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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lieber gar keine Erwartungen?



Inaktiver User
22.07.2007, 17:57
:ooooh: Gerade mal wieder hat es sich für mich bewahrheitet daß viel besser fährt, wer gar keine Erwartungen hat. :wie?:

Ich stelle fest daß bei mir grundsätzlich alles schief geht bzw. eben nicht wird wie gewünscht, worin ich besonders hohe Erwartungen gesetzt habe.

Warte ich gelassen ab was passiert, wird´s meistens schön.

Gestern z.B. habe ich mich auf ein Open Air gefreut. Das ist zwar nur einmal im Jahr aber ich hatte keinerlei Erwartungen, kannte keine der Bands, nur das Gelände.

Erst fing es leicht an zu regnen, schließlich wurde alles abgebrochen wegen Unwetterwarnung, wir rannten bei Starkregen, Hagel, Blitz und Donner in knöcheltiefen Wassermassen zum Auto, der Parkplatz auf der Wiese war ein einziger See, wir triefend nass bis auf die Haut......damit hatte ich nicht gerechnet, die Veranstaltung war im Eimer.....aber ich hatte ja auch keinerlei Erwartungen darin....und ein Abenteuer war es so allemal :zwinker: und im Rückblick bin ich mit dem Abend zufrieden.

Ebenso keimte heute in mir hinsichtlich eines anderen Themas eine ganz spezielle Erwartung auf (die auch kurz mal Nahrung hatte) und ich konnte mich davon einfach nicht mehr trennen. Die Erwartung erfüllte sich nicht und es ging mir stundenlang nicht gut.

Fazit: BLOSS nie und nimmer Erwartungen haben, dann kann man an alles gelassen heran gehen und es wird alles auf irgendeien Art und Weise gut?

:wie?:

:blumengabe:

lucky1
22.07.2007, 18:22
Liebe Verliebte,
sicher wäre es am Besten, wenn wir so leben würden und könnten--
dann täten wir uns alle leichter--
aber ich glaube, das lässt sich nicht immer verwirklichen,
aber vielleicht kann man die Erwartungen wenigstens runterschrauben? und dann immer weiter nach unten?

ich üb das auch gerade,v.a. erst mal die ERwartungen an mich selbst:freches grinsen:
Lucky1

Inaktiver User
22.07.2007, 20:54
Irgendwo hier habe ich den Spruch gelesen: "Wenn ich mich auf etwas freue, und das tritt dann nicht ein, dann habe ich mich wenigstens gefreut" (Danke an den unbekannten Verfasser:blumengabe: ).

Das finde ich einen sehr schönen Gedanken!

Dass man sich Erwartungen abgewöhnen kann, halte ich für schwierig. Zumindest trainiert man sich damit ja im weitesten Sinne auch seine Gefühle ab - und wer will das schon?

Inaktiver User
23.07.2007, 16:52
Erwartungen zerstören Beziehungen und sind der Grund für Enttäuschung :blumengabe:





Hallo Verliebte,

Deine Erkenntnis pasta schon :smirksmile:

nathaliethor

lucky1
23.07.2007, 17:41
Irgendwo hier habe ich den Spruch gelesen: "Wenn ich mich auf etwas freue, und das tritt dann nicht ein, dann habe ich mich wenigstens gefreut" (Danke an den unbekannten Verfasser:blumengabe: ).

Das finde ich einen sehr schönen Gedanken!

Dass man sich Erwartungen abgewöhnen kann, halte ich für schwierig. Zumindest trainiert man sich damit ja im weitesten Sinne auch seine Gefühle ab - und wer will das schon?

hallo lieber Tigerfisch,
ganz abbauen der Erwartungen wäre sicher ebenso ein fataler Fehler als Erwartungen zu übersteigern.
vielleicht wäre: Erwartungen reduzieren---die bessere Formulierung gewesen?:wie?:

Ich freue mich viel zu gerne, bin ein Mensch der von Vorfreude lebt,
leide dafür aber auch intensiv:knatsch:
mein Ziel liegt also irgendwo in der Mitte,
das ist aber selbstverstädlich ein individuelles Ziel
Lucky1

Murkami
23.07.2007, 19:24
Genau mein Thema!

Erstens denke ich, ist es sinnvoll zu differenzieren:

Erwartungen: in welchem Bereich meines Lebens?

Dabei würde ich persönlich zwischen Erwartungen in Form eines Ziels, das ich mir stecke und Erwartungen in Partnerschaft/Liebe unterscheiden.

Ich brauche Erwartungen, um Antrieb zu haben. In Bezug auf Ziele. Beispiel: ich persönlich mache gerade eine Ausbildung und erwarte, dass ich das gut hinbekomme und später dann auch erfolgreich umsetzen kann. Da brauche ich meine Erwartung als Motivation.

Anders in der Liebe: ich erwarte NULL. Das nimmt mir aber nicht die Vorfreude! Ganz und gar nicht! Im Gegenteil. Gehe ich gelassen heran, habe ich keine Erwartungshaltung, habe ich doch die Einstellung: egal wie es wird, passt schon! Und passt schon= gut. Ich kann mich auf ein Rendezvous freuen wie eine Irre und dennoch erwarte ich nicht, dass der Abend ein Knüller wird. Ich bin nur einfach voller Freude, diese Person zu treffen. Weiter geht da gar nichts voraus. Ich reduziere meine Erwartung (er-warten:smirksmile: ) auf das Treffen dieser Person. Alles, was noch kommt, wird man sehen....

Das, was ich einem Menschen geben möchte, den ich liebe ist, frei von Erwartungen zu sein. Das mag nicht immer leicht sein...aber ich stelle fest, dass es beiden ungeheuer gut tun kann.

Ich kann mich umso mehr freuen, wenn ich nichts erwarte, mir nichts erhoffe und gleichzeitig gibt es mir ein grenzenloses Gefühl von Freiheit, wenn mir der andere spüren lässt, dass er ebenso nichts erwartet. Dann bin ich glücklich und es geht mir einfach nur gut. :liebe:

Aber: es ist nicht einfach, einen Menschen zu finden, der ebenso denkt. Nichts-erwarten kann schnell mit Gleichgültigkeit gleichgesetzt werden oder gar mit mangelnder Liebe. Diese Erfahrung durfte ich auch schon machen.

Lieben Gruss

Murkami:Sonne:

Inaktiver User
23.07.2007, 19:35
Ich kenne das Gefühl gut, seit meiner frühesten Kindheit - je höher die Erwartung gepaart mit Vorfreude, umso größer die Enttäuschung, wenn es anders kam... So beschloss ich denn als Kind mich einfach nicht mehr auf etwas zu freuen. Durchgehalten habe ich das nicht, und auf diese Weise gelernt, dass nicht immer alles nach meinen Wünschen, Vorstellungen - Erwartungen eben - verläuft, aber manchmal auch Dinge wider meiner Erwartung überraschend gut laufen können...

Dann lief meine Ehe - wider meinen Erwartungen - überraschend schlecht... Ich schwor mir, nie wieder Erwartungen an einen Mann zu haben. In dieser Beziehung scheine ich noch immer ein Kind zu sein - denn auch dieses Mal hat mich mein Durchhaltevermögen im Stich gelassen. Und wieder lerne ich - neu - dass nicht alles nach meinen Wünschen und Vorstellungen verläuft, aber vieles, was ich nicht zu hoffen gewagt hätte, sich erfüllt...

Ich werde auch weiterhin Erwartungen haben - wobei ich, wie ich das im Text schon getan habe - das Wort gerne durch Wünsche, Vorfreude und vielleicht auch Vorstellungen ersetzen würde.

Erwartung hat so etwas "forderndes" - wünschen darf man sich alles, aber erwarten doch vielleicht eher nicht.

Inaktiver User
23.07.2007, 20:18
Hallo Morcheeba,

ich finde, es ist ein großer Unterschied, ob ich mich auf den geplanten und bezahlten Urlaub freue, oder ob ich erwarte, dass der Urlaub toll wird. Mich im Voraus auf den Urlaub zu freuen ist natürlich, weil ich es ja planen kann und auch geplant habe.

Die Vorfreude auf ein Kind, wenn ich schwanger bin ist dann auch etwas anderes als die Erwartung sofort schwanger zu werden, wenn ich die Pille abgesetzt habe. Und wenn dann die Vorfreude durch welches Ereignis auch immer nicht erfolgreich in Freude umgewandelt werden kann, dann erfolgt meiner Erfahrung nach Schmerz und nicht Enttäuschung - wie es bei einer Erwartung, die ich mir aufgebaut habe wie eine Illusion, der Fall wäre.

Denkt
nathaliethor:blumengabe:

Inaktiver User
23.07.2007, 20:22
Ich finde nicht, dass das was Du schreibst, lb. Nathaliethor, dem widerspricht, was ich geschrieben habe... Es ist ein neuer, zusätzlicher Aspekt...

Inaktiver User
23.07.2007, 20:40
Ich finde nicht, dass das was Du schreibst, lb. Nathaliethor, dem widerspricht, was ich geschrieben habe... Es ist ein neuer, zusätzlicher Aspekt...


Hallo Morcheeba,

Widerspruch... Hm...ich wollte Dir nicht widersprechen, habe es aber wohl doch getan..

Was ich deutlich machen möchte ist dies:


das Wort gerne durch Wünsche, Vorfreude und vielleicht auch Vorstellungen ersetzen würde.

Mir ist im Moment noch nicht klar, wasDu bezwecken möchtest, dadurch, dass Du das Wort Erwartung ersetzen möchtest durch z. B. das Wort Vorstellungen.

Wenn ich einen Tisch habe und nenne ihn nun Stuhl, weil ich mir beim Tisch sonst immer den Oberschenkel angestossen habe, dann hört das doch nicht auf, nur weil das jetzt Stuhl heißt.

So meinte ich das! :blumengabe:

Erst wenn ich den Tisch, das Holz zersäge und neu in anderer Form zusammensetze, habe ich auch wirklich einen Stuhl..

nathaliethor

marla63
24.07.2007, 11:01
Fazit: BLOSS nie und nimmer Erwartungen haben, dann kann man an alles gelassen heran gehen und es wird alles auf irgendeien Art und Weise gut?


ich bin ganz deiner meinung und möchte mir auch abgewöhnen, erwartungen zu haben. am schwierigsten ist es immer, wenn ich erwartungen auf einen menschen fixiere. das ist es, was in beziehungen, freundschaften, in der familie zu problemen führt.

was ich jedoch noch nicht so richtig begriffen habe: wie gehe ich mit meinen wünschen und bedürfnissen um? ich bekomme das noch nicht so richtig auseinander.

beispiel:
ich war gerade 3 wochen richtig krank, konnte kaum was machen und mich nur schlecht um mich selbst kümmern. und auch jetzt bin ich noch ziemlich schlapp und auch seelisch unten. wie sehr hatte und habe ich das bedürfnis danach, dass jemand zu mir kommt und mich in den arm nimmt, mich ein bissel verwöhnt, mir was liebes sagt. automatisch lande ich mit meinen bedürfnissen bei meinem freund. vom kopf her ist mir klar: er muss arbeiten, hat termine, kinder, nebenberuflich weiterbildung, und in der ersten woche meiner krankheit war er selbst krank. aber mein herz war schrecklich traurig und enttäuscht. ich habe plötzlich gleich alles in frage gestellt: will ich so eine beziehung, wo man so wenig zeit füreinander hat und nicht da sein kann füreinander?
ich könnte nicht sagen, dass ich bewusst etwas von ihm erwartet hätte. aber vielleicht unbewusst? ist das ein automatismus?
ich weiß nicht, ich kriegs nicht auf die reihe. wie seht ihr das?

Inaktiver User
24.07.2007, 11:17
Hallo Marla,


aber mein herz war schrecklich traurig und enttäuscht. ich habe plötzlich gleich alles in frage gestellt: will ich so eine beziehung, wo man so wenig zeit füreinander hat und nicht da sein kann füreinander?


das hört sich an, nach dem inneren Kind, dass bemuttert werden will. Da wäre ein Punkt anzusetzen. Wenn Du Dich selbst "nachbemutterst" kannst Du dann klare Wünsche an Deinen Freund formulieren..

Sagt Dir das was?

Grüße
nathaliethor

Inaktiver User
24.07.2007, 11:27
beispiel:
ich war gerade 3 wochen richtig krank, konnte kaum was machen und mich nur schlecht um mich selbst kümmern. und auch jetzt bin ich noch ziemlich schlapp und auch seelisch unten. wie sehr hatte und habe ich das bedürfnis danach, dass jemand zu mir kommt und mich in den arm nimmt, mich ein bissel verwöhnt, mir was liebes sagt. automatisch lande ich mit meinen bedürfnissen bei meinem freund. vom kopf her ist mir klar: er muss arbeiten, hat termine, kinder, nebenberuflich weiterbildung, und in der ersten woche meiner krankheit war er selbst krank. aber mein herz war schrecklich traurig und enttäuscht.

Ähnlich ist es bei mir.
Ich gehe diese Woche noch ins KH, OP, und werde dort dann wohl eine Woche liegen.

Inzwischen hab ich mich vor Erwartungen bezgl. Besuchen völlig gelöst nur um nicht enttäuscht zu sein.

Ich bin so blöd zu glauben das wird klappen weil ich mich ja dann doch freuen kann wenn ich Besuch kriege und eigentlich nicht damit gerechnet habe.

Natürlich rechne ich damit daß mein Liebster, meine Kinder, Eltern, meine allerbeste Freundin mich besuchen. Aber weiß ich es, kann und darf ich es erwarten?

Mein Freund hat eine Menge um die Ohren, Arbeit, Studienabschlußtreffen und hat zudem 150 km weit zu fahren. Meine Kinder haben noch keine Ferien, bräuchten jemand der sie fährt und mal ehrlich: Kinder gehn doch bei schönem Wetter auch lieber zum Baden als in ein stickiges Krankenhaus. Und sie wollen die Mutter im ok-Zustand und nicht als Bettlägerige sehen. Meine Eltern? Na ja, da kann ich sicher damit rechnen daß sie kommen, sie sorgen sich und haben Zeit. Meine allerbeste Freundin liebt mich, sie kommt 100%ig :kuss: , außerdem könnte sie die Strecke notfalls zu Fuß gehen. Dazu noch ein paar Leute, für die "es sich gehört", einen Krankenbesuch zu machen.

Nein nein, besser keine Erwartungen.

:blumengabe:

HansDampf
24.07.2007, 11:27
ich bin ganz deiner meinung und möchte mir auch abgewöhnen, erwartungen zu haben. am schwierigsten ist es immer, wenn ich erwartungen auf einen menschen fixiere. das ist es, was in beziehungen, freundschaften, in der familie zu problemen führt.

was ich jedoch noch nicht so richtig begriffen habe: wie gehe ich mit meinen wünschen und bedürfnissen um? ich bekomme das noch nicht so richtig auseinander.

beispiel:
ich war gerade 3 wochen richtig krank, konnte kaum was machen und mich nur schlecht um mich selbst kümmern. und auch jetzt bin ich noch ziemlich schlapp und auch seelisch unten. wie sehr hatte und habe ich das bedürfnis danach, dass jemand zu mir kommt und mich in den arm nimmt, mich ein bissel verwöhnt, mir was liebes sagt. automatisch lande ich mit meinen bedürfnissen bei meinem freund. vom kopf her ist mir klar: er muss arbeiten, hat termine, kinder, nebenberuflich weiterbildung, und in der ersten woche meiner krankheit war er selbst krank. aber mein herz war schrecklich traurig und enttäuscht. ich habe plötzlich gleich alles in frage gestellt: will ich so eine beziehung, wo man so wenig zeit füreinander hat und nicht da sein kann füreinander?
ich könnte nicht sagen, dass ich bewusst etwas von ihm erwartet hätte. aber vielleicht unbewusst? ist das ein automatismus?
ich weiß nicht, ich kriegs nicht auf die reihe. wie seht ihr das?

Hallo Marla,

ich glaube, Erwartungen haben ist OK. Daß sie manchmal enttäuscht werden, ist eben so. Wichtig ist, wie man mit der Enttäuschung umgeht (und nicht mit der Erwartung). Nimmt man sie persönlich, bekommt der Partner für die Enttäuschung einen "Minuspunkt", wirst Du es ihm bei passender Gelegenheit "aufs Brot schmieren", dann wäre es besser, keine Erwartungen zu haben. Redest Du aber mit ihm über Deine Erwartungen, sprichst sie deutlich aus und wartest auf seine Reaktion - dann ersparst Du dir vielleicht das nächste Mal die Enttäuschung. Weil Du entweder die Erwartung begraben hast (da sie in der konkreten Situation unrealistisch war) oder weil Deine Erwartung das nächste Mal erfüllt wird, da Dein Freund nun weiß, was es Dir bedeutet.



ich habe plötzlich gleich alles in frage gestellt: will ich so eine beziehung, wo man so wenig zeit füreinander hat und nicht da sein kann füreinander?


Man kann etwas auch im "Monolog mit sich selbst" zerreden.

Gruß

Hans

marla63
24.07.2007, 11:33
Wenn Du Dich selbst "nachbemutterst" kannst Du dann klare Wünsche an Deinen Freund formulieren..


ja, ich formuliere klare wünsche an ihn. darum hat er mich gebeten. aber das heißt nicht, dass er sie mir erfüllt. am wochenende haben wir uns gar nicht gesehen. obwohl ich sowohl samstag als auch sonntag eindeutig geäußert habe, dass mir sehr wünsche, ihn zu sehen, von ihm in den arm genommen zu werden. er hatte weiterbildung beide tage, und eigentlich wollten wir uns an beiden abenden jeweils treffen. am samstag war er jedoch so müde, dass er gleich nach der schule ins bett gegangen ist. am sonntag abend wollte er nach der schule unbedingt spazieren und dann in den biergarten mit mir, ich war jedoch total kaputt und wollte nicht mehr raus (ich war tagsüber schon laufen und bin noch nicht wieder richtig fit). also ist er allein los und hat sich auch später nicht mehr gemeldet.
im grunde kann ich ihm nichts übel nehmen. er sorgt einfach gut für sich selbst. aber doch bin ich traurig und enttäuscht.

wie kann ich mich denn da selbst bemuttern?

Inaktiver User
24.07.2007, 11:39
wie kann ich mich denn da selbst bemuttern?


Hallo Marla,

HansDampf hat es angedeutet: Im Gespräch mit sich selbst.

Du hast Deine Sehnsucht auf Deinen Freund projeziert und ihn verantwortlich gemacht für Deine Gefühle.

Zerredet anstatt aufbauend mit Dir gesprochen.


Und als ich schrieb: Dann kannst Du klare Wünsche formulieren, meinte ich damit, DANACH... Das würde bedeuten.

Zuerst sorgst Du für Dich und dafür, dass es Dir, trotz Krankheit, gut geht. Mental. Und dann schaust Du nüchtern und liebevoll ohne Bedürftigkeit auf das was ist und kannst im Rahmen dessen, im Rahmen der Möglichkeiten realistische Wünsche äußern.

Klarer?

Nochmal die Frage an Dich: Kennst Du die Arbeit mit dem inneren Kind? sonst klingt das hier wahrscheinlich zu hypothetisch und abgehoben..

Grüße
nathaliethor

marla63
24.07.2007, 11:40
Man kann etwas auch im "Monolog mit sich selbst" zerreden.


da hast du recht, dazu neige ich, besonders wenn ich so angeschlagen bin wie momentan.

aber du hast mir einen guten hinweis gegeben: ich mache eigentlich klare ansagen an meinen freund, merke aber, dass ich keine konkrete reaktion bekomme. er lässt mich im unklaren darüber, ob er mir meinen wunsch erfüllen kann bzw. möchte oder nicht. und ich sitze da, hoffe, warte weiter ...
das werde ich noch mal beobachten und mit ihm darüber reden.

marla63
24.07.2007, 11:49
Nochmal die Frage an Dich: Kennst Du die Arbeit mit dem inneren Kind? sonst klingt das hier wahrscheinlich zu hypothetisch und abgehoben..


nur theoretisch. praktiziert habe ich es noch nicht.
ja, und theoretisch ist es mir klar, was du schreibst. aber ich konnte 2 wochen lang wirklich kaum für mich selbst sorgen.

ich würde auch nicht so weit gehen zu sagen, ich hätte ihn verantwortlich für meine gefühle gemacht. so habe ich es nicht empfunden. er ist schließlich nicht schuld daran, dass es mir schlecht geht. das ist mein verantwortung.

ich habe auch schlechte erfahrungen damit gemacht, wünsche im nachhinein zu formulieren. das kann schnell als vorwurf ankommen: warum hast du nicht...ich hätte dich gebrauchen können, und dann fragt er: das kann ich nicht wissen, warum hast du nichts gesagt?
lieber im augenblick, in dem moment, wo das bedürfnis da ist. oder im voraus, wenn man so wie @verliebte schon im voraus weiß, dass man ins krankenhaus muss.

Inaktiver User
24.07.2007, 12:09
aber ich konnte 2 wochen lang wirklich kaum für mich selbst sorgen.



Hallo Marla,

Diese Monologe, die Du mit Dir selber führst. ...

Kannst Du Dir vorstellen, dass Du die anders führst? Bewußt änderst?

Und dass das ein: Für Dich selbst sorgen bedeutet?

Wenn Du also sowieso Monologe führst, diese änderst, dadurch für Dich selbst gesorgt hast, DANN, auf dieser neuen Grundlage Deine Wünsche frühzeitig an Deinen Freund äußerst..

Ich weiß leider nicht, wie ich es noch klarer ausdrücken soll....


ich hätte ihn verantwortlich für meine gefühle gemacht. so habe ich es nicht empfunden.

Verantwortung ist nicht Schuld. Schuld ist nicht verantwortung.

Wenn ich mir 5 Euro leihe von Dir, dann schulde ich Dir 5 Euro. Da Du aber weißt, wie vergeßlich ich bin (kleiner Defekt), bitte ich Dich, mich daran zu erinnern, dass ich Dir 5 Euro schulde. Ergo bist du verantwortlich dafür, dass Du die 5 Euro zurück bekommst.

:blumengabe:

nathaliethor

marla63
24.07.2007, 12:28
Wenn ich mir 5 Euro leihe von Dir, dann schulde ich Dir 5 Euro. Da Du aber weißt, wie vergeßlich ich bin (kleiner Defekt), bitte ich Dich, mich daran zu erinnern, dass ich Dir 5 Euro schulde. Ergo bist du verantwortlich dafür, dass Du die 5 Euro zurück bekommst.


und wenn ich sie dann trotzdem nicht zurück bekomme, bin ich selbst schuld, weil ich dir etwas geliehen habe. :lachen:
(kleiner spaß...)

ja, ich denke, ich verstehe, was du sagen willst. er ist zwar u.u. der auslöser meiner traurigen gefühle, aber verantwortlich bleibe ich. das sehe ich auch so. aber ich habe immer wieder mal situationen, da gelingt es mir nicht so gut, mich allein wieder hochzuziehen, da brauche ich einfach jemanden. und das kann nicht irgendwer sein. ich weiß vom kopf her: erwarten kann ich das nicht.

könntest du vielleicht mal noch ein beispiel schreiben? was würdest du dir in meinem fall in so einem inneren dialog sagen?
was würde dir helfen?

dankeschön. :blumengabe:

Franka_34
24.07.2007, 12:36
Ich finde dieses Thema sehr interessant, da ich leider auch (noch)
zu den Menschen gehören, die vor lauter Erwartungen sich selbst einen immensen Druck aufbauen, diesen Druck dann auch auf den Partner oder andere Betroffene, Beteiligte ausüben - und hinterher sich chronisch enttäuscht fühlen - wenn die Erwartungen nicht genaus so ausgefüllt wurden wie gewünscht !
Das gibt es nämlich auch noch: die Ausschmückung der Erwartungen: Ein Geschenk muss so und so sein etc. kürzlich passiert bei einer Freundin, bei der ich auch das Gefühl habe, immer ihre Erwartungen zu enttäuschen, da fallen dann Nebensätze von ihr mit einem kleinen Vorwurf drin, wie "Du hast wohl in Eile mein Geburtstagsgeschenk gekauft" (sie hatte für mich sehr viele kleine Geschenke besorgt - ich dafür 3 grosse - keine Zeit gehabt bin berufstätig, sie ist nur Studentin, jobbt noch nichtmal..) nunja. ich wollte aber ja bei mir bleiben:
also, bin vor kurzem dann dem Freundeskreis meines "neuen" Noch-Nicht-aber-Fast-Freund vorgestellt worden, und hatte grosse Erwartungen bzgl. Wellenlänge und mich selbst auch noch unter Druck gesetzt: Ich muss so toll sein, dass all die Freunde mich mögen.

Oder Erwartungen an Freundinnen, für die ich alles stehen und liegen lassen würde, weil sie Not sind und die ich täglich - mit einer sms, email, Anruf- begleiten würde. Hier wurde ich auch ein paar mal enttäuscht von einer Freundin, die dies nicht in gleicher Weise - sondern auf ihre ureigene Weise getan hat - also Trösten "mit Termin".
Meine Freundin kann offenbar besser auf sich aufpassen als ich.
Das konnte ich jedoch auch für mich jetzt ändern: ich grenze mich hier besser ab.

Aber Erwartungen in Beziehungen sind sicherlich das interessanteste und vor allem heikleste Thema, da wir soviel Wünsche auf unseren Partner projezieren sogar manchmal in die Erwartungshaltung verfallen: Er kann (soll) mir jeden Wunsch von den Augen ablesen.....
Ich finde gerade in einer engen Beziehung werden wir ja umsomehr auch in unserer Fähigkeit zur Selbstliebe und Selbstfürsorge gefordert - und ich persönlich finde dies immer noch die schwierigste Prüfung, Aufgabe, mich selbst zu stützen, aufzubauen, zu trösten, zu lieben, zu achten - da ich all dies eben nicht immer von meinem Partner erwarten darf ! Ich muss jederzeit es mir auch selbst gegen können.

Die Arbeit mit dem "inneren Kind" ist sicherlich hier ganz spannend, wichtig und hilfreich, es liegt nur schon so lange zurück, dass ich das Buch gelesen habe und würde mich gerne damit mal wieder beschäftigen. Manchmal finde ich es einfach schwierig zu differenzieren, wann es der kindliche Anteil ist und wann der erwachsene Teil einschreiten sollte.

Inaktiver User
24.07.2007, 13:16
und wenn ich sie dann trotzdem nicht zurück bekomme, bin ich selbst schuld, weil ich dir etwas geliehen habe. :lachen:
(kleiner spaß...)


:ooooh:

Wow.. :blumengabe: Ja.. Aber Du würdest mir bestimmt auch nie mehr leihen, als Du notfalls verschenken könntest, ohne in Schwierigkeiten zu gelangen, oder? :zwinker:

Und darüber hinaus gebe ich Dir die Euro sehr wohl zurück.. Ich bezahle meine Schulden. :Sonne:


der auslöser meiner traurigen gefühle,

Ich sehe hier gerade ein Maschine vor mir. Diese Maschine hat viele Knöpfe und je nachdem, welchen Knopf ich drücke, bekomme ich eine bestimmte Funktion. Wenn ich den grünen Knopf drücke, gibts Sprudel. Der gelbe Knopf wirft Erdnüsse in das Ausgabefeld und der rote Knopf sprengt das Haus.:liebe:

Ich bin also Auslöser für Sprudel, Erdnüsse und Kekse. Soweit klar? Jeder andere, der die Knöpfe drückt, aber auch. Die Knöpfe sind da, sind eingebaut in die Maschine und können gedrückt werden. Egal von wem. Der, der drückt hat weder die Erdnüsse eingefüllt, noch den Sprudel, und manchmal weiß er nicht mal, dass er Sprudel bekommt, wenn er einen Knopf drückt. Die Maschine liefert nämlich keine Bedienungsanleitung.

So. Und Dein Gehirn ist diese Maschine. Es passiert etwas und so wie Du programmiert worden bist, re-agierst Du auf das Ereignis. Eine andere Maschine würde anders reagieren und eine widerum andere Maschine nochmal anders.

Soweit klar?

Ich bin nicht sicher, ob Du mit diesem Satz z. B. etwas anfangen kannst. Ich stelle ihn einfach hier hinein und Du kannst schauen, ob da für Dich was dran ist oder nicht:


Das Leiden hat nichts mit den Ereignissen zu tun, sondern lediglich mit Deiner Reaktion darauf. Was geschieht, ist nur das, was geschieht. Wie Du darüber fühlst, ist eine andere Sache.

Letztendlich solltest Du also eine Möglichkeit finden, wie Du entweder die Kabel von den Knöpfen löst, oder statt das Haus zu sprengen, Glasmurmeln einfüllen, oder die Knöpfe speziell sichern und den Personen, die den Knöpfen nah kommen sagen was passiert, wenn sie die roten Knöpfe drücken. :smirksmile:

Wie die inneren Gespräche ablaufen können, von einem Monolog zu einem Dialog in Dir selbst werden können, ist sehr gut und ausführlich beschrieben in dem Buch vom inneren Kind, welches hier immer wieder genannt wird.. Aussöhnung oder so. (ich kann das nicht besser und auch nicht kürzer) Auch gibt es prima Seminare dazu. Das möchte ich nicht näher ausführen. (Es gibt hier sogar einen Strang, der solche Sätze beherbergt.)

Aber das Ergebnis ist das was zählt. Du wünschst daraufhin nicht aus einer inneren Bedürftigkeit heraus (womit Du ja letztendlich manifestierst, dass es nicht ist und somit auch nicht in Dein Leben kommen kann - das gibt es ja nicht)

Ich schick das jetzt erstmal so los, bevor es zu lang wird...

Grüßle
nathaliethor

marla63
24.07.2007, 13:41
erst einmal vielen lieben dank, dass du dir so viel mühe gibst mit mir. :blumengabe:

ich habe die ganze zeit, bevor ich deinen letzten beitrag las, gedacht: da ist doch noch irgend etwas falsch "verdrahtet" in mir. und dann schreibst du das mit den knöpfen - das passt ja.

ich muss es mir jetzt erst ein paar mal in ruhe durchlesen und auf mich wirken lassen.

mir fiel ein erlebnis ein vor kurzem: meine mutter hatte sich das bein gebrochen und lag 2 wochen im krankenhaus. als sie wieder zu hause war, besuchte ich sie gemeinsam mit meinen 2 söhnen (18 und 20). irgendwann am nachmittag begann sie plötzlich eine energische aussprache mit meinen jungs und machte ihnen vorwürfe, weil diese sie nicht im krankenhaus angerufen hatten, um sich nach ihrem befinden zu erkundigen. das hätte sie so gut gebrauchen können, als es ihr nicht gut ging! sie schloss ab mit der bestimmten aufforderung: das nächste mal ruft ihr eure oma mal an!

interessant war, wie sehr sich mir der magen verkrampft hat während ihres monologs.

dieses verhalten habe ich von klein auf so mitbekommen: einen anderen (mit-)verantwortlich machen fürs eigene befinden und ihm vorwürfe machen, wenn die erwartungen nicht erfüllt werden!

marla63
24.07.2007, 13:50
da ist doch noch irgend etwas falsch "verdrahtet" in mir.

ich muss mich noch selbst ergänzen: mir wird so langsam klar, dass dieses "verdrahtet" so aussieht:

der andere MUSS doch wissen, was ich brauche! was hat er denn für ein herz, wenn er das nicht fühlt?

ja, ich glaube, das ist es, was immer noch unbewusst in mir abläuft (in der kleinen marla). die große marla weiß es natürlich viel besser, die will ja auch überhaupt nicht böse und besitzergreifend sein, weil sie das an ihrer mutter nicht leiden kann und konnte.
aber die kleine marla hat es so, wie oben beschrieben, zu hause gelernt (und zwar wörtlich so!).

Inaktiver User
24.07.2007, 13:55
sie schloss ab mit der bestimmten aufforderung: das nächste mal ruft ihr eure oma mal an!


Vielleicht werden Deine Söhne das sogar tun. Und ich wette (um einen lieben Eintrag im Gästebuch :smirksmile: ) dass Deine Söhne es dann nicht aus Liebe sondern aus Angst tun. Das wird die Oma spüren, sich schlechter fühlen und Deinen Söhnen hinterher Vorhaltungen machen - ohne zu wissen, dass ihre eigene Erwartungshaltung es ist, die diese negative Stimmung erzeugt.



erst einmal vielen lieben dank, dass du dir so viel mühe gibst mit mir.

Du setzt Dich ernsthaft und tief auseinander mit den Gedanken und bist sehr sehr liebevoll.. Das kommt zurück :blumengabe:

Und weil ich Zitate so liebe, hier eins für Dich:


Beziehungen sind wichtiger als Inhalte.
Man lernt nur von dem, den man liebt. (keine Ahnung von wem, aber schön)

Grüße
nathaliethor

marla63
25.07.2007, 09:46
liebe nathaliethor,

noch einmal vielen herzlichen dank an dich! :blumengabe:
das tat mir gestern sehr gut, ich habe wieder klarer gesehen. ich hatte am abend wieder ein gefühhl wie: lass doch mal wieder locker und lass alles so geschehen, wie es ist und kommt. es wird alles so kommen, wie ich es brauche. ich habe meine beziehung nicht mehr in frage gestellt und mir vorgenommen, mir meine gefühle noch einmal anzuschauen, wenn es mir wieder komplett gut geht. ich bin sicher, dann sieht es ganz anders aus.

und wie schön, dass man immer belohnt wird, wenn man bereit ist zu lernen. gestern abend rief UNERWARTET mein freund an: er habe frei, und ob ich möchte, dass er zu mir kommt. na klar!!
und wir hatten einen wunderschönen abend, ich habe so viel liebe und zärtlichkeit bekommen und natürlich auch vergeben. das tat soooo gut und hält noch heute an! :liebe:

ganz liebe grüße
von marla

Franka_34
25.07.2007, 10:21
an Nathaliethor und Marla63

ich finde die Beiträge von Nathalithor auch immer sehr hilfreich und ich freue mich für Dich, Marla63 -- und wünsche Euch beiden somit einen schönen Tag ! ohne überzogene Erwartungen :blumengabe:

Inaktiver User
25.07.2007, 10:34
Hallo Ihr beiden,

ich wertschätze Eure positive Rückmeldung sehr :knicks:


Einen schönen Tag.

Grüße
nathaliethor

Shiva59
25.07.2007, 10:38
Hallo alle zusammen :blumengabe:

ein großes Thema, das mich auch gerade sehr beschäftigt.

Allerdings drehe ich mich immer wieder mal im Kreis.

Was ich auch schon lernen durfte: dass es viel schöner ist, etwas freiwillig zu bekommen, was man nicht erwartet hatte als etwas, was man "eingefordert" hat :Sonne:

Ich lerne auch, möglichst keine Erwartungen zu haben und das Leben, bzw. das was es für mich bereit hält, so anzunehmen wie es ist und versuche es, als gut für mich zu betrachten, zu erkennen, was ich aus scheinbar Negativem lernen soll und kann (wirklich nicht immer einfach :freches grinsen: ).

Nun erlebte ich die Situation, dass ich mich von einem Freund innerhalb einer Woche drei mal "vor den Kopf gestoßen" fühlte.
Um es etwas kurz zu fassen:

Einmal beachtete er mich plötzlich bei einem Fest kaum, strahlte soviel Negativität ab, dass ich mich kaum traute, ihn anzusprechen (aus heiterem Himmel, nachdem wir zwei Abende zuvor ein paar harmonische schöne Stunden verbracht hatten). Darauf angesprochen meinte er, er sei da sehr aufgeregt gewesen.

Ein paar Tage später holte er mich nicht wie verabredet ab, ohne mir Bescheid zu sagen - ich wartete also auf ihn. Hier war der Grund dann, dass er Stress gehabt hätte und "vergessen" hatte, mich kurz zu informieren.

Wieder 2 Tage später begegnete er mir und sagte gerade mal Hallo und war dann verschwunden. Die Begründung kam am nächsten Tag per E-mail, obwohl ich nicht gefragt hatte, dass er so müde gewesen sei.

Nun, eigentlich erwarte ich ja nichts, aber diese Situationen haben mir doch jeweils einen Stich versetzt. Bin zwar nun nicht am Boden zerstört gewesen (das wäre früher wohl eingetreten), aber es ging mir nicht wirklich gut und ich grübelte :wie?:
Ich denke, so brauch ich das nicht, denn ich hab derzeit wirklich mehr als genug zu tun.

Ich suche die Grenze von gesundem Egoismus und dem "Ego", das haben will, und das ist das, wo ich mich gerade immer wieder im Kreis drehe. Vielleicht hat ja jemand einen neuen Denkanstoß für mich :blumengabe:
Falls ich mich überhaupt verständlich ausgedrückt habe?

Liebe Grüße :liebe:
Shiva

Inaktiver User
25.07.2007, 10:57
eigentlich erwarte ich ja nichts


Hallo Shiva,

ich schreibe zwei Gedankengänge von mir dazu, ja?

1. Eigentlich machst Du immer alles richtig deshalb ist es eigentlich unverständlich warum das so läuft. :smirksmile:
2. Die Frage, die bei mir auftauchte lautete: Warum schaut sie immer auf ihn. Was hat Shiva beigetragen? Wo stand Shiva und was macht sie, wie reagiert sie äußerlich? Hat Shiva auch "Hallo" gesagt? Usw...


dass ich mich von einem Freund innerhalb einer Woche drei mal "vor den Kopf gestoßen" fühlte.


Und noch ein drittter Gedanke. :blumengabe: Vor den Kopf gestoßen wird mensch, wenn mensch den Kopf zu weit vorgereckt hat, oder mit geschlossenen Augen gegen eine Wand läuft, oder in "feindliches" oder eher das Terrain von jemand anderem eingedrungen ist.

Liebe Grüße
nathaliethor

Shiva59
25.07.2007, 11:02
Hallo Shiva,

ich schreibe zwei Gedankengänge von mir dazu, ja?

1. Eigentlich machst Du immer alles richtig deshalb ist es eigentlich unverständlich warum das so läuft. :smirksmile:
2. Die Frage, die bei mir auftauchte lautete: Warum schaut sie immer auf ihn. Was hat Shiva beigetragen? Wo stand Shiva und was macht sie, wie reagiert sie äußerlich? Hat Shiva auch "Hallo" gesagt? Usw...



Und noch ein drittter Gedanke. :blumengabe: Vor den Kopf gestoßen wird mensch, wenn mensch den Kopf zu weit vorgereckt hat, oder mit geschlossenen Augen gegen eine Wand läuft, oder in "feindliches" oder eher das Terrain von jemand anderem eingedrungen ist.

Liebe Grüße
nathaliethor



Liebe nathaliethor,

vielen Dank erst mal, ich denk darüber nach, muss jetzt aber leider erst mal arbeiten gehen :blumengabe:

Liebe Grüße
Shiva :blume:

Shiva59
25.07.2007, 22:21
Hallo Shiva,

ich schreibe zwei Gedankengänge von mir dazu, ja?

1. Eigentlich machst Du immer alles richtig deshalb ist es eigentlich unverständlich warum das so läuft. :smirksmile:

Na ja, offensichtlich mach ich irgenwie überhaupt nicht alles richtig, wenn ich nur wüßte, wo ich verkehrt liege :wie?: Ich will einfach nur weniger verletzbar sein.

2. Die Frage, die bei mir auftauchte lautete: Warum schaut sie immer auf ihn. Was hat Shiva beigetragen? Wo stand Shiva und was macht sie, wie reagiert sie äußerlich? Hat Shiva auch "Hallo" gesagt? Usw...

Tja, ich wußte einfach nicht, was da jetzt plötzlich los ist und wie mir geschieht.


Und noch ein drittter Gedanke. :blumengabe: Vor den Kopf gestoßen wird mensch, wenn mensch den Kopf zu weit vorgereckt hat, oder mit geschlossenen Augen gegen eine Wand läuft, oder in "feindliches" oder eher das Terrain von jemand anderem eingedrungen ist.

:erleuchtung: Das könnte so gewesen sein, danke schön :blumengabe:

Liebe Grüße
nathaliethor



Liebe nathaliethor,

besonders dein dritter Gedanke hat mir sehr weiter geholfen, vielen Dank.

Liebe Grüße
Shiva :blume:

Inaktiver User
31.07.2007, 14:09
Hallo Marla,

Ich finde nicht in Ordnung, dass er dann in den Biergarten alleine geht. Du? Heißt das, wenn du fit bist, bist du willkommen. Wenn du krank bist und Hilfe brauchst, steht er nicht zu dir und lebt seinen Egoismus?
Ich vermute, die Situation spiegelt eure Beziehung wieder.
Klingt für mich, als hättest du für die Bedürfnisse deines Freundes größtes Verständnis. Dass du zu kurz kommst und, dass er gar keinen Blick dafür hat, was du brauchst, nimmst du hin. Du kannst ihm anscheinend auch nicht sagen, was du dir von ihm wünschst. Gerade jetzt, wo du krank bist.
Kränkt dich das?

Ihr seid beide nicht so gut auf Sendung miteinander ist mein Eindruck. Das ist das, was ich im Wochenendloch auch immer rauslese. Ihr wollt ganz viel miteinander (langfristige Ziele). Mein Eindruck ist, ihr seid euch nícht sehr nah, kennt euch gar nicht richtig. Könnt die Signale nicht erkennen.
Ihr versteht euch nicht blind. So kommt das bei mir an.

Sambapati
31.07.2007, 16:50
[QUOTE=Franka_

Die Arbeit mit dem "inneren Kind" ist sicherlich hier ganz spannend, wichtig und hilfreich, es liegt nur schon so lange zurück, dass ich das Buch gelesen habe und würde mich gerne damit mal wieder beschäftigen. Manchmal finde ich es einfach schwierig zu differenzieren, wann es der kindliche Anteil ist und wann der erwachsene Teil einschreiten sollte.[/QUOTE]

Hallo Franka,

schau doch mal in Psychotherapie - tägliche Botschaften an das innere Kind nach.
Da wirst du bestimmt fündig :smirksmile:
Alles Liebe von S.

marla63
31.07.2007, 20:59
hallo shila,

danke für deine offenheit. aber ein wenig frage ich mich, wie dieses negative bild in dir entstehen konnte. was habe ich denn im "wochenendeloch" so schlimmes immer wieder geschrieben?



Ich finde nicht in Ordnung, dass er dann in den Biergarten alleine geht. Du? Heißt das, wenn du fit bist, bist du willkommen. Wenn du krank bist und Hilfe brauchst, steht er nicht zu dir und lebt seinen Egoismus?


ja, finde ich in ordnung. auch wenn ich ihn gern bei mir gehabt hätte. aber im grunde hat er nur das getan, was richtig ist: erst einmal gut für sich selbst gesorgt. wie kann er für mich da sein, wenn er gar nicht dazu in der lage ist? natürlich habe ich meinen wunsch an ihn klar geäußert, aber das heißt nicht, dass er mir erfüllt wird. ich kann es nicht erwarten (das hatten wir ja gerade hier herausgearbeitet). du hast ja sicher auch gelesen, dass er 2 tage später wieder für mich da war.
ich möchte auch keine beziehung, die darauf aufbaut, dass man einander BRAUCHT und jederzeit füreinander da sein muss. beziehung muss ein prinzip der freiwilligkeit bleiben. sonst würden wirr auch demnächst eine beitrag im strang "vorteile des singlelebens" veröffentlichen: "ich kann endlich wieder spazieren und in den biergarten gehen, wann immer ich will." nein, das muss in einer beziehung auch möglich sein, diese freiheit möchte ich meinem partner geben und selbst für mich in anspruch nehmen.
ich war ja am sonntag auch nicht so krank, wollte nur nicht mehr raus, da ich meine nordic walking tour am nachmittag bereits hinter mir hatte.



Ich vermute, die Situation spiegelt eure Beziehung wieder.
Klingt für mich, als hättest du für die Bedürfnisse deines Freundes größtes Verständnis. Dass du zu kurz kommst und, dass er gar keinen Blick dafür hat, was du brauchst, nimmst du hin.


das ist richtig, dass diese situation unsere beziehung widerspiegelt. wir wollen beide lernen, zuerst einmal für uns selbst zu sorgen. und haben beide noch eine menge damit zu tun, er genauso wie ich. er hat natürlich verständnis für meine bedürfnisse. aber auch er hat, so wie ich, sehr viel mit sich selbst zu tun und kann meist objektiv nicht für mich sorgen. die frage ist, ob mir das auf dauer reicht. die andere frage ist, ob ich wirklich einen versorger brauche. bzw. jemanden, der öfters für mich da ist. darüber muss ich mir klar werden. er hat nie einen hehl daraus gemacht, was er geben kann und was nicht. wenn es mir gut geht, habe ich kein problem damit. jedoch jetzt, wo es mir gerade nicht so gut geht, schon. das ist ein thema, wo ich gerade dabei bin, klarheit für mich zu finden.



Ihr seid beide nicht so gut auf Sendung miteinander ist mein Eindruck. Das ist das, was ich im Wochenendloch auch immer rauslese. Ihr wollt ganz viel miteinander (langfristige Ziele). Mein Eindruck ist, ihr seid euch nícht sehr nah, kennt euch gar nicht richtig. Könnt die Signale nicht erkennen.
Ihr versteht euch nicht blind. So kommt das bei mir an.

wie gesagt, das wundert mich, was du da aus dem anderen strang herausgelesen hast. blind verstehen können wir uns ja noch gar nicht nach der kurzen zeit, die wir miteinander hatten bisher. und das war auch noch nie ein erstrebenswertes ziel für mich.
es gibt zeiten und momente, da sind wir uns sehr nahe. dann gibt es wieder zeiten, da ist das ganze gegenteil der fall. das finde ich grundsätzlich normal und gut - diese spannung die sich aus dem wechsel von nähe und distanz ergibt. im moment sind wir wieder auf distanz, und es tut mir sehr gut. ich brauche das, um wieder mehr zu mir selbst zu kommen und um klarheit zu finden. das muss eine gute beziehung verkraften. hat sie bisher auch immer.
jeder darf selbst bestimmen, wieviel nähe und wieviel distanz er braucht, auch ich. das läuft nicht immer parallel bei beiden. wenn es zu oft auseinander läuft, dann wird die beziehung nicht halten. das wird die zukunft zeigen. was ich nicht will, sind faule kompromisse der harmonie wegen oder aus angst, verlassen zu werden..
was sehr problematisch ist bei uns, das ist unsere gemeinsame vergangenheit und darüber hinaus die vergangenheit, die jeder in die beziehung mitgebracht hat. da gibt es unglaublich viele verletzungen und wunden, die immer wieder konflikte hervorrufen und uns bisher daran gehindert haben, uns ganz aufeinander einlassen zu können. das braucht noch viel zeit. das gute ist, dass wir letzten endes immer wieder ohne gegenseitige vorwürfe darüber sprechen und dann jeder bei sich bleiben kann. das schwere daran ist, dass ich nicht weiß, wie lange ich das noch schaffe, immer wieder mit diesen konflikt- und explosionspunkten umzugehen. ja, meine krankheit ist teilweise dadurch entstanden. aber ich habe es mir selbst ausgesucht, und ich habe unglaublich viel gelernt.
ich war heute abend bei meiner therapeutin, und wir haben darüber gesprochen. ich habe das gefühl, dass ich auch hier wieder ein stück mehr klarheit bekommen habe und meine wünsche und bedürfnisse klarer formulieren werde (was trotzdem nicht heißt, dass er sie mir erfüllen muss!). mein freund kann das übrigens sehr viel besser als ich, aber noch nie hat er mir übel genommen, wenn ich gesagt habe: nein, kann ich gerade nicht geben.
weiterhin ist mir klar geworden, dass ich zu meinen empfindlichkeiten und wunden stehen lernen muss, sie annehmen lernen muss, dann bin ich sehr viel weniger angreifbar und reagiere nicht mehr so verletzt. wir werden sehen, wie mein freund damit ungehen kann.

so, nun habe ich doch ziemlich ausführlich geantwortet. zuerst wollte ich nach altem muster empört reagieren (was nimmt die sich raus, so über meine beziehung zu urteilen??? :smirksmile: ), aber dann habe ich gesehen, dass das doch gute und berechtigte gedankenanstöße sind. ich danke dir dafür! :blumengabe:

Inaktiver User
01.08.2007, 17:49
Hallo Marla,
wie du schon bemerkt hast, hatte ich deinen vorletzten Beitrag übersehen.
Jetzt verstehe ich das auch alles schon viel besser.

LG shila