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Ihremutter
05.07.2007, 22:42
Hallo,
ich hatte letztens einen Termin bei einer möglichen neuen Therapeutin. Ich stecke gerade in einer Trennung, merke aber, dass in mir viel mehr hochkommt als nur der Schmerz wegen des Endes meiner Beziehung...es geht auch um Sachen aus der eigenen Familie, Mutterbeziehung etc.

Die Therapeutin hat mit abseits einer Gesprächstherapie eine Psychoanalyse vorgeschlagen: 2 x die Woche auf die Couch. Sie sagte, dass man damit tiefer zu den unbewußten Dingen vordringen kann, dass die Bearbeitung der Sachen teilweise aber sehr schmerzhaft sein kann. Sie sprach davon, dass das kein Spaziergang wird, dass mir das klar sein müsse.

Ich bin etwas zwiespältig, ob das für mich der richtige Weg ist. Es klingt hart und aufwendig, aber andererseits...wenn man damit bestimmte Probleme wirklich in ihrer Tiefe bearbeiten kann...

Mich würde mal interessieren, was für Erfahrungen Ihr damit gemacht habt.

Muss es schmerzhaft sein? Hat es Euch weitergebracht? Und wenn ja, wie? Lohnt sich der Aufwand?

Ein bißchen denke ich schon: wenn nicht jetzt, wann dann?

Es wäre schön, wenn Ihr mir berichten würdet.

Ihremutter

Inaktiver User
09.07.2007, 06:14
...Siegmund Freud läßt grüßen - schön und gut
heute ist Kurzzeittherapie gängig, auch hinsichtlich der Kosten.
Man muss nicht mehr rückwärts jahrelang durch die Hölle gehen, um vorwärts unbeschwert weiterleben zu können.
Wenn in einem Lebenseinschnitt wie Trennung auch verständlicherweise andere Themen mitlaufen, möchtest du ja sicher aktuell eine begleitende Unterstützung und so wäre eine Möglichkeit die systemische Familienstellung, um für dich auszuloten, was für dich wichtig ist, um deine aktuelle Situation gut zu durchlaufen und welche Themen du anschauen möchtest, aber zu einem späteren Zeitpunkt, wenn du dafür Raum und Kraft hast...

Ihremutter
10.07.2007, 09:20
...
Man muss nicht mehr rückwärts jahrelang durch die Hölle gehen, um vorwärts unbeschwert weiterleben zu können.

Genau das ist es, was mich die ganze Sache in Frage stellen läßt.

Die Therapeutin macht übrigens auch die Famlienaufstellungen, die du erwähnst.

Ich hatte eigentlich gedacht, dass auch bei der Psychoanalyse mein JETZIGER Schmerz ein Thema ist...und nicht nur die Vergangenheit. Nur, wenn das so ist, macht die Psychoanalyse für mich überhaupt Sinn. Ich muss die Therapeutin darauf noch einmal ansprechen. Wir sind ja sowieso noch in der "Beschnupperphase".

Danke für deine Hinweise.
Ihremutter

Inaktiver User
13.07.2007, 11:26
...
Man muss nicht mehr rückwärts jahrelang durch die Hölle gehen, um vorwärts unbeschwert weiterleben zu können.


muss nicht? hilft das andere - was - denn besser dabei?



Ich hatte eigentlich gedacht, dass auch bei der Psychoanalyse mein JETZIGER Schmerz ein Thema ist...und nicht nur die Vergangenheit. Nur, wenn das so ist, macht die Psychoanalyse für mich überhaupt Sinn. Ich muss die Therapeutin darauf noch einmal ansprechen. Wir sind ja sowieso noch in der "Beschnupperphase".

Danke für deine Hinweise.
Ihremutter

hallo ihremutter (seltsamer nick :smirksmile: ),

ich habe auch schon an soetwas gedacht. du musst nur mal in den nachbarstrang von mir schauen, dann weisst du, warum. :smirksmile:

aber ich habe mir sagen lassen müssen, dass soetwas bis zu fünf jahren dauern kann und was ich auch vorher abschätzen können möchte sind die kosten, die dabei auf mich zukommen können. schliesslich bezahlt hier nicht die krankenkasse, wie bei einer bewilligten theraphie, oder? (ich weiss bei dem wort nie, wo da die "h"'s hingehören. mache es immer wieder falsch, obwohl ich schon zigmal im wörterbuch nachgeschlagen habe.)

ausserdem frage ich mich auch, wie sinnvoll so eine analyse sein könnte? inwieweit kann ich mir zumuten, dass ich die verantwortung für mich selbst an meine analytikerin abgebe?

würdest du mir von deinen beschnupperungssitzungen erzählen? vielleicht hilft dir auch meine meinung zu deinen eindrücken dabei weiter.

lieben gruss
lady_julia

ps: es tut mir leid, dass ich dir auf deine frage nicht raten kann. aber immerhin sind wir zwei mit demselben problem. :blumengabe:

Ihremutter
13.07.2007, 14:14
Hi Lady Julia,

mir hat die Therapeutin auch gesagt, dass man als Therapiezeit ca. 10% des Lebensalters rechnen muss, bei mir also ca. 4 Jahre. Mir wurde allerdings gesagt, dass die Analyse von der Krankenkasse bezahlt wird.

Ich habe dein posting gelesen...Junge, Junge...bei mir ist es ähnlich und anders zugleich. Und gerade wegen meiner problematischen Mutter-Beziehung hat mir mein ursprünglicher Therapeut geraten, lieber zu einer Frau zu gehen. Er sagte, mit einer warmherzigen, guten Therapeutin kann das besser bewältigt werden. Er hatte mich auch zu ihr "überwiesen".

Ich seh mal, dass ich berichte, aber wundere dich nicht, ich fahre direkt nach dem Termin bei der Dame für 2 Wochen in Urlaub.

liebe Grüsse
ihremutter

Inaktiver User
13.07.2007, 15:27
Hi Lady Julia,


Ich seh mal, dass ich berichte, aber wundere dich nicht, ich fahre direkt nach dem Termin bei der Dame für 2 Wochen in Urlaub.

liebe Grüsse
ihremutter

macht doch nichts. :smirksmile: die 2 wochen kann ich jetzt auch noch warten.

schönen urlaub :musiker: :entspann:

liebe grüsse
lady_julia

Inaktiver User
14.07.2007, 09:41
@lady-Julia
...auch wenn es dir so scheint, du gibst nicht deine Verantwortung für dich an eine Psychoanalytikerin ab, du ziehst ihre Beratung und Begleitung hinzu, während du Maßnahmen einsetzt, die dir nicht vertraut sind...

Inaktiver User
18.07.2007, 23:03
@Ihremutter,

Ups, dein Nick lässt ja schon auf Mutterprobleme schliessen:smirksmile:

Nein im Ernst, ich befinde mich seit ca. einem halben Jahr in der Analyse. Auch wegen einer leidigen Trennungsgeschichte. Meine Therapeutin sieht sich als "wohlwollende Begleitung", erzwingt nichts, lässt mir sehr viel Raum.. Ich habe es bisher als grosse Hilfe empfunden, sie hat vieles relativiert. Nein, es ist nicht leicht, es nimmt sehr viel von Dir an Zeit in Anspruch. Damit meine ich nicht die tatsächlichen 2 Wochenstunden, nein, es ist einfach die Zeit, die die Verarbeitung in deinen Gedanken und Gefühlen braucht. Ich habe schon vieles von mir kennengelernt, neu für mich entdeckt. Klaro, vielleicht täte es ein Placebo auch - aber ich denke, es ist auch kolossal spannend!

Im übrigen bin ich bisher noch durch keine "rückwärtige Hölle" gegangen, dafür ist doch die Professionalität meiner Therapeutin zu groß! (Allerdings die Suche nach derselben kann sich als Höllentrip entpuppen.. )

Die Kosten werden übrigens von der Kasse übernommen , erst einmal 160 Stunden! :ooooh: Der Therapeut schreibt einen Bericht an die Kasse, dieser wird an einen Gutachter (Anonym) weitergegeben und danach wird entschieden. Ist nciht unbedingt die schnellste Angelegenheit! :knatsch:

Ich hoffe, Dir bei deiner Entscheidung weitergeholfen zu haben Gruss kating

Regan
19.07.2007, 12:52
Also, die heutige Psychoanalyse hat mit dem, was Sigmund Freud so alles entwickelt hat, nicht mehr sehr viel zu tun. Klar, Freud war zwar der Begründer, aber seither hat sich doch sehr viel getan. Als "rückwärtigen Gang durch die Hölle" kann ich die Analyse wirklich nicht bezeichnen. Sicher, manche Themen fallen nicht leicht, aber ich entscheide worüber ich reden möchte. Der Therapeut gibt da nichts vor, sondern geht nur auf das ein was man selber sagt.

Wichtig ist nur, daß man einen geeigneten Therapeuten findet, bei dem man das Gefühl hat, daß es "hinhaut". Aber auch bei dieser Suche wird man von der Krankenkasse unterstützt, 5 "Schnupperstunden" werden von der Kasse in jedem Fall übernommen, und das bei 3 Therapeuten. Also, 5 Stunden pro Therapeut. Und wenn man einen geeigneten Therapeuten gefunden hat, geht es weiter wie kating bereits beschrieben hat.

Ich kann die Analyse nur weiterempfehlen, ich habe dabei sehr viel über mich und über die Menschen in meinem Umfeld gelernt.

LG,
Regan

Inaktiver User
20.07.2007, 10:06
hallo zusammen,

vielen dank für die antworten hier.....mir helfen sie eine menge weiter. ich werde sicher soetwas demnächst mal über meinen hausarzt in angriff nehmen. er kann mir vielleicht auch einige adressen empfehlen.

ich würde mich sehr freuen, wenn ihr etwas mehr über eure bisherigen erfahrungen in einer psychoanalyse erzählen würdet....

vielen dank :smile: :blumengabe:

lady_julia

Regan
20.07.2007, 11:05
Hallo lady_julia,

welche Fragen hast Du denn? Ist vielleicht einfacher so rum :zwinker:

LG,
Regan

Inaktiver User
21.07.2007, 14:43
Also, die heutige Psychoanalyse hat mit dem, was Sigmund Freud so alles entwickelt hat, nicht mehr sehr viel zu tun. Klar, Freud war zwar der Begründer, aber seither hat sich doch sehr viel getan. Als "rückwärtigen Gang durch die Hölle" kann ich die Analyse wirklich nicht bezeichnen. Sicher, manche Themen fallen nicht leicht, aber ich entscheide worüber ich reden möchte. Der Therapeut gibt da nichts vor, sondern geht nur auf das ein was man selber sagt.


vielen dank regan, :Sonne:

diese informaton war die erste wichtige für mich.
ich bin schon froh, dass die heutige psychoanalyse nicht mehr allzuviel mit sigmund freud zu tun hat, denn soviel ich weiss, ist der teilweise inzwischen überholt.

wie soll ich deinen weiteren teil verstehen? wartet der therapeut ab, worüber ich mit ihm reden will? das ist zumindest in soweit klar, dass er ja irgendeinen ansatz braucht. aber heisst das, dass jede sitzung wieder von vorn beginnt?

vielleicht erkläre ich einmal, wie ich auf die idee gekommen bin:

ich habe schon zweimal in meinem leben eine verhaltenstherapie machen dürfen. nachträglich bin ich aber zu dem schluss gekommen, dass ein gespräch mit guten freunden mir vielleicht dasselbe gebracht hätte. ich schleppe allerdings probleme mit mir herum, die weder von mir verursacht wurden, noch dass ich sie abschütteln könnte, wie ein altes kleid. und ich hoffe, dass so eine analyse sich mit meiner kindeit auseinandersetzt, vielleicht sogar mit dingen, an die ich mich nur bruchstückhaft erinnern kann, damit ich endlich weiss, warum ich mich als erwachsene so verhalte, wie ich mich verhalte. denn ich kann nicht aussteigen aus diesem kleid bzw. dieser uniform.

dazu kann ich den nachbarstrang "psychoterror wird zur normalität" zur besseren information empfehlen, solltest du, oder jemand anderes in diesem strang, sich die mühe machen, dort nachzulesen. dort erfahrt ihr allerdings nur von den ursachen, weniger von den schrecklichen wirkungen derselben. (und schon wieder klingt es, als würde ich die erwachsene den eltern des kindes in die schuhe schieben wollen, nicht wahr? dem ist nicht. ich habe nicht diese absicht. ich weiss nur, dass jeder andere an meiner stelle, sich anders entwickelt hätte, trotz gleicher vorraussetzungen. es bin also ich, um die es geht. und das kind "ich", nicht meine eltern. meine eltern sind sicher viel leichter erklärt.)

ich habe über literatur erfahren, dass sich solche analysen auch mit sogenannter - also mit einer art schocktherapie um das gedächtniss aufzufrischen - suggestion oder.....mir fällt jetzt, wo ich es brauche das wort nicht ein...arbeiten.

aber das kann auch ein dummes gerücht sein, etwas dass ein schriftsteller, dessen lieblingsthema ein gestörter mensch in behandlung war, sich einfallen liess. verdammt, ich habe es gestern bzw. vorhin noch gewusst, aber der fachbegriff ist mir einfach entfallen...

mein bruder hat einen freund, der psychologe ist, damals, zur zeit ihrer ersten bekanntschaft, erst zu studieren begonnen hat. mein bruder gab mir den rat zu so einer analyse. ich hatte aber nicht das bedürfniss gerade ihn oder seinen freund um diesbezügliche vermittlung zu bitten.



Ich kann die Analyse nur weiterempfehlen, ich habe dabei sehr viel über mich und über die Menschen in meinem Umfeld gelernt.

LG,
Regan

direkte fragen zu stellen, ist schwer. ich könnte dich fragen, wie so eine sitzung in etwa vonstatten geht? kann sie mir die ursachen meine verhaltens erklären?

ich muss erstmal nachdenken. aber sicher fallen mir noch weitere fragen ein?

lg
lady_julia

Regan
22.07.2007, 15:17
Hallo lady_julia,

so viele Dinge auf einmal, zu denen ich Dir etwas sagen möchte... Ich fange am besten mal irgendwo an, und zum Ablauf einer Analyse komme ich dann.
Deinen anderen Strang lese ich still mit, bin also mit diesem Thema vertraut. Ich weiß bzw. kann verstehen daß es nicht um Schuldzuweisungen geht, sondern daß Du (wahrscheinlich so wie ich) “nur” verstehen möchtest. Spätestens in der Analyse habe ich gelernt daß ich mit Schuldzuweisungen nicht weiterkomme, meine Eltern sind schließlich auch nur Menschen. Mir ist zwar nichts widerfahren, was mit Deiner Kindheit vergleichbar wäre, aber ich sage mal, daß jeder sein Päckchen zu tragen hat.

Ich finde es richtig, daß Du damals Deinen Bruder bzw. seinen Freund nicht um Rat oder Vermittlung gebeten hast. Schließlich sollte so eine Vermittlung von jemandem kommen, zu dem Du einen professionellen Abstand hast wie das z.B. beim Hausarzt oder einer Beratungsstelle oder so etwas der Fall ist.

Die Psychoanalyse wie sie zu Freuds Zeiten war schwebt nach wie vor durch die Köpfe vieler, das war bei mir auch so. Ich würde sagen, daß viele Grundzüge dessen, was Freud entwickelt hat, nach wie vor bestehen (wie z.B. daß der Analysand auf der Couch bequem liegt und der Therapeut außer Sicht hinter der Couch sitzt), aber vieles wurde auch modernisiert. So ist es heute z.B. normal, 2 Sitzungen pro Woche zu machen (und nicht mehr 4-5 wie früher üblich).

Ich erzähle mal, wie meine Analyse so ungefähr abläuft. Ich bin zu einer psychologischen Beratungsstelle gegangen und von dort aus an meinen jetzigen Therapeuten verwiesen worden. Dort hatte ich zunächst 5 “Schnupperstunden”, die werden von der Kasse auf jeden Fall bezahlt und sollen ein wenig dem Kennenlernen dienen. Bei mir hat es zum Glück gleich beim ersten Therapeuten gepaßt, ich habe also nicht groß suchen müssen. Kaffee trinken gehen möchte ich zwar nicht mit ihm, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Ich fühle mich gut aufgehoben bei ihm, das ist das Wichtigste.

Noch bevor die 5 Schnupperstunden vorüber waren, hat mein T. (ich kürze das jetzt mal ab) gebeten einen Lebenslauf zu schreiben, wo Dinge drinstehen sollen, die ich für die Analyse und für das Gutachten, das er für die Kasse schreibt, wichtig sind bzw. die ich für wichtig halte. Er meinte auch, daß in fast allen Fällen die Analyse von der Kasse übernommen wird; daß ein Gutachten mal abgelehnt wird, hat er entweder noch nicht oder nur selten erlebt, so genau weiß ich das nicht mehr. Er hat mich auch formulieren lassen, was ich mir von der Therapie erhoffe, ich weiß aber nicht mehr, ob das in dem Lebenslauf war oder in einer Sitzung. D.h. Du kannst Dir sehr wohl ein Ziel setzen, was Du erreichen möchtest.

Zu den Sitzungen: Sie dauern normalerweise 50 Minuten und laufen folgendermaßen ab: Normalerweise komme ich ins Zimmer, lege mich auf die Couch, er sitzt hinter der Couch in einem Sessel und wartet daß ich anfange. D.h., ich suche die Themen aus. Er sagt NICHT, “erzählen Sie mir aus Ihrer Kindergartenzeit”, oder so etwas, sondern ich erzähle etwas, und er geht ggf. darauf ein, fragt nach, oder ich frage ihn etwas. Ich erzähle nicht nur rein über mich, sondern auch über meine Familie, Freunde, je nachdem um was für eine Situation es gerade geht. Ich rede über das, was mir gerade in den Sinn kommt (meintest Du freie Assoziation oder so etwas? Sag Bescheid wenn Dir der Begriff wieder einfällt. Von einer Art Schocktherapie habe ich noch nie gehört, aber es gibt sicher auch verschiedene Ansätze der Analyse), oder auch über Träume.

In einer Analyse reflektierst Du Dein eigenes Verhalten, sowie auch das Verhalten anderer. D.h. Du denkst laut darüber nach, hast einen Zuhörer, dem Du Fragen stellen kannst (z.B. warum hat meine Mutter soundso gehandelt), der Dir Antworten gibt und Möglichkeiten aufzeigen kann. Möglichkeiten, wie Du Dich anders verhalten könntest (weil, auch wenn andere ihr Verhalten nicht ändern, Du hast immer noch die Möglichkeit, Dein eigenes Verhalten zu ändern). Ich z.B. habe gelernt, daß meine Schwester mich bisher auf die Palme bringen konnte mit dem was sie gesagt hat, aber daß ich nicht zwingend auf die Palme raufklettern muß. Sondern daß ich auch an der Palme vorbeigehen kann. Diese Erkenntnis klingt zwar einfach, aber ich habe ganz schön lange gebraucht bis ich dahin gekommen bin. Ich sehe es so, daß ich in der Analyse sehr viel selber erarbeite durch Reflektion, und daß der T. mein professioneller Begleiter und Ratgeber ist. Er setzt mir nichts vor, sondern wartet, bis ich soweit bin. Er dirigiert mich höchstens ein wenig in die richtige Richtung.

Generell gesehen geht die Analyse den Ursachen auf den Grund. Verhaltenstherapien sollen die Symptome beseitigen, z.B. daß jemand keine Flugangst mehr hat, ohne groß nach den Ursachen zu suchen oder sie zu beseitigen. Die Psychoanalyse hingegen bietet kein direktes Mittel gegen die Flugangst, sondern fragt woher sie kommt. Das dauert zwar länger, aber - so die Theorie - ist die Ursache beseitigt, dann gibt es auch kein Symptom mehr. Insofern kann eine Analyse durchaus eine Möglichkeit sein, Dir weiterzuhelfen. Bei mir zumindest hat sie für ein besseres Verständnis für die Situation meiner Eltern und Schwester gesorgt, d.h. ich sehe jetzt besser (oder überhaupt) warum sie wahrscheinlich so handeln wie sie es nun einmal tun. Und wenn ich das verstehe, dann habe ich selbst auch die Möglichkeit etwas zu ändern.

So, das war jetzt ganz schön viel auf einmal... ich hoffe, Du kommst klar damit! Wenn Du noch andere Fragen hast, immer her damit :zwinker: Öffentlich oder per PN, was immer Dir lieber ist.

LG,
Regan

Inaktiver User
23.07.2007, 10:56
Ich kann die Analyse nur weiterempfehlen, ich habe dabei sehr viel über mich und über die Menschen in meinem Umfeld gelernt.


dem kann ich mich nur anschliessen.
ich habe vor allem viel über mich erfahren, warum ich mich in bestimmten Situationen "so" verhalte. ich habe erkannt wo meine schwierigkeiten liegen und woher sie kommen, was sehr wichtig war und mir das leben nun leichter machen weil ich vieles verstehen kann wo ich früher immer nur dachte, warum bin ich so, warum reagiere ich immer so...

Regan hat ja schon ziemlich genau beschrieben wie eine sitzung abläuft. ich hatte auch einige regressionstherapie sitzungen, die mich letztendlich an mein problem direkt rangeführt haben, das war zwar z.t sehr aufwühlend aber auch unglaublich hilfreich.

ich bin jetzt in der "ausschleichphase" und werde meine therapie im november beenden, insgesamt hat diese therapie 5 jahre gedauert (wobei ich seit einem jahr nur noch 1 x pro woche gehe und ab jetzt 14 tägig).

wie gesagt ich fand es sehr aufschlussreich für mich aber auch sehr ineressant für viele andere dinge, ich sehe andere menschen und bestimmte situationen inzwischen mit anderen augen.

liebe grüsse:blumengabe:

Inaktiver User
25.07.2007, 17:11
hallo regan und znowie,

vielen dank für die ausführliche darstellung, regan :blumengabe: :blumengabe:

ich glaube, dass hat mir schonmal wesentlich geholfen für die ersten schritte.

eure postins hab ich separat kopiert, weggespeichert und gleich nocheinmal gelesen. :smirksmile:

ich habe jetzt erstmal eine fülle von informationen und denke darüber nach. :buch lesen: vielleicht führt mein nächster schritt auch gleich zu meinem hausarzt.
und ich bin sicher, da werden noch einige fragen auftauchen.

ersteinmal nochmal vielen dank für eure mühe !!! :allesok:

Ihremutter
09.08.2007, 22:29
Hallo an @,

ich habe nach einer weiteren Beratungsstunde mit der Therapeutin nun entschieden, mich auf die Analyse einzulassen. Sie hat einiges gesagt, was ich hier auch imThread wiedergefunden habe, so unter anderem, dass es selbstverständlich auch um meine derzeitigen Probleme und meinen Schmerz ginge und eben nicht nur um die Vergangenheit.

Habe jetzt ein Formular für die KK erhalten, das mein Hausarzt ausfüllen muss.

Bin mal gespannt, 2x die Woche erscheint mir ganz schön raumgreifend, aber ich habe irgendwie das Gefühl: jetzt muss es sein.

Danke für Eure Beiträge, die mich auch ermutigt haben.

Ihremutter