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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mutti ist weg



meine_Dicke
04.07.2007, 21:46
Ich kann es einfach nicht glauben.- am Freitag hat mich meine Mutti verlassen.
Sie hatte fünf Tage vorher Hirnblutungen und fiel sofort ins Koma. Als ich sie fand, war sie schon bewußtlos. Dann fünf Tage Intensivstation.... Am Freitag abend ist sie dann einfach eingeschlafen.
Seitdem habe ich das Gefühl, die Erde dreht sich nicht mehr. Wie konnte Sie mir das antun, sie war doch gerade erst 70 Jahre alt und nie ernsthaft krank? Mein Papa liegt im Pflegeheim und leidet an Demenz, er versteht uns schon lange nicht mehr - leider. Nun habe ich plötzlich beide nicht mehr.
Ich habe das Gefühl neben mir zu stehen, begreife gar nichts, reagiere nur.
Ich habe alle Beerdigungsangelegenheiten für die Trauerfeier am Freitag organisiert (Sarg, Urne, Blumen, einfach alles) und nun bin ich wie leer. Am meisten Angst macht mir nun die Trauerfeier. Ich weiß nicht, wie ich dies überstehen soll?

Es hat mir in den letzten Tagen sehr geholfen, hier zu lesen. Nun hatte ich das Bedürfnis, auch etwas zu schreiben. Aber es kommt mir alles so unwichtig vor.
Ich war in den letzten Jahren fast täglich mit meiner Mutter zusammnen und nun ist sie einfach weg und kommt nicht mehr wieder. Ich kann es nicht in Worte fassen.

Ich habe in diesen Tagen aber schon eines gelernt: Ich fühle, wie sehr ich meinen Mann liebe. Er ist immer für mich da, tröstet und hilft mir , auch ohne Worte.
Lieber Detlef, ich liebe Dich unbeschreiblich...

Und Du , liebste Mutti, ich kann Dich hören, wie Du sagst: "Ach, meine Dicke, Du schaffst das schon! " Ich hoffe.........

:liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe: :liebe:

Inaktiver User
04.07.2007, 21:55
Die ersten Tage sind einfach schrecklich - da kann nur ein stiller Gruß das Beileid ausdrücken. :blume:
Ich wünsche Dir, dass Du die nächsten Tage und besonders den Freitag erstmal bewältigst. Schön, dass Du an Deinem Mann so eine gute Stütze hast. Deine Mutter wußte das bestimmt auch, als sie gegangen ist. Und jetzt beschützt sie Dich aus ihrer neuen Welt heraus und läßt Dich sicherlich nicht alleine.

LG Kranich

Inaktiver User
04.07.2007, 21:59
Hallo Du,
ich habe in diesem Forum noch nie was geschrieben, aber jetzt habe ich schon beim Lesen Deines nicks Tränen in den Augen.
Sie muss Dich sehr liebgehabt haben!!!
"Du schaffst das schon"...ich glaub', das ist der schönste Satz, den eine Mutter ihrem Kind hinterlassen kann.
Und ich danke Dir, dass Du mich erinnerst, diesen Satz meinem Kind mitzugeben.:blume: :blume: :blume: tarasjugina

Ricarda44
04.07.2007, 22:02
@meine_dicke

Du hast in Deinem letzten Satz genau das gesagt, was Deine liebe Mutter sich wünschen würde.
Du kennst sie genau. So wie sie Dich kennt.

Auch wenn Ihr beide jetzt körperlich von einander getrennt seid - Eure Verbindung der Liebe bleibt auf ewig.

Alles, was Du fühlst, was Du meinst, was sie Dir jetzt sagen würde - nimm es als ihre Worte.
Denn es sind ihre Worte, nur hat sie leider keine andere Möglichkeit mit Dir zu sprechen.

Das ist die Sprache der Herzen.
Diese verstehen nur Menschen mit einer tiefen, innigen Verbindung.
Und die habt Ihr beide im Leben gehabt.

Höre drauf, was die innere Stimme Dir sagt und Du wirst nie allein sein.

Alles Liebe für Dich.

teichmuschel
04.07.2007, 22:06
Hallo,

auch ich möchte Dir ein wenig Kraft und Trost schicken für die nächsten Tagen. Du wirst die Trauerfeier am Freitag schaffen.
Auch ich hatte Angst vor der Beerdigung meiner Mutter und muss im nachhinein sagen. "Es war nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte". Viele liebe Menschen waren da und haben ebenso um meine Mum getrauert wie ich. Das hat mir in der schwierigen Zeit wirklich sehr geholfen.
So wie Deine Mama schon sagte: "Du schaffst das schon". Und das wirst Du auch. In Gedanken bin ich bei Dir.

Liebe Grüße
Teichmuschel

Inaktiver User
05.07.2007, 09:29
Wenn die Mutter geht, geht auch ein Stück unserer Kindheit. Aber die Liebe, die euch verbunden hat, wird ewig bleiben.

Meine Mama hat mich vor 18 Monaten verlassen. Der Schmerz packt mich immer noch wie eine feste Eisenkralle.

Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit.


Alles, was schön ist,
alles, was heilig ist,
nennt das Wort dir: eine Mutter

Alles, was Leid heißt,
trostlos entbehren,
klingt in dem Wort dir: keine Mutter

(Ricarda Huch)

wolfsmond
05.07.2007, 20:42
Hallo meine Dicke,

ich wünsche Dir viel, viel Kraft für die Trauerfeier morgen. Es wird bestimmt sehr schwer für Dich, aber Du hast doch Deinen geliebten Mann an Deiner Seite, der Dich stützt und stärkt!

Und Deine Mutti ist nicht weg, sie ist nur auf der anderen Seite des Weges!
Höre ihr immer gut zu, was sie Dir zu sagen hat!!!:liebe:

Fühl' Dich gedrückt.
Ich denke morgen ganz fest an Dich.

vg
wolfsmond

Inaktiver User
05.07.2007, 23:16
Für morgen ganz viel Zuversicht, dass Du Deinen Weg gehst mit Deiner Mutter an der Seite. Sie wird Dir ab jetzt immer die Hand reichen und einen Platz in Deiner Nähe haben.

Morgen wird ein trauriger Tag -egal, was wir hier tröstliches für Dich schreiben. Vielleicht gibt es Dir ein wenig Wärme zu wissen, dass hier Menschen an Dich denken, die Vergleichbares erlebt und auch überstanden haben oder auf dem Weg dahin sind.

Eine :kerze: für Dich und Deinen Mann; eine :kerze: für Deine Mutter.
:blumengabe:

meine_Dicke
07.07.2007, 09:37
Hallo Ihr Lieben,

herzlichen Dank für Eure aufmunternden Worte.

Und...

Ich habe den gestrigen Tag der Trauerfeier überstanden !!! Ich hatte solche angst, es nicht zu schaffen, aber es hat geklappt. Für einige Momente war ich schwach, dachte ich müßte auch sterben.... Aber da war mein Mein und hielt meine Hand. Und dann ein Blick neben mich, da saß mein 17jähriger Sohn, der seine Oma über alles geliebt hat. Und schon war ich wieder die "Starke", habe ihn getröstet und wußte in diesem Moment, das meine Mutti es genauso gemacht hätte mit mir.

Dann überlegte ich einen Augenblick und wußte, meiner Mutti hätte diese Trauerfeier, die wunderschöne Rede, die Blumen, die vielen Menschen... es hätte ihr gefallen. Ich hatte also alles richtig gemacht!

Nun quälen mich ganz andere Dinge. Ich habe Wut auf meine Geschwister. Meine Schwester wohnt 150 Kilometer entfernt und mein Bruder ca. 30 Kilometer. Mein Bruder hat meine Eltern das letzte Mal im März 2006 gesehen und meine Schwester kam auch höchstens 3 mal pro JAHR auf eine Tasse Kaffee. Sie arbeitet und hat immer schrecklich viel zu tun und schließlich ist sie ja verheiratet. Das sind ihre Begründungen. Mein Bruder ist seit Jahren arbeitslos und hatte kein Geld für Fahrkarten. Und jetzt stehen sie da und weinen und weinen und tun so, als hätten sie den wichtigsten Menschen auf der Welt verloren.

Ich werde das Gefühl nicht los, das ist alles nur vorgespielt. Mich hat auch keiner gefragt, wie es meinen Eltern die letzten Monate und Jahre gegangen ist. Die gesamten Beerdigungsangelegenheiten habe ich erledigt. Einfach alles!
Und gestern nach der Trauerfeier und einem doch recht gemütlichen Besammensein mit Muttis Freunden, Verwandten und Nachbarn sagte meine Schwester, sie müsse jetzt erst mal abschalten und fahre noch dieses Wochenende mit ihrem Mann in Urlaub und mein Bruder sagte, er werde jetzt erst mal ein paar Tage seine Lieblingskneipe aufsuchen. Hallo ? Denkt eigentlich auch mal einer an mich. An alles, was jetzt noch erledigt werden muss?
Da ich ja Papa vor 2 Wochen ins Pflegeheim bringen musste, muss ich jetzt allein das Haus ausräumen, mich um die Pflegekosten und natürlich auch um Papa kümmern?
Ich weiß gar nicht, wie ich das alles machen soll? Ich bin auch halbtags berufstätig, habe einen Mann und 2 Kinder (17 und 10 Jahre alt) und nun muss ich alles allein machen?

Ich weiß ja, dass Ablenkung gut tut, aber ich habe Angst, das es meinem Mann und mir zuviel wird und wir auf der Strecke bleiben?


Das war jetzt ganz schön viel, aber ich habe das Bedürfnis, mit jemandem zu sprechen (schreiben).

Danke fürs zuhören................:liebe:

wolfsmond
07.07.2007, 11:56
Hallo meine Dicke,

siehst Du, jetzt hast Du die Trauerfeier würdig überstanden.
Ich bin stolz auf Dich.

Mit Deinen Geschwistern würde ich auf alle Fälle nochmal in Ruhe versuchen zu reden. Ihnen auch klar machen, wie schwer Dir das alles fällt. Der ganze Papierkram, das Haus usw. und ob sie Dich nicht in irgendeiner Form unterstützen könnten.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Kraft für die nächste Zeit!:blumengabe:

vlg
wolfsmond

stern2007
08.07.2007, 07:39
Moin moin meine Dicke;
ich kann Dich sehr gut verstehen wie es Dir jetzt geht.
Meine Mutter ist vor 22 Wochen gestorben.
Sie war ca. 2 Jahre im Seniorenheim und starb ganz plötzlich und
unerwartet.
Ich fiel in ein ganz tiefes Loch.
Ich hatte auch ganz große Angst vor der Beerdigung.
Ich habe die Trauerfeier für meine Mutter auch so schön gestaltet,
wie es nur ging.Ich habe ein Bild von ihr vergrößern lassen und
das Portrait auf einer Staffelei aufstellen lassen,
weil ich Angst hatte, nur immer auf den Sarg zu schauen.
So war meine Mutter für mich, durch das Bild, anwesend...sie war einfach da...; sie lachte auf dem Bild und ich wußte, es geht ihr gut, wo immer sie jetzt auch sein mag. Ich habe weiter ein Lied von Edvard Grieg
Peer Gynt "Morgenstimmung" spielen lassen.
Dieses Lied sollte sie auf dem Weg zu ihrem Stern, wo sie jetzt für meinen Sohn und mich ist, begleiten.

Ich habe auch drei Geschwister;aber glaubst Du, irgendeiner
hätte auch nur einmal ein Wort darüber verloren.
Ich habe meiner Mutter am Sarg ihr noch einmal gedankt, für alles,
was sie für "Uns" getan hat. Ich habe auch im Namen meiner Geschwister
gesprochen. Keiner von denen hat nach der Beerdigung auch
nur ein Wort darüber verloren.
Ich weiß, was ich meiner Mutter zu verdanken habe; sie hat mich
unterstützt, als mein Sohn zur Welt kam. Heute ist er 16 Jahre alt
und ist mir eine große Stützte.
Aber nur er!!!!
Wie ich schon sagte, wir sind 4 Geschwister. Wir hatten
uns verständigt, das ein Bruder von mir den anfallenden
Schriftverkehr usw. abwickelt, weil er es zu Lebzeiten von
meiner Mutter auch getan hat.
Ich habe ihn damit vertraut und was ist....
Er wickelt zwar alles ab, aber unterrichtet nur meine anderen
beiden Geschwister.. ; glaubst Du er hätte bei mir einmal angerufen und gesagt:" hör mal das und das habe ich erledigt...
Nein, keine Spur...
Wie ich schon sagte habe ich eine Sohn und er brauchte meine
Unterstützung, weil er im Prüfungsstreß steckte.Ich bin
ganztags berufstätig und habe dann abends meinem Sohn bei der Vorbereitung auf die Prüfungen geholfen.
Mein Bruder ist los und ledig und weiß garnicht, was das heißt.
Er macht mir jetzt Vorwürfe; ich hätte ja auch anrufen können.
Seit dem ist Funkstille.
Ich bzw. mein Sohn hatten zwischendurch Geburtstag; und wenn ich dir sage,der andere Bruder hat noch nicht mal zu den Geburtstagen angerufen obwohl garnichts gewesen ist.
Dessen Geburtstag war kurz nach der Beerdigung von Mutti; ich habe damals noch bei ihm angerufen. Seit dem hatten wir keinen
Kontakt mehr und er hat es nicht für nötigt, wenigstens
da diesem Tag mal anzurfen. Also auch hier Funkstille.
Aber jetzt, wo es darum geht, das Erbe anzutreten
und sie es ohne mich nicht abwickeln können.....
Ich kann Dir sagen.
Ich hoffe, es ist bald alles erledigt und dann will ich nie wieder
etwas mit dieser falschen Gesellschaft zu tun haben!!!!!
Du siehst, es geht nicht nur Dir so.........
Ich wünsch Dir viel Kraft;.....Du schaffst es...
es macht einen nur noch stärker.

meine_Dicke
08.07.2007, 12:16
Hallo Stern2007,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Es tut gut, zu lesen, das es mir nicht allein so geht.
Seit der Trauerfeier am Freitag morgen haben meine Geschwister sich auch nicht mehr gemeldet. Meine Schwester braucht Erholung und fährt wohl heute in den Urlaub und mein Bruder wird wohl in irgenteiner Kneipe sein.
Was mit mir ist, interessiert die überhaupt nicht. Es ist noch so viel zu erledigen, auch weil ich ja meinen Stiefvater (nur meine Schwester ist die leibliche Tochter) kurzfristig ins Pflegeheim bringen musste. Keiner fragt mich, wie ich das alles schaffe.

In den letzten 3 Jahren hat meine Schwester meine Eltern ca. 8 mal besucht, mein Bruder eher noch seltener. Ich war immer da!!! Fast 3 Monate lag mein Stiefvater (ich nenne ihn aber Papa) in Krankenhaus letztes Jahr. Jeden Tag bin ich mit meiner Mutter ca. 20 Kilometer gefahren um ihn zu besuchen. Meine Geschwister waren nicht einmal dort. Ich habe so einen Hass auf die beiben....

Heute nachmittag fahre ich zu Papa ins Pflegeheim (das erste mal nach der Beerdigung). Da er seit Jahren an Demenz erkrankt ist, erkennt er mich und andere zwar nicht mehr, aber ich werde ihn auch weiterhin besuchen. Ich werde ihm aber nicht sagen, das seine Frau verstorben ist (ich hoffe, ich heule nicht die ganze Zeit). Warum soll ich ihm unglückliche Momente bereiten.?

Ab morgen werde ich auch wieder arbeiten gehen um mich etwas abzulenken. Ich habe sehr liebe Arbeitskolleginnen, die werden mich hoffentlich ein bißchen von allem ablenken.
Und dann steht als nächstes das Leerräumen und der Verkauf des Hauses meiner Eltern an, denn das Pflegeheim kostet ca. 1800 Euro Eigenleistung. Die sind aber nicht da und somit muss das Haus verkauft werden (meine Geschwister wollen lieber Geld).

Ich weiß noch nicht genau, wie ich alles schaffen soll, aber wenn ich ehrlich bin, der Hass und die Wut auf meine Geschwister halten mich aufrecht.... Und wenn mal ALLES erledigt ist, werde ich den Kontakt auch abbrechen. Auch ich möchte mit solchen Menschen nichts weiter zu tun haben........


Liebe Mutti, ich hoffe, es geht Dir dort oben gut. Ich werde für Papa sorgen, keine Angst. Und alles andere schaffe ich schon.... Du wußtest das immer ganz genau. Aber, Du fehlst mir so sehr.
In Liebe und Stärke
Deine Dicke :liebe:

stern2007
08.07.2007, 14:02
Moin Moin ..meine Dicke;

diese Anrede kostet mich, ehrlich gesagt, immer Überwindung!!!
Aber es ist halt Dein Nickname!!!!

Du weißt garnicht, wie sich unsere Fälle gleichen.
Wie Du schon weißt, war meine Mutter auch ca. 2 Jahre
im Altenheim.
Sie war lange Zeit zuhause und mußte an zwei Gehilfen gehen.
Dann, nach der Konfirmation meines Sohnes, ist sie in ihrer
Wohnung drei mal gestützt.
Die Konfirmation, war für sie so ein Ziel, dass sie unbedingt noch
auf ihren eigenen Beinen miterleben wollte.
Sie war auch schön...damals war alles noch gut.
Aber wie gesagt, sie stürzte drei Mal in ihrer Wohnung und beim
letzten Mal bestand der Verdacht auf Oberschenkelhalsbruch.
Meine Mutter hatte einen Notruf und immer wollte sie nur, dass
ich komme; also fand ich sie; ich rief den Notarzt, weil sie so
Schmerzen hatte. Dann diese evtl.Diagnose vom Notarzt, die sich aber zum Glück nicht bestätigte. Aber meine Mutter konnte
nicht mehr laufen, vielleicht aus Angst nicht mehr.
Ich werde des nie vergessen, sie lag in ihrem Bett und ich hielt
ihre Hand; ich sagte zu ihr:"Mutti, wenn die dich jetzt hier rausbringen, kommst du nicht mehr zurück". So war es dann auch.
Wir suchten ein Heimplatz und meine Schwester fand ein Heim
ca. 70 -100 km weiter weg.
Als es soweit war und wir sie ins Heim brachten, war das so fürchterlich. Beim Abschied, ich werde es nie vergessen, nahm sie
meine Hand und sagte zu mir, dass sie fürchterliche Angst habe.
Ich versprach ihr in die Hand:"Mutti hier hol ich dich raus".
Das Heim war fürchterlich, kein Einzelzimmer, nur ein Bett und
wenn man aufstand war sie gleich am Fenster. Einen kleinen Schrank. Es bewohnte noch jemand das Zimmer; sie hatte sich
eingerichtet; für die Sachen meiner Mutter war kein Platz.
Ich sag Dir....es war fürchterlich.
Ich arbeite direkt gegenüber von einem Heim. Dort sprach ich
vor, schilderte den Sachverhalt und erhielt sofort die Zusage,
dass meine Mutter an erster Stelle steht.
Drei Tage später hatte ich einen Plaz für sie und wir holten sie
heim. Hier hatte sie ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad und kleinen Flur; also ihre eigene 1-Zimmerwohnung, die wir damals
einrichten konnten, wie wir wollten. Jetzt konnte sie auch ihr
Hausarzt wieder betreuen. Meine Mutter lebte dort knapp 2 Jahre
und ich war jede Mittagspause bei ihr. Ich werde es nie vergessen, wie sie mich jeden Mittag anlachte und sie freute,
dass ich sie aufsuchte. Wenn schönes Wetter war, waren wir
draußen, aßen Eis oder Obst, dass ich ihr mitbrachte.
Ich werde diese Mittagspausen nie vergessen. Ich war so froh,
dass ich meine Mutter jeden Mittag sah und das ich bei ihr sein konnte. Besuch von den anderen... ja, auch aber am Wochende
waren standen deren Freizeit oder Partner an erster Stelle.
Der andere Bruder, der ca. 300 km weit weg wohnt, hat sich
sage und schreibe über ein Jahr dort nicht blicken lassen, erst als
man ihn drauf aufmerksam machte. Er fuhr in Urlaubsreisen hier vorbei....Vorbei, das ist das richtige Wort. Er überließ alles den
anderen. Nur eine große Klappe haben und meinen, er müßte uns
was sagen..auf dessen Worte sei geschi...!!!!

Sicherlich haben sich meine Schwester und mein anderer Bruder
auch um meine Mutter gekümmert.Aber man merkte an ihrem
Verhalten, dass sie lieber mit ihrem Partner zusammen waren, als
sich am Wochenende um die Mutter zu kümmern.
Es kamen auch Aussprüche, an den man den Unterton merkte..

Meine Mutter wußte, dass ich von montags - freitags zu ihr kam.
Sie freute sich und ich werde nie ihren Ausspruch vergessen:
"Meine Sonne geht auf", als ich einmal zu ihr kam.

Ich würde alles dafür geben, wenn ich meine Mutter noch hätte.
Sie fehlt mir so unendlich!!!!!

Meine Mutter hat eine Freundin im Heim, die ist 101 Jahre alt,
meine Mutter kannte sie von früher und sie trafen sich im Heim
wieder. Ich gehe diese Freundin in einigen Abständen immer
besuchen und sie sagt zu mir, dass sie mit meiner Mutter jeden
Abend redet. Auch diese Freundin sagt immer zu mir:Komm mich doch wieder besuchen. Ich tut es!! Es tut mir gut, mit ihr über
meine Mutter zu reden.

So ich höre jetzt mal auf, weil mir die Tränen laufen......

Sei gegrüßt.....:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Inaktiver User
08.07.2007, 14:34
@ stern:

Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Sie erinnert mich an meine eigene. Mein ältester Bruder hat unsere Mama 8 Jahre nicht gesehen,nicht gesprochen,nicht besucht.

Mein anderer Bruder und ich, wir haben es unserer Mama im Heim so schön gemacht, wie es nur ging. Täglich habe ich sie angerufen oder besucht.

Nach ihrem Tod bekam ich 2 Wochen später eine Zahlungsaufforderung meines ältesten Bruders, das Erbe betreffend.

Ich denke: Irgendwann müssen sie es mit ihrem eigenen Gewissen ausmachen.

Du siehst, solche Geschichten gibt es oft. Ich vermisse meine Mama auch so, jeden Tag. Für immer.

stern2007
08.07.2007, 16:55
Moin Moin rosemary;

du hast recht, sie müssen es später mit ihrem Gewissen ausmachen.

Ich tröste mich damit, dass sie selbst eines Tages dem Licht
entgegen gehen werden und wenn sie sich dann verantworten
müssen, ist meine Mutter dort oben und hört ihre Niederträchtigkeiten und sie wird es wissen, wie sie sich
hierunten nach ihrem Tod verhalten haben.:blume: :blume: :blume: :blume: :blume:

meine_Dicke
13.07.2007, 21:07
Hallo Euch allen,

vielen lieben Dank für Eure tröstenden und netten Worte.

Kann ich im moment gut gebrauchen.

Jetzt, nach der Trauerfeier habe ich nur Schreibereien und Telefonate zu erledigen.
Da mein Vater ja ins Pflegeheim musste, soll jetzt das Haus verkauft und leergeräumt werden.
Beim Vormundschaftsgericht musste ich erst einen Antrag stellen, das ich das darf und das Sozialamt, welche erstmal in Vorkasse treten sollten, bis das Haus verkauft ist, sagt, ich müsse sofort verkaufen. Manchmal weiss ich einfach nicht weiter.

Und wie immer, stehen mein Mann und ich alleine da. ich musste letzten Montag wieder zur Arbeit. Mein Bruder ist meist in seiner "STammkneipe" und meine ach so trauernde Schwester ist erst mal in Urlaub gefahren. Es war ihr alles so anstrengend.

Ich frage mich nur, was so anstrengend war? Sie hat doch nicht mal einen Finger gekrümmt, keinen Brief geschrieben oder auch nur einen einzigen Benachrichtigt. Meine Geschwister haben einfach nichts gemacht......

Und ich bin total sauer !!! Ich kann vor lauter Wut und Enttäuschung noch nicht mal traurig sein. Ich fühle mich einfach nur total besch.... und alleingelassen. Ich verstehe die Menschen nicht.

Ich habe Anfang der Woche zu einer Kollegin gesagt, ich wäre die einzige, die ein Recht hat, um meine Mutter zu trauern. Meine Geschwister wollten ja schon seit Jahren keine Mutter (Eltern) mehr. Erst taten mir diese Worte leid, aber im Laufe der Woche, als sie sich gar nicht rührten, fand ich die Worte doch sehr zutreffend. Ist das schlimm?

Ich leide momentan, bin wütend, enttäuscht, empfinde richtig Hass.

Gott sei Dank habe ich meine Kleine Familie (Mannund 2 Kinder), die mich immer wieder ermutigen und unendlich lieb sind zu mir.

Und Euch danke ich, dass ich hier alles loswerden kann, was mir auf dem Herzen liegt.

DANKE

meine_Dicke
09.02.2008, 11:07
Ich habe jetzt lange nicht mehr hier geschrieben, aber fast jeden Tag gelesen.

Nachdem meine Mutti nun seit ca. 7 Monaten nicht mehr bei uns ist, hat uns letzten Sonntag auch noch mein Papa verlassen.

Ich kann bald nicht mehr........

Er hatte jahrelang Demenz, hat uns zum schluß nicht mehr erkannt und auch gelitten. Ich weiß, es war gut für ihn.........

aber nicht für mich!!!!!!!!!!!!!!!

Ich bin so unendlich traurig.

Ganz oft ertappe ich mich dabei, daß ich meine Mutti anrufen möchte. Beim einkaufen denke ich, oh ja, das nehme ich Mutti mit, das wird ihr gefallen. Und dann fällt es mir wieder ein......und wieder falle ich in ein Loch. Hört das denn nie auf? Wird es denn nie besser???

Jahrelang habe ich täglich Kontakt zu meinen Eltern gehabt. Jeden Tag bin ich zu ihnen gefahren. Und nun ist da nichts mehr. Ich fühle mich so allein gelassen...

Gestern haben wir Papa beerdigt... saßen wieder in der gleichen Kapelle in der vor 7 Monaten auch meine Mutti lag.....

Danke fürs zuhören (lesen)

maxmaus
09.02.2008, 13:37
Zuerst einmal, laß Dir gesagt sein, wie leid es mir für Dich tut.:in den arm nehmen:

Aber wie du schon sagst, für deinen Papa war es gut so, denn nun ist er wieder bei Deiner Mutter und sein Leiden auf dieser Erde vergessen.
Denk da immer dran, wenn Du unglücklich bist!
Freu Dich, das Du solche Eltern hattest und über eure schöne und besondere Beziehung. (Ich habe,bzw.hatte diese leider nicht)

Was ist aus dem Hausverkauf und Deinen Geschwistern georden? Hat sich dein Hassgefühl Ihnen gegeüber gelegt?

meine_Dicke
10.02.2008, 09:53
DANKE für Deine Antwort und Nachfrage.

Wenn ich ehrlich bin, ich hasse meine Geschwister nur noch!!!!

Sie haben sich weiterhin in den ganzen letzten Monaten um nichts gekümmert. Außer vielleicht meine Schwester. Sie wollte, nachdem das Haus leergeräumt war und das meiste geklärt war, um die Betreuung meines Vaters kümmern. Sie hat das auf eine ziemlich miese Art und Weise gemacht: Sie hat dem Gericht mitgeteilt, nur sie wäre die leibliche Tochter und ich ja nur die Stieftochter usw.
Zusammen mit meinem Mann habe ich dann überlegt, daß ich die offizielle Betreuung für meinen Vater abgebe. Aus meiner Sicht konnte ich nichts mehr für ihn tun. (Hausverkauf, finanzielle Belange usw. hätten ihm das Leben nicht leichter gemacht. Er hat es ja nicht mehr gemerkt). Und besuchen konnte ich ihn auch ohne Betreuung, was ich selbstverständlich regelmäßig getan habe.
Von meiner Schwester hörte ich außer Vorwürfen, ich hätte mich um nichts gekümmert, nichts! Einmal rief sie mich an um mir zu sagen, daß Papa im Krankenhaus ist. Und zu Weihnachten kam eine SMS mit "frohe Weihnachten". Es war für mich ein richtiger Tiefschlag. Was sollte an Weihnachten ohne meine Eltern fröhlich sein? Sie war ja seit Jahren zu Weihnachten nicht mehr da. Sie mußte sich immer von ihrer anstrengenden Arbeit erholen und Urlaub machen....
Von meinem Bruder habe ich, seit er die zu Geld zu machenden Gegenstände aus dem Haus gehöt hat, nichts mehr gehört. Kein Telefonat, nichts! Nicht mal im Pflegeheim war er....

Am letzten Sonntag rief mich dann meine Schwester an, daß Papa eingeschlafen ist........ und dann habe ich sie auf der Beerdigung wiedergesehen. Und auch dort nur "Kühle". Guten Tag und auf Wiedersehen. Nein, stimmt nicht ganz, sie habem mir die Hand gegeben.... Jeder andere hat mich gedrückt und ein paar Worte gesagt, nur für meine "nächste Familie" war ich Luft.

Ich könnte noch mehr schreiben, aber ich denke es reicht erstmal.

Ich für meinen Teil habe beschlossen, den Kontakt zu meinen Geschwistern gänzlich abzubrechen. Ich möchte mit "solchen gefühlskalten, egoistishen" Menschen nichts zu tun haben.

Ich hoffe, daß man das verstehen kann???

Ansonsten geht es mir, eine Woche nach Papas Tod, noch ziemlich beschi...... Heute wollen wir zum ersten mal seit Wochen mal wieder einen Spaziergang machen. Vielleicht bringt mich das auf andere Gedanken.........

maxmaus
10.02.2008, 15:46
Hallo meine Dicke,
verstehen kann ich dich sehr gut!
Bei solch einer Kälte und Geldgier fragt man sich ob das wirklcih seine eigene Familie ist, die da mit einem zusammen ist.

Du hast jetzt auf einen Schlag deine Eltern und deine Geschwister verloren. Das ist hart aber Du hast zum Glück ja einen Mann der zu Dir hält.

Vergiß nie die schöne Zeit mit Deinen Eltern und versuch es Dir nicht zu nahe gehen zu lassen, wie Deine Geschwister sich verhalten.
Du hast Dir nichts vorzuwerfen!!!!!

mmoonixx
11.02.2008, 02:46
Hallo meine Dicke,
ich kann Dich sehr gut verstehen...ich habe auch so einen Bruder und die dazugehörige Schwägerin....Der Hass ist in den ersten Momenten ist dass Gefühl welches die Oberhand hat, aber wenn es Dir möglich ist, lass es so bald es geht in Wut übergehen; die Wut baut sich langsam aber sicher wieder ab, der Hass richtet sich am Ende gegen einen selbst.
Du kannst und darfst Dir nichts vorschreiben lassen, denn meiner Ansicht nach hast Du aus purer Liebe heraus alles für Deine Mutti und Deinen Vater getan.
Denk an Deine mama, sie hat sich Dir anvertraut und wusste welch ein Mensch Du bist...die anderen wollen es halt nicht wissen..und wie hier schon in einem Beitrag gesagt wurde...sie müssen sich halt irgendwann mit ihrem Gewissen auseinandersetz
en.
Mir fällt gerade ein Spruch von meiner Oma ein den sie immer sagte wenn jemand eine "schöne" Familie hatte: Die haben noch nicht geerbt!! (Meine Oma verstarb vor 28 Jahren und mein lieber Vati hat mir sehr viel vn ihr übermittelt)
Lehne Dich an Deiner Familie an und lass die Trauer zu.
Ein lieber Gruss
mmoonixx

meine_Dicke
13.02.2008, 10:50
mir geht es immer noch total beschi....

Ich kann es gar nicht glauben, daß ich meine Eltern nie wiedersehen werde.

Morgen hätte Mutti Geburtstag.......

Im letzten Jahr ist sie 70 geworden und wir haben alles vorbereitet.... nun bin ich allein.

mmoonixx
14.02.2008, 01:32
Liebe meine Dicke,
Es ist ganz normal dass es Dir schlecht geht, überlass Dich ruhig Deiner Trauer, dass ist keine Schwäche sondern ein ganz normaler Vorgang. Leider haben wir die Trauer aus unserer Schnell-Lebigen Zeit verbannt. Denke an Deine Mutti, zünde eine Kerze für sie an und spreche mit Ihr - sie hört Dich bestimmt.
Ein lieber Gruss
mmoonixx

meine_Dicke
14.02.2008, 19:05
Liebe mmonixx,

vielen lieben Dank für Deine lieben Worte.

Heute geht es mir richtig schlecht. Ich leide. Ich bedauere mich, weil ich Mutti und Papa innerhalb so kurzer Zeit verloren habe.
Die Behinderung unseres Sohnes (Asperger) macht mir sehr zu schaffen, evtl. steht ein Schulwechsel an. Vor zwei Wochen haben wir erfahren, daß unser Sohn am WPW-Syndron leidet und er in Bremen "operiert" werden muss.

Was müssen wir noch alles aushalten?

Ich kann bald nicht mehr und mein Mann auch nicht. Der hatte im letzten Jahr eine schwere Herz-OP. Ich habe Angst, ihn mit meinen Gefühlen und Problemen zu überfordern.

Manchmal weiß ich einfach nicht weiter.

Heute ist Mutti Geburtstag. Ich bin nun 43 Jahre alt und das erste mal, das ich am Valentinstag nicht bei Mutti bin. Sie fehlt mir so sehr.........

Das schönste am Tag ist, wenn ich den PC anmache und hier lesen kann. Es hilft mir, wenn ich hier lesen kann. Das ist sozusagen momentan mein High-light.

Danke, das Ihr für mich da seit.

Haferflocke
14.02.2008, 19:54
Liebe meine Dicke,

ich würde dich so gerne trösten und irgendetwas schreiben, was Dir hilft, aber ich weiß leider nicht was.
Es ist unfair, dass manche vom Schicksal soviel aufgeladen bekommen und andere viel weniger. Das Leben ist nicht fair...
Ich kann Dir nur sagen, dass Deine "Geschichte" mich sehr berührt und kann nichts tun, als Dir viel Kraft zu wünschen...

Alles Liebe,
Haferflocke

mmoonixx
15.02.2008, 02:40
Liebe meine Dicke,
Das erste Mal ist immer schlimm, musste ich auch schon aushalten.... Du bist bei DEiner Mutti, aber leider ist sie es die nicht mehr bei Dir ist - leiblich und zum anfassen - aber in Deinem Herzen ist sie fest verankert und immer bei Dir.
Dein Mann wird Deine Trauer verstehen und Dir beistehen, es ist alles noch so frisch, er wird sicher selbst auch trauern, aber die Männer haben es sehr viel schwerer damit. Wir Frauen wollen reden und reden und nochmal reden, Männer normalerweise nicht, oder wenigstens sehr viel weniger.
Dazu kommt noch das Problem mit eurem Sohn, dass drückt natürlich sehr. Wie alt ist er denn? Gibt es denn in Deinem Umkreis keine Gruppe welche sich mit Asperger befasst? Vielleicht bist Du (Ihr) schon in einer.
Ich bin fast 54 Jahre alt und habe im Dez. mein Psychologie-Studium abgeschlossen, deshalb weiss ich wovon ich rede - es gibt viele Familien die ein ähnliches Schicksal tragen müssen aber sie scheuen sich davor Hilfe zu holen. Das würde ich Dir auch für Deine Trauer raten. Hör Dich doch mal um ob es in Deiner Nähe eine Trauerbegleiterin oder ähnliche Gruppen gibt - dass würde Dir eventuell helfen und Deinen Mann entlasten - zur Trauer um Deine Mutti kommt sicher, wenn vielleicht auch unbewusst, die Trauer um Euren kranken Sohn dazu.
Ich habe Trauerarbeit zu einem von meinen Schwerpunkten gemacht und ich finde dieses Forum wunderbar, denn hier kann sich jeder anonym ausweinen ohn einen genervten Blick zu erhalten - damit musst Du rechnen denn die meisten Menschen verdrücken Trauer, man muss immer funktionieren und das kann man halt nicht immer wenn solch eine schwere Last auf einen geladen wurde.
Ich hoffe Dir hiermit ein wenig Trost zugesprochen zu haben - obwohl - wie kann man Trost annehmen wenn alles in einem Dunkel ist? LASS DIE TRAUER ZU
Und lese und schreibe weiter hier...
Ein lieber Gruss
mmoonixx

meine_Dicke
16.02.2008, 08:46
Vielen Dank für Deine Antwort.

´Das ist sozusagen ein Highlight für mich, wenn ich hier lesen kann.
Ich fühle mich dann nicht so allein.

Mutti Gebrutstag ohne sie hhabe ich ganz gut überstanden. Abends habe ich mit meinem Mann und einem Freund eine Flasche Sekt auf sie getrunken. Aber sie fehlt mir so sehr....

Ich habe gemerkt, daß viele Menschen nicht mit Trauer umgehen können. Es wird ihnen nach kurzer Zeit zuviel, wenn ich davon gesprochen habe.
Jetzt, nach dem Tod von Papa, war e4s wieder anders. Die meisten (warum auch immer) sagten nur, daß es besser für ihn ist!!! Natürlich, mein Verstand sagt mir das auch, aber ICH Leide. Ich vermisse die beiden so sehr. Mein ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt.

Vor ein paar Jahren noch, hätte ich gesagt, unsere Familie würde in so einem Fall zusammenhalten. Und nun?? Keiner da... (aber schon jahrelang).
Als meine Mutti noch die 5 Tage im Koma lag, ging meine Schwester im Haus meiner Eltern rum und nahm schon Bilder von der Wand, die sie haben wollte. Konnte sie nicht warten??? Mein Bruder hat auch nur überlegt, was er wohl zu Geld machen kann.
Und ich, bzw. mein Mann und ich: Wir trauten uns kaum ins Haus meiner Eltern. Wir konnten noch Muttis Nähe spüren, sie riechen und dachten immer, gleich kommt sie zurück. Wir haben dann da gesessen und geheult.
Meine Geschwister waren nie da. Und Papa mußte ich ins Pflegeheim bringen. Er erkannte uns damals schon sehr sehr selten.

Und jetzt, nach Papas Tod, tun sie so, als wenn es mich gar nicht gibt. Auf der Beerdigung haben sie mir die Hand gegeben, als wenn ich ein entfernter Nachbar bin. Ich hätte kotzen können.

Entschuldigt, aber wenn ich an die Trauerfeier und alles denke, verspüre ich nur Wut und Hass. Der Redner, der sagte, alle waren in den letzten Jahren für meinen Papa da. Da hat mich mein Mann festgehalten, damit ich nicht aufstehe und frage, wer das wohl war? Denn es war außer meinem Mann und meinen Kindern und ab und zu die Schwester meines Vater NIEMAND da. Daran ist letztendlich meine Mutti auch gestorben. Sie hat so viel geweint, weil meine Geschwister nicht mal anriefen. Und auf der Trauerfeier wird so geredet.
Dann wurden russische Lieder gespielt. Nicht, daß ich was dagegen habe, aber muss man so etwas spielen bei jemandem, der in russischer Gefangenschaft war???
Und als allerhöchste Krönung wurde dann die erste Ehe von Papa erwähnt. Die liegt 40 Jahre zurück und er hat vom Tag der Trennung nie, wirklich nie wieder mit und von ihr gesprochen....
Als davon gesprochen wurde bei der Trauerfeier, dachte ich, jetzt geht gleich der Sarg auf und Papa empört sich über das Gerede. Oder das meine Mutter ein Zeichen gibt, daß sie das völlig daneben fand.

Da fällt mir noch was ein: Vor einigen Monaten habe ich das bisher eizige Mal von meiner Mutti geträumt. Und zwar, daß wir auf der Beerdigung von Papa waren. Meine Schwester hatte alles geregelt.... und meine Mutti und ich saßen da und konnten es nicht fassen. So hatten er und Mutti das nicht gewollt. Wir sind dann irgentwann gegangen....

Heute denke ich, hoffentlich hat Mutti nicht gehört, was der Redner gesprochen hat.....

Nun habe ich aber erstmal genug geschrieben, obwohl mir noch so viel einfällt. Aber, meine Familie verlangt nach mir.........

Ich wünsche Euch ein schönes sonniges Wochenende.

mmoonixx
17.02.2008, 02:43
Liebe meine Dicke,
obwohl der Anlass traurig ist musste ich lachen...Du-Ihr..könnt sogar vielleicht schmunzeln wenn Du liest was Du geschrieben hast (über die Trauerfeier)...ich kenne dass..ist alles schon dagewesen- also bist Du nicht alleine!!
Natürlich fehlen Dir Deine Lieben ,aber sie sind bei Dir und der Schluck Sekt hat Deiner Mutti sehr gut getan.
Bei Trauerfeier und Beerdigung wird manchmal wirklich alles so gemacht wie es die Verstorbenen nie gewollt hätten; aber wenn Du es weisst - ich galube es genügt - Du wirst irgendwann Deinen Seelenfrieden finden.
Schreib weiter - BITTE - ich glaube es wird Dir helfen.
Ein lieber Gruss
mmoonixx