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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panikattacken



Biggi05
12.07.2007, 14:11
Ich bekomme in bestimmten klaustrophobischen Situationen Panik (Aufzug, Auto, engen Räumen) oder wenn ich die Kontrolle verliere (beim Arzt, Stillhalten etc.). Habe mich schon verschiedentlich der Situation gestellt, aber besser ist es nicht geworden. Im Gegenteil. So meide ich diese Situationen und bin sehr in meinem Leben eingeschränkt. Wer weiss Rat oder wem geht es ähnlich??

Chrissiebabe234
12.07.2007, 14:46
Ich bekomme in bestimmten klaustrophobischen Situationen Panik (Aufzug, Auto, engen Räumen) oder wenn ich die Kontrolle verliere (beim Arzt, Stillhalten etc.). Habe mich schon verschiedentlich der Situation gestellt, aber besser ist es nicht geworden. Im Gegenteil. So meide ich diese Situationen und bin sehr in meinem Leben eingeschränkt. Wer weiss Rat oder wem geht es ähnlich??
verhaltenstherapie kann helfen.

trambahn100
12.07.2007, 14:55
Ich bekomme in bestimmten klaustrophobischen Situationen Panik (Aufzug, Auto, engen Räumen) oder wenn ich die Kontrolle verliere (beim Arzt, Stillhalten etc.). Habe mich schon verschiedentlich der Situation gestellt, aber besser ist es nicht geworden. Im Gegenteil. So meide ich diese Situationen und bin sehr in meinem Leben eingeschränkt. Wer weiss Rat oder wem geht es ähnlich??


das ist meines Wissens so gut wie Verhaltenstherapie und hat leider nicht geholfen.

mir ist bekannt, dass Menschen mit psychosomatischen Beschwerden (zum Beispiel starkes Rotwerden) oder Angst, das Haus zu verlassen, durch Thymusklopfen geholfen wurde.

Lizzie64
12.07.2007, 18:10
das ist meines Wissens so gut wie Verhaltenstherapie und hat leider nicht geholfen.

mir ist bekannt, dass Menschen mit psychosomatischen Beschwerden (zum Beispiel starkes Rotwerden) oder Angst, das Haus zu verlassen, durch Thymusklopfen geholfen wurde.

hallo trambahn,

zu deinem ersten punkt: wenn das stimmen würde, könnten ja alle verhaltenstherapeuten augenblicklich ihre praxis dicht machen. ein wenig komplizierter ist denn doch noch. was ein therapeut kann, kann nicht automatisch auch jeder laie, oder?

ein verhaltenstherapeut betrachtet die angst sehr differenziert und identifiziert gemeinsam mit dem klienten die ursachen. das kann ziemlich mühsame arbeit sein. ziel ist es, dieses irgendwann und irgendwie gelernte verhalten wieder zu "verlernen".

darin besteht ja der ansatz der verhaltenstherapie: was man gelernt hat, kann man auch wieder verlernen. auch und gerade sekundäre körperliche reaktionen. ohne die anleitung und die diagnose und vor allem ohne die professionelle distanz des therapeuten funktioniert das nicht.

und die einfache erwähnung des thymusklopfens find' ich nun auch nicht so richtig weiterführend ... kannst du das erläutern?

Mirca
12.07.2007, 18:38
das ist meines Wissens so gut wie Verhaltenstherapie und hat leider nicht geholfen.



trambahn, nix fuer ungut aber einem Menschen der unter seinen Einschränkungen leidet mal eben einen - durchaus evidenzbasiert gangbaren und erfolgreichen - Weg zu versperren mit dem ferndiagonstischen "meines Erachtens" macht nicht wirklich Sinn.

Zumal er dann noch gekoppelt ist mit dem Anschein einer schnellen "einfachen" Loesung. Die gibt es bei Ängsten nicht.
Der Weg raus aus der Angst ist immer Arbeit. Arbeit die sinnvollerweise therapeutisch begleitet ist um eben Überforderungen und daraus resultierende Annahmen wie "ich schaff das nicht mich mit meinen Ängsten auseinander zu setzen" zu verhindern.

Wenn jemand sein Leben (und damit seine Lebensqualität) deutlich aufgrund von Ängsten eingeschränkt hat dann gehts im ersten Schritt ganz sicher darum diese Lebensqualität zuegig wieder her zu stellen. Das wäre dann tatsächlich Verhaltenstherapie.

In manchen Faellen kann es sinnvoll sein danach noch eine tiefergehende Therapie im Sinne von Ursachenforschung und dem Angehen der Ursachen zu machen. Das macht aber erst Sinn wenn die Angsterkrankte erst einmal wieder in der Lage ist ein einigermassen uneingeschränktes Leben zu führen.

Nochmal ganz langsam:
wenn ich z.B. Angst vorm Runtergucken aus grosser Hoehe habe und im Selbstversuch auf den Eiffelturm steige; dabei dann vor Panik umkippe und feststelle es nuetzt mir nichts mich meiner Angst zu stellen dann hat das wirklich gar nichts mit Verhaltenstherapie zu tun.

Diese würde langsam meine Angstschwellen erweitern. Kann ich aus ner Hoehe von 50 cm runtergucken? Prima, klasse, dann probieren wir es mal mit 1 m.... - und steigern uns gaanz langsam auf beispielsweise 10 meter. Und kommen moeglicherweise zu der Entscheidung dass Mensch sehr gut damit leben kann NICHT auf den Eiffelturm zu steigen aber jemandem in einem Hochhaus im 6. Stock durchaus besuchen kann....

Das ist ein voellig anderer Prozess wie sich selbst zu ueberfordern damit das aktuell unmoegliche (z.B. Aufzugfahren) auszuprobieren und daran zu scheitern. Und damit die Angst nur zu verstärken weil ichs ja nicht hinkriege...

gruss mirca
@biggi: ich finds klasse und mutig dass Du nicht gegenüber Deinen Ängsten klein bei geben willst. Verhaltenstherapie könnte Dir schnell wieder mehr Lebensqualität geben. Sie loest ganz klar nicht tieferliegende Ursachen und Probleme. Ander die anzugehen wäre in Deiner Situation sicher auch erst der 2. Schritt. Zuerst gehts ja wirklich darum Deinen Handlungsspielraum im Alltag wieder zu vergroessern :-)

trambahn100
12.07.2007, 20:57
nun, ich habe den entscheidenden Satz dick herausgestellt.

wenn ihr meint, es besser zu wissen, dann nur zu.

ich werde mich nun dem Forumsteil fernhalten.

:blume:

Inaktiver User
13.07.2007, 06:39
@biggi05
wenn du bereits von deinen Situationen sprichst, hast du Klaustrophobie. Vielleicht hast du schon von therap. Verfahren zur Reduktion einer Angst durch systematische Verhaltsenmodifikation gehört, von Desensibilisierung. Nach dem Prinzip der reziproken Hemmung werden in aufsteigender Folge (Angsthierarchie) Angstsituationen in kleinen Schritten durch Entspannung vermieden...

Inaktiver User
13.07.2007, 10:04
Hallo @ Biggi05
ja ich stimme der Verhaltenstherapie und der Konfrontation zu. Ich habe es selber gemacht, Konfrontation ausgehalten, ich habe so eine Wut auf mich selber bekommen, dass ich mit der Angst gesprochen habe. Eine Therapeutin hat mich be gleitet.. aber nicht während der Konfrontation. Ich habe Bücher gelesen, das beste Buch war für mich.. Angstfrei leben .. von Lucinda Basset.
Ich habe auch kleine Schritte gemacht, nicht gleich Berge erklommen. Aber was ich erreicht habe , war für immer ein schönes Gefühl. zb. wenn ich aus dem Fahrstuhl ausgestiegen bin, habe ich eine Faust geballt und gesaagt.. haaa, ich habs`geschafft... versuch es einfach..
Es sind überall Menschen, die auch Angst haben, du bist nicht alleine. Sollte dir mal vor Angst schlecht werden, hilft dir jeder und es gibt überall Notknöpfe.. ich habe sogar ein Flugangstseminar gemacht und diese Ärzte haben es genau erklärt.. Im Zug kann man die Notbremse ziehen, man traut sich aber nicht vor Scham. Aber es sind nur die "Gedanken", die das schlechte Gefühl der Angst auslösen.
Also packs an. !!!! Biggi05
dir alles Gute ..
Theresia

Bummelhummel
22.07.2007, 14:18
Vielleicht versuchst du es nochmal, genau die Situationen auszuhalten, die dir Angst machen. Aber langsam, wie oben beschrieben.
Und dann stelle in der Situation fest, dass es gar nicht so schlimm ist. Dauert ne Weile, klappt auch nicht immer, aber irgendwann gehts. Nur Mut!
Ich bin auf diese Weise meine Panikattacken losgeworden :smile: und irgendwie ist es ein gutes Gefühl, es alleine geschafft zu haben, ich fühl mich seitdem stärker. Was ich nur immer noch nicht gerne mache, ist zB Rolltreppen herunterfahren oder Treppen ohne Geländer herunterlaufen, aber ich mach's, immerhin.

Was mir in kritischen Situationen auch geholfen hat, waren Bachblütentropfen (Rescue Remedy), die sind pflanzlich und in jeder Apotheke frei erhältlich :zwinker: Die hatte (und habe ich immer noch) dabei, so als kleine Sicherheit in der Tasche. Allein das Wissen darüber hilft manchmal schon!

Tja, und ich habe mein sonstiges Verhalten verändert. Ich lass mich nicht mehr stressen. Schon gar nicht von außen. Man muss nicht perfekt sein, davon hat man selbst am wenigsten.

Inaktiver User
22.07.2007, 17:00
Hallo.
es stimmt, man darf sich nicht stressen lassen, alles in Ruhe angehen.
Ich habe so hier und da meine Stützen, gedankliche, zb. habe ich grosses Foto von Anastacia, der Sängerin, die an Brustkrebs erkrankte... sie steht mit erhobener Faust da und darüber steht gross geschrieben: wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Dieses Bild schaue ich mir immer an, wenn ich merke ich komme in eine Paniksituation zb. vor dem Auto fahren.. dann denke ich..was solls, kämpfe dich durch.
Aber ich muss sagen, bei der Hitze ging es mir auch schlecht, da konnte ich auch nichts tun.
Wenn ich auch Angst habe, alleine mit dem Auto zu fahren, ist es mir immer noch lieber, ich stelle mir schöne angenehme Musik ein, und bin dann alleine, als wenn mir jemand dazwischen redet . Ich will mich ja auf mich konzentrieren....
Bummelhummel schreibt es schon ganz gut ... nichts muss perfekt sein..
LG. Theresia

Chrissiebabe234
22.07.2007, 18:12
nun, ich habe den entscheidenden Satz dick herausgestellt.

wenn ihr meint, es besser zu wissen, dann nur zu.

ich werde mich nun dem Forumsteil fernhalten.

:blume:
das ist auch wirklich besser so.

My2Cents
23.08.2007, 10:42
Wer weiss Rat oder wem geht es ähnlich??

Hallo Biggi!
Ich habe genau wie du Panikattacken. Vor einigen Jahren fings bei mir an, es war teilweise so schlimm dass ich nicht mehr rauswollte. Hab dann eine Gesprächstherapie begonnen - fühlte mich aber bei meiner Thera nicht wirklich wohl und es hat mir in dieser Form nicht weitergeholfen. Ich hab dann meine ganze Kraft zusammengepackt, weil so konnte es nicht weitergehen - das war mir klar. Mithilfe vieler Bücher und dem Willen, mein Leben positiv zu gestalten hab ich dann die Panikattacken besiegt... Ein paar Jahre war ich frei von Anfällen.

Leider leide ich jetzt aber seit einem guten halben Jahr wieder darunter, ich weiß auch in etwa warum. Ich habe nämlich mein ganzes Vertrauen einem Mann geschenkt, wo ich jetzt zweifle ob das wirklich so gut war für mich. Im Moment fühl ich mich wieder machtlos und ohnmächtig. Tut aber hier jetzt nicht weiter zur Sache... Im September beginne ich jedenfalls nun eine Verhaltenstherapie. Ich denke schon dass es mich weiterbringen wird.

Wie geht es dir mittlerweile, Biggi? :blumengabe:
Just My2Cents

mary13
23.08.2007, 22:31
Ich bekomme in bestimmten klaustrophobischen Situationen Panik (Aufzug, Auto, engen Räumen) oder wenn ich die Kontrolle verliere (beim Arzt, Stillhalten etc.). Habe mich schon verschiedentlich der Situation gestellt, aber besser ist es nicht geworden. Im Gegenteil. So meide ich diese Situationen und bin sehr in meinem Leben eingeschränkt. Wer weiss Rat oder wem geht es ähnlich??
Liebe Biggi,

probiere es einmal mit Yoga, suche dir aber einen guten Yogalehrer (anfangs ohne Meditation, denn bei Panikattacken ist Meditation nicht empfehlenswert). Das Atmen, wenn man es einmal richtig erlernt hat, hilft, um die Attacke zu lindern, bis sie ganz weggeht.
Ich habe vor vielen Jahren unter Panikattacken gelitten, die dank Yoga im Laufe von 5 Jahren völlig verschwunden sind.
Versuche auch, dir zu überlegen, was du gerne machen möchtest und vielleicht nicht wagst oder kannst. Panikattacken sind meist ein Zeichen von unterdrückten Wünschen (z.B. das Leben zu ändern oder etwas zu realisieren). Frage dich selbst und höre ab und zu in dich, ob die Antwort kommt. Das hilft wirklich!

Alles Gute, lass mal etwas von dir hören, ob du Hilfe gefunden hast.

Mary13