PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Emotionen stärker zeigen



EvaFee
04.07.2007, 15:25
Hallo liebe BriCom!

Durch einige Ereignisse in letzter Zeit glaube ich nun, dass mir einiges leichter fallen würde und ich mehr Kontakte hätte, wenn ich meine Gefühle besser zeigen könnte.

Die Ereignisse waren:

1. Mein Examen. Montag vor einer Woche hatte ich Abschlussprüfungen. 4 Stück an einem Tag, alle mündlich.
Nachmittags wurden uns dann die Noten und auch alle weiteren des Examens bekanntgegeben.
Ich war erschöpft und traurig, habe ich aber auch schon ein bißchen gefreut, weil nun endlich alles vorbei ist.
Meinem Freund sollte ich gleich am Telefon berichten, wie es denn gelaufen ist. Habe ich auch getan. Reaktion: er hat mir seine Glückwünsche ausgesprochen und gesagt, er freue sich für mich.
Abends haben dann die Prüflinge alle ein bißchen gefeiert, aber ich hab mich einfach leer gefühlt und war auch etwas enttäuscht. Weder ich noch sonst irgendjemand hat sich richtig für mich gefreut. Mein Freund hat weitergearbeitet wie sonst auch, meine Eltern haben die Noten vernommen, noch ein "jetzt ist es endlich vorbei", das wars dann auch.
Ein paar Freunde haben angerufen, sich erkundigt.

Aber keiner, der sich richtig gefreut hat. (Und dass ich noch nicht mal ein paar Blümchen bekam, hat mich dann doch enttäuscht.) Wie sollen sie sich auch freuen, wenn ich das nicht vermittle? Ich denke, ich habe das so nüchtern erzählt, dass bei den anderen auch keine große Freude aufkam.


2. Ich bin seit gut einem Jahr in einer Yoga-Gruppe. Dort gibt es 5- 6 Personen, die regelmäßig wie ich auch üben. Ich verstehe mich ganz gut mit ihnen, aber es hat mich doch gewundert, dass eine andere, die etwa zu gleichen Zeit wie ich begonnen hatte, schon viel mehr Anschluss gefunden hat als ich.
Ich glaube, ich wirke nach außen hin einfach sehr gefasst, nüchtern und damit auch neutral.

Und ja, ich habe mir lange Zeit abtrainiert, negative Gefühle zu zeigen und ich glaube fast, dabei habe ich auch verlernt, die positiven zu zeigen.


Ein langer Text. Bevor er noch länger wird:

Mein Ihr, man kann bewusst lernen, seine Gefühle zu zeigen? Und (bitte nicht lachen) gibt es vielleicht Übungen dafür?


Gruß
EvaFee.

Inaktiver User
04.07.2007, 22:07
:smirksmile:



(bitte nicht lachen) gibt es vielleicht Übungen dafür?


BITTE LACHEN :freches grinsen:

:erleuchtung:

nathaliethor :liebe:

EvaFee
07.07.2007, 12:08
ich komme mir vor wie der Patient in dem Psychiater-Witz:

"Herr Psychiater, keiner nimmt mich wahr." Psychiater: "Der Nächste, bitte."


Aber es ist wirklich ein Problem für mich.

So wie heute: ich fühle mich einsam. Weiß, dass mein Freund eine Präsentation für Montag vorbereiten muss. Heute abend ist Examens-Feier. Nichts offizielles, sondern wir Referendare feiern mit Freunden.
Alle freuen sich auf diese Feier und ich will einfach nur nicht hin. Mein Freund muss eigentlich an seiner Präsentation arbeiten, aber ich soll entscheiden, wie wichtig mir das ist, ob er mitgeht.

Nun ja, am liebsten wäre mir, der Abend würde irgendwie an mir vorüber gehen. Ich habe keine Lust auf die anderen, die alle jemand dabei haben und nur ich bin allein. Ich will aber auch meinen Freund nicht nötigen, mitzukommen.

Ich fühle mich komisch.

Karla48
07.07.2007, 13:59
Und ja, ich habe mir lange Zeit abtrainiert, negative Gefühle zu zeigen und ich glaube fast, dabei habe ich auch verlernt, die positiven zu zeigen.

Wenn man Gefühle abspaltet, dann alle und nicht nur die negativen. Da hast Du also völlig recht.

Was hat Dich dazu getrieben, negative Gefühle nicht (mehr) zeigen zu wollen?

Die Mitmenschen fühlen sich meistens zu recht lebendigen Menschen eher hingezogen als zu den "coolen", abgeklärten Exemplare (ok, außer man steht auf Zorro & Co).

Du fühlst Dich "komisch". Na gut, wenn Du Deinen Freund brauchst für die Feier, dann sage es ihm doch. Er hat ja guten Willen signalisiert. Wo ist das Problem? Er selbst trägt die Verantwortung für seine Präsentation, nicht Du. Wenn er sagt, es wäre ok, dann vertraue ihm doch.

LG Karla

Inaktiver User
07.07.2007, 21:08
Hallo Evafee,
was du beschreibst, kenne ich sehr gut.
Ich kann ganz gut analysieren, warum ich so bin, beginne aber erst jetzt nach und nach zu verstehen, welche Konsequenzen dieses Verhalten haben kann (s. dein Yoga-Beispiel).
Aber Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung, es sind zur Zeit aber noch Babysteps.
Vielleicht bekommen wir ja noch den einen oder anderen Tipp!

Dass es dich traurig macht, dass dein Examen nicht entsprechend gewürdigt wird, ist doch klar.
Und auf Blümchen hätte dein Freund auch so kommen können, ohne dass du Purzelbäume schlägst.
:blumengabe:
Liebe Grüße
Britt

Inaktiver User
07.07.2007, 21:39
Liebe EvaFee,

erstmal herzlichen Glückwunsch zum Examen!


:blume:
:blume: :blume::blume:
:blume: aa:prost:aa :blume::entspann: :blume: aa:prost:aa:blume:
:blume::blume: :blume:
:blume:


jetzt lese ich es am Abend und ich hoffe Du bist zur Feier gegangen und hast Deinem Freund gesagt: "Ach, Schnuckeltier, in mir gehen die Gefühle hin und her und ich freue mich, fühle mich aber auch leer und erschöpft und ein wenig traurig und gelle, Du kommst doch auch mit zur Examensfeier und wir feiern gemeinsam mit den anderen Referendaren und ihren Freunden oder Partnern! Weil es so am schönsten für mich ist und ich Dich liebe und so ..."

Nach einer großen Anstrengung erschöpft und leer und traurig zu sein, ist übrigens nicht ganz unnormal! Kennen viele und ich auch. Man rutscht von der ganzen Aufregung und Anspannung erstmal energiemäßig ins Minus. Zeit für Streicheleinheiten und Erholung :blumengabe:

Als mein Sohn kürzlich in seinem Mathe- und Chemieabi schriftlich nicht seine Traumnoten erzielte und apathisch und mit leeren Augen nach Hause kam, schlief er einen Nachmittag, einen Abend und eine ganze Nacht.
Ich habe mir schon Mühe gegeben ihn zu trösten, aber den richtigen Renner hat mir ein Bekannter gebracht, der sagte: "Kaufe Deinem Sohn einen Kasten seines Lieblingsbiers und stelle ihn mit guten tröstenden Worten hin! Das brauche ich als Mann."
Genau das tat ich am nächsten Tag und siehe da und ich sagte noch, dass ich mit meinen Bekannten darüber gesprochen hatte und er mir diesen Tipp gegeben hätte und ich hoffte ich könnte ihn damit trösten. Und mein Sohn fühlte sich plötzlich ganz getröstet und es war ihm richtig anzumerken an den Augen.

Von alleine wäre ich nie darauf gekommen. Ist ja nur ein Kasten Bier gewesen.

Vielleicht kannst Du Deinem Freund sagen, dass Du Dich über einen Strauß Blumen sehr freuen würdest? Vielleicht sagst Du auch: "Heh, Süßer, lass uns das feiern und ich lasse eine Runde Eis springen. Deine Präsentation kann mal zwei Stunden warten und durch unsere gemeinsame Freude über mein bestandenen Examen kann sie nur besser werden!"

Außerdem hast Du doch einen Freund und das ist doch schon so viel. Die Hälfte der Menschheit - grob geschätzt - wäre gerne so weit wie Du :blumengabe: .

Liebe Grüße und genieße Dein Examen. Wir haben damals wochenlang gefeiert!

Inaktiver User
07.07.2007, 21:41
was du beschreibst, kenne ich sehr gut.
Ach, du auch, dann sind wir ja schon zu dritt. (Wie wäre es mit einer Runde Skat?)

Beir mir wars so, dass allzu überschwängliche Freude in meiner Kindheit immer sehr negativ aufgenommen wurde, weshalb ich mir ein cooles Äußeres zugelegt habe.
Na ja, das geht dann im Erwachsenenalter nur ganz schwer wieder auszubügeln. Ich arbeite dran und mache immerhin schon kleine Mäuseschritte. Manchmal gibts auch Rückschläge. Möglich ist es aber auf jeden Fall. Man darf sich nur nicht verbiegen.

Dory

Inaktiver User
07.07.2007, 22:33
Hallo Eva,

dann reihe ich mich auch mal ein und oute mich: Kenne das Problem auch sehr gut:-).

Früher dachte ich immer, dass ich ein soo emotionaler Mensch bin, dass mir das auch jeder an der Nasenspitze ansieht (weil ich es ja doch nicht schaffe, meine ganzen Gefühle im Zaum zu halten und vor den anderen zu verbergen). Aber anscheinend bin ich darin doch besser als ich dachte, denn ich habe nun schon mehrfach das Feedback bekommen, ich würde immer so kontrolliert wirken und solle doch mal richtig aus mir heraus gehen...

Tja, leichter gesagt als getan. Ich habe immer noch viele Hemmungen in mir. Was ich inzwischen ganz gut kann, das ist Weinen;-). Alles andere fällt mir schwer, vor allem Wut und Ärger.

Aber ich weiß, dass man so etwas wirklich üben kann! Ich bin zum Beispiel mal zufällig in eine Theatergruppe geraten und musste da wirklich üben, zu schreien, wütend zu sein - und siehe da, irgendwann konnte ich das plötzlich (auch wenn ich die erste Zeit immer über mich selbst und meine eigene Stimme erschrocken bin;-). Schau mal, es gibt manchmal auch Kurse an der VHS, die so etwas thematisieren. Ansonsten glaube ich, dass alles hilft, was einem einen besseren Kontakt zu seinem Körper und zu seinen Gefühlen ermöglicht. Das kann Yoga sein oder auch Atemübungen, Energiearbeit - wie gesagt, die VHS bietet da (zumindest in meiner Großstadt) eine Menge Anregungen. Gut sind oft auch Kurse speziell für Frauen, weil das ja ein typisch weibliches Thema ist (wenn in der Kindheit Tränen, Freude und überhaupt Gefühle nicht erwünscht waren und sogar sanktioniert wurden wie bei mir...)

Viel Erfolg, liebe Eva! Und herzlichen Glückwunsch nochmal zu Deinem Examen!
LG Frühlingsfrau

Grumpy
08.07.2007, 17:59
Liebe EvaFee,

ich hatte gerade eine ziemlich lange Antwort geschrieben, dann hat die Internetverbindung schlappgemacht und weg war die Antwort :grmpf: Also jetzt nochmal von vorne:

Dein Problem kenne ich von mir selber allzu gut. Glaube, dass ich mich über die Jahre aber Schritt für Schritt vorgetastet habe. Sagen, was man fühlt, Begeisterung zeigen. Freunden sagen, dass sie einem wichtig sind. Dem Freund oder den Eltern sagen, was man erwartet oder weshalb bzw. dass man wegen etwas enttäuscht ist. Und last but not least, Bekannschaften machen und dann festigen. Indem man auf andere zugeht, sie fragt, ob sie was mit einem unternehmen wollen.

Ich musste und muss mich da manchmal noch überwinden, aber es lohnt sich, es zu versuchen!

Zu deinem Examen: Herzlichen Glückwunsch!!! :blumengabe:

Ich glaube es ist normal, dass man nach einem solchen Examen (Jura?) völlig fertig ist und gar nicht in der Lage sich zu freuen. Der vorher schonmal erwähnte Kasten Bier hilft dann gut zum Abschalten :zwinker:
Ich fands auch schwierig, mich zu freuen. Aus der erwähnten Anspannung heraus, aber auch weil ich nicht wusste, wie es weiter geht und erstmal arbeitslos war :ooooh: Aber Ende gut, alles gut :Sonne:

Grumpy :blumengabe:

EvaFee
09.07.2007, 18:02
Da ist man mal einen Tag nicht online .... und dann soooo viele Antworten!

DANKE!

Ich bin gerade auf dem Sprung (mal wieder Yoga), lese aber heute abend in Ruhe nach.

Viele Grüße
EvaFee.

EvaFee
10.07.2007, 10:13
Hallo Karla,



Was hat Dich dazu getrieben, negative Gefühle nicht (mehr) zeigen zu wollen?


Ich wuchs mit einer Schwester auf und irgendwie war die Rollenverteilung klar: sie war die lebhafte "ungezogene", die machte was sie wollte. Und ich war die "brave", die wohl hoffte dadurch ein Lob/Zuneigung zu bekommen, dass sie das eben nicht tat, wofür die Schwester getadelt wurde.

Meine Schwester war immer lebendig, aktiv, hatte viele Freunde. So mit 13/14 änderte sich das. Sie hat nichts mehr gegessen und ging dann schließlich auch nicht mehr zur Schule. Und ich hatte das Gefühl, eingreifen zu müssen, ihr helfen zu müssen. Was natürlich nicht ging. Seit einigen Jahren redet meine Schwester nun gar nicht mehr mit mir, es sei denn, sie braucht etwas.

Kurz nach Beginn des Studiums bin ich zuhause ausgezogen. Aber ich merke, dass ich dieses "mich zurückhalten, nicht auch noch Stress machen" sehr stark verinnerlicht habe und weiterhin lebe.

Das klingt alles ziemlich schrecklich, aber eigentlich fühle ich mich meist ganz gut :smile: Ich hätte nur oft gerne mehr Kontakt zu anderen Menschen und denke, dass mich die Sachlichkeit dabei eben behindert.

EvaFee
10.07.2007, 10:17
Hallo Britt,

ja, im analysieren bin ich auch ziemlich gut. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich Naturwissenschaften studiert habe? Da sind Gefühle halt auch oft ziemlich fehl am Platz.


Viele Grüße,
EvaFee.

Inaktiver User
11.07.2007, 21:28
Hallo EvaFee,


dass mich die Sachlichkeit dabei eben behindert

Dein Psychiaterwitz und mein Vorschlag von oben sind gänzlich unterschiedlich.

Der Psychiater verstärkt den Eindruck des Patienten und bestätigt die Befürchtung.

Ich dagegen habe Dich aufgefordert zum LACHEN...

Tanzt Du für Dich alleine in Deinem Zimmer zu Deiner Lieblingsmusik? Streckst Du Dir selber vor dem Spiegel mal die Zunge raus?
Tanzt Du im Regen über den Bordstein?

Du kannst Emotionen nur zeigen, indem DU sie ZEIGST.

Sorry, aber anders als tun ist tun nicht möglich. :lachen:

Hast Du schon mal versucht, Theater zu spielen? Wann war Deine letzte Kissenschlacht? Wieso gehst Du nicht mal mti einer Freundin zu einem persischen Teppichhändler oder auf einen Antikmarkt und handelst dort auf Teufel komm raus um einen seltsamen Teppich oder Gegenstand?

Klingelstreich? Weißt Du wie das geht?

Niemals auf die Linien zwischen den großen Pflastersteinen treten? Sowas schon mal probiert?

Ausdruckstanz? Bauchtanz? Ein körperliches Gegengewicht zu Deiner geistigen Betätigung...

Viel Erfolg!
nathaliethor

marla63
12.07.2007, 18:48
Klingelstreich? Weißt Du wie das geht?


klar - kaugummi auf die klingel. böööööse!!!! :lachen: :lachen: :lachen:

was zeigt ein klingelstreich für emotionen???

äähm... wo wohnst du? ich kau gerade schon.... :smirksmile:

Inaktiver User
12.07.2007, 20:52
klar - kaugummi auf die klingel. böööööse!!!! :lachen: :lachen: :lachen:

was zeigt ein klingelstreich für emotionen???

äähm... wo wohnst du? ich kau gerade schon.... :smirksmile:


Hallo Marla,

sei doch nicht so sachlich...:smirksmile:

Also wenn ich einen Klingelstreich mache, dann quietsche ich laut, tue so, als wenn mich jemand jagt und renne, so schnell mich meine Beine tragen, davon. Dabei muss ich natürlich schon heftig lachen, keuche über kurz oder lang, weil mir die Puste ausgeht und dann lache ich nochmal kräftig und laut, wenn ich mich ins Gebüsch oder die nächste Parkbank werfe.

Ich wohne nicht. Ich lebe schon. :Sonne:


nathaliethor

Inaktiver User
12.07.2007, 22:50
Also wenn ich einen Klingelstreich mache, dann quietsche ich laut, tue so, als wenn mich jemand jagt und renne, so schnell mich meine Beine tragen, davon.
Ich will dir ja nicht zu nahe treten aber Klingelstreiche fand ich schon mit 10 saublöd und kein Stück lustig.


Ich wohne nicht. Ich lebe schon.
Wovon denn, wenn man fragen darf? Klingelstreiche und ein seriöser Job widersprechen sich meines Erachtens etwas.

Und bevor du mir jetzt unterstellst, dass ich zum Lachen in den Keller gehe... Das tue ich nicht, ich habe nur einen etwas anderen Humor.

Dory

EvaFee
12.07.2007, 22:53
:yeah: Hallo Herbstblatt2,

ich bin in den letzten Tagen nicht so zum Schreiben gekommen, weil unheimlich viel los war und ich auch sehr viel geschlafen habe.

Deshalb erst jetzt:

ich hab mich sehr über Deine Smileys gefreut! (Und dachte mir, dass sich bis jetzt noch niemand mehr Mühe bei der Gratulation gemacht hat als Du!)

Ich habe übrigens gut gefeiert und ich habe meinem Freund auch erklärt, warum ich ihn gerne dabei hätte. Heraus kam zwar das totale Chaos, aber das lag an den "äußeren Umständen": Totalsperre auf der Autobahn und Handy überhört.

Ich hätte nicht gedacht, dass er sich meine Worte (ich möchte mit ihm feiern und da nicht allein sein) so zu Herzen nimmt. Und es war mir auch ein wenig unwohl dabei, weil ich ja weiß, wieviel er zu tun hat.


Momentan bin ich ziemlich erschöpft und seit heute noch dazu genervt, denn ich bekomme zwar eine Planstelle :yeah: , aber eben weit weg von hier.

EvaFee
12.07.2007, 22:57
Hallo Frühlingsfrau,

schade, dass Du Dich gelöscht hast. Vieles in Deinem Text kam mir sehr bekannt vor.
Weinen kann ich z.B. auch sehr gut. Aber ich kann weder schreien, noch toben, noch tanze ich gerne ... und Theatergruppe wäre der absolute Horror für mich.

Manchmal träume ich, dass ich versuche zu schreien, aber eben "kein Ton" herauskommt.

EvaFee
12.07.2007, 22:59
Ich gehe gerade so Stück für Stück Eure älteren Texte durch und möchte Euch jetzt einfach mal gesammelt für die Glückwünsche danken.:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Ich habe mein Examen übrigens nicht in Jura sondern als Lehrerin gemacht.

EvaFee
12.07.2007, 23:05
Hallo Grumpy,
Du schreibst vieles, das sehr einleuchtend klingt, mir aber schwer fällt.


Sagen, was man fühlt, Begeisterung zeigen. Freunden sagen, dass sie einem wichtig sind. Dem Freund oder den Eltern sagen, was man erwartet oder weshalb bzw. dass man wegen etwas enttäuscht ist. Und last but not least, Bekannschaften machen und dann festigen. Indem man auf andere zugeht, sie fragt, ob sie was mit einem unternehmen wollen.


Sagen was man fühlt: o.k., darin übe ich mich. Aber es sind eben nur Worte.

Begeisterung zeigen: ich habe das Gefühl, gar nicht zu wissen, wie das geht. Ich freue mich meist still.
Und wenn ich mich so richtig glücklich gefühlt habe, denke ich mir oft im Nachhinein, ich hätte es sagen sollen, damit mein Gegenüber es mitbekommt.

Bekanntschaften machen: ein wunder Punkt. Ich denke mir manchmal, ich muss ganz schön langweilig sein.
Ich passe weder richtig zu den Naturwissenschaftlern aus meinem Studium, noch richtig zu den Kolleginnen an meiner Schule.
Für die einen bin ich nicht PC-Spiele-konzentriert genug, für die anderen zu nüchtern.
In meinem Yoga-Kurs wird es gerade besser, denn ein paar von uns proben jetzt noch zusätzlich für eine Aufführung im September und da verbringen wir schon viel Zeit miteinander. Aber ich da bin ich halt eher für die ernsteren Themen zuständig.

EvaFee
12.07.2007, 23:12
Hallo Nathaliethor,


Hallo EvaFee,



Dein Psychiaterwitz und mein Vorschlag von oben sind gänzlich unterschiedlich.

Der Psychiater verstärkt den Eindruck des Patienten und bestätigt die Befürchtung.

Ich dagegen habe Dich aufgefordert zum LACHEN...


Ich hab Deine "Lachen"-Antwort eher als Wortspiel aufgefasst und konnte eben nicht viel damit anfangen, weil es bir mir so fragmentarisch ankam.
Ähnlich wie: Ich kann nicht gut Bruchrechnen - "na dann such doch erst mal den Hauptnenner" (Hä? Was soll das denn sein)



Tanzt Du für Dich alleine in Deinem Zimmer zu Deiner Lieblingsmusik? Streckst Du Dir selber vor dem Spiegel mal die Zunge raus?
Tanzt Du im Regen über den Bordstein?

Ja, Nein, Ja. Ich liebe Regen, ich höre Musik beim Trampolinspringen zum Abschalten, ich male Muster in den Schnee ...
Ich mache das gerne allein. Aber zusammen mit anderen kommt es mir komisch vor. Und dann habe ich sogar das Gefühl, dass ich mir manche Ticks nur angewöhnt habe, um für andere deutlich sichtbare Eigenschaften zu haben. "Die Eva ist die, die einen Schuhtick hat, Regen gerne mag ..."

Inaktiver User
14.07.2007, 09:53
Hallo,
ich bin zu spät dran, oute mich erst heute. bei mir ist es ähnlich. Ich bin auch die ältere Schwester. Die brave, die immer nachgeben mußte.
Ich kann heute sehr schlecht Gefühle zeigen. Meine Yogalehrerin hat uns letzte Woche zum Abschluß vor den Sommerferien gedrückt... Hat mir das gutgetan....
Solche Sachen habe ich bei meinen Eltern nie kennengelernt. Meine Kinder und meinen Mann kann ich in den Arm nehmen. Bei Bekannten fällt mir das sehr schwer. Das mit der Theater-AG an der VHS hört sich sehr gut an. Gibt es bei uns auch, wäre ein Versuch Wert. Was haltet ihr von Selbstverteidungskursen?
Da lernt man ja auch,sich zu behaupten. Mein Problem ist, das ich wenig Selbstbewußtsein habe.
Yoga mache ich seit einiger Zeit, das hat mir sehr geholfen, ruhiger zu werden. Ich werde nicht mehr so schnell wütend, schlucke auch viel herunter. Tagebuch schreiben ist auch sehr gut, um manche Kränkungen zu verarbeiten. Irgendwann wenn es nicht besser wird, werde ich vielleicht eine Therapie machen.
Aber ich denke, wenn man an sich arbeitet, kann man das auch alleine schaffen.

LG Dakani

Inaktiver User
31.07.2007, 17:08
Hallo EvaFee,
ich finde deine Erwartung etwas komisch.
Du hast ja kein Kind auf die Welt gebracht.
Warum sollen sich die Anderen dann freuen? Verstehe ich gar nicht. Es ist doch nur ein Stück Papier und das Ende eines Lebensabschnittes.

Wenn, dann freuen sich wohl alle, dass der Stress jetzt vorbei ist. Oder, dein Freund, weil du jetzt wieder unternehmungslustig bist. Oder deine Mutter, weil du mal mit ihr in die Stadt gehst und Zeit für sie hast. Und endlich nicht mehr von dem blöden Examen redest.
Ich würde das mal so sehen.

Emotionslos empfinde ich zur Zeit eine Bekannte. Egal ob nichts oder was dramatisches passiert ist, sie wirkt immer gleich. Das finde ich sehr anstrengend.
Ich hab dann gar keinen Orientierungspunkt. Und mich hemmt das auch. Ich will ja nicht ständig die sein, die die Emotionen liefert und sagt, was sie denkt und fühlt zu einer Sache. Während die andere nichts sagt. Versteht das jemand?

EvaFee
31.07.2007, 20:32
Hallo EvaFee,
ich finde deine Erwartung etwas komisch.
Du hast ja kein Kind auf die Welt gebracht.
Warum sollen sich die Anderen dann freuen? Verstehe ich gar nicht. Es ist doch nur ein Stück Papier und das Ende eines Lebensabschnittes.



Hallo Shila,

zuerst: ich habe noch kein Kind zur Welt gebracht, kann daher diese Erfahrung nicht teilen.

Aber: dieser Abschluss ist für mich weit mehr als ein Stück Papier: es ist das, worauf ich nun seit ungefähr 10 Jahren hingearbeitet habe. Und gerade die letzten zwei Jahre waren extrem anstrengend. Ich stand mehrmals kurz davor, alles hinzuschmeißen. Weil ich dachte, ich packe es nicht, weil ich dachte, ich bin nicht gut genug ... Und das ging nicht nur mir so, sondern fast allen meinen MitreferendarInnen.


Es war eine ungeheuere Anstrengung, ich habe sehr viel Leistung gegeben. Vielleicht kann man es mit einem Marathonlauf vergleichen: würdest Du demjenigen, der ans Ziel gekommen ist, auch nicht gratulieren?

Inaktiver User
31.07.2007, 20:34
Liebe EvaFee,

weis Deinen Liebsten liebevoll darauf hin!!

EvaFee
31.07.2007, 20:44
Liebe EvaFee,

weis Deinen Liebsten liebevoll darauf hin!!

Hallo Herbstblatt,
der Abschluss ist ja nun schon einige Zeit vorbei und ich habe seitdem einige Abschiedsfeiern hinter mir (von den Schülern, von den Lehrern und von meinen Mitreferendaren) und eine Abschlussfahrt und so ist das nun erledigt. Mein Freund freut sich wohl schon für mich, denn er gratuliert mir jetzt noch ab und zu dazu oder stellt es so für sich fest, dass ich ja nun "richtige Lehrerin" bin. Für ihn ist das wohl eine ganz schöne Umstellung. Ich selbst fühle mich ja auch noch irgendwie als Studentin, obwohl die Zeit seit zwei Jahren vorbei ist.

Heute hat er mich wieder richtig gerührt: er weiß, wie komisch ich mich zu Beginn der Ferien immer fühle und hat mich bewusst oder unbewusst etwas abgelenkt.

Zum "Emotionen zeigen": ich habe festgestellt, dass ich sie zeige, wenn mir etwas sehr wichtig ist.
Ich war sehr traurig als sich unser Seminar trennte und habe das auch ausgedrückt.
Ich war noch trauriger, als ich erfuhr, dass meine erste Planstelle 100 km weg von meinem Zuhause ist und ich also umziehen muss, mein Freund hier aber wohnen bleibt.
Als ich das erste Mal mein neues Lebensumfeld (Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern ohne Autobahnanschluss) sah und dann wieder nachhause in "meine" Stadt fuhr, habe ich tatsächlich geweint. Es tut mir sehr weh, dies alles hier zu verlassen, aber ich habe das Gefühl, mich richtig zu verabschieden und mein Leben etwas zu sortieren.



Vielleicht etwas wirr geschrieben, aber so sieht es in mir zur Zeit aus!
gruß
EvaFee.

marla63
31.07.2007, 21:20
liebe evafee,
ich kann dich gut verstehen, und ich habe nicht das gefühl, dass du keine emotionen zeigen kannst. sie sind gerade aus deinem letzten beitrag heraus gut bei mir angekommen. vielleicht bist du nicht ganz so heraussprudelnd und überschwenglich wie manch anderer, und vielleicht hast du deshalb einen freund, der auch ein paar nuancen nüchterner ist. aber wie du schreibst: wenn es dir wichtig ist ... dann wirst du auch lernen, nach und nach noch mehr herauszulassen.
vielleicht probierst du es doch irgendwann einmal mit tanzen. ich habe vor kurzem auf einem tanzworkshop gute erfahrungen damit gemacht, meinen gefühlen viel näher zu kommen und die scheu zu überwinden, sie körperlich auszudrücken. auch ich konnte nicht ganz so extatisch herumwirbeln und hemmungslos schreien wie einige andere teilnehmerinnen, aber ich habe mich am dritten tag schon viel freier gefühlt.
alles gute für dich und deinen neuen job! :blumengabe:

Inaktiver User
01.08.2007, 17:38
Hallo EvaFee,
ich hab das Wort "Freude" jetzt einfach sehr wörtlich genommen. Wirkliche Freude kam bei mir in den letzten Jahren immer auf, wenn ein Kind geboren wurde von Freunden.

Gratulation, dass du den Abschluss in der Tasche hast. Gerade wenn das für dich so eine Anstrengung war.

Mir hat der Uniabschluss nie was bedeutet.
So unterschiedlich sind die Menschen.