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Glueckskind1980
25.07.2007, 20:24
Hallo,

bin nun schon seit längerer Zeit stille Mitleserin der BriCom und bin jetzt auch dabei. Dies ist mein erster Beitrag und es geht gleich um ein trauriges Thema.

Ich bin 26 und mein Vater hat Suizid begangen als ich 5 Jahre alt war. Obwohl das nun schon so lange her ist hab ich mit dem Thema noch lange nicht abgeschlossen.

Ich habe vor kurzem gemerkt daß ich ihm verziehen habe und es vielleicht auch ein bißchen verstehen kann, warum er das getan hat(rational).Das hilft ein wenig...Habe das ganze bis zu meinem 19. Lebensjahr fast vollständig verdrängt.

Wie soll ich meine Gefühle diesbezüglich beschreiben...Es gibt soviel in mir wofür ich nicht die richtigen Worte finde, leider...Aber am größten ist natürlich die nie endende Traurigkeit und das immer wieder kehrende Warum?Warum hat er das getan...
Warum hat er mir das angetan?Warum ist er einfach gegangen? Ohne sich zu verabschieden...Auch jetzt 21 Jahre nach seinem Tod...

Er war depressiv usw. und sein Suizid, das merke ich jetzt und es wird mir immer bewusster hat mir komplett das Vertrauen genommen. Ich arbeite intensivst an mir und ein wenig Vertrauen baue ich mir stück für Stück auf ,und es wird mehr. Auch mein Verhalten bezüglich Männern wurde dadurch sehr geprägt.

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen: Würde gerne wissen ob es hier vielleicht Gleichgesinnte gibt, die auch ein Elternteil durch Suizid verloren haben, Würde mich interessieren wie ihr damit umgeht, es euch evtl auch so geprägt hat usw....

Über Antworten freue ich mich!

Alles Liebe für euch!

Inaktiver User
25.07.2007, 22:38
Warum hat er mir das angetan?

ich möchte mal ein bißchen von der anderen Seite sprechen, die mir wesentlich näher war/ist:
dein Vater hat nicht DIR etwas angetan (zumindest war dies nicht sein primäres Ziel).
Er selbst, als erwachsener, mündiger Mensch, hat den Entschluss gefasst, dass es so mit IHM nicht mehr weitergehen soll. Sicherlich hat er dabei auch über die Verantwortung dir/deiner Mutter gegenüber nachgedacht, aber es war ihm wohl in diesem Moment seinem eigenen Bedürfnis untergeordnet. So hart das sein mag: ich glaube, jeder Mensch hat auch das Recht, in gewissem Rahmen egoistisch zu sein, auch bezüglich seines Sterbens.


Ich kann mir gut vorstellen, dass da eine ziemlcihe Wut und Verzweiflung in dir ist, derart verlassen worden zu sein. Vielleicht kannst du ja ein bißchen nachfühlen, dass die Verantwortung es dem Gehenden nciht grade leichter macht, und dass es nicht bedeutet, sich dieser zu verschließen, wenn man doch den Schritt tut.

Inaktiver User
25.07.2007, 22:54
Hi Glückskind,

mein Papa hat auch Suizid begangen.Das ist nun 14 Jahre her,ich war damal 21.
Verstehen konnte ich es damals nie,verdrängen war meine Devise.
Er sagte meiner Mutter,die beiden großen werden es verstehen(ich und meine Schwester),da wir alt genug waren.

Verstehen was sollte ich verstehen,das Er einfach abhaut,uns allein läßt,meine mama mit 3 Kindern -einfach geht er weg???

Ich merke gerade beim schreiben,das mich das alles einholt.Man kann wohl vieles verdrängen.
Ich habe mein Papa verziehen,das Er diesen Weg ging.

Ich denk auch,das diese Erfahrung sehr großen Einfluß auf das weitere Leben hat.
Was mein Papa angeht,geht es mir heute gut,hab es so gut wie es geht verarbeitet oder verdrängt.

Liebe Grüße Wolke.7