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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Und wieder mal: Krise mit 30+



redrose74
26.06.2007, 11:03
Bin schockiert über das was ich die letzen zwei Jahre gemacht habe. Kurz nach meinem 30. bin ich irgendwie ausgetickt. Anders kann ich es nicht formulieren.
Ich war Single, hatte Jobprobleme (Firma ging Pleite) und war in der Midlife-Krise (alle anderen begannen mit der Familiengründung, Hausbau und ich organisiere mein Umfeld neu, weil keiner außer mir mehr Single war). Dann habe ich mich abgelenkt. Mit One-Night-Stands. Manchmal auch mehrere Nächte. Mit einem sogar einen Sommer lang. Wir haben uns jedoch nur zum Sex getroffen.
Bis auf einen, haben mir die Männer nichts bedeutet. Ich ihnen wohl auch nichts. Und mit diesem einen hat sich leider auch keine Beziehung ergeben.
Andere in meinem Umfeld trennen sich, haben neue Partner. Das geht alles problemlos. Mein größter Wunsch ist es einen festen Partner zu finden und eine Familie zu gründen. Nur irgendwie treffe ich keinen brauchbaren Mann hierfür.
Ich werde als moderne junge Frau gesehen. Mit meinem Aussehen bin ich eigentlich zufrieden. Bin gebildet und Tochter aus bestem Hause.
Nachdem mir eine Freundin erzählt hat, dass sie ein Vorstadium zum Gebärmutterhalskrebs hat, habe ich absolute Panik. Mir war das bisher nicht so bewußt, dass wechselnde Partner dafür ein erhebliches Risiko darstellen. Ich habe schon einen Arzttermin. Auch einen für einen HIV-Test.
Wenn mir eine andere Frau mein Leben seit meinem 30. erzählen würde, wäre ich schockiert und würde denken was für ein Risiko, wie kann sie nur. Aber in den enstscheidenen Momenten habe ich das leider nicht gedacht.
Ich will nicht mein Leben lang alleine bleiben. Wo findet Frau annehmbare Männer? Außer auf der Arbeit, denn ich habe derzeit nicht viele Kollegen. Ich bin in die Stadt gezogen, gehe viel aus, aber das bringt alles nichts. Okay, ich weiß wenn man intensiv sucht, wird das sowieso nichts, aber was soll ich machen. Mir läuft die Zeit davon, ich werde immer älter.
Zur Zeit habe ich nur noch Angst vor der Zukunft. Angst alleine zu bleiben, Angst noch mehr ONS zu treffen, Angst krank zu sein.
Kann mich jemand verstehen?

Bambi
27.06.2007, 10:45
Hallo redrose,

ich kann Dich nur allzugut verstehen. Ich bin jetzt 36. Seit 2 Jahren Single, nachdem meine Ehe in die Brüche gegangen ist. Ich hatte ein paar wenige Affären und einen "Beziehung" über 3 Monate, die alles andere als gut war. Ich träume von einem Mann, Kind und Haus und mir läuft auch die Zeit weg. Ich habe letzten Monate einen Mann getroffen, der für mich DER Mann war. Wir hatten zwei wunderschöne Wochen und dann war Schluß. Er hat sich nicht in mich verliebt. Das ist jetzt 4 Wochen her und ich bin so sehr am Boden, daß ich das Gefühl habe, nie wieder glücklich sein zu können.

Um mich herum gibt es auch fast nur noch Paare mit Kindern und alle sind glücklich. Alle sagen: Nicht krampfhaft suchen, der Richtige kommt noch. Ja wann denn???

Ich kann so gut verstehen.

Alles Gute vom Bambi.

Fussl
27.06.2007, 14:22
ach.....ich kann euch absolut verstehen. Ich bin zwar verheiratet und das auch noch glücklich....aber ich kann mich an Zeiten vor einigen Jahren noch erinnern, da sah das ganze bei mir auch anders an. Genau das, was ihr beschreibt: das ganze Pärchen-Gehabe ging mir auf den Kecks, Einladungen auf Hochzeiten, Geburtstage & Co. waren mir ein Greuel - immer wurde man dämlich angeschaut, wenn man IMMER NOCH alleine aufgetaucht ist. Ich habe mir nichts mehr gewünscht, endlich jemanden kennenzulernen. Leider hat das überhaupt nicht hingenauen, und wenn waren es Männer, mit denen an eine Zukunft gar nicht zu denken war. Ich habe in der Zeit zwar noch nicht gewusst, was ich will. Aber ich habe herausgefunden, was ich NICHT WILL. Und das hat sich dann letztendlich auch als das herausgestellt, was sich dann bewährt hat.

Ich weiss, es hängt euch zum Hals raus, wenn ich sage: ruhig Blut, abwarten, nicht krampfhaft an die Sache rangehen etc. Aber - leider (oder auch nicht) - genau das hat bei mir zum "Erfolg" geführt. Unverhofft, ur-plötzlich und in einer Zeit, wo mir nach allem war, nur nicht nach fester Beziehung....B U M M !!!!
Ich gebe zu, ich habe mich gewehrt, mit Händen und Füssen. Wollte diese Beziehung nicht, schon gar nicht so eng.....

Mein Rat an euch beide: lasst euch doch von der Gesellschaft und von den anderen nicht so unter Druck setzten. Na und??? Dann seit ihr halt "schon" über 30. Ja und?? Wird mein Wert oder meine Bedeutung in der Gesellschaft an meinem männl. Partner gemessen???? Da bekomm ich heut noch Hörner, wenn mir jemand mit sowas kommt....lebe lieber ungewöhnlich. Geht euren Weg, geniesst die Zeit, die ihr habt, freut euch wenn die Sonne lacht, ihr tolle Leute trefft und ihr...mit euch zufrieden seit. Lasst euch von niemanden das Gegenteil erklären. Steht zu eurem Leben, geht locker damit um...Versucht von diesem ich-will-einen-DEN-Mann-kennenlernen.....ich weiss, wie schwer das ist aber versucht es und ich bin sicher, ihr werdet für die Arbeit an euch belohnt...:blumengabe:

Trina75
29.06.2007, 12:54
"Lebe lieber ungewöhnlich" - ja, das ist ein tolles Zitat, Fussl!

Ich kann Euch andere beiden auch total verstehen. Mir geht es nicht anders! Nur um nicht alleine zu sein, jage ich dem Mann hinterher, der mir alles andere als gut tut und der obendrein auch noch ein Riesen-Arschloch ist. Mit Vernunft ist das nicht zu erklären, warum ich das mache und ich frag mich jeden Tag auf's Neue, wann ich denn endlich damit aufhöre, weil ich mir nur im Grunde selber damit weh tue. Er weiß das und nutzt das für seinen persönlichen Vorteil!
Oh Mann, wenn ich das hier schreibe, müsst Ihr mich schon für total bescheuert halten. Aber wozu uns die Sehnsucht nach einem Menschen doch treiben kann!
Auf Hochzeiten etc. hab ich mittlerweile auch gar keinen Bock mehr. Und wenn es eben geht, vermeide ich auch, auf welche hinzugehen. Glücklicherweise hab ich noch viele Singlefreundinnen in meinem Freundeskreis. Die tun mir gut!!
Na, ich glaube und hoffe immer noch, dass es irgendwann den Mann für mich gibt, der auch mit mir alt werden will. Diejenigen, mit denen ich das wollte, hat's schon in ausreichendem Maße gegeben. Lasst uns mal nicht in Depri's versinken, ihr Lieben!! Ist zwar oft schon scheiße, aber es führt ja zu nichts.
Euch allen ein schönes Wochenende! Vielleicht auf bald!

Liebe Grüße von der Trina ;-)

Inaktiver User
29.06.2007, 13:22
Hallo zusammen,

ich habe jetzt Eure Beiträge gelesen und stelle immer wieder fest, dass die Gesellschaft gewisse Normen setzt und wer nicht in dieses Schema F fällt, gehört nicht mehr zu dieser Gesellschaft. Dazu gehört auch bei uns die Ehe. Ab einem gewissen Alter wird erwartet, dass man verheiratet ist und Kinder hat.
Nur muss ich leider heute immer wieder feststellen, dass viele Menschen nur heiraten um diese Norm zu erfüllen, damit sie nicht zu Außenseiter dieser Gesellschaft zählen, obwohl sie in der Ehe nicht glücklich sind.
Nur nach außen hin können sie sagen, dass sie verheiratet sind.

Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass Ihr egal was Ihr auf dieser Welt auch macht, NIE allen Leuten alles Recht macht. Irgendwer hat imemr etwas an Euch auszusetzen.
Also lebt Euer Leben wie Ihr es möchtet und sucht bitte nicht krampfhaft nach einem Partner, der Euch im Endeffekt nicht glücklich macht.
Geht Euren Weg und irgendwann kommt auch der Richtige Euch über den Weg gelaufen: Unverhofft kommt oft.


Viele Grüße reise:blumengabe:

C-Bird
29.06.2007, 13:23
Zur Zeit habe ich nur noch Angst vor der Zukunft. Angst alleine zu bleiben, Angst noch mehr ONS zu treffen, Angst krank zu sein.
Kann mich jemand verstehen?
Klar verstehe ich dich, nur die Bilanz meiner wilden Zeit ist etwas trauriger als deine - in zwei Jahren schlief ich mit rund 130 verschiedenen Frauen, war insgesammt fünf mal beim AIDS Test, zweimal Stalkerinen am Hals, wurde einmal ausgeplündert, bin dreimal bezahlt worden, etc.etc.etc. Das Zittern vor dem Ergebnis der entsprechenden Gesundheitstests war jedesmal das gleiche - toi toi toi, nix passiert, Glück gehabt, schön war's - respektiv betrachtet - trotzdem nicht.

ONS können Spaß machen, sollten aber nicht zu einem Automatismus verkommen - außerdem bist du nach einem ONS auch alleine. Was den richtigen Partner betrifft, keine Ahnung ob es sowas wirklich gibt.

Ich halte es mittlerweile so das ich mich nicht mehr auf ONS einlasse. Wenn ich jemandem begegne, muss mich der Mensch fesseln, nicht die Möpse oder der Hintern - auch wenn es immer noch ein schöner Anblick darstellt...

Ob es funktioniert oder nicht, das kann einem nur die Zeit beantworten. Auf jeden Fall kann man auf diese Weise netten Menschen begegnen mit denen man auch nach einer gescheiterten Beziehung Freundschaften aufrecht hält.

Der größte Fehler den du begehen kannst; dich selbst unter Druck zu setzen...

Ich wünsch dir alles Gute

Wisky868
15.08.2007, 09:01
Hallo Redrose,
auch ich kann dich sehr gut verstehen und auch nachfühlen, wie es dir geht.
ich bin mit 28 bereits von meinem mann betrogen worden, war wie ein schlag ins gesicht. mit 30 war ich geschieden. danach lernte ich irgendwann wieder einen mann kennen. war 6 jahre in einer "losen beziehung" da er zu mehr nicht bereit war, bin viele kompromisse eingegangen, nur um das gefühl zu haben nicht alleine zu sein. richtig glücklich und zufrieden war ich nicht. habe eigentlich die schönsten jahre vorallem auch um eine familie zu gründen verschenkt. als ich mich endlich von ihm trennte war ich mitte dreissig. hab davor schon immer sehr viel nebenher gearbeitet und nach der trennung noch mehr. hab zwar irgendwie wieder nach einer beziehung ausschau gehalten aber es tat sich nichts ausser einer bekanntschaft die sich als flop heraus stellte. von ons halte ich persönlich nichts und hatte auch keine. irgendwann hatte ich auch keine lust mehr auszugehen und mein leben bestand wirklich nur mehr aus arbeiten. um die 300 stunden in monat. hab mich mit meiner situation abgefunden... glücklich war ich nicht aber hatte auch nicht mehr das akute bedürfnis daran was zu ändern. irgendwie hatte ich aufgegeben. so und dann, als ich gar nicht daran dachte habe und das klingt jetzt echt ein wenig wie aus einem kitschigen liebesroman, habe ich am letzten tag meines urlaubs einen mann kennen gelernt. wir haben eine stunde miteinander geredet über gott und die welt. nicht mal geflirtet einfacher smalltalk. als ich ging wollte er meine e-mail adresse. also fingen wir an zu mailen... zwei monate später flog ich zu ihm, da er 700 km mir weg wohnte tja und das wars dann. ich werde mitte september zu ihm ziehen und hab ab 01.10. dort einen neuen job und freu mich wahnsinnig auf mein neues leben und das mit 39 jahren. hätte niemals daran gedacht, dass mir nochmal so was passieren würde.
heute denke ich, ich musste diese durststrecke durchmachen um mich auch wieder auf etwas neues, festes und intensives einlassen zu können und um zu erkennen, wenn es wirklich passt ohne irgendwelche faule kompromisse, die man oft eingeht um nicht alleien zu sein.
kopf hoch und gehe deinen weg und vorallem suche nicht. mach das was dir spass macht... und du wirst sehen, in dem moment wenn man eigentlich gar nicht damit gerechnet hat, passiert es.

Fussl
16.08.2007, 14:24
Liebe Wisky868,

ich kann dir nur gratulieren!!!! und die alles Gute für den Start im September wünschen.

Ich denke, du hast es auf den Punkt gebracht: gelegentlich gibt es Durststrecken im Leben, durch die man muss. Nur wer weiß, wie es ist durch den Regen zu gehen, der schätzt es wenn die Sonne wieder scheint...

Ich wünsche dir alles Glück für deine Zukunft.
Fussl

LaDiva
16.08.2007, 22:28
Ich habe früher immer gedacht, dass im Leben irgendwann ein Ziel erreicht wird, das es dann zu halten gilt. Jetzt bin ich 37 und glaube, dass das eine Illusion ist. Es ändert sich nichts wirklich. Kinder haben nie zwingend zu meiner Lebensplanung gehört, deshalb ist kein "Zeitdruck" da. In meinem Freundkreis häufen sich die Scheidungen/ Trennungen, alle sind unglücklich, weil das Leben nicht so läuft wie geplant. Es ist erschreckend wie Menschen einem Idealbild hinterher laufen und dabei das Leben vergessen.
Ich bin vielleicht zur Zeit ein wenig nachdenklich gestimmt, weil ich vor Kurzem meine beste Freundin verloren habe. Sie ist mit 41 an Krebs gestorben. Dass mir so etwas wirklich passieren kann, hätte ich nie gedacht. Es passiert eben immer nur "den anderen" .
Seitdem gehe ich nicht mehr unbedingt davon aus, dass ich an Anfang (oder jedenfalls relativ am Anfang) des Lebens stehe. Ich möchte wirklich keine Panik schüren, sondern nur sagen, dass es das Beste ist, jeden Tag zu genießen und nicht die Zeit damit zu verbringen, zu hoffen, dass das alles irgendwann besser wird, als es jetzt ist.

Schickse
16.08.2007, 23:57
Hallo Ihr Lieben!

Da schließe ich mich LaDiva direkt mal an: So ist es leider. Wir stehen schon lange nicht mehr am Anfang, sondern schon lange in der Mitte unseres Lebens. In meinem Freundeskreis ist auch kürzlich jemand gestorben, mit 36. Herzinfarkt. Und er war nicht der erste in diesem Jahr, der in dem Alter Abschied nehmen musste. Auch "junge" Familienväter in meinem Umkreis wurden in diesem Jahr beerdigt.
Ich habe schon lange darüber nachgedacht, wie ich damit umgehen soll, dass ich in meinem hohen Alter (ich bin jetzt 36 Jahre alt) immer noch nicht den Mann meines Lebens und den Vater meiner Kinder gefunden habe. Meine Antwort: Alternativ-Lösungen suchen und finden. Natürlich tut man (bzw. frau) das nicht gern. Natürlich will ich gern ein Kind und den entsprechend lieben Papa dazu. Aber wenn es nicht klappt, muss halt eine Alternativ-Lösung her. Ich bin durchaus bereit, ein Kind auch allein großzuziehen. Da das aber relativ unwahrscheinlich passieren wird, habe ich mir diverse Pläne ab 40 ausgedacht.
Und die wären: Tierpension, Kind als Pflegekind annehmen, auswandern etc... Das tröstet. Und macht irgendwie auch wieder unabhängiger. Denn die Gedanken an die biologische Uhr können einen ganz schön gefangen nehmen...

LG
die Schickse

Inaktiver User
17.08.2007, 21:44
hallo redrose,
die sinnsuche und das alleinsein kenne ich auch sehr gut. bei mir war es ende 20 so, dass ich endlich nach dem studium im job stand, mein geld verdiente, eigentumswohnung, alles eigentlich also schön war. allerdings hatte mein gesamter freundeskreis sich plötzlich in traute zweisamkeit verzogen, meine ziele, die ich mir als 20jährige gesetzt hatte, hatte ich erreicht, aber ich fühlte mich unglaublich leer.

ich hielt mich außerdem für absolut bindungsunfähig, hatte ons oder kurze affären, konnte mir weder beziehung noch familie für mich vorstellen und wusste ehrlich gesagt einfach nicht, wohin mit mir. ich war noch nicht einmal furchtbar unglücklich, es erschien mir bloß plötzlich alles so sinnlos, weil mir weitere ziele fehlten und ich mich auch recht einsam fühlte.

geändert hat sich mein leben durch meinen mann. angedacht als kurze affaire - wir haben uns im netz kennengelernt - stellte er sich plötzlich als der mann meines lebens - soweit man sowas sagen kann - raus. paradoxerweise habe ich mich zunächst über wochen und monate dagegen gesträubt, bin nachts, während er schlief, abgehauen, um morgens zum frühstück dann doch wieder vor der tür zu stehen... ganz idiotisch, ich weiß.

mittlerweile sind wir verheiratet, das projekt kinderkriegen wird seit monaten verfolgt, haus gekauft, und ich fühle mich so gelassen und zuversichtlich wie nie zuvor. dass er dabei ein für mich unheimlich wichtiger faktor war, ist klar, aber ich glaube nicht, dass eine solche neue sinngebung, neuer optimismus, neue ziele notwendigerweise durch einen mann gegeben werden müssen. der auslöser kann bestimmt auch ein umzug, neuer job etc sein. es ist aber bestimmt die veränderung, die neue perspektive, die neuen optimismus schafft.
liebe grüße
yaqui

LaDiva
20.08.2007, 21:11
Hallo Ihr Lieben!

Da schließe ich mich LaDiva direkt mal an: So ist es leider. Wir stehen schon lange nicht mehr am Anfang, sondern schon lange in der Mitte unseres Lebens. In meinem Freundeskreis ist auch kürzlich jemand gestorben, mit 36. Herzinfarkt. Und er war nicht der erste in diesem Jahr, der in dem Alter Abschied nehmen musste. Auch "junge" Familienväter in meinem Umkreis wurden in diesem Jahr beerdigt.
Ich habe schon lange darüber nachgedacht, wie ich damit umgehen soll, dass ich in meinem hohen Alter (ich bin jetzt 36 Jahre alt) immer noch nicht den Mann meines Lebens und den Vater meiner Kinder gefunden habe. Meine Antwort: Alternativ-Lösungen suchen und finden. Natürlich tut man (bzw. frau) das nicht gern. Natürlich will ich gern ein Kind und den entsprechend lieben Papa dazu. Aber wenn es nicht klappt, muss halt eine Alternativ-Lösung her. Ich bin durchaus bereit, ein Kind auch allein großzuziehen. Da das aber relativ unwahrscheinlich passieren wird, habe ich mir diverse Pläne ab 40 ausgedacht.
Und die wären: Tierpension, Kind als Pflegekind annehmen, auswandern etc... Das tröstet. Und macht irgendwie auch wieder unabhängiger. Denn die Gedanken an die biologische Uhr können einen ganz schön gefangen nehmen...

LG
die Schickse

Hallo Schickse,
Tierpension, Pflegekind, Auswandern.... woher kennst du meine Pläne????
Tun wir uns in ein paar Jahren zusammen?

Schickse
20.08.2007, 22:55
Au ja! Das machen wir!
Meine Freundin und ich spinnen übrigens schon seit der Schulzeit von dem "Solo-Oma-Club" rum. Wenn sie auch dabei sein dürfte? ;)

LG
die Schickse

LaDiva
23.08.2007, 20:49
Hallo Schickse,
na klar, je mehr wilde Omas desto besser!!!

Ricarda44
25.08.2007, 15:49
Also Daumen hoch für Eure Vorhaben.
Ich kann Euch nur ermutigen, Eure Träume umzusetzen. Hab auch gerade 'nen eigenen "Laden" aufgemacht, mir jetzt 'n Motorrad gekauft. Bin wohl in der Traumrealisierungsphase.

Es ist doch schon mal top, wenn man Träume hat. Und dann noch selbständige, die nicht nach klammern an irgend einem Partner sich festmachene, sondern die was Neues erschaffen.

Mädels, Ihr macht das schon!

Vor mir haben auch einige mit entsetztem Blick gestanden und gemeint "Und wenn das nun schief geht und du das ganze Geld in den Sand setzt?"

Meine Antwort: "Es kann ALLES schief gehen im Leben. Muss aber nicht."

Die anderen: "Ja, du, du warst ja schon immer mutig. Ich hätte mich das nie getraut."

GENAU!!!

Daran liegt es nämlich: Sich nicht trauen. Von "hätte ich mal" und "könnte ich blos".... ändert sich nix. Aber auch gar nichts.

Manche Träume brauchen Zeit. Manche verwirft man wieder. Manche setzen sich fest im Kopf und im Herzen. DIE sollte man irgendwann umsetzen.
Und wenn's schief geht?

NA UND!!!!!
In Deutschland ist noch niemand verhungert - jedenfalls muss man das nicht.
Wozu also Angst?
Weil andere reden?
Die reden auch, wenn man nix tut.

Also gibt es keine Ausreden für Menschen mit Träumen, sich den einen oder anderen zu verwirklichen.

redrose74
30.08.2007, 22:24
Hallo Ihr Lieben,
ich danke Euch allen für Eure Beiträge.
Mittlerweile sind zwei Monate vergangen, allerdings hat sich bei mir nicht viel verändert. Ich versuche immer positiv zu denken, was mir die letzten Tage jedoch wenig gelingt. Ein Lichtblick ist mein Urlaub, den ich in wenigen Wochen haben werde. Einfach mal was anderes sehen, ablenken vom Alltag.
Es einzustellen nicht krampfhaft nach einem Gegenstück zu suchen ist gar nicht so einfach.
Beruflich läuft es derzeit nicht gut. Wieder einmal. Musste die letzten vier Jahre schon mehrfach neu starten. Und ich merke daher umso mehr wie mir jemand fehlt, mit dem ich einfach mal darüber reden kann, was mich jeden Tag bewegt. Sicher kann ich das mit Freunden, aber das Interesse ist wohl nicht so da, wie es bei einem Partner wäre.

Gut zu wissen ist es, dass es anderen auch so zu gehen scheint. Vielleicht können wir uns ja irgendwann wirklich erzählen, dass sich alles so wendet, wie wir es uns wünschen, zumindest annähernd.
Allen anderen, die in einer glücklichen Beziehung leben, wünsche ich, dass es ihnen bewußt wird, was sie haben und das entsprechend würdigen können.

Liebe Grüße an alle Schreiberinnen hier

redrose74

Ich lass mich nicht unterkriegen! :-)

Inaktiver User
03.09.2007, 12:51
Ich bin seit 2 1/2 Monaten wieder Single. Das Gefühl, nie wieder glücklich zu werden, hatte ich im Jahr 2005.
Aber jetzt - gehts mir gut. Die Trennung selbst war stressig und schmerzhaft. Auch ich hatte oft das Gefühl, mir läuft die Zeit davon, meine Lebensträume zu verwirklichen mit Familie und so.
Aber es gibt auch noch andere Dinge im Leben.

Ich sehe die Vorteile des Alleinseins und verwirkliche all das, was ich schon immer mal tun wollte. Heute hab ich mich für die Ausbildung für Schauspiel und Theater angemeldet. Ich treibe vermehrt Sport, was ich in meiner letzten Beziehung total vernachlässigt habe und ich teile mir meine Zeit ein, wie es mir gefällt.
Das ist doch kein Nachteil. Ich möchte mein Leben nicht nur um einen unerfüllten Wunsch vom "perfekten" Partner und Kind drehen lassen.

Und ich glaube, ich werde wieder eine Beziehung haben, in der ich auch glücklich sein werde. Wer weiß wie lange? Aber sicher :freches grinsen:

Das Leben ist zu kurz für faule Kompromisse.

LaDiva
04.09.2007, 20:44
Liebe redrose,

in meiner Single-Zeit, von der die längste 4 Jahre ohne dauerhafte Beziehung war, habe ich mich zuerst alleine und verloren gefühlt. Überall Paare, ich kam mir ständig blöd vor. Dann habe ich, wie Santana, viel unternommen und alleine getan wozu meine Freunde (männlich wie weiblich) keine Lust hatten. Von Opern, Spanisch Lernen, alleine in Urlaub fahren, politischem Engagement. Irgendwann habe ich diese absolute Freiheit sehr genossen. Zu machen, was ich will -ohne Kompromisse wie "Wann gehen wir nach Hause?", "laß doch noch etwas bleiben", "Sollen wir wirklich..." Ich muss dazu sagen, dass ich kein Mensch für Unternehmungen in größeren Gruppen bin. Auf jeden Fall war es hinterher schwierig wie gemeinsam etwas zu tun. Es hat mich ernsthaft genervt, mit neuen Partnern einen Konsens zu finden. Ich hatte mich so daran gewöhnt, kompromißlos durch Leben zu gehen, dass ich oft das Alleinsein (nicht Einsamsein!) vorgezogen habe. Ich mußte erst wieder lernen, welche Zugeständnisse ok sind und wo ich auf meiner Vorstellung beharren muss. Genieß doch einfach die Zeit und sieh es nicht als Mangel!! Ich habe so spannende Erlebnisse und Begegnungen gehabt, die ich nicht mehr missen möchte.

Ricarda44
10.09.2007, 10:03
:freches grinsen: Ja, ich hab da so einen Satz in einem anderen Thread gefunden, der das für mich auf den Punkt bringt:

"Es muss ein Mann schon sehr gut sein, um besser zu sein als KEIN Mann."

Ich hab mir mein Singleleben so schön eingerichtet, dass ich mich darin wirklich wohl fühle. Und ich denke schon öfter drüber nach, ob das auf Dauer so bleiben könnte. Angst macht mir das nicht unbedingt :freches grinsen:

Das ist mehr so eine Art Selbstverständnis von den guten Dingen, die ich daraus so ziehe.

Das werden einige sicher nicht verstehen. Aber das so wirklich breit und lang zu erklären - neee, mag ich nicht mehr. Ist vielleicht auch ein Teil davon: Nicht mehr viel erklären und begründen zu müssen, sondern einfach tun und lassen zu können.

Na, was soll's. Es ist gut so. Und das kann so bleiben. Oder es muss was viel, viel besseres kommen :freches grinsen: