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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bruder entzieht sich der Familie



Jemandin
16.07.2007, 22:12
Hi,

Ich lese hier sehr gerne mit und schätze sehr, wie einzelne Themen erörtert werden und so den Leuten geholfen wird. Heute wende ich mich mal mit einem eigenen Anliegen an euch. Ich hoffe, ihr habt auch ein paar Anregungen für mich.

Mein Bruder ist mittlerweile Anfang 30. Bis 2005 hat er studiert und bei unserer Mutter gelebt. Er hatte dort eine Einliegerwohnung, war also relativ unabhängig von ihr, hat aber bis zum Ende dort kostenlos wohnen dürfen (also keine Miete, keine Nebenkosten usw), obwohl er ein recht großes eigenes Einkommen hatte. Nach seinem Studium hat er dann einen Job in einer anderen Stadt angenommen und ist dort mit seiner Freundin zusammengezogen. Die beiden haben auch wenige Monate seinem Auszug geheiratet.

Mein Verhältnis zu meiner Mutter war zu Schulzeiten nie besonders gut, daher bin ich auch früh ausgezogen (2003). Wie bei so vielen Menschen hat es sich aber seitdem radikal verbessert. Wir verstehen uns mittlerweile prima.

Das "Problem" ist allerdings mein Bruder: er entzieht sich mehr und mehr der Familie bzw. den Familienaktivitäten. Bei nahezu jedem Kontakt mit meiner Familie werde ich nach ihm gefragt: was macht er denn noch, hast du etwas gehört oder ich bekomme zu hören, was er wieder "angestellt" hat.
Unser Verhältnis war nie besonders innig, aber aufgrund der Geschehnisse in der letzten Zeit ist das Ansehen immer weiter gesunken...

Ein paar Beispiele: meine Mutter hat ihm ein Paket zum Geburtstag geschickt und ihm Glückwünsche auf den Anrufbeantworter gesprochen. Sie hat wochenlang nichts darauf gehört, erst nach der 2. Mail kam dann mal eine Antwort: "Habe vergessen mich zu bedanken". Ähnlich ging es auch anderen Verwandten, bei denen er sich nicht bedankt hat.
Meiner Oma hat er Anfang des Jahres versprochen bei ihr vorbeizukommen. Das hat er bis heute nicht getan.
Weihnachten war er für 1 Stunde zum Kaffeetrinken da, weil er danach angeblich noch etwas arbeiten musste (er ist freiberuflich tätig, daher mag das sein, aber daran dass er nicht mal Weihnachten ein wenig mehr Zeit hatte, hatten wir Zweifel).
Seit seinem Auszug verspricht er seinen restlichen "Müll" (alte Regale, die er stehengelassen hat) zu entsorgen, das hat er bis heute aber nicht getan.
Zu diversen Familienfeiern (Geburtstage, Feiertage, irgendwelche Treffen) war er immer eingeladen, hat aber stets mit fadenscheinigen Begründungen abgesagt.
Ich könnte diese Liste jetzt noch weiterführen, aber ich denke ihr wisst was ich meine. Man hat das Gefühl dass seine Familie ihm seit seinem Auszug scheißegal ist - aus den Augen, aus dem Sinn.

Meine Mutter zeigt weiterhin Verständnis für sein Verhalten, aber man merkt mehr und mehr wie enttäuscht sie ist. Sie sagt es nicht so deutlich, aber an ihren eher beiläufigen Aussagen merkt man es schon.

Die Frage ist nun: was soll ich tun?
Ignorieren oder aktiv werden?

Inaktiver User
16.07.2007, 22:25
Ich würde mich da raushalten.
Wenn du mit deiner Mutter über deinen Bruder redest, könntest du sie beinflussen oder umgekehrt. Das würde das Verhältnis zum Bruder weder für dich, noch für deine Mutter, positiv beeinflussen. Manchmal hat man den Kopf eben nicht frei und denkt dann nicht daran, sich zu melden. Oder vielleicht möchte er lernen, eigenständig zu leben. Und dann lästert die Schwester zusammen mit der Mutter...muss das sein?
Wie gesagt, es ist sein Leben und geht dich nichts an.

VG

Jemandin
16.07.2007, 22:44
Manchmal hat man den Kopf eben nicht frei und denkt dann nicht daran, sich zu melden.

Klar, in dieser Hinsicht bin ich auch kein Unschuldslamm. Aber ich bin auch der Meinung, dass die Familie immer noch irgendwo hineinpassen muss - wenn man denn will. Mir ist es auch schon passiert, dass ich irgendwelche Termine hatte, wenn jemand in der Familie Geburtstag feiern wollte. Aber wenn es jedes Mal nach dem gleichen Schema geht: "Oh, ich weiss nicht ob das klappt, aber ich versuche alles, damit ich kommen kann!" und dann kommt kurzfristig die Absage oder der Gastgeber wartet vergeblich.


Oder vielleicht möchte er lernen, eigenständig zu leben. Und dann lästert die Schwester zusammen mit der Mutter...muss das sein?
Wie gesagt, es ist sein Leben und geht dich nichts an.


Ja, das sehe ich auch so. Eigentlich.
Andererseits denke ich aber auch, dass er gar nicht wahrnimmt, was er da "anrichtet" bzw. welche Gedanken oder Gefühle er bei seinen Mitmenschen damit auslöst.
Meine Mutter meinte kürzlich, dass er auch selbst Probleme in seiner Ehe hat. Insofern ist es verständlich, wenn dann der Rest der Familie erst an zweiter Stelle kommt. Aber auf diese Art und Weise?

Felina
17.07.2007, 12:02
Ich denke, es ist seine Sache wie er sich da verhält.
Ist zwar doof, dass er erst alles "ausgenutz" hat (kostenlos wohnen usw.) und sich jetzt nicht mehr meldet aber machen kannst Du da Nichts.
Mein Bruder kommt NIE auf irgendwelche Familienfest. Weihnachtsfeier sagt er ab weil ihm " das zu blöd" ist, Geburtstage existieren nicht. Er bringt aber weiterhin die Wäsche zu meiner Mutter und wird finanziell unterstützt.
Meiner Eltern sehen es locker, meine Mutter war auch nie so die Über-Mutter. Ich glaube, sie ist froh, dass er keinen Ärger macht.
Wir dürfen ihm Nichts schenken, er nimmt es nicht mit. Er schenkt auch Keinem was.
Es ist zwar auch das absolute Gegenteil von mir, aber ich kann trotzdem nicht sagen, dass ich im Recht und er im Unrecht ist. Er hat ein Recht auf sein eigenes Leben und wenn er sich sein Leben so vorstellt - was soll ich tun?
Ich glaube, ich würde den Bruder einfach nicht mehr einladen. Ich würde ihn mit der gleichen Aufmerksamkeit bedenken wie er Euch. Vielleicht möchte er das ja so (bei meinem Bruder ist es so). Vielleicht kommt er dann ja eines Tages wieder etwas auf Euch zu.
Mein Bruder hat dieses Jahr aus dem Urlaub angerufen und meiner Mutter zum Geburtstag gratuliert - da waren wir alle platt.
Scheint also ganz gut zu funktionieren.
Letztes Weihnachten war er da, allerdings ohne vorher bescheid zu sagen. Ist nicht sein Ding sich festzulegen. Es hatte ihn auch niemand eingeladen.
Wir haben uns trotzdem alle gefreut,dass er da war und mit den Geschenken gewartet bis er weg war.
Man muss manchmal einfach ein bisschen flexibel sein, dann tut man sich leichter im Leben.
Auch Deine Mutter muss da durch, genau wie meine Oma mit über 80 da noch durch musste.

Take it easy.

Viele Grüße

Felina

KHelga
18.07.2007, 00:17
Liebe Jemandin,

>Nach seinem Studium hat er dann einen Job in einer anderen Stadt angenommen und ist dort mit seiner Freundin zusammengezogen. Die beiden haben auch wenige Monate seinem Auszug geheiratet.

Wieviel Kilometer liegen denn zwischen den beiden Städten?

Du schreibst: Dein Bruder wird eingeladen, seine Frau nicht?

Es gibt viele Männer, die keinen Sinn für Familienaktivitäten haben.

Mit einem Hotel-Mamma-Sohn würde ICH keine Beziehung führen wollen. Die glauben, die Ehefrau würde nun - möglichst - ohne zu murren, in die Mamma-Rolle schlüpfen und mal eben Arbeit, Haushalt, wachen, kochen, bügeln etc. klaglos übernehmen.

Wenn es also tatsächlich in seiner Ehe kriselt, hat er bestimmt keine Lust, auf 'heile Familie' zu machen.

Nadine2
18.07.2007, 09:32
Vielleicht hat ihm seine Frau auch das "Hotel Mamakind" vorgehalten und er reagiert nun mit einer totalen Abgenzung. Oder es kristelt heftigst in seiner Ehe oder im Beruf (oder in Beidem) - UND wie lauten die ersten Fragen bei einem Familientreffen. Wie würde ER dann dastehen - kaum von Mama weg, zerbricht die Ehe oder die Selbstständigkeit.

DANN ist es nur Stolz der engeren Kontakt verhindert. Da hilft dann eben nur die Zeit und kein Drängen.

sirix
18.07.2007, 10:22
Es gibt auch Eltern, die sich nicht von den Kindern trennen können und sie dann z. B. mit kostenlosem Wohnen an sich binden wollen.

Vielleicht hat dein Bruder durch seine neue Freundin endlich den Absprung daraus gescahfft in sein eigenes Leben?

Jemandin
18.07.2007, 10:23
Wieviel Kilometer liegen denn zwischen den beiden Städten?

Du schreibst: Dein Bruder wird eingeladen, seine Frau nicht?


Er wohnt nur etwa 100km weit weg. Ist natürlich nicht die Strecke, die man mal eben kurz überwindet, um bei Mama ein Stück Kuchen zu essen, aber er hat ein Auto und ist auch sonst viel unterwegs - das ist also nicht das Problem.

Seine Frau wird/wurde natürlich auch immer mit eingeladen - die Kommunikation lief aber weitgehend über ihn, daher hat sie eine eher untergeordnete Rolle gespielt: wenn er kommen wollte, kam sie mit, wenn nicht dann eben nicht. :smile:



Mit einem Hotel-Mamma-Sohn würde ICH keine Beziehung führen wollen. Die glauben, die Ehefrau würde nun - möglichst - ohne zu murren, in die Mamma-Rolle schlüpfen und mal eben Arbeit, Haushalt, wachen, kochen, bügeln etc. klaglos übernehmen.

Wenn es also tatsächlich in seiner Ehe kriselt, hat er bestimmt keine Lust, auf 'heile Familie' zu machen.

Ja, den Gedanken hatten wir auch schon.
Es mag sein, dass das sein Hauptanliegen ist und die Begleiterscheinungen (nicht auf Mails antworten, nicht bedanken) entwickeln sich dann ganz automatisch...

Jemandin
18.07.2007, 10:28
Es gibt auch Eltern, die sich nicht von den Kindern trennen können und sie dann z. B. mit kostenlosem Wohnen an sich binden wollen.

Vielleicht hat dein Bruder durch seine neue Freundin endlich den Absprung daraus gescahfft in sein eigenes Leben?

Niemals. Meine Mutter ist nicht so eine Glucke, die auf ihren Kleinen hockt - leider manchmal eher das Gegenteil. :smirksmile:

Wie gesagt: ich bin selbst mit 19 ausgezogen, meine Mutter hat mich unterstützt, Möbel für die erste Wohnung gekauft usw., da war nie die Rede von "bleib doch hier" oder "willste dir das nicht nochmal überlegen?". Für meinen Bruder war von vorneherein klar, dass er in der Stadt bleibt, er hat sogar sein Studienfach entsprechend ausgewählt...

KHelga
18.07.2007, 12:23
Hallo Jemandin,

>daher hat sie (= die Schwägerin) eine eher untergeordnete Rolle gespielt: wenn er kommen wollte, kam sie mit, wenn nicht dann eben nicht. :smile:>

Die Schwägerin scheint nicht sehr willkommen zu sein in Eurer Familie. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer, dass Dein Bruder nicht mehr an den Familienstreitigkeiten teilnimmt?

Jemandin
18.07.2007, 13:22
Hallo Jemandin,

>daher hat sie (= die Schwägerin) eine eher untergeordnete Rolle gespielt: wenn er kommen wollte, kam sie mit, wenn nicht dann eben nicht. :smile:>

Die Schwägerin scheint nicht sehr willkommen zu sein in Eurer Familie. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer, dass Dein Bruder nicht mehr an den Familienstreitigkeiten teilnimmt?

Woraus liest du das? :wie?:
Die beiden wurden eingeladen, wie man eben ein Paar einlädt: "Wir möchten euch beide zum Geburtstag einladen" oder wie auch immer.
Sie war stets willkommen und auch selbst sehr engagiert.

Und welche Familienstreitigkeiten????

KHelga
18.07.2007, 15:38
Liebe Jemandin,

woraus liest Du das?

Aus Deinen eigenen Worten, nämlich: >daher hat sie (= die Schwägerin) eine eher untergeordnete Rolle gespielt: wenn er kommen wollte, kam sie mit, wenn nicht dann eben nicht. :smile:>

Und welche Familienstreitigkeiten????

Aus der Überschrift: Bruder entzieht sich der Familie.

Inaktiver User
19.07.2007, 14:27
Liebe Jemandin,

dein Bruder war also 30 Jahre lang das Lieblingskind Deiner Mutter (Du selbst warst lange Zeit nicht gefragt und deshalb bereits früh ausgezogen, wie Du schreibst...) und hat ganz sicher unter diesem Zustand bzw. der Erwartungshaltung -da er ja auch viele Vorteile hatte- der Mutter/Eltern? in gewisser Weise auch gelitten, indem er z. B. immer den Eltern/Mutter für allerlei Hilfsarbeiten zur Verfügung stehen mußte, ob er dazu Lust hatte oder nicht.

DU hast diese Zeit nicht miterlebt und weißt doch nicht, WIE das Verhältnis seinerzeit tatsächlich war....Nun hat dein Bruder seine Freiheit entdeckt und nutzt die vielen Möglichkeiten, die sich nun bieten - warum auch nicht. Gleichzeitig hat er mitbekommen, dass Du Dich mittlerweile gut um die Eltern/Mutter kümmerst, quasi seinen Platz eingenommen hast.

Ich denke, der junge Mann ist einfach froh, sich frei entfalten zu können und wird sicher nach einiger Zeit auch wieder in den Schoß der Familie zurückkehren wollen, allerdings dann zu SEINEN Bedingungen.

Soll heißen, der junge Mann befindet sich noch voll in seinem Ablöseprozess und braucht noch einige Zeit für sich (und seiner Ehefrau). Die sollte man ihm gewähren, anstatt ihn weiter zu "belästigen" und ihn sogar mit Vorwürfen zu bombardieren, das bringt momentan gar nichts. Er möchte einfach selbst herausfinden, wieviel Familie er in Zukunft zu "ertragen" bereit ist und daran arbeiten, dass sein evtl. NEIN auf Erwachsenenebene akzeptiert und nicht als kindliche Trotzreaktion gewertet wird. Ich hoffe, Du verstehst, was ich meine und würde seinen momentanen "Entzug" nicht überbewerten, sondern etwas mehr Geduld zeigen.

trambahn100
19.07.2007, 14:37
jetzt darfst du mir nicht übel nehmen, was ich denke:

es (das Familienleben) ist ihm scheißegal.


:blume:

Jemandin
19.07.2007, 15:40
dein Bruder war also 30 Jahre lang das Lieblingskind Deiner Mutter (Du selbst warst lange Zeit nicht gefragt und deshalb bereits früh ausgezogen, wie Du schreibst...) und hat ganz sicher unter diesem Zustand bzw. der Erwartungshaltung -da er ja auch viele Vorteile hatte- der Mutter/Eltern? in gewisser Weise auch gelitten, indem er z. B. immer den Eltern/Mutter für allerlei Hilfsarbeiten zur Verfügung stehen mußte, ob er dazu Lust hatte oder nicht.

Ich habe lange gernug miterlebt wie die Situation daheim war. Die einzelnen Phasen haben sich ja nicht aneinandergereiht, sondern überschnitten.
Mein Bruder hat null Verpflichtungen gehabt, hat bis zuletzt völlig unabhängig in seiner Einliegerwohnung gelebt: er hatte einen eigenen Eingang, einen eigenen Briefkasten, einen eigenen Telefonanschluß, eine eigene Küche - war also gar nicht auf meine Mutter angewiesen oder sie auf ihn.
Deine Einschätzungen sind da völlig falsch.


Soll heißen, der junge Mann befindet sich noch voll in seinem Ablöseprozess und braucht noch einige Zeit für sich (und seiner Ehefrau). Die sollte man ihm gewähren, anstatt ihn weiter zu "belästigen" und ihn sogar mit Vorwürfen zu bombardieren, das bringt momentan gar nichts. Er möchte einfach selbst herausfinden, wieviel Familie er in Zukunft zu "ertragen" bereit ist und daran arbeiten, dass sein evtl. NEIN auf Erwachsenenebene akzeptiert und nicht als kindliche Trotzreaktion gewertet wird.

Vielleicht konnte man es nicht richtig aus meiner Beschreibung herauslesen, aber es geht weniger darum, dass er nicht zu Geburtstagen etc. erscheint, sondern _wie_ das abläuft.
Wenn man keine Zeit oder Lust hat, einer Einladung zu folgen, sagt man das offen. Es war jetzt aber mehrmals so, dass er zugesagt hat und dann einfach nicht gekommen ist. Beim ersten Mal haben wir uns dabei noch Sorgen gemacht, haben ihm auf die Mailbox gesprochen, aber erst ein paar Tage später kam dann die Rückmeldung "hatte einen anderen Termin".

Auch die Sache mit unserer Oma finde ich ziemlich frech: sie ist sehr krank, vor kurzem ins Altersheim gekommen und auch wenn es niemand ausspricht, ist es eigentlich klar dass sie nicht mehr lange leben wird, denn sie wird von Tag zu Tag schwächer und kann sich immer weniger selbst versorgen. Er hat ihr daher am Telefon versprochen, mal vorbeizukommen, um auch gewisse Dinge zu klären, die das Erbe betreffen (sie will alles an ihre Enkel vererben). Das ist ein halbes Jahr her, er war nicht bei ihr.

Wenn es aber darum geht, irgendwelche Dienste für ihn zu leisten ist er fleißig: meine Mutter hat seine Katze über Wochen hinweg versorgt, Futter bezahlt usw. Irgendwann hat er sie dann abgeholt, ein "danke" gab es nie.
Auch sein Auto ist noch über sie versichert, weil er ansonsten einen wesentlich höheren Tarif zahlen müsste.

Einen Ablösungsprozess sehe ich da nicht. Eher eine recht unehrliche und teilweise auch unverschämte Art und Weise, das mitzunehmen, was man gebrauchen kann und sich ansonsten nicht einen Pups für die Familie zu interessieren.
Nicht mißverstehen: keiner muss Weihnachten mit der Familie verbringen, keiner muß seine Oma, Mutter oder wen auch immer besuchen, aber dann sollte man das auch einfach klar äußern.

Margali62
19.07.2007, 15:47
Es ist Sache Deiner Mutter. Zu so einer Ausnutzerei gehören immer zwei.

Deine Oma: Das ist traurig, ich weiß. Aber wenn er im Heim nicht aufläuft, Du kannst es nicht ändern. Geh auf Distanz dazu.

LG

Inaktiver User
19.07.2007, 15:52
so wie die Sache aussieht sind es 3 Aspekte:
1) Annehme von gefälligkeiten: es ist es doch Sache Deiner Mutter sich zu wehren. Anscheinend leidet sie weniger als Du oder sie geniest es sogar.
2) Distanz zur Familie: Das sind Deine Wünsche und nirgendwo normiert. Und wenn er Deine Oma eben nicht besucht ist es eine Sache zwischen den beiden.
3) Daß er Verabredungen nicht absagt ist nicht korrekt (weder in der Familie noch außerhalb) und wie er es tut auch nicht.
Wenn es dann eine Verabredung mit Dir ist würde ich an Deiner Stelle ihn zur Rede stellen. Ansonsten ist es wider die Sache der jeweiligen Person. Deine Mutter zB hat ja auch eine Stimme.

Und warum er so ist : keine Ahnung. Es interessiert mich auch nicht. Er scheint mir niemand zu sein mit dem ich mich gerne umgeben würde (ist aber echt geraten).

Frage an Dich: WAS ist Dir daran (1-2) sooh wichtig? Deine Idee von einer heilen Familie?

Jemandin
19.07.2007, 17:19
so wie die Sache aussieht sind es 3 Aspekte:
1) Annehme von gefälligkeiten: es ist es doch Sache Deiner Mutter sich zu wehren. Anscheinend leidet sie weniger als Du oder sie geniest es sogar.
2) Distanz zur Familie: Das sind Deine Wünsche und nirgendwo normiert. Und wenn er Deine Oma eben nicht besucht ist es eine Sache zwischen den beiden.
3) Daß er Verabredungen nicht absagt ist nicht korrekt (weder in der Familie noch außerhalb) und wie er es tut auch nicht.
Wenn es dann eine Verabredung mit Dir ist würde ich an Deiner Stelle ihn zur Rede stellen. Ansonsten ist es wider die Sache der jeweiligen Person. Deine Mutter zB hat ja auch eine Stimme.

Und warum er so ist : keine Ahnung. Es interessiert mich auch nicht. Er scheint mir niemand zu sein mit dem ich mich gerne umgeben würde (ist aber echt geraten).

Frage an Dich: WAS ist Dir daran (1-2) sooh wichtig? Deine Idee von einer heilen Familie?

Die Idee von einer heilen Familie hab ich nicht mehr, seitdem ich 3 bin. :smirksmile:

Wie schon oben geschrieben: ich merke einfach, dass viele Leute in meiner Familie unter seinem oftmals asozialen Verhalten leiden. Dabei bin ich dann oft diejenige, die als Verbindung zu ihm angesehen wird, was ganz einfach in der Natur der Sache liegt, dass ich seine Schwester bin. Dann heisst es "weisst du irgendwas?", "hast du was gehört?", "hat er dich angerufen?" und ich frage mich immer mehr, ob es nicht an der Zeit ist, die Fronten zu klären...

Bisher habe ich mich ja immer aus allem rausgehalten, überall immer völlig neutral, nicht gehetzt, nicht gelästert usw.
Ich will da kein definitives Statement einfordern (um Gottes Willen...), aber ich könnte mir z.B. vorstellen mal eine Mail zu schreiben, natürlich freundlich, und dann zu beschreiben, dass die Familie weitgehend enttäuscht von ihm ist und am besten selbst klären sollte, wieviel Kontakt er haben möchte.
Ist sicherlich schwierig, das ausgewogen zu formulieren, aber vielleicht auch eine gute Maßnahme, um endlich diese immer wiederkehrenden Differenzen abzustellen.

:wie?:

Inaktiver User
19.07.2007, 17:27
aha,
ich glaube wir kommen dem Kern näher...
Wenn irgendjemand ("Du bist doch die Schwester") in Dich Erwartungen steckt bist Du also am hüpfen (zumindest innerlich).
Gut, bei der Großmutter kann ichs ja noch verstehen (und würde ihr denGefallen tun). Aber Deine Mutter??? Da würde ich mal kontern: Und Du bist seine Mutter...
Laß Dich bloß nicht als Prellbock mißbrauchen, da wirst Du nur verlieren.
Das erinnert mich an einen schönen Spruch in einem anderen Thread: Da sagte die Tochter zu ihrem Ehemann (er sollte IHRE Mutter anrufen, sie wollte nämlich nicht mit ihr reden): "sie ist schließlich Deine Schwiegermutter".

Inaktiver User
19.07.2007, 20:37
Nun ja, von hier aus bzw. aus dem was Du schreibst, kann man eben nur spekulieren/vermuten - also bitte reg' Dich ab ....Ich bin keine Hellseherin.

Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen...Wenn sich Deine Leute bei Dir beschweren, dann gib' Ihnen die Telefonnummer und Adresse Deines Bruders und bitte Sie, dort ihren Frust abzulassen, da ist es nämlich angebracht.

Aber beruhige Dich, ich kenne eine solche Situation auch: Wir sind 5 Geschwister und der einzige Mann (Bruder) hat sich nach ca. 30 Jahren Ehe scheiden lassen und dann von unserer Mutter (sie war alleinstehend und 81 J. alt (!) täglich beköstigen lassen, dh nach Feierabend tauchte er dort jeden Abend auf, um dort zu essen (warm). Das ging über 7 Jahre so.

Tenor meiner Mutter: Ach, der arme Junge usw....Nach 1/2 Jahr war es ihr lästig, die anderen Geschwister waren ebenfalls empört, aber niemand sagte etwas. Irgendwann im 2. Jahr etwa habe ich mir ein Herz gefaßt und meinem Bruder eine Standpauke gehalten. Nun rate mal' wer von da an gemieden wurde, nachdem man zunächst mein Einschreiten doch so toll fand ? - Geändert hatte sich nichts. Doch - ich habe meine Mutter gebeten, dieses Thema (ihre berechtigten Klagen wöchentlich! per Telefon) zu unterlassen und sich direkt an meinen Bruder zu wenden. DAS lehnte sie und meine anderen Geschwister ab.

Nun ja, ich habe den Kontakt zu meiner Mutter aufgrund ihres Alters zwar beibehalten, aber die übrigen Geschwister danach weitestgehend ignoriert. Mir reichte es, diese Bagage nur noch auf der jährlichen Geburtstagsfeier unserer Mutter ertragen zu müssen. Mutter starb vor 4 Jahren und seitdem gibt es keinen fam. Kontakt mehr - glücklicherweise. Denn ich vermisse nichts.

Mag' sich vielleicht schlimm anhören, aber wir 5 sind einfach zu verschieden und sobald sich 2 näher umeinander bemühen, sehen sich die übrigen genötigt, hier in irgendeiner Form "einzugreifen" und schon ist der schönste Streit im Gange - wegen nichts. Ich konnte das nie begreifen und bin froh, frühzeitig "ausgestiegen" zu sein. Mit Freunden und Bekannten läßt sichs leichter leben.

Wünsche Dir alles Gute.

Jemandin
20.07.2007, 21:50
Nun ja, von hier aus bzw. aus dem was Du schreibst, kann man eben nur spekulieren/vermuten - also bitte reg' Dich ab ....Ich bin keine Hellseherin.

:wie?:
Ich habe mich eigentlich nie aufgeregt, nur richtiggestellt.
Aufregen sieht ganz anders aus. :freches grinsen:


Wünsche Dir alles Gute.

Danke. Und danke auch für die weiteren Kommentare. Habe alles aufmerksam gelesen, nichts mehr hinzuzufügen und werde nun darüber grübeln. :smirksmile: