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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ständig übergriffiges Verhalten der Mutter



Freudestrahlend
28.06.2007, 19:39
Irgendwie weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich tun soll. Vielleicht könnt Ihr mir ein bißchen Feedback geben? Ich bin frisch verheiratet und es war ein wunderbares Fest, das mein Mann und ich sehr genossen haben. Von Verwandten und Freunden wurden wir überreichlich beschenkt mit netten Gedanken, Spielen, sehr viel Persönlichem und, weil wir es uns so gewünscht hatten, auch mit Geld.
Mein Problem ist, daß meine Eltern die Meinung vertreten, wir müßten ihnen genau mitteilen, von wem wir aus der Verwandtschaft wie viel bekommen hätten. Sie hätten ein Recht das zu wissen. Die Begründung: Sie wollen wissen, ob sie ibei Hochzeiten im Familienkreis immer angemessen geschenkt hätten und wie viel sie in Zukunft schenken "müssten".
Mein Mann und ich sind beide der Ansicht, daß sie das nichts angeht. Wir haben ihnen aber gesagt, daß es mehr als reichlich war und eine Gesamtsumme genannt. Ich habe meinem Vater auch gesagt, wie viel in etwa von Einzelnen gekommen ist, aber nicht auf den Euro genau. Trotzdem lassen meine Eltern nicht locker. Ich habe mir eigentlich gedacht, daß das Thema gegessen wäre.
Gerade eben wollte ich meine Mutter anrufen um einfach nett zu plaudern. Sie ist mir allerdings zuvor gekommen. Nach ein paar Worten hat sie schon etwas herausfordernd gefragt, ob ich denn am Wochenende zum Mittagessen käme. Ich: "Nein, wir nützen das schöne Wetter aus und fahren nach X eine Verwandte meines Mannes besuchen." Letztes Wochenende hatte ich zugegebenermaßen keine Lust sie zu besuchen, am Wochenende zuvor waren wir noch in den Flitterwochen. Da war sie schon etwas beleidigt und ist gleich wieder zum Geld-Thema übergeganen und wollte partout wissen, wie viel wir von einer bestimmten Person bekommen hätten. Ich: "Ich weiß es nicht genau, wir haben ohnehin schon einiges gesagt und finden, daß das unsere Sache ist." Das ist ein paar Mal so in und her gegangen. Ich war vollkommen ruhig, nicht aufbrausend oder sonst was und mußte mir anhören, ob mein Mann mir verbietet das zu sagen (an allem, was ihr an mir nicht paßt ist mein Mann schuld), sie hätten ein Recht, das zu wissen, sie hätten schon mit einigen Leuten gesprochen, die meinen das natürlich auch. Ich: "Ich habe auch mit Freundinnen darüber geredet, die sind meiner Meinung." Darauf ein paar abfällige Bemerkungen über meine Freundinnen.
ich bin da nicht weiter darauf eingegangen und habe noch einmal betont, daß das meine und die Sache meines Mannes ist. Dann hat sie grußlos aufgelegt.

Mich würde Eure neutrale Meinung interessieren. Hat sie ein Recht darauf, daß man ihr da Bescheid sagt und ich würde da irgendwie trotzig reagieren? Was würdet Ihr tun?

Schön langsam tu ich mir wirklich schwer im Umgang mit ihr. Sie ist so übergriffig in ihrem ganzen Verhalten mir gegenüber. Akzeptiert keinerlei Entscheidungen meinerseits (nicht nur was die oben geschilderte Situation angeht), nörgelt permanent an mir herum (vor einem Jahr hatte ich bei 1,75m Größe um die 62kg, da war ich schon ein bißchen dick, jetzt sind es um gut 8-10kg weniger, jetzt bin ich viel zu dünn; sie ist tatsächlich dick) , meine Haare wären immer häßlich. Das sind nur Kleinigkeiten, die ich sonst ausblende, aber es ärgert mich jetzt schon auch.
Bei der Hochzeit hatten wir einige Dinge nicht ganz so klassisch (nicht die obligate bordeaux-creme Blumendeko, sondern bunte Wisenblumen, schlichtes Kleid anstatt Baiser; etc. was im Vorfeld für einige Verstimmungen sorgte, denn "Das macht man nicht".)
Sämtliche Verwandte, bei denen sie sich im Vorfeld der Hochzeit für unsere Art des festes entschuldigt hat, waren ehrlich begeistert. Von ihr habe ich keine einzige wirklich positive Rückmeldung bekommen, daß ich an diesem Tag wirklich hübsch war, das Fest schön war, etc.

Einige Menschen in meinem Umfeld haben mittlerweile gemeint, sie würde es mir auf irgendeine Art neiden. Gleichzeitig ist sie aber immer so stolz auf mich.
Ich komme damit echt nicht mehr zurecht.
Entschuldigt, daß es so lang geworden ist. Wie würdet Ihr denn damit umgehen?

Inaktiver User
28.06.2007, 19:54
I

Mich würde Eure neutrale Meinung interessieren. Hat sie ein Recht darauf, daß man ihr da Bescheid sagt und ich würde da irgendwie trotzig reagieren? Was würdet Ihr tun?

klares: nein, hat sie nicht. Und ihr das zu verweigern hat nichts mit Trotz zu tun. Es sind Deine Geschenke.
Wenn Deine Mutter ihre Geschenke davon abhängig macht, was sie zuvor bekommen hat (komische Einstellung), dann ist das ihre Sache. Wenn Du das nicht so machen willst, muss sie das akzeptieren. Wie sie das macht ist ihre Sache.


nörgelt permanent an mir herum (vor einem Jahr hatte ich bei 1,75m Größe um die 62kg, da war ich schon ein bißchen dick,

:wie?: Ist das Dein Ernst? Du warst mit 62 kg sehr schlank und bist mit 52 kg extrem dünn! Sie hat bei 62 kg an Dir genörgelt???? nicht zu fassen.



Einige Menschen in meinem Umfeld haben mittlerweile gemeint, sie würde es mir auf irgendeine Art neiden. Gleichzeitig ist sie aber immer so stolz auf mich.

wann ist sie stolz? wenn Du so funktioniert, wie sie es will? oder wenn Du was vorzeigen kannst? Ob es Neid ist will ich hier nicht spekulieren, aber ich denke, sowas macht auf Dauer regelrecht krank.


Wie würdet Ihr denn damit umgehen?

stur bleiben. Und notfalls Kontakt einschränken.
:blumengabe:

Inaktiver User
28.06.2007, 20:03
Für mich hört sich das so an, als habe deine Mutter Schwierigkeiten, dich ins Leben zu entlassen. Du bist aber erwachsen und verheiratet und führst dein eigenes Leben.

Ich könnte solche Einmischungen überhaupt nicht vertragen und solches Genörgel oder abfällige Bemerkungen über Freundinnen finde ich absolut furchtbar und unmöglich. Da war ich aber schon sehr früh sehr bockig, oder, positiv ausgedrückt, habe mich abgegrenzt. Offenbar wird das auch bei dir allerhöchste Zeit. Stell dir vor, ihr bekommt Kinder, und sie redet euch ständig in die Erziehung rein. Unterträglich.

Bist du so harmoniesüchtig? Oder warum wirst du nicht mal richtig wütend? Manchmal hilft nichts anderes als wirklich mal offen, ehrlich und vor allem konsequent sein (und zum Beispiel abwesend). Sie muss einfach merken, dass du jetzt dein eigenes Ding machst.

Freudestrahlend
28.06.2007, 20:17
Danke für Deine Antwort. Sie hat in der Tat zu jeglicher Schenkerei ein merkwürdiges Verhältnis. Es muß permanent etwas verglichen und/oder aufgewogen werden.
Ich sehe das etwas anders und mein Mann zum Glück auch.
Und ja, vor einem Jahr war ich nicht ganz so dünn wie heute, aber schlank. Ich habe durch sehr viel Stress im Beruf und durch das Absetzen der Pille viel abgenommen, fühle mich aber sehr wohl in meiner Haut. Warum sie immer an meiner Figur und an meinem Äußeren ganz allegemein herummäkeln muß, hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen.
Stolz ist sie auf meine "Erfolge". Ich war immer eine gute Schülerin, habe in Rekordzeit und sehr gut studiert und neben meinem Job promoviert - die Mustertochter eben.
Aber mein Privatleben: Mein Mann und ich sind seit vielen Jahren ein sehr glückliches Paar. Er ist wunderbar, trägt mich auf Händen, unterstützt mich in jeder Beziehung. Selbst von entfernten Bekannten höre ich immer wieder, daß man uns ansieht wie glücklich wir sind einander zu haben. Mein Liebster hat einen gute Job, hat ebenfalls studiert, seine Familie ist goldig,etc. Trotzdem habe ich von meiner Mutter nach einigen Jahren Beziehung beim Auszug aus dem Elternhaus gehört er würde mich nur ausnützen, mich sicher fallen lassen wie eine heiße Kartoffel, ich hätte mich so zum Negativen verändert seit ich mit ihm zusammen bin (ich bin selbstständig geworden, habe das Diplomstudium absolviert, war mit ihm auf längeren Reisen und habe mir im Zuge des Selbstständig werden von meinen Eltern keine Vorschriften machen lassen.) An all diesen Dingen, die ihr an mir nicht passen ist klarerweise er schuld.
Ach, ich versteh´s einfach nicht. Ich habe mir gedacht, diese Sachen wären gegessen. Aber ich habe auch bei der Hochzeit gehört: "Jetzt gehörst Du nicht mehr uns", anstatt "Wir haben einen Sohn dazu bekommen". Ich habe dann klar gestellt, daß ich meinen Eltern nie gehört habe und auch nicht meinem Mann, sondern ich nur mir gehöre.

Es ist manchmal zum Verzweifeln. Ich frage mich wie das werden soll, wenn wir Kinder haben.

Freudestrahlend
28.06.2007, 20:22
@ palette: Jetzt bist Du mir zuvorgekommen. ;-)
Du hast die Schwierigkeiten meiner Mutter genau erkannt, glaube ich, zumindest sehe ich das mit meinem Küchenpsychologiewissen auch so.
Ich grenze mich seit der Pubertät ganz stark ab. "Bockig" war ich immer und muß ich immer noch sein. Das Problem ist, daß selbst größere Wutanfälle nichts bringen. Das wird ignoriert. Dann gibt es kurze Zeit mal keine Einmischversuche und ich denke, es läuft endlich auf ein erwachsenes Mutter-Tochter-Verhältnis raus. Denkste!
Ich bin aber das einzige Familienmitglied, das sich immer abgrenzt. Darum knallt es regelmäßig. Mein Vater und die Geschwister sagen ja zu allem und zu jeder Einmischung ja und Amen. Daß ich mich ihr immer entgegengestellt habe verträgt sie wohl aus diesem Grund nicht.

Nocturna
28.06.2007, 20:36
Schade, dass es mit deinen Eltern nicht so klappt. Eigentlich hätten sie jeden Grund auf dich und deinen Mann stolz zu sein. Nun ja, manche Dinge im Leben muss man nicht verstehen, es reicht wenn man sie akzeptiert und sein Leben danach einrichtet.

Dir würde ich empfehlen, deiner Linie treu zu bleiben. Deine Eltern haben keinen Grund sich einzumischen, du bist erwachsen, du gehst deine eigenen Wege. Du musst nicht den Familiensegen ins Wanken bringen, aber zieh eine klare Linie, bis wohin du eine Einmischung tolerieren kannst und ab wann du dich zurückziehst.

Ich befürchte zwar, dass dies keinen Lerneffekt bei deinen Eltern auslösen wird, wahrscheinlich werden sie eher auf dich schimpfen, a la undankbare Tochter, aber auch das ist ihr Problem und nicht deines.

Und mach dir bitte jetzt noch keine Gedanken wegen Kinder und der Rolle deiner Eltern. Wenn es mal soweit ist, werden die Karten ganz neu gemischt und es ist völlig offen, wie sich deine Eltern in dieser neuen Konstellation verhalten werden. Es ist durchaus möglich, dass es wesentlich unkomplizierter abläuft als das jetzt bei euch vier Erwachsenen der Fall ist. Abwarten und Tee trinken,wäre diesbezüglich mein Ratschlag. :tassenkasper:

Inaktiver User
28.06.2007, 20:56
Ach, ich versteh´s einfach nicht. Ich habe mir gedacht, diese Sachen wären gegessen. Aber ich habe auch bei der Hochzeit gehört: "Jetzt gehörst Du nicht mehr uns", anstatt "Wir haben einen Sohn dazu bekommen". Ich habe dann klar gestellt, daß ich :smile: meinen Eltern nie gehört habe und auch nicht meinem Mann, sondern ich nur mir gehöre.


das kapieren manche Eltern ihr Leben lang nicht. Wenn wir schon küchenpsychologisieren :zwinker: Deine Mutter scheint Dich nicht als eigenständiges Wesen, sondern als ihr verlängerter Arm zu sehen. Sie definiert sich vielleicht auch dadurch, wie Du Dich verhälst. Also erwartet sie, dass Du so bist, wie ihr verlängerter Arm sein soll: toll, erfolgreich und immer auf ihrer Seite. Alles was dagegen ist, ist gegen sie gerichtet (nach ihrer Meinung).

Zu sehen, das man nicht als eigenständiger Mensch, sondern als verlängerter Arm behandelt wird, macht traurig und wütend.
Aber bleib Deiner Linie treu, auch wenn es anstrengender ist.
Im besten Fall wird sie es irgendwann aufgeben zu versuchen.


Es ist manchmal zum Verzweifeln. Ich frage mich wie das werden soll, wenn wir Kinder haben.

kann dann anders sein, kann natürlich sein, dass sie als Mutter es viel besser kann und sieht. Lerne darauf zu pfeifen. Du hast einen tollen Mann, der zu Dir steht, Du bist trotz der Bemühungen Deiner Mutter kein verlängerter Arm, sondern ein eigenständiger Mensch.
Versuch damit abzuschließen, wie Deine Mutter sich eigentlich verhalten sollte und grenze Dich konsequent ab.
Du wolltest Rat von neutralen Personen: meine Segen hast Du!
:smile: :blumengabe:

Freudestrahlend
28.06.2007, 21:34
Ihr macht mir Mut durch Eure Unterstützung - dankeschön! Wenn sie als Symbol bei mir funktionieren würden, würde ich Euch jetzt allen ein Röschen schicken!

Ich frage mich immer warum das Mutter-Tochter-Verhältnis so oft so belastet sein muß, weil die Mütter (vor allem meine) nicht einsehen, daß das Kind schon lange erwachsen ist. Irgendwie habe ich ja gehofft, daß ihr spätestens durch meine Heirat, die ja ein ganz klares öffentliches Bekenntnis zum Partner und (wenn man es jetzt ganz altmodisch betrachtet) der letzte Schritt Ablösung von den Eltern ist, vor Augen geführt wird, daß ich eine erwachsene Frau mit eigenem Leben bin.
Das scheint sie aber nicht zu akzeptieren, wenn ich diese Interventionen richtig interpretiere. Macht aber nichts - sie hat ohnehin keine andere Wahl. :-)

bellybee
28.06.2007, 21:59
Ich sehe es wie meine Vorrednerinnen:

Du bist glücklich und zufrieden, hast Dein Leben im Griff und bist privat und beruflich unabhängig.

Deine Mutter fühlt sich wahrscheinlich in Deinem Leben überflüssig - Du "brauchst" sie nicht mehr und sie spürt Deine Abgrenzung wohl ziemlich deutlich.
Also versucht sie auf andere (leider extrem ungeschickte) Weise Einfluss zu nehmen, und schafft es in gewissem Maß auch, indem sie Dich mit ihren Bemerkungen nervt oder verunsichert.

Ich habe mit meiner Mutter Ähnliches erlebt, sie konnte es über lange Zeit nicht akzeptieren, dass ich ihr "entgleite" und hat ihren Wunsch an Teilnahme an meinem Leben häufig in Kritik und Vorwürfe verpackt...

Bei unserer Hochzeit war es übrigens im Vorfeld ähnlich - es war eben ein ganz anderes Fest als sie sich vorgestellt hatte, und dass ihre Meinung daher nicht gefragt war, hat sie natürlich sehr gestört.

Mittlerweile hat sich unser Verhältnis aber deutlich gebessert, komischerweise hat auch meine Schwangerschaft dazu beigetragen!
Da meine Mutter eigentlich immer "nur" Hausfrau war, habe ich das Gefühl, mein Leben ist momentan weniger fremd für sie.
Mit meiner Schwangerschaft kann sie viel mehr anfangen als z.B. mit meinen beruflichen Erfolgen. Und dass ich sie nun ab und an sogar um Rat frage, genießt sie ganz offensichtlich!

Auch wenn es nervt, vielleicht kannst Du die Übergriffe Deiner Mutter ein wenig gelassener sehen, wenn Du Dir klar machst, dass sie auf ihre Art "nur" an Deinem Leben teilhaben will und im Moment eben keine andere Möglichkeit dazu sieht?

Mein Vorschlag wäre daher auch:
Verbieg Dich nicht wegen ihr, aber versuche, ihr auf andere Weise das Gefühl zu geben, dass sie als Person für Dich wichtig ist und sie nicht von Eurem Leben ausgeschlossen ist!

C-Bird
28.06.2007, 22:42
Du hast dein eigenes Leben zu leben, nicht das ihre.

Es gibt Menschen, de können sich selbst nur dann wohlfühlen wenn sie anderen Menschen durch Worte, Beschuldigungen und Vorwürfe Fehler vorwerfen die so eigentlich unhaltbar sind.

Man glaubt immer das sind Fremde, aber bei irgendjemandem sind auch diese Fremden Verwandt...

Sag deiner Mutter das sie, sofern sie nur zur Kritik fähig ist, doch am besten damit anfangen sollte es selbst erstmal besser zu machen.

Und das mit dem Geld, geht sie nun wirklich nichts an. Ich denke entscheidend ist das ihr glücklich seid, denn das ist ein Wert den man nicht kaufen kann...

Inaktiver User
29.06.2007, 08:49
Hallo Freudestrahlend :blumengabe:

Wir haben nicht zufällig "dieselbe Mutter" ???

*stöhn*

Der Satz: "Sie hat sich im Vorfeld für unsere Art zu Feiern entschuldigt"
hat bei mir einiges ausgelöst an Erinnerungen und leichter Bitterkeit.
Meine Mutter hatte sich z.B. fürchterlich geschämt dafür, dass mein Zukünftiger "Kind geschiedener Eltern ist" und sie hat überall herumerzählt, er wäre Halbwaise und er würde die Tanzschule besuchen (wir lernten uns durchs Tanzen kennen), "damit er nicht auf der Straße läge" oder so ähnlich...

Hallo?
Er hatte einen Beruf und eine eigene Wohnung !

Naja, dazu könnte ich jetzt noch viel erzählen, weia :ooooh:


Im Grunde möchte ich nur wie meine Vorrednerinnen sagen:

Sei du selbst und genieße das Leben mit deinem Mann !

Deine Mutter ist gefangen in ihrer engen Gedankenwelt "wie die Dinge und die Menschen zu sein haben" - du wirst sie da leider nicht rausholen können.
Hauptsache, du läßt dich nicht in ihre Gedankenwelt hineinziehen.

Wiesenblumen auf einer Hochzeit hätten mir sehr gefallen !!

Und das mit dem Stolz auf deine intellektuellen Leistungen.... (kenn ich auch) das zeigt eigentlich vor allem ein geringes Selbstwertgefühl deiner Mutter und ich vermute (wegen der frappierenden Ähnlichkeit im Verhalten unserer Mütter), dass sie sich vor allem nicht vorstellen kann, dass man als Mensch an sich schon einen hohen Wert hat.

Abgrenzen ist in deinem Fall nicht "bockig" sondern Selbstschutz.
Und du tust auch deiner Mutter damit indirekt etwas Gutes, wenn sie sich nicht mehr übergriffig verhalten kann - bzw. ihr Verhalten in seiner Wirkung verpufft. Ihr Verhalten an sich wird sie vermutlich ihr Leben lang nicht mehr ändern.


Ganz viele Wiesen-:blumengabe::blumengabe::blumengabe: für euch !!!!!! :Sonne:

Blondine
29.06.2007, 09:34
Ja, aber jetzt mal anders rum .. wieso darf deine Mutter denn nicht genau wissen, wer was geschenkt hat ... sooo ein Geheimnis macht man aus Hochzeitgeschenken doch in der Regel nun auch nicht, oder ???

Ich kenne keine Familie, in der es nicht Thema gewesen wäre, wo man über sowas nicht gesprochen hätte.

Ist überall auf der Welt auch irgendwo Tradition, ob es der bayer. Hochzeitslader versungen hat oder das Geld bei z.B. bei der großen türk. Hochzeit öffentlich übergeben wurde ...

Also ich kenn das, wurde in allen Kulturkreisen wohl irgendwie registriert. Seit jeher.

Und, warum hast Du sogar kein Verständnis dafür, daß z. B. Deine Eltern jetzt das Bedürfnis haben, ähnlich großzügig zurückschenken zu wollen, wie eben auch ihr bedacht worden seid.

Dafür brauchen sie eben die Basis.

Wieso kannst Du dieses Bedürfnis nicht irgendwo auch respektieren, ganz sooo abwegig ist es ja dann auch nicht.

Ich nehme auch mal stark an, dein Mama ist da in der Familie auch nicht die einzige, die es so handhabt, sie befürchtet halt, sonst aus Unkenntnis was falsch zu machen bzw. ins Familiengetratsche zu kommen.
Wenn Dir das nichts ausmacht, ist das Dein Ding, ihr evtl. halt aber schon.

Oder befürchtest Du, daß ein andere Verwandter ins Getratsche kommt, weil er zu mau geschenkt hat ...
Sollte das der Fall sein, outet sie sich doch erstmal selbt, als kleingeistig und aufrechnerisch .. aber, zum Tratschen gehören dann auch immer noch mehrere und warum gönnst Du ihnen nicht diese billige Unterhaltung? Sagt ja, keiner, daß Du da mitmachen mußt.

Und ja, gehst Du eigentlich nicht davon aus, daß Deine Mama an allem was Du erreicht hast und bist irgendwo einen gehörige Anteil hat.
Immerhin hat sie Dir deine Erziehung zueil werden lassen, dich geprägt.

Immerhin kritsierst Du hier auch genauso erbarmungslos an ihr rum, wie sie an Dir ?!

Du stehst schon auch nicht über ihren "Fehlern", darüber würde ich schon auch mal nachdenken.
Wenn Du so akzeptiert werden willst wie Du bist ... warum fängst Du nich selbst damit an und akzeptierst ihre ganz persönlichen Eigenheiten, auch wenn sie Dir irgendwie befremdlich erscheinen.

Ich meine, Deiner Mama sind eben nunmal solche Dinge wichtig, über denen Du stehst, für die Du kein Verständnis aufbringen möchtest.
Nur, ist das jetzt ein Zeichen größerer Toleranz, dann irgendwo nicht auf sie einzugehen, sie aus Prinzip auflaufen zu lassen ????

Gruß, B.

Inaktiver User
29.06.2007, 09:57
Hallo Freudestrahlend

jetzt ist die beste Gelegenheit sich von seiner Mutter abzunabeln. Besuche sie ruhig mal 3-Monate lang nicht zum Wochenende. Sie wird dann umso dankbarer sein, wenn Du wieder kommst. Dann hast du dir eine Postition erobert, die dich unabhängig macht und vor weiteren Übergriffen schützt.

Hälst du sowas aus?

Gruß

pirlipat

Islabonita
29.06.2007, 10:04
Ich sehe es nicht so wie Blondine. Wenn Freudestrahlend ungefähr gesagt hat, in welchem Rahmen die Geldbeträge waren, dann reicht das völlig. Die Details gehen nur sie und ihren Mann etwas an.

Außerdem geht es wohl nicht ursächlich um diese Frage, sondern um das ganz allgemein übergriffige Verhalten ihrer Mutter. Dazu haben ja schon einige geschrieben, was ich aus eigener Erfahrung auch so kenne. Meine Mutter hat sehr lange dazu gebraucht einzusehen, dass ich ein eigenständiger Mensch bin. Ich bin übrigens 43 und ein entspanntes Verhältnis zu meiner Mutter habe ich seit ungefähr 5 Jahren......

Eine Sache, die Bellybee geschrieben hat, fand ich sehr interessant, weil ich eine ähnliche Erfahrung gemacht habe. Obwohl meine Mutter anderen gegenüber stolz auf mich war (bin beruflich recht erfolgreich), hat sie sich doch nie wirklich dafür interessiert, was ich mache. Aber letztes Jahr war ich krank und da war sie absolut interessiert und mit Rat und Tat für mich da. Genauso interessiert es sie brennend, wie ich unseren Balkon bepflanze oder wenn wir uns neue Möbel kaufen. Alles Sachen, von denen sie mindestens genauso viel Ahnung hat wie ich. Wenn es aber um Themen geht, bei denen ich ihr überlegen bin, das interessiert sie überhaupt nicht.

Ich denke, dass in Mutter/Tochterbeziehungen mehr Konkurrenzkampf und Neid herrscht als allgemein zugegeben wird.

Gruß

C-Bird
29.06.2007, 10:16
Ist überall auf der Welt auch irgendwo Tradition, ob es der bayer. Hochzeitslader versungen hat oder das Geld bei z.B. bei der großen türk. Hochzeit öffentlich übergeben wurde ...Nicht alle Tradition ist sinnvoll - Was sagt das Geld eigentlich über eine Beziehung aus? Aas man es sich leisten kann????

Sorry, aber den Wert zweier Menschen mit Geld auszuwerten - und so klingt es für mich - spricht nicht wirklich von tiefempfundenen Gefühlen, sondern eher von besitzen und handeln. Das sollte eigentlich nicht mehr Grundlage von Partnerschaften sein...


Wenn Dir das nichts ausmacht, ist das Dein Ding, ihr evtl. halt aber schon.Ist ja auch Ihr Leben, nicht das ihrer Mutter...

Wer behauptet eigentlich immer das Kinder ihren Eltern dankbar sein müssen? Ich habe noch nie ein Kind gesehen das darum bat geboren zu werden, vielleicht sollte man sich hin und wieder fragen wieviel Spaß und Freude Kinder bereiten, statt später etwas von ihnen zu fordern, was niemandem zusteht...

Mich persönlich tangiert das Thema doch schon sehr, da ich das Modell der herrschsüchtigen, allesbestimmenden Mutter selber ertragen muss - ich soll nicht die Fehler machen die sie in ihrem Leben machte, soll funktionieren wie sie es sich wünscht. Dummerweise bin ich als Mensch nicht nur eine Masse miteinander harmonierender Substanzen die funktioniert, sondern verfüge auch noch über etwas einmaliges das mich einmalig, individuell, macht.

Mütter sind nicht immer heillige und wenn sie in ihrem Leben gescheitert sind, dann tragen nicht die Kinder die Verantwortung, die sind nur für ihr eigenes Leben verantwortlich, nicht für die Fehler die andere in der Vergangenheit machten.

Akzeptanz fängt bei dem Stärkeren an, das ist zunächst die Mutter oder der Vater, und man sollte nur fordern was man bereit ist zu geben. Die Eltern müssen lernen ihre Kinder zu akzeptieren, nicht umgekehrt. Dann gibt es auch keine Probleme wenn man später einmal der Schwächere ist...


Ich meine, Deiner Mama sind eben nunmal solche Dinge wichtig, über denen Du stehst, für die Du kein Verständnis aufbringen möchtest.
Nur, ist das jetzt ein Zeichen größerer Toleranz, dann irgendwo nicht auf sie einzugehen, sie aus Prinzip auflaufen zu lassen ????

Gruß, B.Sie muss auch kein Verständnis aufbringen. Sie lebt schließlich ihr eigenes Leben und hat durchaus ein Recht auf ihre Art dieses Leben zu bestreiten. Oder würdest du dieses Recht abstreiten?

izzie
29.06.2007, 10:30
... (vor einem Jahr hatte ich bei 1,75m Größe um die 62kg, da war ich schon ein bißchen dick, jetzt sind es um gut 8-10kg weniger, ...


62 kg bei 1,75m Größe sind an der unteren Grenze des Normalgewichts, wenn du jetzt 8-10 kg weniger wiegst, hast du Untergewicht!


... Sämtliche Verwandte, bei denen sie sich im Vorfeld der Hochzeit für unsere Art des festes entschuldigt hat, waren ehrlich begeistert. Von ihr habe ich keine einzige wirklich positive Rückmeldung bekommen, daß ich an diesem Tag wirklich hübsch war, das Fest schön war, etc.

Sie entschuldigt sich schon vor der Feier? Da hätte ich sie aber drauf angesprochen, was das soll.

Vielleicht ist einfach der Zeitpunkt gekommen, dich deutlicher als zuvor abzunabeln und dein eigenes Leben mit deinem Mann so zu gestalten wie ihr es wollt. Du kannst es ihr ja anscheinend eh nicht recht machen, sie nörgelt an dir, deinem Mann, deinen Freundinnen und deinen Lebensentscheidungen herum und lässt kein gutes Haar an dir. Etwas mehr Distanz könnte da vielleicht nicht schaden.

Inaktiver User
29.06.2007, 10:44
Ich kann mich erinnern, in der Verwandschaft meines Mannes, die auf dem Dorf lebt, werden bei Beerdigungen Listen angelegt mit den Spalten Karte/Strauß/Boukett/Kranz.

Stirb einer aus der Nachbarschaft, schaut man nach und revanchiert sich entsprechend. Das macht Sinn, denn ansonsten geht es im Dorf so rund: "Was, bringen die nur ein popeligen Strauß, wo wir doch letzthin einen Kranz für mindestens 70€...." Da möchte man vermeiden. Im Trubel der Veranstaltung geht leicht unter, wer was wem geschenkt hat und man möchte doch keinem auf den Schlips treten.

Von daher finde ich die Bitte der Mutter nicht so absurd. Und jetzt kommt mir bloß nicht mit dem Argument "alles kommt von Herzen und wenn das Rückgeschenk geringer ausfällt ist doch mir wurscht". Konvention haben durchaus ihren Sinn und erleichtern das Zusammenleben.

Ob man der Mutter allerdings eine Liste seiner Geschenke überreichen muss, steht auf einem anderen Blatt. Trotzdem ist eine solche Liste sinnvoll, weil man sich dann individuell bedanken kann, was wieder den Schenker freut.


pirlipat

Blondine
29.06.2007, 11:14
Also, evtl. hab ich es nicht richtig rübergebracht.

Mir pers. liegt es fern, jemanden anhand eines Geldegeschenkes wertzuschätzen .. oder anders rum .. nur weil mich jemand mit Geld beschenkt, deswegen mag ich ihn nicht mehr oder weniger.

Aber, das ist doch irgendwo nicht das Wesentlich dieses Threads.
Das ist jedenfalls nicht mein Thema.

Ich finde, Freudenstrahl lebt doch längst ihr eigens Leben, sie ist doch mit eigenm Beruf, Mann, Heim usw. doch völlig selbstständig

Sie hat es doch gar nicht mehr nötig, sich irgendwie demonstrativ abzunabeln ... ist doch längst vollzogen.

Nur, ganz autark von seiner Famlie möchte man dann doch auch nicht leben.
Also, die allermeisten jedenfalls von uns doch wohl nicht.

Warum also sollte sich Freudenstrahl denn von ihren Eltern isolieren ????
... wegen der Diskussion um die Zulässigkeit der Frage, wer was zur Hochzeit geschenkt hat ???

So dramatisch ist das doch nun auch wieder nicht, oder???
Ich meine, es gibt durchaus Gründe, weswegen es gut sein kann, den Kontakt abzubrechen ...

aber rein aus sowas einen Konflikt entstehen zu lassen, finde ich irgendwo .. nun ja dann doch eher kindisch ....

Also, wenn es Mama glüclich macht zu wissen, ob Onkel Hans 50, 100 oder 200 Euronen geschenkt hat, dann bitte sagt es ihr doch einfach ... davon wird Freudenstrahl doch nicht unglücklich.

Onkel Hans muß sich ja auch nicht schämen, egal jetzt wieviel im Kuvert war, oder ???

Gut, es nervt evtl. aber, wenn man selbst irgendwo drübersteht ... dann nicht mehr ganz so sehr.
Dann kann man sowas abhaken.

Dann schafft man es eben sowas als individuelles Bedürfnis der Mutter anzusehen.
Und, diese mütterliche Bedürfnis wird schon auch von Ungefähr kommen.
Die braucht diese Infos halt für den weiteren Kontakt zu andere Familienmitgliedern.

Bitte, wenn es ihr wichtig ist ... why not ???

Und ja, grundsätzlich sagt die Gesamtsumme eben auch nix über Eilnzelbeträge und wenn Mutti das Geschenk einer bestimmten Person eben interessiert, muß sie eben im Detail nachfragen.
Sie wird schon ihre Gründe haben, warm sie es tut.
Evl. will sie sich selbst auch noch mal bedanken ... oder ähnlich großzügig sein ... da gibts doch die unterschiedlichsten Motive und nicht alle müssen gleich irgendwie gehässig sein.

Also peinlicherweise, hat meine Mama erst kürzlich die Gelegenheit genutzt, um einer Verwandten: mein Eigenheim, den Inhalt meiner Schränke, inkl. der Wäsche, meinen Schmuck ... ja richtig, den bekam ich zur Hochzeit, und zur Geburt und im urlaub ... vorzuführen ... ich gebe zu, ich fand es ultranervig ... aber, irgendwie steh ich drüber .. bitte, wenn die 2 kein anderes Thema haben ...
Zumindest war das jetzt für mich kein Grund, den Kontakt fürs nächste Vierteljahr einzustellen.

Also, ich pers glaube, Freudenstrahl ist der Kontakt zu ihren Eltern wichtig.

Sie ruft immerhin gerne an, um mal zu plaudern.
Nur, manchmal muß man halt eben manchmal über das plaudern, was den anderen so brennend interessiert, auch wenn es einen selbst nervt.

Ich finde, sie sollte sich nicht zermürben und wegen einer solchen Frage eine Grundsatzdiskussion anstreben.

Ich bezog mich deswegen auf diese Frage, weil sich Freudnstrahls Eingangspostin die ersten zwei Drittel um dieses Thema dreht ... mit abschließender Frage an die Community.

Ich kenn es auch eher so wie in Pirlipats Beitrag.
In meiner Familie wird auch insgesamt auf sowas geachtet .. und ja meine Mutter und meine Tanten besprechen sowas auch.
Finde ich pers. auch nicht berauschend ... aber bitte.

Grundsätzlich kenne ich auch die mütterliche Kritik, so von wegen Figur, Haare .. nur, meistens prallt sowas an mir ab.
Da hab ich schon genug Selbstbewustsein, um das wegzustecken .. und, kränkt es mich wirklich, dann sage ich meiner Mutter eben was Sache ist.

Gruß, B.

Blondine
29.06.2007, 11:19
.

Inaktiver User
29.06.2007, 11:24
Ich glaube keiner will hier Freudestrahlend von ihrer Familie isolieren. Auch meine Absicht war das keineswegs.
Stutzig hat mich nur gemacht, dass Mutter wohl glaubt auf Wochenendbesuche der Tochter zum Mittagessen Anspruch zu haben. Wenn die andere Seite dies auch fordert, kann das ganz schön stressig werden und da soll man doch eher vorbauen und dieser Anspruchshaltung entgegenwirken, indem man gerade nicht auf diese Wünsche eingeht.

pirlipat

bellybee
29.06.2007, 12:33
Vielleicht sehe ich die Sache ein wenig milder, weil ich bei meiner Mutter irgendwann verstanden habe, dass ihre (oft unglücklichen und verletzenden) Äußerungen meist aus einer großen Unsicherheit mir gegenüber und nicht aus Bosheit kamen!


Eine Sache, die Bellybee geschrieben hat, fand ich sehr interessant, weil ich eine ähnliche Erfahrung gemacht habe. Obwohl meine Mutter anderen gegenüber stolz auf mich war (bin beruflich recht erfolgreich), hat sie sich doch nie wirklich dafür interessiert, was ich mache. Aber letztes Jahr war ich krank und da war sie absolut interessiert und mit Rat und Tat für mich da. Genauso interessiert es sie brennend, wie ich unseren Balkon bepflanze oder wenn wir uns neue Möbel kaufen. Alles Sachen, von denen sie mindestens genauso viel Ahnung hat wie ich. Wenn es aber um Themen geht, bei denen ich ihr überlegen bin, das interessiert sie überhaupt nicht.
Ich denke, dass in Mutter/Tochterbeziehungen mehr Konkurrenzkampf und Neid herrscht als allgemein zugegeben wird.

Genau so meinte ich es! :blumengabe:

Freudestrahlend, vielleicht gibt es im Moment zwischen Euch einfach keine oder nur wenige Themen, zu denen Deine Mutter etwas, was Du akzeptieren könntest, beitragen kann?

Ich würde nicht unbedingt Desinteresse, Neid oder Konkurrenzdenken dahinter vermuten (habe es früher aber ebenso gedeutet und z.B. Lob von ihrer Seite schwer vermisst!)

Inzwischen denke ich, dass meine Mutter sich oft ein wenig minderwertig fühlt, da ich ja scheinbar alles im Griff habe und sie mir nie etwas raten kann.
Sie hat durch mein Verhalten oft zu spüren bekommen, dass ihre Argumente für mich nicht zählen. Eigentlich kein Wunder, dass sie sich bei ihren Contra-Aussagen dann oft nur mit einem klassischen "Das-macht-man-nicht" zu helfen wusste!
Die Neigung Deiner Mutter, sich extrem an Konventionen zu halten (Hochzeitsdeko, das Geschenkeding) deutet ja auch darauf hin, dass ihr Selbstbewusstsein nicht sehr ausgeprägt ist.

Kenne ich nur zu gut - es ist ja auch immens wichtig, was die Verwandtschaft und die Nachbarn denken :zwinker:
Eine Zeitlang endete bei uns jeder Besuch und jedes Gespräch mit einem Reizthema, es war wie verhext, auch wenn wir monatelang keinen Kontakt hatten, kamen bei jedem Telefonat sofort wieder Streitpunkte auf! Insofern ist eine längere Funkstille leider auch keine Patentlösung...

Inzwischen versuche ich, sie "kontrolliert einzubeziehen", indem ich vorwiegend harmlose Dinge anspreche, zu denen sie mehr Bezug hat, so dass sie ihre Meinung ohne Angst vor Konfrontation kund tun kann (jaja, Krankheiten und Blumenpflege gehören tatsächlich auch dazu :zwinker: ).
Wir haben seitdem wieder viel öfter Kontakt und es ist deutlich entspannter geworden!
Dinge, bei denen ich weiß, dass sie sie sowieso nicht gut heißen kann, spreche ich nach Möglichkeit gar nicht erst an - das mag zwar etwas oberflächlich sein, aber die früheren "Diskussionen" haben außer Ärger ja auch nix gebracht!



Stutzig hat mich nur gemacht, dass Mutter wohl glaubt auf Wochenendbesuche der Tochter zum Mittagessen Anspruch zu haben. t
Würde ich auch nicht so hart formulieren - vielleicht will sie Freudestrahlend hin und wieder einfach gerne sehen und hofft insgeheim auch auf ein entspannteres Verhältnis?

Seit es mit meiner Mutter wieder besser läuft, kann ich komischerweise ohne schlechtes Gewissen "Nein" sagen, wenn ich keine Zeit oder Lust auf ein Treffen habe. Und da wir inzwischen viel öfter telefonieren, haben die seltenen Besuche nicht mehr so große Bedeutung (mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass die Erwartungshaltung viel kleiner ist und auch die Treffen schöner geworden sind).

Also, nur Vorteile - vielleicht klappt es bei Euch ja auch auf ähnliche Art und Weise?

LG, bellybee

rubi37
29.06.2007, 12:44
Einem geschenkten Gaul guckt man sowieso nicht ins Maul!

Freudestrahlend
29.06.2007, 13:08
Hier hat sich ja einiges getan in der Zwischenzeit...
Ich finde es schön, daß hier so sachlich diskutiert werden kann - wahrscheinlich, weil wohl jede Tochter ihr Ränzlein mit sich herum schleppt.

@ Blondine: Ich bin meinen Eltern sehr dankbar für die Unterstützung und Förderung, die ich all die Jahre genießen durfte. Mein Problem ist, daß alles bestens ist, solange sie das Gefühl haben, die Kontrolle über mich zu haben. Sobald ich eine Entscheidung treffe oder irgendetwas tue mit dem sie nicht einverstanden sind und von ihrem Bild, das sie von mir haben (das einer Sechsjährigen, weil da war die Welt noch in Ordnung,denn ich habe eben getan was sie wollten und von mir erwartet haben, auch wenn es mir damit nicht gut ging. Ich habe als Kind immer gedacht, ich darf nur ja nichts tun was meinen Eltern nicht paßt, denn sonst machen sie sich viel zu viele Sorgen um mich) abweicht, wird es schlimm.
Alles, was an mir schlecht ist, kommt nicht aus mir selbst heraus und dafür bin nicht ich verantwortlich, sonden mein Mann hat mich dahingehend beeinflußt. Er ist schuld, wenn ich mal länger nicht bei meinen Eltern bin (wenn ich mir vor lauter Arbeitsstress ein Wochenend für uns wünsche), er ist schuld, daß ich so dünn bin, denn sicher "will er mich so haben" (ich hatte wie gesagt sehr viel Stress im vergangenen Jahr, unregelmäßige Essenszeiten, etc. Das schlägt sich bei mir in Appetitlosigkeit nieder. Er versucht mir dagegen den Stress zu nehmen und kocht für mich, etc). Das könnte ich noch ewig fortführen.

Und ja, diese Gepflogenheiten kenne ich, daß man Geschenke öffentlich auspackt. Ich, bzw. wir hätten auch kein Problem gehabt,wenn beim Kaffeetrinken mit meinen Eltern die Rede darauf gekommen wäre, wer uns was geschenkt hat. Aber der Ton macht die Musik. Viermal an einem Vormittag anzurufen und jedesmal eine Liste zu verlangen auf der genaue Geldbeträge augeschlüsselt sind und laut zu werden, wenn man nicht auf der Stelle damit herausrückt, ist meines Erachtens einfach dreist.
Ich mag auch nicht mehr mit meinen Eltern telefonieren, weil sich alles darum dreht. Ich habe ihnen ja sogar in etwa gesagt von wem wir ca. wieviel bekommen haben. Eine Person war nicht dabei, die Bekanntgabe der Höhe ihres Geschenks wird jetzt mit Nachdruck eingefordert.
Vor allem,wenn es dann heißt: Wir sind heute nur noch bis so und so viel Uhr zuhause und bis dann hast Du anzurufen und uns das zu sagen.

@bellybee: Dieses kontrollierte Miteinbeziehen habe ich schon so oft versucht. Mir ist ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern/zu meiner Mutter ja auch wichtig. Das Problem scheint aber zu sein, daß es nach dem Motto "Gib ihr den kleinen Finger und sie nimmt die ganze Hand abläuft".
Dinge, von denen man ihr aus seinem Leben erzählt, werden mit großem Interesse verfolgt, etwa welche Menschen man beruflich kennengelernt hat, daß man in einem schönen Restaurant essen war. Man denkt sich, schön, daß man sich doch vernünftig unterhalten kann. Aus heiterem Himmel (immer dann, wenn sie mit sich selbst besonders unzufrieden ist), werden diese Erzählungen gegen einen verwendet,etwa: "Na wenn ihr jetzt schon wieder essen geht/auf Urlaub fahrt/Du Dir dieses Kleid kaufst, dann müßt ihr ja jede Menge Geld haben." Die Mißbilligung all dieser Dinge ist ihr dann deutlich anzumerken. Zwei Wochen vorher war sie aber noch begeistert, daß man dort und dort war und meint zu meinem Vater: "Das müssen wir auch einmal machen."
Alles, was ich erzähle, auch unbedeutende Kleinigkeiten, werden irgendwann gegen mich verwendet.
Ich weiß einfach nie, woran ich bin und wann mal wieder so ein Schub kommt.

Inaktiver User
29.06.2007, 13:28
Liebe Freudestrahlend,
ich glaube, da greift nur das alte Sprichwort:
Du musst Dir nicht jeden Schuh anziehen, den Dir jemand hinstellt.
Versuche zu lernen, nein zu sagen und auf Durchzug zu schalten.
Deine Mutter schafft es offensichtlich nicht, Dir Dein eigenes Leben zu gönnen.
Den Vorschlag, ein paar Wochen Funkstille zu halten, finde ich gut.
Vielleicht begreift sie nur so, dass sie zu weit geht.
Sie macht sich offensichtlich nicht die Mühe, einmal Deinen Blickwinkel einzunehmen.
Ich finde ihr Verhalten ganz schön respektlos.
Mach Du Dein Ding und lass sie reden.
Alles Gute für Dich!

bellybee
29.06.2007, 13:59
@bellybee: Dieses kontrollierte Miteinbeziehen habe ich schon so oft versucht. Mir ist ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern/zu meiner Mutter ja auch wichtig. Das Problem scheint aber zu sein, daß es nach dem Motto "Gib ihr den kleinen Finger und sie nimmt die ganze Hand abläuft".
.........
Ich weiß einfach nie, woran ich bin und wann mal wieder so ein Schub kommt.
Ja, da hast Du recht -
so ein "Schub" könnte bei meiner Mutter auch immer mal wieder auftreten!
Im Moment läuft es aber recht gut, und solange freue ich mich daran. Dass es nie wieder zu Eskalationen kommt, kann ich natürlich (leider!) nicht ausschließen.

Mir hat es trotzdem geholfen, mich mal in ihre Situation hinein zu denken - vielleicht stecke ich es dann künftig auch besser weg, wenn die Sache mal wieder aus dem Ruder läuft und typische "Bemerkungen " kommen...

Letztendlich zählt, dass es Dir in Deinem Leben gut geht und das scheint ja der Fall zu sein!

Das Wohlwollen unserer Eltern sollten wir dann eigentlich nicht ganz so hoch hängen - aber das ist leicht gesagt, gell?
Vermutlich nagt wirklich fast jede(r) an so einer Eltern-Sache...

Blondine
29.06.2007, 14:27
Freudestrahlend,

nun ja, echt heftig .. ganz so schlimm ist es bei Deinem 1. Posting nicht rübergekommen.

Da hilft nur ein konsequentes Nein, ohne weiter Begründung und sie auf ihr unmögliches Verhalten hinzuweisen - und daß Du auf dieser Basis nicht bereit bist, weiter über das Thema zu sprechen.

Im Übrigen würde ich schon auch versuchen, ihr ihre Verhaltensmuster aufzuzeigen, besonders dann, wenn sie wieder heftig kritisiert.

Sag dann doch einfach, "das ist alles doch nicht das Problem, setzen wir nicht bei mir an, sondern bei Dir .. warum bist Du so unzufrieden mit allem, denn ich kann schließlich gut damit leben ..."
Sag ihr doch einfach, wie sie sich verhält, eben da sie immer kränkend wird, wenn sie selbst mit sich nicht im Reinen ist und frag sie, was denn bei ihr eigentlich los ist.

Angriff ist oft die beste verteidiung, also dreh den spieß eifach um.

Führt bestimt auch zu Diskussionen ... aber wenigstens bist Du dann aus der Kindchenrolle raus .. und evtl. kommt Deine Mama dann ja doch mal ins Grübeln.

Gruß, B.

Inaktiver User
29.06.2007, 14:58
Sag dann doch einfach, "das ist alles doch nicht das Problem, setzen wir nicht bei mir an, sondern bei Dir .. warum bist Du so unzufrieden mit allem, denn ich kann schließlich gut damit leben ..."

Finde ich eine gute Idee! Denn ihr Genörgel dient doch nur dazu, sie von ihrer eigenen Unzufriedenheit abzulenken.

Freudestrahlend
02.07.2007, 19:00
Danke für Eure aufmunternden Postings.
Ich war übers Wochenende nicht am PC und auch nicht bei meinen Eltern. Ich habe sie gerade angerufen, um mich ganz normal über die Ereignisse des letzten Wochenendes zu unterhalten. Und ratet mal: Es ging schon wieder von vorne los.
Ich habe meiner Mutter dann versucht zu erklären, daß man sich über diese Geldthemen ganz normal in einem Gespräch unterhalten könne, ich aber nicht auf Forderungen à la: "Du mußt das sagen und zwar bis X Uhr." einsteige. Sie hat mich wieder einmal mit Vorwürfen überschüttet, ich bin nicht drauf eingestiegen. Daraufhin hat sie das Gespräch sehr schnell beendet.
Ich werde morgen mal mit meiner Schwiegermutter drüber reden wie sie das sieht. Ist immerhin aus der gleichen Generation wie meine Mutter und hat genauso viel oder wenig Recht alles über die Geschenke zu wissen. Dann heißt es zumindest nicht mehr: "Daß Deine Freundinnen das behaupten war mir eh klar."

Liebe Grüße,
Freudestrahlend

Inaktiver User
03.07.2007, 09:33
Freudestrahlend,
ja, frage mal Deine Schwiegermutter nach ihrer Ansicht.
Allerdings vermisse ich bei Deinen Postings immer eine ganz wichtige Sache: Nämlich DEIN Empfinden.
Ich denke, dass Du Dir viel zu viele Gedanken darüber machst, was andere sagen.
Du und Dein Mann, ihr wollt die Höhe der Summe nicht offenlegen. Und damit ist doch alles gesagt. Wozu da noch die Schwiegermutter befragen?
EURE Meinung zählt! Es ist ja auch Euer Geld.

Inaktiver User
03.07.2007, 23:31
Ich werde morgen mal mit meiner Schwiegermutter drüber reden wie sie das sieht. Ist immerhin aus der gleichen Generation wie meine Mutter und hat genauso viel oder wenig Recht alles über die Geschenke zu wissen. Dann heißt es zumindest nicht mehr: "Daß Deine Freundinnen das behaupten war mir eh klar."


ja, das kannst Du machen. Das zeigt aber, dass Du immer noch einen Weg suchst, sie zu überzeugen.
Ich fürchte, das wird Dir nicht gelingen. Wenn Deine Mutter meint, sie muss Recht haben und bekommen, wird jeder, der ihr nicht Recht gibt platt gemacht. Ich wette, dass sie an Deiner Schwiegermutter kein gutes Haar lassen wird, falls diese es so sieht wie Du.
Sehe es wie mediteranee: bleib bei Dir und was Du willst.
:blumengabe:

Jenufa
04.07.2007, 10:53
Ich sehe das ähnlich wie Mediterranee: Frag nicht Deine Schwiegermutter, das bringt nichts, außer dass sie in den Konflikt hereingezogen wird, was eigentlich nur schaden kann.

Ich würde allerdings auch darauf verzichten, "den Spieß herumzudrehen", indem Du sie fragst, was denn ihr Problem ist, das bringt meiner Erfahrung nach gar nichts.

Ich habe es an anderer Stelle schon mal beschrieben: Bis wir mal verheiratet waren, war das ein ewiger Kampf, die gesamte "was sollen denn die anderen denken"-Palette hoch und runter. Mit einer Ausnahme haben wir alles (und das waren bestimmt mindestens 10 wesentliche Punkte) abgeblockt. Immerhin hat sich meine Mutter am Ende über die schöne Feier gefreut...

Ansonsten denke ich, es ist Euer gutes Recht, die Summen für Euch zu behalten und mir scheint es höchste Zeit, "ein Exempel zu statuieren". Meine Erfahrung sagt mir: Man sollte nicht glauben, dass Nachgeben irgendwie etwas bringen würde. Man darf sich enweder ewig anhören, dass man ja endlich eingesehen hat, wie blöd man ist, oder es kommt das nächste Thema.

Entgegenkommen schön und gut, aber wenn überhaupt, dann nach Euren Regeln. Das einzige Angebot, das ich vielleicht machen würde ist: Wenn sie tatsächlich zu einer Feier bei den Betreffenden eingelanden ist, kann sie ja im Zweifelsfall anrufen und sagen "Wir planendem XY XX Euro zu schenken, hälst Du das für angemessen?" und Du sagst Deine Meinung dazu mit der Liste im Hinterkopf.

Ansonsten dient die Liste nämlich bestimmt nicht nur zur Information. Meine Großeltern haben über jeden Geburtstag eine detaillierte Liste geführt (wann kam die Person, was hat sie mitgebracht, wann ging sie wieder, lag eine Karte bei, ...). Erklärter Zweck war auch die Frage des angemessenen Dankes, aber spätestens am nächsten Tag hat man sich außerdem über die Liste immer genüsslichst das Maul zerissen ("Der XY tut immer, als wäre er was besseres und jetzt schenkt er nur 50 Euro, der war ja schon immer so ein..."). Falls Ihr auch so etwas befürchtet: Nein, das muss man nicht unterstützen.

Und noch was: Du solltest nicht erwarten, dass Deine Mutter irgendetwas einsieht. Das wird höchstwahrscheinlich nicht passieren. Eltern werden uns vermutlich immer als die Kleinen sehen, denen man sagen muss, wie das Leben funktioniert und je älter sie werden, desto sturer und verbohrter werden sie normalerweise. Man kann nur hoffen, dass sie sich wieder beruhigt und man irgendwann ein friedliches meist Verhältnis in der nötigen Distanz bekommt, das ist ein empfindlicher Balanceakt.

Verbitte Dir ab einem gewissen Punkt (und das betrifft jetzt alles, wo sie für Dein Empfinden zu weit geht) jegliche Diskussion des Themas, rechtfertige Dich nicht weiter, beende bei Bedarf das Gespräch und versuche, den resultierenden Krach nicht so schlimm zu nehmen und v.a. Dich nicht schuldig zu fühlen.

Keine Ahnung, ob Dir das weiterhelfen kann, das sind natürlich nur meine Erfahrungen mit meiner Familie, aber nach Deinen Postings zu urteilen gibt es da viele Parallelen...

Selena
04.07.2007, 15:23
@ Blondine: Ich bin meinen Eltern sehr dankbar für die Unterstützung und Förderung, die ich all die Jahre genießen durfte. Mein Problem ist, daß alles bestens ist, solange sie das Gefühl haben, die Kontrolle über mich zu haben. Sobald ich eine Entscheidung treffe oder irgendetwas tue mit dem sie nicht einverstanden sind und von ihrem Bild, das sie von mir haben (das einer Sechsjährigen, weil da war die Welt noch in Ordnung,denn ich habe eben getan was sie wollten und von mir erwartet haben, auch wenn es mir damit nicht gut ging. Ich habe als Kind immer gedacht, ich darf nur ja nichts tun was meinen Eltern nicht paßt, denn sonst machen sie sich viel zu viele Sorgen um mich) abweicht, wird es schlimm.
Alles, was an mir schlecht ist, kommt nicht aus mir selbst heraus und dafür bin nicht ich verantwortlich, sonden mein Mann hat mich dahingehend beeinflußt. Er ist schuld, wenn ich mal länger nicht bei meinen Eltern bin (wenn ich mir vor lauter Arbeitsstress ein Wochenend für uns wünsche), er ist schuld, daß ich so dünn bin, denn sicher "will er mich so haben" (ich hatte wie gesagt sehr viel Stress im vergangenen Jahr, unregelmäßige Essenszeiten, etc. Das schlägt sich bei mir in Appetitlosigkeit nieder. Er versucht mir dagegen den Stress zu nehmen und kocht für mich, etc). Das könnte ich noch ewig fortführen.


Hallo Freundenstrahl,

ich kenne das was du schilderst nur zu gut, meine Mutter ist da leider genauso, verhalte ich mich nach ihren wünschen, ist alles in Butter, tut ich es nicht gibts Druck. Genau wie du es beschreibst war mein damaliger Freund schuld wenn ich eine andere Meinung hatte als sie, wenn ich abgenomment hatte (damals noch durch Schulstress) war mein Freund schuld. etc. und sie will auch immer alles ganz genau wissen, ihr Motto war immer: Geheimnisse gibts bei uns nicht!
und sie erwartet auch regenmäßige Besuche, am besten täglich, wenn ich nicht vorbei komme fragt sie warum, gehe ich heißt es "melde dich mal" und ich gehe nicht auf Weltreise, nein, das melden wir am nächsten Tag erwartet.
Alleine wenn ich in Urlaub fahren will hat sie 1000 Argumente wieso es nicht geht, da ist es zu heiß, zu voll, zu gefährlich... immer sehe ich schecht aus wenn ich aus dem Urlaub komme, total überanstrengt und nicht erholt etc... auch wenn alle anderen das gegenteil behaupten. ich denke da spielt auch Neid eine gewisse Rolle
Ich hab mich zumindest zum Teil aus der Situation befreit in dem ich den Kontakt eingeschränkt hab, ich bin zu meinem jetzigen Partner gezogen 40km weit weg, frag nicht was das für ein Drama war! ich konnte mir dauernd anhören das sie nicht mehr schlafen kann weil ich ihr nur kummer mache ( schule, Abi, Studium problemlos hinter mich gebracht super Job, bodenständigen Partner, wenn auch mit Kind und Halbausländer, das ist ihr schon ein Dorn im Auge, sie hätte sich was "besseres" für ihre Tochter gewünscht.... ) ich hab lange gebraucht bis ich mich nicht mehr unter Druck setzen lassen hab durch ihr "du machst mir nur Kummer" sobald ich mich nicht konform verhalte. manchmal schaffe ich es immer noch nicht. Leg dir da ein dickes Fell zu und lass dich nicht verrückt machen. Mütter müssen auch los lassen können, auch wenn sie es nicht wollen und vielleicht auch können. Ich gehe jetzt ca 2 mal die Woche hin und wenn es mir zuviel wird, fahre ich wieder heim, bzw, verweise drauf das ich jobtechnisch nicht viel Zeit habe und leider diese Woche nicht mehr kommen kann und es wird tatsächlich immer besser.

Inaktiver User
05.07.2007, 13:10
Meine Großeltern haben über jeden Geburtstag eine detaillierte Liste geführt (wann kam die Person, was hat sie mitgebracht, wann ging sie wieder, lag eine Karte bei, ...). Erklärter Zweck war auch die Frage des angemessenen Dankes, aber spätestens am nächsten Tag hat man sich außerdem über die Liste immer genüsslichst das Maul zerissen

Ach Du meine Güte, Jenufa.
Bei so viel Spontanität und Herzenswärme bleibt mir ja glatt die Spucke weg.
Solchen Leuten würde ich bei nächster Gelegenheit wahlweise einen schönen gestärkten Geizkragen, ein Töpchen Gesichtscreme für ihre Engstirn(igkeit) oder eine Tüte Korinthen zum Kacken schenken.

Jenufa
05.07.2007, 16:49
Mir war gar nicht klar, wie lang mein letztes Posting geworden ist...

Ja, das war keine besonders liebenswerte Seite an meinen Großeltern. Es ist ein Beispiel dafür, dass manche das tatsächlich für normal halten, ich glaube jeder im Dorf hat das so gemacht. Das heißt aber auch noch lange nicht, dass man sicj direkt oder indirekt an so etwas beteiligen müsste.

Vielleicht interpretiere ich auch wegen dieser Erfahrung zu viel in das Verhalten von Freudenstrahls Mutter herein. Andererseits ist das auch egal, denn Freudenstrahl hat ihren Strang vermutlich nicht umsonst "Ständig übergriffiges Verhalten der Mutter" genannt - denn das ist das eigentliche Thema, die Liste ist der Anlass, aber nicht allein der Grund für ihren Ärger.

felis
08.07.2007, 18:17
Wenn ich das alles lese, bin ich ganz fassungslos darüber, wie sich Mütter immer noch und immer wieder ins Leben ihrer Töchter einmischen. Meiner Meinung nach gibt es dafür keine Entschuldigung. Vermutlich handelt es sich so etwa um meine Generation (ich bin 60), aber mir würde es nie einfallen, meine Tochter so zu bevormunden. und noch besser: meine Mutter wäre jetzt schon hundert, sie hat sich immer sehr liebevoll für mein Leben interessiert, aber in dieser Weise eingemischt hätte sie sich nie und die Meinung anderer Leute interessierte sie überhaupt nicht. Deshalb glaube ich nicht, dass ein solches Verhalten vom Alter abhängt. es wird vermutlich schon früh geprägt (deine geschwister haben sich da ja auch prägen lassen) und lässt sich jetzt vermutlich nicht mehr grundlegend ändern. Dir bleibt da nur, dich weiter konsequent abzugrenzen, so, dass DU dich dabei wohlfühlst. Ich wünsche dir dabei viel Erfölg!
Felis

Inaktiver User
14.07.2007, 21:27
Es ist schwierig, sich als Tochter abzugrenzen, aber im Interesse der künftigen Kinder sollte es so früh wie möglich geschehen.

Ich selbst hatte das Glück, dass meine Eltern eigentlich immer den Sicherheitsabstand hielten, ohne dass ich hier eingreifen musste. Meine zweite Schwiegermutter hat jedoch immer versucht, in unsere Beziehung einzugreifen - mit guten Ratschlägen, Präsenzen, schmollen, Erzählungen - und meinen Mann und mich sowie ihre anderen Kinder gegeneinander einzusetzen, um etwas zu erreichen. Oder sich über die anderen Kinder beschweren.

Glücklicherweise war mein Mann strikt und ich habe mich aus diesen Geschichten rausgehalten, schon beim ersten Besuch bei den künftigen Schwies, noch bevor wir eine festere Beziehung eingegangen waren. Ich war entsetzt, wie manipulativ eine Mutter sein kann. Ich war die Böse, meine Schwiemu meinte mal: Die Elke ist ein Person.

Vielleicht war das der nervus knacktus, den auch Töchter erreichen könnten: Sie werden von den Müttern nicht als komplette, selbstverantwortliche Wesen erfasst.

Wie kann man das ändern?
Durch striktes Grenzen ziehen.
Und die Ansage, wenn nicht - dann.

Denn Kinder sind nicht der Besitz der Eltern, sondern höchstens ein Geschenk, auch wenn sie über 30 sind.

Aber andererseits glaube ich nicht, dass es etwas hilft. Es gibt wohl solche und solche - Mütter.

LG
Elke

Freudestrahlend
25.07.2007, 13:17
Ich war auf Urlaub, daher konnte ich auf Eure lieben Postings nicht antworten.

@ Mediterranee: Du hast nach meinem Empfinden gefragt: Ich fühle mich im Recht und bin der Ansicht, daß sich meine Mutter nicht so in mein Leben einmischen darf und es eine Frechheit ist, wie sie immer wieder versucht mich unter Druck zu setzen. Mich macht es wütend und traurig gleichzeitig. Wütend, weil sie nicht einsieht, daß sie viele Dinge einfach nichts angehen, traurig darüber, weil ich nie ein unbeschwertes Verhältnis zu meiner Mutter haben werde.
Ständig hat sie sich Sorgen um mich gemacht (Wink zu Selena) und konnte deshalb nicht schlafen. Deshalb habe ich mit meinen Gefühlen sehr oft hinter dem Berg gehalten. Das ging schon als kleines Kind los: Ich habe es gehaßt in einen bestimmten Kurs zu gehen, aber ich habe mich nichts sagen getraut,weil ich sie sonst belastet und ihr Kummer gemacht hätte. Ich konnte ihr später nie von meinen Beziehungen erzählen, weil sie sie ohnehin madig gemacht hätte, bzw. sie als nicht ernstzunehmend abgetan hätte ("Der nutzt Dich in Wirklichkeit nur aus" - das habe ich auch in Bezug auf Freundinnen immer wieder gehört. Hatte ich mit sehr engen Freundinnen einmal Krach, dann konnte ich ihr davon nicht erzählen, weil sie sonst sofort wieder begonnen hätte mit "Das habe ich gleich gewußt, daß die ein Luder/egoistisch/was auch immer ist.)

Über die Distanz, die sich im Augenblick ergeben hat (einmal war sie weg, dann ich, jetzt weilt sie für mehrere Wochen auf einer Kur im Schwarzwald) bin ich eigentlich sehr froh. Es strengt mich einfach an, jedes Wort auf die Goldwaage legen zu müssen. Dafür höre ich von meinem Vater permanent, ich müsse sie jetzt anrufen und nachfragen, wie es ihr denn geht. Ich würde mich gar nicht um die Familie kümmern, etc. Zur Info: Sie ist seit fünf Tagen weg. Auf mein Argument: Wenn ich auf Urlaub bin ruft mich ja auch niemand an, heißt es dann natürlich: Eine Kur ist schließlich kein Urlaub...
Dafür habe ich heute von ihr eine vorwurfsvolle Mail von ihr bekommen, daß sie von mir gar nichts hören würde. Und was ich so hasse: Sie schafft es tatsächlich mir ein schlechtes Gewissen zu machen.

Mit meiner Schwiegermutter habe ich gesprochen. Die sieht das zum Glück alles recht ähnlich wie ich. Mein Mann und ich waren am Wochenende zu Besuch dort und ich genieße die Atmosphäre jedesmal, weil es so anders ist als bei meinen Eltern. Es ist irgendwie alles viel ungezwungener und ich habe das Gefühl, ich habe Luft zum Atmen, da nicht permanent jemand in mein Leben dringt.

Meine Eltern waren immer wunderbare Eltern, die großzügig waren, mich unterstützt haben und unheimlich stolz auf die Kinder sind, darum tue ich mir gar so schwer sie immer in die Grenzen weisen zu müssen. Ihr Problem ist halt - und das haben sie seit mehr als einem Jahrzehnt - daß sie es nicht ertragen, sobald ich mich nicht wie das "Kind" benehme und ihnen etwas entgegensetze.

Es ist einfach alles furchtbar verzwickt. Ich will auch meinen Mann nicht ständig damit belasten, darum überlege ich mir, ob es nicht vernünftig ist eine Psychotherapie zu beginnen. Andererseits kommt es mir fast lächerlich vor wegen solcher "Problemchen", die sich im Vergleich zu den Problemen anderer wie "Luxusprobleme" ausnehmen, Hilfe zu suchen.

Sorry, daß es so lang geworden ist. Ich wollte Euch nach Euren zahlreichen Antworten nur auf dem Laufenden halten.

Inaktiver User
25.07.2007, 16:12
Liebe freudestrahlend,
vielleicht ist eine Therapie gar keine so schlechte Idee, denn sie könnte Dir helfen, Dich endlich freizuschwimmen von der Übermacht Deiner Eltern.
Du schreibst, dass Deine Eltern alles für Dich getan haben und immer für Dich da waren - solange Du die Tochter warst, die sie haben wollten.
Und genau da liegt die Crux.
Du bist nun mal nicht das Wunschgeschöpf Deiner Eltern, sondern ein eigenständiger Mensch.
Hör endlich auf, Dir ein schlechtes Gewissen machen zu lassen, weil Du einfach nur Du bist.
Dazu haben sie kein Recht.
Ich weiß, wovon ich rede. Meine Mutter ist genauso wie Deine.

Deine Mutter sieht in Dir nicht den Menschen, sondern nur die Tochter.
Lerne endlich, der Mensch zu sein, der Du bist und nicht der, den andere gern hätten.
Schau mal meine Signatur:

Inaktiver User
25.07.2007, 16:18
Hallo Freudestrahlend,

oh, wie gut ich das kenne! Ich bin nun schon 35 Jahre alt, habe drei kleine Kinder und mehrere Therapien (bereits in meinen 20ern) hinter mir wegen des Verhaltens und der Art meiner Eltern, bzw. der Rolle, die ich als Kind in unsrer Familie gespielt habe, und IMMER NOCH habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich gegenueber einer Mutter abgrenze, die emotional erpresst, sich einmischt, auf ihren "Regeln" besteht statt die meiner eigenen Familie zu akzeptieren und sich hartnaeckig ueber meine geauesserten Wuensche hinwegsetzt, ganz zu schweigen von den nicht geaeusserten, bei denen mir natuerlich erst durch Groll oder Ohnmachtsgefuehle hinterher auffaellt, dass sie gerade mal wieder ihren Kopf durchgesetzt hat (das reicht von kleinen Dingen wie unaufgefordert geschickten Paketen mit neuen Socken/Schlafanzuegen/Hosenflicken, mit denen sie dezent auf die vermeintlichen Defizite in meiner Kindererziehung hinweist, auf das, woran es IHRER Meinung nach fehlt bis zu grossen Dingen, als sie mich vor 10 Jahren nicht ueber den Tod einer Bekannten von MIR informiert hat- ich studierte damals gerade in Cambridge-, sondern selbst zu deren Beerdigung gegangen ist; es gibt tausende solcher Beispiele.).

Was mir hilft, gerade gestern, als ich zum 100. Mal ihr als Hilfe verkleidetes Angebot, doch mit uns in Urlaub zu fahren ("da koennte ich doch auf die Kinder aufpassen" usw.), vehementer als sonst abgelehnt habe, weil mir einfach der Kragen geplatzt ist (endlich!), ist das Aussprechen der Wahrheit. In meinem Fall war das: Auch wenn es wie Hilfe aussieht, geraten wir, was die Erfahrung gezeigt hat, nach kuerzester Zeit wegen unterschiedlicher Erziehungs- und Alltags- und Lebensansichten aneinander, sodass eine solche Spannung in die ohnehin knapp bemessene Urlaubszeit hineingeraet, dass man nicht mehr von "Urlaub" sprechen kann. Wir brauchen, da wir gerade meine Schwiegermutter in den Tod begleiten (Krebs im Endstadium) nicht noch zusaetzliche "Familienarbeit", wir wollen einfach mal eine Woche fuer uns und unter uns sein.

So.

Weil ich ihre Schmollerei schon wieder in ihrer Stimme aufziehen hoerte, hab ich alledings noch besaenftigt, dass das bei vielen Mutter-Tochter-Beziehungen so ist, dass da Konflikte und ganz andere Erziehungsvorstellungen usw. herrschen und leider hab ich auch noch angefuegt, dass, wenn wir sie braeuchten, wir uns schon meldeten (z.B. wenn die Beerdigung ansteht)- das war meinem schlechten Gewissen geschuldet, dass einfach eine "gute Tochter" sein will und der armen Mutter ja nicht wehtun will usw...das einen aber nur "an der Leine" und in saemtlichen Fallen haelt, weil man damit immer wieder an den eigenen Beduerfnissen vorbeilebt und die der Mutter in den Vordergrund stellt.

Dennoch: Ich war, wieder mal, riesig froh, dass ich ihr ihre Grenzen, auch die der Selbsttaeuschung, gezeigt habe- denn ihre "Hilfen" und ihre reglerechten "Dienstmagdphantasien" haelt sie selbst ja auch nicht aus oder durch: Immer, wenn sie zu uns und unsren Kindern kommt, stinken ihr meine "Regeln" ganz gewaltig, will sie selbst den Kuehlschrank fuellen, kochen, putzen etc., weil ihr in unsrem Hau(halt) nichts passt, auch nicht, wie oft wir mit den Kinder rausgehn oder nicht usw.- aus dem "Dienstmaedchen", als das sie sich gern sieht ("ich brauche nichts, ich helfe nur, will nur ein schmales Bett und eine Scheibe Brot" usw.) wird im Handumdrehen eine wuetende Furie, die IHREN Stiefel durchsetzen muss, sonst "werde ich ungluecklich". Beim letzten Besuch, den ich schon so gelegt hatte, dass ich in der Woche auf einem Seminar war und sie, zusammen mit unserem Kindermaedchen, die Kinder betreut und den Hauhalt "geschmissen" hat, meinte sie nach meiner Rueckkehr, als wieder saemtliche Worte von saemtlichen Goldwaagen gepurzelt waren, "es war leichter, als Du nicht dawarst". Damit war sie der unhoeflichste Gast, den wir je hatten. Es war, im Nachhinein, ein Fehler, ihr solange Verantwortung und Bestimmungsrecht ueber den Haushalt und die Kinder einzuraeumen (nebenbei: sie hat sich an keine einzige "meiner" Regeln gehalten, inklusive dem Wenigbadegebot, da unser Aeltester starke Neurodermitis hat und zuviel Wasser seine Haut schnell schaedigt- tja, er war sehr wund, als ich wieder nach Hause kam, weil sie, auch ueber den Kopf des Kindermaedchens hinweg, ihn jeden Abend gebadet hat). Unser Fehler, wir lernen daraus.

Sorry, dass ich solange von "meiner" Geschichte geschrieben habe; Deine hat mich nur im Moment sehr beruehrt, weil ich auch nur sagen kann:
-Mut zur Wahrheit, konfrontiere sie mit den Portionen, die Dir wichtig sind
-Hartnaeckig bleiben im Abgrenzen, Dich nicht emotional erpressen lassen (faengt schon bei der vorgeschriebenen "Meldehaeufigkeit" an)
-Versuchen, freundlich, aber bestimmt, Deine Position zu klaeren, auch wenn's schwerfaellt, so rational wie moeglich argumentieren
-Schlechtes Gewissen begraben, sie ist alt genug, um fuer sich selbst zu sorgen und fuer ihren "Gefuehlshaushalt" nicht mehr ihre Tochter zu benoetigen (schlimm genug, wenn sie die frueher brauchte). Ausserdem hast Du auch eine Verantwortung Dir selbst (und Deinen Massstaeben etc.) gegenueber.

Liebe Gruesse von der
Dampfmaschine,
die sich schon "freut", welche Konflikte mal von ihren eigenen Kindern, darunter eine Tochter, angesprochen werden

Strong
26.07.2007, 11:27
Hallo,
kann es sein, das deine Mutter eben immer nur Mutter war und es jetzt nicht schafft, ihre Torchter gehenzulassen? Sie sollte sich eine sinnvolle Beschäftigung suchen und nicht das Leben anderer aufmischen.
Das sind Verhaltensweisen, die ich zum Glück nicht kenne, auch wenn die Eltern mal äussern das sie das eine oder andere anders gemacht hätten, dann ist mein Antwort immer: "Ich mach es so und ich habe mir etwas dabei gedacht!" Jeder Mensch hat doch schliesslich seine eigenen Vorstellungen!
Missgunst ist keine schöne Eigenschaft, auf die Idee da irgendwas gegenzurechnen würde bei uns keiner kommen. Wenn sowas käme, würde ich wohl promt fragen, was ich Ihnen denn für mein bisheriges schulde, damit ich mich freikaufen könnte. Symbolisch gemeint natürlich. Das regt zum Nachdenken an. Normalerweise ist man als Kind nunmal auf seine Eltern angewiesen, was man dort "bekommt" gibt man später selber an die eigenen Kinder weiter! Wer da den Taschenrechner rausholt lässt tief blicken!
Ich bemerke, das mit wachsender Akzeptanz und Respekt der anderen Generation ein zunehmendes Zusammenwachsen verbunden ist. So schaffen wir es als Mehrgenerationenhaus friedlich zu koexistieren. Ich finde das sehr schön und weiss trotzdem, das es nicht immer einfach sein wird, das gehört dazu.
Respekt und Toleranz von beiden Seiten ist extrem wichtig!
Viel Erfolg noch dir,freudentaumel und lass dich nicht entmutigen!
gruss strong

Islabonita
26.07.2007, 13:45
@dampfmaschine

Ich finde Dein Posting großartig, Du beschreibst sehr treffend die Mechanismen der Beziehung zwischen übergriffiger Mutter und erwachsener Tochter. Leider kenne ich das auch nur zu gut. Besonders dieses Passage fand ich sehr treffend:


..- aus dem "Dienstmaedchen", als das sie sich gern sieht ("ich brauche nichts, ich helfe nur, will nur ein schmales Bett und eine Scheibe Brot" usw.) wird im Handumdrehen eine wuetende Furie, die IHREN Stiefel durchsetzen muss, sonst "werde ich ungluecklich".

Und wie Du schon erkannt hast: konsequent sein und offen, nicht rumeiern. Es hat bei mir auch eine ganze Weile gedauert, bis ich das konnte.

Tigerente
30.07.2007, 15:21
Freudestrahlend, generell und besonders in Deinem letzten Posting beschreibst Du auch meine Eltern. Sie sind genauso.
Bis vor einigen Jahren habe ich mich ihnen einfach so gut es ging entzogen (Wohnorte zwischen 250 und 400 km weit weg von meinen Eltern). Hier, an meinem jetzigen Wohnort, auch immer noch 250 km weg von dem meiner Eltern, musste ich den Kontakt teilweise enger werden lassen, da ich die Expertise meines Vaters brauchte (ich habe gebaut, und da habe ich lieber ihn als Fachmann benutzt als einen bezahlten externen Gutachter). Da hat es dann einige Male heftig geknallt - erstmals auch mit meinem Vater. Auch durch die Beziehung, die sich hier dann gefestigt hat - inzwischen bin ich verheiratet und habe ein Kind von einem knappen Jahr - bin ich gezwungen worden, das Verhältnis zu meinen Eltern stark zu überdenken. Außerdem betreffen viele Entscheidungen nun nicht mehr mich allein, sondern eben auch Mann und Kind.
Früher bin ich da gerne den Weg des geringsten Widerstandes gegangen, wenn mir irgendwas auch halbwegs egal war, und es so gemacht wie sie wollten. Nun geschieht es manchmal, dass mir etwas egal ist, meinem Mann aber wichtig, und meine Eltern es gerne anders hätten als er. Der Konflikt ist vorprogrammiert.
Wie oft musste ich mir anhören: "Seit Du in ... wohnst, ist gar nicht mehr mit Dir klarzukommen!"

Das Problem liegt einfach darin, dass meine Eltern nicht akzeptieren können, dass ich kein Kind mehr bin bzw. der Meinung sind, dass man nur dann ein vernünftiger erwachsener Mensch ist, wenn man die Dinge genau so macht, wie sie sie machen würden. Wenn etwas anderes richtig wäre, müssten sie ja an sich zweifeln. Dass es viele richtige Wege gibt oder gegen kann, kommt in ihrem Weltbild nicht vor.

Mein Mann hat wegen psychosomatischer Probleme tatsächlich mal eine Therapie gemacht, bei der sich das Verhältnis zu seiner Mutter tatsächlich als einer der Knackpunkte herausstellte. Er sagt manchmal, ich solle auch sowas machen, das würde mir sicher helfen.
Ich habe aber das Gefühl, ich bin mit mir selbst und meinem Handeln inzwischen völlig im Reinen, wer tatsächlich eine Therapie machen sollte, wäre meine Mutter (sie hat massive Rückenprobleme und knirscht mit den Zähnen, kommt aber nicht auf die Idee, dass sowas auch psychische Gründe haben könnte bzw. man dem auf einer solchen Ebene mal zu Leibe rücken könnte). Dazu werde ich sie aber nie bekommen.

Ich arbeite nun daran, sie rechtzeitig in ihre Schranken zu weisen - nicht immer einfach. Der Enkel vereinfacht und verkompliziert die Dinge ein wenig. Um des lieben Friedens willen schluckt sie mehr als früher (will sich ja nicht verscherzen, dass ich sie oft genug mit Enkel besuche), gleichzeitig haben wir aber auch wieder mehr Kontakt, was mehr Konfliktpotential birgt. Der Kontakt beschränkt sich allerdings oft auf Gespräche über meinen Sohn - ich bin ein wenig aus der Schusslinie - allerdings auch nur so lange, wie sie meint, dass ich mit der Erziehung alles richtig mache. Da sie mich aber noch für ein Kind hält, benimmt sie sich oft so, als könne ich ja gar nichts richtig machen, denn wie kann ein Kind ein Kind erziehen? Manchmal kriege ich wirklich im Detail erzählt, wie jeder Dorfdepp in meinem Heimatdorf das mit Ernährung, Schlafen etc. handhabt (Frauen, von denen es in meiner Kindheit hieß "spiel nicht mit der, die ist frech/dumm", werden mir plötzlich als Vorbild vorgehalten) - dann stelle ich abwechselnd die Ohren auf Durchzug oder zicke zurück - beides nicht schön.

Außerdem schleicht sich manchmal der gemeine Gedanke ein, dass ich als Mensch meine Eltern überhaupt nicht interessiere. Ich habe manchmal das Gefühl, es hat sie immer nur interessiert, dass ich Normen erfülle. Jetzt an meinem Sohn beobachte ich das auch - oft nehmen sie seine Bedürfnisse gar nicht wahr (er spielt wunderschön allein und selbstvergessen - sie versuchen, ihn zu bespaßen), und obwohl sie einerseits sehr liebevolle Großeltern sind, scheinen sie oft nur am Abhaken gewisser Meilensteine (Zähne, krabbeln, Brei essen, Wurstbrot essen) interessiert zu sein.
Kein schönes Gefühl.

Hm, klingt jetzt glaube ich alles nicht sehr erhellend und sehr vage - aber es gäbe dazu so viel zu sagen, und ich hab' gerade nicht die Zeit, das alles im Detail zu erklären und kämpfe auch immer noch um den richtigen Umgang. Wollte Dir nur auch noch zurufen: "Du bist nicht allein!"

Liebe Grüße, Tigerente

PS: Auch ich habe tolle Schwiegereltern, bei denen ich durchatmen kann, die sich nicht aufdrängen, trotzdem oft eine tolle Hilfe sind und mit denen ich mich über interessante Dinge unterhalten kann. Und das hat nichts mit Bildung und Intelligenz oder so zu tun - da sind sich Eltern und Schwiegereltern ebenbürtig. Nur die Interessen und der Umgang mit Menschen, die anders denken als man selbst, sind unterschiedlich wie Tag und Nacht.

Freudestrahlend
30.07.2007, 16:25
Ihr Lieben,

zu sehen, daß ich mit meinen Problemen nicht allein bin tut sehr gut. Ich habe am Wochenende das Buch "Und so willst Du rumlaufen" von Deborah Tannen gelesen und kann es allen, die sich ebenfalls ständig Kämpfe mit ihrer Mutter liefern (müssen) ans Herz legen. Tannen führt manipulative Kommunikationsmuster sehr gut vor Augen. Mir hat es ein wenig geholfen Strukturen in der Kommunikation (mit) meiner Mutter zu entdecken.

@Dampfmaschine: Das mt den Regeln, die im eigenen Zuhause andere sind als im Elternhaus, kenne ich auch. Wobei: Meine Mutter kommt mich eigentlich kaum besuchen. Wir wohnen in der gleichen Stadt (sie am Rand) und trotzdem soll immer ich zu Besuch kommen (obwohl ich immer wieder Einladungen ausspreche). Klar, damit sie bei mir zuhause nicht vor Augen geführt bekommt, daß ich mein eigenes Leben in meiner eigenen Wohnung lebe und sie mich deshalb als erwachsene und damit ihr ebenbürtige Frau wahrnehmen muß. Als sie dann doch einmal da war, war sie komplett verblüfft, daß mein Bad nicht komplett versifft war (das habe ich auch geputzt als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe).
Bei einer Einladung zum Essen hat sie dann versucht mir in meiner Küche das Heft aus der Hand zu nehmen. Nach dem Essen hat sie begonnen den Tisch abzuräumen und den Geschirrspüler einzuräumen und hat sich nur mit Mühe davon abhalten lassen. Ok, war vielleicht lieb gemeint, aber sie hat mir doch recht deutlich zu verstehen gegeben, WIE man den Geschirrspüler richtig einzuräumen hätte. Sind alles nur Kleinigkeiten, aber trotzdem können sie mich auf die Palme bringen.
Meine Mutter hat dieses "Dienstmädchen"-Gehabe (bescheiden, "gib mir ruhig die Reste", "für mich ist auch das gut genug", etc) auch und mutiert, wenn ihr irgendwas nicht paßt auch gern mal zur Furie - es gibt angenehmeres. Ich frage mich immer, was mit solchen Frauen los ist...

@Tigerente: Ich stelle es mir mit Kind einerseits auch leichter, andererseits schwieriger vor - aus den gleichen Gründen wie Du. Ich habe mich aber dazu entschlossen, ev. doch eine Therapie zu beginnen. Zwar bin ich wie Du der Meinung, daß sie diejenige ist, die aus verschiedenen Gründen eine Therapie bitter nötig hätte - aber sie macht es ja doch nicht. Ich erwarte mir dadurch, daß ich bei "Zuwiderhandeln" gegen meine Eltern (eben so, wie es MIR guttut) nicht mehr so sehr von Schuldgefühlen geplagt werde. Ich handle zwar auch jetzt so wie ich es möchte, aber gleichzeitig geht es mir dabei immer schlecht, weil ich immer den Eindruck habe ich müßte mich für etwas rechtfertigen - lächerlich, eigentlich.
Meine Mutter kann ich ohnehin nicht ändern, so mache ich es nur für mich. ich fürchte mich davor sonst einiges später an meine eigenen Kinder in spe weiterzugeben.
Den Eindruck, daß ich immer irgendwelche Normen erfüllen sollte und soll und ich als Mensch für meine Eltern eher nicht so interessant bin, habe ich leider auch manchmal. Ich war immer ein Kind mit dessen Leistungen man vom frühesten Babyalter an toll vor anderen angeben konnte - und das setzt sich bis heute fort. Wenn ich aber nicht so "funktioniere" wie meine Eltern das wollen bietet das enormes Konfliktpotential...

Es tut sehr gut zu wissen, daß ich mit solchen Problemen nicht allein dastehe. Ich glaube, wir können ohnehin nur versuchen es bei unseren eigenen Kindern besser zu machen.

Bambuslemur
05.08.2007, 14:34
Hallo Freudestrahlend, ich habe die Beiträge zum Großteil quergelesen - sind ja doch so einige zusammengekommen- aber wollte doch auch nochmal kurz meinen Senf dazugeben, da ich es doch immer wieder erstaunlich finde, wie viele "Schwestern" ich doch auf dieser Welt haben muss, Deine Mutter könnte auch meine sein.

Auch ich habe jahrelang versucht, das Verhältnis zu meiner Mutter zu verbessern, nur um jetzt einfach zuzugeben, dass dies wohl nicht möglich ist.

Meine Mutter war alleinerziehend, hat mich wohl etwas als Partnerersatz angesehen und um so schwerer fiel es ihr, mich in mein eigenes Leben zu entlassen und nicht mehr täglich zu wissen, was ich gefrühstückt habe:smirksmile: ! Da meine Schwester nun auch noch jemand ist, der meine Mutter wegen jeder Kleinigkeit (das Spaghettiwasser kocht über, was soll ich tun?) anruft, konnte meine Mutter meine "Selbständigkeit" noch weniger akzeptieren und vor allem nicht annehmen, dass ich auch andere Menschen in meinem Verwandten- und Freundeskreis als "Gesprächspartner" habe und daher nicht nur auf sie "angewiesen" bin.

Ende vom Lied war, dass alle Telefonate wie Verhöre abliefen, sie wolle alles wissen, ich gar nichts mehr sagen. Dann kamen natürlich auch immer Vorwürfe, von wegen, dass ich mal sehr einsam sein werde, wenn ich NIE jemandem was erzähle, dass ich schon immer so unfreundlich war, dass sie gar nicht versteht, warum andere mich mögen, etc. Da ich diese Vorwürfe schon seit meiner Jugend kenne, können sie mich jetzt mit 30 Jahren irgendwie nicht mehr so großartig treffen, denn eigentlich erwarte ich von meiner Mutter ja schon gar nichts anderes mehr.

Dass ich keine liebende Mutter habe, die mich bei Kummer in den Arm nimmt, hab ich nun auch langsam begriffen. Dass ich statt dessen eine Mutter habe, die mir sogar an einem unverschuldeten Autounfall eine Mitschuld gab, damit habe ich wohl oder übel leben gelernt, aber natürlich hat es dafür gesorgt, dass ich ihr immer weniger aus meinem Leben erzählte, denn auch mir wurde es irgendwann um die Ohren gehauen.

So führte es dazu, dass ich schon im Dreieck sprang, wenn ich nur sah, dass meine Mutter anrief oder aber wußte, dass ich mich wohl mal wieder bei ihr melden muss. Ich hab regelmäßig rot gesehen und damit natürlich auch meinen Mann -und mich- total wahnsinnig gemacht. Nachdem ich nach einer erneuten Eskalation dann fest der Ansicht war, den Kontakt abbrechen zu wollen, gab es ein paar Wochen Funkstille, in denen ich mir in Ruhe Gedanken machen konnte, ob und wie ich mir weiteren Kontakt vorstellen kann.

Ende vom Lied ist nun aktuell, dass ich ihr per Mail -meine Mutter kann Gott sei Dank etwas mit Internet umgehen- vorschlug, unseren Kontakt vorerst auf Mail-schreiben zu beschränken. Hat den Vorteil, dass wir sozusagen Lebenszeichen voneinander haben, jeder dem anderen erzählen kann, was er will, aber keine Verhöre stattfinden. Das klappt eingentlich ganz gut, auch wenn ich dann schon immer weiterdenke -was muss ich auch immer grübeln:grmpf: - wie es dann wird, wenn ich mal schwanger bin oder sonst wichtige Dinge anstehen. Das sind irgendwie immer Sachen, die ich meiner Mutter nicht erzählen will... Habe Schwierigkeiten, sie in meine intimsten, eigenen Dinge "einzuweihen"... Wäre auch im Vorfeld ruhiger gewesen, wenn sie nicht zu meiner Hochzeit gekommen wäre, denn ich weiß ja nie, wann es eskalieren könnte...

Jemand sprach hier in den Antworten auch von der anderen Seite, die man mal sehen könnte. Auch mir geht das so, ich stelle mir meine Mutter oft als einsame, unglückliche Frau vor, die doch nur Kontakt zu ihrer zickigen Tochter will. Und dann versinke ich im Mitleid mit ihr und mache genau das, was meine Mutter mit mir gemacht hat -> ich gebe mir die Schuld!

Mitleid und Abwehr sind aber eine denkbar schlechte Basis für ein gutes Verhältnis zu einer Mutter, insofern habe ich mich entschieden -jaaa, viiiiieeeele schlaflose Nächte- in erster Linie zu schauen, wie und in welcher Dosis ich es ertragen kann, Kontakt zu meiner Mutter zu haben und wirklich erstmal ganz egoistisch an mich zu denken!

Wie gesagt, mit den Mails läuft es erstmal ganz gut, da ist sie dann sehr friedlich und das Verhältnis ist auf der Ebene -das erste Mal seit Jahren- wirklich entspannt und ich springe auch nicht im Dreieck, wenn ich sehe, dass sie mir eine Mail geschickt hat, ganz neue Erfahrung für mich:Sonne:
Das soll jetzt aber nicht so klingen, als glaube ich großartig daran, dass unser Verhältnis sich wirklich noch mal bessern würde. Das ist definitiv nicht so!!!! Wir sind sehr unterschiedlich, wir passen nicht zusammen, wir werden uns beide nicht mehr ändern (wollen), es ist eindeutig zu viel zwischen uns passiert, aber auf der jetzigen Ebene kann ich es ertragen.

Huch, eigentlich wollte ich ja nur ganz kurz mitteilen, welche "Lösung" ich vorerst für das übergriffige Verhalten meiner Mutter gefunden habe, nun ist es doch eher ein Roman geworden, viel Spaß beim Lesen.

Und wie gut zu wissen, dass nicht nur meine Mutter so ist:smile:

Liebe Grüße an alle Leidensgenossinen,
Bambuslemur