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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entscheidung in den nächsten 48 Stunden



Inaktiver User
10.07.2007, 09:47
mir fehlen die Worte, es tut einfach nur am ganzen Körper weh und irgendetwas hat auf Autopilot umgeschalten.
Ich kann nicht aufhören zu weinen, mir fehlt jegliche Kraft, ich laufe im Nebel.

Gestern rief mein Vater an. Meine älteste Tante liegt in der Nähe von Mailand auf einer Intensivstation. Sie hatte einen Herzinfarkt und wurde wiederbelebt- leider hat es nur für das Herz gereicht und nicht mehr für den Kopf...
Die Ärzte werden in den nächsten 48 h eine Reihe von Untersuchungen machen um zu sehen, ob sie überleben kann mit der Restfunktion des Gehirns oder ob die Maschienen abgeschaltet werden, wenn die Hirntoddiagnostik positiv sein sollte.

Am Donnerstag werden wir abends losfahren, wir haben 2 kleine Kinder- dann sind wir morgends da und ich bin bei ihr.
Ich hoffe von ganzem Herzen dass sie noch solange durchhält-

Anfang des Jahres musste ein sehr guter Freund von uns aus dem Leben gehen, dann starb kurz darauf mein Schwiegervater.

Ich weiß nicht wo ich die Kraft hernehmen soll, das alles zu ertragen.

Selbsts habe ich lange auf Intensiv gearbeitet und deswegen weiß ich eigendlich ja was auf meine Tante zukommt, denn ich habe in den gesamten Jahren keine Wunder erlebt, ich bin zu pessimistisch um zu hoffen dass jetzt bei meiner Tante eins geschieht!

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt...



:kerze:


cara

Inaktiver User
10.07.2007, 15:07
Liebe Cara,

ich wünsche Euch von ganzem Herzen alles Gute...und Dir viel Kraft.
Leider gehört der Tod zum Leben... auch ich habe es vor nicht allzu langer Zeit schmerzlich erfahren müssen, als meine liebste Freundin im Alter von 41 Jahren an Darmkrebs gestorben ist.

Liebe Cara, Du hast 2 Kinder, einen Mann... das ist schon so viel Wert! Versuche, auf die Dinge in Deinem Leben zu schauen, die gut sind! Das wird Dir Kraft geben!

Alles Gute für Dich! :blumengabe:
Estelle

Nadi67
10.07.2007, 15:12
Liebe Cara,

auch von mir einen guten Gedanken an Dich und Deine Tante...!

Ich wünsche Dir viel Kraft, die nächsten Stunden durchzustehen!

Liebe Grüße
Nadi67

Inaktiver User
10.07.2007, 15:13
:kerze:

Liebe Cara,

es ist immer schlimm wenn ein Mensch der uns nahe steht gehen muß. Ich drücke dich mal.

Für Deine Tante, und das weißt du ja selbst am Besten, ist es aber besser so - denn was würde an Leben auf sie zukommen?

Ich wünsche Dir Kraft und dass deine Tante es schafft auf dich zu warten, damit du dich von ihr verabschieden kannst.

Lilie

Inaktiver User
11.07.2007, 09:59
Vielen Dank für Eure lieben Worte.... sie trösten etwas in der furchtbaren Zeit des Wartens...

traurige Grüße
Cara

Inaktiver User
19.07.2007, 10:20
Das Warten nimmt einfach kein Ende...

Nach dem Wochendende konnte die Beatmungsmaschiene abgestellt werden, denn meine Tante schafft es ohne Unterstützung zu atmen.
Aber leider ist das auch schon alles...
Sie liegt in einer Art "Wachkoma" und hängt sozusagen auf diesem Level fest und es geht nicht weiter...
Unsere größte Angst ist, dass der Zustand sich nicht mehr verändert und sie so "bleibt".

Aber was bleibt ausser Warten und Hoffen und Beten??

traurige Grüße
Cara

Inaktiver User
03.08.2007, 10:38
Nach langem Zögern haben sich die ital. Neurologen jetzt doch festgelegt...

Die gestellte Diagnose lautet Coma vigile- also ein Koma aus dem meine Tante nicht mehr erwachen wird.
....manchmal denke ich , es ist besser so- denn was würde sie erwarten?

Ich hoffe es gibt hier im Forum Menschen, die ähnliches erlebt haben und mir berichten könnten, wie sie mit so einer oder ähnlichen Situation umgegangen sind??
Hat jemand einen Angehörigen in der Familie der ebenfalls im Koma liegt??

nachdenkliche Grüße
Cara

Jogni
18.08.2007, 00:11
... man denkt wohl daran, aber man kann es sich nicht vorstellen, wie es dann wirklich sein wird.

Uns hat es jetzt zweifach getroffen.

Schwiegermutter (>80) liegt im Krankenhaus, sie mag kaum mit den eigenen Kindern reden, es ist wohl eine Frage der Zeit ...

Meine Mutter (>70) hat diese Woche einen Herzschrittmacher bekommen und wird jetzt künstlich beatmet, Lungenentzündung, viel Wasser im Körper, im Hintergrund Diabetes, Bluthochdruck, Polyneuropathie ..

Man redet irgendwie sachlich darüber, versucht zu verdrängen, fährt ins Krankenhaus, aber es wird passieren, wenn nicht nächste Woche, dann eben später ... und man ist überhaupt nicht darauf vorbereitet, wie man mit dem Tod umgehen muss.

Ich möchte meine Mutter nicht ansehen müssen, wenn sie gestorben ist. Ich habe ein schönes Bild von ihr, letztes Jahr bei der Konfirmation ... das möchte ich behalten.
Schwiegermutter war Anfang des Jahres hier, ein Konzert, das war schön ... das soll die (letzte?) Erinnerung sein.