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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kann der nachbar das verlangen



babi22
08.07.2007, 10:30
Mal angenommen, ich hätte einen bauplan für mein grundstück. wie lange müsste ich den Bauplan meinem Nachbarn zur Unterzeichnung überlassen? Könnte der fordern, dass er den Plan mehrere Tage behalten darf?
lg babi

Aviva
08.07.2007, 10:35
Keine Ahnung, ob der das darf. Aber ich wuerde ihn lassen, wenn keine dringende Deadline ansteht. Einfach, um nicht schon von Anfang an Zwist mit ihm zu haben. Nachbarschaftsstreitigkeiten koennen sich eklig aufschaukeln.

Woodstock62
08.07.2007, 10:49
Hallo Babi,

Baupläne müssen geprüft werden und wenn ich selbst keine Ahnung davon habe, muss ich jemanden fragen und mich dann halt danach richten, wie dieser Jemand Zeit hat. Es kann also schon etwas dauern, bis Du das Teil zurück bekommst. In der Regel gibt man aber nur Kopien vom Bauplan dem Nachbarn. Womit hast Du also ein Problem?

LG Woodstock

chillypeppa
09.07.2007, 13:09
Es ist durchaus üblich, daß man dem Nachbarn den Plan einige Tage überlässt.
Schließlich soll er das ja mit seiner Unterschrift absegnen.
Mach dir aus, wie lange er dan Plan behalten darf, z.B. 2-3 Tage.

Valentine
09.07.2007, 14:49
hallo,

bei uns wird der plan bei der gemeinde eingereicht. der gemeinderat muss darüber entscheiden. wenn der nachbar den plan ansehen will, geht er meines wissen nach aufs rathaus.

grüssle valentine

junifrau02
09.07.2007, 22:42
Wieso dem Nachbarn den Plan zeigen...oder sogar überlassen??
Das dürfte doch nur dann von Belang sein, wenn er zu irgendwas (Grenzbebauung etc.) zustimmen muss. Ansonsten geht ihn das doch gar nix an, wie ihr bauen wollt.

Margali62
10.07.2007, 15:03
Das stimmt nicht.

Margali62
10.07.2007, 15:10
In den Landesbauordnungen ist u.a. geregelt, wie die Angrenzer beteiligt werden müssen.
Der Nachbar kann sich zum Beispiel auch gegen die Baugenehmigung wehren.

junifrau02
10.07.2007, 22:22
x
Mag sein, dass sich das geändert hat - jedenfalls hat weder jemand von uns, noch wir jemals von den anderen Nachbarn seinerzeit irgendwelche Pläne bekommen.

Margali62
11.07.2007, 07:56
Vielleicht weißt Du das nicht.
Das Beteiligungsverfahren macht das Bauamt.

junifrau02
11.07.2007, 13:52
x
Ich sag ja - mag sein, dass sich das geändert hat. Beteiligungsverfahren heißt doch aber wohl, dass irgendwer an irgendwas beteiligt wird....und wenn wir seinerzeit, als die Nachbarn gebaut haben, an irgendwas beteiligt worden wären, dann wäre mir das schon noch in Erinnerung. Sooo lang ist das dann doch noch nicht her *g*.

Asphaltblume
11.07.2007, 23:01
Ich kenne das auch so, dass wenn man dem allgemeinen Bebauungsplan entspricht, der Nachbar nichts zu melden hat - nur wenn man was bauen will, wo er zustimmen müsste.

babi22
16.07.2007, 07:37
hallo alle miteinader -
wir haben an dem grundstück 11 anlieger (plus ein paar ehepartner). wir haben versucht, jeden zu erreichen, manche standen nicht mal im telefonbuch, also mind. 2 x besuchen und termin ausmachen. ein paar termine wurde wieder abgesagt usw. das geht jetzt 3 wochen. mit dem ersten plan gings genauso lange (der plan wurde geändert, so wie die nachbarn das wollten!). jetzt haben wir uns nochmal bei der gemeinde kundig gemacht und dort meinte man, wenn die bauvorschriften eingehalten werden, brauchen wir keine unterschrift vom nachbar. wir haben jetzt den plan eingereicht mit einer unterschrift und 6 verweigerten unterschriften (die hatten keine lust, den plan anzugucken bzw. sagten, sie brauchen gar nicht unterschreiben, wenn alles nach vorschrift ist). so, jettz gucken wir mal, wie´s weiter geht.
lg babi

junifrau02
16.07.2007, 14:35
...jetzt haben wir uns nochmal bei der gemeinde kundig gemacht und dort meinte man, wenn die bauvorschriften eingehalten werden, brauchen wir keine unterschrift vom nachbar....
Davon ausgehend, dass man zur Nachbarschaft im Grunde ja ein gutes Verhältnis haben will, ist vorher mal nachfragen, ob dies oder das für die Nachbarn ok ist, sicherlich sinnvoll, wenn die grundsätzliche Bereitschaft besteht, an den Plänen noch Änderungen vorzunehmen (so, wie ihr das ja auch gemacht habt).

Wie ich oben schon schrieb....solange ihr entsprechend den Baubestimmungen baut, geht das die Nachbarn überhaupt nichts an.

Ihr hättet auch euren ursprünglichen Plan ohne die von den Nachbarn gewollten Ändeurngen - sofern der nicht von den Baubestimmungen abweicht - einreichen können. Ob dem einen Nachbarn das Dach nicht gefällt, der andere an den Fenstern was auszusetzen hat, der nächste keine Gauben will oder wieder einer gar will, dass da evtl. überhaupt nicht gebaut wird.....alles wurscht.

babi22
16.07.2007, 16:23
hallo jungfr
genau so seh ich das jetzt auch. wegen "guter nachbarschaft" haben wir uns wohl doch ein bisschen zu viel gefallen lassen und haben versucht, es allen recht zu machen, was wahrscheinlich bis zum Nimmerleinstag nie zu machen gewesen wäre.
babi

Nadine2
17.07.2007, 12:33
Wie hier schon genannt muß man Bauanträge im Rahmen des Bebauungsplanes NICHT von Nachbarn bestätigen lassen. Dann gibt es Änderungen die von der Gemeinde toleriert werden könnten (ist ja erstmal nur ein Antrag), die dann aber nur von dem betroffenen Nachbar bestätigt werden kann.

Darüber hinaus gibt es auch Bereiche, die von keinem Bebauungsplan erfasst, aber langfristig sicherer, vorab vom betroffenen Nachbarn zu bestätigen sind. Bsp. Terrasse auf der Garage etc.. Also alle Bereiche, die in Zivilprozessen laufend behandelt werden und nicht Teil eines Bebauungsplanes sind.

Regenwurm
17.07.2007, 13:24
(der plan wurde geändert, so wie die nachbarn das wollten!).

Jetzt bin ich doch neugierig geworden: Was um Himmels Willen haben die Nachbarn denn auszusetzen gehabt??

(Ich frage deswegen, weil ich noch nie davon gehört habe, dass man Nachbarn fragen muss/sollte, und ich davon ausgehe, dass alles, was die Nachbarn stören könnte (zu dicht am Zaun bauen, etc.) sowieso durch den Bebauungsplan abgeklärt, bzw. nicht genehmigt wurde).

junifrau02
17.07.2007, 14:11
Darüber hinaus gibt es auch Bereiche, die von keinem Bebauungsplan erfasst, aber langfristig sicherer, vorab vom betroffenen Nachbarn zu bestätigen sind. Bsp. Terrasse auf der Garage etc.. Also alle Bereiche, die in Zivilprozessen laufend behandelt werden und nicht Teil eines Bebauungsplanes sind.
Dann sind doch aber z. B. diese "Garagenterrassen" auch gar nicht in den Bauplänen als solche ausgewiesen, sondern die Bauherren machen dann einfach aus dem Garagendach eine Terrasse, wogegen sich dann evtl. Nachbarn per Klage wehren. Ansonsten müsste ja jeder die ihm erteilte Baugenehmigung in Frage stellen und vorsichtshalber lieber doch nicht bauen, falls "noch was auftaucht".

Es ging ja auch ursprünglich nicht darum, ob ein Nachbar - um bei deinem Beispiel zu bleiben - sich an einer Terrasse auf dem Garagendach stört bzw. ob es sinnvoll ist, dies oder jenes vorher mit den Nachbarn abzuklären, sondern eher darum, ob ein Nachbar grundsätzlich dem Bauantrag zustimmen muss.

Insofern muss man doch unterscheiden zwischen dem, was sinnvoll wäre, damit es hinterher keinen Ärger gibt, und dem was sein muss, also durch Bestimmungen vorgeschrieben ist.

Zartbitter
17.07.2007, 14:14
In Bayern müssen die Pläne dem Nachbarn zur Unterschrift gereicht werden.

LG zb

babi22
19.07.2007, 20:36
hallo regenwurm -
die nachbarn wollten z.b., dass auf keinen fall der gemeinsame hof von den "neuen mietern/eigentümern" mitbefahren wird. also haben sie verlangt, dass wir eine eigene einfahrt machen. um des lieben friedens willen, haben wir zugestimmt. statt zwei mal zwei Doppelhaushälften wollten sie nur 1 x Doppelhaus und 1 einfamilienhaus.
zartbitter:
ich wohne in bayern und unsere stadt sagt, man braucht keine unterschrift der nachban.
lg babi

Inaktiver User
19.07.2007, 23:53
Zustimmung zu Zartbitter - wir mussten das auch.
Vielleicht kann ja die Gemeinde entscheiden, dass diese Voraussetzung wegfällt?

babi22
20.07.2007, 09:29
hallo tanguera -
habt ihr als nachbarn den plan unterschreiben müssen? wenn ihr den plan nicht unterschrieben hättet, was wäre dann passiert?
lg babi

bellybee
20.07.2007, 11:42
Also, nach meiner Erfahrung (bin Architektin) ist es zumindest in Bayern aktuell so:

Sofern Ihr Euch an das gültige Baurecht haltet (bzw. falls vorhanden, an den gültigen Bebauungsplan für das Gebiet - den es aber längst nicht überall gibt!) benötigt ihr zur Baueingabe keine Unterschrift der Nachbarn.
Die Nachbarschaftsbeteiligung von Eurer Seite oder über Euren Architekten (also über das Vorhaben informieren, Pläne überlassen) ist in diesem Fall lediglich ein Entgegenkommen im Sinne der guten Nachbarschaft...
Üblicherweise werden die Nachbarn spätestens vom Bauamt (Gemeinde) informiert, sobald diese mit der Genehmigung durch ist. Falls die Nachbarn schon vorher von dem Bauvorhaben wissen, können sie die Unterlagen i.d.R. auch bei der Gemeinde einsehen.

Eine Unterschrift ist allerdings in jedem Fall erforderlich, wenn ihr eine Abweichung vom Baurecht plant (also z.B. eine verringerte Abstandsfläche)!

Und - ganz wichtig:
Trotz erteilter Baugenehmigung könnten die Nachbarn immer noch gegen diese klagen!
Das bedeutet zwar nicht, dass Ihr Euer Vorhaben komplett vergessen könnt (da es genehmigt wurde, ist ja davon auszugehen, dass es den gültigen Vorschriften entspricht). Trotzdem kann der Einspruch, dessen Prüfung und Zurückweisung den Baubeginn um Monate (im Extremfall sogar Jahre) verzögern!
Leider knicken manche Genehmigungsbehörden ein, wenn Einsprüche und Gerichtsverfahren drohen, so dass ihr im Extremfall sogar Abstriche bei der Genehmigung hinnehmen müsst!

Also wäre es mein Tipp, die Nachbarn schon vorab freundlich mit einzubeziehen - und ggfls. durchblicken lassen, dass die Vorschriften eingehalten werden. Wenn dem nicht so ist, braucht ihr in jedem Fall die Unterschriften, da das Bauvorhaben dann nur mit Zustimmung genehmigt werden kann.
In so einem Fall ist es schon üblich, Kopien der Unterlagen für 1-2 Wochen zu überlassen, da der Nachbar die Sache sicher gerne in Ruhe überprüfen möchte.

Im umgekehrten Fall möchte man selbst ja auch nicht in 5 Minuten an der Haustüre zu einer Unterschrift gedrängt werden!

Wie sieht es denn aus bei Euch - ist das Vorhaben laut Bauordnung (bzw. B-Plan) genehmigungsfähig?
An sich ist es der Job von Eurem Architekten, dies im Vorfeld zu klären und darauf hinzuweisen, wenn Nachbarunterschriften erforderlich sind!

bellybee
20.07.2007, 11:55
hallo alle miteinader -
wir haben an dem grundstück 11 anlieger (plus ein paar ehepartner). wir haben versucht, jeden zu erreichen, manche standen nicht mal im telefonbuch, also mind. 2 x besuchen und termin ausmachen. ein paar termine wurde wieder abgesagt usw. das geht jetzt 3 wochen. mit dem ersten plan gings genauso lange (der plan wurde geändert, so wie die nachbarn das wollten!). jetzt haben wir uns nochmal bei der gemeinde kundig gemacht und dort meinte man, wenn die bauvorschriften eingehalten werden, brauchen wir keine unterschrift vom nachbar. wir haben jetzt den plan eingereicht mit einer unterschrift und 6 verweigerten unterschriften (die hatten keine lust, den plan anzugucken bzw. sagten, sie brauchen gar nicht unterschreiben, wenn alles nach vorschrift ist). so, jettz gucken wir mal, wie´s weiter geht.
lg babi

Babi, ich hab gerade nochmal nachgelesen -
nach dieser Schilderung würde ich es auch einfach laufen lassen, wenn ihr keine Abweichungen vom Baurecht plant!

Ich kenne die Problematik mit dem Auftreiben der Nachbarn nur zu gut - manchmal gibt es Eigentümergemeinschaften mit 15 Personen, von denen mindestens 4 nach Südafrika oder Neuseeland ausgewandert sind... das macht dann so richtig Spaß, die bei Bedarf alle um Zustimmung zu bitten
:zwinker: :knatsch: !

Allerdings müsstet ihr sowieso nur die Nachbarn einbeziehen, die tatsächlich direkt an Euer Grundstück angrenzen - wenn z.B. eine Straße dazwischen ist, ist das i.d.R. also nicht erforderlich!

Alles Gute fürs weiter Prozedere wünscht
bellybee

Nadine2
20.07.2007, 15:05
#junifrau

Die Fantasie beim Bau- bzw. Umbau ist größer als der Umfang von Bauanträgen, dh man kann nicht alles regeln. Und selbst wenn, der technische oder modische Wandel verlangt eben laufend neue Antworten oder Interpretationen.

Bei uns in BW ist es mW üblich, daß die Nachbarn bei "wesentlichen Umbauarbeiten" gehört werden. Das heisst sie erhalten Unterlagen vom Umfang der Bauarbeiten und dann können sie Einspruch einlegen oder zustimmen/nicht antworten. Der Einspruch wird dann im Einzelfall geprüft. Der Vorteil ist natürlich, das potentielle Streitigkeiten VOR Bauausführung geklärt werden (die Zustimmung überträgt sich auch auf evtl. spätere Eigentümer). Wir wurden z. Bsp. vom Amt über zusätzliche Dachfenster und die Umnutzung eines Schuppens in wohnänliche Flächen bei Nachbarn befragt.

babi22
21.07.2007, 18:40
hallo bellybee (was für ein name :)))
wir sind der gleichen meinung, die beschriebenen 11 anlieger usw. müssten tatsächlich alle unterschreiben. einer hat sich in der zwischenzeit selbst kundig gemacht und uns dann gesagt, dass er gar nicht unterschreiben müsse, wenn alle vorgaben eingehalten werden.
Nadine2,
ich hab geschrieben, dass ich in bayern wohne, es handelt sich auch nicht um einen umbau etc - ich kann leider mit deiner antwort nichts anfangen - danke trotzdem
lg babi