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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : rauchfrei seit 240 tagen!!!



Dsmbk
26.07.2007, 15:11
hallo zusammen,
immer wieder lese ich in diesem forum über die versuche, gedanken und erfahrungen zum thema "endlich nichtraucher". an dieser stelle möchte ich auch meine erfahrungen von meinen ersten 240 tagen als nichtraucher einbringen - vielleicht hilft es dem ein oder anderen ja sogar...

zur vorgeschichte: mit dem rauchen angefangen hab ich bereits mit 16 jahren. damals weil es einfach cool war. mit 19 jahren habe ich dank dem buch "endlich nichtraucher" von heute auf morgen und ohne probleme aufgehört zu rauchen. dank abi-stress fing ich aber ca. 1/2 jahr später wieder an zu rauchen. hier begann meine raucherkarriere. ununterbrochen rauchte ich 11 jahre täglich ca. ein päckchen obwohl ich den geschmack nicht mochte. einzig die morgen-zigarette sowie die verdauungszigarette schmeckten mir.
irgendwann dachte ich mir, wie blöd doch von mir, dass ich soviel geld in die luft blase und dabei auch noch meinen körper runiere. bis dahin hatte ich zwar keine größeren gesundheitlichen probleme, die auf das rauchen zurück zu führen gewesen wären aber meine kondition war mit sicherheit schlechter als bei nichtrauchern.
als ich den entschluss gefasst hatte mit dem rauch schluss zu machen, dachte ich, es ginge genauso einfach wie beim ersten mal und ich las wieder das buch von allen carr. aber falsch gedacht. ich raucht munter weiter und ärgerte mich über meinen irrglauben. also fing ich an weitere bücher zum thema rauch-stopp zu lesen, jedoch keines konnte den gewünschten erfolgt bringen. Ich melde mich sogar bei einem internetprogramm an. hier reduzierte sich zwar mein zigarettenkonsum von ca. 20 auf 15 zigaretten pro tag - doch mein ziel sollten ja 0 zigaretten pro tag sein und ich wurde mit dieser methode zu ungeduldig. vor allem kamen so meinen kosten für die zigaretten nun auch noch der mitgliedsbeitrag für diese rauch-frei-programm hinzu.
also cancelte ich meine mitgliedschaft und gestand mir ein, dass wohl einfach noch nicht der richtige zeitpunkt zum aufhören gekommen war.
ich machte mir keine gedanken mehr darüber, rauchte fleissig weiter, ekelte mich weiter vor den zigaretten, dem gestand bis ich meine erste yogastunde hatte:
wie sich herausstellte waren in meinem kurs nur nichtraucher. ich konnte den kalten tabakgeruch an mir während der ganzen stunde riechen und schämte mich extrem dafür.
spätestens als es hier mit den atemübungen losging, merkte ich, welche probleme ich doch dabei hatte. mein wunsch aufzuhören verstärkte sich wieder und als wäre es ein zeichen: am nächsten morgen spuckte ich blut. ich war schockiert darüber, meine angst war riesig! schließlich stellte sich heraus, dass ich wohl in der nacht leichtes nasenbluten hatte, davon etwas blut in den rachen kam, welches ich morgens dann beim zähneputzen spuckte.
dies war eine schock-therapie, wie ich sie brauchte! sofort sperrte ich die noch halbvolle zigarettenschachtel in eine schublade, informierte sämtliche verwandte und freunde darüber, dass ich aufgehört habe zu rauchen (sicherlich auch mit dem hintergedanken, dass ich dadurch noch mehr ehrgeiz haben würde beim nichtrauchen zu bleiben). die ersten tage und wochen vielen mir unerwartet leicht. mein schock und die angst saßen noch zu tief. nach dem essen lenkte ich mich mit dem abwasch oder einem spaziergang ab.
schwer wurde es erstmal drei wochen nach meinem rauchstopp, als ich merkte, dass meine verdauung nicht mehr so richtig funktioniern würde. ich hatte massive probleme und war nahe daran deswegen wieder mit dem rauchen anzufangen. mein arzt meine aber ich müsse dem körper zeit geben, schließlich hätte ich ihn jahrelag in seiner nikotin-produktion eingeschränkt und er müsse wieder selbst lernen.
zugenommen hatte ich anfänglich nicht, habe aber auch sehr darauf geachtet nicht mehr als sonst zu essen und mich dabei viel zu bewegen.
inzwischen bin ich nun seit 240 tagen rauchfrei, meine verdauung hat sich wieder normalisiert, ich habe das gefühlt mehr kondition zu haben, yoga macht noch mehr spaß, ich liebe es, dass meine kleidung nicht mehr nach rauch stinkt, ich habe wieder mit dem laufen angefangen und halte locker 60 minuten durch.
in den letzten 240 tagen gab es zwar immer mal wieder die lust auf eine zigarette nach dem essen oder in stresssituationen aber es gab immer einen weg sich schnell davon abzulenken.
alles in allem habe ich nun - trotz mehr sport - eine kleidergröße zugelegt (von 34 auf 36) aber im bekanntenkreis behauptet man, nun sähe ich endlich "gesund" aus :-)

einziges problem: mein freund hat es nicht geschafft auch aufzuhören. aber wir haben die abmachung, dass in der wohnung nicht geraucht wird und wenn er grad eine geraucht hat, gibts auch keinen kuss...

vielleicht hilft mein bericht dem ein oder anderen der gerade die idee hat auch aufzuhören. ich kann aus meiner erfahrung nur sagen, dass man nichts erzwingen kann. man muss es wirklich wollen und dazu muss es meines erachtens auch KLICK machen! das geld das ich übrigens nun spare wo ich doch keine teueren zigaretten mehr kaufen muss, geht nun anderweitig ab: sei es für yogastunden, für neue laufschuhe oder neue klamotten - also dieser trick, das verrauchte geld für was tolles wegzusparen hat bei mir leider nicht geklappt ;-))

ich wünsche allen aufhöreren ganz viel durchhaltevermögen und kraft!!!!

alles liebe,
daniela

Inaktiver User
27.07.2007, 09:36
Hallo Daniela,

tolle Geschichte!!
Ich bewundere dich für dein Durchhaltevermögen...
Ich bin jetzt am 10. Tag angelangt, für mich ist es noch ein langer Weg....

Übrigens, du gibst doch das Geld jetzt für schöne Dinge aus... Yoga, Laufschuhe... das ist doch was.... bringt Lebensqualität:zwinker:

LG und weiterhin viel Kraft

Annie

Dsmbk
27.07.2007, 09:53
Hallo Annie77,
danke für Dein Lob - bin auch etwas stolz auf mich :-)
Aber 10 Tage ist ja auch schon seeeeehr gut und die - wie ich finde - schwierigsten und "Rückfall-einfachsten" 24h hast Du ja auch längst überschritten!!! Super!!!!

Ja, mit den schönen Dingen hast Du natürlich auch recht - man sollte eben alles von der positiven Seite sehen...

Jedenfalls bezweifel ich nicht, dass ich ENORM an Lebensqualität gewonnen habe seitdem ich nicht mehr rauche. Vielleicht klingt es etwas seltsam aber manchmal tun mir die Leute leid, wenn ich sehe, wie sie an dem Glimmstengel hängen, zwanghaft rauch in die Luft blasen, dabei Ihrem Körper und Geldbeutel nur schaden...

wie auch immer, ich wünsche Dir auch noch ganz besonders viel Kraft für die weitere Zeit in der Entwöhnungs-Phase. Ich bin mir sicher, Du schaffst es auch!!!

Liebe Grüße
Daniela

Inaktiver User
27.07.2007, 14:56
Hallo Daniela,

ja ich will es schaffen...
Das mit dem Mitleid geht mir auch schon so... vor meinem Büro ist eine Bushaltestelle, bei Wind und Wetter muss bei vielen der Stengel an... egal ob der Sturm die Asche ins Gesicht bläst :freches grinsen:

Nicht falsch verstehen, ich will kein militanter Nichtraucher werden, mein Mann raucht ja auch noch.
Aber wenn man selber rauchfrei ist, dann stört der Qualm schon irgendwie... Hab ich vorher nie mitbekommen, da wir ja beide geraucht haben.

Ich kaue übrigens gerade an meinem 10 Kaugummi für heute rum... irgendwie muss ich mich immer etwas ablenken.

LG

Annie

teddi
29.07.2007, 12:44
Hallo Daniela und Annie,

mein Mann und ich haben vor 281 Tagen aufgehört zu rauchen, ich nach 27 Rauch-Jahren und mein Mann nach über 30 Rauch-Jahren.

Zwar mit Hilfe von Tabletten, aber das waren nur 3 Wochen. Mein Mann hat sein Ursprungsgewicht zurück, ich habe mich von Kleidergröße 36 auf 38 hochgearbeitet, aber das find ich nicht schlimm.

Wir sind immer noch stolz auf uns, und ich muss zugeben, dass ich eine ziemlich militante Nichtraucherin geworden bin. In meinem Büro und bei uns zu Hause darf nicht mehr geraucht werden - zu Hause nur noch auf dem Balkon.

Zum Ablenken in den typischen Rauchsituationen habe ich auf Sudoku zurückgegriffen.

Manchmal denke ich auch heute noch an den "Genuss" einer Zigarette, stelle mir dann aber den üblen Geruch der Raucherbereiche an den Bahnhöfen vor und bin mit dem Gedanken an eine Zigarette fertig.

LG
Claudia

Dsmbk
30.07.2007, 10:21
Hallo teddi,
herzlichen Glückwunsch an Dich und Deinen Mann!!! Wow, nach so vielen Jahren des Rauchens könnt Ihr schon sehr stolz auch Euch sein es geschafft zu haben! Meinen Respekt!!!!

Und ich kann mich nur anschließen: ein etwas "unerträglicher" Nichtraucher bin ich auch schon geworden - aber ich hatte schon als Raucher immer ein schlechtes Gewissen wenn ich in Gegenwart von Rauchern eine angezündet habe und den stinkigen Qualm verbreitet habe.

Bei mir allerdings ist das Problem, dass mein Partner weiterhin raucht und mich manchmal richtiger Ekel überfällt, wenn er nach dem "Genuss" einer Zigarette zu mir kommt....er will aber so gar nicht mit sich reden lassen, was das Aufhören betrifft und behauptet, jede Zigarette zu genießen bzw. dann auch beruflich zu sehr im Stress zu sein! Alles Ausreden, die ich mir lange Zeit auch vorgelogen habe ;-)

naja, ich hoffe nur, dass es nicht noch zu einem größerem Problem in unserer Beziehung wird...

Alles Gute weiterhin und auch weiterhin viel Kraft und immerhin werden jetzt bei Dir auch noch zu dem neuen, gesunden Lebensstil noch die Gehirnmuskeln trainiert ;-) Das ist ja gleich ein doppelter Fortschritt :-)
Liebe Grüße
Daniela