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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lügen eines Rauchers...



Sternchen83
16.07.2007, 11:44
Hallo!

Ich selbst rauche nicht, habe aber seit anderthalb Jahren einen Freund, der täglich eine Schachtel vor unserer Beziehung geraucht hat.
Als wir zusammenkamen, hat er mir zuliebe etwas reduziert und irgendwann wurde das Thema so ein großes Problem für mich, weil ich zu ihm zog.
Sein Zimmer war die Hölle..es stank ekelhaft...und ich wusste nun, warum seine Augen knallrot unterlaufen waren..er lüftete wohl selten und schlief da auch noch.
Mit meinem Einzug rauchte er nur noch auf dem Balkon und nach 3Monaten roch das Zimmer wieder gut und er hatte seinen Konsum auf 4-5 Zigaretten pro Tag runtergeschraubt. Ich ware so stolz auf ihn und sagte ihm das beinahe täglich.Er selber sagte auch, dass er es körperlich merkte.

Durch nen dummen Zufall kam vor 2Monaten heraus, dass er mich die ganze Zeit angelogen hatte...von wegen 4-5!!
Ich war sauer, weil er nicht einmal rot geworden war, wenn ich ihn lobte. Kein schlechtes Gewissen oder eine Beichte..

Jedenfalls wohne ich nun seit 1Monat nicht mehr bei ihm. Seitdem raucht er wieder im Zimmer (dabei hatte er es mir versprochen nie wieder zu tun). Der Balkon ist direkt am Zimmer. Und sein Konsum ist laut seinen Angaben bei 10-12 Zigaretten am Tag.

Ich weiß nicht, warum es mich so sehr stört...vielleicht weil ich mit diesem Menschen alt werden will..und ich Unsren Kindern nicht irgendwann erklären muss, woran oder warum Papa nicht mehr da ist. Außerdem wäre ich selber gerne ein Vorbild.
Es belastet unsre Beziehung ungemein...und reden will er nicht darüber.Es wäre seine Sache.
Habt ihr mit so einem Problem Erfahrung?? Reagiere ich zu heftig? Sind 12 Zigaretten viel am Tag?? Ich mache mir so große Sorgen...

P.S. Rücksicht nimmt er zumindest beim Küssen...entweder er tut es nicht, oder putzt sich die Zähne.

Inaktiver User
16.07.2007, 11:56
Hallo Sternchen,

die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.

Ich selbst habe vor 2 Jahren mit dem Rauchen aufgehört - einfach so und mir gehts seitdem viel besser - ich hatte nie das Gefühl ich würde es nicht schaffen - aber das ist bei jedem anders.

ich habe zum Schluß 2 Schachteln geraucht und das ist def. zu viel.

eigentlich ist jede Zigarette eine zuviel und ich bin für ein absolutes Rauchverbot - meinetwegen könnte die Produktion insgesamt eingestellt werden - aber nun gut, das wird meinetwegen natürlich nicht gemacht.

In einer Beziehung in der Einer raucht und der Andere nicht ist es immer schwer - auf der einen Seite sollte der Raucher schon Rücksicht nehmen, also rausgehen und da rauchen, am Besten ganz aufhören, auf der anderen Seite ist es ja seine Sache und der Raucher kann machen was er will, eben auch rauchen - verbieten? Geht nicht wirklich gut!

Heimlich rauchen halte ich allerdings auch nicht für angebracht - das hat schon was von Vertrauensmissbrauch - wer hier lügt lügt vielleicht auch woanders? Ich weiß es nicht.

Wenn es für dich gar nicht geht, dann bleibt nur die Trennung wenn dein Freund nicht bereit ist aufzuhören.

Was sagt er denn dazu, daß du wieder ausgezogen bist?

Lilie

Inaktiver User
16.07.2007, 12:49
Liebes Sternchen,

wenn Du es nicht schaffst, sein Verhalten zu tolerieren, dann wird Eure Beziehung irgendwann an der Qualmerei kaputt gehen oder Du machst wahrscheinlich für eine lange Zeit Deines Lebens Abstriche.

Auch ich war fast ein Jahr mit einem (starken) Raucher zusammen. Da ich mich anfänglich genau aus diesem Grund gegen eine Beziehung mit ihm sträubte, versprach er mir das Blaue vom Himmel. Er wollte irgendwann aufhören, fand aber immer neue Ausreden, warum der Zeitpunkt gerade nicht der Richtige wäre.

Zwar nahm er auch Rücksicht, küsste mich nicht bzw. putzte erst die Zähne oder lutschte Pfefferminz. Aber sind wir mal ehrlich. Das hilft nicht wirklich. Die Gestank hängt doch in den Klamotten und überall.

Ich habe die Beziehung dann irgendwann beendet, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Wenn ich einen Tag bei ihm war und kam wieder zuhause bei mir an, merkte ich, dass ich den Qualm auch schon "angenommen" hatte, also erst mal Duschen, Haare waschen, Klamotten in die Wäsche.

Angst um seine Gesundheit hatte ich natürlich auch. Nachts hatte er längere Atemaussetzer und er schnarchte ....

Heute weiß ich, NIE wieder ein Raucher. Es passt es einfach nicht.

Inaktiver User
16.07.2007, 13:38
Hallo!

Ich selbst rauche nicht, habe aber seit anderthalb Jahren einen Freund, der täglich eine Schachtel vor unserer Beziehung geraucht hat.
Als wir zusammenkamen, hat er mir zuliebe etwas reduziert und irgendwann wurde das Thema so ein großes Problem für mich, weil ich zu ihm zog.
Sein Zimmer war die Hölle..es stank ekelhaft...und ich wusste nun, warum seine Augen knallrot unterlaufen waren..er lüftete wohl selten und schlief da auch noch.
Mit meinem Einzug rauchte er nur noch auf dem Balkon und in einem Jahr roch das Zimmer wieder gut und er hatte seinen Konsum auf 4-5 Zigaretten pro Tag runtergeschraubt. Ich ware so stolz auf ihn und sagte ihm das beinahe täglich.Er selber sagte auch, dass er es körperlich merkte.

Durch nen dummen Zufall kam vor 2Monaten heraus, dass er mich die ganze Zeit angelogen hatte...von wegen 4-5!!
Ich war sauer, weil er nicht einmal rot geworden war, wenn ich ihn lobte. Kein schlechtes Gewissen oder eine Beichte..

Jedenfalls wohne ich nun seit 1Monat nicht mehr bei ihm. Seitdem raucht er wieder im Zimmer (dabei hatte er es mir versprochen nie wieder zu tun). Der Balkon ist direkt am Zimmer. Und sein Konsum ist laut seinen Angaben bei 12 Zigaretten am Tag.

Ich weiß nicht, warum es mich so sehr stört...vielleicht weil ich mit diesem Menschen alt werden will..und ich Unsren Kindern nicht irgendwann erklären muss, woran oder warum Papa nicht mehr da ist. Außerdem wäre ich selber gerne ein Vorbild.
Es belastet unsre Beziehung ungemein...und reden will er nicht darüber.Es wäre seine Sache.
Habt ihr mit so einem Problem Erfahrung?? Reagiere ich zu heftig? Sind 12 Zigaretten viel am Tag?? Ich mache mir so große Sorgen...

P.S. Rücksicht nimmt er zumindest beim Küssen...entweder er tut es nicht, oder putzt sich die Zähne.


Die Realität ist: er ist süchtig.
Er könnte seine Sucht in den Griff kriegen, wenn ER das wollte (nicht, wenn Du es willst). Du musst Dich damit abfinden, daß er es nicht will.
Ich kenne einen Mann, dem beide Beine amputiert wurden (Raucherbeine); er raucht immer noch - jetzt halt im Rollstuhl.

Süchtige lügen, um ihre Sucht zu decken, erfinden die tollsten Ausreden - egal ob sie Nikotin- Alk- oder sonst wie süchtig sind. Sie werden aggressiv, wenn man sie auf ihre Sucht anspricht. Sie können nicht anders - das wichtigste im Leben ist ihre Sucht. Dann kommt noch mal ihre Sucht, und nochmal, und dann irgendwann kommst Du - und eventuelle Kinder. Mein Vater hat immer in meinem Beisein geraucht - egal, ob es mir schlecht war, ich husten musste - obwohl er sonst ein guter Vater war. Die Sucht war stärker.

Ich war früher selbst starke Raucherin; erst eine Krankheit hat mich dazu gebracht, mit dem Rauchen endgültig Schluß zu machen. Das ist mittlerweilen 19 Jahre her.

Solange Dein Freund nicht von sich aus den festen Entschluß fast, aufzuhören, kämpfst Du auf verlorenem Posten. Er wird deinetwegen nicht aufhören, und wenn Du ihn unter Druck setzt, neben lügen.

Ich selbst könnte keinen Raucher mehr neben mir ertragen. Meine Eltern sind beide lange vor der Zeit an den Folgen ihrer Nikotinsucht gestorben - unsere Wohnung war verräuchert, ich hatte als Kind Dauerhusten. Ich fing mit 13 Jahren an zu rauchen, habe es schlimmsten Zeiten auf 3 Päckchen gebracht.
Lange Zeit wusste ich gar nicht mehr, wie gut es einem ohne Sucht geht...

liebe Grüße, Ruby

Sternchen83
17.07.2007, 19:29
Sooo...

mein Freund kam heute überraschenderweise zu Besuch und irgendwann hab ich ihm damit konfrontiert einen Threat ins Forum gepostet zu haben. Er hat sich hier alles durchgelesen und wir haben dann zusammen auch noch ein paar andere Beiträge durchgestöbert.
Nachdem er einen Test (www.rauchfrei.de) gemacht hat (er hat es wirklich getan!!!) meinte er irgendwann zu mir: "Pass auf, ich würd ja selber gern aufhören zu rauchen, bin scheinbar nur gering abhängig und merk aber trotzdem, dass der Husten schlimmer wird und so. Ab Montag komm ich auf eine neue Station im KH und dort sag ich den Leuten, dass ich Nichtraucher bin."
Ich war sprachlos. Er sagte weiterhin: "Ich kann dir nicht versprechen, dass ich ab dem Tag definitiv aufhöre und es kann passieren, dass ich doch noch eine Zigarette rauchen muss, aber ich werds versuchen."

Hmm...was sagt ihr dazu?
Innerlich hüpte alles in mir.
Hab ihn aber auch gebeten, es für SICH zu tun..nicht für mich. Er bejahte das und sagte noch "Ich tue es für UNS."

BlauerHimmel
17.07.2007, 20:22
Sternchen,

du hast einen süchtigen Freund und versuchst ihn umzuerziehen. Das schlägt immer wieder fehl. Daraufhin verspricht er dir aufzuhören, damit für eine Zeit Ruhe ist. Dann ist wieder ein Rückfall. Dann versuchst du ihn wieder zu erziehen. Du bist schon mittendrin, statt seiner Partnerin seine Lehrerin zu sein. Wenn du wirklich diesen Mann willst, stell dir ernsthaft die Frage: Kann ich mit diesem Mann für den Rest meines Lebens zusammen sein, wenn er für den Rest seines Lebens raucht? Wenn die Antwort Nein ist, solltest du eure Beziehung sehr kritisch überdenken. Du kannst dann nämlich mit dem, wie dein Freund JETZT IST, nicht leben, sondern nur mit dem, wie er laut dir SEIN SOLL. Das ist keine gute Voraussetzung für eine friedliche Partnerschaft. Daran, dass er z.B. wieder in seinem Zimmer raucht, siehst du, dass deine Erziehung nur solange funktioniert, wie du als Lehrerin daneben stehst. Geht die Lehrerin weg, macht der "böse Junge" alles wieder so wie vorher.

Gruß
BlauerHimmel

KHelga
18.07.2007, 00:43
Hallo Ruby,

> Jedenfalls wohne ich nun seit 1 Monat nicht mehr bei ihm.>

Zum Glück - für Deinen Freund.

Was würdest Du denn sagen, wenn Dein Freund Dich massiv drängen (kontrollieren) würde, kein Stück Schokolade, kein Stück Kuchen mehr zu essen, damit Du (beispielsweise) 5 KG abnimmst?

Dieses 'um jeden Preis umerziehen wollen' geht meistens in die Hose.

Bei mir war es jedenfalls so.

Als ich meinen Ex-Freund kennen lernte, war ich schon Raucherin, er Nichtraucher.
Wir lebten zum Glück in zwei getrennten Wohnungen.

Die ersten drei Jahre war die Beziehung für uns 'der Himmel auf Erden'. Ich gebe zu, dass es keine Ecke oder Handtasche gab, in der ich nicht eine Zahnbürste und Zahnpasta deponiert hatte.

Leider wollte er mich dann 'umerziehen'. Ultimatum mit dem Rauchen aufzuhören, keine Stöckelschuhe mehr anziehen, sondern nur noch flache Schuhe einer bestimmten Marke, Blusen einschließlich des obersten Knopfes zu schließen. Machtprobe seinerseits. Bei mir fehl am Platze.

Im Sommer habe ich in seiner Wohnung fast ausschließlich auf der Terrasse geraucht, im Winter mich an langen Abenden mit 3 - 4 Zigaretten zufrieden gegeben. Irgendwann fing er an, nach jeder Zigarette in einem Stieltopf Wasser heiß zu machen mit einem gehörigen Schuss Essig darin. Mit dem dampfenden Stieltopf kam er ins Wohnzimmer, schwenkte diesen hin und her und macht pffft, pfft.

Habe ihm gesagt, wenn er so weitermache, wäre das für mich der Anfang vom Ende. Hat er nicht geglaubt.

Nach ca. 6 Monaten habe ich nichts mehr für ihn empfunden und mich von ihm getrennt.

Nach einer Woche rief er mich aus dem Krankenhaus an, hatte wieder Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Er trank nämlich zu viel Rotwein. Dieser 'sure' Gericht war auch nicht der Hit.
Nie wäre ich auf die Idee gekommen, ihn deswegen zu kritisieren. Wir sind erwachsene Menschen und müssen selbst entscheiden, was wir tun.
Eine Versöhnung hat es von meiner Seite aus nicht gegeben.

'Erziehungsmaßnahmen' eines Partners töten jede Liebe. Kannste glauben.

Sternchen83
18.07.2007, 10:26
Ähm, ich habe NIE von ihm verlangt mit dem Rauchen aufzuhören...ihn nach meinem Umzug nur gebeten dies auf dem Balkon zu tun, nicht mehr im gemeinsamen Zimmer.
Also ich finde, dieses Opfer darf ein Raucher bringen, wenn die Freundin zu ihm zieht und er hatte auch kein Problem damit.
Mir geht es ausschließlich um seine Gesundheit...ihr wisst ja nicht wie er damals ausgesehen hat (meine Eltern dachten, er würde Drogen nehmen).
Und sein Husten war der Horror.
Ich habe nur an sein Gewissen und Verstand apelliert...indem ich ihm dies wieder in Erinnerung rief.
Kontrollieren werde ich ihn nicht...er sagte ja auch, dass er mir nichts verspricht.Wie sollte ich ihn auch kontrollieren? Ich bin ja schon heilfroh, wenn er die Qualmerei wieder ein bissl einschränkt, so dass er wieder gesünder aussieht.
Mögen 10-12 Ziggis nicht viel sein für manchen von euch, aber er ist da eh anfälliger für Krankheiten.
Ich mache mir doch nur Sorgen, weil ich ihn sehr liebe.Darf ich ihm das nicht sagen?

KHelga
18.07.2007, 12:20
Hallo Sternchen,

kaum bist Du bei ihm eingezogen, durfte Dein Freund nur noch auf dem Balkon rauchen.

Allein das ist für mich schon eine 'Umerziehung'.

>Ich weiß nicht, warum es mich so sehr stört...vielleicht weil ich mit diesem Menschen alt werden will..und ich Unsren Kindern nicht irgendwann erklären muss, woran oder warum Papa nicht mehr da ist. Außerdem wäre ich selber gerne ein Vorbild.
Es belastet unsre Beziehung ungemein...und reden will er nicht darüber.Es wäre seine Sache.>

Ich verstehe, dass Dich die Qualmerei stört, aber dann hätte ich es am besten gefunden, Du hättest Dir einen Nichtraucher ausgesucht.

> Es belastet unsre Beziehung ungemein...und reden will er nicht darüber. Es wäre seine Sache.>>

Erst wenn es bei Deinem Freund KLICK macht, wird er mit dem rauchen aufhören. Aber, solange nur DU es willst, wird Eure Beziehung weiter in der Schieflage sein. Möglicherweise sogar zum scheitern verurteilt.

Rauchen ist wie Alkohol, Drogen etc. eine Sucht (siehe dazu unter Google), die man leider nicht dem Partner zu Liebe 'einfach so' aufgeben kann.

Auch wenn Du Deinem Freund täglich sagst, dass DU Dir Sorgen machst, wird es Eure Beziehung nicht verbessern.

Meiner Meinung nach hast Du nur die Möglichkeit, es zu akzeptieren, oder Dich zu trennen und Dir von Anfang an einen Nichtraucher zu suchen.

Anemone
18.07.2007, 12:34
Eine Sucht, genau das! Ich bin als Nichtraucherin mit einem Raucher verheiratet, und als wir uns vor 4 Jahren kennenlernten, war auch klar, dass er rauchte.
Mir waren sein Charakter, sein Wesen, unser Zusammenpassen, das Gefühl, DEN gefunden zu haben, sicherlich immer wichtiger als diese Sucht.
Und als wir zusammengezogen sind, hat er hoch und heilig versprochen, nur noch an der offenen Terrassentür zu rauchen. Leider ist die Bequemlichkeit oft größer, speziell wenns draußen regnet oder fröstelt. Und jetzt im Sommer, wenn die Tür nach draußen eh meist auf steht, ist es doch so viel bequemer, die Füße auf dem Hocker zu lassen..... ja, es gibt manchmal Auseinandersetzungen deshalb. Und ich bin manchmal sehr böse und "jage" ihn hinaus.
Dass ich traurig bin über seinen Husten, weiß er. Er weiß, dass ich Angst habe, er könnte ernsthaft erkranken. Er WEISS, dass er aufhören müsste. Aber mehr als einen Tag hat er noch nie geschafft, aufzuhören. Da wollte er es aus eigenen Stücken, leider ohne Erfolg. Und ich dränge ihn nie. So ist das nun mal.

Ist die WErtigkeit des Rauchens so groß, dass es alle positiven Seiten der Partnerschaft überlagert, wird diese Partnerschaft auch nicht gut gehen, denke ich. Unser Agreement ist eben nur, dass ich nicht in einer verräucherten Wohnung leben will. Und das klappt dann doch meistens. Mehr kann und will ich nicht erreichen.
Wenn er es wirklich schaffen sollte, aus eigenem Antrieb, ja dann.....ich hab ihm jedenfalls eine Reise versprochen,halb ernst, halb witzig. Ups, hoffentlich nimmt er mich nicht mal irgendwann beim Wort!:ooooh: :zwinker: :freches grinsen:

KHelga
18.07.2007, 15:34
Liebe Anemone,

Respekt, DU bist eine sehr kluge Frau.

Inaktiver User
24.07.2007, 09:58
Hab ihn aber auch gebeten, es für SICH zu tun..nicht für mich. Er bejahte das und sagte noch "Ich tue es für UNS."

Hallo Sternchen.

Mach Dich darauf gefasst, dass es nicht gelingen wird.
Wie schon einige andere Teilnehmen oben geschrieben haben: Dein Freund ist süchtig. Das ist erst einmal so, punkt. Daran kannst Du nichts ändern. Das heisst aber nicht, dass er für immer süchtig bleiben wird. Nikotinsucht kann man erfolgreich überwinden. Ich weiss das weil ich es selbst erlebt habe. Ich war 13 Jahre lang Rauber bis ich vor etwas mehr als 5 Jahren damit aufgehört habe.

Wenn Du Deinem Freund dabei helfen willst, dann versuche, jegliche Art von direktem und indirektem Druck auf ihn zu vermeiden. Denn Druck ist kontraproduktiv, wenn es darum geht, eine Sucht zu überwinden. Der Grund ist einfach: Druck erzeugt immer Gegendruck. Manchmal nicht sofort, sondern erst zeitlich verzögert. Oft auch nicht bewusst, sondern unbewusst.
Was Du hingegen verlangen darfst (und auch sollst) ist Rücksichtnahme auf Dich. Sprich, dass er nicht in der Wohnung raucht, wenn Du dort lebst. Oder dass er sich die Zähne putzt, bevor ihr euch küsst. Das ist völlig ok, damit schützt Du Dich ja selbst vor den unangenehmen Seiten des Rauchens.

Nun zur Sucht selbst. Um eine Sucht erfolgreich zu überwinden, muss man zuerst akzeptieren, dass sie da ist. Dein Freund ist noch nicht so weit (daraus ersichtlich dass er lügt, was seinen Konsum betrifft). Dann muss man auch akzeptieren, dass man den freien Willen hat. Mit anderen Worten: Dein Freund hat die Freiheit, weiterzurauchen, ob er sie nun will oder nicht. Weiterzurauchen ist immer eine Option für ihn. Das ist eine Tatsache. Die einzige Möglichkeit, ihn dieser Freiheit zu berauben wäre, ihn einzusperren, und ihm somit den Zugang zu Zigaretten zu verwehren. Das ist ja wohl kaum machbar.

Fassen wir zusammen:

1. Dein Freund ist nikotinsüchtig
2. Dein Freund hat die Freiheit weiterzurauchen

Erst wenn Dein Freund (und Du) diese beiden Tatsachen ohne wenn und aber akzeptiert habt, kann der nächste Schritt erfolgen. Dann geht es um die Frage, wie Dein Freund die Sucht überwinden kann obwohl er die Freiheit hat weiterzurauchen. Die Antwort darauf ist einfach: Indem er sich entscheidet, nicht weiterzurauchen, und sich damit alle Vorteile des Nichtrauchens sichert. Diese Entscheidung erfolgt nicht einmal, und dann ist die Sache gegessen. Sie erfolgt jedesmal von neuem, wenn Dein Freund Lust verspürt, sich eine Zigarette anzuzünden. Am Anfang ist das schwierig, denn man könnte ja immer wieder rückfällig werden und sich mal für statt gegen das Weiterrauchen entscheiden. Das ist so, und das ist eine direkte Konsequenz davon, dass Dein Freund die Freiheit hat, weiterzurauchen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Es wird einfacher. Zuerst langsam, dann immer schneller. Nach einem Jahr ist es bereits so einfach, sich für das Nichrauchen zu entscheiden, dass ein Rückfall unwahrscheinlich wird.
Unter einer wichtigen Voraussetzung: Dein Freund muss akzeptieren, dass er immer nikotinsüchtig bleiben wird. Bis an sein Lebensende. Er wird nie Nichtraucher sein. Sondern ein Raucher, der gerade nicht raucht. Wenn er diese Einstellung hat, dann wird er Zigaretten gegenüber immer extrem vorsichtig sein. Dann wird er wissen, dass es die eine Zigarette nicht gibt. Dass die eine Zigarette immer nur die erste von Tausenden ist, die er dann wieder rauchen wird. Und er wird sich hüten, sich diese eine Zigarette jemals anzuzünden.

Ich wünsche Euch beiden viel Glück.
Alexis

paulus
26.07.2007, 16:33
Wie muß man eigentlich drauf sein?
Ich wollte keine Frau, die mich dermaßen drangsaliert und gängelt!
Entweder Du lisbt ihn und bist mit ihm zusammen oder Du suchst Dir aus Prestigegründen einen Wellnesstitan!

Laß ihm doch seine Zigaretten, meine Güte!

paulus
26.07.2007, 16:35
Außerdem wäre ich selber gerne ein Vorbild.
Es belastet unsre Beziehung ungemein...

Mit Toleranz wärst Du gerade in der heutigen Zeit ein Vorbild!
DU belastest die Beziehung ganz gewaltig! Du gängelst, drangsalierst und zwingst ihn zu etwas, was nicht seinem Lebensstil entspricht.
Rauchen ist kein Verbrechen, es ist ein legales Genußmittel!

Matzilein
08.08.2007, 14:35
Hallo Sternchen!

Ich kann gut verstehen wenn Du Dir Sorgen um ihn machst. Schließlich iebst Du ihn. Ich würde mich aber auch fragen: Kann und will ich mit ihm leben so wie er jetzt ist und ihn auch mit Sucht akzeptieren??? Denn er wird erst aufhören wenn ER es beschließt. Besonders wenn er willensstark ist wird er weiterrauchen nur um seinen Willen durchzusetzen.
Alles andere heißt dass Du ihn nicht so akzeptierst wie er ist.

Dein Freund hat nicht die Freiheit zu rauchen. Jeder Süchtige würde es super finden wenn er mit einem Schnipp einfach nicht mehr süchtig und endlich frei wäre. Daher auch so ein riesiger Ansturm auf Champix! Liebe Wunderpille, nimm mir meine Last! Leider hat die nur eine sehr schlechte Erfolgquote von 22% weil keine Pille der Welt die Einstellung Kopf ändern kann. Genausowenig wie ein Akupunkteur oder Hypnotiseur. Dennoch, wem sie "hilft", ist doch super, aber das Problem spielt sich im Kopf ab.

Er ist süchtig und er hat Angst vor dem Aufhören. Angst dass er Verlust erleidet. Das Verhalten beschreibt einen typischen Süchtigen. Versuche doch mal mit einem Alkoholiker oder Heroinsüchtigen zu diskutieren?! Du verlierst die Diskussion! Er nimmt alles mögliche in Kauf wenn man ihm nur seine Droge lässt.

@Paulus
glaubst du denn wirklich er wird irgendwann zu seinen Kindern gehen wenn die 12 (Einstiegsalter) sind und sagen: Liebe Kinder, ich möchte dass ihr ein genussvolleres Leben lebt, fangt doch endlich mal an zu rauchen"????? Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Drogen und die Todesursache Nr. 1 in der westlichen Gesellschaft!

Ich wünsche Euch einen guten Kompromiss!

Die Matzi:blumengabe:

Simplemind66
08.08.2007, 14:51
Ich habe nur an sein Gewissen und Verstand apelliert...indem ich ihm dies wieder in Erinnerung rief

Ist das keine Erziehung? So ähnlich erziehe ich meine Kinder auch.

Du kannst keinen Süchtigen heilen.