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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : was kommt nach dem Tod?



Melody61
24.07.2007, 18:56
Hallo zusammen...ich bin ganz neu hier und es wäre schön, wenn der eine oder andere ein "Ohr" für mich hätte...

Ich bin im Moment total berzweifelt. Meine Mutter ist vor 3 Wochen ganz plötzlich gestorben. Sie war weder krank noch gab es irgendwelche Anzeichen. Sie war im Februar 80 Jahre geworden und hat das mit einem wunderschönen Fest gefeiert. Sie war noch in jeder Hinsicht total fit, lief wie ein junges Reh umher, immer flott anzogen....keiner hätte gedacht, dass sie 80 war...Ich habe am Todestag noch mit ihr telefoniert. Sie war munter und fröhlich wie immer...hat sich schlafen gelegt und ist nicht mehr wach geworden. Mein Vater hat meinen Freund und mich dann in der Nacht angerufen....
Ich habe die ersten Tage wie in Trance verbracht...alles war so unwirklich, unbegreiflich und einfach nur ein Albtraum!
Von jeher hatte ich zu meinen Eltern ein sehr inniges Verhältnis, auch wenn man nicht immer einer Meinung war. In mir macht sich eine wahnsinnige Leere breit. Dieses Endgültige und dieses "Nie mehr" macht mich wahnsinnig...Ich vermisse sie so...Wenn ich abends mal bei meinen Eltern war, haben wir so manchen Abend alle zusammen bei einem guten Wein verbracht. Jetzt ist ein Platz leer...Ein schreckliches Gefühl....

Meine Freunde, die sich rührend um mich kümmern glauben fest, dass nach dem Tode noch was kommt....., z.b. glauben sie, dass meine Mutter mich dennoch sehen und hören kann....Was glaubt Ihr? Kann das wirklich sein?

Ich wäre dankbar für jedes Wort
Liebe Grüsse von Melody

Inaktiver User
24.07.2007, 19:03
Liebe melody,

erstmal herzliches Beileid zum Tod deiner Mutter.

Schön zu lesen, dass ihr ein herzliches und liebevolles Verhältnis hattet. Und ich glaube fest, dass diese Liebe auch nach dem Tod ein inniges Band zwischen unseren Verstorbenen und uns ist.

Du wirst es merken, wenn du in dich hineinhörst. Dann wirst du deine Mutter hören, spüren.

Ich habe meine Mutter vor 18 Monaten verloren, aber sie ist dennoch bei mir. Natürlich nicht körperlich und ich vermisse sie unendlich. Dennoch ist sie gegenwärtig.

Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende zeit :in den arm nehmen:

Melody61
24.07.2007, 19:25
Liebe Rosemary,

vielen Dank für Deine Worte...auch Dir wünsche ich noch ein herzliches Beileid, auch wenn es schon länger her ist....:in den arm nehmen:
Darf ich Dich fragen, wie Du damit am Anfang fertig geworden bist? Warst Du vorbereitet oder kam es auch so plötzlich?

Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich damit gar nicht zurecht komme...bin so leer und ohne Freude. Mein Mutter war jemand, der immer sehr an meinem Leben teilgenommen hat, mit mir gelitten hat, wenn es mir nicht gut ging und sich doll mit mir gefreut hat, wenn es mir gut ging.....Sie fehlt so, und es fällt mir schwer, zu akzeptieren, dass sie nie mehr wiederkommen wird.

Ich hätte ihr soviel zu erzählen.....worüber sie sich freuen würde...

Würde mir sehr wünschen, dass es so ist und kommt, wie Du schreibst..., aber es ist so unvorstellbar für mich...

Liebe Grüsse zu Dir

Inaktiver User
24.07.2007, 19:30
Ich habe lange Abschied nehmen können, sie war sehr krank. Sie starb an einem Nachmittag um 15 Uhr in meinen Armen, als die Kirchturmuhr schlug.

Von daher war ich in gewisser Weise "vorbereitet", aber natürlich trifft es einen doch wie ein Hammerschlag. Die Mutter, meine Mutter!!!

Ich war danach sehr sehr einsam wie ein verlassenes Kind. Stimmt ja auch irgendwie. Und einsam fühle ich mich heute noch.

Ich denke täglich an sie und erinnere mich an die vielen Jahre, die wir zusammen verbracht haben. Erst heute habe ich ein schönes Bild von ihr in den neuen Silberrahmen.

Was du deiner Mutter erzählen willst, erzähle. Sie wird es hören.

Sorry, jetzt muss ich ein bisschen weinen..

Inaktiver User
24.07.2007, 19:30
Ich weiß nicht, was nach dem Tod kommt - ich weiß nur, daß es für mich ein tröstlicher Gedanke wäre, wenn meine Mutter so sterben dürfte: sich munter und fröhlich ins Bett legen und dann für immer einschlafen!

Kann man schöner aus dem Leben gehen?

Und sie wird immer um Dich sein, so lange Du lebst. Noch merkst Du das vielleicht nicht, weil die Trauer so frisch und der Schock so groß ist, aber schon bald wirst Du es spüren.

Wenn Du ihr etwas erzählen willst, erzähl' es ihr. Sie leidet und freut sich immer noch mit Dir. Sie ist Deine Mutter!

:blumengabe: Betsi, die Bunte

Kappuziner
24.07.2007, 19:46
Meine Mutter ist vor zwei Jahren gestorben und noch immer tröstet mich der Gedanke, dass sie noch irgendwie mit mir in Verbindung steht.
Ich lese hier gerne in dem Thread "Mama", da finden sich viele schöne Gedanken - vielleicht ist auch für Dich einer dabei...

Mein Beileid zu deinem Verlust. Ich finde, die Mama zu verlieren ist so schlimm, das reisst einem allen Boden unter den Füßen weg.
Aber es wird auch wieder. Nach einiger Zeit mischen sich auch immer wieder schöne Gedanken und Erinnerungen unter die traurigen.

Melody61
24.07.2007, 20:51
Ich wollte Dich aber jetzt nicht zum weinen bringen..das tut mir leid....

Du hast es sicher sehr schwer gehabt, anders schwer...denn seine eigene Mutter krank und so leidend zu sehen, ist sicher schlimm. Als Tochter sitzt man daneben und kann nicht wirklich helfen, obwohl man es liebend gerne möchte...

Du hast recht...man denkt "Meine Mutter"... Ich kann Dich gut verstehen...mir geht es auch so...Jetzt muss ich weinen...

Melody61
24.07.2007, 20:59
Kappuziner und Bunte Kuh,

auch Euch danke ich für Eure Worte....es stimmt, es ist mein einziger Trost, dass meine Mutter so aus dem Leben gegangen ist. Sie ist im Schlaf gestorben und hat nichts gemerkt. Sie hatte auch die Augen geschlossen. Es war auch immer ihr Wunsch, dass wenn sie eines Tages diese Welt verlassen muss, dass sie einfach einschläft. Dieser Wunsch ist ihr erfüllt worden.

Es ist eben nur schwer, für die, die zurückbleiben, weil man einfach nicht vorbereitet ist. Da reisst es einem wirklich den Boden unter den Füssen weg. Ich sehe sie ständig vor mir. Mir geht das alles überhaupt nicht aus dem Kopf. Nachts wache ich auf und schrecke hoch und denke an meine Mutter.

Früher habe ich immer daran geglaubt, dass nach dem Tode etwas kommt. Aber jetzt, wo es mich persönlich getroffen hat, da ist dieser Gedanke so unvorstellbar. Weil ich überlege , wie es funktionieren soll....Der

Melody61
24.07.2007, 21:04
sorry, bin auf den falschen Knopf gekommen....Fortsetzung:

Der Mensch stirbt, wird verbrannt und dieser Mensch, den man noch so vor Augen hat, ist nur noch ein Häufchen Asche. Einfach weg...existiert nicht mehr. Wie soll es da weitergehen,ich meine, dass er mich hören oder sehen kann?

Eine Bekannte von mir hat mal vor Jahren mir erzählt, dass sie überzeugt davon ist, dass in dem Moment wo man stirbt, die Seele aus dem Körper geht und man sich selbst dort liegen sieht und auch seine eigene Beerdigung "erlebt". Auch danach immer bei den Menschen ist, die man liebte. Nur dass diese Menschen einen eben nicht mehr sehen können...
Wenn ich mir diese Gedanken so überlege, dann denke ich doch wieder, dass danach was kommen kann...

Sorry, bin grade reichlich konfus..

Liebe Grüsse an Euch

Kappuziner
24.07.2007, 22:05
Hallo Melody,

meine Mutter hatte die Vorstellung, dass man sich nach dem Tod in eine Energie verwandelt, wie so eine Art Wind.
Sie meinte auch manchmal, meinen Vater (der 1 Jahr vorher starb) so zu spüren. Sie sagte einmal "manchmal kommt er wochenlang nicht, dann ist er wieder da, dann frage ich ihn, "wo warst du denn, du Rumtreiber?" :smirksmile:
Sie dachte, dass er noch weiß, dass es sie gibt und dass er sie eines Tages abholt, aber dass er nicht weiß, welcher Tag ist oder solche Sachen. Halt, dass er irgendwo rumsaust und nicht mehr verstehen kann, warum er sich früher so viele Sorgen über unwichtige Sachen gemacht hat.
Ich fand viele Sachen, die sie über den Tod sagte, sehr weise. Zum Beispiel, dass sie sagte, das Leben und der Tod sind eng beeinander, man macht nur einen kleinen Schritt hinüber. Aber es ist gut, dass es einen Vorhang zwischen diesen Welten gibt, die Toten sollen in ihrer Welt ihren Frieden finden und wir sollen sie nicht unnötig stören.

Das finde ich eine sehr schöne Vorstellung.

Atis
24.07.2007, 23:19
Liebe Melody,

herzliches Beileid zum Tod Deiner Mutter. :in den arm nehmen:

Ich bin fest davon überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht - dass wir sozusagen "endlich nach Hause kommen" auf die andere Seite des Lebens und dort sehr glücklich sind...

Schau doch einmal hier in der Bri im Trauerforum in den "Forums-Bücherschrank", dort findest Du jede Menge Buchtipps zu dem Thema; vor allem die Bücher von Moody, Eadie usw. sowie die vielen Bücher der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross sind sehr zu empfehlen. :blumengabe:

Ich bin überzeugt, Deiner Mutter geht es sehr, sehr gut und sie wird oft bei Dir / bei Euch sein. :blumengabe:

teichmuschel
25.07.2007, 08:47
Liebe Melody,

laß Dich mal lieb umarmen. Die vielen Beiträge in so kurzer Zeit zeigen, wie sehr uns Töchter der Tod unserer Mütter berührt.
Meine Mutter ist letztes Jahr im April mit 73 Jahren gestorben. Sie erlitt an einem Freitag einen Schlaganfall und starb dann am Sonntag. Sie war nicht mehr ansprechbar. Für mich war sie mit der wichtigste Mensch in meinem Leben. Seitdem ist nichts mehr wie es einmal war. Zu Anfang hatte ich mich einfach einsam, alleine gelassen und verzweifelt gefühlt. Jetzt nach fast 15 Monaten geht es besser.
Auch ich habe früher (beim Tod von Verwandten, Bekannten) immer gedacht, dass es ein "danach" gibt. Ich habe oft zu meinem verstorbenen Vater (er ist vor 33 Jahren gestorben) gesprochen, ihn auf Bäumen ein "zuhause" gegeben. Bei meiner Mutter ist das anders. Als sie starb war sie einfach " w e g ".
Ich habe sie nirgendwo gefunden. Erst heute, nachdem der "schlimmste" Schmerz ein wenig abgeklungen ist, finde ich sie ab und zu in mir, habe manchmal das sachte Gefühl sie wäre bei mir. Aber ich wünschte mir, dass dieses Gefühl stärker wäre. Ich beneide manche Schreiberinnen die so liebevoll darüber berichten wie ihre Mama bei Ihnen ist.
Ich dachte immer bei mir wäre es genauso, da ich meine Mutter so geliebt habe und ein sehr inniges Verhältnis zu ihr hatte. Umso enttäuschter bin ich manchmal, dass ich sie so oft nicht "finde".
Ich weiß gar nicht so recht wie ich dieses Gefühlswirrwarr beschreiben soll.

Liebe Grüße und einen sonnigen Tag wünscht Dir
Teichmuschel

Inaktiver User
25.07.2007, 09:02
liebe melody, vor mir auch mein herzliches beileid... ich wünsche dir für die kommende zeit viel kraft und zuversicht.

............

einen herzlichen gruß
sendet
summer

Melody61
25.07.2007, 17:24
Danke Euch allen für Eure lieben Worte...

Dieses Nie mehr ist so schlimm...Einen Menschen, der einem so nah stand, abgeben zu müssen und zu wissen, dass man ihn nie mehr sprechen, sehen oder hören wird zumindest nicht in der Form, in der man es gewohnt war, ist für mich besonders hart und so unvorstellbar. Ich habe Angst das alles nicht so schaffen.

Heute vor einem Monat sassen wir noch zusammen in der Stadt bei einem Kaffee und haben munter zusammen geredet...und ein paar Tage später ist sie einfach nicht mehr da.

Aufeinmal fallen einem Dinge ein, die man noch so gerne gesagt hätte, getan hätte...und das geht nicht mehr.., dann fallen einem die Dinge ein, die man geplant hatte und nun auch nicht mehr gehen...wie z.b. unsere gemeinsame Reise im September zu viert nach Italien, auf die sich schon so gefreut hat...

Kapuziner...das mit dem Wind habe ich schon bei der Beerdigung von jemanden gesagt bekommen und als ich das von Dir auch las, habe ich Gänsehaut bekommen....Als wir nach der Trauerfeier auf den Friedhof gingen war es sonnig und windstill. Aber in dem Moment, als wir vor dem Grab standen, der Pfarrer sprach und die Urne beigesetzt wurde, da fegte ein richtiger Wind über uns. Meine Bekannte sagte da später zu mir: Hast Du den Wind bemerkt? Deine Mami war hier... Als ich ein paar Tage später am Grab war, war es auch so. Als ich auf den Friedhof kam. da war es windstill und sonnnig. Als ich aber ans Grab kam. da war aufeinmal wieder dieser Wind da.

Nun...was soll man denken? Kann das sein? Wind gibt es ja überall und bei dem diesjährigen Sommer ja eigentlich an der Tagesordnung....

Wenn ich bei manchenso lese, dass sie ihre Mutter "spüren"..., dann wünschte ich würde das auch so erleben. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, aber dennoch suche ich nach Erklärungen, wie das möglich ist...
Es tut mir leid, wenn ich mich in manchem wiederhole, was ich schreibe, aber mir geht so viel durch den Kopf...

Es grüsst Euch alle...die Melody

Kalip
25.07.2007, 17:35
Liebe Melody,
meine Mutti ist auch vor 3 1/2 Wochen gestorben - sie war krank, doch immer eine Kämpfernatur, deswegen trotzdem auch unerwartet. Ich konnte es nicht glauben. Irgentwie kann ich es jetzt noch kaum glauben. Wenn ich meinen Papa besuche, denke ich immer noch sie kommt gleich rein.... Es ist so unfassbar. Ich kann Dich sehr gut verstehen! Ich fühle mit Dir. Ich habe meine Mutter sehr geliebt, auch wenn unser Verhältnis oftmals sehr schwierig war. Ich war aber schon immer ein "Mama-Kind" und habe, wenn ich länger getrennt war als Kind, immer Heimweh gehabt nach ihr. Genauso war es dann in der ersten Nacht nach ihrem Tod. Ich bin nachts aufgewacht und fühlte mich wie ein kleines Kind - hatte total Heimweh und wußte gleichzeitig, dass ich sie, anders wie als Kind, nie mehr wiedersehen werde!
Eins jedoch tröstet mich: meine Schwester war bei ihr als sie starb. Sie erzählte uns, dass sie wunder-wunderschöne Augen hatte, als sie sie zum letzten mal anblickte und sie dann für immer schloß. Sie müssen soooo wunderschön geleuchtet haben! Sie muss etwas unglaublich schönes gesehen haben! Und das macht mich so glücklich und mein Herz wird warm, wenn ich daran denke.
Ich weiß, dass es ihr jetzt so gut geht wie nie zuvor. Ich bin mir 100 Prozent sicher!!
Und: ich fühle mich ihr näher wie nie zuvor! Auch das spüre ich ganz deutlich.
Ich liebe Dich Mutti und vermisse Dich, aber weiß, dass Du es jetzt wunderschön hast - so wie Du es Dir immer gewünscht hast :liebe: !
In Liebe...

meine_Dicke
25.07.2007, 21:42
Hallo Ihr Lieben,

auch meine Mutti ist vor vier Wochen eingeschlafen. Auch ich kann es noch nicht glauben. Ich habe imme rnoch das Gefühl sie kommt bald wieder und dann haben wir uns ganz viel zu erzählen...
Es ist so viel passiert in den letzten 4 Wochen. Ich glaube, soviel passiert mit anderen im ganzen Leben nicht.

Ich mußte meinen Papa ins PFlegeheim bringen (er hat seit vielen Jahren Alzheimer und erkennt uns schon lange nicht mehr), ich musste die ganze Trauerfeier organisieren; da ich Betreuerin bin für meinen Vater lag schrecklich viel Schriftberkehr an; um das Pflegeheim bezahlen zu können, muss nun das Haus meiner Eltern (mein Vater lebte 78 Jahre dort) leerräumen und verkaufen.... Meist weiss ich gar nicht, wo mir der Kopf steht... Termine...Termine....Termine! Ich habe jetzt schon Angst vor dem Tag, an dem wieder "Normalität" eintritt und mir das ganze Ausmass dessen, was gerade geschehen ist, bewusst wird.

Bis vor 4 Wochen habe ich alles gemeinsam mit meiner Mutti besprochen. Ich glaube, ich war immer für sie da. Ich habe sie mit nichts allein gelassen, obwohl es manchmal ganz schön anstrengend war. Ich habe einen Mann und 2 Kinder (10 und 17), die mich ja auch brauchen... Aber meine Mutti sagte immer zu mir: Ach, meine Dicke, Du machst (schaffst) das schon. O.k. Mutti, ich versuche es.

Und ich weiss, dass Du bei mir bist, liebe Mutti. Ich spüre es manchmal ganz genau. Wenn ich Euer Haus betrete, habe ich das Gefühl, Du kommst gleich herein.... Ich weiss, dass Du immer bei mir bist.


Jetzt, nach Ihrem Tod, sind mir einige Dinge aufgefallen, die mir zeigen, dass Du gewusst hast, was passiert. Obwohl meine Mutter nicht krank war (sie starb plötzlich im Schlaf an Hirnblutungen) haben wir öfters mal von Beerdigungen gesprochen und sie sagte mir dann, sie müsse noch dieses und jenes bis dahin erledigen. Hast es aber immer wieder hinausgeschoben. Und nun bemerke ich, dass Du eigentlich doch ALLES erledigt hast. Z. B. jeglicher Schriftkram. Seit Jahren hast Du nichts abgeheftet und alles nur im Schrank abgelegt. Jetzt, als ich einiges suchen musste, bemerkte ich, DU hattest es abgeheftet und sortiert. Das hatte sie noch nie getan und jetzt war alles fertig.
Auch meinen Lieblingssekt hatte sie mir bereitgestellt. Einfach nur so. Zum ersten Mal in meinem Leben.
Daher glaube ich, sie wusste, was passieren wird....

Für heute reicht es erstmal mit dem Schreiben. Beim nächsten Mal schreibe ich Euch noch, was passierte, als sie einschlief....
Nach diesem Erlebnis weiss ich einfach, dass sie da ist und es ihr gut geht.

Paßt gut auf Euch auf!!!

Historia02
25.07.2007, 22:11
Hallo Melody,

mir geht es ein bisschen ähnlich, allerdings ist nicht meine Mutter, sondern meine Großtante (war wie eine Großmutter für mich) vor 1,5 Jahren gestorben. Mich quälen genau die gleichen Gedanken wie dich! Ich wachte nachts auf, weil ich absurderweise geträumt habe, sie wäre wieder lebendig geworden, obwohl sie verbrannt wurde. Sie war Atheistin und seit ihrem Tod kann ich auch nicht mehr an Gott glauben (was ich vorher 30 Jahre mehr oder weniger getan habe). Ich weiß (da ich ein eher rationaler als emotionaler Mensch bin), dass ich sie nie wiedersehen werde. Ich bewundere alle, die ihre Lieben noch so nah bei sich spüren, aber bei mir ist es leider nicht der Fall. Natürlich habe ich in einem ganz kleinen Winkel meines Herzens doch die Hoffnung, es möge einen Himmel geben, in dem ich sie wiedersehe, aber mein Verstand sagt mir, dass das alles Unfug ist. Sie ist gegangen und wird nie mehr wiederkommen. Ich war seit der Beerdigung auch nicht mehr am Grab, obwohl ich als Kind oft mit ihr auf dem Friedhof bei unserem Familiengrab war, ich bringe es einfach nicht über mich, zu wissen, dass ihre Urne dort vergraben ist und ihr Körper zu Asche verbrannt wurde.

Ich habe sie noch einmal aufgebahrt für 20 Minuten gesehen (da sie "auf der Straße" gestorben ist, durfte sie nicht mehr in die Wohnung zurückgebracht werden), als der Bestatter die Tür des kleinen Raumes öffnet, schien ein Sonnenstrahl hinein. Das hat mich an jenem Tag sehr getröstet. Aber dass ich ihre Anwesenheit spüre oder sie bei mir weiß, kann ich leider beim besten Willen nicht fühlen. Dabei würde ich es mir so wünschen (jetzt laufen mir die Tränen herunter). Sie war so ein besonderer Mensch für mich. Und trotzdem ist da einfach nur Leere ...

Kalip
26.07.2007, 07:24
Liebe Melody,
warum soll man nicht das glauben was man gerne will. Wenn Du an einem Himmel glauben willst, dann tu das doch und schalte deinen Kopf aus - versuche es, vielleicht gelingt es Dir irgentwann!!! Das wünsche ich Dir! Und wenn Du sie nicht spürst, dann ist es eben so - mach Dir deswegen keine Schuldgefühle. Damit setzt Du Dich doch unter Druck, liebe Melody!
Einen sonnigen Tag trotzdem mit viel Liebe an alle

Inaktiver User
29.07.2007, 17:48
Hallo,
Euch allen mein herzliches Beileid.
Bei mir ist es mein vater, der vor einigen Wochen gestorben ist. Ich könnte so viel zum Thema schreiben, es würde wohl ein Buch ergeben.
Ich gehören zu denen, die sowohl das eine als auch das andere für möglich halten. Also es gibt etwas "danach" oder ben nichts Bewusstes mehr. "Etwas" muss es ja geben.Das mindeste ist, dass der Körper vergeht oder eben die Asche..., dass sich alles umwandelt in andere Materie (Man weiß ja, dass die Welt nicht leichter oder schwerer wird...) und man zu Erde wird, aus der Pfanzen wachsen u.s.w.. Alles logisch, denn wenn dieser Körper durch Fäulnis oder Verbrennung zerstört wird kann man ihn nicht mehr sehen, man kann nichts mehr hören aus einem Mund den es nicht mehr gibt u.s.w.. Das ist doch logisch! Und doch habe ich andere Dinge gehört, paaiert ist mir selbst nur eine Kleinigkeit, die aber für mich ganz unglaublich war. Am 40. Tag nach dem Tod soll angeblich ja der/die Verstorbene noch einmal zurück kehren um zu schauen, wie die Hinterbliebenen zurecht kommen. Am 40. Tag nach dem Tode meines Vaters konnte ich nicht zu Hause sein, hatte aber die Möglichkeit nicht außer Acht gelassen, dass sein Geist mich suchen könnte und ihm einen Brief hinterlassen.
Als ich abends nach Hause kam lag da mein Brief wie vorher. Daneben steht "mein" Sessel und in dem lag etwas ganz kleines, unwichtiges...aber für mich die totale Erinnerung an meinen Vater, an die schönste Zeit die wir miteinander hatten. Ich kann und will nicht beschreiben um was es sich handelt, das ist mir zu privat, es war auf jeden Fall kein großer Gegenstand, nur ein ganz kleines Ding, das theoretisch auch dort hin geflogen sein könnte aber es war so speziell und hat im Prinzip meine ganze Verbundenheit mit meinem Vater wieder gegeben, so, dass ich wirklich platt war und erst mal geheult habe. Und es passte zum Text meines Briefes und beantwortete mir eigentlich alle Fragen.
Auch hier in meinem Haus, in dem ich noch nicht lange wohne, sind mir kurz nach dem Einzug seltsame Dinge passiert, von denen man halten kann was man will. Ich hab das nur 2 Leuten erzählt und eine davon gab mir einen Tipp, dem ich gefolgt bin. Seit dem ist nichts mehr gewesen.
Ich also wäre zu froh wenn ich erfahren könnte, geht irgend etwas bewusst weiter, bunte Welten voller Liebe, ein Wiedersehen mit unseren Menschen... oder ist einfach Schluss und alles zu Ende? Ewige Ruhe, Frieden für immer, kein Stress mehr, kein Ärger, keine Sorgen, das kann ja auch ein entzückender Gedanke sein, nur tue auch ich mich sehr schwer damit. Ich sage mir nur immer, eines Tages werden wir es wissen, so viel steht fest.
Habe Euch hoffentlich nicht zugetextet.
Alles Liebe Euch und viel Kraft und letztendlich bleibt uns die Hoffnung, gerade weil man nichts weiß...

Melody61
30.07.2007, 21:33
....ja, das stimmt..es bleibt die Hoffnung, eben weil man es eben nicht weiss...

e mehr Tage nun vegehen, desto unwirklicher wird alles für mich...heute habe ich mir Fotos meiner Mutter angeschaut, so sie mit entgegen lacht und dann macht es mich so traurig, dass ich sie nie mehr so sehen werde...und dann muss ich daran denken, dass sie jetzt nur noch ein Häufchen Asche ist und in der Erde vergraben liegt. Ich höre ihre Stimme und weiss dass ich sie nie mehr wirklich hören werde, nie mehr wird sie mich anrufen und mich fragen, wie es mir geht und nie mehr wird sie in der Stadt auf mich warten...um mit mir bummeln zu gehen und danach nen Weinchen trinken gehen..., was wir so oft gemacht haben. Das tut alles so weh, und ich vermisse sie jeden Tag mehr...
Ich komme damit sehr schwer klar, in mir ist viel Leere, und ich weiss, dass ich auch viel Kraft für meinen Vater brauche, der auch unter ihrem Tod so leidet, obwohl er es nicht so zeigt.

Frage mich, wie ich das schaffen soll...

Traurige Grüsse zu Euch
von Melody

Inaktiver User
31.07.2007, 09:28
Ja, melody, so geht es mir auch.

Nie mehr, nie mehr...

Ich mache oft eine Zeitreise in die Vergangenheit, denke an viele schöne Moment mit meiner Mutter, immer wieder sehe ich die Bilder an, schließe die Augen...

"Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang, mit dem Tod der anderen, damit muss man leben"

auch traurige Grüße

Inaktiver User
31.07.2007, 16:10
Melody, wie kommt dein Vater denn so zurecht? Ich meine jetzt im täglichen Leben. Wenn ich mir vorstelle meine Mutter wäre zuerst gegangen...mein Vater wäre nur sehr schwer, wenn überhaupt mit dem Haushlat u.s.w. klar gekommen.
Mir geht es wie dir. Es gibt ein Bild bei mir von ihm, wo er so verschmitzt lächelt wie er es immer tat. Er schaut dabei in die Kamera und es ist als würde er mir immer zuzwinkern und irgend etwas sagen, so wie "Na du, ist alles ok, mach dir keine Sorgen."
Und ich höre immer seine Stimme in meinem Kopf, wie er sagte "Na Tochter" und ich eigentlich immer antworte "Na Papa". Das sage ich jetzt dann einfach manchmal noch vor mich hin.
Auch mein Vater ist nur noch ein Häufchen Asche, das finde ich auch schlimm. Seine Augen, Hände, Haare, alles verbrannt und somit niemals wieder sichtbar. Und als die Urne in das olle Erdloch abgesenkt wurde...das fand ich auch so schlimm. Und nichts bleibt, und er hat nichts mitgenommen. Unterbewusst denke ich immer, wieso hängt seine Jacke hier und er hat sie nicht an wenn ich bei meiner Mutter bin. Oder sowas. Mittlerweile räumt meine Mutter ja vieles weg aber irgend etwas fällt dir immer wieder in die Hand.
Aber wie gesagt, wer weiß was kommt.

atefe
01.08.2007, 09:53
Liebe melody, das tut mir echt leid ich weis wie es ist einen geliebten menschen zu verleren. vor kurzem ist mein onkel gestorben der mir und meiner famlie sehr nah stand es ist echt schlimm den du vermisst die person aber keiner kann was fuer dich machen. ich glaube das nach dem Tod noch was kommt. klard e seele lebt weiter und hort was wier ihr zu sagen haben. wenn ich am grab meines onkels bin rede ich mit ihm. er war auchs ehr fot und sportich und keine hatte gedacht das er aufeinmall so plotzlich stirbt. Ich frage ihn dann imer warum er so fruh gehen musste? das ich jeden tag warte das er anruft, und ob es ihm da jetzt gut geht.

Inaktiver User
01.08.2007, 10:15
:kerze: :kerze:

Liebe Melody,

mein herzliches Beileid! Die eine Kerze ist für deine Mutter, die zweite Kerze ist für meine liebe Oma die heute genau eine Woche tot ist.

Ich glaube fest an ein Leben nach dem Tod - schon seit ich 12 bin - wie dieses Leben aussieht weiß ich nicht, aber es wird ein Anderes sein - eine andere ebene, nur energie - wer weiß!

Ich weiß wie du dich fühlst - meine Oma war wie eine zweite Mutter für mich - ich bin die ersten Jahre meines Lebens bei ihr aufgewachsen, meine Eltern haben beide arbeiten müssen. Sie wurde 91!

Manchmal vergesse ich sogar, das es passiert ist und will sie schnell besuchen.. dann fällts mir wieder ein..

Es dauert wohl eine Zeit bis wir das verarbeiten. Ich drück dich und wünsche dir ganz viel Kraft.

Auch für Deinen Vater!

Lilie

Melody61
04.08.2007, 10:05
Danke an Euch alle für Eure so lieben Antworten und danke an lilie für die Kerze für meine Mami....und die Kraft die Du mir und meinem Papa wünschst....

Reethexe, Du fragst, wie mein Papa damit zurecht kommt. Mein Papa ist 10 Jahre älter als meine Mami, er wird bald 90..und er war 59 Jahre mit meiner Mutter zusammen...Du kannst Dir sicher vorstellen, wie das alles nun für ihn ist. Für ihn ist eine séhr grosse Lücke enstanden, aber er versucht, seine gesamten Kräft zu mobilisieren, er wirkt nach aussen stärker, als er nach innen ist und versucht für mich nun stark zu sein. Er ist noch recht rüstig für sein Alter und versucht auch vieles im Haushalt nun selbst zu machen, was alles meine Mutter gemacht hat. Er beschäftigt sich, um nicht soviel zu grübeln. Jedoch kommen auch bei ihm viele Momente, wo er anfängt zu weinen. Aber er ist auch sehr dankbar für die 59 sehr glücklichen Jahre, die er mit meiner Mami hatte und ist dankbar, dass sie "so" sterben durfte, dass sie nicht krank geworden ist und ihr möglicherweise so ein langes und überhaupt ein Leiden erspart geblieben ist. Sie ist eingeschlafen ohne es zu merken, hat sie abends alles noch wie immer gemacht. Den Tisch für den nächsten Morgen zum Frühstücken gedeckt, ihre Sachen für den nächsten Tag zurecht gelegt und und und. So als ob am nächsten Morgen alles weitergeht wie immer, einen Morgen, den sie nicht mehr erlebte...

Auch ich versuche mich damit zu trösten, aber es ist schwer, ich versuche meinem Papa viel zu helfen, habe tagsüber meinen Job, der mich ablenkt, bin aber abends viel beim Papa, damit er nicht so viel alleine ist. Sicher kommen auch Freunde und Verwandte, aber ich als Tochter kann mehr helfen und unterstützen. Denn kein anderer kann ermessen, was wir verloren haben....

Auch ich habe einen Partner und einen Freundeskreis, die viel machen und uns unterstützen...Das ist ein schönes Geschenk, und gerade jetzt sieht man erst, wer wirklich da ist wenn man jemanden braucht.

Meine Mutter fehlt mir, und ich denke ständig an sie. Sie hat immer so an meinem Leben teilgenommen und trotz ihrer 80 Jahre war sie immer an allem interessiert. Und vom Wesen, Äusseren und Inneren her eher eine 60 jährige...Keiner hätte gedacht, dass sie schon 80 ist. Immer gut drauf, fröhlich und voller Herzenswärme, voller Fürsorge für ihre kleine Familie und immer für uns da. Ich habe nicht nur meine Mami verloren sondern auch meine liebste Freundin...

Sorry, ich kann nicht mehr schreiben, ich muss nun weinen.....

Bis bald meine Lieben und passt gut auf Euch auf..

Eure Melody