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Franka_34
13.07.2007, 10:21
In Anlehnung an den Thread "was-ich-dir-jetzt-sagen-möchte" habe ich mir überlegt, dass es mir und vielleicht auch anderen Rauchern/Nichtrauchern helfen würde, darüber zu schreiben, wie es einem geht mit dem Aufhören, Aufhören-Wollen, der tägliche Kampf, die kleinen Erfolge, vielleicht auch die Rückfälle..

einfach, um sich und die Sucht ein bisschen besser zu verstehen, und den Umgang damit zu lernen...


Ich rauche leider immer noch, habe schon zigmal versucht aufzuhören. ... hier meine Gedanken dazu


Heute morgen bin ich wieder aufgewacht, mit dem schlechten Gewissen. Ich fühle mich miserabel, da ich gestern abend wieder mal ziemlich unkontrolliert geraucht habe...
Vielzuviel. Die übrigen Tage hatte ich Dich - Nikotinbestie - sehr gut im Griff. Nicht mehr als 5 pro Tag und dann gestern..... grrrr.
Der Auslöser war das Telefonat mit meinem frisch getrennten Freund und um die alten Wunden nicht zu spüren, meinte ich wohl rauchen zu müssen, gemeine Falle.
Und das in Kombination mit Wein.
Später auf der anschliessenden Geburtstagsfeier konnte ich dich zwar gut wieder zügeln.
Aber: heute steht wieder fest: in solchen "emotional-labilen" Situationen möchte ich mich an etwas anderem festhalten, als an einem Glimmstengel, der Giftstoffe in meinen Körper transportiert.

Ich hoffe so sehr für mich, dass ich hierfür eine gute Lösung finde.
Die übrigen Situationen kann ich doch sehr gut meistern ohne Dich.

Inaktiver User
14.07.2007, 10:51
Liebe Franka,

die Idee mit dem Tagebuch ist nicht schlecht. Kurz etwas zu meiner Raucherbiographie. Habe mit 14 Jahren angefangen, war schnell süchtig. Mit 27 Jahren habe ich aufgehört und war 17 Jahre lang clean. Dann Hausbau, Megastress. Rauchen wieder angefangen, ein Jahr Pause. Dann Beziehungsstress und wieder der Griff zum Nikotin.

Nun bin ich eine Woche lang nikotinfrei. Ich habe mir für Notsituationen nicoretten-Kaugummis aus der Apotheke geholt, die mir tatsächlich schon zweimal helfen konnten.

Heute morgen habe ich ein starkes Verlangen nach einer Zigarette, will aber stark bleiben. Trotz meiner Raucherkarriere bin ich ein sehr sportlicher Typ und laufe regelmäßig. Nun habe ich mir zum Ziel gesetzt, auch mal einen Marathon hinzubekommen. Dafür muss aber die Lunge top sein. Das sind jetzt so meine Motivationsversuche, endgültig vom Nikotin weg zu kommen.

Außerdem bemerke ich mittlerweile die negativen Auswirkungen des Rauchens ganz unmittelbar. Ich bin ja nun schon 49 Jahre alt und mir fällt auf, dass, wenn ich an einem Tag viel geraucht habe, sich mein Hautbild deutlich verschlechtert. Außerdem hüstele ich in letzter Zeit häufiger.

Ich möchte es so gern schaffen, ganz frei vom Rauchen zu werden. Momentan kaue ich gerade eine nicorette, weil allein das gedankliche Beschäftigen mit dem Rauchen eine Sehnsucht nach dem Glimmstengel auslöst.

Es ist aber wirklich deutlich gesundheitsschädigend. UND ICH WILL NICHT MEHR!!!!!

Herzlichst Bechermalve

Franka_34
16.07.2007, 08:40
lieber Bechermalve,
ich finde es schön, dass du auch deine Gedanken, Erfahrungen mitteilst.
Dass das Laufen ein Motivationsschub ist eine super Alternative und ich kann mir gut vorstellen, dass die Lust am Laufen letztlich stärker sein wird als das gesundheitsschädigende Rauchen. Auf jeden Fall ein sehr guter Ansatz, finde ich toll.
Ich merke immer wieder, wie sehr ich seelisch abhängig bin, bei mir gibt es zumindestens keine körperliche Abhängigkeit vom Nikotin.
Es sind oft Situationen, in denen ich mich haltlos und ängstlich fühle (und das gibt es leider oft) in denen ich zur Zigarette greife, leider auch sehr früh konditioniert worden, mit 15 Jahren.

so auch vergangenes Wochenende,wo ich die Feier mit den vielen fremden Menschen überstehen musste, und die Unsicherheit dabei, entsprechend viel habe ich geraucht, 14 Zigaretten !
Gestern - riet mir mein schlechtes Gewissen - eine Pause zu machen, was auch wieder ohne Probleme geklappt hat, da es gestern keine angstbesetzten Situationen gab.
Das mit dem Hautbild sehe ich auch sofort ! bei mir. Für mich ein weiteres sehr überzeugendes und auch sichtbares Argument, wie schädlich die Giftstoffe sind. Hilft mir hin und wieder auch, wenn ich esmir vor Augen führe, und stattdessen tiefe Atemzüge nehme.

Bin seit längerem auf der Suche nach einem Ersatzprogramm, welches hilft die Ängste in den Griff zu bekommen.
Liebe Bechermalve, eine :blumengabe: für Dich, und ich schicke Dir viel Kraft zum Durchhalten.

Inaktiver User
18.07.2007, 16:55
Nun, dann schreib ich doch auch einfach mal hier ins Tagebuch:
Meine Raucherkarriere begann mit knapp 11 Jahren:peinlich:
Jetzt bin ich 54 Jahre und rauchte etwa 45 Zigaretten täglich.
Die Betonung liegt auf "rauchte".
Ich habe am 22.6.2007 um 21:30 Uhr damit aufgehört, von nun auf gleich und bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Zigarette mehr geraucht.:lachen:
Warum? ganz einfach, ich habe mich für das Leben entschieden:zwinker:

Nachdem ich dem "Sensenmann" zum zweiten Mal noch mal gerade so eben von der Schippe gesprungen bin (habe schwere COPD) hat es endlich bei mir "Klick" gemacht:erleuchtung: :erleuchtung:

Ich muss feststellen:
mir fehlt nichts, es fiehl mir leichter als gedacht, habe keinen morgentlichen Husten mehr und ich bekomme viel leichter Luft:krone auf:

Fussl
19.07.2007, 10:16
Hallo zusammen,

meine Raucher-Karriere hat am 30.03.07 geendet. Ich habe mit 19 Jahren (wie kann man in dem Alter noch sooo blöd sein??!!??) angefangen und habe fast 11 Jahre jetzt geraucht.

Mit ging das von-etwas-abhängig-sein irgendwann auf den Kecks. Willste über´s WE mal kurz verreisen? Geht ja nur, wenn genügend Ziggis da sind denn wer weiß, ob man dort wo man dann ist auch welche für günstiges Geld bekommt, gelle???

Habe dann einfach von heute auf morgen beschlossen aufzuhören. Punkt. Und der Wille hat mich bis heute begleitet. Ich mag nicht mehr...meine Mitmenschen einqualmen, meine gelbe Haut im Spiegel betrachten, unmenge von Geld zum Fenster rausschmeissen, wie ein Drogenabhängiger den Qualm mir reinziehen.
Wer das weiterhin tun möchte, bitte. Aber ohne mich. Und ich fühle mich gut dabei. Punkt. Mehr gibt es hier nicht zu sagen....

Grüße
Fussl

Franka_34
19.07.2007, 10:39
Liebe Pitti, liebe Fussl
vielen Dank für Eure Beiträge !

Pitti, du kannst sehr stolz sein auf Dich und ich wünsche Dir dass Du durchhältst --- es ist nie zu spät


Fussl, hast Du schön gesagt: sich als Drogenabhängiger den Qualm reinzuziehen... ich merke es bei mir selbst auch, wie abstossend ich es eigentlich finde...

Hatte am Dienstag leider wieder einen 14 Zigaretten Tag :knatsch: Davor 2 Tage Pause, seitdem auch weider nicht geraucht.

Der Dienstag war ein Tag, an dem ich mich irgendwie aus meiner Mitte gerissen fühlte und statt auf mich gut aufzupassen, habe ich dann versucht, mich mit den Zigaretten abzulenken...

Grrrr.... aber ich arbeite daran, und werde nicht aufgeben..., bis ich es schaffe, Zigaretten nicht als Beruhigungsmittel mehr zu sehen...

Allen einen wunderschönen Tag :blumengabe:

Inaktiver User
19.07.2007, 11:50
So, Ihr Lieben...
die Gedanken an das Rauchen, die habe ich noch massiv im Kopf. Aber das Nikotinkaugummikauen hilft mir tatsächlich. Nur ist mir leider gestern abend dabei ein Goldinlay aus dem Zahn gebrochen.
Na ja, alles wieder repariert.
Ich befürchte, dass ich mein Leben lang nikotinabhängig bleibe, auch wenn dich dem Rauchen widerstehe.

ICH WILL NICHT MEHR RAUCHEN!!!!

Ich habe keine Lust, die Zigarettenindustrie und den Staat durch die Steuern zu subventionieren. Ich will nicht mehr.
Aber es ist wirklich verdammt schwierig.
Beide Kinder rauchen, Sohn wird jetzt 18, Tochter ist 20. Mann raucht nicht.

Nun stecke ich mir noch ein Kaugummi in den Mund.

Euch wünsche ich viel Kraft, dem Drang zu widerstehen.

Herzlichst, Bechermalve

Franka_34
19.07.2007, 11:55
Liebe Bechermalve,

ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen !

Ich habe mal eine Nichtraucherseminar bei einer Psychologin gemacht, dass ich inhaltlich sehr gut fand, da auch das Augenmerk darauf gerichtet wurde, welchen positiven Ersatz man fürs Rauchen finden kann...

Auf jeden Fall hat sie auch mit Autosuggestionen gearbeitet und ganz wichtig ist dabei, dass man nicht das Wörtchen NICHT verwenden darf. also anstatt zu sagen ICH WILL NICHT MEHR RAUCHEN, besser einen anderen Satz formulieren, ICH WILL AUFHÖREN oder ähnliches weil das Unbewusste das Wörtchen NICHT nicht erkennt und es weglässt. Unser Gehirn speichert nur den Befehl ICH WILL (NICHT) RAUCHEN !

Fand ich interessant und hilfreich ! Liebe Grüße und einen schönen Tag mit vielen positiven Affirmationen