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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jeden Tag Aufregung, wie komme ich wieder runter?



strandkatze
23.07.2007, 22:37
Liebe Forumsteilnehmer,

Mir geht es zur Zeit eigentlich nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut. Es passiert zur Zeit so rasant viel in meinem Leben, dass ich mich fast schon damit überfordert fühle.

Durch verschiedene Begebenheiten kamen in den letzten Wochen einige Erlebnisse, die ich früher mit meinen Eltern hatte und die davon zeugten, dass sie mir nicht gefühlsmässig nicht das entgegenbringen konnten, was ich gebraucht hätte (warum auch immer, das spielt jetzt hier keine Rolle). Dadurch kamen natürlich auch Gefühle von Traurigkeit usw. hoch, die ich dann auch zugelassen und herausgelassen habe.

Das klingt jetzt hier so relativ locker beschrieben, aber ich wusste zeitweise schon fast nicht mehr, wie ich damit umgehen soll, so heftig war das.
Ich habs aber irgendwie geschafft. Ich kann so etwas ähnliches wie mein eigener Therapeut sein, aber diesmal bin ich echt schon an Grenzen gestossen. Und ich spüre auch, da ist eigentlich noch viel mehr, was ich mal verarbeiten müsste. Ich traue mich da im Moment aber nicht heran, weil ich nicht weiss, ob ich das allein schaffen würde. Ich habe in den letzten Tagen versucht es hervorzulocken, aber ich habe etwas Angst davor, dass es mir zu viel werden könnte.

Im Moment wäre allerdings ein schlechter Zeitpunkt eine Therapie zu beginnen, weil ich gerade kurz vorm abholen der Diplomarbeit stehe, um mein Studium abzuschließen. Ich möchte das Diplom nicht mehr weiter vor mir herschieben und habe schon alles dafür in die Wege geleitet. Und ich kann mich nicht konzentrieren, wenn gleichzeitig heftige Gefühle aufkommen.

Als ich mich dann (nach dem erfolgreichen ausleben verschütteter Gefühle) einigermaßen gefangen hatte tauchte plötzlich jemand bei mir auf, den ich eigentlich schon "abgeschrieben hatte" (ich habe dazu schon im Forum hier geschrieben vor kurzem ich glaube im Unterforum "Beziehung im Alltag"). Auch das hat mich ziemlich beschäftigt für einige Tage.

Dann passierten noch einige Dinge, die nicht ganz so ein Format hatten, aber die mich auch beschäftigt hatten (Katze war für 3 Tage verschwunden, ich hatte plötzlich ekelhafte Viecher in der Wohnung, die ich beseitigen musste, mein Ex ruft an und will sich mit mir aussprechen, erzählt mir von der Trennung von seiner Freundin nach mir usw....)

Mein Gott. Irgendwie reicht es mir jetzt langsam und ich will/muss mal langsam wieder auf den Teppich kommen.
Am liebsten würde ich für ein paar Tage ganz weit weg fahren. Irgendwohin, wo mich keiner erreichen kann und wo es auch kein Telefon und keinen Internetanschluß gibt, vielleicht auf eine einsame Berghütte oder so :smirksmile:

Aber das geht jetzt nicht, weil ich hier nicht weg kann. Naja ich könnte ja auch zuhause einfach ein paar Tage nicht ins Internet gehen und den Stecker vom Telefon rausziehen.

Damit wäre die Angelegenheit aber noch nicht geregelt. Ich muss jetzt mal weitermachen mit der Diplomarbeit DAFÜR bräuchte ich jetzt eigentlich alle Kraft und wenn ich das hinter mir habe, kann ich mich um irgendetwas anderes kümmern.

Was kann ich tun, um mal wieder runter zu kommen? Habt ihr ein paar Tipps für mich?

easyklee
24.07.2007, 08:13
Hallo liebe Strandkatze (laß dich mal streicheln, miez miez) :in den arm nehmen:

Ja, das kenne ich gut. Alle und alles zerrt an einem rum, saugt nur Energie und es kommt nichts oder wenig zurück. Immer erreichbar sein, immer reagieren, noch so viel vor sich zu tun, ein Riesenberg, wie soll ich den nur schaffen ...

Ich nehme mir bewußt kleine Auszeiten, ich merke es mittlerweile wann ich mal wieder was für mich brauche. Das müssen keine Megaevents sein.

abends auf der Terrasse sitzen mit einem guten Buch
einen Nacchmittag im Cafe sitzen und Leute gucken
gemütlich shoppen gehen, ohne Stress!
eine Massage
schwimmen gehen
morgens ganz früh aufstehen und laufen gehen
segeln
Motorrad fahren
einen freien Tag gönnen und zelebrieren
mehrere Tage frei nehmen und etwas Schönes machen

Dazu habe ich gelernt, sehr konsequent Arbeit und Freizeit zu trennen. ich arbeite nie zu Hause, sondern immer im Büro. Bevor ich gehe, gehe ich noch mal in mich, lasse den Tag vorbei ziehen. Alles Wichtige erledigt? Was liegt morgen an? Alles klar? O.K. Dann schließe ich das Büro ganz bewußt und lasse alles darinnen.

Ich muß dann ca. 1/2 Stunde nach Hause fahren, in dieser Zeit rege ich mich ab. Wirklich. Zuhause bin ich dann für meine Tochter da und bin ich.

Zweitens habe ich gelernt, mich nicht auch noch mit einem perfekten Haushalt zu stressen. Es sieht OK aus und Schluß.

Drittens habe ich sog. Energiefresser aus meinem Leben verbannt bzw. halte sie auf Abstand (Exen die sich ausheulen wollen, Eltern die nur rummeckern. "Freunde" die nur kommen wenn es ihnen schlecht geht ...)

Vor allem die kleinen Atempausen zwischendurch geben Kraft. Das ist keine verlorene Zeit, sondern Akku aufladen. Das machst du schließlich mit deinem Handy auch. :freches grinsen:

Inaktiver User
24.07.2007, 08:32
Nein sagen - sowohl zu dir, als auch zu anderen.
Der Ex will sich aussprechen? Schön. Das geht genausogut dann, wenn deine Diplomarbeit beendet ist, die zwei Wochen kann er sicherlich warten.
Du müsstest eigentlich xy aufarbeiten? Da mache ich in "Stresszeiten" einen Vertrag mit mir selbst: ich verspreche, dass ich mich, sobald das Projekt beendet ist, darum kümmern werde. Bis dahin möchte ich von den Gedanken nicht beunruhigt werden. Meistesn hält sich mein Kopf dran, und lässt mich dann auch wirklich durcharbeiten.

Wegfahren - und wenn's nur übers Wochenende ist - wäre doch wirklich eine Idee. Allein, ohne große Ausrüstung, in die Natur; notfalls auch nur einen Tag. Da merkst du dann, wie der andere Krempel plötzlich unwichtig wird...

strandkatze
24.07.2007, 15:55
Hallo Mitschreibende,

Danke für eure Tipps :blumengabe:


Du müsstest eigentlich xy aufarbeiten? Da mache ich in "Stresszeiten" einen Vertrag mit mir selbst: ich verspreche, dass ich mich, sobald das Projekt beendet ist, darum kümmern werde. Bis dahin möchte ich von den Gedanken nicht beunruhigt werden. Meistesn hält sich mein Kopf dran, und lässt mich dann auch wirklich durcharbeiten.

Das klingt interessant. Ich lese gerade ein Buch in dem Übungen für solche "Abmachungen" stehen.

Ich glaube ich komme einfach nicht hinterher mit dem verarbeiten der Gefühle, die durch die vielen dicht aufeinander folgenden Ereignisse in mir ausgelöst werden.

Ich weiß es noch nicht genau, wahrscheinlich werde ich mir eine gewisse Zeit am Tag nehmen, um die Gefühle aufzuarbeiten (jedenfalls die dringensten) und mich in der restlichen Zeit nicht mit den Ereignissen beschäftigen, sondern etwas anderes machen.
Ich hoffe, dass ich so zu wieder mehr Ruhe komme.

Inaktiver User
25.07.2007, 02:43
ich würde eher vorschlagen, du lässt es wirklcih ruhen, wenn's geht - oder meinst du, du kannst nach 20 Minuten das wirklich ganz zur Seite legen?
Zusätzcihen Stress würde ich mir in der Abgabe-Phase nicht schaffen...