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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Leben ist so ungerecht!



RockingGirl86
29.06.2007, 19:04
Hallo!

Vor 1 1/2 Jahren starb mein Vater mit 48.

Heute hab ich erfahren, dass auch mein Opa nicht mehr lange zu leben hat! Krebs, Metastasen in der Leber, Lymphknoten, Stimmbandlähmung! Mit Chemo hat er noch ein halbes Jahr zu leben höchstens, ohne noch paar Wochen oder Monate!

Es ist zur Zeit einfach alles nur schrecklich! Noch nicht richtig über den Tod des Vaters hinweg, dann stirbt mein Opa, der in den letzten 1 1/2 Jahren wie ein Ersatzvater für mich war!

Bin ich vom Unglück verfolgt???

Ich bin total am Boden. Wenn mein Opa stirbt, dann lebt meine Oma auch nicht mehr lange. Ihr Sohn ist tot und dann auch noch ihr Mann?! Das überlebt sie nicht. Obwohl wir immer alle dachte sie wird mal 100!

Ricarda44
30.06.2007, 12:21
Hallo, RockingGirl,

das sind ja keine guten Nachrichten, die Du uns hier mitteilst. Aber ich würde wirklich noch um keinen Menschen trauern, der noch lebt. Auch wenn er schwer krank ist.

Mit diesen Sorgen, die Du Dir mit den Gedanken an das Sterben auferlegst, kannst Du Deinem Opa nicht all zu viel Kampfeswillen übermitteln. Ich denke, er braucht jetzt Menschen um ihn herum, die ihm versuchen Mut zu machen, ihn halten, wenn er selbst schwach ist.

Du sagst, dass er Dir in der Zeit nach dem Tod Deines Vaters eine Art Ersatzvater war. Ja, Dein Opa hat Dich gestützt und aufgefangen. Ich denke, es ist an der Zeit, dass Du jetzt diese Aufgabe für ihn übernimmst. Denn er braucht Dich jetzt. Zeig ihm, dass es Dir gut getan hat, dass er für Dich immer da war; dass es Dich stark gemacht hat.

Ich finde, Du solltest ihm keinen Kummer machen, sondern ihm zeigen, dass er bei Dir viel bewirkt hat und Du durchaus in der Lage bist, ihn jetzt aufzufangen.

Dass Du Dir Gedanken um Deine Oma machst ist sicher richtig. Aber auch hier finde ich die Richtung nicht gut.
Opa und Oma leben. Genieße es mit ihnen so weit es immer geht.
Eine pessimistische Haltung bringt niemandem etwas.

Ich wünsche Deinem Opa viel Kraft.

RockingGirl86
01.07.2007, 14:06
Ja klar!

Aber ich glaub meine Oma ist im Moment diejenige, die mehr Kraft braucht als mein Opa! Er bekommt schon gar nichts mehr so richtig mit, wird in kurzer Zeit Morphium bekommen und dann ist er sowieso ziemlich weggetreten... Meine Oma ist diejenige, die jetzt schon ziemlich am Boden ist, obwohl sie noch gar nicht weiß, wie es wirklich um ihn steht! Sie weiß, dass er Metastasen hat, aber nicht das er nur noch im Höchstfall ein halbes Jahr zu leben hat! Wie soll das werden, wenn sie das weiß?? Ich hab zur Zeit echt so das Gefühl, ich bin vom Unglück verfolgt!

Ricarda44
01.07.2007, 14:23
Nein, Du bist nicht vom Unglück verfolgt.
Auf die Welt kommen und wieder gehen zu müssen sind normal.
Das betrifft nicht nur Deinen lieben Opa, sondern jeden Tag viele Millionen Menschen auf Erden.

Es ist für Dich jetzt so unendlich schwer, weil es sich bei Deinem Opa um einen ganz lieben nahestehenden Menschen handelt. Auch da ist es normal, dass man ganz viel Schmerz und auch Ohnmacht spürt, weil Du ihn wirklich nicht ohne ihn sein möchtest.

Deine liebe Oma wird es akzeptieren, wenn es denn so ist, dass sie ihren lieben Mann eines Tages nicht mehr an ihrer Seite haben wird.

Schau, RockingGirl, ältere Menschen machen sich viel öfter Gedanken um das Sterben als Menschen in jungen Jahren. Und trotzdem, wenn es einen dann persönlich betrifft, ist es gleichermaßen schwer.

Man kann diese Situationen im Leben nicht ausschließen. Das ist leider nicht möglich. Aber mit jeder schlimmen Situation lernt der Mensch umzugehen.
Es ist immer sehr stark mit traurigen, schmerzlichen Gefühlen verbunden. Aber es ist immer hilfreich, andere Menschen wie z. B. Dich an der Seite zu haben. Da stützt und trauert man gemeinsam.

Ich finde, ein Arzt sollte Deiner Oma die Prognose mitteilen, damit auch ihr die Möglichkeit gegeben wird, sich damit innerlich zu beschäftigen.

Sei Deiner Oma Halt und begleite Deinen Opa so lange es geht. Du bist nicht vom Unglück verfolgt. Ich finde, Du hast jetzt eine ehrenvolle und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen.

Liebe Grüße.

RockingGirl86
01.07.2007, 20:27
Meine Oma redet mit keinen Ärzten mehr seitdem mein Vater gestorben ist! Das war schon ein harter Schlag für sie und uns alle. Natürlich ist mein Opa schon 77 Jahre alt, da ist es auch "Zeit zu gehen". Für manche mag das jetzt vielleicht ein bisschen hart klingen...

Ich hab nur Angst, meine Oma kurz darauf auch zu verlieren, was mit Sicherheit der Fall sein wird. Der Tod ihres Sohnes hat sie schon sehr belastet und belastet sie immer noch. Dann letztes Jahr im September die Krebs-Diagnose meines Opas...

Es ist seit 1 1/2 Jahren eine sehr sehr schwere Zeit für mich... Es heißt, das Leben ist eine Achterbahn, aber irgendwie hört dieses Abwärts einfach nicht auf! Ein Aufwärts gibt es bei mir seitdem nicht mehr!

Inaktiver User
02.07.2007, 05:35
Ein Aufwärts gibt es bei mir seitdem nicht mehr!


Hallo Rockinggirl,

doch, das gibt es auch bei dir.
Das "Aufwärts" ist nur noch nicht da. Aber es wird kommen.

Nach "Regen" folgt "Sonne".

Solche schwierigen Phasen hat jeder Mensch mehrmals im Leben, man muss nur alt genug werden.
Und sie können auch viel, viel länger anhalten als "nur" 1 1/2 Jahre.
Will dir jetzt keine Angst machen, aber so ist das Leben einfach!

Was dir helfen mag, diese schmerzliche Zeit mit deinen lieben Großeltern zu überstehen, ist folgendes:

Achte auf die "Kleinen Aufwärts" im Tag.
Es gibt jeden Tag etwas für jeden Menschen über das er sich freuen kann.
Achte auf die kleinen, meist unbeachteten Schönheiten und Geschenke der Tagesmomente !

:blumengabe:

Mit 77 "darf" ein Mensch gehen in die nächste, nichtkörperliche Welt. Das siehst du ganz richtig und das ist auch nicht "hart".
Manche tun das schon als Kind, oder sieh dir in der Virtuellen Kerze den Fall der Frau an, die mit "Grippe" am Montag zum Arzt ging und am Freitag schon tot war. Leukämie!
Das hat mich heute morgen, als ich das las, sehr erschüttert. Sie hinterläßt einen Mann und 3 kleine Kinder.

Wenn deine Oma dann einst (bald?) ihrem Sohn und Ehemann folgt in die andere Welt, dann wird sie wieder "jung" und glücklich sein. Ich glaube fest und unerschütterlich an ein Leben nach dem Sterben.

Ricarda44
02.07.2007, 11:38
Hallo, RockingGirl, hallo, Lavendel(chen)!

Trotz allem würde ich es schon fairer und liebevoller finden, wenn Oma die Chance hätte, sich auf etwas Bevorstehendes einstellen zu dürfen. Und ich finde es überhaupt nicht gut, dass ihr prophezeit wird, dass sie ihrem lieben Mann dann bald folgen wird. Man kann sowas eventuell mal mutmaßen, aber ich denke, man sollte dieses nicht so für sich festlegen.
Damit habe ich ein echtes Problem!

Lieber würde ich an RockingGirls Stelle darüber nachdenken, wie man gemeinsam die schwere Zeit überstehen, sich gegenseitig stützen und Mut machen kann. Aber bitte nicht so: Das wird sowieso alles schief gehen - mir geht es schlecht.

Ich verstehe es, wenn man seine Ängste ausdrückt, aber nicht dass man etwas, was noch gar nicht eingetreten ist und hoffentlich auch nicht so früh für die Oma kommen wird, schon mal festlegt.

Das gefällt mir üüüüberhaupt nicht!

Salsera65
02.07.2007, 11:58
JMeine Oma ist diejenige, die jetzt schon ziemlich am Boden ist, obwohl sie noch gar nicht weiß, wie es wirklich um ihn steht! Sie weiß, dass er Metastasen hat, aber nicht das er nur noch im Höchstfall ein halbes Jahr zu leben hat!

Ich würde solche Prognosen nicht absolut sehen! Frag mal einen Arzt, ob er ein Jahresgehalt darauf verwetten würde, dass dein Opa nach spätestens 6 Monaten gestorben ist. Da findest du garantiert keinen einzigen!

Ansonsten wünsche ich dir ganz viel Kraft und Zuversicht. Es ist schlimm, wenn man liebe Menschen verliert. Gibt es denn jemanden, der dir im Moment Zuwendung geben kann?

:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

sabinemaria
02.07.2007, 18:09
Liebe RockingGirl86!

Ich kann Dir nachfühlen, wie es Dir geht. Mein Vater und mein Großvater starben innerhalb eines Jahres. Mein Vater war der jüngste Sohn von vier Kindern. Wir dachten damals auch, sie überlebt das nicht. Mittlerweile ist das fast 21 Jahre her, meine Oma wird heuer 97. Und ich freue mich über jeden Tag mit ihr.

Sei ihr eine Hilfe und steh ihr bei, auch wenn Du selbst Hilfe brauchst. Jemand anderem helfen kann einem selbst auch viel Kraft geben. Und ich weiß, wovon ich spreche.

Ganz liebe Grüße, ich wünsche Dir viel Kraft!

Sabine

RockingGirl86
02.07.2007, 21:08
Hallo!

Ich war heute bei meinem Opa und bei meiner Oma! Er sieht total schlecht aus, liegt nur noch, kann nicht mehr sprechen. Er isst nichts mehr, bekommt Morphium. Auch die Ärzte haben mittlerweile von einer Chemo abgeraten, da er dafür zu schwach ist. Er ist schon total eingefallen, er war früher mal so ein kräftiger, starker Mann! Ich hab ihn heute zum Abschied noch an der Schulter berührt. Man spürt noch die Knochen! Es war beängstigend.

Meine Tante managt zur Zeit die ganzen Arzt- und Krankenhausbesuche. Sein Hausarzt sagte, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Weihnachten wird er definitiv nicht mehr erleben! Er ist zu Hause. Im Krankenhaus wollen sie ihn nicht aufnehmen! Sowas muss man sich doch mal vorstellen! Sie nehmen ihn nicht mehr weil man ihm eh nicht mehr helfen kann!

Seine Morphium-Tabletten bekommt er nur noch mit Mühe und Not runter... Er will sie auch nicht wirklich nehmen!

Meine Oma hat selber schon realisiert, dass er spät. in einem halben Jahr sterben wird. Nur das es schon früher der Fall sein wird, dass wird sie morgen erfahren. Wir wollten es ihr noch nicht sagen, da mein Vater heute seinen 50. Geburtstag hätte.

Im Moment wünsch ich mir einfach nur, dass mein Opa nicht mehr lange leiden muss. Meine Tante wird für die letzten Tage einen Pflegedienst angagieren, da meine Oma das alleine nicht mehr auf die Reihe kriegt! Meine Oma ist eingentlich noch topfit, aber sie wird wohl auch bald keinen Lebenswillen mehr haben!

Salsera65
02.07.2007, 21:20
Meine Oma ist eingentlich noch topfit, aber sie wird wohl auch bald keinen Lebenswillen mehr haben!

Nun rede doch deine Oma nicht auch noch sterbenskrank, das ist ja schrecklich. Wieso musst du gerade solche Vorhersagen machen? Ich kann gut verstehen, dass du traurig bist und dass dir gerade alles schrecklich erscheint, du hast es gerade echt schwer, aber das ist doch nicht nett deiner Oma gegenüber.
Es freut mich aber für dich, dass deine Tante sich so viel um alles kümmert. Verstehst du dich mit ihr ganz gut?
:blumengabe:

RockingGirl86
02.07.2007, 21:42
Ja ich versteh mich gut mit meiner Tante. Sie war auch als Kind schon immer für mich da. Ich war schon immer, bis ich zu arbeiten begann, jeden Tag bei meinen Großeltern. Meine Eltern haben ganztags gearbeitet und ich war immer, als Baby den ganzen Tag bei ihnen und in der Schulzeit nachmittags. Auch in der Ausbilung, bin ich jeden Tag zum Mittagessen gekommen. Sie waren einfach eine kleine Ersatzfamilie für mich!

Ich hab mir dort auch immer pudelwohl gefühlt, sie haben mich aufgenommen wie ihre eigene Tochter!

Ich will meine Oma nicht "todreden"! Aber es sagt jeder, dass es dann bei ihr auch nicht mehr lange dauert. Natürlich wünsch ich mir, dass sie noch ganz ganz viele Jahre mit uns hier verbringt...

Ricarda44
03.07.2007, 07:49
Also, RockingGirl, wirklich!
Wenn alle so ein dummes Zeug reden, dann kannst doch Du Dich wenigstens hinstellen und Omas Hand nehmen und ihr sagen "Wir schaffen das schon. Auch wenn jetzt alles schlecht läuft und nicht gut aussieht in unserem Leben. Wir sind füreinander da."

Versucht doch mal, Euch ein wenig Kraft zu geben. Das Ganze ist ja nun schon so schwer genug. Da muss man nicht auch noch den Pessimismus bei 100 % halten.

Lies Dir das nochmal durch, was sabinemaria geschrieben hat. Das sollte Euer Ziel sein!
Ihr habt sicher eine schwere Zeit jetzt und auch noch vor Euch. Aber es steht nirgens geschrieben, dass das so bleibt. Man kann sich vieles auch einreden. Ich suche mal schnell noch einen Text, den ich hier irgendwoanders gepostet habe. Den lies Dir mal durch, damit Du siehst, was negative Grundeinstellungen bringen können.

Liebe Grüße!

RockingGirl86
03.07.2007, 21:48
Hallo @ all!

Meine Oma weiß es jetzt! Bis jetzt ist sie noch sehr gefasst. Mal schauen wie lange das anhält.

Meinem Opa gehts wirklich sehr sehr schlecht! Flüssignahrung nimmer er nur vom Arzt an. Meine Tante hat es probiert, meine Oma und ich auch! Aber irgendwie will er es von keinem nehmen. Er will sich auch nicht helfen lassen, wenn er wirklich mal aufstehen sollte! Er ist in diesem Punkt einfach richtig eitel!

Es ist so schwer, ihn da liegen zu sehen, total eingefallen und hilflos! Man muss ihn richtig anschreien, damit er reagiert!

Ich denke mal das kommt von den Morphium-Tablette. Die sind die einzigen, was er zur Zeit zu sich nimmt. Die Flüssignahrung enthält 200 ml. Davon hat er heute (zumindest bis heute Abend um 18 Uhr) auch nicht alles getrunken...

Wird er dann vom Hausarzt noch Infusionen bekommen oder kann er sagen, nein, ich geb ihm keine mehr?! Aber das wäre doch indirekte Sterbehilfe, oder?

Meine Oma hat schon gesagt, dass es wenigstens ein kleiner Trost ist, dass ich jeden Tag vorbeikomme... Ich mach das gern! Ich fühl mich total hilflos!

Inaktiver User
03.07.2007, 22:02
Seine Morphium-Tabletten bekommt er nur noch mit Mühe und Not runter... Er will sie auch nicht wirklich nehmen!



Guten Abend, RockingGirl,
bitte entschuldige, dass ich bei einem so umfassenden Thema nur auf einen Teilaspekt eingehe, aber der scheint mir wichtig:
Es gibt Morphiumpräparate nicht nur in Tablettenform, sondern auch als Depotpflaster zur Aufnahme über die Haut (hast Du vielleicht schon mal im Zuammenhang mit Hormongaben für Frauen gehört.)

Bitte sag dies Deiner Oma und wendet Euch baldmöglichst an den Hausarzt deswegen! :blume: T.

Inaktiver User
04.07.2007, 11:53
Hallo RockingGirl,
auch ich möchte jetzt nur auf einen Teilaspekt eingehen.
Wenn Menschen sich langsam aufs Sterben einstellen, (besser gesagt: der Körper, der weiß nämlich, wenn er bald sterben wird), dann ist es normal, dass Essen und Trinken weitgehend eingestellt werden.
Es wäre aber gut, bekäme dein Opa Flüssigkeit (Isotonische Lösung) über eine Dauerinfusion, vertrocknen darf er nicht, das ist sehr quälend.

Habt ihr schon über ein Hospiz nachgedacht?
Die verstehen sich wirklich auf gute Pflege Sterbender. Das ist unheimlich wichtig, so furchtbar schnell entsteht z.B. ein Dekubitus, selbst bei jungen Menschen, wenn sie nicht ständig neu gelagert werden.

Es gibt auch Palliativpfleger, die ins Haus kommen, wenn er zuhause sterben möchte.

Noch ist "Lebens-Zeit" für ihn!
Dazu gehört unbedingt die bestmögliche Lebensqualität.
Die Schmerzpflaster, die von meiner Vorschreiberin angesprochen wurden, sind ein Segen ! Ich kenne das alles.
Laßt euch so viel wie möglich helfen und informiert euch gut.

Die Pflege Schwerstkranker und Sterbender ist nicht leicht, man kann vieles falsch machen.


herzlichst, Lavendelmond

RockingGirl86
04.07.2007, 18:13
Hallo ihr Lieben!

Die Morphium-Tabletten nimmer er mittlerweile! Geht zwar auch recht hart, aber er nimmt sie! Die Flüssignahrung geht sehr sehr schwer, die ihm einzuflösen!

Aufs Klo kann er nicht mehr gehen und in so eine Art Bettpfanne will er nicht reinpinkeln, da verdrückt ers! Das ist alles sein Stolz! Selbst dann noch, wenn er schon im Sterben liegt!

Heute Abend kommt nochmal der Hausarzt. Meine Oma und meine Tante wollen ihn ins Krankenhaus einweisen lassen, sie schaffen das nicht mehr alleine! Ein Pflegedienst müsste 24 Stunden am Tag da sein... Ich kann leider auch nur höchstens immer 3 - 4 Stunden am Tag, aber abends ist immer das schlimmste rum... Ich mein jetzt mit Tabletten geben, Flüssignahrung, Toilette usw. Ich bin von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr in der Arbeit und muss zusätzlich noch jeweils eine halbe Stunde fahren... Es ist alles wirklich so verdammt schwer!

An was kann das denn liegen, dass der Bauch jetzt auf einmal wieder so richtig aufgebläht ist? Von zu wenig Nahrung?

Inaktiver User
05.07.2007, 01:15
Hallo ihr Lieben!

Die Morphium-Tabletten nimmer er mittlerweile! Geht zwar auch recht hart, aber er nimmt sie!

Liebe, es soll nicht hart gehen!! Bitte setzt nicht Euren Ehrgeiz darein, das zu schaffen, sondern macht es ihm so leicht wie möglich mit der Schmerzbekämpfung! Der Hausarzt kann Euch helfen!

Der aufgeblähte Bauch kann auch mit der Morphiumgabe -egal in welcher Form- zusammenhängen, ist aber m.E. sicher für ihn weniger quälend, als Schmerzen zu haben.:blume: T.

RockingGirl86
05.07.2007, 18:54
Hallo ihr!

Gestern war der Hausarzt nochmal da... Er gibt ihm noch 2 - 3 Tage...

Heute früh ist er ins Krankenhaus gekommen, weil meine Oma und meine Tante es mit der Pflege nicht mehr schaffen!

Er hat eine Lungenentzündung. Deswegen ist es so rapide bergab gegangen...

Ich werde jetzt nochmal ins Krankenhaus fahren! Es kann sein, dass ich ihn jetzt das letzte Mal sehe! Es ist so schrecklich, nie zu wissen, wann es zu Ende ist... Ich vermute, dass er heute Nacht stirbt... Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hab ichs im Gefühl...

Er bekommt noch Antibiotika, mit der kleinen Hoffnung, dass sie vielleicht anschlagen!

Ricarda44
06.07.2007, 22:11
Ich wünsche Euch viel Kraft. Und Dir ganz viel Mut. Deine Großeltern brauchen Dich jetzt sehr. Du kannst nichts Besseres für sie tun als bei Ihnen zu sein. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die man nur wirklich erfüllen kann, wenn man wirklich Liebe zu den Menschen empfindet.

Ich denke, Du schaffst das, RockingGirl. Auch wenn Du an vielem zweifeln magst. Du bist in diesen letzten Tagen schon reifer geworden.
Die Angst vor dem Morgen und Übermorgen können wir Dir nicht nehmen. Ich kann Dir aus meiner Sicht nur sagen: Alles Schwere, was kommt im Leben - es wird eines Tages wieder leichter.

Schön durchhalten, o.k.? Mach Dir Mut und Deiner Oma. Und dem lieben Opa hilfst Du am besten durch Nähe.

Und wir stehen hier auch hinter Dir, oder an Deiner Seite - was auch immer hilfreich für Dich ist.

RockingGirl86
07.07.2007, 19:37
Hallo ihr Lieben!

Er ist heute Nacht um 00:45 Uhr gestorben. Gestern Abend um 22:00 Uhr hab ich meine Oma abgeholt und sie ins Krankenhaus gefahren.

Die Atmung war da schon recht flach und kurz. Die Hände waren auch schon ganz kalt.

Es kamen dann die Schwestern und haben ihn umgebettet. Sie haben u. a. die Windel weg und KEINE neue mehr hin! Die Schwester sagte auch, dass die Füße schon ganz kalt sind. Die Schwester sagte, dass jetzt nur noch die wichtigsten Körperteile durchblutet werden und dazu gehören die Füße nicht.

Meine Oma ist dann stutzig geworden wegen der Windel. Meine Tante ist dann zur Schwester gegangen und hat sie gefragt ob es heute wohl so weit ist... Die Schwester sagte, dass es nach ihrer Erfahrung nur noch paar Stunden dauern wird, weil die Füße schon ausschauen wie marmoriert... Ich war in der Zwischenzeit im Zimmer und musste dann auch feststellen, dass die Atmung von Minute zu Minute kürzer und flacher geworden ist....

Um 23:30 Uhr bin ich dann nach Hause gefahren. Meine Tante hat mir erzählt, dass er irgendwann einfach gar nicht mehr geatmet hat. Er hat sich nicht mehr gerührt, war nicht mehr wach, gar nichts.

Meiner Oma gehts eigentlich "relativ gut", wenn man das so nennen kann bzw. darf....

Ich war heute Nachmittag die ganze Zeit bei meiner Oma und war auch bei dem Gespräch mit dem Bestatter dabei.

Es ist eine Erlösung für ihn, trotzdem is es komisch, wenn er jetzt nie wieder auf seinem Platz auf der Eckbank in der Küche sitzen wird... Da fällt mein Blick zur Zeit als Erstes hin...

fuechsine
07.07.2007, 19:55
Laß Dich mal ganz behutsam drücken:wangenkuss:

meine_Dicke
07.07.2007, 21:48
Es tut mir unendlich leid für Dich!
Fühl Dich gedrückt.

Und sei jetzt für Deine Oma einfach da! Sei stark für Sie, dann kann sie alles besser ertragen.

Ich wünsche Euch ganz ganz viel Kraft für die nächsten Tage.:blume: :blume: :blume:

Salsera65
07.07.2007, 22:06
Liebe Rocking-Girl,

es tut mir sehr leid für dich, dass dein Opa nun so schnell gestorben ist. Du hast es wirklich schwer.
Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit. Vielleicht ist es ja möglich dass deine Tante, deine Oma und du euch jetzt gegenseitig stützt.

Ich zünde hier eine Kerze für deinen Opa :kerze:
und eine für deinen Vater an. :kerze:

Alles Gute für dich!
:blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume: :blume:

wolfsmond
08.07.2007, 09:58
Liebe Rocking Girl,

auch von mir eine vorsichtige Umarmung. Es tut mir sehr leid für Euch.

Wünsche Dir und Deinen Lieben viel, viel Kraft um die Aufregungen der nächsten Zeit zu überstehen!
:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Und eine :kerze: für Deinen Opa.

wolfsmond

RockingGirl86
08.07.2007, 17:06
Danke an euch alle!

Ihr seid wirklich spitze!

RockingGirl86
14.07.2007, 19:23
Hallo ihr!

Gestern war Beerdiung. War nochmal ganz schlimm zu sehen, wie viel von einem Menschen übrig bleibt wenn er nur in Asche in einer Urne liegt.... Beängstigend....

Letzte Woche war auch nochmal sehr hart für mich. Montag ist meine Mutter ins Krankenhaus gekommen mit einem epileptischen Anfall. Ohne Vorwarnung und wahrscheinlich auch was einmaliges... Ich bin natürlich schön langsam total fertig mit den Nerven! Was soll ich denn machen, wenn meiner Mutter jetzt auch noch was passiert? Sie ist doch so ziemlich die einzige, die ich noch habe!

Mittlerweile ist sie schon wieder zu Hause. Aber aufwärts scheints in nächster Zeit wohl auch nicht zu gehen....

Salsera65
15.07.2007, 11:26
Letzte Woche war auch nochmal sehr hart für mich. Montag ist meine Mutter ins Krankenhaus gekommen mit einem epileptischen Anfall. Ohne Vorwarnung und wahrscheinlich auch was einmaliges... Ich bin natürlich schön langsam total fertig mit den Nerven! Was soll ich denn machen, wenn meiner Mutter jetzt auch noch was passiert? Sie ist doch so ziemlich die einzige, die ich noch habe!

Mittlerweile ist sie schon wieder zu Hause. Aber aufwärts scheints in nächster Zeit wohl auch nicht zu gehen....


Liebe Rockinggirl,
du liebe Güte, du hast es wirklich schwer im Moment! :knatsch:
Fühl dich ganz lieb gedrückt!
:wangenkuss:

Hast du denn gute Freundinnen, die dir ein wenig beistehen können?
:wie?:

Ich wünsche dir alles Gute!
:blumengabe:

RockingGirl86
15.07.2007, 20:22
Ich sag ja, das reißt zur Zeit im Moment alles nicht ab!

Meine sog. "Freundinnen" sind alle ziemlich mit sich selber beschäftigt, also NEIN!

Meine Oma und meine Tante (die ja zur Zeit auch ziemlich im Stress sind) standen mir schon recht bei.

Trotzdem hört diese Angst einfach nicht auf, dass wieder was passieren kann....

Salsera65
15.07.2007, 20:53
Trotzdem hört diese Angst einfach nicht auf, dass wieder was passieren kann....

Liebe Rockinggirl,
auch wenn du im Moment viel zu leiden hast, mit dieser Angst müssen wir alle jeden Tag leben, sie ist uns nur meistens kaum bewusst.
Ich kenne es, jederzeit mit einer Katastrophe zu rechnen, nur hat mir das lediglich Kummer bereitet, der mich auch nicht vor Schmerzen schützt. Jedem kann jederzeit alles passieren, aber so oft kommt das nicht vor. Ich denke, in der nächsten Zeit werden sich deine Oma und Mutter von ihrem Schreck ein wenig erholen und irgendwann werdet ihr alle wieder richtig fröhlich sein können!
:blumengabe: