Vater auch von Beruf war. An seinem 70. Geburtstag hat er ihm die Bücher seines Lehrherrn geschenkt. Ich fand das damals eine ganz wunderbare Geste von ihm, denn oft war es schwierig für ihn, mit meinem Bruder. Auf dem beigelegten Foto war der Sohn meiner Schwägerin in seiner Zimmermannstracht. Das fand ich so schön und es hat so gut gepasst!

Meiner Oma konnten wir leider nichts in den Sarg legen, mein Onkel hat ihn leider gleich schließen lassen. Wäre die Möglichkeit gewesen, hätte ich mich dafür ausgesprochen, ihr den Bärenmarkebär mitzugeben. Meine Großeltern hatten ja ein Milchgeschäft und er war einst ein Werbegeschenk. Er hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet und saß immer auf der Couch. Wenn man ihm auf den Bauch drückte, gab er ein brummen von sich. Selbst ins Altenpflegeheim ist er vor zwei Jahren noch mit umgezogen (obwohl er an der einen oder anderen Stelle schon etwas mitgenommen aussieht). Jetzt hat er ein neues Zuhause bei meiner Tante gefunden.

Monkele

prinzessin01979
05.08.2007, 19:39
Ich habe meinem brüderchen einen ring von mir mitgegeben den ich viele jahre an meiner hand trug.

Inaktiver User
06.08.2007, 09:45
Meine Lieblingstante wünscht sich - wenn es bei ihr mal so weit ist - ein Paket Salz mit in den Sarg (sie salzt jedes Essen nach).

Diesen Wunsch werde ich ihr erfüllen, Ehrensache!

wolfsmond
06.08.2007, 16:35
Ach ihr Lieben,

vielen Dank für die zahlreichen, sehr bewegenden Antworten.
Damit hätte ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet.
Es ist Euch bestimmt nicht leicht gefallen so ins Detail zu gehen.
DANKE EUCH SEHR DAFÜR.
:in den arm nehmen: :blumengabe:
vlg
wolfsmond

Kappuziner
06.08.2007, 16:45
Meinem Vater habe ich einen langen Brief geschrieben.
Meiner Mutter habe ich ein Windspiel mitgegeben (sie mochte so gerne Wind und Licht) und sie hatte einen Pulli an, den ihre beste Freundin ihr gestrickt hat, als sie im Sterben lag. Als sie starbe, fehlte nur noch der rechte Arm - sie hat ihn unter vielen Tränen fertiggestellt. Und meine Mama hatte sich vorher schon reingekuschelt und sie sah so schön darin aus...

Inaktiver User
06.08.2007, 17:09
Ach ja, einen Brief hab' ich meiner Oma auch mit ins Grab geworfen (der Sarg war schon zu). Eine Bekannte auf der Beerdigung hat mich hinterher gefragt: "Macht man das in Bayern so?"

Dabei hab' ich meiner Oma über Jahre hinweg immer Briefe geschrieben - und der letzte kam eben leider etwas zu spät...

Eine Kopie davon habe ich tatsächlich irgendwo aufgehoben. :blume:

prinzessin01979
06.08.2007, 21:10
Einen 3 seitigen Brief hatte ich meinem Brüderchen auch noch ins Grab getan.

Monkele
06.08.2007, 21:30
Ach, ich habe vergessen zu schreiben, dass mein Vater eine Kombination an hatte, Schlips und Hemd. Auch wenn das Jackett schon sehr groß geworden war (er war am Schluss sehr dünn :heul: ), als er im Sarg lag, war das nicht zu sehen. Er sah gut aus und hatte auch seine Zähne drin (selbst die waren ihm ein bißchen zu groß geworden). Meine Mama war mir sehr dankbar, dass ich daran gedacht habe, die Anziehsachen zum Bestatter mitzunehmen. Ich würde auch gern mal in meiner eigenen Kleidung gehen und nicht so ein seltsames Hemd vom Bestatter bekommen (wobei meine Mama bei ihrer Mutter von dem Teil sehr angetan war).

Monkele

Kappuziner
06.08.2007, 22:28
Mein Vater hatte auch seine eigenen Sachen an, sein blaues Lieblingshemd. Er war auch total dünn geworden von der Krankheit, aber kurz vor seinem Tod sind seine Nieren versagt und er hatte etwas Wasser angelagert, so dass er mit einem Mal wieder so aussah wieder früher, als er noch ganz gesund war.
Klingt makaber, aber für mich war es total schön.
Sein kleiner Enkel fragte sogar (als wir ihn im Beerdigungsinstitut besucht haben) "warum steht der Opa nicht auf und spielt mit mir?"

Monkele
07.08.2007, 21:42
Der beste Freund meiner Freundin hat, als es absehbar war, dass er stirbt, zu seiner Frau gesagt, er möchte in seinem Armanianzug begraben werden. Dazu Schlips und Hemd und sie solle doch bitte daran denken, den obersten Knopf aufzulassen, denn sie wüßte ja, dass es ihm immer so eng am Hals wäre...

Sie hat ihm diesen Wunsch erfüllt.


Monkele

frangipani
09.08.2007, 03:59
Ich weiss gar nicht, ob meinem Bruder etwas mitgegeben wurde, ich konnte damals nicht zur Beerdigung und mir faellt auf, dass ich gar nicht gefragt habe. Es wuerde mich jetzt doch mal interessieren.

Wo ich immer dran denken muss, ist, dass meine Schwaegerin und sein bester Freund, die dabei waren, als er starb, in dem Moment "Riders on the Storm" von The Doors gespielt haben, es ihm sozusagen mitgegeben haben. Eines seiner Lieblingslieder.
Auch wenn er aus dem Koma heraus, nach Organversagen starb, ich hoffe, er hat es gehoert.
Jedenfalls denke ich immer an ihn, wenn ich das Lied hoere.

Ich lebe hier in einem Land, wo die Friedhoefe aehnlich denen in Suedeuropa sind. Viele, gerade griechisch orthodoxe und katholische Graeber haben kleine glaeserne Schreine am Kopf, unter dem Stein. Darin sind Dinge aus dem Leben der Verstorbenen aufbewahrt. Vom Fussball-T-Shirt ueber Fotos bis zur Coladose oder Teddy. Das beruehrt mich immer sehr.

Liebe Gruesse an euch alle
frangipani

Sternzeit2506
20.08.2007, 11:23
Ich habe meinem Mann eine Tafel Kinderschokolade in das Grab gelegt. Er war süchtig danach und hat seit seiner Kindheit täglich eine Tafel davon verputzt. Von seiner Mutter hat er Fotos von seinen liebsten Sachen bekommen (Schokoladenpuffer, Schokoladenpudding etc.). Auf der Trauerfeier haben seine Freunde Anekdoten aus ihrem Leben mit Frank erzählt und wir haben seine Musik gespielt (Depeche Mode, Goa-Musik). Frank ist in einem sogenannten Ruhewald begraben, der sehr natürlich gehalten wird. Die Wiese wir nur einmal im Jahr gemäht und daher ist es auch nicht gestattet, dort Blumen zu pflanzen oder eine Vase oder ähnliches aufzustellen. Dort läufen Eichhörnchen über die Wiesen, Vogelhäuser hängen in den Bäumen und es wurde wohl auch schon ein Reh gesichtet. Wir haben heimlich Wildblumensaat vertreut, so dass spätestens im nächsten Jahr Wildblumen bei ihm wachsen werden. Er hat dies sehr gemocht und hatte auch eine Wildblumenwiese bei uns im Garten. Ihm wird es dort gut gefallen.

fuechsine
20.08.2007, 21:32
Ach, Ihr Lieben,
ich muß mal sagen, daß dies ein zu Herzen gehender Strang ist und ich auch etwas überrascht bin, wie groß das Bedürfnis war und wie vielfältig die Formen sind, die sich die Einzelnen ausgedacht haben.
Man sollte dies den Bestattungsunternehmern zu lesen geben, damit sie endlich offensiver damit umgehen und überhaupt einräumen, daß es solche Möglichkeiten gibt.
Ich finde Eure Statesment so liebevoll und tröstlich.

Sun_Wukong
31.08.2007, 12:33
Mein Vater hatte seinen Lieblingsanzug mit Krawatte und - nadel an. (Wobei der Mann vom Beerdigungsinstitut die Nadel erst nicht nehmen wollte, weil er meinte, die würde nicht verbrennen - keine Ahnung, ob die später aussortiert wurde ....)

Mmh, dann noch das Paar Lederstiefel, die er sich nur eine Woche vorher gekauft hatte. Irgendwie wollten wir sie nicht behalten und auch nicht weiterverschenken.

Als wir ihn zum letzten Mal besucht haben, haben wir verschiedene Photos von uns in den Sarg gelegt.
Meine Mutter die kleinen Zettelchen, die sie ihm im Laufe der Jahre geschrieben und die er gesammelt hatte, mein Bruder einen Bilderrahmen, den er ihm mal als kleines Kind gebastelt hatte und ich ihm einen Brief.

An seine Brille hat damals leider keiner gedacht.

Komisch, obwohl das jetzt "erst" 3 Jahre her ist, kann ich mich nicht mehr an alle Dinge, die wir ihm mitgegeben haben, erinnern. Bin mir sicher, daß da noch mehr war. Sehe irgendwie nur noch das Bild vor mir, wie er im Sarg liegt und überall auf ihm verteilt diese Photos....

scherzchen
30.01.2008, 23:40
Unsere Tochter hat ihr Konfirmations-Outfit an, die Feier war nur 9 Monate vor ihrem Tod und sie hat sie so genossen...

Sie hatte noch verschiedene Plüschtiere dabei und ihre Fellschuhe an, weil ihre Füße oft so kalt waren.

Unsere Kleine war damals 5 Jahre alt und hat ihrer Schwester eine Bastelarbeit, ein Stofftier und ein Bild von sich mitgegeben. Das mit dem Bild war übrigens besonders anrührend: sie hatte es bei ihrer Freundin gemalt und komplett mit Tesa umwickelt. Als es dann so im Sarg lag, fiel ihr plötzlich ein, dass ihre Schwester das Bild ja so überhaupt nicht aufmachen kann - also ging sie los ins Büro der Bestatterin, holte sich eine Schere, schnippelte alles wieder auf und legte das Bild offen in den Sarg zurück. Auf dem Bild war übrigens ein Mädchen gemalt, und sie sagte dazu: "das bin ich, Kerstin soll doch wissen, auf wen sie aufpassen muss!"

Die Weisheit der Kleinen... diese Szene gehört zu meinen wichtigsten Erinnerungen überhaupt, und sie hat uns gezeigt, dass es richtig war, sie bei allem mit einzubeziehen.

PS: Als mein Opa starb, habe ich ihn nicht nochmal sehen können, aber ich habe ihm einen langen Brief geschrieben und ihm für alles gedankt. Diesen Brief habe ich bei der Beerdigung mit ins Grab geworfen.

Inaktiver User
31.01.2008, 18:51
Meine Freundin trägt einen silbernen "Sonnen-Anhänger" :Sonne: an einem schwarzen Lederband - sie hat die Sonne soooo geliebt!

Die gleiche Kette tragen auch ihre Kinder und ihr Mann ... und ich in etwas abgewandelter Version.

Ich habe ihr zum Abschied ganz viele Herzen ausgeschnitten und auf jedem meine Gefühle, die ich für sie habe aufgeschrieben.

Nuckelchen
03.02.2008, 18:07
wir haben meinem papa die verschiedensten dinge mit in den sarg gegeben, auch wenn es letztendlich zur einäscherung kam.
darunter war sein lieblingsbuch, fotos von der familie, 2 federn von seinen geliebten wellis, ein bernstein aus dänemarkurlaub und noch briefe an ihn von uns. bei der beisetzung der urne hat dann jeder statt erde eine hand voll dänemarksand (er liebte die urlaube dort!!!) mit ins grab gegeben.

Inaktiver User
03.02.2008, 19:46
ich hatte mir "glücklicher" weise ein bestattungsunternehmen ausgesucht, das sehr darauf bedacht war, alles möglich zu machen, was möglich war.....ich habe, soweit es mir möglich war, meinen schatz selbst anzuziehen.....ich hab ihm seine lieblingssachen angezogen, ihm seine lieblingsuhr, seine kette und den ehering angelegt, obwohl er verbrannt worden ist, das war mir egal. es war mir einfach wichtig, das er mit seinen lieblingsdingen in die andere welt geht. ausserdem hab ich ihm all meine briefe mit in den sarg gelegt, die ich ihm geschrieben habe.

Murkami
05.02.2008, 18:31
Ich habe viele Jahre später zutiefst bedauert, dass ich meiner Mama nichts mitgegeben habe. Ich war wohl zu jung, zu sehr verfangen in meinen Emotionen...später dann habe ich begriffen, dass ich ihr, dadurch, dass ich es geschafft habe, sie alleine in ihren letzten Stunden zu begleiten, einen Teil von der Liebe mitgegeben habe, die ich zu Lebenszeit nicht geben konnte.
Für mich war es schön, dass meine Mama ein schönes Kleid anhatte...eines, das sie noch selber ausgesucht hatte, als sie noch klar im Kopf war. Sie sah richtig gut und glücklich aus. Die Perücke haben wir da gelassen. Wir wollten, dass sie "sie selber" bleibt. Sie hat sie immer gehasst.

Meinem Opa, der Jahre später starb, habe ich einen kleinen geschnitzten Holzengel mitgegeben. Und einen Brief von mir, den ich ihm in die Tasche gesteckt habe. Mit allem, was ich ihm leider nicht mehr sagen konnte und gerne gesagt hätte.

velvetandfrills
07.07.2010, 11:18
meine Nichte ist leider im März tödlich verunglückt, mit 15 Jahren :weißekerze:

ich habe damals gemeinsam mit Ihrer Mutter die Sachen rausgesucht,
die sie zur Beerdigung anhaben sollte.
Jeans, eine weiße Strickjacke und eine hellrote Bluse. Sachen die sie halt gerne trug.
Nacher im Abschiedsraum haben wir beide Ihr dann die Haare gemacht und sie etwas geschminkt. Das war das mindeste was wir für sie tun konnten.
Ich hab Ihr noch eine hübsche Glitzerbrosche angesteckt, die hatte ich vorher noch in so einem Modeschmuckladen gekauft. Sie mochte solche Art Schmuck. Einen Brief und ein Foto von mir habe ich auf die Decke gelegt. Ihre Mutter hatte Ihr ein Familienfoto und einen kleinen Blumenstrauss unter die gefalteten Hände gelegt.

Außerdem haben wir noch ein paar persönliche Gegenstände mit in den Sarg gelegt u.a Ihr weißes Umhängetäschen mit dem ganzen Inhalt, den sie ständig mit sich führte.

Wichtiger und tröstender, als all die Beigaben, waren mir jedoch die letzten Berührungen und Abschiedsküsse die ich Ihr mitgeben konnte. :blumengabe:
Und letztlich die Zeit, die ich noch bei meiner Nichte am offenen Sarg verbringen konnte.

rainbow13
07.07.2010, 11:29
Als meine Mutter starb und in das Grab zu meinem Vater kam, haben wir bei der Beerdigung die Liebesbriefe meiner Eltern in das Grab gelegt. Selbstverständlich ohne sie zu lesen, so sind diese Briefe wieder bei den Beiden, die sie sich geschrieben haben.

Für meine Eltern:wangenkuss:

Rainbow

themir
11.07.2010, 10:46
... danke für diesen berührenden Strang :blumengabe: ...







:weißekerze:

Emmie
11.07.2010, 11:14
.
.

Meinem Opa, der Jahre später starb, habe ich einen kleinen geschnitzten Holzengel mitgegeben. Und einen Brief von mir, den ich ihm in die Tasche gesteckt habe. Mit allem, was ich ihm leider nicht mehr sagen konnte und gerne gesagt hätte.

ach, Murkami ...:wangenkuss:

Genau das habe ich meinem Vater auch mitgegeben!

Danke für diesen Strang.

Emmie

Tine
13.07.2010, 17:43
Danke für diese wunderbaren Beiträge.

Als mein Bruder starb und ich ihn im Sarg sah, trug er Jeans und eine Lederjacke, seine Lieblingskleidung. Damals hatte ich noch das Bild von schwarzem Anzug und weißem Hemd für einen Toten, aber ich fand meinen Bruder trotz aller Trauer schön und angemessen gekleidet.

Vor zwei Jahren konnte ich für meinen Mann seine bequemste Hose und einen von mir gekauften Pulli herauslegen, der die Farbe seiner grüngoldenen Augen so gut unterstrich.
In den drei Tagen, an denen er aufgebahrt war, legte ich ihm jeden Tag ein paar Blümchen mehr aus dem Garten in die Hand - es war Juli – auch Rosmarin von unserem großen Strauch. Und am Tag vor der Beerdigung legt ich ihm auf seine Füße einen Teddybären, der in unserer Beziehung die Rolle des sprechenden Dritten, Blödlers, Klärers einnahm – mehrsprachig, etwas einfältig, gutmütig, kommentarfreudig und sehr, sehr lieb. (Nein, wir waren schon ein relativ altes Ehepaar…).
Dazu einen Brief, in dem ich mich für all die schönen Jahre bedankte und ihm noch einmal, wie an jedem Tag seiner langen Krankheit sagte, wie lieb ich ihn habe.
Den Teddy habe ich fotografiert, er scheint zu lächeln.

Liebe Grüße
Tine

end_of_september
08.08.2010, 14:57
Ich habe erst heute in dieses Forum gefunden und bin sehr berührt.
Mein Mann ist am 24.06.10 an einem Herzstillstand verstorben....

Ich habe ihm seinen Hochzeitsanzug anziehen lassen in dem er so gut aussah.
Ausserdem hab ich ihm einen kleinen goldenen Bilderrahmen auf dem 3 Engelchen sitzen mit gegeben.
Diesen hatte ich ihm an unserem ersten Weihnachten mit einem Bild von mir geschenkt.
Da hab ich ein Hochzeitsfoto von uns reingemacht und noch zusätzlich unseren kleinen Hund aus einem Foto ausgeschnitten und mit dazu gesteckt.
So sind wir 3 beieinander....für immer.

Ausserdem habe ich ihm noch einen Stein, der als Marienkäfer bemalt ist in den Sarg gelegt, als Glücksbringer für seine Reise.

Oh je....das aufzuschreiben, hat wieder so vieles aufgewühlt.

LG

Rosenmaedle
06.09.2010, 08:21
Guten Morgen, liebe Unbekannte
auch ich bin zufällig in dieses Forum gekommen und hier zu lesen hat mich ebenfalls sehr berührt. Mein Mann ist vor fünf Jahren an einem Herzinfarkt sehr qualvoll in meinen Armen gestorben. Die Erdbestattung und Ausrichtung der Beerdigung war sehr wichtig für mich, so habe ich noch seinen Leichnam und das Grab, das ich besuchen kann und weiß eines Tages sind wir dort wieder zusammen. Wir haben ihm alles schön ausgesucht, er bekam alles neu, eine Levis, ein hellblaues Hemd, seinen geliebten Levisgürtel trug er. Um die gefalteten Hände hatte er eine Silberkette mit einem Medaillon, in dem Bilder von uns waren und Fotografien welche ich hinten beschrieb, den Lieblingsteddy unserer Tochter und ein Schächtelchen mit einem Silberherz. In diesem befand sich ein Tüchlein, welches ich 24 Stunden an meinem Herzen getragen hatte, es war beschrieben, mit seinem Lieblingsparfüm besprüht, mit seinem Lieblingslippenstift war es vollgeküsst und es war voller Tränen. Niemand wußte was in dem Schächtelchen war. Besonders wichtig war mir, daß ich noch genügend Zeit hatte, um nochmal mit ihm zu sprechen und ihn zu berühren und ganz allein mit ihm zu sein.
Heute nach fünf Jahren würde ich so sagen, die Liebe geht über den Tod hinaus ...
Ganz liebe Grüße

Pauline149
06.09.2010, 22:41
Meine Schwester hatte ein sogenanntes " Wunschnetz" über ihrem Sarg. Daran waren Wünsche für sie befestigt, von jedem, der sie lieb gehabt hat und ihre Lieblingsblumen.

Soulja
07.09.2010, 15:47
wir haben meinem Schwager seine Lieblingsjeans, Hemd und dicke Socken angezogen (er hatte zum Schluß immer so kalte Füsse), seine Sweatshirtjacke und seine Strickmütze ohne die er nicht mehr raus ging seit er durch die Chemo Glatze hatte.
Er hat sein eigenes Oberbett sowie Kopfkissen mitbekommen.
Ich und meine Kinder, er war ihr einziger Onkel und Patenonkel von meinem Sohn, haben im ein kleines Kuvert fertig gemacht.Darin sind Ein Brief von uns zum Abschied, Foto, ein Bild mit einem Engel und eine Zigarette mit einem kleinen Zettel habe ich noch mit rein getan.Er hat auch wenn es ungesund ist, gerne geraucht.Während seiner Chemo und als er auf der Isolierstation war durfte er ja nicht Rauchen.Wenn es ihm gut ging, hat er mich gefragt ob ich mit ihm eine Rauchen gehen würde, leider musste ich ihm dann immer sagen...du weißt das du-wir das nicht dürfen.Erst wenn du gesund bist ok?... auf dem Zettelchen habe ich ihm geschrieben...Nun darfst du einen tiefen Zug machen und denk dabei an mich:smile: geschrieben

Lg
Soulja

TraurigeTochter
08.09.2010, 22:27
Meine Mama ist ganz warm angezogen, mit kuschelweichen Sachen, nichts drückt. Und sie hat zwei Paar Socken an, ihr schönes Kopfkissen und eine warme eigene Decke.

Mir ist ganz kalt.

frangipani
09.09.2010, 06:35
Für dich :in den arm nehmen:

gertie
27.09.2010, 20:33
Meine Mama ist ganz warm angezogen, mit kuschelweichen Sachen, nichts drückt. Und sie hat zwei Paar Socken an, ihr schönes Kopfkissen und eine warme eigene Decke.

Mir ist ganz kalt.

So haben wir letzte Woche meine Ma auch ausgestattet, allerdings hat sie nur ein Paar dicke Bettsocken an ;-), dazu hat sie ihre Lesebrille und ihr geliebtes Rätselheft mitbekommen, damit ihr nicht langweilig wird auf der Reise. :weißekerze:

Inaktiver User
03.10.2010, 15:50
Heute nach fünf Jahren würde ich so sagen, die Liebe geht über den Tod hinaus ...


:in den arm nehmen::in den arm nehmen:

TraurigeTochter
06.10.2010, 14:19
So haben wir letzte Woche meine Ma auch ausgestattet, allerdings hat sie nur ein Paar dicke Bettsocken an ;-), dazu hat sie ihre Lesebrille und ihr geliebtes Rätselheft mitbekommen, damit ihr nicht langweilig wird auf der Reise. :weißekerze:

Liebe Gertie,
Mir fehlen gerade die Worte, ich weine gerade um beide warm versorgte Mütter. Die Brille und ein Kreuzworträtsel hätte meine Mama wohl auch mitnehmen wollen. Und ganz viele schöne geliebte Bücher. Du arme, erst letzte Woche! Es ist so frisch! Ich wünsche Dir Kraft und freundliche Menschen um Dich.

TT

Marie-Madeleine
06.10.2010, 14:30
Meine Oma hat uns vor zwei Wochen verlassen. Sie wurde liebevoll mit einem schönen Hosenanzug und einer feinen Bluse bekleidet, wie sie es immer mochte, und natürlich auch mit Socken wegen der kalten Füße.

Mit in den Sarg bekam sie unter anderem die rote Rose, die ich ihr als letzten Gruß mitgebracht hatte, als ich von ihr Abschied genommen habe.

Gertie :in den arm nehmen:

Soldiers_angel
15.10.2010, 21:31
Mein Papa hat einen Anzug an und sein Hochzeitshemd, da sind vorne Uli Stein Figuren darauf. Als wir das Hemd damals kauften hatte er gar nicht mitbekommen wieviel ihn das eigentlich gekostet hatte und ich wollte das er unbedingt dieses Hemd kauft, ich war damals erst 14 und fand das cool. Zu Hause hat er dann geflucht, es aber dann doch lustig gefunden und angezogen. Dann bekam er noch seine Hausschuhe an, er hat immer nur solche Schuhe getragen, weil er mit anderen nicht laufen konnte.
Von meinem Bruder und mir habe ich ihm noch Kinderfotos mit in den Sarg legen lassen.

LadyHope
19.11.2010, 17:40
dankeschön für diesen wunderschönen, berührenden Faden :blume:

wollte euch auch gerne erzählen, wie wir von unserem lieben Sohn Abschied genommen haben, den wir im letzten Jahr zu früh haben hergeben müssen.
Drei Wochen vor seiner Erstkommunion, die er nicht mehr erleben durfte.
Aber er hatte im Sarg seinen schönen Kommunionsanzug an. Auch die Arnbnanduhr, die Ihm seine Patentante eigentlich an diesem Tag schenken wollte, bekam mein Sohn um.
Ich habe Ihm ein geweihtes Kreuz und eine Rose unter die Hände gelegt und ein schönes Anstecksträußchen ans Revers gemacht.
:engel:

Auf seiner Brust lagen noch ein Foto von uns und eine wunderschöne selbstgemachte Karte auf der alle anderen aus seiner Gruppe unterschrieben hatten.

nochmals Danke für eure schönen Schilderungen :in den arm nehmen:

Lissy66
19.11.2010, 19:55
Hi,
ich bin neu hier und habe durch Zufall deine Frage gelesen.
Meine Mutter ist Ende April an Bauchfellkrebs gestorben. Sie hatte zwar eine Urnenbestattung, aber ich habe die Urne aufschrauben lassen und ihren Talismann und ein Familienfoto von unserer ganzen Familie mit reingelegt.
Das hätte ihr bestimmt gefallen.

LG Lissy66

Sunshine1986
25.11.2010, 18:40
Mein Papa starb vor 5 Jahren ganz plötzlich. Ich war damals noch keine 20 und er auch noch viel zu jung, um zu sterben. Wir haben ihm damals ein Foto mit in den Sarg gelegt und ein Büschel Fell von seinem geliebten Kater. Die beiden Dinge haben wir ihm unter die gefalteten Hände gelegt.

Ich liege jetzt manchmal noch wach im Bett, wenn ich nicht schlafen kann und weine. Es kommen dann immer wieder so viele Erinnerungen hoch und ich frage mich immer warum das passieren musste! Ich hätte ihn noch gebraucht. Für so viele Dinge im Leben. Ich hätte noch so viele Frage an ihn gehabt, die immer unbeantwortet bleiben werden.

Ich frage mich, wann die Trauer aufhört und wann der Zeitpunkt da sein wird an ihn denken zu können, ohne dass die Tränen in Strömen fließen? :heul:

tamarisk
18.01.2011, 18:51
Mein Mann hat als Zwölfjähriger seinem Opa ne Schachtel seiner Lieblingszigaretten ins Grab geworfen. Und damit nen Eklat ausgelöst, weil der Bestatter, die wieder rausholen wollten, weil ja Sondermüll und Grundwassergefährdend. Blieben aber nach massiven Protest der Trauergäste doch drin, und mein Mann lächelt heut noch, wenn er dran denkt, wie er sich von seinem Opa verabschiedet hat.

tamarisk
18.01.2011, 18:57
Vielleicht off-topic, aber beim Thema Beerdigung muss ich immer an die Beerdigung von einem unserer Freunde vor nem halben Jahr denken.

Unser M. starb bei einem Autounfall, also mitten aus dem Leben gerissen. Als der Zug aus der Aussegnunghalle kam, standen seine Freunde mit nem Glas Weissbier Spalier und haben ihm noch ein letztes Mal zugeprostet. Der Pfarrer (sehr konservativ) hätte am liebsten alle rausgeschmissen, ich muss jetzt noch heulen wenn ich dran denke. Kein Abschied hätte besser zu ihm gepasst. Und das ist es was zählt. Zumindest für mich.

Inaktiver User
18.01.2011, 19:42
Meiner Oma haben zum Schluss ja gar keine ihrer normalen Sachen mehr gepasst :heul:

Meine Mutti hat ihr ein gutes Nachthemd angezogen. Wir haben mit Dchleifenbänder zusammengebundene Fotos von unserer Familie und unserem Hund mitgegeben. Wir haben ihr eine kleine Locke abgeschnitten, die meine Mutti jetzt in ihrem Schmuckkästchen aufbewahrt.

Mir war es wichtig, sie nocheinmal zu sehen und zu berühren. Auch am Tag der Beerdigung. Man konnte die Veränderungen an ihr sehen. Das hat mir geholfen, alles zu begreifen. Und den Tod als natürlich zu sehen, in dem künstlichen Licht der Beerdigung.

Nadi67
18.01.2011, 20:14
Ach, Ihr Lieben...ich sitz hier und muß weinen!
Fühlt Euch mal alle :in den arm nehmen:

Meine Omale ist leider im März 2007 gestorben; sie fehlt mir immer noch jeden Tag und jede Stunde!

Sie wurde eingeäschert; aber ich habe ihr ein wunderschönes Chiffonhemdchen mit Spitzen und Blumen ausgesucht und ein schönes Kissen und eine schöne Decke, weil sie tolle Bettwäsche so gerne mochte!

In ihrer Hand hielt sie das letzte Plüschhündchen, das ich ihr geschenkt hatte. Sie hat nämlich kleine Hündchen aus Plüsch gesammelt und als ich ihr den letzten zwei Wochen vor ihrem Tod ins Krankenhaus mitgebracht hatte, sagte sie zu mir: "Pummelchen, das reicht jetzt aber, das ist aber jetzt der letzte!" Ich wußte nicht, wie recht sie hatte...!

Das Hündchen hatte sie noch in der Hand als sie vom Beerdigungsinstitut abgeholt wurde und der Herr hat mir versichert, dass sie ihn noch im Sarg dabei hatte! Ich möchte es mal glauben!

Muß jetzt aufhören..mir laufen die Tränen übers ganze Gesicht! Danke für den Strang!

Sevi65
18.01.2011, 20:20
Meine Oma ist letztes Jahr gestorben, sie wurde verbrannt. Ich glaube, sie hat nichts von ihren Sachen mitbekommen. Aber ein kleines Stofftierchen (sie nannte es Struppi), das ich ihr mal geschenkt hatte, habe ich wiederbekommen und mit einem Bild von meinem Sohn, mir und meiner Oma in mein Zimmer gestellt.

luana2
19.01.2011, 07:45
Guten Morgen,
meine Mami ist vor 3 Monaten gestorben, ich hab ihr ein Kostüm angezogen, in dem sie immer sehr schick aussah, sie hat Fotos von ihren Kindern und Enkelkindern dabei, einen selbstgemachten Labello haben wir auch mit reingeschmuggelt, weil sie in den letzten Tagen immer soooo trockene Lippen hatte, und sie hatte sich gewünscht, die Liebesbriefe zwischen ihr und unserem Papi mitzunehmen, der Bestatter hat etwas verwundert geschaut, weil es sooooo viele waren, aber das macht ja nix :). Es war eben ihr Wunsch !
LG Birgit

Inaktiver User
19.01.2011, 12:19
Wir haben meinem Mann damals ganz viel mit "auf den Weg" gegeben,
unter anderem Briefe, die die Kinder und ich ihm geschrieben hatten,
auch ein Foto von uns und ein Foto mit seiner letzten Klasse, die er unterrichtet hatte. Alle Jugendlichen hatten auf der Rückseite unterschrieben,
es war im Krankenhaus angekommen, als er gerade gestorben war.
Ich finde diese Sarg-Beigaben irgendwie tröstlich und sie haben einen
symbolischen Wert,auch und gerade für uns Hinterbliebene, auf der ganzen
Welt gibt es das; in allen Kulturen.

Karinelisa40
19.01.2011, 14:36
Ja schön angezogen haben wir meine Mama auch - ihre Lieblingsachen - und geschminkt haben wir sie und die Haare gekämmt - das war ihr immer wichtig.
Warme Socken weil ihr immer kalt war gabs auch noch . Am liebsten hätten wir sie eingeschlugen in ihre warme weiche Lieblingsdecke - hatten wir auch , aber als am nächsten Morgen die Bestatter kamen , haben sie die Decke zur Seite gelegt :-((
Friedlich un ganz sanft sah sie aus - so fertig angezogen und geschminkt mit ihrem Lieblingsschmuck.
Wir sind alle sehr dankbar das wir das gemacht haben und die Pflegerin uns dabei unterstützt hat.

Lasst es euch gut gehen...LG Karinelisa