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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Selbständig und Krankenkasse ?!



Yogi
26.06.2007, 16:29
Aloha liebe Bri Com,

Zwei Fragen hätte ich:

Weiß hier jemand einen Link, wo ich Gesetzestexte/bzw Verordnungen bezüglich der Abrechnungspraxis von KK finde? :peinlich:

und zweitens:

aaalsoooo.
Ich hab seit September 2005 eine Ich AG am laufen.Damals habe ich mich mit einem Ich AG Tarif bei meiner KK versichert (DAK). Mein voraussichtliches Einkommen wurde damals geschätzt.

Nun hab ich inzwischen ja meinen Einkommenssteuerbescheid aus 2005 und die DAK stellte fest, dass ich mehr verdient habe, als ursprünglich geschätzt und hat nun meine Beiträge erhöht (also die zukünftigen) und eine Nachzahlung gefordert und zwar für die Monate September 05 bis Mai 07! (Zugegebenermaßen habe ich es versäumt meinen Einkommenssteuerbescheid sofort bei der KK einzureichen :knatsch: )

Jedenfalls habe ich nun mit der Sachbearbeiterin gesprochen und die hat mir erklärt, dass selbst wenn ich nun meinen Bescheid für 2006 bekomme (und in dem Jahr habe ich ein gutes Stück weniger verdient!)- ich nicht mein Geld wieder bekommen kann- sondern lediglich meine zukünftigen Beiträge niedriger werden (also ab dem Datum , an dem ich den Bescheid vorlegen kann.)

Soll heißen ich zahle jetzt saftig nach- aufgrund der Einstufung von 2005, kommt aber der Bescheid aus 2006, bekomme ich nichts wieder sondern zahle nur zukünftig bis zum nächsten Bescheid weniger.

Nun also: Hat jemand auch mit diesem Vorgehen Erfahrung? Ist das gängige Praxis? Behandeln auch andere KK das Thema so? Oder hat jemand (s.o.) vielleicht irgendwo Info Links zu dem Thema?

Dankbare Grüße

Y:Sonne: gi

akademikerin
26.06.2007, 17:11
Genau so ist es. Du wirst veranlagt aufgrund Bescheid für das Vorjahr und auf dieser Basis für die Folgejahre. Finde ich auch bescheiden, ist aber leider so. Hab ich eine lange Diskussion mit der AOK drüber geführt.

Yogi
26.06.2007, 17:19
Ahhh :krone auf:

vielen lieben Dank schonmal- ich hab das meiner Sachbearbeiterin auch einfach mal geglaubt, weil ich noch nie Probleme mit der KK hatte- eher im Gegenteil...

Aber mein Liebster, der auch selbstständig ist, meinte das sei alles Quatsch und dass die mich nur ausnehmen wollen und anlügen usw...

Na mal schauen, ob sich hier zufällig jemand von der Techniker KK rumtreibt- da soll das nämlich gaaaanz anders sein...

Balloo
27.06.2007, 08:23
Yogi... Ich habe auch gekämpft mit die Krankenversicherung. Die sind knallhart. Durch ein wenig hilfe von meine steuerberaterin habe ich es geschafft die kosten dafür ein wenig niedriger zu halten, aber die kommen und nehmen gerne.
Ich bin jetzt als selbständige Privat versichert, ne ganz billige tarif das nicht mehr als die gesetzliche bietet eigentlich, aber es ist einfach deutlich billiger.... und hoffentlich bleibt es so.

Denke das lohnt sich aber nur wenn du single bist.

Aber es ist vielleicht auch ne überlegung wert.

Grüße

Balloo

erdbeereis
27.06.2007, 09:18
...

Na mal schauen, ob sich hier zufällig jemand von der Techniker KK rumtreibt- da soll das nämlich gaaaanz anders sein...

So isses!
Ich bin freiwilliges Mitglied bei der Techniker KK und habe zuviel gezahlte Beiträge rückwirkend erstattet bekommen UND wurde niedriger eingestuft. Inzwischen bin ich wieder höher, weil 2005 gut verdient. Es gab keine Probleme mit der Rückerstattung. Allerdings haben sie es mit den laufenden Beiträgen verrechnet, so dass ich einige Monate nur einen winzigen Beitrag hatte, das war schön.

Nachzahlen musste ich allerdings auch schon, konnte das aber auch in mehreren Schritten machen.

An deiner Stelle würde ich da nochmal vorsprechen, bzw. sie schriftlich auffordern, zuviel gezahlte Beiträge zurückzuerstatten.
Muss doch auch irgendwo in deren Satzung o.ä. drinstehen, wie in so einem Fall verfahren wird?

Viel Glück

Inaktiver User
21.07.2007, 10:36
Hallo Yogi,

ich arbeite selbst bei einer Krankenkasse und mein Aufgabenbereich umfasst auch die freiwillige Versicherung.
Ich hoffe, ich werde jetzt nicht gesteinigt!!!!

Es ist tatsächlich so, wie die Sachbearbeiterin es Dir gesagt hat. Berechnungsgrundlage ist immer der Einkommensteuerbescheid. Dieser ist umgehend nach Erhalt einzureichen. Wird er verspätet eingereicht, wird rückwirkend ab Folgemonat, in dem der Bescheid ergangen ist, eine Nachberechnung vorgenommen. Wenn Du noch keinen Einkommensteuerbescheid hattest, bist Du vorläufig eingestuft worden. Nach Vorlage des 1. Einkommensteuerbescheides wird dann ab Beginn der selbständigen Tätigkeit eine Neuberechnung vorgenommen, wenn es von der vorläufigen Einstufung abweicht. Du sagst in 2006
wären Deine Einkünfte niedriger gewesen. Wenn Du den Einkommensteuerbescheid 2006 dann einreichst, zahlst Du ja auch wieder niedrigere Beiträge, obwohl Deine Einnahmen vielleicht in 2007 viel höher sind.
Mit der Beitragseinstufung der selbständig Tätigen ist das immer so eine Sache.
Du hast ja die Möglichkeit Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen, aber ich kann Dir ehrlich sagen, dass wird Dir nichts bringen!
Ich kann Dir aber empfehlen, einen Antrag auf Beitragsentlastung zu stellen. Seit dem 01.04.2007 haben selbständig Tätige die Möglichkeit diesen Antrag zu stellen, wenn die jetztigen Einkünfte viel niedriger sind als die Beitragseinstufung und es für Dich eine besondere Härte bedeutet. Ruf mal bei Deiner KK an und lass Dir das Antragsformular zusenden. Vielleicht erfüllst Du ja die Voraussetzungen!

Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich einfach!

Gruß
Bibi

DerExperte
21.07.2007, 11:22
bibi805 sagt es richtig.

viele meinen, dass die gesetzliche kv bei selbstständigen immer so niedrig bleibt, wie am anfang mit einem mindestbeitrag. dem ist nicht so. es wird das einkommen herangezogen, wie beim angestellten auch. hier durch den einkommensteuerbescheid. ganz normal.
bedenkt also, daß man evtl. für mehrere monate nachzahlen darf!!! das kann ganz schön viel ausmachen.
also erst informieren, dann schimpfen.

übrigens gilt für alle nichtversicherten, die ehemals gkv-versichert waren gilt seit dem 01.04.07 eine versicherungspflicht- bei der kasse, bei der sie als letztes versichert waren. selbsständige könnten (sofern es der gesundheitszustand zulässt) in eine private kv gehen.
alle, die bei einer gesetzlichen kasse rausgefallen sind bzw. nicht versichert, haben das risiko, beiträge seit dem 01.04.07 nachzahlen zu müssen! wie wird das kontrolliert? im ersten leistungsfall spätestens.
ganz abgesehen von der pflegepflichtversicherung, die immer seit bestehen pflicht war und eine strafe droht, wenn nachgewiesen wird, daß man duiese nicht ununterbrochen gehabt hat. abgesehen von der leistungsfreien wartezeit von 5 jahren nach einer unterbrechung.

beste grüße,

DerExperte

erdbeereis
21.07.2007, 12:35
Hallo Experte

das mag sicherlich vom Gesetz her alles richtig sein, was du da schreibst.
Glaubst du ernsthaft, dass die Selbstständigen, die NICHT (oder nicht mehr) versichert sind, dieses aus freien Stücken, innerer Überzeugung oder um die Kohle anderweitig verjubeln zu können, so machen?

Vielleicht haben sie das Geld garnicht sich krankenzuversichern?
Da kann ja Vater Staat mal gerne kommen und die Nachzahlung einfordern, aber wo nix mehr ist, ist nix zu holen oder was glaubst Du, warum sind so einige Selbstständige (ich kenne keine Zahl und kenne persönlich auch niemanden, bindet einem sicher auch niemand auf die Nase) nicht krankenversichert? Weil sie das Risiko so lieben oder warum?

Pyjamagirl2002
23.07.2007, 14:58
Hallo Zusammen, bin das erste Mal hier, und habe auch eine Frage zu diesem Thema:
Mein Mann hat sich im Juli 2005 mit einer Ich-AG selbstständig gemacht. Im April haben wir den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2005 zur KK geschickt. Der einkommensteuerrechtliche Gewinn lag bei ca. Euro 14.000,--. Die KK hat diese Summe jedoch nur durch die 6 Monate der Selbstständigkeit geteilt, so dass für die KK ein Gewinn von ca. Euro 2.300,-- rauskommt. Ist das so richtig? Mein Mann wurde jetzt deutlich höher eingestuft, obwohl wir eine BWA für 2006, die lediglich einen Gewinn von Euro 11.000,-- ausweist, hingeschickt haben. Die BWA will die KK jedoch nicht akzeptieren, und bis wir den Einkommenssteuerbescheid für 2006 haben, ist bestimmt schon Jahresende. Bis dahin müssen wir ca. Euro 3.500 nachzahlen plus die monatlich höheren Beiträge, die wir gar nicht haben. Es wäre toll, wenn mir jemand diese Frage beantworten kann. Lieben Dank. Pyjamagirl2002

erdbeereis
23.07.2007, 16:36
Pyjamagirl
bezieht sich denn der Gewinn tatsächlich auf 6 Monate?
Wenn er für diese 6 Monate einen Gewinn von 14.00 Euro gemacht hat, dann ist das so richtig.
Das ist ja das Problem! Man müsste somit jeden Monat, den man mehr Geld erwirtschaftet schon was beiseite packen für diverse Nachzahlungen, die ja erst 1-2 Jahre später kommen. Auch das Finanzamt dürfte Einkommenssteuer berechnen.

Erst wenn der neue Steuerbescheid vorliegt und aus diesem ein niedrigeres Einkommen hervorgeht, wird er zurückgestuft.
Wie ich oben schon schrieb, zahlte mir meine KK allerdings die Differenz der zuviel gezahlten Monate zurück. Aber das scheint nicht bei jeder KK so zu sein und es ist einige Jahre her. Vielleicht ist das jetzt ja auch nicht mehr so.

Übrigens, ob ihr Geld habt oder nicht, interessiert weder das FA, noch die KK. Leider.

Inaktiver User
23.07.2007, 18:29
Hallo Zusammen, bin das erste Mal hier, und habe auch eine Frage zu diesem Thema:
Mein Mann hat sich im Juli 2005 mit einer Ich-AG selbstständig gemacht. Im April haben wir den Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2005 zur KK geschickt. Der einkommensteuerrechtliche Gewinn lag bei ca. Euro 14.000,--. Die KK hat diese Summe jedoch nur durch die 6 Monate der Selbstständigkeit geteilt, so dass für die KK ein Gewinn von ca. Euro 2.300,-- rauskommt. Ist das so richtig? Mein Mann wurde jetzt deutlich höher eingestuft, obwohl wir eine BWA für 2006, die lediglich einen Gewinn von Euro 11.000,-- ausweist, hingeschickt haben. Die BWA will die KK jedoch nicht akzeptieren, und bis wir den Einkommenssteuerbescheid für 2006 haben, ist bestimmt schon Jahresende. Bis dahin müssen wir ca. Euro 3.500 nachzahlen plus die monatlich höheren Beiträge, die wir gar nicht haben. Es wäre toll, wenn mir jemand diese Frage beantworten kann. Lieben Dank. Pyjamagirl2002

Ja, das ist so richtig! Die KK teilt die Einkünfte aus Gewerbebetrieb durch die Monate, wo auch die selbständige Tätigkeit bestand. Wenn Dein Mann in dem Jahr auch nur 6 Monate selbständig war, werden die Einkünfte aus Gewerbebetrieb auch durch 6 Monate geteilt. Die Beitragseinstufung bleibt bis zur Vorlage des nächsten Einkommensteuerbescheides bestehen. Du schreibst Dein Mann hat 2006 viel geringere Einnahmen gehabt, somit wird er ja, wenn der Einkommensteuerbescheid z.B. im Dez. 2007 ergeht, ab 01.01.2008 der Beitrag niedriger festgesetzt. Wenn Dein Mann dann in 2008 viel höhere Einnahmen hat, zahlt er trotzdem in 2008 bis zur Vorlage des nächsten Einkommensteuerbescheides den niedrigeren Beitrag.
Ich kann Deinem Mann auch nur empfehlen, einen Antrag auf Beitragsentlastung zu stellen, da seine Einkünfte jetzt niedriger sind!

Manche KK erstatten wie bei Erdbeereis auch zuviel gezahlte Beiträge. Dies ist jedoch Satzungsabhängig!


Übrigens, ob ihr Geld habt oder nicht, interessiert weder das FA, noch die KK. Leider.erdbeereis

Die KK und FÄ sind an Gesetze gebunden u. müssen diese ausführen. Da bleibt kein Spielraum. Die KK werden vom BVA (Bundesversicherungsamt) geprüft und ist z.B. ein freiwillig Versicherter falsch eingestuft, muss die KK dafür aufkommen.
Man kann daher nicht sagen, das die KK oder das FA das nicht interessiert! Ich finde es auch super scheiße, dass ich soviel KK-Beiträge zahle, aber bei fast jedem Arztbesuch irgendetwas zahlen muss, sei es Medikamente oder sonst was. Aber das liegt nicht im Ermessen der KK, sondern an unsere Politiker!!

Pyjamagirl2002
23.07.2007, 19:14
Vielen Dank für die schnellen Antworten. Wir sind beide auch bei der Techniker versichert, aber die haben schon bereits klar gemacht, dass zuviel gezahlte Beiträge nicht rückwirkend erstattet werden, sondern nur für die Zukunft, ab Eingang des Steuerbescheids. Allerdings dürfen sie bei Mehreinnahmen rückwirkend nachfordern, und das ist in meinen Augen vollkommen unsozial. Als ich die Einnahmen damals geschätzt habe, sollte ich diese für die ersten 12 Monate schätzen. Wenn die TKK so gerechnet hätte wie das Arbeitsamt für die Weiterbewilligung der Ich-AG, dann hätten wir hier gar kein Problem. An das Finanzamt mussten wir auch keine Steuern für 2005 abführen, da diese Einnahmen grundsätzlich auf das gesamte Jahr gerechnet werden. Naja, irgendein Vorteil muß man ja haben, oder? Wenn ich das vorher gewußt hätte, wären wir sofort 2 Monate nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit in eine andere KK gewechselt, da dann die Summe tatsächlich durch 12 Monate geteilt worden wäre, das hat mir heute eine KK bestätigt, da wir jetzt wohl wechseln müssen, schon damit wir nicht die hohen Kosten haben. Eigentlich war ich immer sehr zufrieden mit der TKK, aber wenn die so stur sind.....! Also, nochmal vielen lieben Dank für die schnelle Auskunft. LG Pyjamagirl2002

Roxy
12.01.2008, 14:47
noch eine frage / denkspiel zu dem thema:

mir ging es auch so, das ich durch die einreichung meines steuerbescheides eine saftige nachberechnung zu zahlen hatte. voraussschauend lässt sich sagen, dass es wohl beim nächsten mal wieder so sein wird.

mir bieten sich zwei möglichkeiten:

a.) ich wechsel in eine pkv - und muss mein kind auch privat versichern - was zunächst wahrscheinlich günstiger wäre, mir graut es allerdings vor den steigenden beiträgen der nächsten jahre...

b.) ich gehe auf das angebot einer firma ein, für die ich im moment freiberuflich tätig bin und lasse mich teilzeit anstellen - dann wäre das thema kv damit geklärt --- nebenbei würde ich weiterhin ab und zu selbständig tätig sein

wie auch immer ich mich entscheide (lieber a. oder b.????) - hat meine derzeitige krankenkasse nach einem eventuellen wechsel das recht, meinen nächsten steuerbescheid bei mir einzufordern,
wenn ich jetzt in eine pkv wechsel oder mich anstellen lasse und in meiner GKV bleibe (oder eventuell mit diesem Schritt in eine andere gehe?)

also muss ich auch noch nachzahlen, wenn ich schon längst nicht mehr auf die atuelle art dort versichert wäre?

vielen dank!

p.s. wieso ist das bloss so kompliziert...???